Gelesen im Oktober: Elisabeth Tova Bailey, Nordic Walking, Schmetterling und Taucherglocke …

Gelesen im Oktober: Elisabeth Tova Bailey, Nordic Walking, Schmetterling und Taucherglocke …

Einen Grund zu lesen, gibt es doch eigentlich immer. Ich fand im Oktober so viele, dass ich fünf Bücher und eine Graphic Novel gelesen habe.

Mein Buch des Monats ist „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ von Elisabeth Tova Bailey. Es wurde in den USA mit mehreren Literaturpreisen ausgezeichnet und sei allen empfohlen, die sich mit dem einfachen und bewussten Leben auseinandersetzten.

Fach- und Sachliteratur

  1. Der Philosoph des Freikletterns – Die Geschichte von Paul Preuß von Reinhold Messner (Erscheinungsjahr: 2011, meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen)
    Der Österreicher Paul Preuß war vor dem Ersten Weltkrieg einer der besten Bergsteiger der Welt. Er gilt heute als ein Pionier des Freikletterns. Messners Buch ist zum einen eine kundige Biographie, zum anderen ein eher für Kletterer interessantes Sammelsurium an Schriften von und über Preuß.
  2. Nordic Walking von Johannes Roschinsky (2004, 2,5 Sterne)
    Vor zehn Jahren erschienener Ratgeber, der sich in manchen Passagen wie ein Werbetext der Zubehörhersteller liest und allenfalls als Überblick taugt.
  3. Nordic Walking von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther (2004, 4 Sterne)
    Dieses Buch ist ebenfalls 2004 erschienen und meiner Meinung nach die bessere Einführung in die Sportart Nordic Walking. Die Wintersport-Profis Rosi Mittermaier, Christian Neureuther und Felix Neureuther geben nützliche Tipps, stellen Nordic Power Übungen vor und präsentieren Trainingspläne. 

Belletristik

  1. Das Geräusch einer Schnecke beim Essen von Elisabeth Tova Bailey (2012, 5 Sterne)
    Kaum ein Buch wurde mir in den letzten Monaten so oft empfohlen wie „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ von Elisabeth Tova Bailey. Darin beschreibt die US-amerikanische Autorin das ungeahnt komplexe Leben einer Waldschnecke in einem Terrarium neben ihrem Bett, an das sie durch eine schwere Krankheit gefesselt war. Ihr Bericht ist eine fesselnde Biologiestunde und ein Plädoyer für die Langsamkeit und lehrt uns, wieder nach mehr Einklang mit der Natur zu streben.
  2. Schmetterling und Taucherglocke von Jean-Dominique Bauby (1997, 4,5 Sterne)
    Im Alter von 43 Jahren erlitt der französische Journalist und Chefredakteur des Magazins Elle Jean-Dominique Bauby einen Gehirnschlag. Als er zwei Wochen später aus dem Koma erwachte, war er stumm und komplett gelähmt. Dieses seltene Phänomen wird als Locked-in-Syndrom bezeichnet. Über diese Erfahrung schrieb Bauby das Buch „Schmetterling und Taucherglocke“, das er komplett aus dem Gedächtnis mit dem Blinzeln seines linken Augenlids diktierte. Es ist eine packende Autobiografie und ein Aufruf, niemals aufzugeben. 

Comics

  1. Huck Finn von Olivia Vieweg (2013, 4 Sterne)
    Der deutschen Zeichnerin Olivia Vieweg gelingt mit „Huck Finn“ eine originelle Graphic-Novel-Adaption von Mark Twains Roman „Die Abenteuer des Huckleberry Finn“.  Vieweg verlegte das Geschehen von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Heute und vom Mississippi an die Saale. Aus dem Sklavenjungen Jim wurde die asiatische Zwangsprostituierten Jin.

Und was liest Du gerade? Welches Buch kannst Du mir und meinen Lesern empfehlen?

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{ 28 Kommentare }

  • Andreas 5. November 2014

    Vielen Dank für die neuen Anregungen.

    Habe heute „3096 Tage“ von Natascha Kampusch fertig gelesen. Da passen deine 2 Belletristik-Tipps sehr gut zum Thema – werde ich definitiv lesen – sind schon bestellt.

