Ausmisten nach der Tabula-rasa-Methode

Ausmisten nach der Tabula-rasa-Methode

„My Stuff“ als Inspiration

Vor einem Jahr habe ich den Dokumentarfilm My Stuff – Was brauchst du wirklich? gesehen. Darin räumt der finnische Filmemacher Petri Luukkainen seine Wohnung komplett leer und nimmt sich vor, jeden Tag nur einen Gegenstand zurückzuholen. Die Idee ist originell. Der Film beginnt denkbar komisch: Petri rennt nackt vom Depot durch das nächtliche Helsinki nach Hause. Die folgenden 80 Minuten halten der Konsum- und Überflussgesellschaft nur selten den Spiegel vor, sondern wirken zuweilen wie ein konstruiertes Selbstexperiment.

Ich verließ das Kino mit gemischten Gefühlen. Trotzdem kamen mir in den Tagen danach Szenen aus „My Stuff – Was brauchst Du wirklich?“ in den Kopf. Und plötzlich hatte ich die Idee, dass man beim Ausmisten ähnlich vorgehen könnte, indem man alle Gegenstände eines Bereichs der Wohnung wegräumt und dann nur das zurückholt, was man in den darauffolgenden Wochen wirklich benötigt.

Ich nenne dieses Vorgehen die Tabula-rasa-Methode. Als Tabula rasa versteht man eine Situation, in der das bisher Gewesene getilgt wird, um einen unbelasteten Neubeginn wagen zu können. In der Philosophie ist Tabula rasa der ursprüngliche Zustand der Seele, ehe diese durch Eindrücke und Erfahrungen geprägt wird.

Die 6 Schritte der Tabula-rasa-Methode

Es spielt keine Rolle, ob Du Dir einen ganzen Raum oder nur eine Schublade vornimmst. Das Ausmisten nach der Tabula-rasa-Methode erfolgt stets nach dem gleichen Muster.

  1. Entscheide Dich, welchen Bereich Du ausmisten möchtest. Das Badezimmer, den Kleiderschrank oder doch lieber die Krimskrams-Schublade?
  2. Räume den auszumistenden Bereich komplett leer. Die ganzen Gegenstände sollten aus Deinem Sichtfeld, aber dennoch gut erreichbar sein, z. B. in Umzugskisten in der Abstellkammer.
  3. Mache nun den leer geräumten Bereich gründlich sauber. Das gelingt schneller und einfacher als sonst, da ja nichts im Weg steht.
  4. In den folgenden Tagen und Wochen holst Du nur die Gegenstände zurück, die Du unbedingt benötigst.
  5. Entweder machst Du solange weiter, bis Dir nur noch selten Gegenstände fehlen. Oder Du legst vorab einen Zeitraum fest, etwa einen Monat oder ein viertel Jahr.
  6. Abschließend schaust Du all die Gegenstände durch, die Du in den letzten Wochen nicht angerührt hast. Ein paar wirst Du vielleicht noch in Dein Leben zurückholen, die meisten kannst Du bedenkenlos wegwerfen, verschenken, spenden oder verkaufen. Bist Du Dir bei einem Gegenstand nicht sicher, kommt er zurück in die Umzugskiste, die dann in den Keller oder Speicher wandert. Du solltest Dir aber einen Termin in ein paar Monaten im Kalender eintragen, an dem Du die Kiste nochmal durchschaust.

Ausmisten nach der Tabula-rasa-Methode

Beispiel Badezimmer

Ich habe mit Hilfe der Tabula-rasa-Methode schon selbst ausgemistet. Am Beispiel meines Badezimmers beschreibe ich meine Erfahrungen.

Zu Beginn räumte ich das Badezimmer komplett leer und deponierte die Gegenstände in einem großen Karton in einer Ecke meiner Küche. Danach putzte ich gründlich das Bad, die Regale und das Hängeschränkchen. Die folgenden vier Wochen brachte ich all das in das Badezimmer zurück, was ich benötigte: Handseife, Handtuch, Zahnbürste, Zahncreme und Toilettenpapier (am 1. Tag), Duschgel, Duschtuch, Kamm und Deo (2. Tag), Rasieröl, Rasierhobel und Eau de Toilette (3. Tag), Waschmittel (5. Tag), Taschentücher (6. Tag), und Nagelschere (8. Tag), Badezusatz (12. Tag), Pflaster (17. Tag), Teebaumöl (25. Tag). Nach den vier Wochen schaute ich mir die Gegenstände im Karton an. Mehr als die Hälfte hatte ich nicht angerührt. Das Erste-Hilfe-Set, die Nagelfeile, das Körperöl und eine ungeöffnete Tube mit Shampoo schafften es zurück ins Badezimmer. Den Rest entsorgte ich – darunter einen alten Rasierapparat, ein komisch riechendes Parfüm, eine Bürste, einen defekten Reiseföhn, abgelaufene Medikamente, mehrere Kosmetikproben und leere Tiegel.

Fast alles, was heute in meinem Badezimmer steht, passt in das Hängeschränkchen und verwende ich regelmäßig. Ich achte darauf, nur Artikel zu kaufen, die ich benötige. Ich habe mir das für meinen gesamten Konsum zur Gewohnheit gemacht, um nach dem Entrümpeln nicht in die Falle des schleichenden Zurümpelns zu tappen. Für Wohnungshüter ist mir meine Zeit und mein Geld einfach zu schade.

Mehr Platz und Lebenszeit, mehr Geld und Freiheit

10.000 Gegenstände bunkert der Durchschnittseuropäer – Tendenz steigend. Wir schalten offensichtlich den gesunden Menschenverstand ab, sobald wir uns in die Fußgängerzone, ins Einkaufszentrum oder zum Online-Shopping begeben.

Mit der Tabula-rasa-Methode findest Du heraus, welche Gegenstände Du wirklich benötigst und welche Du überhaupt nicht verwendest.  Du musst allerdings Geduld aufbringen, denn der gesamte Ausmist-Prozess läuft über mehrere Wochen. Hältst Du durch, wirst Du staunen, wie wenig Du eigentlich zum Leben und Glücklichsein brauchst. Nach dem Pareto-Prinzip verwenden wir mindestens 80 % der Zeit nur eine Auswahl von maximal 20 % unseres Besitzes. Man muss man nur den Kleiderschrank oder die Büchersammlung durchschauen, um dieses Phänomen zu begreifen.

Hast Du Dich nach dem letzten Schritt der Tabula-rasa-Methode vom Ballast getrennt, kannst Du die Früchte des Ausmistens ernten: Mehr Platz und Lebenszeit, mehr Geld und Freiheit.

Ausmisten nach der Tabula-rasa-Methode

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{ 96 Kommentare }

  • Thorsten 9. Dezember 2017

    Hallo Christof,

    wie belastend so ein überfüllter Raum sein, habe ich am eigenen Leib gespürt. Unser Schlafzimmer war voll mit Schränken und Schränke waren übervoll. Das hat u.A. dazu geführt, dass ich kaum noch in meinem Bett oder überhaupt geschlafen habe.

    Wir haben dann ähnlich wid von der beschrieben die Schränke leer gemacht und nur das reingetan, was noch angezogen wird. Acht Säcke kam in die Altkleidersammlung und zwei Säcke kamen in den Müll.

    Ich bin gerade in einer Klinik (u. A. wegen meiner Schlafstörungen). Ich bin hier zum ersten Mal auf deinen Blog gestoßen. Passt ja irgendwie. Zum Thema Badezimmer fällt mir deshalb ein, dass ich dort schon einen gewissen Minimalismus pflege. Ich habe nämlich alles von mir und es passt alles in meinen Kulturbeutel.

    Grüße aus verschneiten Harz

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    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Hallo Thorsten,

      dann erst mal willkommen auf Einfach bewusst und werde schnell wieder gesund!

      Mehr Kosmetikartikel als die, die in einen Kulturbeutel passen, braucht man – zumindest als Mann ;-) – wirklich nicht. Auf meinen Fernwanderungen habe ich so wenig dabei, wie in meine beiden Hände passen.

      Grüße aus Franken

      Christof

      Antworten
      • Christina 10. Dezember 2017

        Hallo Christof,

        toller Artikel! Ich habe noch nie nach einem bestimmten Prinzip ausgemistet, aber mir gefaellt diese Methode sehr gut. Meistens gehe ich locker nach KonMari vor und im Badezimmer fiel mir das besonders leicht, denn auch als Frau braucht man eigentlich nicht mehr, als in den Kulturbeutel passt – vorausgesetzt der Beutel ist gross genug fuer die eigenen Beduerfnisse! :-D

        Ich habe jetzt aber richtig Lust bekommen, meinen Kleiderscrhank nach Tabula-Rasa auszumisten. Ich werde das ueber ein Jahr tun, damit ich nicht versehentlich die Sommersachen weggebe. In einem Jahr wird auch wieder mal umgezogen, also passt der Zeitraum.

        Lieber Thorsten,

        alles Gute fuer dich und baldige Genesung!

