Buchtipp: „Aufbruch zur Achtsamkeit – Wie Pilgern unser Leben verändert“ von Franz Alt, Bernd Lohse und Helfried Weyer

Verlag Kreuz, 2013, gebundene Ausgabe, ISBN 9783451611476, 176 Seiten, 16,99 EUR

Aufbruch zur Achtsamkeit: Wie Pilgern unser Leben verändert von Franz Alt, Bernd Lohse und Helfried Weyer„Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen“, lautet eine Wanderweisheit. Franz Alt, Bernd Lohse und Helfried Weyer waren zu Fuß auf dem Olavsweg, einem alten Pilgerweg zwischen Oslo und Trondheim. In „Aufbruch zur Achtsamkeit – Wie Pilgern unser Leben verändert“ beschreiben sie die Wanderroute durch die unberührte Natur Norwegens, erklären aber vor allem, was Pilgern bedeutet und wie dabei Körper, Geist und Seele in Einklang kommen.

Die drei Autoren betrachten das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Dies macht das Buch besonders interessant. Für den Journalisten Franz Alt trägt das Pilgern zur Achtsamkeit eines Menschen bei und schärft es das Bewusstsein für die Probleme der Welt wie dem Wassermangel auf der Südhalbkugel und dem Klimawandel. „Pilgerpastor“ Bernd Lohse, der sich zur Aufgabe gemacht hat, den Glauben raus aus den städtischen Mauern in die Natur zu bringen, beschäftigt sich in seinen Beiträgen mit der geistlichen Dimension des Pilgerns. Helfried Weyer erzählt von den Pilgerwegen der Welt, die er auf seinen Reisen als Fotograf besuchte.

In unserer schnelllebigen Zeit fällt es immer schwerer, Lösungen für persönliche, gesellschaftliche und politische Krisen zu finden. Beim Pilgern wie auch auf langen Wanderungen kann dies gelingen. Die langsame Fortbewegung in der Natur, Einfachheit und Freiheit, Begegnungen und Gemeinschaft, aber auch Stille und Schweigen und vielleicht Beten und Meditieren sind die wesentlichen Dinge auf dem Weg. Sie helfen uns loszulassen, achtsam zu sein und Mut für Veränderungen aufzubringen. Dieses neue Lebensgefühl nach der Rückkehr im Alltag beizubehalten, ist nicht leicht. Ich habe dies selbst im letzten Jahr nach meiner Alpenüberquerung erfahren. Wie man diesem sogenannten Pilgertod entgehen kann, wird im letzten Kapitel des Buchs erklärt.

„Aufbruch zur Achtsamkeit – Wie Pilgern unser Leben verändert“ gab mir den Anstoß bald wieder zu Fuß und mit wenig Gepäck unterwegs zu sein. Nach Pfingsten möchte ich mit meiner Freundin Stephi auf dem Steigerwald Panoramaweg wandern. Bewegt ein Buch über das Pilgern den Leser zur Bewegung, hat es seinen Zweck schon erfüllt. Und wenn ich meine beiden Gedanken „Wandern macht glücklich“ und „Pilgern ist Wandern mit Gott“ mit Franz Alts These „Glück ist wahrscheinlich ein anderes Wort für Gott“ zusammenbringe, kommt bei mir vielleicht sogar Pilger-Feeling auf.

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+, Pinterest

Ich freue mich auch, wenn Du den Artikel mit Deinen Freunden teilst oder einen Kommentar hinterlässt.

{ 8 Kommentare }

  • susi sorglos 20. April 2013

    na das passt ja gerade zu meiner Meditation und der Suche nach guten Wanderrouten. Auch wenn ich nicht religiös bin ist das innehalten und sich selber finden doch ein Thema das mich interessiert. Vielen Dank für den Buchtipp.

    Antworten
  • Christof Herrmann 20. April 2013

    Gerne, Susi! Schon eine Idee bzgl. der Wanderroute? Ich werde (wenn das Wetter einigermaßen mitspielt) in einem Monat auf dem Steigerwald Panoramaweg von Bamberg nach Ansbach und danach weiter auf dem Altmühltal-Panoramaweg bis zur Donau bzw. nach Regensburg laufen :)

    Antworten
  • Claus 21. April 2013

    Hallo Christof,
    vielen Dank für diese schöne Buchrezension.
    Im Altmühltal war ich auch schon mal, mit dem Rad.
    Wie lange wirst Du wandern? Ich würde zur Sicherheit die Hotels vorbuchen.
    Viele Grüße,
    Claus

    Antworten
  • Christof Herrmann 22. April 2013

    Danke, Claus! Kann das Buch auch wirklich empfehlen.

    Habe folgende Route im Kopf: Forchheim – Bamberg (ca. 30 km, 1-2 Etappen), Bamberg – Bad Windsheim (Steigerwald Panoramaweg, ca. 160 km, 6-7 Etappen), Bad Windsheim – Ansbach (ca. 30 km, 1 Etappe), Ansbach – Gunzenhausen (ca. 30 km, 1 Etappe), Gunzenhausen – Kelheim (Altmühltal-Panoramaweg, ca. 200 km, 7-8 Etappen), Kelheim – Regensburg (ca. 25 km, 1 Etappe).

    Wären also ca. 450 km und 17-18 Etappen. Buche eigentlich selten vor. Schaue mir das Zimmer vor Ort gerne an und bisschen Abenteuer soll doch dabei sein ;)

    Schöne Woche,

    Christof

    Antworten
  • Tim 22. April 2013

    Hi Christof,

    danke für die schöne Empfehlung – wieder was für meine Leseliste! :)

    Dein Plan für die große Deutschlandwanderung klingt spannend! Auch wenn ich zum Beispiel Norwegen wirklich großartig finde, gibt es auch im nahen Umfeld so viel zu erwandern, Deutschland ist in dieser Hinsicht schon echt toll.

    LG

    Tim

    Antworten
  • Christof Herrmann 23. April 2013

    Hallo Tim,

    da fällt ein Zitat von Karl Kraus ein: „Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?“

    Norwegen ist wahrlich ein wunderbares Reiseland. Kennst Du oder jemand die Lofoten. Möchte irgendwann da wieder hin. Der im oben rezensierten Buch beschrieben Olavsweg liegt ja auch in Norwegen. Leider sind die Übernachtungen dort laut der Autoren extrem teuer. Man darf aber in Norwegen überall zelten (Jedermannsrecht).

    Viele Grüße,

    Christof

    Antworten
  • Tim 23. April 2013

    Hey Christof,

    auf den Lofoten war ich noch nicht – träume aber schon länger davon. Hab mal für zwei Wochen eine Art Wanderurlaub in Südnorwegen gemacht. Da muss auch ich unbedingt noch mal hin, ich fand’s echt gigantisch dort.

    LG und einen schönen Abend

    Tim

    Antworten
  • Christof Herrmann 24. April 2013

    Ist auch wirklich traumhaft dort. War zweimal auf den Lofoten. Merke gerade, dass das schon über zehn Jahre her ist. Muss unbedingt mal wieder nach Skandinavien …

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar