Fotoimpressionen: Auf dem Pandurensteig 8 Tage durch den Bayerischen Wald

Beim Ausbruch des Österreichischen Erbfolgekriegs 1740 erhielt der Pandurenoberst Franz von der Trenck von Kaiserin Maria Theresia die Erlaubnis, ein Korps von 1.000 Panduren auszurüsten und nach Schlesien zu führen. Die Truppe wuchs bis auf 5.000 Mann an. Sie bildete die Vorhut der eigentlichen Armee und fiel sowohl durch Wagemut als auch durch Grausamkeiten gegen Zivilisten auf.

Heute erinnert der Pandurensteig an die Route, die Trenck und seine Truppe 1742 durch den Bayerischen Wald eingeschlagen haben.

Stephi und ich waren die letzten acht Tage auf dem Pandurensteig unterwegs. Wir haben uns entgegen der offiziellen Empfehlung dafür entschieden, in Passau zu starten und das Mittelgebirge in nordwestliche Richtung zu durchqueren. So legt man auf den ersten beiden Etappen nur relativ wenige Höhenmeter zurück und folgt der historischen Gehrichtung der Panduren.

Als einzige Hilfsmittel hatten wir das nicht aktualisierte Dokument vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. sowie den GPS-Track vom Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung auf den Smartphones.

Der Pandurensteig startet (oder endet) in Passau.

Der Pandurensteig startet (oder endet) in Passau.

Zunächst geht es zwei Etappen lang durch das wildromantische Ilztal.

Zunächst geht es zwei Etappen lang durch das wildromantische Ilztal.

Die Ilz ist mal reißend wie ein Gebirgsfluss, mal durch einen Stausee gezähmt.

Die Ilz ist mal reißend wie ein Gebirgsfluss, mal durch einen Stausee gezähmt.

Danach ist die eine oder andere Rast nötig, denn es wird bergiger. Insgesamt sammeln wir 4.300 Aufstiegshöhenmeter und 4.100 Abstiegshöhenmeter.

Danach ist die eine oder andere Rast nötig, denn es wird bergiger. Insgesamt sammeln wir 4.300 Aufstiegshöhenmeter und 4.100 Abstiegshöhenmeter.

Der Wagensonnriegel ist mit 959 m der höchste Berg auf dem Pandurensteig.

Der Wagensonnriegel ist mit 959 m der höchste Berg auf dem Pandurensteig.

Im Bayerischen Wald findet man noch viele Totenbretter, auf denen Verstorbene bis zum Begräbnis aufgebahrt und die danach zur Erinnerung am Wegrand aufgestellt wurden.

Im Bayerischen Wald findet man noch viele Totenbretter, auf denen Verstorbene bis zum Begräbnis aufgebahrt und die danach zur Erinnerung am Wegrand aufgestellt wurden.

Wälder, Felder und Fernsichten auf die Tausender des Nationalparks Bayerischer Wald bestimmen den Mittelteil der Fernwanderung.

Wälder, Felder und Fernsichten auf die Tausender des Nationalparks Bayerischer Wald bestimmen den Mittelteil der Fernwanderung.

In der Oberpfalz scheint die Zeit mancherorts stehen geblieben zu sein.

In der Oberpfalz scheint die Zeit mancherorts stehen geblieben zu sein.

Löwenzahn ist Nahrungsmittel, Heilpflanze, Wildkraut, Tierfutter und fotogen.

Löwenzahn ist Nahrungsmittel, Heilpflanze, Wildkraut, Tierfutter und fotogen.

Der Pandurensteig ist mit einem schwarzen Krummsäbel auf rotem Hintergrund markiert.

Der Pandurensteig ist mit einem schwarzen Krummsäbel auf rotem Hintergrund markiert.

Picknick mit frisch zubereitetem Couscoussalat - Veganer Wanderer, was willst Du mehr?

Picknick mit frisch zubereitetem Couscoussalat – Veganer Wanderer, was willst Du mehr?

Immer wieder wandern wir am Pfahl entlang, einem 150 km langen und 10 bis 40 m hohen Quarzfelsenzug durch den Bayerischen Wald.

Immer wieder wandern wir am Pfahl entlang, einem 150 km langen und 10 bis 40 m hohen Quarzfelsenzug durch den Bayerischen Wald.

Am höchsten Punkt des Pfahls auf 758 m steht die Ruine Weißenstein.

Am höchsten Punkt des Pfahls auf 758 m steht die Ruine Weißenstein.

Waschtag!

Waschtag!

Manchmal wünschten wir uns einen Krummsäbel der Panduren, denn der Pandurensteig ist (zu Unrecht) wenig begangen und an einigen Stellen fast zugewachsen.