        Liebe Gruesse,
        Christina

        Antworten
      • Christof Herrmann 10. Dezember 2017

        Der Kulturbeutel mancher Frauen ist größer als mein 32-Liter-Rucksack, mit dem ich dreieinhalb Monate auf dem Jakobsweg war ;-)

        Antworten
  • Anne 9. Dezember 2017

    Hallo Christoph,
    vielen Dank für deine Tipps und Anregungen.
    Mich stört es sehr, wenn ich überall Kram rumliegen habe und bekomme immer wieder Aufräum- und Ausmistanfälle und so ist es mir ein Bedürfnis, regelmäßig auszumisten. Welch eine Erleichterung, wenn man mal wieder einen langjährigen Schrankhüter in die ewigen Jagdgründe geschickt hat :-) Denn an jedes Teil in unserer Wohnung ist ja auch Lebensenergie gebunden und manchmal spüre ich es körperlich als Befreiung, wenn ich mich von etwas getrennt habe.
    Wo ich es schwierig finde, ist beim Kleiderschrank. Erstens bin ich eine Frau :-) und zweitens machen es die klimatischen Bedinungen in Deutschland erfordlich, für mindestens drei Temperaturmodelle Klamotten zu haben: für sehr heiße Sommer, für „richtigen“ Winter (also kalt und verschneit) und für die Übergangsjahreszeiten mit allen Schattierungen. Da ich eine Frierhippe bin, brauche ich im Winter besonders viele Klamotten :-)
    Wenn ich meinen Traum verwirklicht habe und in einem sonnigen Land lebe, brauche ich nur noch die Hälfte meiner Klamotten und – vor allem – auch Schuhe. Sandalen und Flip-Flops :-)
    Das Stadtleben und der Brotjob machen es auch bisweilen erforderlich, mehr als nur einen Pulli im Schrank zu haben…

    Ansonsten habe ich schon lange beschlossen, nichts mehr für die Küche zu kaufen. Meine Utensilien sind viele Jahre alt. Ich möchte einfach keinen Müll mehr erzeugen und nutze alles so lange, bis es von selbst seinen Geist aufgibt.
    Der Müll, den wir in unseren Wohnungen anhäufen, belastet später auch die Umwelt. Das ist wirklich eine Schraube, an der jede/r drehen kann.
    Wenn ich in Versuchung gerate, etwas zu kaufen, frage ich meine innere Führung, ob ich das jetzt wirklich, wirklich brauche. So oft habe ich von Innen schon ein „Nein“ bekommen und danach gehandelt.
    Wir müssen uns von der Manipulation durch die Wirtschaft befreien, die uns suggerieren möchte, dass wir bestimmte Dinge unbedingt kaufen müssen. Das können wir nur mit einem größeren Grad an Bewusstheit bewältigen.

    In diesem Sinne alles Liebe.
    Anne

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Hallo Anne,

      das „Problem“ Kleiderschrank haben wir halt täglich mindestens einmal vor Augen. Probiere doch mal meine Tabula-rasa-Methode bei den Klamotten. Du wirst sehen, dass Du v. a. Lieblingsstücke trägst. Dann fällt es sicher einfacher, Kleidung anzugeben. Ich würde den Kleidungsschrank auch auf drei Mal ausmisten – im Winter, im Sommer und in der Übergangszeit.

      Ich sehe das natürlich wie Du. Nur wer bewusster und weniger konsumiert, lebt nachhaltig. Das nachhaltigste Produkt ist stets das, dass man gar nicht kauft.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Lucia 9. Dezember 2017

    Hallo Christof! Mal wieder ein sehr schöner und wertvoller Artikel. Ich werde nach Deiner Methode genau mein Bad ausmisten. Da ist bei mir nämlich Land unter. Morgen gehts los. Liebe Grüße Eure Lucia

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Besten Dank! Bin gespannt, wie Dein Bad in einem Monat oder so ausschaut :-)

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Nancy 9. Dezember 2017

    Super Artikel! Ich habe gerade überlegt, dass ich diese Methode sicher auch gut bei unserem bevor stehenden Umzug anwenden könnte… ich reduziere (und halte) ja schon seit längerer Zeit, aber da geht immer noch mehr.
    Ich bin auch immer wieder überrascht wie einfach man sich nach einiger Zeit auch von Dingen trennen kann, die man ein paar Monate vorher noch „brauchte“…
    Es wird immer mehr Luft , herrlich :-)

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Gute Idee, die Methode nach dem Umzug anzuwenden! Man müsste halt die Umzugskartons sehr gut beschriften, damit man findet, was man benötigt. Ich prophezeie, dass nach ein paar Wochen, die meisten Gegenstände noch verstaut sind. Berichte doch mal, Nancy …

      Antworten
  • Annegret Eckert 9. Dezember 2017

    Hallo, das Entrümpeln im Badezimmer fällt noch leichter, wenn man mal alles aussortiert, was schadstoff-belastet ist. Das habe ich vor kurzem mit der App Code Check gemacht: dort wird dir sofort angezeigt, welche belastenden Bestandteile in den sogenannten Pflegeprodukten stecken…zum Teil gruselig. Leichten Herzens habe ich mich von diesen Dingen getrennt. Und kaum etwas nachgekauft.

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Gute Idee! Funzt die App denn auch bei Lebensmitteln? Da ist es wohl noch kritischer, „belastende Bestandteile“ aufzunehmen.

      Antworten
      • Annegret Eckert 9. Dezember 2017

        Hallo Christof,
        Noch mal Rückmeldung zur App Code Check: ja kannst du auch für Lebensmittel einsetzen. Ist aber mit Vorsicht zu genießen. Macht am besten selbst eure Erfahrung. Es hilft aber, mehr Hintergrundwissen zu erhalten. Ich nutze das gelegentlich auch im Supermarkt als Einkaufsentscheidung: da habe ich schon so manche Produkte stehen gelassen.
        Danke für deine tollen Beiträge! Ich habe deine Seite schon mehrfach weiter empfohlen.

        Antworten
        • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

          Oh, danke fürs mehrfache Weiterempfehlen!

          Habe auf meinem Smartphone fast keine Apps, aber die hole ich mir wohl mal.

  • Marion 9. Dezember 2017

    Hallo, Christof,
    ich lese schon lange Deinen Blog und fühle wie Viele ,die hier schreiben.
    Ich arbeite in der mittleren Leitungsebene und habe festgestellt, daß frau da schnell nicht für“ voll genommen“ wird wenn man irgendwie unmodern oder gar öko angehaucht rüberkommt -gerade im Kundenkontakt oder auf Leitungsebene wird man schnell zur“ unscheinbaren grauen Maus“- ich habe mir angewohnt für die Arbeit ein paar Basics/Klassiker zu tragen , mit denen man nichts falsch machen kann und positionsangemessener wirken.
    Selbst unsere Teilzeitkolleginnen in den „unteren Rängen“ kommen meist modisch zur Arbeit – Selbstdarstellung und Auffallen ist da oft alles…
    Man muss sich dann erklären, dass man bewusst nicht jeden Trend mitmacht -stößt unterschiedlich auf ein mitleidsvolles Lächeln oder aber auch Interesse.
    Eine ruhige Vorweihnachtszeit und liebe Grüße
    Marion

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Hallo Marion,

      „gar öko angehaucht rüberkommt“ – och, das würde ich einfach als Kompliment auffassen. Es gibt übrigens auch ein paar Minimalisten, die im Beruf bewusst jeden Tag das gleiche (aber nicht das selbe ;)) anziehen, obwohl sie keine Uniform o. ä. tragen müssen. Auch eine Journalistin hat das mal ein Jahr lang getan und in einem Artikel über ihre Erfahrungen berichtet.

      Dir auch eine entspannte Zeit vor den Festen

      Christof

      Antworten
  • Maria Widerstand 9. Dezember 2017

    Hallo Christof!

    Ich habe dieses Jahr auch sehr intensiv entrümpelt und bin bis auf den Dachboden mit allem einmal durch (daran arbeite ich gerade). Im Grunde habe ich es auch ähnlich gemacht. Alles raus räumen, sauber machen, und dann jedes Teil in die Hand nehmen und entscheiden ob es wieder zurück darf oder weg muss. Im Laufe dieses Jahres habe ich über 5.000 Dinge verschenkt.

    Die Möglichkeit, die Entscheidung auf später zu verschieben und die Dinge eine zeitlang weggepackt zu haben, hat durchaus auch etwas, dem kann ich viel abgewinnen. Interessanter Ansatz!

    lg
    Maria

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Hallo Maria,

      wenn Du eine Durchschnittseuropäerin bist, müsstest Du noch rund 5.000 Gegenstände besitzen :)

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Maria Widerstand 19. Dezember 2017

        Hallo Christof!

        Ich befürchte, dass ich noch deutlich mehr als 5.000 Dinge besitze. (Aber das hängt natürlich immer davon ab, wie man es zählt)

        Daher bin ich mit dem Entrümpeln auch noch nicht da angekommen, wo ich gerne hin will. Aber ich nähere mich :-D

        lg
        Maria

        Antworten
  • Undine 9. Dezember 2017

    Hallo Christoph,
    ich habe eben deine Tabula-rasa Methode gelesen.
    Ich glaube ich werde jetzt auch damit beginnen meine 4 Wände
    etwas zu befreien.
    Vielen Dank für die guten Tipps!
    Ich bin zwar noch ein „entrümpelungs Greenhorn“
    aber ich bin zu dem Schluss gekommen dass weniger mehr ist.
    Viele Grüsse aus Bern
    Undine

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Dezember 2017

      Undine, welch schöner mystischer Name! An Bern bin ich übrigens auf meinem letztjährigen Jakobsweg Jakobsweg um wenige Kilometer vorbeigeschrammt.