    Nordic Walking von Rosi Mittermaier und Christian Neureuther habe ich einmal gewonnen oder geschenkt bekommen. Nach Jahren im Regal habe ich das Buch noch original verschweißt Oxfam gegeben – sollte ich da wirklich was verpasst haben?

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    • Christof Herrmann 5. November 2014

      Nein, da hast Du nicht viel verpasst ;-) Stephi und ich machen halt ab und zu Nordic Walking und da habe ich mir die beiden „aktuellsten“ Werke in der Bücherei ausgeliehen.

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  • Frank 5. November 2014

    „Schwimmen mit Elefanten“ von Oko Ogawa aus dem japanischen übersetzt von Sabine Mangold ist ein skurriler lyrischer Text über die Tiefen und die Schönheit des Schachspiels.

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    • Christof Herrmann 5. November 2014

      Elefanten, Schmetterlinge und Schnecken – ganz schön tierisch hier :-) Danke für Deinen Tipp. Die Autorin war mir bisher nicht bekannt, obwohl ich gerade bei Wikipedia gelesen habe, dass sie mehrere Literaturpreise gewonnen hat. Kennst Du zufällig ihre Bücher „Das Ende des Bengalischen Tigers“ und „Das Geheimnis der Eulerschen Formel“? Die gäbe es nämlich in meiner Bücherei.

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      • Frank 5. November 2014

        Hallo Christof,

        nein, die von Dir genannten Titel kenne ich noch nicht. Die Autorin hat mi Sicherheit Potential und hat ein wenig was von Murakami.

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  • Sandra 5. November 2014

    Welche Bücher von Murakami könnt ihr denn empfehlen?

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  • Art 5. November 2014

    Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens (Knaus Verlag)

    „Die Kälte, die Stille und die Einsamkeit – diese Zustände werden in Zukunft teurer als Gold gehandelt werden. Auf einer übervölkerten, überhitzten, lärmenden Erde ist eine Waldhütte das Eldorado.“

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    • Christof Herrmann 6. November 2014

      Wow, welch mächtige Worte, die leider an vielen Orten unserer Welt bereits Realität geworden sind. Habe das Zitat gerade auf Facebook geteilt.

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    • hanni 6. November 2014

      Hallo zusammen,
      mich fasziniert die Autorin Anita Albus, die aus einer anderen Zeit zu kommen scheint. Ihr großer Lehrmeister ist die Natur. Sie malt und schreibt und ihr Buchtitel lautet: Käue und Kathedralen.

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  • Sandra Blackert 6. November 2014

    Love Bomb von Lisa Zeidner:

    „The bride did not wear white. But the terrorist did“

    Tess und Gabe heiraten. Die Brautmutter sorgt sich um die Gästeliste: streitende Exes, eifersüchtige Freunde und jede Menge Psychiater. Der schwierigste Gast stand aber gar nicht auf der Gästeliste: eine Frau in weißem Hochzeitskleid und Gasmaske, mit einem Gewehr in der Hand und einem Bombenauslöser am Arm.

    Lustig, Chaotisch, Realistisch, Satirisch – was will man mehr?

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  • Thomas 6. November 2014

    Hallo Christof,

    eine interessante Leseliste hast du mal wieder.

    Im Oktober habe ich das Buch „Ready Player One“ von Ernest Cline und „Zero“ von Marc Elsberg gelesen.
    Ready Player One ist ein nettes Buch für Kinder der 80er, da im virtuellen Utopia OASIS von Ready Player One viele Computerspiele und Fernsehserien der 80er ihren Platz finden. War für mich eine kleine Reise in meine Kindheit. In Ready Player One jagt die Hauptfigur einem sagenhaften Schatz hinterher, welchen der verstorbene Entwickler von OASIS in dieser virtuellen Welt versteckt hat.

    Zero hat mir noch besser gefallen und war spannender. Vieles ist schon nicht mehr Science Fiction. Das Buch beschäftigt sich mit der Datensammelwut globaler Konzerne, Social Media Plattformen und was alles aufgrund dieser und der Überwachung des Staates möglich ist bzw. passieren kann. Wie der Slogan des Buches schon verlauten lässt: sie wissen was Du tust. Erschreckend.

    Viele Grüße aus Brisbane

    Thomas

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    • Christof Herrmann 6. November 2014

      Hallo Thomas,

      „Ready Player One“ könnte den einen oder andere hier interessieren, weiß ich doch seit der Umfrage im Februar, dass die meisten Einfach-bewusst-Leser Kinder der 80er Jahre sind :-)

      Viele Grüße von Pinzberg nach Brisbane

      Christof

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  • Ken Takel 6. November 2014

    Howdy,
    Da sind ja ein paar schöne Titel dabei! Die Taucherglocke steht auch noch auf meiner Liste.
    Ich lese gerade „Whatever you do – Don’t run“ von Peter Allison. Die Erfahrungen eines Safari Guides in Botswana. Ein kurzweiliges Lesevergnügen.
    Andere Bücher, die mich in diesem Jahr beeindruckt haben:
    Shadow Divers von Robert Kurson – Wahre Geschichte um zwei Wracktaucher. Packend bis zum letzten Atemzug
    Americanah von Adichie Chimamandah Ngozie – Die Literatursensation des Jahres. Eine Geschichte über Liebe, Rasse, Heimat und Haare.
    West with the night von Beryl Markham – Die unglaubliche Biographie von Beryl Markham. Als erster Mensch überquerte sie mit dem Flugzeug den Atlantik. Aber auch vorher hat sie einiges erlebt. Eine Kindheit in Afrika zwischen Löwenjagd und Rennpferdezucht.
    Und zum Schluss noch einen Klassiker. Früchte des Zorns von John Steinbeck. Ein hochdramatischer bewegender Roman…
    (Bei Interesse gibt’s die Rezensionen bei mir im Blog)

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    • Christof Herrmann 6. November 2014

      Woher nehme ich nur all die Zeit, so viele Bücher nicht zu lesen ;-)?

      Habe mir „Americanah“ notiert („Früchte des Zorns“ steht schon auf meiner Liste).

      Danke für Deine Lesevorschläge

      Christof

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    • Christof Herrmann 7. November 2014

      PS: Habe mir vorhin „Americanah“ in der Bücherei ausgeliehen. Ganz schön dicker Wälzer :-)

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  • Lea 6. November 2014

    Hej ho,

    ich habe gestern zwei ganz besondere Bücher ausgelesen: „Der Grund“ von Anne von Canal und „Eis“ von Ulla-Lena Lundberg! Wirklich sehr sehr gute Bücher und kann ich absolut weiterempfehlen, gerade bei „Eis“ dreht sich alles um die Natur und auch bei „Der Grund“ ist letztlich die Natur Schuld am ganzen Dilemma ;) Der Mensch ist eben nicht allmächtig, im Gegensatz zur Natur ist er ein kleines Etwas, das wird bei beiden deutlich!

    Liebe Grüße

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  • Elisabeth Kronaus 6. November 2014

    Servus !
    Ich habe vor kurzen „Die Macht der Introvertierten “ von Marti Olsen Laney gelesen und bin begeistert von diesem Buch . Es trifft den Nagel auf den Kopf. Wirklich empfehlenswert wenn man davon betroffen ist.
    LG
    Elisabeth

    Antworten
  • Nanne 6. November 2014

    Ich lese gerade endlich Niko Paech „Befreiung vom Überfluss“ – hat etwas länger gedauert bis es aus der Bücherei bei mir angekommen ist. Das Lesen erfordert zwar etwas mehr Aufmerksamkeit, aber interessant und gut geschrieben ist es auf jeden Fall. Gehört ja, so empfinde ich es, zur „Basisliteratur“ der Minimalisten.
    Du hast es ja im März gelesen und empfohlen.
    Liebe Grüße
    Nanne

    Antworten
    • Kate Dunning 7. November 2014

      „Befreiung vom Überfluß“ v Niko Paech ist ein sehr wichtiges Buch – nicht nur für Minimalisten..sollte öfter in die Hand genommen werden, um es zu verstehen.. Niko selbst ist ein superfreundlicher u zugänglicher Mensch u kann zu Vorträgen eingeladen werden.. ( bei den letzten“Tage der Utopie“ in Breklum/Missionszentrum war er ein sehr eloquenter Redner u Diskussionspartner ) – siehe auch den letzten“Degrowth Kongress“ in Leipzig, wo Niko ebenf Workshops/Vorträge angeboten hat. Die Degrowth Bewegung wächst, u wird immer öfter in den seriösen Medien erwähnt ( FREITAG, Le Monde diplomatique etc )
      Gruß von Kate aus dem Norden

      Antworten
  • Heike Z. 7. November 2014

    Hallo,
    ich bin gerade dabei folgendes Buch zu lesen: „Die Heilkraft der Bewegung“ von Jörg Blech. Ein tolles anregendes Buch! Hier wird alles wissenswerte über den Sinn, Wert und Auswertung der Bewegung zusammengefasst. Schon nach wenigen Seiten ist einem bewusst, dass wir Menschen anatomisch zum Laufen, Gehen geschaffen sind. Ja, das wissen wir, aber Jörg Blech ist ein Motivator (nein Moralist!). Ich sitze unruhig beim Lesen und komme auf die Idee im Gehen zu lesen. Geht (ha, ha!) das? Hat das jemand schon ausprobiert? Ich werde es versuchen!
    Viel Spaß beim Weiterlesen wünsche ich euch und mir.
    Heike Z.

    Antworten
  • Christof Herrmann 7. November 2014

    Schönen Dank für Eure Literaturtipps! Nun gibt es keine Ausreden mehr, denn auf dieser Seite ist für jeden ein Buch dabei ;-)

    @Nanne @Kate
    Ich halte „Befreiung vom Überfluss“ für eines der wichtigsten Bücher der letzten Jahre. In meinem Newsletter und auf den Social Media Seiten habe ich mehrmals Interviews und Vorträge von Niko Paech geteilt. Die Resonanz darauf war jedes mal positiv bis euphorisch.

    @Heike
    Johann Gottfried Seume sagte „Es würde alles besser gehen, wenn man mehr ginge.“ Nachdem ich seit Jahren sehr viel gehe und wandere, kann ich bestätigen, dass er recht hat. Leider verlernen wir mehr und mehr das Gehen. Doch viele wehren sich dagegen. Mein Blogartikel Täglich 10.000 Schritte für ein einfach bewusstes Leben ist seit anderthalb Jahren Monat für Monat in meinen Top 10 der meistgelesenen Artikel.

    Antworten
  • Rudolf Könen 17. November 2014

    Hallo Christof,
    schon seit langem möchte ich Dir schreiben, jetzt tu ich’s aber endlich mal ;-)

    Vielen Dank für Deine regelmäßigen Newsletter mit den vielen guten Tipps, Anregungen und Informationen! Durch Deine Büchertipps habe ich Sven Böttchers QUINTESSENZEN und neuerdings – gerade erst begonnen – Elisabeth Tova Baileys DAS GERÄUSCH EINER SCHNECKE BEIM ESSEN gelesen.

    Ich hätte da auch einen Tipp für Dich: die Autobiographie von Paul Auster WINTERJOURNAL. Und – da Du ja Musikfan bist – die GLÜCKSTAGE IN DER HÖLLE von Mark Oliver Everett (den Kopf der Band Eels).
    Beide Bücher habe ich regelrecht verschlungen!

    Das nur auf die Schnelle, verbunden mit herzlichen Grüßen aus Köln –
    Rudolf

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    • Christof Herrmann 18. November 2014

      Hallo Rudolf,

      freue mich, hier mal wieder von Dir zu lesen und dass in meinem Newsletter der eine oder andere Tipp für Dich dabei war.

      Deine beiden Literaturtipps habe ich mir notiert. Von Paul Auster habe ich vor Jahren die New York Trilogie gelesen und ersten drei Alben der Eels mag ich sehr. Werde ich heute Abend mal wieder auf meiner Sonos-Anlage hören.

      Viele Grüße aus Pinzberg

      Christof

      Antworten
  • Stefan 11. April 2015

    Das Buch über die Schnecke habe ich heute am Stück durchgelesen. Es hat mir sehr gut gefallen. Es verleitet zu mehr Aufmerksamkeit im Leben und die wird nur dadurch erreicht, wenn wir einen Gang zurück schalten und nicht immer so hastig durch das Leben laufen. Danke für die Empfehlung.

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    • Christof Herrmann 13. April 2015

      Hallo Stefan,

      freut mich, dass Dir „Das Geräusch einer Schnecke beim Essen“ so gut gefallen hat.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten

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