Die minimalistische Ernährung: 7 Elemente & 7 Vorteile

Die minimalistische Ernährung: 7 Elemente & 7 Vorteile

Selbst kochen oder essen gehen? Exquisites Drei-Gänge-Menü, Wasser und Brot oder Tiefkühlpizza? Vegan, vegetarisch oder omnivor?

Genauso wenig wie es den einen Minimalismus und die eine Ernährung gibt, gibt es auch nicht die eine minimalistische Ernährung.

Du musst selbst herausfinden, welches Essen und Trinken (der einfach halber schreibe ich im Folgenden nur vom Essen) Dich und Deinen Körper (und andere) nicht belastet, Dir Genuss bereitet und Du am besten in den Alltag integrieren kannst.

Ich koche seit 30 Jahren mit Leidenschaft und beschäftige mich seit 10 Jahren intensiv mit der einfachen Lebensweise. Heute stelle ich Dir die Elemente vor, die für mich eine minimalistische Ernährung ausmachen.

1. Weniger essen

Bist Du untergewichtig oder eine Sportskanone, kannst Du zum nächsten Punkt springen. Wenn nicht, ist es wahrscheinlich, dass Du mehr Kalorien zu Dir nimmst, als Du verbrennst. Unser westlicher Lebens- und Ernährungsstil (ver)führt automatisch dazu. Weniger zu essen, muss man zunächst verstehen, dann wollen und sich schließlich zur Gewohnheit machen. Drei mögliche Ansätze: a) Reduziere nach und nach langsam die Portionen. Dein Magen schrumpft dadurch zwar nicht (wie oft behauptet wird), passt sich aber an, d. h. er “lernt” mit kleineren Portionen auszukommen, was dazu führt, dass Du schneller gesättigt bist. b) Nimm Dir die Bewohner der japanischen Insel Okinawa als Vorbild. Sie essen nur so viel, bis sie sich zu 80 Prozent satt fühlen. Diese Mäßigung heißt “Hara Hachi Bu” und ist dafür mitverantwortlich, dass auf Okinawa sowohl die Lebenserwartung als auch der Anteil der (gesunden) Hundertjährigen so hoch ist wie sonst nirgends auf der Welt. c) Iss langsam und achtsam (siehe auch 5. und 6. unten). Dein Hirn registriert erst nach 15 bis 20 Minuten, dass Du satt bist. Lässt Du Dir zu wenig Zeit, verpasst Du den Sättigungspunkt.

2. Mit wenigen Zutaten kochen

Rezepte mit meterlangen Zutatenlisten sind mir ein Graus und landen entweder im Papierkorb oder werden von mir gnadenlos minimalisiert. “Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann”, sagte der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Aufs Kochen übertragen: Einfache Gerichte mit wenigen Zutaten sind oft die besten. Probiere doch mal meine Tomatensuppe mit Linsen und Buchweizen oder dieses Spinat-Kichererbsen-Curry aus. Oder kreiere selbst ein Mahl aus maximal fünf Zutaten – z. B. aus Haferflocken, Beeren, Haselnüssen, Zimt und Wasser oder aus Kartoffeln, Kürbis, gelben Linsen, Chili und Gemüsebrühe.

3. “Gute” Lebensmittel verwenden

Ich könnte einen extra Blogartikel oder gar ein Buch darüber schreiben, was man unter guten Lebensmitteln versteht. Für mich sind das Zutaten, die den Esser, seinen Mitmenschen, den Tieren und der Umwelt so wenig wie möglich belasten oder noch besser so viel wie möglich fördern. Wenn Dir all die am Herzen liegen, solltest Du überwiegend pflanzliche, biologisch angebaute, regionale, saisonale und vollwertige Lebensmittel konsumieren. Dich erwartet eine große bunte Auswahl an frischem Gemüse, Obst und Kräutern, Kartoffeln, Getreide und Pseudogetreide, Hülsenfrüchten, Tofu, Tempeh, Nüssen und Kernen, Pflanzenmilch, frisch gepressten Säften, (gefiltertem) Wasser und Kräutertees. Diese einfachen guten Lebensmittel findest Du in jedem (Bio-)Supermarkt, in Unverpackt-Läden und auf dem Wochenmarkt. Die Ernährungspyramide und ein Saisonkalender sind hilfreiche Spickzettel für Deinen Einkauf. Tierliches, Alkohol und industriell hergestellte Nahrungsmittel wie Fertiggerichte, raffiniertes Öl, Weißmehlprodukte, Margarine und Süßigkeiten (also die desaströsen Dinge, die in vielen Einkaufswagen liegen) sollten in Maßen genossen werden.