      Nicht nur mich würde es in ein paar Wochen interessieren, wie es Dir mit den Ausmisten ergangen ist.

      Viele Grüße aus Nürnberg

      Christof

      Antworten
  • Marianne 9. Dezember 2017

    Hallo Christof!
    Vielen Dank für deinen Beitrag über die Tabula – rasa Methode! Ich habe bereits ein paar Entrümpelungsaktionen in Etappen hinter mir. Doch im Januar werde ich diese Methode austesten. Ich habe einfach noch viel zu viel Zeugs in meiner Wohnung rumstehen oder in den Schränken verstaut. Seit fast 30 Jahren bin ich im Verkauf tätig. So bin ich zum Stauraumexperten geworden, bis mich irgendwann die Dinge erdrückt haben. Heute habe ich ein neues Bewußtsein und befasse mich seit geraumer Zeit mit dem Minimalismus. Wie dumm ich war….so zu horten. Sich vom Balast zu befreien ist das Beste was man tun kann. Ich danke Dir für die wertvollen Tipps und für die Inspiration.
    Ich wünsche Dir friedvolle Weihnachten – so richtig hyggelich.

    Antworten
  • B. M. Ay 10. Dezember 2017

    Die Methode ist interessant. Ich werde sie mir im Hinterkopf behalten. Vielleicht nutze ich mein zweites (erstes 2014) KAUF-NIX-JAHR dazu sie auszuprobieren. Ein KAUF-NIX-JAHR eignet sich hervorragend zum Durchforsten der Wohnung. Sei es weil man – man kauft ja nichts! – etwas sucht, was ausgegangen ist, was man zum Reparieren braucht oder Ersatz für Defektes oder weil man in solch einem Jahr auch die Gedanken frei hat für kreatives Gestalten. Ich könnte mir das Suchen im KAUF-NIX-JAHR erleichtern, indem ich mir jeden Monat einen „Raum“ vornehme, den ganzen Inhalt im Kopf katalogisiere und dann – was nicht sowieso für die Tonne ist – an geeigneter Stelle für einen zukünftigen Bedarf deponiere. Davon hätte ich sicher auch etwas im Nachgang zum KAUF-NIX-JAHR. Ich lass mich einfach mal überraschen. 2014 war letztendlich auch ein Jahr voller Überraschungen. Ich habe durch das NICHT-KAUFEN und das Nutzen von Vorhandenem viel über mich selbst gelernt – meine Fähigkeiten und Talente aber auch meine Sorgen und richtige Ängste….

    Antworten
    • Christof Herrmann 10. Dezember 2017

      Ich habe schon den einen oder anderen Kauf-Nix-Monat eingelegt, in denen ich außer Lebensmittel und Artikel wie Toilettenpapier, Zahnpasta und Waschmittel nichts gekauft habe. Aber ein Kauf-Nix-Jahr wäre mal eine ganz andere Nummer. Ich vermute mal, dass Du noch relativ viel besitzt, da Du schreibst, dass Du öfter nach Dingen suchen musst, die ausgegangen sind oder die Du zum reparieren brauchst. Mein Kram ist mittlerweile so übersichtlich, dass ich genau weiß, was ich besitze und wo es liegt. Das erspart mir mühsames Suchen und Umräumen wie auch Fehlkäufe aller Art …

      Antworten
    • B. M. Ay 11. Dezember 2017

      Richtig, ein KAUF-NX-JAHR muss man sich „leisten“ können. In dem Sinn, dass man sich relativ sicher ist, genug von allem zu haben. Beim ersten Mal hatte ich da – allerdings nur im Bauch – so meine Zweifel. Die fallen diesmal weg. Weil ich ja weiß: Es funktioniert. Den ersten Anlauf in 2014 konnte ich relativ sicher angehen, weil ich aus „schlechteren“ Zeiten die Einstellung „Was ich nicht habe, das brauche ich nicht.“ beibehalten hatte. Mit dieser Einstellung ist das Gefühl eines empfundenen Mangels sehr schnell aufzulösen. Das gilt natürlich nicht für tatsächlichen Mangel. Der stellt sich zwangsläufig – je nach Warenpolsterdicke – über kurz oder lang ein. Auch das hatte ich schon, nachdem ich zwei Jahre mit zwei Kindern von 1000 DM monatlich gelebt habe. Beim Sozialamt hätte ich in Summe (mit Zulagen) mehr bekommen. Aber ich fand damals, und das hat sich bis heute nicht geändert, dass dieser Weg denen vorbehalten bleiben sollte, die wirklich keine anderen Resourcen (seinen sie nun physisch, psychisch oder materiell) haben. Und ich war mir damals auch sicher, dass es nach einer gewissen Durststrecke, ein Ende des Tunnels geben würde.

      Zu meinem Warenpolster: Das resultiert u. a. aus der Tatsache, dass ich meine Kleidung – unter der Voraussetzung, dass sie mir noch passt – grundsätzlich auftrage. Ich achte beim Einkauf auf Qualität und erledige nötige Reparaturen sofort. Da sind 20 Jahre Zeit vom Kauf bis zur Tonnenreife die Regel. Die letzten 20 Jahre hatte ich einen Job, bei dem es nicht egal ist in welchem Outfit man morgens erscheint. Kauft man über 20 Jahre jedes Jahr auch nur 10 Teile, die nicht zwingend gebraucht werden, sind das mal locker 200 Teile. Da erhöht dann ein KAUF-NIX-JAHR die Lebensqualität ganz gewaltig, denn es entstehen Lücken, die einfach nicht wieder gefüllt werden. Und nach dem KAUF-NIX-JAHR fiel mir die Entscheidung, diese Sorte Job, in dem ich mich nie wirklich wohl gefühlt habe, an den Nagel zu hängen, nicht mehr so schwer. Jetzt mache ich Dinge, die ich vertreten kann, die mir damit auch Spaß machen und viel Eigenproduktion im Bereich Essen und Kleidung. Ich hoffe mal, dass sich mit dem einen oder anderen KAUF-NIX-JAHR mein Warenpolster über die nächsten 20 Jahre soweit reduziert, dass sich nach meinem Ableben jeder, der das möchte, ein Erinnerungsstück mitnehmen kann, und die Wohnung damit dann auch praktisch leer ist.

      Antworten
      • Charlotte 11. Dezember 2017

        Das ist ja witzig! 2018 wird mein drittes Kauf-Nix-Jahr, da ich so wie du auf Qualität beim Kauf achte, Dinge pflege z. B. Schuhe zum Schuster bringe. Dem entsprechend habe ich auch noch sehr viele Dinge, auf die ich auch bei Nichtkonsumieren zurückgreifen kann. Interessanterweise entdecke ich dann auch wieder mal Dinge neu, die lange Zeit ein Dasein als Schrankleiche fristeten.

        Antworten
    • Christof Herrmann 11. Dezember 2017

      Berichte doch an dieser Stelle über Deine Erfahrungen mit Deinem Kauf-Nix-Jahr 2018, vielleicht immer am Ende jedes Quartals. Viel Spaß und Erfolg damit!

      Antworten
      • B. M. Ay 12. Dezember 2017

        Mach ich gerne. Jeweils zum Ende des Quartals, teilt das Jahr dann auch in sinnvolle Abschnitte.

        Antworten
  • Ruth Grunewald 10. Dezember 2017

    Hallo Christof,
    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Im kleinen habe ich diese Methode auch schon angewandt, zum Beispiel in der Küche. Da habe ich eine Schublade mit Kochutensilien ganz ausgeräumt und nach und nach nur die Werkzeuge zurück geholt, die ich benutze. Es ist eine Menge übrig geblieben, vor allem Messer, die einfach „da“ waren und von keinem benutzt wurden. Für den Kleiderschrank habe ich auch eine Methode, um Festzustellen welche Kleidungsstücke so gut wie nicht getragen werden. Ich hänge die Kleiderbügel alle von hinten auf die Stange und wenn ich ein Kleidungsstück getragen und nach dem Waschen wieder zurück hänge kommt der Kleiderbügel wieder von vorn auf die Stange. Nach einem Jahr sieht man so ganz genau welche Stücke man „schont“.

