Entrümpeln leicht gemacht

Entrümpeln leicht gemacht - Foto: Regal vor der Entrümpelung (Christof Herrmann, 2013)Entrümpeln leicht gemacht - Foto: Regal nach dem zweiten Schritt der Entrümpelung (Christof Herrmann, 2013)Entrümpeln leicht gemacht - Foto: Regal nach der Entrümpelung (Christof Herrmann, 2013)

Weniger ist mehr

Weniger besitzen kann ein Gewinn an Lebensqualität bedeuten. Wer dies verinnerlicht hat, reduziert nicht nur seinen Konsum, sondern sehnt sich auch danach, seine Wohnung zu entrümpeln. Dabei gibt es verschiedene Herangehensweisen. Man kann sich täglich von einem Gegenstand trennen oder man kann sich ein Wochenende freihalten, um das ganze Wohnzimmer auf Vordermann zu bringen. Die erste Herangehensweise gleicht einer Sisyphusarbeit, die zweite einer Mammutaufgabe. Deswegen liegt meine Lösung irgendwo dazwischen. Dieser Leitfaden soll zu einem aufgeräumten und einfacheren Haushalt führen.

5 Grundsätze des Entrümpelns

Wir sind Könner im Horten, aber Novizen in der Reduktion. Auch das Entrümpeln muss also gelernt sein. Die folgenden Grundsätze zu beherzigen, ist die halbe Miete:

  • Sich nicht zu viel vornehmen. Anfänger entrümpeln am besten nur eine Schublade, Fortgeschrittene den Kleiderschrank. Wer gleich einen ganzen Raum in Angriff nimmt, kann sich so stark überfordert fühlen, dass er abbricht, ehe er richtig begonnen hat.
  • Etwas „Sichtbares“ entrümpeln. Lieber gründlich eine Schublade oder den Kleiderschrank entrümpeln als „das Schlafzimmer ein bisschen aufzuräumen“ oder „Überflüssiges in der Wohnung ausmisten“.
  • Spaß am Entrümpeln haben. Was man gerne macht, macht man auch gut.
  • Genügend Zeit mitbringen. Für eine Schublade sollte man eine Stunde, für den Kleiderschrank einen Nachmittag einplanen.
  • Sich nicht ablenken lassen. Am besten bleiben Fernseher, Internet und vielleicht sogar Handy und Telefon ausgeschaltet.

5 Schritte des Entrümpelns

Das Entrümpeln wird in fünf einfachen Schritten erledigt. Dabei ist es egal, ob eine Schublade, der Kleiderschrank oder etwas anderes das Objekt des Reduzierens ist. Ich veranschauliche das ganze am Beispiel eines Regals in meinem Wohnzimmer. Im ersten Bild oben ist die Ausgangssituation zu sehen (ich musste ein wenig schummeln, da ich bereits recht minimalistisch lebe ;-)). Das Regal hat eine gründliche Entrümpelung nötig.

  1. Leer räumen.
    Die Gegenstände können auf einem Tisch oder dem Boden ausgebreitet werden, um ggf. vorsortiert zu werden. In meinem Fall habe ich auch die Stereoanlage mit allen Kabeln entfernen.
  2. Sauber machen.
    Nun kommen Staubsauger, Essigreiniger, Lappen & Co zum Einsatz. Das zweite Bild oben zeigt mein Regal nach diesem Schritt. Es ist so sauber, dass man sich drin spiegeln kann. Wer möchte da nicht möglichst viele Gegenstände entsorgen und nur das Nötigste wieder einordnen?
  3. Gegenstand in die Hand nehmen, entstauben und einsortieren, falls er noch gebraucht wird.
    Beantwortet man alle oder die meisten der folgenden Fragen mit „Ja“, wird der Gegenstand in der Regel noch gebraucht:
    – Habe ich den Gegenstand in den letzten zwölf Monaten verwendet?
    – Gehört mir der Gegenstand?
    – Ist der Gegenstand noch funktionstüchtig?
    – Ist der Gegenstand noch zeitgemäß?
    – Kann die Funktion des Gegenstands ausschließlich damit erzielt werden?
    – Ist der Gegenstand für mich ein besonderes Erinnerungsstück?
  4. Gegenstand für die Entsorgung vorbereiten, falls er nicht mehr gebraucht wird.
    Hierfür stellt man Umzugskisten oder sonstige Behälter bereit, die man ggf. beschriftet. Ich verwende welche für folgende Zwecke:
    – Papiermüll
    – Restmüll
    – Für den Wertstoffhof
    – Verschenken oder zurückgeben (Familie, Freunde, Bekannte)
    – Spenden (soziale Einrichtungen, Umsonstladen, öffentliches Bücherregal etc.)
    – Verkaufen (Secondhandladen, eBay, Stuffle etc.)
    – Reparieren oder reparieren lassen
    Die Schritte 3 und 4 werden nun so oft wiederholt bis kein Gegenstand mehr übrig ist. Im letzten Bild oben ist mein Regal nach der Entrümpelung zu sehen.
  5. Sich um die Entsorgung kümmern.
    Schiebt man die Kisten mit den zu entsorgenden Gegenständen in eine Ecke oder trägt sie in den Keller, ist wenig gewonnen. Deswegen sollte man sich umgehend um die Entsorgung kümmern oder zumindest Sorge dafür tragen, dass dies in nächster Zeit erledigt wird. Der Umzugskarton mit den Büchern fürs Sozialkaufhaus kommt in den Kofferraum. Die Sachen für eBay stellt man online. Das Altpapier wandert in die entsprechende Tonne. Und die DVDs, die man vor Wochen von den Nachbarn geliehen hat, werden noch am selben Abend zurückgebracht.

Fazit: Freude und Freiheit

Eine aufgeräumte und auf das Wesentliche reduzierte Wohnung bringt Freude und Freiheit in mein Leben. Viele Menschen geht es ähnlich. Nach dem kurzen Schmerz der Trennung empfinden sie das Loslassen als Befreiung. Wer Blut geleckt hat, macht sich meist bald daran, weitere Gegenstände loszubekommen. Mit diesem Leitfaden wird das Entrümpeln zum Kinderspiel.

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{ 52 Kommentare }

  • Christof Herrmann 13. April 2013

    PS: Wurde per E-Mail und auf Facebook gefragt, was ich denn mit einem Verstärker ohne CD-Player (der auf dem Foto nach dem Entrümpeln fehlt) mache. Des Rätsels Lösung lautet Sonos. Das ist der kleine weiße Kasten im Regal rechts, mit dem ich Musik verlustfrei und in CD-Qualität auf die Stereoanlage streame ;-)

    Antworten
  • Lucia 13. April 2013

    O.k., überzeugt. Bem nächsten Regentag wird mein Kleiderschrank entrümpelt. Der platzt aus allen Nähten. Werde Deinen Leitfaden verwenden. Danke. Liebe Grüße, Eure Lucia

    Antworten
  • Bernd 13. April 2013

    Auf Neudeutsch würde man dazu wohl schöner Workflow sagen… Schön einfach erklärt, auch wenn man wohl mit ein bisschen nachdenken auch auf diese Vorgehensweise kommen würde. Aber in Zeiten von Schnelllebigkeit kippt das schonmal von der Scheibenwelt im Kopf.