Manchmal wünschten wir uns einen Krummsäbel der Panduren, denn der Pandurensteig ist (zu Unrecht) wenig begangen und an einigen Stellen fast zugewachsen.

Nach 8 Tagen und 175 km erreichen wir Waldmünchen, das Ende unserer Wanderung.

Nach 8 Tagen und 175 km erreichen wir Waldmünchen, das Ende unserer Wanderung.

Wer noch Zeit und Lust hat, geht ab Waldmünchen auf dem Nurtschweg durch den Oberpfälzer Wald nach Waldsassen. In Waldsassen kann man auf den Fränkischen Gebirgsweg wechseln und sich Frankens schönste Mittelgebirge erwandern.

Um keine Fotoimpressionen zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+, Pinterest

Ich freue mich auch, wenn Du den Artikel mit Deinen Freunden teilst oder einen Kommentar hinterlässt.

{ 21 Kommentare }

  • Kerstin 2. Juni 2015

    Danke für die schönen Fotos! Nun weiß ich auch was Panduren sind ;-)
    Lg
    Kerstin

    Antworten
  • Karin Raab 2. Juni 2015

    Wie schön, dass wir an dieser Tour teilhaben dürfen :-)
    Ich habe viele Ferien in Eslarn verbracht- was war das klasse!!
    Ganz liebe Grüße von der Nachbera Karin

    Antworten
  • Maria 3. Juni 2015

    Hallo Christof!

    Was für eine schöne Wanderung, da gefällt es mir auch sehr! Überhaupt das Ilztal sieht für mich sehr einladend ein nach Deinen Fotos!

    lg
    Maria

    Antworten
    • Christof Herrmann 4. Juni 2015

      Das Ilztal ist wirklich eine Reise wert. Man kann dort stundenlang durch die Natur wandern, ohne von Straßenlärm belästigt zu werden, was ja bei viel bekannteren Flusswanderwegen oft der Fall ist.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
    • Sonja Berndl 19. Februar 2016

      Hallo Christof!

      Schön, dass du den Bayerischen Wald als Wanderregion berücksichtigst.. :-) In meinem Wander-Blog habe ich ein paar Abschnitte von der Ilz beschrieben. Zum Beispiel hier: http://www.bayerischer-wald-wandern-blog.de/die-wilde-ilz-diessensteiner-leite-und-burgruine/

      Rund um den Wagensonnriegel wollte die Stadt München einen Windpark bauen…

      Noch was zu den Panduren: Die angeheuerten Panduren waren wilde Gesellen aus Gefängnissen und so. Sie hatten die Wahl im Gefängnis zu bleiben oder sich kriegerisch auszutoben. Da fiel die Wahl wohl leicht.

      Deine Fotos vermitteln einen schönen Eindruck von der Landschaft.

      Viele Grüße

      Sonja

      Antworten
  • Christiane 3. Juni 2015

    Was für ein herrlicher Wanderweg! Da käme ich glatt in Versuchung, mein Fahrrad mal stehenzulassen und einfach loszumarschieren. – Deine Bildauswahl find ich übrigens sehr gelungen, macht Lust auf mehr.
    Liebe Grüße
    Christiane

    Antworten
    • Christof Herrmann 4. Juni 2015

      Den Pandurensteig kann man theoretisch auch mit dem Mountainbike machen. Es gibt zwar ein paar Passagen, die man schieben müsste, aber lange sind die nie. Geht übrigens auf vielen Fernwanderwegen in den deutschen Mittelgebirgen – nur in Baden-Württemberg nicht (Zwei-Meter-Regel). Auf dem Fränkischen Gebirgsweg habe ich sogar mehr Mountainbiker als Fernwanderer getroffen. Mehr als zwei oder drei waren es aber pro Tag nicht, so dass ich mich als Wanderer nie daran gestört habe.

      Viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
  • Emmih 4. Juni 2015

    Lieber Christof,
    wenigstens eine kurze Strecke den Quarzfelsenzug entlang und den Besuch zur Ruine Weißenstein würde ich mir wünschen. Schon immer haben mich Ruinen fasziniert und beim Rumklettern versuchte ich mir immer das Leben dort vor langer, langer Zeit vorzustellen. Habt Ihr den Couscoussalat mitten auf der Wiese gekocht??? Toll !!
    Wunderschöne Fotos und ein sehr anschaulicher Bericht.
    Danke und liebe Grüße
    von Emmih

    Antworten
    • Christof Herrmann 4. Juni 2015

      Danke, liebe Emmih!

      Den Pfahl kann man auch auf Tageswanderungen ab der Ruine Weißenstein oder ab der Stadt Viechtach besuchen.

