Blogstöckchen: This is how I work

Blogstöckchen: This is how I work

Zum zweiten Mal hat mich ein Blogstöckchen erreicht. Vor drei Monaten wurde gefragt, welche Gegenstände mit auf Tour müssen. Diesmal sollen die Blogger verraten, wie sie arbeiten. Das Stöckchen warf mir Gilbert zu, in Deutschland initiiert hat es Isabella. Nachdem auch schon vor einiger Zeit Tim wissen wollte, wie mein Blogalltag aussieht, komme ich um eine Aussage nicht mehr herum. This is how I work.

Blogger-Typ
Gewissenhafter Blogger. Seit Januar 2013 schreibe ich etwa zweimal pro Woche über Minimalismus und Nachhaltigkeit. Als Schwerpunkt zeichnet sich das einfache und bewusste Reisen per pedes, mit dem Rad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab.

Gerätschaften digital
Ich arbeite auf einem Acer TravelMate Notebook mit entspiegeltem 17,3 Zoll Display und Windows 7. Notfalls kann ich auf meinem Android-Smartphone schreiben. Das tägliche Backup kommt auf eine mobile Festplatte von Toshiba. Fotos mache ich derzeit mit einer Sony DSC-RX100.

Gerätschaften analog
Moleskine Notizbuch (in Zukunft werde ich allerdings zu einer umweltfreundlichen Alternative greifen, da Moleskine kein Recyclingpapier verwendet), Stift, Aktenordner (in dem ich interessante Artikel sortiert nach Kategorien wie „Minimalismus“, „Umweltschutz“ und „Wandern“ aufbewahre), Rechtschreibduden, Kaffee-/Teetasse …

Arbeitsweise
Ich gehe geplant und diszipliniert vor. Meist entscheide ich am Vortag, dass es Zeit für einen neuen Blogbeitrag ist und habe bereits im Kopf, über was ich schreibe möchte. Inklusive der Recherche und dem Teilen auf den Sozialen Netzwerken nimmt ein Artikel im Schnitt einen Tag in Anspruch. Ablenkungen wie Telefonate und Besuche versuche ich zu vermeiden. Im Idealfall ist eine zufriedenstellende Version am frühen Nachmittag fertig. So kann ich den Artikel ein paar Stunden ruhen lassen und dann mit etwas Distanz Korrektur lesen, ehe ich ihn am Abend online stelle.

Welche Tools nutzt du zum Bloggen, Recherchieren und Bookmark-Verwaltung?
Einfach bewusst läuft auf der Weblog-Software WordPress, die ich um das Theme Thesis 2.0 und einige wenige Plug-ins erweitert habe. Am liebsten recherchiere ich noch immer in Büchern. Selbstverständlich verwende ich auch das Internet. Erste Anlaufstelle ist meist die grüne Suchmaschine Ecosia. Interessante Blogs lese ich im Feedreader Feedly. Webseiten, die keinen RSS-Feed haben oder die ich regelmäßig für Recherchen benötige, verwalte ich in den Lesezeichen des Browsers. Ideen für Blogbeiträge werden zunächst in Scrivener, einem für mich unverzichtbar gewordenen Programm für Autoren, gesammelt. Dort arbeite ich die Texte dann im Vollbildmodus aus.

Wo sammelst du deine Blog-Ideen?
Überall, ständig und von jedermann! Konkreter: In Büchern, in Gesprächen, bei anderen Bloggern, in der Zeitung, während eines Kinofilms, im Traum, beim Sinnieren, durch die Kommentare meiner Leser usw. Manchmal – wie in diesem Fall – werde ich auch um einen Beitrag gebeten.

Was ist dein bester Zeitspar-Trick/Shortcut fürs Bloggen/im Internet?
Das Paretoprinzip kann beim Bloggen, aber auch in vielen anderen Bereichen des Lebens helfen, Zeit zu sparen. Es besagt, dass man 20 % der Zeit benötigt, um 80 % einer Aufgabe zu erledigen. Die restlichen 20 % nehmen hingegen 80 % der Zeit in Anspruch. Viele Aufgaben erfordern jedoch keine 100-prozentige Lösung. Ein Blogbeitrag zum Beispiel muss nicht bis ins letzte Detail perfekt sein.

Benutzt du eine To-Do-List-App?
Meine To-dos versuche ich ebenfalls möglichst einfach zu verwalten. Ich trage sie als Termine in meinen Google Kalender ein, den ich sowieso verwende und der auch auf dem Smartphone automatisch synchronisiert wird.

Gibt es neben Telefon und Computer ein Gerät, ohne das du nicht leben kannst?
Auf einen Wasserkocher zum Zubereiten von grünen Tee und einen Bialetti Espressokocher möchte ich nicht verzichten.

Gibt es etwas, das du besser kannst als andere?
Bestimmt. Was das ist, sollen die anderen entscheiden.

Was begleitet dich musikalisch beim Bloggen?
Nichts. Ich schreibe am besten ohne Geräuschkulisse (Vogelgezwitscher und das Rauschen der Blätter vor meinem Fenster sind genehm). Ist der Blogartikel online, setze ich mich gerne auf die Couch und höre Musik. Die wird dann als Stream vom Laptop über Sonos auf meine Stereoanlage übertragen. Zur Zeit höre ich gerne Belle & Sebastian, Bob Dylan, Elliott Smith, The Go-Betweens, Lambchop, Nick Drake, die Stones, Tindersticks und Wilco.

Wie ist dein Schlafrhythmus – Eule oder Lerche?
Ehrlich gesagt habe ich noch nicht herausgefunden, ob ich Eule oder Lerche, Abendtyp oder Morgentyp bin. Ich lese oft bis tief in die Nacht, andererseits liebe ich auch die Ruhe und Frische am frühen Morgen. Deswegen lasse ich meinen Körper und die Natur entscheiden. Ich stelle keinen Wecker, schlafe bei gekipptem Fenster und ziehe den Rolladen nicht komplett hoch. So wache ich im Sommerhalbjahr meist zeitig und im Winterhalbjahr später auf.

Eher introvertiert oder extrovertiert?
In der Gruppe neige ich eher zu Introversion. Auf der anderen Seite besitze ich viel Phantasie und ein großes Mitteilungsbedürfnis. Bereits als Kind schrieb oder malte ich bei jeder Gelegenheit. Nachdem die Leidenschaft Schreiben jahrelang zurückstecken musste, lebe ich sie nun auf diesem Blog, mit meinen Büchern und mit dem kostenlosen E-Book wieder aus.

Wer sollte diese Fragen auch beantworten?
Erika , Daniel und Katrin und Peer, weil ich hinter das Geheimnis ihrer glänzenden Blogs kommen möchte.

Der beste Rat den du je bekommen hast?
„Mach’s einfach! Im doppelten Sinne.“ (Axel Haitzer)

Noch irgendwas wichtiges?
Meine persönliche Glücksformel: Weniger besitzen, mehr leben.

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{ 5 Kommentare }

  • Walter Wagner 5. Juni 2013

    Interessanter Einblick. Das Bloggen scheint aufwändiger zu sein als gedacht. Lese gerne hier und weiß jetzt auch was ein Blogstöckchen ist. Tschau, Walter

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  • Jan 6. Juni 2013

    Hi Christof,
    oh was lese ich. Du hast die Nikon gegen eine Rx100 getauscht? Sehr interessant. Ich hab die kleine Sony nämlich ebenfalls im Auge. Bist Du zufrieden? Ist die nicht zu klein für Männerhände?

    Antworten
  • Christof Herrmann 6. Juni 2013

    Ja, bin mit der Sony DSC-RX100 bisher sehr zufrieden! Ist vielleicht das Beste, was als Kompaktkamera auf dem Markt ist. Großer Sensor, kann RAW, gutes Carl Zeiss Objektiv, 20,2 Megapixel – kommt meiner Meinung nach an die Einsteiger-SLRs heran (deswegen geht der stolze Preis auch in Ordnung). Als Minimalist versuche ich meine Ausrüstung zu verkleinern bzw. mit wenig Gewicht unterwegs zu sein. Ob sie gut in Deinen Männerhänden liegt, müsstest Du mal ausprobieren. Ich habe damit gar kein Problem. Gibt viele Kompaktkameras, die deutlich kleiner sind.

    Viele Grüße,

    Christof

    Antworten
  • Karo Kafka 6. Juni 2013

    Sehr interessanter Artikel! Was das Blogger angeht, bin ich wohl das genaue Gegenteil von dir. Meine „Arbeitsweise“ ist spontan, chaotisch, ich höre beim Schreiben sehrwohl Musik, surfe nebenbei im Internet, meine Ausstattung ist nicht annähernd so professionell und meine Ideen sind auf tausend verschiedenen Zetteln verteilt. Disziplin ist einfach nicht meine Stärke. Naja, aber mein Blog ist ja auch total anders, deshalb geht das wohl klar. ;)

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  • Christof Herrmann 7. Juni 2013

    Menschen und Blogger sind unterschiedlich und das macht es ja spannend. Vielleicht lese ich Deinen Blog so gerne, weil Du ganz anders arbeitest. Magst das Blogstöckchen nicht auch auffangen und die Fragen auf Deinem Blog beantworten ;-)? Übrigens ist meine „Ausstattung“ im Grunde so einfach, dass ich von jedem Ort der Welt bloggen kann, solange ich Internetanschluss oder Handyempfang habe …

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