    Viele Grüße, Bernd

    Antworten
  • Christof Herrmann 13. April 2013

    @Lucia
    Dann wünsche ich Dir schon mal viel Vergnügen beim Entrümpeln!

    @Bernd
    Das war ein schönes Lob. Etwas Einfaches einfach zu beschreiben, ist nämlich gar nicht so einfach!

    Antworten
  • Kim 14. April 2013

    Für die Angsthasen unter uns, würde ich noch die Zwischen-Option „Wegpacken, in den Keller stellen, und schauen, ob ich einen Monat / ein Jahr ohne Teil XY auskomme“ hinzufügen. Ganz wichtig ist dann, Schritt #5 nicht zu vergessen. Am besten ein „Verfallsdatum“ auf den Karton im Keller schreiben. Es soll gewisse Menschen geben, die dies nicht getan haben *räusper*, und den Karton seit 2 Jahren immer noch „demnächst zum Umsonstladen bringen“ wollen…
    Außerdem: auf keinen Fall den Karton wieder ohne Aufsicht öffnen! „Ach guck mal, das Shirt hab ich immer gerne getragen, und ich bin in der Zwischenzeit so viel aus meinem Kleiderschrank losgeworden, das kann doch wieder zurück!“ Gefährlich, gefährlich.

    Deine Frage „Ist der Gegenstand für mich ein besonderes Erinnerungsstück?“ würd ich, so schwer es fällt, gerne streichen. Wie Dru in „The Magic of Possessions“ zeigt, verhalten wir uns bei Besitz, speziell auch Erinnerungsstücken (Kategorie 4: „Memory-Laden Objects“) oft total irrational: Auch wenn wir uns wahrscheinlich nicht sagen „Ich kann Mutters Kette nicht weggeben, weil sie magisch ist“, ist doch Fakt, dass wir eine Art mystischen Link zwischen unserer Mutter und der Kette hergestellt haben, der uns ein schlechtes Gewissen macht, wenn wir die Kette verkaufen oder weggeben wollen.“ Irgendwie menschlich. Und irgendwie bescheuert. Muttern ist nicht ihre Kette.

    Antworten
  • @MarkRitter82 14. April 2013

    Sehr interessanter Artikel und in der Tat sehr einfach und gut verständlich geschrieben. Denn das Prinzip des Minimalismus und des Vereinfachens gilt auch fürs Schreiben und das ist gut bei dir. Da ich schon ein paar Jahre vereinfache war jetzt akut nichts neues aus deinem Artikel dabei für mich, außer: Es funktioniert genau so, wie du es beschreibst!

    Entrümplung im Kleiderschrank ist derzeit mein Projekt und es macht Spaß zu erkennen mit wie wenig (derzeit 7 Kleidungsstücke aus jeder „Kategorie“) Kleidung man super durch die Woche kommt.

    Danke für den Beitrag!

    Antworten
  • susi sorglos 14. April 2013

    Ok, das mit dem Entrümpeln ist doch für viele Menschen ziemlich schwer. Sie klammern sich an Dinge, obwohl alles Platz wegnimmt und Staub fängt. Eine Faustregel sagt: was du zwei Jahre nicht angefasst hast, kann weg.
    Ich gehöre hier eher zu den Minimalisten, die „weniger ist mehr“…mögen. Kisten voller Zeugs in Schrank, Bett und Keller kann ich nicht ab…da gruselt mich vom Frühjahrsputz.
    Über das Thema lässt sich gleich mal einen neuen Artikel schreiben ;-)
    Zuweilen staune ich aber auch was meine Kollegin so alles an Klamotten im Schrank haben muss, denn was zwanzig Jahre alt ist, wird plötzlich wieder modern. Für mich gibt es aber auch zwei drei Kartons voller Erinnerungstücke – Brief, Tagebücher und so einige Details, die immer einen Platz in meiner Wohnung und meinem Herzen haben und von denen ich mich nicht trennen will. Sie sind ein Teil von mir.

    Antworten
  • Mausflaus 14. April 2013

    oh mann, ich wär froh wenn meine regale so aussehen würden wie auf dem 1. bild… schritt 1-3 klappen noch ganz gut, aber bei 4. und 5. denk ich dann immer „vieeeel zu schade zum wegschmeißen“, aber erst bei ebay einstellen macht auch viel arbeit, geschenkt wills keiner haben, bloß die bücher kann ich im lokalen bücherschrank entsorgen.

    Antworten
  • Christof Herrmann 14. April 2013

    Schön, komme von einer Wanderung zurück und lese Eure Kommentare! Freue mich über das Lob und dass der Artikel so oft auf Facebook & Co. geteilt wurde!

    Kims Zwischen-Option „Wegpacken, in den Keller stellen, und schauen, ob ich einen Monat / ein Jahr ohne Teil XY auskomme“ halte ich für „gefährlich“, denn am Ende bleibt der Kram ja doch meist im Keller und wird mit der Zeit mehr und mehr. Zweifelt man bei einem Gegenstand, rate ich ihn zu entsorgen. Es gibt kaum etwas, was man nicht wieder besorgen kann und meist kommt man eh nicht in die Verlegenheit. Aber jeder muss da seinen eigenen Weg finden und sollte meinen Leitfaden nach seinen Vorstellungen anpassen.

    Viel Spaß beim Entrümpeln und auf meinen Seiten wünscht,

    Christof

    Antworten
  • Mareike 15. April 2013

    Ich wunder mich auch immer wieder wieviel sich in meinen Schubladen ansammelt. Manchmal bekomme ich spontan die Idee dies oder jenes einfach nicht mehr zu brauchen und wenn ich dann an den Aufenthaltsort des Gegenstandes komme, entwickelt sich eine Kettenreaktion und es fliegt noch mehr raus. :)
    Es gibt dennoch genug Dinge die ich nicht immer brauche, aber trotzdem behalte. Seien es nun Erinnerungsstücke oder ein Gebrauchsgegenstand…
    Bei manchen Dingen habe ich vorher Berechnungen angestellt, wie bei Handtüchern und Bettwäsche. Klingt komisch aber es waren logische Schlussfolgerungen.
    Sollte ich also Lust auf ein Neues Design haben, dann muss etwas altes weichen bis ich wieder auf die gleiche Anzahl komme.

    LG
    Mareike

    Antworten
  • Werner Lang 15. April 2013

    Hallo Christof,

    einfach bewußt, ist das neuer Wein in alten Schläuchen (Bücher „simplify your life“)?
    Warum ich, 70 Jahre, schreibe, ist schnell erzählt. München – Venedig ist/war ein Traum von mir. Schon 1977 habe ich mir den Klassiker – Zu Fuß über die Alpen – von Ludwig Graßler gekauft. In meinem Bücherschrank steht auch – 34 Tage 33 Nächte – Von Paris nach Berlin zu Fuß und ohne Geld (Andreas Altmann) und – Deutschland umsonst –
    Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland (Michael Holzach). Siehe dazu auch meine Homepage http://www.limeswanderweg.info unter „Literatur“. Das Thema fasziniert mich. Wer nicht beim Übernachten in der freien Natur das Glitzern der Sterne und das Wispern der Bäume erlebt hat, sollte das nachholen. Ich stelle fest: Der Wanderer braucht nur, was er tragen kann. Das spüre ich auf meinem Limeswanderweg vom Rhein zur Donau. Die Alpenüberquerung habe ich nicht geschafft. Vielleicht mache ich noch die Light-Version von Oberstdorf nach Meran. Zumindest den König-Ludwig-Weg von München zum Alpenrand.
    Das zweite Thema: Entrümpeln!. Was blieb mir von den Eltern? Eine Umzugskiste steht noch im Dachraum. Aber ich zähle mich eben zu den Sammlern. Warum soll ich mich im restlichen Leben nicht mit Dingen umgeben, die mein Leben geprägt haben. Die Entsorgungsunternehmen wollen auch leben. Die Kinder haben ohnehin kein Interesse am Gerümpel der Eltern. Und trotzdem fasziniert mich ein sachliches Design, fast die Leere eines Raums.

    Also Cristof, gib weiter Denkanstöße. Ich bemühe mich Deinen Anregungen zu folgen.
    Werner

    PS. In Kempten waren die Römer auch

    Antworten
  • Torsten 16. April 2013

    Eine schöne Vorgehensweise – das Entrümpeln klappt ja bei mir schon; nur habe ich die Herausforderung, dass freier Platz nach spätestens einem halben Jahr wieder voll gestellt ist .. mit anderen Sachen, die eigentlich ja auch schon lange weg sollten ;-)

    Antworten
  • Christof Herrmann 16. April 2013

    @Mareike
    Fühlst Du Dich in Deiner Wohnung wohl? Fühlst Du Dich mit den Sachen wohl, die Du eigentlich nicht mehr brauchst? Dann spricht nichts dagegen, alles so zu belassen!

    @Werner
    „Warum soll ich mich im restlichen Leben nicht mit Dingen umgeben, die mein Leben geprägt haben“ stellst Du fest oder möchtest Du wissen. Meine Antwort darauf hast Du selbst etwas weiter oben gegeben: „Der Wanderer braucht nur, was er tragen kann.“ Auf einer Fernwanderung lenkt zu viel Gepäck ab, belastet, verdirbt einem die Freude an der Natur, an den Begegnungen, an der Bewegung. Ich glaube Zuhause und allgemein im Leben ist das auch so. Zu viel „Gepäck“ lenkt vom Wesentlichen ab und belastet uns nur. Wann „zu viel“ erreicht ist, kann man nicht sagen. Das muss jeder selbst herausfinden …

    @Torsten
    Kenne ich! Vielleicht ist es sogar schwieriger nach dem Entrümpeln nicht umgehend wieder mit dem „Vollrümpeln“ zu beginnen. Evtl. ein Thema für einen weiteren Artikel ;-) Ein Tipp schon mal, den ich zum Beispiel beim Kleiderschrank anwende: Immer wenn ich ein Kleidungsstück hinzufüge, wird ein Kleidungsstück entsorgt.

    Antworten
  • Angelika 16. April 2013

    Hallo,
    mit Genuss hab ich diesen Eintrag gelesen. Es ist wahr, entrümpeln sorgt für Freiheit. Als ich das Haus, in dem ich neun Jahre gelebt hatte, verkaufte, traf mich beinahe der Schlag, was sich alles in den Jahren angesammelt hatte. Alles, was in die Rubrik „Erinnerung, kann man nicht wegwerfen“ fiel, landete im Keller. So auch zu guter Letzt die Erbstücke, mit denen ich zwangsbeglückt worden war.

    Wollt Ihr wissen, wo all der Kram landete? Am Flohmarkt und was nicht mehr zu gebrauchen war, im Container. Auch die Studienunterlagen fielen dieser Radikalkur zum Opfer. Und unzählige alte Dias, Fotos, Mappen und Unterlagen aus einer Zeit, mit der ich mich seitdem beim besten Willen nicht mehr identifizieren konnte.

    Heute lebe ich in einem Bungalow, habe keinen Keller und einen kleinen Dachboden, aber der ist den Sachen für den Winter vorbehalten (Ski, Sportbekleidung für die kalte Jahreszeit). Mehr nicht.

    Wie ich entrümple? Regelmäßig, jährlich mehrmals. Vieles geht zum Sozialmarkt oder Tauschmarkt, ich spende alte Sachen für einen gemeinnützigen Flohmarkt oder gebe es im Bekanntenkreis weiter, wenn die Sachen dort benötigt werden. Auch Dinge, die ich vielleicht im Vorjahr auf einem Flohmarkt erstanden hatte, gebe ich heuer wieder weiter – weil ich sie einfach nicht mehr benötige.

    Auch überlege ich mindestens eine Nacht, wenn ich mir etwas neu anschaffe, was mehr als 25 Euro kostet. Dies muss nämlich zu meiner Lebensaufgabe passen. Dabei habe ich festgestellt, dass sich mein materieller Besitz an meine Lebensaufgabe in Art und Umfang anpasst. Was hier nicht dazu gehört, gelangt gar nicht mehr zu mir.

    So scheint es für ein simples und gutes Leben sinnvoll zu sein, die eigene Lebensaufgabe genau zu kennen – Methoden dies zu erfahren gibt es ja viele (seht euch mal die reconnection-Sache von Eric Pearl an oder die Bücher von James Redfield). Dann tappt man nicht wirklich mehr in die Konsumfalle und umgibt sich ausschließlich mit freudvollen Dingen, die zu einem passen. Denn die eigene Lebensaufgabe hat auch viel mit Freude zu tun.

    Zum Entrümpeln: Alles darf losgelassen werden, was der ureigenen Lebensaufgabe, dem eigenen Lebensweg nicht dienlich ist.
    Und bevor man etwas neu anschafft, kann man sich über Reparatur oder anderer nützlicher Inwertsetzung des Alten Gedanken machen.
    … beste Grüße und viel Spass beim simplen Leben wünsche ich euch allen!

    Antworten
  • Christof Herrmann 17. April 2013

    Habe mit viel Interesse gelesen, was Du uns über Deinen Weg zu einem simplen Leben verraten hast.

    Dein Vorgehen, eine Nacht drüber zu schlafen, wenn Du etwas anschaffen möchtest, was mehr als 25 EUR kostet, ist ein guter Tipp für alle, die Probleme haben, nach dem Entrümpeln nicht wieder mit dem „Vollrümpeln“ anzufangen.

    Viele Grüße aus Franken,

    Christof

    Antworten
  • Micha 19. April 2013

    Danke für die schöne Zusammenfassung.
    Ich habe einen kleinen Tipp, der zumindest mir dabei geholfen hat, von ein, zwei Dingen auf einen ganzen Haufen von „überschüssigen Dingen“ zu kommen, die andere viel besser gebrauchen können als ich.

    Setzt euch ein quantitatives, messbares Ziel!
    Also nicht „1 Stunde aufräumen“, sondern besser „jeden Tag eine Sache entsorgen“ oder 100 Dinge für einen Guten Zweck. Ich kann nur sagen: irgendwann kommt man förmlich in einen Entrümpelungs-Flow, vor allem, wenn man die Dinge nicht wegschmeißt, sondern anderen gibt.

    LG,
    Micha

    Antworten
  • Bernd 21. April 2013

    @Christof

    Kompliziertes in einfachen Worten darzustellen. Oh ja, da stimme ich Dir zu. Das ist sehr, sehr schwer. Auf Neudeutsch: „Megaschwer.“

    Antworten
  • Ilona 22. April 2013

    Hallo, ich glaube ja (leider), dass die eigentlich Herausforderung gar nicht mal das Entrümpeln ist – SONDERN dass man nicht immer so viel kauft. Da ist das Entrümpeln dann sogar eigentlich kontraproduktiv (und das sage ich, obwohl ich wirklich gerne entrümpele), denn es schafft wieder Platz für neuen Konsum. In diesem Zusammenhang empfehle ich das Buch „Kaufen für die Müllhalde“, das ich gerade lese (und das mich wahrscheinlich zu diesem Post gebracht hat ;-). Gruss, Ilona

    Antworten
  • Janna 22. April 2013

    Bei Deinem ersten Bild, Christof habe ich schon herzlich gelacht, denn wenn es wirklich „nur so“ aussieht in einem Regal ist das für die wenigsten ein Anlaß zum Entrümpeln, da müsste einfach nur mal aufgeräumt werden. Da ich beruflich die Schreibtische anderer aufräume, weiß ich dass die Realität bei vielen wirklich anders aussieht … Noch herzlicher musste ich bei Deinem zweiten Bild lachen, da ich dachte, das würde Dein vorgeschlagenes Endergebnis sein: einfach ein ganz leeres Regal. Aber ich bin sicher da kommst Du noch hin:))

    Antworten
  • Petra 23. April 2013

    Ich kann dem nur zustimmen, es lebt sich spürbar erleichtert, wenn viel des Gerümpels entsorgt ist. Es gibt auch bestimmte Zeiten, in denen das nahe liegt, z.B. wenn die Kinder aus dem haus sind, Umzüge, längere Reisen, usw. Und es gibt oft (oder immer) einen Zusammenhang auf der seelischen Ebene, also Gedanken, Gefühle aus der Vergangenheit, die sich noch immer in uns befinden und von den zugemüllten Kellern und Speichern, Schubladen und Regalen gespiegelt werden.
    Auch auf Reisen optimiere ich mehr und mehr, um mit leichtem Gepäck unterwegs zu sein. Mache häufig mehrtägige Radtouren, was immer wieder zu der glücklichen Erfahrung führt, dass ich ganz viele Dinge nicht brauche. Ich freue mich sehr, hier noch Tipps zu bekommen, v.a. auch beim weitwandern.
    Auch den Tipp mit dem darüber schlafen vor dem kaufen, kann ich voll bestätigen, schenkt das wunderbare Gefühl der Freiheit vom Kaufrausch. Wenn es mal anders ist, lässt sich das ja nachholen. Ich meine nicht, dass es ins Gegenteil umschlagen soll und wir wirklich sinnvolle und nützlich Dinge, auch Neuentwicklungen nicht nutzen sollen und zu einem skurrilen Anachronismus werden, sondern einfach die Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen immer wieder prüfen, v.a. auch in Bezug auf unser Wohlergehen, sonst stecken wir in einer Zwanghaftigkeit oder Sucht fest, die natürlich sehr toleriert und gefördert wird, weil so ja weiteres Wirtschaftswachstum stattfindet.

    Antworten
  • Christof Herrmann 23. April 2013

    Vielen Dank für Eure vielen Kommentare!

    Das große Interesse zeigt mir, dass viele entrümpeln wollen oder es schon tun. Da wird es sicher weitere Artikel geben.

    Wie von Petra angesprochen, kann man auch die Tasche oder den Rucksack für die Reise entrümpeln! Gerade Radtouren und Fernwanderungen machen mit wenig Gepäck mehr Spaß. Ich werde meine Packliste veröffentlichen, wenn ich nach Pfingsten auf dem Steigerwald Panoramaweg laufe. Alles, was ich brauche, passt in einen 32-Liter-Rucksack!

    Übrigens habe ich selbst die Vorzüge des Minimalismus und Konsumverzichts auf einer langen Radreise vor ein paar Jahren erfahren. Alles was ich eineinhalb Jahre lang zum Leben brauchte, passte in 5 Fahrradtaschen. Vielleicht hat manch einer von Euch im Urlaub ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Viele Grüße,

    Christof

    .

    Antworten
  • Lili_D 19. Juli 2013

    Ab und zu entrümpeln befreit tatsächlich – und man hat auch wieder Platz für Neues! ;)
    Habe noch einen bequemen Tipp zur Entsorgung von vllt. in der Schublade gefundenen, ollen Handys und defekten Elektrogeräten. Die kann man per Post zur Entsorgung schicken – gibt ein kostenfreies Versandlabel dafür von der Post – und so ist man den Kram schnell los und muss nicht bis zum nächsten Wertstoffhof fahren. Find ich immer recht praktisch. Was man da alles zurückschicken kann, steht hier: http://blog.deutschepost.de/electroreturn/elektrogeraete-entsorgen-per-post/

    Antworten
  • Christof Herrmann 20. Juli 2013

    Danke für diesen Tipp, Lili! War mir noch nicht bekannt. Ich habe gerade gelesen, dass der Versand zum Recycling- Partner für Elektroschrott CO2-neutral mit GOGREEN erfolgt.

    Antworten
  • M. C. 6. Januar 2014

    Ich kann nur empfehlen alles wegzuwerfen, was man schon lange nicht in den Händen hatte. Das braucht man dann auch nicht mehr wirklich!

    Lg

    Antworten
  • Marc 28. Januar 2014

    Ich musste in den letzten Jahren leider öfter umziehen, und habe jeweils sehr viel ausgemistet. Ich kann nur sagen, was jahrelang im Keller liegt und dessen Existenz man sich schon nicht mehr bewusst war, das kann ohne lange nachzudenken entsorgt werden. Und die Hemmschwelle etwas wegzutun sank von Umzug zu Umzug. ;)
    Anfangs hat das Ganze noch ewig gedauert, da ich bei jedem Stück 10 mal überlegt habe ob ich es wirklich nicht mehr brauche. NEIN, braucht man nicht. Vermisse nicht ein weg getanes Stück. Also, nur Mut! ;)

    Antworten
    • Christof Herrmann 29. Januar 2014

      Schön, dass Du anderen Mut machst, sich von Dingen zu trennen. Ich kann bestätigen, dass es von Mal zu Mal einfacher wird. Man hat irgendwann die Vorzüge schätzen gelernt, sich nur mit Dingen zu umgeben, die man wirklich braucht und mag. Weniger besitzen, bedeutet mehr Platz, mehr Zeit, mehr Fokus, mehr Geld, mehr Freude …

      Antworten
  • Sandra 1. Februar 2014

    Ich bin wirklich begeistert, Ihr seid alle eine richtige Bereicherung…was für ein Geschenk hier gelandet zu sein :-)
    Ich darf als Feng Shui Beraterin Menschen durchs Leben begleiten und die Grundregel ist auch hier, da nützt das beste Feng Shui nix, wenn die Räume unordentlich und zugerümpelt sind!
    Noch ein kleiner Tipp aus der Natur! Am leichtesten können wir uns trennen und ausmisten in der Herbstzeit…die Bäume lassen ganz mühelos die Blätter fallen, die sie ein paar Wochen vorher noch ordentlich festgehalten haben…deshalb empfehle ich auch zusätzlich den „Herbstputz“!
    Einfach bewußt mal aus dem Fenster schauen, was die Natur gerade macht und sich dementsprechend verhalten…

    Frische Grüße von Sandra

    P.S. Im Herbst kann man sich nicht nur leichter von unliebsamen Dingen trennen, sondern auch ein zermürbender Job oder einen Partner, der einem nicht mehr gut tut! Natürlich funktioniert das auch die anderen Monate – also bitte nicht bis zum Herbst warten! Aber für die „ganz schweren Fälle“ oder „speziellen Kartons“ ist es eben in dieser Zeit leichter…

    Antworten
  • Max Schneider 9. März 2014

    Entrümpeln ist super aber, wie oben bereits angemerkt wurde, besteht die Gefahr den gewonnen Platz gleich wieder „zuzurümpeln“. Mein Tipp dazu: Das Regal /den Schrank gleich „mitentrümpeln“. Dann hat man gar nicht mehr den Platz um etwas neues dazuzustellen. Den gewonnenen Platz nutzt man dann einfach dazu genau dort beim Zähne putzen durchlaufen zu können.

    Nachdem ich mit Hilfe meines Vaters (ein Sammler) etwas Platz in meiner Studentenbude geschaffen habe fragte mich dieser was ich dort denn jetzt hinstellen wolle. Meine Antwort dass dort jetzt „nichts“ hinkomme verwirrte ihn sehr und er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen dass man nicht überall wo etwas hinpassen könnte auch etwas hinstellt.

    Antworten
  • Martina 8. Mai 2014

    Sehr interessant hier mitzulesen :) Tolle Texte, lieber Christof! Vielen Dank!
    Ich dachte (auch), dass dein zweites Bild dein Endergebnis wäre. Das erinnerte mich an eine Aufräumaktion in der ich einen vollgestopften Schubkasten, dessen Inhalt mir nicht mehr bewusst war, einfach komplett in den Müllsack kippte. Habe nichts vermisst…

    Mein schönster Urlaub war eine Hüttenwanderung mit meiner Familie – 3 Kinder zwischen 4 und 10. Jeder hatte in seinem Rucksack, was er brauchte. Man glaubt gar nicht, wie sich der Ballast reduzieren lässt. Schlafen im Schlaflager, waschen am Brunnen.. Es war fantastisch!!

    In einem Sommerurlaub wollten mein Partner und ich zelten. Mäuse hatten jedoch unser Zelt zerfressen (wir hatten es nicht noch mal testweise aufgebaut). Ohne Zelt keine Übernachtung auf dem Zeltplatz. Wiese…Luftmatratze, Decke – Schlafen unter freiem Himmel – eine völlig neue, unerwartete Erfahrung!

    Zum Thema Entrümpeln eine Buchempfehlung: Magic Cleaning von Marie Kondo. Ein wunderbares Buch, voller Wertschätzung seinem zu entsorgenden und zum Bleiben auserwählten Besitz gegenüber.
    Wer mit dem Reduzieren noch nicht begonnen hat, hat schlicht und einfach von allem zu viel: drei Flaschenöffner, zwei Ladegeräte, zwei Kartoffelschäler, vier Schraubenzieher der gleichen Größe, zwei Regenschirme…

    Antworten
    • Christof Herrmann 10. Mai 2014

      Willkommen auf Einfach bewusst und herzlichen Dank für Dein Lob :-)

      Deine Berichte über die beiden Reisen mit wenig Gepäck durch die Natur kann ich gut nachempfinden. Auch ich habe auf Reisen den Minimalismus schätzen gelernt. Gerade Wanderungen über mehrere Tage scheinen ideal zu sein, wieder sich und den im Leben wichtigen Dingen näher zu kommen: Gesundheit, guter Schlaf, Glück, eine intakte Umwelt, soziale Kontakte, eine Ernährung und Lebensweise, die die eigenen ethisch-moralischen Grundsätze entsprechen, …

      Viele Grüße aus Franken

      Christof

      Antworten
  • Lindi Pekel 16. Juni 2014

    Ein interresanter beitrag muss ich sagen…
    ich selber mache es so ehnlich mit dem Sotieren nur nehme ich mir dan wircklich an einen wochenende alles for (jendenfals als ich noch bei meinen eltern wohnte) und habe dabei immer und immer wieder so viele dinge gefunden die weg mussten. Trotz allem schaffe ich es nie mich auch von meiner Deko zu trennen da ich vieles selber gemacht habe, aber alles was mir nicht mehr gefällt, keine bedeutung hat, kaput ist oder müll ist kommt weg.

    Antworten
  • Maria 4. Juli 2014

    schön gesagt! ich habe gerade das Buch von Karen Kingston zum 10-mal gelesen :-) und irgendwie deinen blog gefunden. alles meine themen.