      Ja, den Couscoussalat haben wir beim Picknick direkt in der Tupperware zubereitet. Einfach kaltes Wasser zum Couscous geben und 15 bis 20 Minuten quellen lassen. Dann Gewürze, Salz, Olivenöl, Tomaten, Oliven, Gurken, Nüsse etc. dazu geben.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Christian 6. Juni 2015

    Vielen Dank für die tollen Bilder! Der Bayerische Wald steht nun auch auf der Agenda von meiner Frau und mir. Man muss nicht immer weit Fliegen oder Fahren um wunderschöne Orte und Landschaften zu bewandern. Vor kurzem waren wir in der Sächsischen Schweiz für 5 Tage und waren überwältigt.
    LG

    Antworten
    • Christof Herrmann 7. Juni 2015

      Wo warst Du denn in der Sächsischen Schweiz? Kenne ich noch nicht und würde mich auch mal reizen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Nanne 15. Juni 2015

        Unbedingt hin! Ist sooooo schön! Leider ist es von uns so weit weg (mehr als 5 Stunden Autofahrt) und wir haben uns bisher immer für nähere Urlaubsziele entschieden.

        Ich wollte dir eigentlich das Hotel Großer Winterberg, einschließlich Restaurant, empfehlen (mitten im Wald), aber scheinbar gab es dort einen Betreiberwechsel und die gute Qualität ist nicht mehr vorhanden. Früher waren die sehr gut auf Vegetarier und auch Veganer eingestellt.

        Wir waren damals in Pirna, von dort kann man mit der Bahn in jeden anderen Ort fahren und im Elbsandsteingebirge wandern. Letztlich ist jeder Ort an der Elbe dort schön und für Ausflüge gut.
        lg Nanne

        Antworten
  • Rai 7. Juni 2015

    Hallo Christof,
    seid ihr evtl. am Pfingstmontag in Passau losmarschiert? Falls ja, dann sind wir uns auf der Route bzw. dem Wanderweg begegnet. Etwa zwischen Mausmühle und Fischhaus. Ihr seid Ri. Fischhaus unterwegs gewesen.
    Ich war in Passau Hals, Hofbauerngut, Ri. Rechenstein und dann weiter zur Oberilzmühle und schließlich Fischhaus aufgebrochen. Dort eine Pause gemacht und auf der anderen Seite ging es wieder zurück nach Passau.
    PS: Die Höhenmeter auf dieser Strecke haben mich recht überrascht. Man entfernt sich immer mehr „vom Wasser“.
    Liebe Grüße aus Passau,
    Rai

    Antworten
  • Domic 13. Juni 2015

    Danke für die schönen Bilder! Da bekommt frau doch direkt Lust auf eine mehrtägige Wanderung -wobei sich bei uns eher was im Schwarzwald anbieten würde, wollten wir vor der Haustür loslaufen…. Ich liiiiiebe Deinen Blog und obwohl ich keine grosse Köchin bin, mache ich mir für die Mittagspause öfter Couscoussalat und habe das Olivenpesto auch schon mehrfach nach“gematscht“ – keep those blogposts coming!

    Antworten
  • Edith 13. Juni 2015

    Wie immer habe ich deine Bilder genossen, Kompliment dafür… schön, dass ich da teilhaben darf – und immer was dazulerne bei deinen Erzählungen/Bildern.

    Ich freu mich schon auf weitere bebilderte Wanderrouten…
    übrigens, bei der Gelegenheit nochmal meinen Dank für dein Spargel-Erdbeer-Salat-Rezept vom letzten Jahr… gibt’s derzeit wieder regelmäßig *zwinker*.

    Lieben Gruß an Stephi und dich!
    von

    Edith

    Antworten
  • Christof Herrmann 14. Juni 2015

    @Domic
    Das freut mich! Der Schwarzwald ist auch perfekt zum (Fern)wandern. Kennst Du den Schluchtensteig? Den möchte ich unbedingt mal machen.

    @Edith
    Ich danke für das Lob! Hast Du schon den gebratenen Spargel mit Cocktailtomaten, Basilikum und Kürbiskernöl ausprobiert? Könnte Dir schmecken.

    Antworten
  • Torsten 14. Juni 2015

    Hallo,
    jetzt weiß ich schon, wo ich als nächstes Urlaub machen werde! :-) Danke für die schönen Bilder und Erzählungen.

    Gruß
    Torsten

    Antworten
    • Christof Herrmann 14. Juni 2015

      Hallo Torsten,

      der Pandurensteig ist empfehlenswert, wobei mir die am Ende des Artikels erwähnten Fernwanderwege Nurtschweg und Fränkischer Gebirgsweg insgesamt besser gefallen. Kannst ja mal berichten, wie es Dir gefallen hat.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar