Meine Empfehlungen: SoLaWi, Tugend der Mäßigung, Hambacher Forst, Radfahr-Revolution, 13 Thesen zu unserer Zukunft, Element Of Crime …

Meine Empfehlungen: SoLaWi, Tugend der Mäßigung, Hambacher Forst, Radfahr-Revolution, 13 Thesen zu unserer Zukunft, Element Of Crime …

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist wieder ein viertel Jahr rum und Zeit für meine Empfehlungen. Verrate mir doch in einem Kommentar, was Dich in dem bunten Haufen am meisten interessiert und inspiriert hat.

Im Foto oben siehst Du den Gemüseberg, den ich kürzlich in einem SoLaWi-Depot in Nürnberg abgeholt habe. Freunde von mir sind zwei Wochen im Urlaub und überlassen mir ihren Wochenanteil an Gemüse. Die Idee hinter der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) ist, dass Erzeuger und Verbraucher wieder zueinander finden. Mehrere private Haushalte tragen die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. So bekommen die Verbraucher regionale Lebensmittel in hoher Qualität aus ökologischer Produktion sowie eine enge Verbindung mit dem Betrieb. Die Erzeuger profitieren ebenfalls, da der Absatz ihrer Ernte gesichert ist und die Betriebskosten vorfinanziert werden.

„Die Tugend der Mäßigung könnte eine wichtige Rolle spielen bei der Entwicklung einer neuen zukunftsorientierten Erzählung der Postwachstumsgesellschaft. Es besteht zumindest die Hoffnung, dass die Menschen angesichts zunehmender persönlicher (z. B. Depressionen, Burn-out, Stress u. a.) und ökologischer Krisen (Klimawandel, Artensterben etc.) in der Philosophie der Mäßigung eine Alternative zum Fortschrittsversprechen kapitalistischer Industriegesellschaft erkennen“, schreibt Thomas Vogel in seinem Buch „Mäßigung – Was wir von einer alten Tugend lernen können“ (Oekom, 2018) und in diesem Artikel auf dem Blog Postwachstum.

Was bedeutet Postwachstum und Nachhaltigkeit überhaupt? Was können wir tun, um nachhaltiger zu leben?  Warum ist es so wichtig? Diesen und weiteren Fragen beantwortet der Umweltwissenschaftler Prof. Dr. Hermann Ott in den Ringbahnsessions.

Die Situation im Hambacher Forst hat die Bürgerwerke veranlasst, ein Zeichen zu setzen: Für jeden Kunden, der bis zum 15. Oktober 2018 zu Bürgerstrom wechselt, pflanzt der Ökostromanbieter einen Baum. Die Bürgerwerke sind ein Verbund aus 15.000 Bürgern und 85 Bürgerenergiegenossenschaften und versorgen Menschen mit erneuerbarem Strom aus Sonnen-, Wind- und Wasserkraft.

Radler befinden sich in der deutschen Verkehrshackordnung ganz unten – dabei tun sie dem Staat und der Gesellschaft viel Gutes. Um trotzdem einigermaßen sicher am Ziel anzukommen, muss man zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen, etwa die sanfte Radfahr-Revolution ausrufen.

Einfach bewusst wurde von Campz in der Kategorie „Wandern in Deutschland und den Alpen“ für die Top-Outdoorblogs 2018 nominiert. Vielleicht magst Du für einfachbewusst.de oder einen der anderen Blogs abstimmen. Als Lieblingsartikel kannst Du z. B. www.einfachbewusst.de/wandern oder einen anderen meiner Outdoor-Artikel nennen. Zu gewinnen gibt es natürlich auch etwas.

Apropos wandern und Alpen, die Alpenüberquerung Salzburg – Triest hat nun einen eigenen vierteljährigen Newsletter.

Die HappyHiker Stefan und Susi wandern noch bis zum 21. Oktober rund 450 Kilometer auf dem Fränkischen Gebirgsweg. Du kannst die beiden live begleiten, denn sie haben die offizielle Facebook-Seite für dreieinhalb Wochen übernommen. Mit im Rucksack ist mein Bergverlag-Rother-Wanderführer „Fränkischer Gebirgsweg“.

Meine Fußreise vom südlichsten zum nördlichsten Punkt Deutschlands führte mich leider nicht nur durch schöne Wälder, Mittelgebirge und naturgeschützte Gebiete, sondern auch tagelang durch dicht besiedelte und landwirtschaftlich stark genutzte Regionen. Eine abwechslungsreiche Agrarlandschaft mit gesunden Böden und Erträgen, wie ich sie noch aus meiner Kindheit kenne, existiert kaum mehr. Es werden nur noch die Hybriden der drei Kulturpflanzen Mais, Raps und Weizen unter Verwendung tonnenweiser Chemikalien angebaut. In diesen subventionierten Industriegebieten gibt es keine natürlichen Kreisläufe mehr. Die Böden, das Grundwasser, die wilden Pflanzen und die Tierwelt werden vergiftet und zerstört. Der Kollaps ist bereits in vollem Gange, was etwa das Insektensterben verdeutlicht. Noch sind die Landwirtschaft und wir zu retten. Es gibt zukunftsfähige Alternativen, beispielsweise der kleinbäuerliche Bioanbau, die solidarische Landwirtschaft, Permakultur und essbare Wildpflanzenparks. Wer sich für diese Alternativen sowie weitere Vorschläge für ein Leben in Harmonie mit der Natur, unseren Mitmenschen und uns selbst interessiert, dem empfehle ich das Buch „Artgerecht – 13 Thesen zur Zukunft des Homo Sapiens“ (Kosmos Verlag, 2018) von Dr. Markus Strauß.

Es ist fünf Sekunden vor zwölf – und den meisten juckt das nicht. Deswegen haben Element Of Crime schon sicherheitshalber den Song zum bösen Finale geschrieben. Du kannst Dir „Am ersten Sonntag nach dem Weltuntergang“ hier als Video oder auf dem vorgestern erschienenen Album „Schafe, Monster und Mäuse“ anhören.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!

Ich freue mich, wenn Du auch meine Empfehlungen der letzten fünf Quartale anschaust.

Einfach bewusste Grüße

Christof

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{ 4 Kommentare }

  • Jörg 8. Oktober 2018

    Hi! Schön, dass Du wieder so unterschiedliche und wichtige Themen aufgreifst! Schaue ich nach Feierabend in Ruhe an. Das Lied läuft gerade schon. Element of crime mag ich sehr. Mach weiter so, Christof!

    Antworten
    • Christof Herrmann 8. Oktober 2018

      Mach ich.

      Wünsche Dir schon mal einen schönen Feierabend und viel Vergnügen beim Lesen.

      Beste Grüße

      Christof

      Antworten
  • Riese 9. Oktober 2018

    Hallo Christof
    Schon lange lese ich sehr gerne deinen Blog und habe auch viele Inspirationen erhalten.
    Vom Fleischkonsum bin ich seit fast einem Jahr ganz weg. Eigentlich wegen meiner Arthrose. Seither tun mir die Finger auch nicht mehr weh 😀. Aber auf Milch, Quark, Eier….
    mag ich nicht verzichten. Ich liebe frische Milch. Dafür fahre ich 2-3x pro Woche, mit dem Rad, zur Milchtankstelle. Für hin und zurück brauche ich 45 Minuten, 50 bei Gegenwind 🙄. Aber das ist es mir wert, denn Rohmilch ist ( für mich ) unheimlich lecker. Ich arbeite in einer Bäckerei, im Eingangsbereich eines Supermarktes. Die netten Damen von der Supermarktkasse packen mir, wenn ich Spätschicht habe, für 0,50€ pro ( großer) Tüte, Obst und Gemüse, welches sonst entsorgt werden würde. Dafür gibt es von mir Backwaren, die ich sonst als “ Bruch und Schwund “ abschreiben müßte.
    Die Mitarbeiter vom Supermarkt können die ( fast-) abgelaufenen Lebensmittel für -,10€ pro Artikel kaufen. Schade das ich das nicht kann, bin ja nicht bei Markt angestellt. Aber vielleicht wird es noch.
    Viele Grüße
    Riese

    Antworten
    • Christof Herrmann 10. Oktober 2018

      Hallo Riese,

      schön von Dir zu lesen.

      Bei Arthrose wird ja oft geraten, gerade Milchprodukte zu meiden. Ich kenne mittlerweile einige, z. B. meine Mutter, die durch die vegane vollwertige Ernährung die Arthrose fast komplett in den Griff bekommen haben.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten

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