    Eine gemütliche Adventszeit
    Liebe Grüße Ruth

    Antworten
    • Christof Herrmann 10. Dezember 2017

      Hallo Ruth,

      Deine Kleiderschrankkleiderbügel-Methode gefällt mir. Nur wie machst Du das mit all den Klamotten, die liegen und nicht hängen? Zumindest bei mir sind die klar in der Überzahl.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Susanne 10. Dezember 2017

    Das sind alles super Tipps :-)
    Wenn es nur so leicht wäre… ich habe hier schon alles extremst entrümpelt – aber alles, was nun noch vorhanden ist („der harte Kern“), ist eigentlich immer noch zu viel. Nicht, dass meine Wohnung zu klein wäre – ich denke, ich habe einfach nicht den für meine Sachen passenden Stauraum.
    Zum Beispiel meine Klamotten. Da ist sicher noch etwas auszusortieren, aber alle verbleibenden Stücke sind Lieblingssachen, in perfektem Zustand und sie passen. Leider sind es einfach zu viele … aber ich mag sie nicht weggeben. Denn ich ziehe ja alle an.
    Dann meine Noten. Die benutze ich ja zum Geigespielen – aber irgendwie hab ich keinen richtigen Ort, sie abzulegen. Das fliegt einfach hier rum. Ich fürchte, ich muss doch irgendwie Stauraum schaffen (was mir eigentlich widerstrebt). Denn es heisst, ein Möbel anschaffen – oder ein vorhandenes durch ein größeres ersetzen. Beides mag ich nicht.
    Wie macht Ihr das, wenn Ihr Sachen habt, die 1. in sehr gutem Zustand sind 2. Ihr sehr mögt und 3. auch nutzt – die aber trotzdem zu viel Platz wegnehmen? Ich stecke da irgendwie in einem Dilemma – und in einer minimalistischen Sackgasse.
    Zudem, seit mein armes Katerchen Diabetiker ist, bin ich auch noch zum mega Plastikmüllverursacher geworden. Spritzen, Test-Streifen etc, Lanzetten – aber das geht leider nicht anders.
    Liebe Grüße aus der (hoffentlich nur momentanen) Minimalismus-Sackgasse :-) ich lese immer sehr gern hier und hole mir Inspirationen!
    Susanne

    Antworten
    • Christof Herrmann 10. Dezember 2017

      Irgendwie passt das für mich nicht zusammen: Du „schon alles extremst entrümpelt“, aber trotzdem ist kein Stauraum für die Dinge vorhanden, die Du wertschätzt und verwendest. Wenn Du doch so viel weggegeben hast, müsste doch Platz genug sein!

      Probiere doch mal die Tabula-rasa-Methode mit Deinen Klamotten. Dann wirst Du herausfinden, welche der Lieblingsklamotten Deinen liebsten sind und welche Du doch kaum trägst.

      Vielleicht hilft das auch zum Loslassen: In größeren Städten gibt es gemeinnützige/soziale 2nd Hand Modekaufhäuser (im Süden z. B. Vintys in Nürnberg, Erlangen, Augusburg, München, Passau). Dort gebe ich hochwertigere Markenklamotten ab, die dann für einen guten Zweck verkauft werden. Das was die nicht nehmen, gebe ich bei der Heilsarmee oder Oxfam ab.

      Happy decluttering

      Christof

      Antworten
      • Susanne 12. Dezember 2017

        Ich werd mich noch mal ranwagen ;-) aber es wird wirklich immer schwieriger.

        Antworten
  • Alexandra 10. Dezember 2017

    Hallo Christof,

    wieder mal tolle Tipps, auch in den Kommentare. Danke dafür. Ich habe schon oft überlegt, am liebsten würde ich in eine nackte Wohnung, kleines Haus ziehen und dann nur noch das reinholen, was ich wirklich brauche und schön finde, also auch sehr extrem. Aber das Zwischenlagern im Grunde aller noch vorhandenen Sachen wäre dann doch chaotisch. Ich/wir haben schon extrem ausgemistet und uns von 130 m² auf 50 m² reduziert, das finde ich schon ziemlich klasse, mir ist es irgendwie immer noch zuviel. Aber ich bleibe am Ball. Jedenfalls kommt nicht wirklich was Neues hinzu, ich versuche weiter zu optimieren, auszutauschen z. B. 2 Paar Schuhe sind gerade kaputt gegangen und waren nach Jahren durch, dafür gibt es jetzt erstmal 1 Paar neue. Ich gebe auch viel weg oder ich trag die Sachen auf die gut sind und schau dann ob ich sie wirklich ersetzen muss, oder ob das was ich dann habe reicht. Es motiviert mich immer wieder weiter zu machen, am Ball zu bleiben, wenn ich solche Artikel lese, deshalb gerne immer wieder!

    Antworten
    • Christof Herrmann 10. Dezember 2017

      Ohne Witz, aber oft sind die Kommentare interessanter als der Blogartikel selbst! Doof nur, dass ich immer Artikel schreiben muss, damit ihr schlaue Kommentare hinterlasst :-)

      Antworten
  • Elke 10. Dezember 2017

    Hallo Christoph,

    ich lese deine Artikel und auch andere zum Thema Minimalismus seit ca. einem halben Jahr mit. Heut morgen musste ich lachen, ich habe es in zwei Etappen geschafft, den Kleiderschrank zu entrümpeln: Im Sommer die Sommersachen und im Winter die Wintersachen. Herrlich, wie sich die Bügel bewegen lassen.
    Ich habe mir auch ein Ziel gesetzt: Es wird nichts einfach weg geschmissen.
    Verkaufen, verschenken, wegschmeissen. Diese Reihenfolge halte ich ein.
    Was Neues gekauft hab ich schon lange nicht mehr. Ich schaue immer zuerst bei Wohltätigkeits-Basaren, da haben wir hier 3 bis 4 im Jahr in der Gegend. Da habe ich für 80 Euro bestimmt 15 Teile Kleidung gekauft. Alle Sachen waren nicht oder nur kaum getragen. Seit ich das so mache, reicht mir auch das Geld gut zum Leben aus.Derzeit bin ich am Regal im Wohnzimmer dran, es wird immer leerer.
    Mein Bad habe ich schon durch sortiert. Ich kaufe nur Naturkosmetik, gehe mit dieser sparsam um und kaufe erst neu ein, wenn das alte Produkt völlig leer ist.
    Ich kaufe nichts auf Vorat, somit habe ich immer eine gute Übersicht.

    Ich wünsche dir eine schöne Adventszeit und freue mich schon jetzt auf deinen nächsten Artikel.

    Antworten
    • Christof Herrmann 10. Dezember 2017

      Hallo Elke,

      schön, dass Du so viel Second Hand kaufst. Mir fällt das schwer. Klamotten für große Männer findet man auf den Basaren. Tauschbörsen und Second-Hand-Läden nicht so leicht. Oder sind meine modischen Ansprüche zu groß. Vielleicht hat ja jemand einen guten Tipp für mich für den Raum Nürnberg/Fürth/Erlangen.

      Viele Grüße

      ChristoF

      Antworten
      • Anne 11. Dezember 2017

        Hallo Christof,
        Ja, es ist so: für Männer gibt es kaum ein Angebot an gebrauchter und guter Kleidung. Bei uns gibt es den Weiberkram und andere Second Hand-Märkte für Frauen und ich kaufe dort schon seit Langem meine Kleidung.
        Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Männer einen Markt für Männer veranstalten. 😉 Da fällt mir jetzt nur Oxfam ein, wo ich auch schon tolle Kleidung gekauft habe und die auch Männerklamotten haben. Ob die Qualität und das Design dort stimmen, kann ich jetzt nicht sagen.
        LG, Anne

        Antworten
  • Thomas 10. Dezember 2017

    Ein schöner Artikel, der gute Ideen für weiteres Ausmisten liefert. My Stuff fand ich Klasse und der staubtrockene, finnische Humor tat da sein übriges hinzu. Aber ja, der Film ist ein minimalistisches Selbstexperiment und keine konfrontierende Konsumkritik. Trotzdem liefert er gute Ansätze, den eigenen, überfüllten Lebensstil zu überdenken und bietet gute Unterhaltung. Ich denke, der Film hat meine ganze Familie inspiriert, materiell zurückzufahren und den Besitz auf ein verträgliches Maß zu reduzieren. Ein Prozess, der Jahre dauern wird, aber es dauerte auch Jahrzehnte, alles nach und nach anzuschaffen.
    Der größte Wermutstropfen an der ganzen Sache ist dabei nichtmal, dass man die überflüssigen Sachen weggibt, sondern dass man sie irgendwann überhaupt erst anschaffte und dann womöglich nie gebraucht / benutzt hat und die Nutzungsdauer / der Gesamtnutzen in keinem Verhältnis zum Anschaffungspreis standen. Mit den Dingen, die wir besitzen sind immer auch unsere Lebenszeit und Lebensenergie verbunden. Will ich viel besitzen, muss ich viel davon aufwenden. Reicht mir wenig, habe ich mehr Energie und mehr Zeit für andere Dinge, kann mich irgendwo engagieren oder einem sinnstiftenden Hobby nachgehen. Die Erwerbsarbeit, der Tausch von Arbeitskraft und Zeit gegen Geld, soll uns das Leben in der modernen, arbeitsteiligen Gesellschaft ermöglichen. Es liegt an uns, wieviel wir bereit sind in diesen Tausch zu investieren, wenn wir an der Stellschraube „Eigenverbrauch“ drehen können.
    Moi Moi!

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    • Christof Herrmann 11. Dezember 2017

      Ach, hinterher ist man doch immer schlauer. Die Vergangenheit kann man eh nicht mehr ändern. Nur im heute und für die Zukunft leben. Deswegen einfach den Wermutstropfen wegwischen und sein Ding mit den wenigeren Dingen durchziehen :-)

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  • Dirk 11. Dezember 2017

    Wie geht ihr mit Dingen um, die zwar nicht gebraucht werden, aber idellen Wert haben. Das Abi T-Shirt, besondere Geschenke, gebasteltes von den Kindern usw.