4. Simple Zubereitung bevorzugen

Auch wenn ich gerne koche, habe ich selten Lust, stundenlang in der Küche zu stehen oder auf das Ende des Einweichens der Kichererbsen zu warten. Eine schnelle und unkomplizierte Zubereitung mit wenigen Küchenutensilien gehört einfach zu einer einfachen Ernährung dazu (wie auch der kleine Kompromiss, Kichererbsen aus der Dose oder dem Glas zu verwenden). Mehr als zwei Herdplatten hast Du dafür praktisch nie in Gebrauch. Oder wie wäre es mit einem One-Pot-Gericht wie meiner Kürbissuppe, diesem Ofengemüse oder einer Gemüse-Hirse-Pfanne? Die sind noch immer der letzte Schrei – weil sie jedem munden und der Abwasch danach nicht der Rede wert ist.

5. Langsam essen

Wir entscheiden uns heutzutage oft für ein Leben voller Termine, Aufgaben, Hektik und Stress. Kein Wunder, dass die Ernährung immer mehr zu einer schnellen Kalorienaufnahme verkommt. Langsam zu essen, ist ein Luxus, den sich Minimalisten bewusst leisten, weil er zu mehr Gesundheit, Genuss und Glück führt. Langsamkeit ist auch bei der Ernährung keine Zauberei, sondern eine Frage der Priorität und Gewohnheit.

6. Achtsam essen

Wo wir bei der Langsamkeit sind, ist es zur Achtsamkeit nicht weit. Dazu zählen, ohne Ablenkung im Singletasking zu kochen und zu essen sowie den Geschmack, den Geruch und die Struktur der Mahlzeit wieder wahrzunehmen. Meine Schwester Sabine empfiehlt diese Achtsamkeitsübung: “Nimm mindestens einmal am Tag die ersten fünf Bissen Deiner Mahlzeit bewusst und achtsam ein. Spüre zunächst in Dich hinein. Hast Du Hunger oder Appetit? In welcher Stimmung setzt Du Dich an den Tisch? Betrachte das Essen. Wie ist es zusammengesetzt? Woher stammen die Zutaten? Wie sieht das Essen aus? Führe dann einen Bissen zum Mund. Kannst Du Aromen und Gewürze riechen? Welche Empfindungen werden bei Dir ausgelöst? Nimm den Bissen in den Mund. Wie fühlt sich die Speise an? Wie ist die Konsistenz? Beginne jetzt zu kauen, aber kaue langsam. Wie fühlt sich das an, wenn die Nahrung zerkleinert wird? Wie schmeckt es? Wann entscheidest Du Dich zu schlucken? Was passiert, nachdem Du den Bissen geschluckt hast? Kannst Du jetzt noch neue Signale wahrnehmen – beispielsweise wie sich der Körper anfühlt oder ob sich die Gefühle verändern? Lasse alle Empfindungen zu, egal ob angenehm oder unangenehm. Nimm sie einfach nur wahr.”

7. Auch auswärts einfach essen

Zu einer minimalistischen Ernährung gehört also für mich, möglichst zuhause mit wenigen frischen und vollwertigen Zutaten ein schnelles Gericht zu kochen und dieses langsam, achtsam und genussvoll zu verzehren. Unterwegs ist das ebenfalls möglich. Folgendes hat sich bei mir bewährt und empfehle ich Dir: a) Nimm Reste vom letzten Essen zuhause mit (legst Du Messer und Gabel weg, wenn Du Dich zu 80 Prozent satt fühlst, wird öfter etwas übrig bleiben). b) Bereite etwas vor, z. B. eine Stulle mit einem Tomaten-Pistazien-Aufstrich oder Energieriegel. c) Hol Dir im nächsten (Bio-)Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt ein paar einfache Leckereien und verzehre sie an einem ruhigen Plätzchen. Meine Favoriten: Gemüse und Obst der Saison, Oliven, getrocknete Tomaten, Nüsse, Brot und Baked Beans. Mit einer Tupperdose oder Schraubgläsern geht das weitgehend verpackungsfrei. d) Wenn Du mehrere Tage unterwegs bist, kannst Du eine Tupperdose, ein Schweizer Taschenmesser und einen Löffel mitnehmen und ohne Kocher CouscoussalatHummus und anderes zubereiten. e) Lokale mit gesunden veganen Optionen findest Du bei Happy Cow und Vanilla Bean. Alle rein veganen Restaurants in Bayern habe ich hier, die in Baden-Württemberg hier aufgelistet.

Bonus: Was Du durch eine minimalistische Ernährung gewinnst

Wenn Du die sieben Elemente der minimalistischen Ernährung in Dein Leben integrierst, ergeben sich mehrere Vorteile – für Dich und auch für die Welt:

  • Mehr Gesundheit
  • Mehr Zufriedenheit
  • Mehr Klarheit
  • Mehr Lebenszeit
  • Mehr Achtsamkeit
  • Mehr Nachhaltigkeit
  • Mehr Empathie

Einfache Tomatensuppe mit Linsen und Buchweizen

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{ 28 Kommentare }

  • Marco Leo 21. Oktober 2018

    Mir gefällt Punkt 3 sehr gut :) Kürzer kann man die wichtigsten Punkte einer gesunden Ernährung kaum zusammenfassen! Und es ist in der Tat erschreckend einen Blick in die Einkaufswagen der meisten Leute zu werfen. Manchmal möchte ich sie am liebsten darauf ansprechen und fragen was los ist xD, mach ich natürlich nicht. Geht mich ja auch nichts an.. und doch finde ich es total traurig. Wir machen uns selbst kaputt und realisieren es nicht einmal!

    Antworten
    • Christof Herrmann 21. Oktober 2018

      In der Kürze liegt die Würze ;-) Und ja, es juckt mich auch in den Stimmbänder, wenn ich mal wieder in einen besonders “traurigen” Einkaufswagen blicke.

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  • Miriam M 21. Oktober 2018

    Hallo Christoph! Meine Ernährung ist eine Katastrophe. Andere Dinge, v. a. die Arbeit sind in den letzten Jahren wichtiger geworden. Ich muss da was ändern, weil meine Gesundheit darunter leidet. Dieser Text ist großartig, schon weil er mich aufrüttelt. Dazu die vielen Infos, Gedanken und Links. Danke. Miriam

    Antworten
    • Christof Herrmann 21. Oktober 2018

      Hallo Miriam,

      freut mich, dass Dich mein Text ein wenig aufrüttelt.

      Unser westliche Lifestyle ist darauf ausgerichtet, dass wir uns alles andere als minimalistisch und gesund ernähren. Habe diesen Artikel also auch als eine Art Erinnerung für mich selbst geschrieben ;-)

      Viele Grüße

      ChristoF

      Antworten
  • Brigitte 22. Oktober 2018

    Olivenöl in der Pfanne heiß werden lassen, etwas Paprikapulver (schmeckt bitter, wenn es zu heiß wird) ins Fett streuen und gleich darauf Tomatenwürfel dazugeben. Eine Zehe Knoblauch durch die Presse jagen, das ganze mit Salz abschmecken und dann die Herdplatte abschalten, damit das Ganze zwar gut durcherhitzt wird aber nicht verkocht. Eine Prise Herbes de Provence und schon ist das Topping für die Nudeln fertig.

    Antworten
  • Bettina Konanz 22. Oktober 2018

    Stelle gerade fest, dass ich schon lange keine grausligen Einkaufswägen mehr gesehen habe, weil ich schon lange in keinem Supermarkt mehr war. Ich liebe meine Ökokiste, das ist immer ganz spannend, was da wohl drin ist und sehr anregend. Der kleine Rest wird in unserem Minibioladen auf dem Nachhauseweg mitgenommen. Die Tomatensuppe sieht sehr lecker aus, werde ich auf jeden Fall ausprobieren.

    Antworten
    • Christof Herrmann 22. Oktober 2018

      In Nürnberg kaufe ich möglichst bio und unverpackt ein. Unterwegs auf meinen Fernwanderungen komme ich meist nur an “normalen” Supermärkten vorbei. Da tritt das “Einkaufswagen-Problem” besonders zutage ;-)

      Antworten
  • Angelika 22. Oktober 2018

    Lieber Christof,
    vielen Dank für Deine Tipps. Manches wusste ich schon vorher.
    Vor allem das mit dem schrittweisen Reduzieren der Nahrung gefällt mir. Diäten sprich totales Weglassen von Nahrung bringt nichts, weiß ich aus eigener Erfahrung. Manche Menschen lassen die Kohlenhydrate weg, essen also nie Brot, Kartoffeln etc. Halte ich ebenfalls nichts von. Also werde ich Deinen Tipp ausprobieren.

    Liebe Grüße
    Angelika

    P.S. Schade, dass Du vor allem im Süden aktiv bist (außer beim Wandern). Wäre schön, wenn es hier im äußersten Nordosten jemanden gäbe, der ähnliche Ratschläge geben könnte. Aber mal schauen, vielleicht gibt es ja sogar hier entsprechende Leute, und ich weiß es nur nicht.

    Antworten
    • Christof Herrmann 22. Oktober 2018

      Falls jemand “im äußersten Nordosten” lebt und sich mit Dir treffen und austauschen möchte, stelle ich gerne Kontakt her.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Maria 22. Oktober 2018

    Danke Christoph!
    Super Beiträge, wie immer!
    Kleine Bemerkung am Rande:
    Es heißt Tierisches!!!!😉nicht Tierliches!!!

    Antworten
    • Christof Herrmann 22. Oktober 2018

      Danke, Maria.

      Ich schreibe und sage immer Tierliches. Es heißt doch auch menschlich. Der Begriff tierlich ist zwar nicht ganz so gebräuchlich, aber durchaus korrekt. Steht auch im Duden.

      Viele Grüße

      ChristoF

      Antworten
  • JayPee 22. Oktober 2018

    Hallo Christof,

    vielen Dank für die Erinnerung und die Zusammenfassung. Bei meiner Ernährung bin ich leider noch lange nicht so minimalistisch und gesund unterwegs, wie ich es gerne wäre.

    Was ich besonders bedenklich finde: Bei uns in der Region ist es nicht leicht, an “gute” Lebensmittel heranzukommen. Was geht, ziehen wir selbst. Aber unser kleiner Garten gibt außer ein wenig Gemüse und Kräutern nicht soviel her. Obst gibt’s noch bei Eltern und Schwiegereltern. Auf dem Wochenmarkt bekommen wir noch ein paar Dinge direkt von zwei Bauern aus der Region (leider konventionell) – und dann wird es finster.

    Kein echter Biobauer in Reichweite, kein Hofladen, kein echter Bioladen, kein Unverpacktladen, nichtmal Gemüsekiste… Reformhaus mit Industriebioprodukten und dann kommen schon die Discounter.

    Was sagt das über unsere Gesellschaft aus, wenn man “gute” Produkte kaum noch bekommt, wenn man sie nicht gleich selbst anbaut?

    Ich baue gerne selbst an, ernte und lege Vorräte an. Aber bei den mir zur Verfügung stehenden Ressourcen ist eine komplette Selbstversorgung utopisch. Da wäre es wirklich schön, das was man nicht anbauen kann auch lokal kaufen zu können. Ich finde es frustrierend, dass dafür in manchen Regionen anscheinend nicht mal mehr der Markt vorhanden ist…

    Grüße
    JayPee

    Antworten
    • Christof Herrmann 22. Oktober 2018

      Hallo JayPee,

      verstehe, dass Euch die schlechte Verfügbarkeit “guter” Lebensmittel ärgert. Auf der anderen Seite macht Ihr das beste draus, was ich toll finde!

      Wie weit ist es denn bis zu den nächsten vernünftigen Einkaufsmöglichkeiten (Unverpackt-Laden, Biomarkt, Biobauer, Biosupermarkt o. ä.)? Vielleicht könntet Ihr einmal die Woche, vermutlich Samstag, dort hinfahren und das ganze als Ausflug sehen, also mit dem Velo oder den Öffis, in der Stadt gleich etwas anschauen oder ins Kino gehen.

      Wenn Du mir Deine Postleitzahl mailst, habe ich vielleicht noch eine Idee.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • JayPee 23. Oktober 2018

        Es gibt im weiteren Umkreis einige Möglichkeiten, ist aber alles mit zusätzlichem Aufwand verbunden. Ich arbeite in Hannover, da gibt es einen Biosupermarkt, der auch unverpackte Lebensmittel anbietet. Da ist aber auch Organisation nötig, da ich immer mit einer Fahrgemeinschaft unterwegs bin. Wenn schon Auto, dann möglichst voll. Und die Kollegen vom unverpackten Bioeinkauf zu überzeugen, da arbeite ich noch dran ;-)

        Extra Fahrten möchte ich gerne vermeiden, Umwelt/Zeit/Kosten. Aber gerade bei frischen Lebensmitteln kann man nicht beliebig bevorraten. Es geht, aber halt nicht so minimalistisch einfach, wie ich es gerne hätte.

        Aber jetzt habe ich erstmal ein paar Monate Zeit, mir Gedanken zu machen, was wir nächstes Frühjahr anbauen. Vielleicht kann ich da auch noch etwas optimieren.

        Es geht voran, wenn auch mühsam. Vielleicht sollte man sich mehr über die (kleinen) Fortschritte freuen, aber manchmal nervt der Aufwand einfach…

        Grüße
        JayPee

        Antworten
        • Christof Herrmann 23. Oktober 2018

          Auch mit Babyschritten statt mit Kängurusprüngen bewirkt man etwas, manchmal sogar – im doppelten Sinne – nachhaltiger :-)

          Antworten
  • Kristin 23. Oktober 2018

    Hallo Christoph,

    danke für den Artikel, der ein toller Reminder ist. Gute Lebensmittel sind (für mich) doch auch eine Geldfrage. Hier sind meine kleinen Tipps für gutes Essen bei kleinem Budget:

    Rote Linsen – günstiger Eiweißlieferant, einfach zubereitet: 1) als Dhal: indische Gewürze nach Belieben/frischer gehackter Ingwer… in Öl/Ghee kurz anrösten, Linsen + kleingeschnittenes Gemüse (Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln…) + Salz dazu und alles mit nicht zu viel Wasser gar kochen. Eventuell frische Petersilie, Koriander drüberstreuen. Schmeckt toll mit Reis. 2) im Salat: Linsen al dente kochen (ca. 8 min) und Wasser gleich abgießen. Sie behalten dann die Form und man kann sie in Salate mischen.

    Sonnenblumenkerne: in der Pfanne geröstet streue ich sie überall drüber – ebenfalls ein toller Eiweißlieferant. Ersetzen bei mir oft die viel teureren Bio-Nüsse, z.B. beim Pesto aus getrockneten Tomaten.

    Mungobohnen: aus einer Tüte lassen sich unglaublich viele Sprossen ziehen. Das geht einfach in einem großen Gurkenglas, ohne speziellen Siebeinsatz: ein paar EL Mungobohnen über Nacht in Wasser einweichen und dann morgens gut abgießen. Anschließend die Bohnen 2x täglich abspülen und jeweils wieder gut abtropfen lassen. Fertig nach ca. 2 Tagen, dann ab in den Kühlschrank damit.

    Im Büro/unterwegs: Kichererbsen aus der Dose und vorgekochter roter Beete in Würfeln ergeben mit Essig + Öl einen leckeren improvisierten Salat (leider nicht verpackungsfrei).

    Viele Grüße
    Kristin

    Antworten
    • Christof Herrmann 23. Oktober 2018

      Hallo Kristin,

      vielen Dank für Deine Ergänzungen. Das mit den Mungobohnen werde ich ausprobieren! Rote oder gelbe Linsen sowie Sonnenblumenkerne hab ich auch immer im Haus. Dal gabs erst letztes Wochenende. Neben der in diesem Artikel schon verlinkten Tomatensuppe mache ich mit Linsen z. B. noch diese türkische Suppe. In meiner veganen Bolognese ersetzen gehäckselte Sonnenblumenkerne das Hackfleisch. Schmeckt echt jedem.

      Wer noch Tipps für günstige “gute” vegane Lebensmittel (nicht Nahrungsmittel) hat, kann dies gerne hier posten.

      Viele Grüße

      ChristoF

      Antworten
  • Ursula 23. Oktober 2018

    Hallo,
    super geschrieben – vorallem “kurz” vor den Weihnachts- und Neujahrstagen”. Boah mir graut jetzt schon.
    Hier gibt es auch mal Reis – jetzt egal Wildreis, Naturreis was eben da, gekocht, Spinat angebraten und gedämpft, Zwiebel, Knoblauch je nach Geschmack Gewürze, Nüsse oder gegartes Getreide drüber je nach Geschack und so Schafskäse drüber oder Parmesan oder auch getrocknete Früchte oder Granatäpfel oder eben was da Reste etc.

    Ansonsten hier viel gutes Bio-Regionales. Vorallem unser Waldziegenhof.

    LG
    Ursula

    Antworten
    • Christof Herrmann 24. Oktober 2018

      Hallo Ursula,

      danke. Zu Reis, Spinat, Zwiebeln, Knobi und Nüssen passen auch ganz wunderbar die schon vorher gelobten Linsen. Dann kann man den Schafskäse oder Parmesan auch weglassen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Johanna 24. Oktober 2018

    Hallo Christof,

    wieder ein so guter Beitrag – danke dir.
    Ich finde es toll, wie sich die Attribute des Minimalismus auf alle Lebensbereiche anwenden lassen.

    Schön geschrieben!
    Ich mag auch das Zitat aus Punkt 2 sehr gern :)

    Liebe Grüße in den Süden,
    Johanna

    Antworten
    • Christof Herrmann 24. Oktober 2018

      Hallo Johanna,

      ein Lob von Dir, die so einmalig mit Worten umgehen kann, fühlt sich für mich wie ein Ritterschlag unter Autoren an.

      Viele liebe Grüße gen Norden

      Christof

      Antworten
  • Norbert 25. Oktober 2018

    Hallo Christof,

    vielen Dank für den tollen Beitrag. Ich bin kein großartiger Koch aber ich liebe es mit frischen Zutaten einfache Gerichte zu kochen. Und hierfür braucht es tatsächlich nicht besonders viel. Wir haben einen ganz kleinen Gemüsegarten und es ist immer wieder faszinierend wieviele verschiedene Gerichte aus wenigen Zutaten zustande kommen.

    Nur das Thema “Achtsam essen” gestaltet sich mit Kind manchmal etwas schwierig! :-)

    Viele Grüße aus Nürnberg

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Oktober 2018

      Hallo Norbert,

      toll, dass Ihr aus den wenigen Zutaten aus dem Garten so unterschiedliche Gerichte bastelt. Früher, als es noch kaum Fertigsachen und Exotisches in der Küche gab, war das üblich. Ich hatte mal ein Kochbuch aus dem 19. Jahrhundert und habe über die vielen einfachen Gerichte mit einer überschaubaren Menge an Zutaten gestaunt.

      Mein Neffe ist 11 und isst eigentlich nur Süßes und Nudeln mit Tomatensoße ;-)

      Viele Grüße ebenfalls aus Nürnberg

      Christof

      Antworten
  • Paul 26. Oktober 2018

    Mir ist der Tip zugeflogen, grundsätzlich vorzukochen. Das mache ich nun, indem ich drei Mahlzeiten für den nächsten Tag vorbereite.

    Erste Beobachtung:
    Ich bin nicht im Zeitdruck, weil ich mit dem Kochen zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig sein muß. Dadurch koche ich überlegter.

    Zweite Beobachtung:
    Ich koche nicht, wenn ich hungrig bin, sondern satt. Da ich also nicht den Hunger schnell bekämpfen muß, kann ich eine sinnvolle Mahlzeit vorbereiten, anstatt auf die Schnelle einfach irgendwas zu essen.

    Dritte Beobachtung:
    Ich bin durch die sinnvoll vorbereiteten Mahlzeiten länger satt.

    Antworten
    • Christof Herrmann 26. Oktober 2018

      Was kochst Du denn so vor? Ich finde auch, es gibt Gerichte, die man super vorbereiten kann. Bei Suppen oder Pastasaucen mache ich auch immer ein wenig mehr und essen den Rest dann am nächsten Tag. Oder wenn ich Kartoffeln kochen, gibts am nächsten Tag Bratkartoffeln oder Kartoffelsalat. Aber “grundsätzlich” kann ich mir das nicht vorstellen. Oft schmeckt es frisch besser und entscheide ich lieber spontan, was ich gerne esse.

      Antworten
      • Paul 26. Oktober 2018

        Lieber Christof,

        also, ich koche natürlich nicht alles vor. Eigentlich meinte ich, daß ich alles vorbereite (das kann auch Vorkochen beinhalten aber ich schütte nicht das Dressing am Tag vorher über den Salat), dabei überlege ich rechtzeitig und ohne Eile, was mein Körper an Ernährung braucht und die passenden Gerichte dazu und lege die Zutaten bereit. Das können auch Zettel sein mit Dingen, die bis dahin im Gefrierschrank bleiben müssen. Wenn es dann soweit ist, geht es schnell und vor Allem komme ich weg von meiner bisher ungesunden und hungergesteuerten Ernährung.

        Derzeit orientiere ich mich am YouTube-Kanal von Sophia Thiel, aber Deine Rezepte stehen auch auf der To-Do-Liste. Die bunte Hirse-Gemüse-Pfanne beispielsweise ist in den nächsten Tagen dran.

        Antworten
        • Christof Herrmann 26. Oktober 2018

          Schön, dass Du einen Weg weg von der “ungesunden und hungergesteuerten Ernährung” gefunden hast.

          Berichte gerne, wie Dir die bunte Hirsepfanne gemundet hat.

          An guaden!

          Christof

          Antworten

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