    Sonnige Grüße aus dem Schwarzen Meer

    Maria

    Antworten
    • Christof Herrmann 4. Juli 2014

      Meinst Du das Buch „Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags: Richtig ausmisten. Gerümpelfrei bleiben“? Danke für den Hinweis. Kannte ich noch nicht.

      Antworten
  • Malte 6. Oktober 2014

    Am besten und ehesten findet man den Weg zum Entrümpeln und minimalistischen Wohnen, wenn man quasi gezwungen ist. Sprich: Wer weniger Geld zur Verfügung hat, der wird schon darauf achten, dass er es entsprechend sorgsam ausgibt. Ich finde es übrigens auch nachhaltig(er), in einer kleineren Wohnung zu wohnen, denn das spart natürlich auch die Energiekosten und damit gleichzeitig die Umwelt. Viele meinen, Platz müsse unendlich zur Verfügung stehen. Steht er ja auch, aber muss das denn unbedingt in den eigenen vier Wänden so sein. Draußen in der Natur gibts weit mehr als 100 qm, die jedermann für sich nutzen kann!!! Nix 3-4 Zimmer und Balkon und dies und das und jenes. ich finde 30 qm für eine Person super gut, das merkt am 1. v. a. auch der Geldbeutel. Dann kann man lieber mal´n 1/2 Hähnchen essen.

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Oktober 2014

      Kann man von Minimalismus sprechen, wenn „man quasi gezwungen ist“ sein Leben zu vereinfachen, da man „weniger Geld zur Verfügung hat“? Meiner Meinung nach nicht. Minimalismus ist immer ein freiwillig gewählter Lebensstil. Ansonsten gebe ich Dir natürlich recht. Wir sollten schon aus Gründen der Nachhaltigkeit einfacher und kleiner leben. Und auf „’n 1/2 Hähnchen“ verzichtet man am besten auch, denn nachhaltig ist das sicher nicht ;-)

      Antworten
  • Kristina 14. Oktober 2014

    Hallo zusammen,

    ja das Thema kenne ich nur zu gut…. Manchen Menschen fällt das „sich lösen“ von Dingen allgemein schwer. Das musste ich selbst erst lernen. Nun kann ich sagen, bin ich glücklich, das ich fleißig am entrümpeln bin und ein Anlass ist auch der Umzug in ein Haus nächstes Jahr. Es ist eigentlich schlimm wenn man den großen Berg an Arbeit sieht und denkt, man kommt nicht vorwärts. Ratlosigkeit was man mit bestimmten Dingen tut… Aber man muss einfach den Mut haben… und durchhalten… Irgendwann sieht man schon die Erfolge. Platz schaffen für neues… Bzw. damit die Umgebung wieder atmen kann…

    Viele Grüße !

    Antworten
  • Julia 30. Dezember 2014

    Hallo Christof,

    sehr gute Beschreibung eines alten und leidigen sowie immer wieder kehrenden Phänomens: Der Mensch als „Jäger und Sammler“ – vielen Dank dafür. Das kennt glaube ich jeder nur zur gut.
    Wir haben bei uns eingeführt, dass für ein neues Teil immer erst mal ein altes Teil weichen muss im Haushalt. So bleibt die Anzahl zumindest auf einem Level. Außerdem „entrümpeln“ wir gemeinsam im Jahr zweimal den Kleiderschrank, den Badezimmerschrank und unsere Küche. Das Bücherregal hat immer einen Bereich, in den wir Bücher stellen, die in regelmäßigen Abständen bei Oxfam vorbeigebracht werden. Auf Geschenke zu den Festtagen (Weihnachten und Geburtstage) verzichten wir in der Familie fast komplett. Zum Weihnachtsessen in diesem Jahr haben wir uns überlegt, dass wir jedem ein Teil aus unserer Wohnung zum Abschied mitgeben. Vorher haben wir Dinge zusammen gesammelt (z.B. Badezusätze, ein gutes Buch, Halstücher, technisches Zubehör) und in einen großen Beutel getan. Jeder durfte am Ende dann ein Teil ziehen. Alle haben sich gefreut. Das werden wir beibehalten, denn weniger ist wirklich mehr!

    Viele Grüße

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    • Christof Herrmann 1. Januar 2015

      Hallo Julia,

      die Idee, sich gegenseitig etwas aus dem eigenen Haushalt zu schenken, gefällt mir. Leider klappt das nicht bei Mitmenschen, die im gleichen Haushalt leben. Da könnte man zum Beispiel ausmachen, dass man nur Selbstgemachtes verschenkt. Die Geste des Schenkens ist ja an sich etwas schönes und möchte ich nicht ganz aufgeben.

      Viele Grüße

      Christof

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  • Andrea 21. Januar 2015

    Hallo,
    da ich ab Ende Februar für eine längere Zeit ins Ausland gehe und auch per Flugzeug „nur“ 45 kg Gepäck mitnehmen kann, habe ich angefangen mein „Leben zu entrümpeln“. Zuerst habe ich den Job und damit auch die Partnerschaft hinter mir gelassen und mir eine kleine Auszeit genommen, die auch echt nötig war. Ich muss dazu sagen, dass ich im Hotelgewerbe selbstständig war und keine freie Minute hatte. Ich nutzte die Zeit, um meinen Auslandsaufenthalt zu planen und meine Wohnung zur Ferienwohnung umzugestalten, die meine Mutter für mich während meiner Abwesenheit vermietet.
    Da ich keine Lust habe, meinen privaten Krempel (Deko, Cds, Bücher etc.) einzulagern, habe ich beschlossen, alles, was ich nicht mehr brauche, wegzugeben. Und es fühlt sich gut an!
    Vieles habe ich an Freunde verschenkt, das hat mir am meisten Freude gemacht. Bücher und Cds kann man toll bei momox verkaufen. Manches habe ich bei Ebay verkauft, was aber leider nicht sehr viel einbrachte und eher nervig und zeitaufwendig war. Es war ein Zocken. Vieles habe ich auch bei Ebay Kleinanzeigen zu verschenken reingestellt. Auch eine sehr nervige Sache, da ich leider die Erfahrung gemacht habe, dass viele zum vereinbarten Termin nicht gekommen sind, und das ohne Absage. Meine Freunde haben gesagt, das sei ihnen ihre Nerven nicht wert, sie hätten es gleich auf den Müll geworfen. Mein Hauptgedanke war, Müll zu vermeiden. Der Hintergedanke war, es zu verschenken, damit es jemand abholt und ich nicht zur Deponie fahren muss, um etwas funktionierendes zu entsorgen (z.B. meinen Gefrierschrank). Ein paar Menschen haben sich gefreut und ich mich damit ebenfalls.
    Eine weitere gute Sache ist es, sich über Kleinanzeigen jemanden aus der Nähe zu suchen, der Flohmarktsachen nimmt. Somit muss man sich nicht selbst hinstellen und ist alles auf einmal los. Ich habe das mit Sachen gemacht, die mir nichts bedeuted haben, aber zu schade für den Müll waren. Oder man bringt es zu Oxfam.
    Es gibt viele Möglichkeiten, gute Dinge herzugeben. Man sollte sich nur im Klaren sein, dass man die Preise nicht zu hoch ansetzt, sonst bleibt man wieder ewig darauf sitzen.

    Es ist schön, wenn der Besitz immer kleiner und überschaubarer wird. Man ist mit allem schneller fertig: aufräumen, putzen, packen.

    Danke für die tolle Seite und die schönen Beiträge!

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    • Christof Herrmann 22. Januar 2015

      Hallo Andrea,

      das nenne ich mal einen Einschnitt.

      Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das Verkaufen der vielen Dinge mühsam, zeitaufwändig und alles andere als minimalistisch ist. Deswegen bin ich irgendwann dazu übergegangen, die meisten Sachen zu spenden und zu verschenken. Ich kann das nur jedem empfehlen, der nicht auf jeden Cent angewiesen ist. Weggeworfen habe ich fast nichts. Sehr viel ging an soziale oder gemeinnützige Einrichtungen, die gut erhaltene Gegenstände meist gerne annehmen. Es gibt auch in Deutschland leider immer mehr Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.

      Wünsche Dir schon mal viel Spaß und Erfolg im Ausland. Wo gehts denn hin? Falls es dort Internet gibt, kannst Du ja ab und zu meinen kleinen Blog besuchen ;-)

      Christof

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      • S 12. April 2016

        Hallo Christof,

        ich finde es auch eine super Idee, die Sachen nicht wegzuschmeißen! Es an soziale Einrichtungen zu geben ist sicher die beste Lösung, wenn man sich nicht die Mühe machen kann/will es zu verkaufen. Und man tut damit was Gutes!
        Ich habe Ende letzten Jahres mit meiner Familie eine riesen Aufräum-Aktion gestartet. Wir sind 6 Kinder und es hat sich extrem viel bei uns angesammelt. Meine Mutter hat dann einige Tüten an Kleidung und sogar Möbelstücken an arme Kinder in unterschiedliche Länder schicken lassen. Wir haben natürlich auch darauf geachtet, dass die Sachen noch gut in Schuss sind. Bei CDs/DVDs und Büchern jedoch dachten wir uns teilweise, dass diese Sachen wohl eher dort nicht genutzt werden können (aufgrund der Sprache/evtl. fehlender Abspielgeräte etc.). Der Verkauf – wie Du schon festgestellt hast – war uns dann über ebay und Co. einfach zu anstrengend, einen gewissen Teil jedoch wollten wir auch verkaufen, damit wir noch ein bisschen Geld dafür bekommen… Meine Schwester hat mir dann Bonavendi empfohlen; darüber konnten wir schnell die Sachen einscannen und die besten Preise (z.B. von momox, rebuy etc.) dafür abfragen. Ich hatte davor noch nichts davon gehört. Auch der Versand hat in großen Mengen schnell funktioniert.
        Es gibt so viele Optionen, die man nutzen kann, um Sachen los zu werden. Ich denke, ein Mittelweg zwischen verkaufen und an Bedürftige verschenken ist eine gute Lösung! Das muss natürlich jeder selbst entscheiden… Wir haben am Ende zwei Wochen lang jeden Tag Raum für Raum entrümpelt. Meine Mutter hat sich teilweise sehr schwer getan, Dinge loszulassen,und ich denke, dass das das Schwerste an der ganzen Sache ist. So war es gut, dass wir uns dabei unterstützt haben – das war wirklich das Wichtigste.
        Deine Schritte hätte ich vorher mal lesen sollen; wirklich super Tipps, um Dinge loszulassen und gezielt auszusortieren. Wir haben uns damals ein Buch gekauft und ähnliche Tipps dazu befolgt.
        Es ist immer wichtig, eine Art „Strategie“ zu verfolgen und nicht zu viel darüber nachzudenken – das habe ich dabei gelernt.

        Viele liebe Grüße,
        Sarah

        Antworten
  • Susanne 28. Februar 2015

    Und wieder einmal bin ich mitten in einer Entrümpelungs- und Entmistungsaktion … ich hab schon tonnenweise Kram rausgeworfen (das meiste kommt zur Caritas, anderes einfach zum Sperrmüll) … und es bleibt doch immer noch so viel ZEUG :(
    Warum ist es so schwer, sich von dem Kram zu trennen? Dabei bin ich schon seit so langer Zeit am „Minimalisieren“ meines Lebens … und trotzdem stecke ich regelmäßig in der Falle: „ach das ist doch das Buch / die Vase / die Tasse / der Krimskrams von xyz – das kann ich doch nicht wegtun“ … Geschenke und Erinnerungen sind so schwer zu entsorgen !
    Dabei ist der ganze Kram im Grunde „tot“: ich benutze das nie, nie, nie – seit 20 Jahren nicht oder sogar schon länger. Es liegt einfach in den Schubladen und ist (SCHANDE über mich) schon 9 (NEUN) mal mit mir umgezogen …
    Wie schafft Ihr das, den Kram definitiv loszuwerden?
    Menno … :(
    Aber ich bleibe dran!

    Antworten
    • Hans 2. Mai 2015

      Hallo Susanne

      Da bist Du nicht alleine mit deinen Geschenken und Erinnerungsstücken. Wenn Du nur noch je ein Stück von jedem Schenker behältst, kannst Du doch vieles weggeben. Mache ich selber seit einiger Zeit. Die Idee ist nicht von mir, habe es in einem Minimalismusbuch gelesen. Auch wenn ich das Erinnerungsstück nicht brauche, so denke doch jedesmal an den Menschen. Dazu genügt aber ein ‚Staubfänger‘. Und vielleicht bedeutet mir dieser Mensch nichts mehr, so kann ich auch dieses Stück weggeben.

      Antworten
  • Sulayka 1. März 2015

    Hallo Zusammen,

    ich entrümpel regelmäßig und es tut einfach gut. Ich bin kein Sammler und benötige nicht viele Dinge. Alles was man zum Leben braucht und dann noch meine Bücher und Kleidung.

    Es wollte hier auch gar nicht viel und lange schreiben, sondern nur einen Tipp weiter geben.
    Wenn es hier Leute gibt, die an Erinnerungen oder Gegenständen hängen, können ein Foto davon machen.Dass nimmt nicht so viel Platz ein einer Freundin hat es geholfen sich leichter von Dingen zu trennen.

    Viel Spaß beim entrümpeln !

    Antworten
  • Susanne 1. März 2015

    Liebe Sulayka,
    das ist ein sehr guter Rat!
    Nach dem gestrigen „Entrümpelungs-Formtief“ habe ich heute aber irgendwie einen wichtigen Meilenstein überschritten, und es ging super weiter beim Entrümpeln.
    Ich musste bei Freunden was erledigen (kümmere mich grad um deren Wohnung weil sie nicht da sind) – und dort sah ich, dass ich definitiv auf dem richtigen Weg bin: überquellende Schränke, Türen, die nicht mehr zugehen, eine Krempelkammer, in die man nicht reinkommt, weil sie so zugekrempelt ist, und Ablgen, die vor Zeug überquellen.
    Davon bin ich glücklicherweise mittlerweile weit entfernt, und es geht weiter in die richtige Richtung :)
    Wünsche Euch erfolgreiches Entrümpeln!

    Antworten
  • Susanne 17. Juni 2015

    Hallo Christof, Hallo Mit-Entrümpler,

    als extrem sentimentaler Sammler hing und hängt mein Herz an allem, was mit einem geliebten Mensch oder Tier zu tun hat und da ich ein kreativer Mensch bin und viele Materialien für meine kreativen Hobbys benötige, ist es sehr schwer, minimalistisch zu leben.

    Dennoch ließ ich mich, inspiriert durch das Buch “Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags“ von Karen Kingston zu einem richtigen Ausmist-Marathon hinreißen. Ich habe im Laufe von ca. 3 bis 5 Jahren ca. 70 Prozent all meines Hab- und Gutes verschenkt, verkauft oder weggeworfen. Ich wünschte, ich hätte das schon viel früher getan, denn ich habe viel unnötiges Gepäck mit mir herumgetragen. Allerdings …

    … bedaure bei drei Dingen so sehr, dass ich sie weggeben habe. Diese drei Dinge hatten für mich einen hohen emotionalen Wert und der Verlust ist für mich sehr schmerzhaft. Ich muss dazu sagen, dass ich sie in einer Phase weggeworfen habe, in der es mir nicht gut ging und ich an nichts mehr Freude hatte.

    Wie geht man damit um? Hat mir jemand einen Tipp?

    Und dann habe ich noch eine Frage, die sich mir regelmäßig bei diesem Thema aufdrängt: Wenn man all die Dinge, die man nicht mehr braucht, weiterschenkt, dann landet dieser erfahrungsgemäß oft bei Menschen, die etwas Geschenktem nicht widerstehen können und die meist selbst in/mit zu viel „Gerümpel“ leben. Wäre es nicht besser, um andere davor zu bewahren, so viel wie möglich ganz zu entsorgen? Und nur wirklich nützliches oder wertvolles weiterzugeben?

    Ich wünsche allen viel Freude beim Entrümpeln und Genuß an der dadurch gewonnenen Leichtigkeit des Seins.

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. Juni 2015

      Hallo Susanne,

      ich werfe schon aus ökologischen Gründen ungern etwas weg, es sei denn es ist kaputt und kann nicht mehr repariert werden oder ist tatsächlich „Gerümpel“, das keinen mehr glücklich macht. Da ich aber auch niemanden etwas aufdrängen möchte, landet das meiste in einem sozialen Kaufhaus. Dort wird es ggf. aufbereitet und zu einem günstigen Preis verkauft oder an Bedürftige abgegeben. So sollte gewährleistet sein, dass das von mir Aussortierte in die Hände von jemanden kommt, der sich darüber freut und es tatsächlich gebrauchen kann.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Christine 30. Juni 2015

    Hallo Christof!

    Ich lese Deinen Blog schon einige Monate, denn das Thema „Minimalismus“ hat mich gefesselt. Die Anregungen hier – von Dir und allen Lesern – fand ich gut. In der Theorie.
    Und nach der Theorie? Folgt die Praxis.
    In der letzten Woche war es soweit. Nach der Lektüre eines Buches von Karen Kingston (Space Clearing Autorin) und der erneuten Lektüre dieses Artikels zum Entrümpeln in Deinem Blog habe ich mich an meine Wohnung gemacht.

    In Zahlen:
    Altglas: 3 große Jutetaschen
    Altpapier: 6 große Jutetaschen
    Altkleider: 1 60-l-Sack
    Ebay Kleinanzeigen-Kandidaten: 1 mittelgroße IKEA-Tüte
    Elektroschrott: 1 Einkaufstüte
    Zu-verschenken-Kandidaten (im Waschsalon um die Ecke deponiert): 1 Klappbox.

    Und das war nur der erste Teil! An meine Bücher und CDs bin ich noch gar nicht angelangt, weil der Rest erst einmal gemacht werden musste. Und meine Unterlagen habe ich erst einaml nur vorsortiert, aber noch nicht wegsortiert.

    Immerhin, der erste Schritt ist getan, meine Wohnung sieht schon um Längen besser aus und ich fühle mich viel wohler.
    Auch mein Auto habe ich von innen und außen saubergemacht, entmüllt und sogar die Polster gereinigt.

    Und das alles wegens dieses Blogs! Euch allen hier, Autor und Kommentartoren, vielen Dank!

    Grüße aus Hamburg von
    Christine

    Antworten
    • Christof Herrmann 1. Juli 2015

      Hallo Christine,

      das freut mich aber, dass mein Blog und die vielen Kommentare Dich zum Aussortieren motiviert haben.

      Vielleicht magst Du Deinen Buchtipp als Kommentar meines aktuellen Gelesen-Artikels posten. Das ist ja sicher für viele andere auch interessant.

      Viele Grüße aus Franken

      Christof

      Antworten
  • Sara Lassner 1. November 2016

    Also ich hab heut mein ganzes zimmer entrümmpelt. Kein problem für mich, ich liebe wegschmeißen. Da gibt es nur ein problem…ich hab keine ahnung in welchen müll und wenn ich dann alles in gewerbemüll kippe schimpft mama immer. Teilweise zieht sie das was ich wegschmeißen wollte auch wieder raus und meint „das kannst du doch nicht wegschmeißen!“ Kann mir da wer n tipp geben?

    Lg sara

    Antworten
    • Christof Herrmann 2. November 2016

      Vieles, was Du wegwirfst, können andere noch verwenden. Das schont die Umwelt, weil dann weniger Neues produziert wird. Bücher stelle ich z. B. in Öffentliche Bücherschränke, Klamotten spende ich sozialen Einrichtungen wie die Caritas oder das Rote Kreuz und sonstiges gebe ich in Umsonstläden ab.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Sara Lassner 9. November 2016

        Im Grunde gute Idee, aber bei mir in der nähe irgendwo zwischen Donauwörth und Augsburg finde ich solche Läden nicht. Über Internet ist mir das ganze echt zu viel arbeit, weil ich nur haufenweise Kleinkram habe.
        Ne Idee?

        Gruß sara

        Antworten

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