    Gruss, Dirk

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    • Anne 11. Dezember 2017

      Da solche Dinge der Krüngelkram sind, der die Schubladen füllt, schmeiße ich sie iwann weg. Kinder werden größer und ihre Gemälde ändern sich. Man kann das schönste oder die beiden schönsten Bilder aufhängen oder eine Mappe/Schublade anlegen, die man dann einmal im Jahr gemeinsam mit den Kindern ausmistet. Kinder leben noch mehr im Augenblick und halten nicht so am Alten fest – es sei denn, es wird ihnen von den Erwachsenen vorgelebt.
      Ja, und ein Abi-Shirt ist ja iwann auch nicht mehr aktuell. Es ist wichtig lozulassen und die Vergangenheit nicht auf Jahre mit sich herumzuschleppen. Das belastet und macht unfrei!

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    • Christof Herrmann 11. Dezember 2017

      Ich sehe das ähnlich wie Anne. Wenn man loslassen will, dann muss man sich halt auch von Erinnerungsstücke trennen können. Ist die Erinnerung „wichtig“, braucht man keinen Gegenstand, um sich daran zu erinnern. Deine Abi-Zeit wird Dir ja auch ohne Abi-T-SHirt präsent bleiben. Allerdings habe ich selbst doch ein paar Dinge aufgehoben. Es sind besondere Erinnerungsstücke und originelle Unikate, die in einen Schuhkarton passen. Man kann auch Fotos von den Erinnerungsstücken machen, dann sind sie zumindest schon mal physisch weg. Oder Du hebst pro Person und pro besonderes Erlebnis je ein Stück auf. Ein Foto von Oma und Opa, die Muschel aus dem tollen Urlaub auf Teneriffa usw.

      Gruß

      Christof

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      • Helga 13. Dezember 2017

        Fotos von Erinnerungsstücken machen, ist ne tolle Idee, muß ich mir merken

        Ich miste immer nach der Devise aus: was ich 2 Jahre nicht „angesehen“ hab, kann getrost weg ( es sei denn, es hat echt ideellen Wert und davon hab ich nicht so viel)

        Vieles verschenke bzw. spende ich, ist zu schade zum Wegwerfen. hat schließlich alles mal Geld und Rohstoffe gekostet

        Antworten
    • Petra 11. Dezember 2017

      Hallo Dirk,
      dieser Bereich bereitete mir am Anfang auch die meisten Probleme. Mittlerweile, nach diversen Runden ausmisten über drei Jahre verteilt, geht es besser. Beim Abi-T-Shirt muss es nicht das Shirt selbst sein, ein Foto, auf dem man es damals trug, findet sich eh in einem Album.
      Andenken hat man oft mehrere für eine Person, da hebe ich das auf, das mit den schönsten Erinnerungen verknüpft ist oder das, welches mir am besten gefällt :-).
      Habe dieses Wochenende alte Post aussortiert, alles nochmal angeschaut und überflogen, und nur von besonders nahestehenden Personen 1 bis drei besondere, persönliche Karten oder Briefe behalten. Hübsche Geschenke behalte ich manchmal eine Weile, da darf dann auch mal was ein paar Monate rumstehen und ich freue mich daran, aber wenn was neues ins Haus kommt, wird das alte weitergegeben. Aus meinem nahen Umfeld wissen mittlerweile alle, dass ich Stehrümchen nicht mag und mich über einen Gutschein fürs Schwimmbad sehr freue, da kommt auch deutlich weniger Kram. Jeder findet da seinen individuellen Weg, wenn nicht direkt ein Umzug ansteht, kann man sich ja auch etwa Zeit lassen.
      Viele Grüße Petra

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    • Dirk 11. Dezember 2017

      Ich danke euch allen für die vielen guten Ideen! Damit ist die nächste Zeit schon mal verplant: hier im Blog noch weiter lesen, die anderen Methoden begreifen und dann Stück für Stück loslassen…

      Danke – und uns allen eine gute Zeit!

      Antworten
    • Charlotte 11. Dezember 2017

      gerade zum Entrümpeln von Erinnerungsstücken brauche ich eine bestimmte Stimmung, damit da überhaupt etwas weg kommt. Irgendwie seltsam.
      Ich gehe auch diese Ecken in unregelmäßigen Abständen durch und im Regelfall können dann Dinge „gehen“, die ich 8 Monate vorher auf alle Fälle noch „gebraucht“ habe. Was bei mir wichtig ist, nicht wieder in diesen Mechanismus des Hortens zu verfallen.

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  • Franziska 11. Dezember 2017

    Lieber Christof,

    das ist mal wieder ein echt toller Artikel und kommt gerade zur richtigen Zeit, um mich mal wieder zum Ausmisten zu motivieren. Irgendwie komme ich da nicht so voran, wie ich will. Ich hatte vor einiger Zeit schon Klamotten und Bücher nach KonMari aussortiert, aber seitdem ist nicht mehr viel passiert. Deshalb versuche ich es jetzt mal nach diesem Prinzip.

    Gestern war ich schon fleissig und habe ein paar Dinge, die noch Geld bringen können, online zum Verkauf angeboten. Die hatte ich gedanklich schon seit zwei Jahren aussortiert und seitdem stehen sie in meinem Arbeits-/Gästezimmer, das dehalb nur noch eine Rumpelkammer ist. Auch in der Küche habe ich jetzt etwas ausgemistet und noch zwei Kartons für den Tierheimflohmarkt gepackt. Wenn es für einen guten Zweckist, fällt mir das Loslassen gleich leichter!

    Danke für die Motivation, die ist bei mir echt Mangelware ;-)

    Liebe Grüße,
    Franziska

    Antworten
  • Dedje 11. Dezember 2017

    Ja, ja,das Ausmisten ist so eine Sache. Für emotionale Gegenstände, wie Kleidung oder Erinnerungsstücke würde ich die Konmarie- Methode empfehlen. Nur die Sachen, die ein glückliches Gefühl auslösen, dürfen bleiben. Das Abi-Shirt würde ausgiebig befühlt und geknuddelt und die dabei aufkommenden Gefühle beobachtet. Wenn man an seine blöden Klassenkameraden denkt, die man eigentlich sowieso nicht mochte, kann es weg, wenn man denkt, ach wie schön war das damals, bleibt es. So umgibt man sich nur mit positiven assoziierten Dingen. Leider funktioniert diese Methode nicht so gut bei funktionalen Dingen. Nein, mein Staubsauger macht mich nicht glücklich. Und da kommt die tabula-rasa-Methode ins Spiel, die wirklich die Gebrauchshäufigkeit und den Bedarf des Gegenstandes abbildet. Jetzt weiß ich endlich, warum ich beim Badezimmer immer steckengeblieben bin.
    Dir, lieber Christof , vielen Dank für deine wunderbare Seite, die mich immer wieder motiviert, dranzubleiben.
    LG aus Ostfriesland, Dedje

    Antworten
  • petra 11. Dezember 2017

    Hallo Christof, ich hatte ein sehr erfolgreiches Wochenende, in Bezug auf das Ausmisten jedenfalls :-)
    Eines der Teilprojekte war Tabula Rasa mit einem kleinen Regal im Wohnzimmer. Am Ende war es so, dass die übrig gebliebenen Teile mühelos Platz an anderer Stelle fanden – es ist mittlerweile doch schon luftig bei mir – und das Regal selbst in den Keller wanderte.
    Es hat mich verblüfft, die Idee kam mir vorher gar nicht, ich habe mir eher über andere „Baustellen“ den Kopf zerbrochen.
    Ganz wunderbar, mehr Raum im Wohnzimmer und zweimal weniger ums Eck zu putzen.
    Erfreute Grüße
    Petra

    Antworten
  • Christof Herrmann 11. Dezember 2017

    Nun kapituliere ich doch vor der Flut an Kommentaren ;-)

    Besten Dank für Eure Ergänzungen, Franziska, Dedje und Petra!

    Ich freue mich, dass der eine oder andere mit der Tabula-rasa-Methode bereits erste Erfolge feiern konnte!

    Das Buch mit der Konmari-Methode werde ich mir in der Bücherei ausleihen.

    Einfach bewusste Grüße

    Christof

    Antworten
  • Besitzloser 12. Dezember 2017

    Hallo,

    intressant, wieviele Reaktionen Minimalismus-Artikel immer hervorrufen! Zum Glück tut sich da viel in dieser Gesellschaft.

    Zum Thema hier: Ohne jetzt irgendjemand angreifen oder kritisieren zu wollen – ich kann dieses teilweise Extrem-Klammern an „materialisierten Erinnerungen“ nicht verstehen. Man hat doch die ganzen positiven Erinnerungen an schöne Momente, Wahrnehmungen usw eines positiven Ereignisses IN sich, und kann sie jederzeit bei entsprechender Laune zulassen, überall, jederzeit. Dafür muss man doch nicht in den Keller gehen und alte T-Shirts rauszusuchen, oder ehemalige Gebrauchsgegenstände, mit denen ich etwa in der 12. Klasse tanzen war usw, anzustarren.
    Wenn ich hier und anderswo in Kommentaren zu Aufräum-Artikeln oft lese, wie anstrengend und immens zeitaufwändig das Entrümpeln für viele ist, wie viele Leute an allen und alten Dingen buchstäblich klammern und gleichzeitig in (!) ihnen ersticken, wie sie um jedes Foto, jeden Brief, die 300. Tupperschüssel, innerlich wie äusserlich mit sich selber kämpfen, oft jahrelang – wie gesagt, ich möchte wirklich niemand zu Nahe treten, aber ich kann das nicht verstehen. Und das kann doch so auch nicht der Sinn sein, sich von in vielleicht 20 Jahren geistiger Konsumumnachtung angeschafftem Zeug zu „befreien“.

    In einigen amerikanischen Minimalismus-Blogs haben sich nach den verheerenden Wirbelstürmen und Feuersbrünsten dieses Jahres in den USA, immer mal wieder Leute zu Wort gemeldet, die in diesen Naturkatastrophen ihr buchstäblich gesamtes Hab und Gut unrettbar verloren haben. Die Äusserungen dieser Leute dazu finde ich nicht nur intressant, sondern geradezu wegweisend: Natürlich bedauern sie den Verlust von Dingen, Dach über dem Kopf und so, ganz klar, und das wünscht man echt niemandem. Aber viele fühlen sich nebenbei auch unendlich erleichtert von all den Dingen, die einfach von Feuer und Wind unrettbar vernichtet wurden, und die so niemand je wiederbeschaffen kann, geschweige denn vermissen wird. Und das geht über das Glück des geretteten eigenen Lebens und der Familie weit hinaus.

    Um zu der Verknüpfung von Erinnerungen, Emotionen und Erlebnissen zu materiellen Dingen, die dabei beteiligt waren und die sich im Leben bei vielen in dunklen Kisten und vollen Regalen ansammeln, zurückzukommen: Dort müsst Ihr ansetzen, nicht im stundenlangen Betrachten eines schönen, alten Briefes oder dem Paar Schuhe vom Abiball, und endlosen Gedanken und (Trennungs-)Schmerzen, ob er weg kann oder nicht. Löst Euch von dieser Verknüpfung, denn Ihr werft nicht das Erlebnis weg, DAS kann Euch niemand nehmen, kein Feuer, kein Diebstahl, niemand und nichts.

    Ich lebe seit ein paar Jahren im wesentlichen und sehr freiwillig aus zwei grossen Taschen, mir fehlt absolut nichts. Und wenn ich irgendwo sitze, einen Sonnenuntergang betrachte und mich gelegentlich in Gedanken über länger vergangene Erlebnisse verliere, brauche ich dann keine alten Briefe, Kleidungsstücke usw betrachten, sondern habe die Gefühle und Erinnerungen in mir.

    Viele Grüsse
    Frank

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2017

      Hallo besitzloser Frank,

      besten Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Was Du schreibst, klingt plausibel. Allerdings lebst Du ja bereits „aus zwei grossen Taschen“ und hast Dich vom meisten Besitz und den Erinnerungsstücken losgesagt. Aus dieser Position zu sagen, stellt Euch nicht so an, löst Euch halt von der Verknüpfung zwischen Erinnerung und Gegenstand, gebt den Kram endlich weg, ist einfach, wird aber den wenigsten weiterhelfen. Es ist eben oft nicht so einfach, herauszufinden, was man noch braucht, was man nie verwendet, was weg kann, welche Erinnerungsstücke man behalten möchte. Ich glaube, die Tabula-rasa-Methode kann genau dabei helfen, da man direkt vor Augen hat, welche wenigen Dinge man im Laufe der Tage und Wochen überhaupt verwendet. Das könnte der entscheidende Aha-Effekt sein. „Wow, so wenige Kosmetikartikel habe ich in den letzten vier Wochen verwendet.“ Ich halte es außerdem für wichtig, dass man sich die Vorteile vor Augen führt, die ein Leben mit wenigeren Dingen und reduziertem Konsum hat (Zeitgewinn, finanzielle Freiheit, mehr Möglichkeiten im Leben, mehr Klarheit, mehr Platzt etc.). Das motiviert dann zusätzlich. Dazu gabs ja auch schon Artikel auf meinem Blog.

      Viele Grüße

      Christof

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  • Helga 13. Dezember 2017

    Hab da noch eine Frage zu der ganzen Sache:

    Mein Partner glaubt ja nun auch, alles aufheben zu müssen (man kanns ja noch mal evt. gebrauchen). Ich hab ihn auch schon paar mal aufgefordert, sich von einem Teil seines Kram zu trennen. Hui! da hatte ich aber etwas gesagt!!!

    Kann man solche Menschen überhaupt davon überzeugen, dass man dass alles gar nicht braucht?

    Antworten
    • Christof Herrmann 14. Dezember 2017

      Lass doch mal einen Ausdruck dieses Artikels mit den Kommentaren zufällig in Eurer Wohnung liegen ;-) Im Ernst, kaum jemand ändert eine Gewohnheit von heute auf morgen, schon gar nicht, wenn er dazu aufgefordert wird. Dein Partner wird selbst drauf kommen müssen, dass weniger oft mehr ist. Du kannst aber natürlich vorleben, mit wenigen Dingen auszukommen. Er wird dann mitbekommen, dass Du dadurch mehr Zeit hast, weniger gestresst bist, Dinge schneller findest usw. Irgendwann wird Dein Partner vielleicht auch auf Deinen Weg abbiegen :-)

      Antworten
      • Helga 15. Dezember 2017

        coole Idee, das mach ich gleich am Wochenende!
        Bin jetzt schon auf die Reaktion gespannt… :-)

        Antworten
    • Ursula 14. Dezember 2017

      Lass ihn ich hab die Erfahrung gemacht – ich hab angefangen einfach angefangen und mein Sohn und mein Mann haben mitgemacht. Gut ein paar Sachen „kann mein Mann schon noch brauchen“, aber ich denke es passt. Nix erzwingen.

      LG
      Ursula

      Antworten
  • Ester 14. Dezember 2017

    Hallo Christof,
    du inspirierst mich immer wieder. Wir sind jetzt in ein Haus gezogen. 80qm mehr als vorher und ich wusste nicht wohin mit dem ganzen Kram. Das ist schon traurig. Ich bin eigentlich schon seit Jahren am ausmisten, aber ich habe richtig Panikattacken beim Umzug bekommen, weil es soviel Kram war. Wir hatten ziemlich viel zwischengelagert bei meinen Schwiegereltern und haben dann alle Kisten hergeholt. Die letzten Wochen habe ich unglaublich viel aussortiert. Verkauft, verschenkt, der Caritas gegeben. Jetzt fehlt nur noch der Kleiderschrank und dann habe ich alles einmal durchsortiert. Mein Mann ist leider nicht sehr gut im Aussortieren, aber jetzt bin erleichtert, dass wir trotzdem so viel aussortiert haben. Wir haben „kluge“ Möbel gekauft, die praktisch sind und alles was nicht in die Möbel passt, musste weg. Mein Badezimmer habe ich schon vor längerer Zeit reduziert und habe angefangen Pflegeprodukte aufzubrauchen und nicht mehr nachzukaufen. Mein Geldbeutel fand das super und wir haben jetzt noch nicht mal einen großen Badezimmerschrank mehr. Mein Ziel für das Haus ist, dass wir nicht mehr anfangen alles zuzustellen und einfach generell weniger zu kaufen.

    Viele Grüße aus Bayern

    Ester

    Antworten
    • Christof Herrmann 14. Dezember 2017

      Hallo Ester,

      „einfach generell weniger zu kaufen“ ist der einzige Weg aus dem Teufelskreis des immerwährenden Ausmistens herauszukommen.

      Viele Grüße aus Franken

      Christof

      Antworten
  • Ursula 14. Dezember 2017

    Hach Tabulerase und Familienstreit (Weihnachten ich freue mich…) das muss ich Euch berichten. Vor einigen Tagen kam unser Sohn und fragte mich ob er seine Rennbahn verkaufen könne – ein Geschenk von uns übrigens und gerade mal dreimal max viermal bespielt in den Wintermonatent. Immerhin ist er 18. Ich ähm er solle sie mal holen und schauen was das WWW so hergibt wegen mir gerne. Blöderweise hat er sie bei Oma gelagert er holte sie und wurde natürlich prompt gefragt was er damit vorhabe – er dann verkaufen – baoh ich sag es Euch dann ging es ab -ja du (da meinte sie mich meine Mutter) schmeist ja eh alles weg und die Kinder haben nix für später ….
    hä ja ok. In diesem Sinne mit viel Glück ist die Bahn verkauft und Sohnemann hat Geld für einen Ersatzlaptop. Ehrlich so eine Bahn wenn er die mal in 10 oder 20 Jahren braucht da gibt es genügend Plattformen und genügend Geschäfte und wer weiß ob damit überhaupt in 10 oder 20 Jahren gespielt wird oder neue Technik….
    LG
    Ursula

    Antworten
    • Christof Herrmann 14. Dezember 2017

      Ich frage mich nur, wozu braucht der Sohnemann einen Ersatzlaptop ;-)

      Antworten
      • Ursula 14. Dezember 2017

        ähm ja deutsche Sprache schwere Sprache – sollte natürlich so gemeint sein Ersatz für seinen alten defekten.

        Antworten
  • Michael 14. Dezember 2017

    Gute Idee!

    Wir machen etwas Ähnliches… nicht immer zu 100% konsequent, aber wir bemühen uns.

    Grüße,

    Michael

    Antworten
    • Christof Herrmann 14. Dezember 2017

      Mhh, also wenn jetzt alle nach der Tabula-rasa-Methode oder Ähnlichem ausmisten und wir dann auch keinen Mist mehr kaufen, haben wir selbst zwar weniger Probleme, aber verabschiedet sich unser hanebüchenes Wirtschaftssystem ins Nirwana :-))

      Antworten
      • Helga 15. Dezember 2017

        kurz und bündig meine Antwort: NÖ!

        weil: es gibt noch genug Leute, die glauben, allen möglichen Scheiß haben zu müssen und so wird weiter Schrott und Müll produziert, die die Menschheit nicht wirklich braucht!

        Antworten
  • Petra 14. Dezember 2017

    Hallo Christof, fragt sich, ob das Wirtschaftssystem schnell genug ins Nirvana verschwindet… Ich muss mich gerade auch am Riemen reißen, durch das Reduzieren nicht neue Anschaffungen zu rechtfertigen. Da ist der Schrank für Küchenutensilien, der mittlerweile halbleer ist und durch einen kleineren, evtl. hübscheren, ersetzt werden könnte. Oder ich benutze ihn, bis er ganz überflüssig geworden ist, möglicherweise nach dem nächsten Umzug und ertrage ihn halt solange. So einen Sonos Lautsprecher fände ich auch sehr praktisch, aber der kostet halt auch was und ich bin gerade im Übergang zwischen CDs (hab schon zwei drittel aussortiert und an Momox und Rebay verschickt) und Streaming und kann mich noch nicht so recht entschließen… Du ahnst nicht, wie oft ich deinen Artikel zu dem Thema lese *seufz*
    Gruß Petra

    Antworten
    • Christof Herrmann 14. Dezember 2017

      Hallo Petra,

      meinst Du den Artikel hier? Der ist ja schon fast fünf Jahre alt. Ich streame immer noch via Sonos, habe nun aber Aktivlautsprecher, so dass ich auch keinen Verstärker mehr brauche. Höre aber Musik nur auf der Couch im Wohnzimmer und versuche dann auch wirklich ein Album anzuhören und nicht drei Dinge nebenbei zu machen. Sonoslautsprecher im Bad oder in der Küche werde ich mir sicher nicht besorgen. Muss ja nicht überall dudeln.

      Gruß

      Christof

      Antworten
      • Petra 14. Dezember 2017

        Ja, den Artikel meinte ich. Bin technisch nicht so bewandert, über so ein Thema muss ich mich erst gründlich schlau machen. Was mir widerstrebt ist, mich mit rund 10 Euro monatlich an einen Streamingdienst zu binden, solche Abos belasten mich irgendwie, auch wenn man sie monatlich kündigen kann. Ich brauche für das Thema noch eine Weile… Viele Grüße Petra

        Antworten
  • Georg 17. Dezember 2017

    Hallo Christof,

    Ich lese das zweite Mal auf deiner Website.
    Im neuen Jahr werde ich ein kauf-nix Jahr machen.

    Danke für die guten Tipps.
    MFG
    Georg

    Antworten
    • Christof Herrmann 18. Dezember 2017

      Hallo Georg,

      dann wünsche ich Dir schon mal viel Vergnügen und Erfolg für Dein Kauf-nix-Jahr!

      Christof

      Antworten
  • Gerda 26. Dezember 2017

    Hallo!
    vor einigen Tagen fand ich „Projekt 333“ in einem Buch beim Stöbern. Es ist eine Anleitung, wie man den Kleiderbedarf in den Griff bekommt. In Analogie dazu hatte ich mir vorgenommen, die Methodik auch auf Schubladen, Räume etc. anzuwenden, genauso, wie es hier beschrieben steht.
    Ich will mit den Kleidern beginnen, es gibt ein Modul für heiße Jahreszeit, für kalte Jahreszeit, für Übergangsjahreszeit.
    Die Umkehrung des Ausmistens ist eine sehr gute Idee!

    Antworten
    • Christof Herrmann 27. Dezember 2017

      Hallo!

      worum geht es bei dem Projekt 333 noch mal und wie bist Du mit der Methode zurecht gekommen?

      EBG

      Christof

      Antworten
  • Carmen 27. Dezember 2017

    Lieber Christoph, liebe Alle,

    ich bin über Deine gerade eingetroffene Email an diesen Artikel gestoßen (meisten Kommentare, obwohl es ja fast der jüngste auf deiner Seite ist – sehr interessant).

    Ich träume noch von meiner kleinen 20 m² Wohnung vor 2 Jahren, in der eine umwandelbare Schlafcouch, ein TV Board und ein Kleiderschrank drin standen, daneben eine kleine Pantryküche mit 2 Hängeschränken und im Bad gerade mal Platz für einen Waschtischunterschrank. Diese Wohnung war soooooo leer. *freu* Am Anfang bin ich dort mit meiner Reisetasche und dem TV eingezogen. Nach ca. 6 Monaten kamen dann die alten Möbel hinterher und seitdem ist es, egal wo ich bisher gewohnt hab immer das gleiche: Alle Wohnungen sind ‚vollgestopft‘ und egal wie viel ich ausmiste, ich habe das Gefühl, nicht hinterher zu kommen.

    Jetzt habe ich wieder versucht, auf Ebay Kleinanzeigen ein paar Dinge zu ein wenig Geld zu machen. Schade finde ich, das man selbst für Neuware noch nicht mal einen Bruchteil des Geldes bekommt, was es mal wert war. Andere, die sich dafür interessieren, wollen nicht mehr als 5-10 Euro ausgeben, auch wenn es von der Qualität echt locker das Dreifache wert ist (mal ganz abgesehen vom Kaufpreis). Nur weil es Billigware in Billigläden gibt kann man doch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! *grins*

    Warum ich hier eigentlich schreibe wäre nochmal eine Hilfe, auf welchen Plattformen man welche Dinge einstellen kann. Ich kenne selbst Ebay, Ebay Kleinanzeigen, Kleiderkreisel, Foodsharing und habe hier von Momox, Rebay, Oxfam etc. gelesen.
    Welche Plattformen kannst Du bzw. könnt ihr noch empfehlen? (Natürlich neben Verschenke, Tauschen, an Stiftungen weitergeben)

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch!

    Carmen

    Antworten
    • Christof Herrmann 27. Dezember 2017

      Hallo Carmen,

      wenn Du den Kram in den genannten Läden und Portalen nicht los bekommst, schauts düster aus. Denke nicht, dass es da einen Geheimtipp gibt, bei dem man noch gute Preise erzielt (Booklooker für Bücher, CDs, DVDs, BlueRays, Hörbücher und Spiele wirst Du ja kennen). Der Second Hand Markt ist einfach gesättigt. Praktisch jeder bei uns hat zu viel und bekommt immer mehr. Gerade jetzt zu Weihnachten wurden wieder Berge getauscht ;)

      Viele Grüße

      ChristoF

      Antworten
      • Carmen 10. Januar 2018

        Hallo Christoph,

        vielen Dank für den Tipp mit Booklooker! Nein, ich kenne wirklich nur die Seiten, die ich oben aufgezählt bzw. hier gelesen habe. Daher bin ich wirklich für jeden noch so kleinen Hinweis dankbar.

        LG
        Carmen

        Antworten
        • Sabine 18. Januar 2018

          Hi Carmen,

          der Nachteil von Booklooker für Verkäufer ist natürlich, dass es, wenn Du nicht gerade Bestseller oder gefragte Fachbücher anbietest, Jahre dauern kann, bis sich ein Käufer für ein bestimmtes Buch findet. Und solange stehen die Bücher natürlich weiter bei Dir rum! Ganz abgesehen von der Mühe des Packens und Verschickens (und die passenden Polsterumschläge muss man womöglich auch noch kaufen). Deswegen (ich lebe auf dem Land in Niedersachsen) spende ich Bücher entweder im Sozialkaufhaus in Celle oder gebe sie in den dortigen „öffentlichen Bücherschrank“. Der war jetzt nach Weihnachten allerdings völlig zugemüllt mit Stapeln von zerfledderten Romanheftchen – davon habe ich einige rausgenommen (und zu Hause in der Papiertonne entsorgt…), um Platz für meine etwas anspruchsvolleren Literaturspenden zu schaffen.

          LG Sabine

  • Claudia 27. Dezember 2017

    Hallo, Christoph,
    Ich habe am Samstag spontan im Küchenschrank das
    mittlerweile sehr voll gewordene Gewürzregal ausgeräumt und
    nur die Gewürze wieder reingestellt , die ich wirklich verwende.
    Es war befreiend, mich von der Verpflichtung,
    diverse geschenkt bekommene Gewürzmischungen
    zu verwenden, zu lösen.
    Das Regal ist deutlich luftiger geworden.
    Auf Wunsch meiner Frau habe ich zudem eine alphabetische
    Liste aller 40 Gewürze erstellt und in
    die Schranktür geklebt, damit wir leicht
    sehen, ob wir das gesuchte Gewürz haben.
    Die Gewürze habe ich wie bereits zuvor
    wieder alphabetisch sortiert, das hat sich über die
    Jahre bewährt.
    Es war jetzt keine große Sache, aber ich
    bin ganz glücklich, hat mich die Enge und die
    ungenutzten Gewürze seit Langem belastet .
    Viele Grüße Claudia

    Antworten
    • Christof Herrmann 27. Dezember 2017

      Hallo Claudia,

      prima, nur verwenden Du und Deine Frau wirklich 40 Gewürze? … Ich habe gerade bei mir nachgezählt. Komme mit 18 aus.

      Viele Grüße

      ChristoF

      Antworten
  • Tina 2. Januar 2018

    Ich lese seit letztem Jahr auf deiner Seite. Ich war vorher oft unglücklich und unausgeglichen. Mich hat der materielle Überfluss überfordert.
    Alles in der Wohnung vollgestopft, besonders schlimm ist im Kleiderschrank.
    Ich habe letztes Jahr schon mit dem Ausmisten begonnen:
    Abgelaufene, nicht mehr benötigte Arzneimittel entsorgt, Vorräte an Lebensmittel verbraucht und nicht gleich wieder nachkaufen, weil es im Angebot ist.
    Es ist wirklich befreiend und spart Geld, wenn man erst nachschaut, was wirklich benötigt wird, bevor man losstürmt und einkauft, um dann festzustellen, dass es unnötig war, weil noch genug im Vorratsschrank war.
    Vorher habe ich auch zu viel Kosmetikprodukte gekauft, die ich dann noch nie genommen habe. Jetzt schaue ich erst nach, ob noch genug da ist bevor ich welche kaufe.
    Gestern habe ich jetzt mal den Kleiderschrank ausgemistet und habe Kleidung, die ich schon seit Jahren nicht mehr getragen habe, in die grünen Plastiksäcke (für Glas) getan (3 volle Säcke). Diese habe ich jetzt in den Abstellraum getan, um zu schauen, ob ich im laufe des Jahres etwas vermisse. Alles, was ich bis 2019 nicht anrühre, kommt zur Kleiderspende oder wird verkauft.
    Ich fühle mich jetzt befreit und zufrieden. Es ist erstaunlich, wie viel Platz ich jetzt im Schrank habe.

    Antworten
    • Christof Herrmann 3. Januar 2018

      Weniger Kram, mehr Platz, Zeit, Freiheit, Geld und Zufriedenheit. Schön, dass Du auch auf dem Weg, Tina. Im nächsten Schritt empfehle ich, ein Regal, ein Schränkchen oder ein anderes Möbelstück loszubekommen. Dann musst Du weniger entstauben und hast mehr Raum zum Atmen :-)

      Antworten
  • Stefanie 6. Januar 2018

    Hallo Christof,
    was habe ich gerade gelacht an der Stelle, als Du den Selbstversuch mit dem Inhalt Deines Badezimmers las. Köstlich geschrieben! Danke für Deine Inspirationen. Ich lese sie schon länger und jetzt musste ich einfach kommentieren.
    Liebe Grüße
    Stefanie

    Antworten
    • Christof Herrmann 6. Januar 2018

      Hallo Stefanie,

      Du hast aber eine skurrilen Humor! Im Ernst, besten Dank für Deinen ersten und hoffentlich nicht letzten Kommentar ;-)

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • zonebattler 9. Januar 2018

    Hihi, nachdem ich oben die minimalistische Küche im Bilde bewundert hatte, habe ich sie eben auf unsplash.com gesehen und dabei bemorken, daß es gar nicht die Deine ist, sondern Du Dich vielmehr in deren Fundus bedient hast. Nix dagegen einzuwenden, sind ja frei zu verwendende Fotos. Bin aber beruhigt, daß Du als praktizierender Minimalist, Fernwanderer und eifriger Blogger nicht auch noch Profi-Fotograf bist. Das hätte mich dann doch etwas neidisch gemacht, denn soviele Tätigkeiten und Talente bringe ich nicht in meiner wachen Lebenszeit unter… ;-)

    Antworten
    • Christof Herrmann 9. Januar 2018

      Hehe, meist verwende ich eigene Fotos, aber in dem Fall habe ich tatsächlich CC0-Fotos verwendet ;-)

      Antworten
    • Anne 9. Januar 2018

      Huhu, „bemorken“ ist ja auch eine interessante Wortschöpfung 😊

      Antworten
      • zonebattler 9. Januar 2018

        Ist ein Hobby von mir, Minimalismus im Materiellen und überbordender Überfluß im Sprachlichen schließen sich ja nicht aus…

        Antworten
  • Susanne 21. Januar 2018

    Lieber Christoph,
    Hast du inzwischen die Konmari-Methode mal nachgelesen? Ich fand die sehr gut!
    Leider stosse ich bei meinen Ausmistbemühungen weiter an meine Grenzen. Zu allem Überfluss habe ich heute auch etwas schon aussortiertes aus dem Karton, der zur Caritas sollte, wieder rausgefischt. Es wird doch noch gebraucht… menno :-( aber so muss ich es zumindest nicht neu kaufen!
    Demnächst habe ich 10 Tage frei, da werde ich weiter ausmisten, mit deiner Methode. Ich verkaufe allerdings nix, ich bringe alles zur Caritas…
    Bin gespannt auf deine nächsten Beiträge! Liebe Grüße,
    Susanne

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    • Christof Herrmann 21. Januar 2018

      Hallo Susanne,

      nein, die Konmari-Methode kenne ich noch nicht. Du kannst aber gerne hier berichten, worum es da genau geht ;-)

      Viele liebe Grüße

      ChristoF

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      • Costede Susanne 21. Januar 2018

        Oben wird schon in den Kommentaren darüber gesprochen. Kurz gesagt besteht die Methode darin, dass man jeden (!) Gegenstand in die Hand nimmt bzw anfasst (wirklich jeden) und sich fragt „löst dieser Gegenstand bei mir Freude / Wohlbefinden aus?“ wenn ja: dann bleibt er. Kommen ungute Gefühle (oder gar keine) auf, darf der Gegenstand gehen.
        Tja, und da habe ich auch schon mein Problem: zwar konnte ich Unzähliges so aussortieren, aber das Verbleibende ist nun der „harte Kern“ (= Wohlbefinden!). Und es ist immer noch viel zu viel.
        Eben habe ich das Bad „ge-tabula-rasat“, es ist nun sauber… aber aussortiert habe ich nur ein Schächtelchen in der Grösse einer Streichholzschachtel. Alles andere wird nun mal gebraucht und ist in täglicher Benutzung oder der (kleine) Vorrat. Gut, im Bad ist auch wirklich nur wenig, und alles wird genutzt.
        Das Problem sind die Klamotten – ich mag sie alle und ziehe sie auch alle an, es sind halt nur viel zu viele. Grrrrr…

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      • Christof Herrmann 21. Januar 2018

        Warum machst Du nicht einfach eine Konsumdiät auf unbestimmte Zeit, kaufst also nur noch etwas, wenn Du es wirklich brauchst, nicht ohne „überleben“ kannst. So werden im Laufe der Zeit die Gegenstände, die bei Dir ständig in Gebrauch sind, weniger. Mit den Klamotten müsstest Du lange auskommen.

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        • Costede Susanne 21. Januar 2018

          Ich kaufe gar nix mehr und habe allen Freunden / Familie „verboten“ mir Sachen zu schenken, die sich nicht selbst verbrauchen (Kuchen, Kinobesuch oder sowas).
          Das Problem ist der Bestand…

        • Costede Susanne 21. Januar 2018

          PS: das „ich kauf nix“ bzw nur das was unbedingt sein muss, mach ich schon lang. Gewisse Erfolge hab ich da schon: bei den Putzmitteln. Es gibt nur noch Kernseife (nichts reinigt besser), Essig und Bicarbonat zum Scheuern. Na ja, für die Wäsche das Waschpulver natürlich und für die Spülmaschine. Das ist aber nur sehr wenig. Ansonsten wird da nichts mehr angeschafft. Alles „Altputzmittel“ ist einfach verbraucht worden, das hat viel Platz gebracht.

        • Costede Susanne 21. Januar 2018

          PPS: die Kernseife (Savon de Marseille, rein pflanzlich also vegan), die kann ich nur allerwärmstens empfehlen. Sie säubert einfach alles, und wirklich kein einziges Putzmittel hat jemals meine Wohnung so sauber gekriegt :-) wo man sie in Deutschland kriegt, weiss ich leider nicht, im Internet aber sicher, notfalls aus Frankreich.

        • Christof Herrmann 21. Januar 2018

          Über Savon de Marseille habe ich schon Gutes gehört. Falls jemand einen Tipp hat, wo man die in Nürnberg kaufen kann, teste ich das mal. Online möchte ich dieses Jahr nichts kaufen, es sei denn es ist überhaupt nicht vermeidbar. Ich unterstütze lieber den Einzelhandel vor Ort.

        • Costede Susanne 21. Januar 2018

          Frag mal in Bioläden nach ;-) da kann es sowas geben. Ich nehme die von Marius Fabre (eine ganz alte Seifensiederei in Marseille, findet man auf jeden fall auch im Internet). Hier bekomme ich sie zum Nachfüllen in meinem Bioladen, es fällt also nicht mal Verpackung an :-)

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