Warum man langsam essen sollte und wie man es schafft

Warum man langsam essen sollte - Foto: Mann in China isst Nudelsuppe

„Schlinge das Essen nicht einfach nur hinunter. Schmecke es ohne Eile und werde selbst zum Geschmack.“ (Osho)

Unsere heutige Welt ist hektisch. Das Leben ist geprägt von Arbeit, Terminen, Stress und Zeitdruck. Wir essen im Stehen in der U-Bahn, beim Autofahren, im Gehen, während der Arbeit und vor dem Fernseher. Oft schlingen wir die Mahlzeit hinunter. Selbst wenn es etwas Gesundes ist, verkommt es dadurch zu Fast Food.

Warum man langsam essen sollte

Auch ich war ein Schnellesser. Obwohl ich gerne koche und ein Genussmensch bin, zählte ich selbst an größeren Tafeln zu den ersten, die auf den Nachschlag warteten. Dann entdeckte ich, dass für mich zu einer einfachen und bewussten Lebensweise nicht nur weniger besitzen gehört. Langsam essen bedeutet ebenfalls mehr leben:

  1. Mehr Gesundheit
    Schnelle Esser sind häufiger dick. Wissenschaftler an der Universität Osaka untersuchten die Ernährungsgewohnheiten von über 3.000 Probanden und fanden heraus, dass Turboesser ein dreimal so hohes Risiko für Übergewicht und die daraus resultierenden Krankheiten haben. Nach einer Studie der University of Rhode Island nehmen langsame Esser pro Mahlzeit mehr als 10 % weniger Kalorien zu sich. Dies hat einen nachvollziehbaren Grund. Unser Gehirn registriert erst nach 15 bis 20 Minuten, dass wir satt sind. Lassen wir uns zu wenig Zeit, verpassen wir den Sättigungspunkt.
  2. Geld sparen
    Ein Langsamesser nimmt über 10 % weniger Kalorien auf. Kauft er entsprechend weniger ein und bestellt im Restaurant kleinere Gerichte, macht sich das im Geldbeutel bemerkbar.
  3. Besserer Geschmack
    Guter Wein entfaltet seine Geschmacksnuancen erst richtig, wenn man ihn eine Zeitlang im Mund behält. Kürzlich fanden Schweizer Wissenschaftler heraus, dass dies auch für andere Lebensmittel wie Obst und Gemüse zutrifft.
  4. Weniger Verdauungsbeschwerden
    Beim längeren Kauen wird mehr Speichel produziert, was dann im Magen zu einer Entlastung führt. Wer die Speisen hinunterschlingt, schluckt mehr Luft, die zu Schluckauf und Blähungen führen kann. Man sollte im Kopf behalten, dass sich die erste Stufe der Verdauung in der Mundhöhle abspielt.
  5. Mehr Genuss
    Essen ist Genuss und Lebensfreude. Doch wie sollen diese aufkommen, wenn wir uns dafür keine Zeit nehmen? Wer langsam isst, genießt die Mahlzeit mehr. Und wer langsam isst, genießt auch das Leben mehr.
  6. Stress abbauen
    Sich Zeit zu nehmen und sich auf das zu konzentrieren, was auf dem Teller liegt, also die meditative Seite des Essens zu entdecken, kann Stress abbauen.

Ein Dutzend Tricks langsam essen zu lernen

Das Wissen um diese Gründe reicht oft nicht aus, sich dauerhaft umzustellen. Kleine Tricks können helfen, die Gelassenheit am Esstisch zur Gewohnheit zu machen. Auch ich rufe sie mir in Erinnerung, wenn ich doch mal wieder die Gabel mit Höchstgeschwindigkeit zum Mund führe:

  • Sich mindestens 20 Minuten Zeit lassen.
  • Kleine Bissen zu sich nehmen.
  • Jeden Bissen zwanzigmal kauen. Wer dies nicht schafft, kann mit zehn Bissen starten und sich nach und nach steigern.
  • Den Geschmack, den Geruch und die Struktur der Mahlzeit bewusst wahrnehmen. Ein Ess-Tagebuch kann dabei helfen.
  • Sich Gedanken über die Herkunft der Lebensmittel machen und Dankbarkeit für die Speise empfinden.
  • Nicht im Stehen oder Laufen, sondern im Sitzen essen.
  • Mit Besteck anstelle mit den Händen essen.
  • Beim Kochen hochwertige Zutaten verwenden. Wer würde schon hausgemachte Trüffel-Pasta wie eine Tiefkühlpizza hinunterschlingen.
  • Ein gemütliches Ambiente schaffen. Kerzenschein und ein schön dekorierter Tisch verleiten zu Langsamkeit.
  • Kleines Tischgedeck verwenden. Je kleiner Teller und Besteck sind, desto kleiner sind die Portionen und Bisse.
  • Das Besteck nach jedem Bissen auf den Tisch legen und erst wieder in die Hand nehmen, wenn der zerkaute Bissen geschluckt ist.
  • Ohne Ablenkung essen. Fernseher, Telefon und Buch laufen nicht gleich weg, wenn sie eine halbe Stunde ignoriert werden.

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{ 41 Kommentare }

  • Inga 27. Februar 2013

    Schöner Artikel. :)
    Ich war und bin immer die Letzte beim Essen und stehe dazu. Mir tun eher die leid, die immer so schlingen. Mein Mann gehört auch dazu. Er meint allerdings, er würde nicht schlingen. Vielleicht merkt man es selber nicht mehr, keine Ahnung. Seit ich mich sehr oft am Essen verbrannt habe, esse ich NOCH langsamer. Mich treibt ja nichts und essen ist nunmal wichtig. Gerade Menschen mit Magen- und Darmproblemen sollten sich wirklich Zeit lassen beim Essen, ich spreche aus Erfahrung…

    Antworten
  • Doris 27. Februar 2013

    Ich gestehe – du hast einen sehr wunden Punkt getroffen. Dabei war ich schon einmal eine bewusstere Esserin, aber gerade aufgrund meines unsteten Lebenswandels habe ich mir das wieder abgewöhnt. Schade, dabei hätte ich doch oft genug Reminder gehabt – denn du hast natürlich recht, in anderen Kulturen wird dem (langsamen) Essen noch einen anderen Stellenwert gegeben als in unserer. Danke jedenfalls fürs Erinnern :)

    Antworten
  • Christof Herrmann 27. Februar 2013

    Danke bzw. gerne!

    Stimmt, in vielen anderen Ländern und Kulturen wird langsamer gegessen und mehr Wert auf gute Zutaten gelegt als bei uns. Ein Urlaub auf Sizilien oder in Andalusien kann eine gute Gelegenheit sein mit dem langsamen Essen zu starten. Man genießt da ja automatisch mehr, lässt sich Zeit, gibt gerne Geld aus. Warum also das nicht nach der Rückkehr gleich auch in den Alltag übernehmen.

    Viele Grüße,

    Christof

    PS: Die schnellsten Esser habe ich übrigens während des Ramadans beim Fastenbrechen in Tunesien erlebt. Wer sich da nicht innerhalb von fünf Minuten den Magen voll schlug, ging leer nach Hause. Sehr herzlich waren die Tunesier natürlich trotzdem.

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  • Berger, Christian 27. Februar 2013

    Wir haben angeblich alle zu wenig Zeit, auch beim Essen. Aber wer keine Zeit hat, soll das lassen, wofür er keine Zeit hat! Geht z.B. beim Essen und Trinken auch nicht. Aber, wenn wir gesund bleiben wollen und nicht früh sterben wollen, dann müssen wir uns gesund ernähren! D.h., die oben genannten Ratschläge beachten sowie anwenden und das nicht nur für eine kurze Zeit. Dabei sollten wir daran denken, die meisten Menschen sterben wegen falscher Ernährung!!!!! Also, erst nachdenken und überlegen und dann essen!!!!

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  • Hungerkünstler 28. Februar 2013

    Meine Mutter pflegte zu sagen „Red nicht so viel beim Essen“. Das könnte man als Ratschlag Nummer 7 der Liste anfügen. Denn wenn man zu viel babbelt, ist man nicht aufs Essen konzentriert und schluckt außerdem auch eine Menge Luft.

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  • Christof Herrmann 28. Februar 2013

    Oder auch „Mit vollem Mund spricht man nicht“. Steht sogar im Knigge …

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  • Lucia 28. Februar 2013

    Wie immer ein schöner Artikel, Christof. Nicht nur einfach bewusst, sondern auch einfach toll! Leider muss ich zugeben, dass ich eher eine schnelle Esserin bin, weil ich oft auf dem Sprung bin. Sollte mir Deine Tricks oben öfter zu Herzen nehmen! Liebe Grüße, Eure Lucia

    Antworten
  • Christof Herrmann 1. März 2013

    Danke, Lucia, und viel Spaß beim Entschleunigen!

    Antworten
  • Giovanni 4. März 2013

    Leider ist langsam Essen echt Schwer. Zusammen mit „aus langeweile Essen“ aber wohl eines der größten Probleme für mich.

    Antworten
  • Christof Herrmann 5. März 2013

    Vielleicht könntest Du den Artikel ausdrucken und auf den Esstisch legen, Giovanni. So wirst Du an die Vorteile und Tricks erinnert und wird das langsame Essen nach und nach zur Gewohnheit.

    Viele Grüße,

    Christof

    Antworten
  • Erik 6. März 2013

    Ich hasse zum Beispiel kochend heißes Essen auf dem Tisch was man nicht schnell genug runder schlingen kann ohne sich den Rachen dabei zu verbrennen.
    Ich könnte verrückt werden beim gemeinsamen Speisen wenn mein Teller schnell leer ist und der meiner Frau noch voll weil sie jeden Bissen drei mal genießt ich schaue dann immer traurig auf mein Dessert und warte und warte bis sie denn endlich auch fertig ist, und ich dann den Süßkram zum Schluss auch in einer Mordsgeschwindigkeit runterschlingen kann.
    Stundenlang am Tisch zu sitzen ist reine Zeitverschwendung und meine Frau weiß es wie ich denke und fühle. Manchmal isst sie mit reiner Absicht so langsam um mich ein wenig zu ärgern ich sehe es ihr an.
    In dieser Zeit des Wartens könnte man ja auch etwas anderes machen Radfahren zum Beispiel. Anderseits könnte ich stundenlang wo sitzen und auf einen See starren, einem Hasen auf einem abgeernteten Feld beobachten oder bei mir zu Hause den Goldfischen im Teich ein Besuch abstatten dafür ist mir die Zeit nicht zu schade.
    Wenn es regnet setze ich mich auch gerne unter eine kleine Überdachung am Haus und schau in die Pfützen diese Zeit ist es mir wert.
    Aber so bald ich etwas mache eine Tätigkeit egal was muss dies immer so schnell wie möglich gehen.
    -Auszug aus meiner „Reisesehnsucht“
    Aber keine Angst mittlerweile bin ich auch etwas älter geworden. Viele Grüße aus dem zur Zeit sonnigen Leipzig ich geh dann mal ne Runde Rad fahren. ;-)

    Antworten
  • Christof Herrmann 10. März 2013

    Erik, zum Glück waren Du und ich in der Jugend weder weise noch besonnen: „Weisheit ist eine Tugend des Alters, und sie kommt wohl nur zu denen, die in ihrer Jugend weder weise waren noch besonnen.“ (Hannah Arendt)

    Antworten
  • Flokati 13. März 2013

    Das dem zu Grunde liegende Thema ist wohl die „Macht der Gewohnheit“.
    Ich bin auch eine Schnellesserin. Dies ist zum einen eine Gewohnheit und zum anderen habe ich Angst zu kurz zu kommen, Gier?
    Über die Achtsamkeitsmethode gelingt es mir zur Zeit immer besser langsam zu essen.

    Antworten
  • Christof Herrmann 14. März 2013

    Diese Macht der Gewohnheit ist schon fies! Könnte man einen Schalter umlegen, wäre vieles einfacher. Aber man kann eine schlechte Gewohnheit ablegen bzw. eine gute Gewohnheit lernen. Dauert nur seine Zeit, oft einen Monat und länger. Wäre fast mal einen Artikel wert (Arbeitstitel: „Wie man sich eine schlechte Gewohnheit abgewöhnt und eine gute angewöhnt“) :-)

    Antworten
    • Mandy 19. Juli 2015

      Bitte mal einen Artikel darüber!!!

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  • trix 10. Januar 2015

    Oh Christof – gerade habe ich diesen Artikel entdeckt, bei meiner Recherche übers langsame Essen! Sehr schöner Post. Danke dafür!!! :) lg trix

    Antworten
  • Anja 20. Januar 2015

    Schöner Artikel. Danke. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass auch das „bewusste Ankommen“ beim Essen sehr wichtig ist. Früher war es oft bei uns so, dass ich noch beim Anrichten war und die Kinder oder auch Oma schon mit dem Essen angefangen haben. Dann habe ich irgendwann ein kleines Ritual eingeführt: Wir geben uns vor dem Essen die Hände, wünschen uns einen guten Appetit und manchmal kommt dann auch noch von den Kindern ein Danke Mama, dass du so gut gekocht hast. Oder es gibt noch eine liebe Begrüßung für einen Gast. So fangen alle gleichzeitig an. Wertschätzung und Achtsamkeit. … an Tagen mit Fertigpizza gelingt das bei uns nicht so gut ;-). Meine Kinder sind nun Teenager und es geht oft turbulent zu … aber das nehmen sie mit in den Alltag.

    Antworten
  • Irene 26. Februar 2015

    Hallo, lieber Christof und alle Kommentierenden,
    den Artikel habe ich auch erst heute entdeckt (interessant, die Entstehung 2013 und die Fortführung 2015 …). Das Thema ist ja immer aktuell, die Erfahrungen damit auch.
    Ich selber bin zu hektisch und zu ungeduldig mit mir. Kurios ist – in Gesellschaft bin ich mehr als langsam, genieße, rede, kucke in die Luft und bin bekannt dafür, dass ich esse wie ein Spatz. Klar, ich bin schon lange satt nach fünf Gabeln, vor lauter Reden und mich Wohlfühlen.
    Problem: Wenn ich allein bin, wenn ich erschöpft bin, wenn es mir seelisch nicht gut geht, ist das Gegenteil der Fall. Hektisch, lieblos, zu schnell, zu viel. Ich habe nicht nur Magendrücken hinterher, sondern zur Zeit auch Gewichtsprobleme.
    Das von mir. Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Und einen Wegweiser da raus?
    Danke und Grüße!
    Irene

    Antworten
    • Christof Herrmann 2. März 2015

      Hallo Irene,

      äh, dieser Blogartikel bzw. der Abschnitt „Ein Dutzend Tricks langsam essen zu lernen“ soll ja ein „Wegweiser da raus“ sein ;-)

      Man muss sich das langsame Essen zur Gewohnheit machen. Das kann schon ein bis zwei Monate dauern und man muss sich währenddessen immer wieder dazu zwingen. Wenn es hektisch ist und man eigentlich zu wenig Zeit hat, vergisst man es schnell wieder. Da könnte Zettel mit der Aufschrift „Langsam essen“ auf dem Esstisch und im Geldbeutel als Gedankenstütze hilfreich sein.

      Gutes Gelingen.

      Christof

      Antworten
  • Irene 2. März 2015

    Hallo Christof,
    ja, ich weiß, und das „äh“ ist in gewissem Sinn gerechtfertigt.
    Ich habe bei meiner Anfrage auch eher die psychische Komponente gemeint, die dann ins Spiel kommt, wenn der Kopf (oder Christof) genau weiß, wie es geht, aber der seelische Zustand bzw. das tobende innere Kind nichts davon wissen will. Und wenn dann eben nichts mehr geht.
    Aber das ist ein anderes Thema, richtig.
    Gruß, Irene

    Antworten
    • Christof Herrmann 2. März 2015

      Wenn der Kopf Bescheid weiß, man also etwas „Schlechtes“ ablegen möchte (zu schnell essen) bzw. etwas „Gutes“ lernen möchte (langsamer und achtsamer essen), klappt es meist, indem man es sich die Veränderung zur Gewohnheit macht. Das dauert nach meiner Erfahrung mindestens sechs Wochen. Ich kann Dir zu diesem Thema einen Artikel auf bevegt empfehlen.

      Viele Grüße

      Christiof

      Antworten
    • Magdalene 9. Januar 2016

      Irene, was innenkinder angeht kann ich dir vor allem raten ihnen mit genau demselben Respekt und all der Liebe zu begegnen, die ein Außenkind verdient. Erklärst du warum warten und langsamer essen gut ist, dass es keine Strafe darstellt, dass du die Wut verstehst und respektierst, dann hat es das Kind so viel leichter… :) vielleicht kann man sogar aus der bekämpften Regel ein Spiel machen. Sei kreativ, ihr zwei findet Lösungen, wenn ihr euch zusammentut! :) ich Wünsch euch nur das beste!

      Antworten
  • Magdalene 9. Januar 2016

    Ich versuche gerade nicht in Panik zu geraten und nebenbei meine Magenkrämpfe zu ertragen. Der Artikel hat mich voll erwischt! Danke, ernstgemeint, dafür, denn das zeigt dass ich auf das passende gestoßen bin. Ich esse extrem schnell, bei mir sind da aber weder Eile noch Gier der Hintergrund sondern ganz offenbar Traumatisierung… ich bin um Haus und der Gewalt eines psychopathischen Monsters aufgewachsen, der sich ständig neu aus allen greifbaren esoterischen Richtungen das rausgriff was seiner Machterweiterung und seinem Weltbild zuträglich war, ganz besonders krass, von rituelle Folter mal abgesehen, waren dabei die ständig wechselnden Diäten, die die ganze Familie mitmachen musste sobald er eine neue Version fand. Ich hatte bis zur Grundschule mehr davon durchgemacht als das ein mensch in seinem ganzen Leben tun sollte. Ein lange begleitendes Muster war, die Bissen zählen zu müssen. Er starrte einem dabei auf den Mund und die Strafen fürs Verzählen waren drakonisch… zudem gab es oft tagelang nichts, weil ich selbst als Kleinkind schon zum fasten gezwungen wurde. Immer mal wieder gab es nicht einmal Wasser und ich staune heute noch, gut 12 Jahre nachdem ich dieser Hölle entkommen bin, dass mein Körper das irgendwie überstanden hat. Mein Verdauungsystem ist allerdings ziemlich kaputt, mein Magen sehr klein und ich vertrage vieles nicht gut. Meine Galle war mit 28 völlig hinüber und ich habe weder Hunger noch Durstgefühl erlernt… das macht es Alles nicht gerade einfacher. Durch massive Schlafstörungen habe ich auch keinen wirklichen Tagesrhythmus in den ich regelmäßige Essen einbauen könnte… ich suche dennoch nach Möglichkeiten und bin zuversichtlich, dass es irgendetwas gibt, das mir hilft das schlingen in den Griff zu bekommen. Ich tue damit mir und meinem Körper nicht gut und das möchte ich nicht!! Ich habe schon ganz anderes überstanden und hoffe, auch hierfür einen Weg zu finden! Bin für jeden gut gemeinten Rat dankbar! Und da ich weiß, dass die Frage kommen wird: ja, ich bin in Therapie, seit fast 20 Jahren! :) ohne diese Erfahrung und den Rückhalt hätte ich das alles gar nicht schreiben können… Danke für’s Lesen, ich wünsche allen nur das beste! :)

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Januar 2016

      Liebe Magdalene,

      danke für Deine so ehrlichen und offenen Zeilen. Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute, dass Du Dein Trauma Kindheit überwindest und es Dir gesundheitlich noch besser geht!

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
    • Irene 10. Januar 2016

      Liebe Magdalena,
      das ist ja ein Paket, ich kriege Gänsehaut beim Lesen und kann mir in etwa vorstellen, wie es ist, mit solchen Traumata umgehen zu müssen. Ich kenne ähnliches, deswegen liegt bei mir die Aufgabe auch nicht darin, beim Essen ganz einfach eine neue Verhaltensweise zu lernen, es sitzt viel tiefer. Wobei ich das, was du beschreibst, nicht in dieser Härte kenne – ich habe es milder erlebt, wenn auch für mich schwer und belastend, zäh und behindernd.
      Wenn du Interesse hast, kann ich dir von einem Seminar erzählen, das für mich eine Wende war. Es ist nicht alles an Altem verschwunden, auch das Problem mit dem Essen nicht ganz, aber in anderer Hinsicht sehe ich seitdem für mich eine neue Richtung, habe mich verändert und bin nicht mehr die, die ich war. Das innere Kind ist mehr und mehr frei und gestaltet das kreative und bunte Leben, das ich immer wollte. Vor allem kennt es wieder Glück und schätzt das Leben – Dinge, die lange Zeit versteckt und begraben waren.
      Dein Artikel, Christof, ist sehr gut, wenn es um eine schlechte oder vielleicht auch nur unbewusste Gewohnheit geht, die es abzulegen gilt. Im Rahmen des anderen Themas, um das es hier jetzt auch geht, ist das Schlingen nur ein Symptom, das eigenständig angeschaut, aber nicht zum Verschwinden gebracht werden kann.
      Danke für die Anregung und die Kommentare! Ich finde diese Unterhaltung hier sehr bereichernd.
      Liebe Grüße, Irene

      Antworten
      • Irene 10. Januar 2016

        Noch einmal an Magdalena:
        Danke für deinen persönlichen Kommentar an mich, der hier nicht untergehen soll.
        Ich finde deine Anregungen sehr gut. Du beschreibst eine ganz andere Mögichkeit, mit dem Problem umzugehen, eine liebevolle. In der Regel habe ich nach solchen Sachen Bauchschmerzen und schimpfe zudem noch mit mir. Sehr bedrückend.
        Ich glaube, deinen Empfehlungen zu folgen, macht die Situation entspannter und nimmt viel vom Druck.
        Lieben Gruß!
        Irene

        Antworten
    • Heike 29. März 2016

      hallo an alle, nach dem Artikel „8 Probleme die Minimalismus lösen kann“ stieß ich auf diesen hier. Das mit dem Essen ist noch mein einziges Problem.
      Geldsorgen = sind weg, und neuerdings erschließen sich unerhoffte Geldquellen ungewollt, ich kann super sparen
      Hohe Arbeitsbelastung = ab Sommer kein Thema mehr, mein Chef ermöglicht es mir verkürzt zu arbeiten, eigentlich wollte ich kündigen
      Zeitmangel = gibt es kaum noch, ebenso Stress mit Terminen, ich habe das Gefühl auch das Gehirn ist aufgeräumter, durch mehr Aufmerksamkeit mach ich weniger Fehler, auch das spart Zeit
      Platzmangel = wir zogen von 150qm in 60qm und haben unser Hab und Gut um dreiviertel reduziert, einschließlich Klamotten und mein Auto
      Umwelt = war für mich schon immer ein Thema beim Einkauf, muss nun noch bei der Menge am Essen umgesetzt werden
      Schnelllebigkeit und Reizüberflutung = kein Thema mehr, ich meide Touristenanhäufungen im Urlaub, bin mehr bei mir selbst und halte oft inne um einem Vogel zu lauschen oder einfach etwas zu betrachten
      Fremdbestimmung = wird weniger, ungesunde Glaubenssätze verschwinden und machen meinem „Ich“ platz
      Unzufriedenheit = gibt es kaum noch
      kurz und gut, es ist ein tolles Gefühl und ich hoffe, dass ich das beim Essen auch noch schaffe.
      Vielen Dank für die tollen Tips. Christof ich lese schon eine Weile mit. Danke
      Mir hilft auch sehr das Beten, ich habe keine Religion und erst im vergangen Herbst damit angefangen und die Healing-Codes von Alex Loyd, die möchte ich Magdalena empfehlen, einfach mal probieren, kostet fast nix. Das was du erlebt hast ist ja furchtbar und sitzt tief. Gib die Hoffnung nicht auf.

      Antworten
  • Tricia 1. Februar 2016

    Guten Tag,
    dieser Artikel ist sehr lesenswert – ich sehe das Thema (leider) von der anderen Seite.
    Als älteste von 4 Kindern war ich früher eine schnelle Esserin – wer nicht schnell genug war bekam nicht genug ab. Im Studium hatte ich mir das Schnellessen selbst abgewöhnt, nun zähle ich zu den Langsam-Essern.
    Nun habe ich einen Partner, (50, man möchte auch nicht in die „Du sollst einen Menschen nicht verbiegen“-Falle tappen) der sein Essen so schnell isst, dass man das nicht mehr essen nennen kann. Ob Frühstück, Hauptgericht, Abendessen – in 5 Minuten ist alles weg.
    Ich habe aufgehört, aufwendig zu kochen und das auch erklärt, dass es mich kränkt, wenn die Mühe mit einem zwar wohlwollenden „mh, schmeckt gut!“ anerkannt wird, dann aber nicht einmal gekaut wird. Selbst wenn das Essen kochend heiß ist, da wird mir geschaufelt.

    Vorleben hilft nichts, verbiegen möchte ich ja auch nicht, aber es stört mich. Er ist sehr sportlich, also brauche ich mit den Gewichtsargumenten nicht kommen ;-)

    Der obige Punkt „dem Essen mehr Achtsamkeit schenken“ finde ich durchaus einen sehr wichtigen Punkt! Ich kann das Essen doch gar nicht in allen Facetten schmecken, fühlen, erfahre, wenn ich nur schlinge?

    Auch hat das Ganze irgendwie mit guten Manieren zu tun, finde ich. Meine Oma hat noch gesagt: „Wir führen das Essen zum Mund, nicht den Mund zum Essen!“

    Und das Thema Zeit: 15 Minuten Zeit zum essen sollten doch drin sein?

    Ich werde den Artikel auf jeden Fall nicht als Bekehrung vorzeigen ;) aber für mich ist es sehr schön zu lesen, dass es noch Menschen gibt, die da etwas Wert drauf legen :)

    Jedem das Seine, ich finde es letztendlich schade um das gute Essen, ich kaufe keine teuren Zutaten mehr ein, das lohnt sich ehrlich nicht, es heißt ohnehin nur „schmeckt wirklich gut!“… So kann man immerhin etwas sparen ;-)

    Antworten
    • Christof Herrmann 1. Februar 2016

      Hallo Tricia,

      dass Dein Partner so schnell isst, ist unangenehm. Warum Du deswegen nicht auf gute Lebens-mittel achten solltest, verstehe ich nicht. Es ist gut für Dich, Deine Gesundheit und darüber hinaus auch für die Menschen, Umwelt und Tiere, die direkt oder indirekt bei der Herstellung der Lebensmittel involviert sind.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Daniel 12. April 2016

    Hallo, bin gerade zufällig auf deinen Artikel gestoßen :) Ich habe mir gerade 25. Minuten Zeit gelassen, die Reste von gestern zum Mittag zu essen ( Etwas Salat und ein paar Putenstreifen ). Dazu einen Roiboos Tee und ich fühle mich total satt :) Jeder Ernährungsexperte rät dazu, sich 15-20. Minuten zeit zu lassen, aber du hast mal alle positiven Effekte beschrieben, wenn man das macht. Danke!

    Antworten
    • Christof Herrmann 12. April 2016

      Hallo Daniel,

      gern geschehen.

      Ich empfehle Dir (und immer mehr Ernährungsexperten tun es auch) nicht nur langsam zu essen, sondern auf die rein pflanzliche Kost umzustellen.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten
  • Angi 27. April 2016

    Oh, das mit dem langsamen essen und genießen klappt schneller als man denkt z.B. wenn man eine wirklich üble Gastritis bekommt (mit Magenkrämpfen, Schweißausbrüchen, Übelkeit und saftigen Kreislaufproblemen), nachdem ich diese gerade mit Unmengen Heilerde und Fencheltee auskuriere und es gottseidank!!! jetzt endlich besser wird, hat mich das doch tatsächlich dazu bewogen über mein Eßverhalten und meine Nahrung nachzudenken….und ich muß zugeben: selbst schuld.
    So konnte es nicht weitergehen, zudem ich noch ein nettes Reizdarmsyndrom mein Eigenen nennen kann…bei letzterem gibt es zwar keine Heilung, aber doch einige Möglichkeiten das Ganze erträglicher zu gestalten.
    Nur mal so als Warnung in den Raum – siehe Gastritis usw. – was wir uns mit unserem Eßverhalten schlechtes angedeihen lassen.
    Gut es brauchte 2 bis 3 Anläufe und wirklich Konzentration und Bewußtsein meine Nahrung ca. 30 Mal zu kauen und dabei zu bemerken….;-) nein, es nimmt mir keiner was weg und es schmeckt tatsächlich besser und intensiver.
    Statt zu viel aufeinmal zu essen, ist es tatsächlich besser – egal ob gesund oder krank – die Nahrungsmenge gleichmäßiger über den Tag zu verteilen.
    Und ja, ich esse seit einer Woche auch tatsächlich weniger, bin früher satt und leide nicht mehr so schlimm unter Völlegefühl.
    Bin mal gespannt, wie sich das auf Dauer auf mein Zuviel an Gewicht auswirkt (esse auch deutlich weniger ungesundes).
    Das lange zerkauen der Nahrung schont auch den Magen, da die Magensäure durch die größer gewordene Angriffsfläche des Nahrungsbreis ihren Job schneller erledigen kann.
    Ehrlich man gewinnt mehr Freude und Genuß am Essen und man lebt dadurch gesünder.
    Tut Euch und Eurem Körper den Gefallen und fangt an bewusster zu essen und erspart Euch irgendwelche Spätfolgen, mein Gejammer war hinterher auch groß, aber die Erfahrung wohl nötig um aufzuwachen.
    So theatralisch das klingen mag, aber bewusster speisen hat zumindest in meinem Fall auch etwas mit Selbstliebe zu tun, sich Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, Ruhe und Genuß einkehren zu lassen und letztendlich Nahrungsmittel mehr schätzen zu lernen.
    Ich bin mir das wert.
    Ich beginne auf mich zu achten.
    Und das sollte sich jeder wert sein und sich selbst schenken.

    Grüße von meinem immer noch grummeligen Magen ;-),
    Angi

    Antworten
  • Angi 27. April 2016

    @Magdalena

    Deine Geschichte habe ich erst nach meinem Kommentar gelesen – was ein furchtbarer Tyrann – das tut mir sehr leid für dich!
    Entnehme meinen Zeilen bitte keine Anweisungen oder sonstiges negatives für dich, sie betreffen nur mich und meinen freiwilligen Umgang damit !
    Ich hoffe du passt auf dich auf !

    Liebe Grüße, Angi

    Antworten
  • Angi 27. April 2016

    @ Christof

    du hast leider vergessen ? meinen vorherigen Kommentar freizuschalten, so alleine macht mein Kommentar an Magdalena keinen Sinn.
    Falls dir etwas am vorherigen Kommentar nicht Recht war (das ist ja deine Site und deine Sache), dann entferne doch bitte alle meine Kommentare – sonst stehen sie etwas deplaziert im Raum.

    Lieben Dank, Angi

    Antworten
    • Christof Herrmann 28. April 2016

      Ich weder vergessen, Deinen Kommentar freizuschalten, noch habe ich ihn gelöscht (das mache ich höchstens, wenn es mal unter die Gürtellinie oder kruder rechte Meinungen verbreitet werden), sondern bin einfach nicht rund um die Uhr online ;-) Nun ist Dein Kommentar online.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Angi 28. April 2016

    Oh….sorry, dann habe ich das fehlinterpretiert!
    Danke für´s freischalten.

    Lieben Gruß,
    Angi

    Antworten
  • Maria 25. Februar 2017

    Hallo Christof
    Lese seit kurzem ein bisschen mit (mit Begeisterung)!
    Hab deinen gebratenen Reis bereits zwei Mal gekocht.
    Mein Fleischesser!! War so begeistert, dass er ihn sogar
    Mittags und den Rest abends nochmal gegessen hat.

    Lg. Maria

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Februar 2017

      Hallo Maria,

      magst mal meinen Couscoussalat ausprobieren? Der schmeckt Deinem Fleischesser sicher auch frisch zubereitet und als Resteessen :-)

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • horsche 6. März 2017

    Noch mal zurück zur Geschwindigkeit bei der Nahrungsaufnahme. Aus der millionen Jahre währenden Entwicklung des Menschen denke ich an die lange Zeit des Streifens durch die Savanne um sich mit pflanzlicher Nahrung zu versorgen. Dabei mußte man vorwärts, denn die Wiese war nicht unbegrenzt und der clan war recht groß. Sicher gab’s auch sonst noch flinke Neider,die einem mit dem Halm im Mund das Laufen beibrachten. Ab und zu nahm man auch mal Blattgrün, was gewiß nicht immer in Reichweite war, also hoch. Diese Ernährugsgewohnheiten (wie auch die pflanzliche Ernährung überhaupt) sind uns immanent und nicht reversibel. Wer sich generellviel Zeit beim Essen gelassen hat, gehört sicher nicht zu unseren Vorfahren, sondern zum Futter der Schnelleren. Wer also Probleme hat, sollte vlt. seine Gewohnheiten überdenken. Gemacht sind wir nicht für fastfood, aber für die Dönerbude. Die Eßkultur haben wir uns ausgedacht,das aber viel, viel später.

    Antworten

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