Das Abc des Minimalismus

Das Abc des Minimalismus (Foto: Christof Herrmann, 2018)

Arbeite und konsumiere weniger, um Deine Träume verwirklichen zu können.

Bewege Dich täglich, am besten in der Natur.

Chaos im Kopf? Auch Seele und Gedanken können entrümpelt werden.

Drück Dich kurz und klar aus, höre wirklich zu.

Ernähre Dich einfach und gesund, iss langsam und mit Genuss.

Faste mal wieder, verzichte auf Nahrung, Konsum, Alkohol, Fernsehen oder Smartphone.

Geben ist seliger als Nehmen, Spenden oft besser als Wegwerfen und Verkaufen.

Habe nur Dinge, die Du (ge)brauchst.

Immer mit der Ruhe, denn langsam macht schnell glücklich.

Jage nicht dem Perfekten hinterher, sonder streben nach dem für Dich Optimalen.

Kläre Missverständnisse, die Dich beschäftigen und blockieren.

Lebe unter Deinen Verhältnissen und für Deine Leidenschaften und Lieben.

Mach’s einfach – im doppelten Sinne.

Nein sagen fällt leichter, wenn Du erkennst, dass Du dadurch auch leichter Ja sagen kannst.

Optimist oder Jammerlappen – Deine Entscheidung.

Pflege echte Freundschaften, reduziere Bekanntschaften und Online-Freunde.

Qualität statt Quantität bedeutet auch mehr Lebensqualität.

Reduce, reuse, recycle.

Singletasking und Achtsamkeit statt Multitasking und Chaos.

Trenne Dich vom Ballast und lasse die Leichtigkeit herein.

Ungefähr 80 % der Ergebnisse werden mit 20 % des Aufwands erreicht.

Verreise mit leichtem Gepäck – oder bleibe gleich auf Balkonien.

Wandern ist Meditation beim Gehen.

Xperiences over possessions oder auch: Sein und Tun statt Haben.

Yoga und Meditation sind Minimalismus in Reinform.

Zeit ist das Gold des 21. Jahrhunderts.

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"Deutschlandtour – Zu Fuß von den Alpen bis nach Sylt": PDF-Download meines 8-seitigen Artikels in der DAV Panorama

Im Sommer letzten Jahres habe ich mir den Wunsch erfüllt, mein Heimatland der Länge nach zu erwandern. Ich bin am 26. Juni am südlichsten Punkt Deutschlands, dem Grenzstein 147 am Haldenwanger Eck in den Allgäuer Alpen, gestartet. Am 6. September habe ich den Ellenbogen auf Sylt erreicht, was sich im Reisetagebuch so liest: „Dann bin ich plötzlich da, an der nördlichsten Spitze Deutschlands. Es ist ein unspektakuläres, aber stimmungsvolles Plätzchen. Der Strand ist breiter als die Kilometer zuvor, die Düne etwas niedriger. Nur vier Kilometer weiter nördlich leuchten die Sandstrände der dänischen Insel Rømø. Ich habe den Moment des Ankommens für mich allein. Erst nach ein paar Minuten kommen Spaziergänger vorbei. Ich bin tatsächlich jeden möglichen Meter vom Haldenwanger Eck in den Allgäuer Alpen bis zum Ellenbogen auf Sylt gegangen. 1735 Kilometer in 73 Tagen. Das geschafft zu haben, stimmt mich glücklich und erfüllt mich mit Stolz.“

Nach meiner Rückkehr habe ich das E-Book „Deutschland der Länge nach – 73 Tage und 1735 km von den Allgäuer Alpen bis nach Sylt“ veröffentlicht. Eine kleine Fotoauswahl mit Auszügen aus dem E-Book gibt es in diesem Blogartikel.

Ich fühle mich geehrt, dass ich nun im Panorama-Magazin 5/2019 acht Seiten über meine Fernwanderung berichten darf und noch dazu die Titelseite bekomme (das Foto habe ich mit Selbstauslöser im thüringischen Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal aufgenommen). Das Magazin des Deutschen Alpenvereins ist mit einer Auflage von über 700.000 Exemplaren Europas größtes Alpin- und Outdoor-Magazin. Auf deren Webseite finden sich zusätzliche Infos und Impressionen meiner Deutschlanddurchquerung.

Die Redaktion stellt mir und meinen Lesern und Leserinnen den Artikel zur Verfügung. Das Dokument ist 7 MB groß und kann direkt im Browser gelesen werden. Klicke mit der linken Maustaste auf das Vorschaubild oder auf den folgenden Link:

Kostenloses PDF: „Deutschlandtour – Zu Fuß von den Alpen bis nach Sylt“

Du kannst das PDF auch herunterladen und im Adobe Reader lesen. Klicke mit der rechten Maustaste auf den Link oder das Vorschaubild und wähle die Option „Link/Ziel speichern unter“. Gerne darf der Artikel weitergegeben werden – als PDF oder ausgedruckt.

"Deutschlandtour – Zu Fuß von den Alpen bis nach Sylt": PDF-Download meines 8-seitigen Artikels in der DAV Panorama

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Frei und minimalistisch in Wien

Frei und minimalistisch in Wien - Foto: Michal Jarmoluk von Pixabay

Florian Wagner bloggt auf Geldschnurrbart über Frugalismus, bei dem es darum geht, wie man möglichst früh unabhängig von einem Einkommen wird und vom angesparten Vermögen leben kann. Gerade hat Florian sein erstes Buch „Rente mit 40 – Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismus“ im Econ Verlag veröffentlicht. Der folgende Gastartikel ist ein Auszug daraus und stellt das minimalistisch lebende Paar Sophia und Angelo aus Wien vor.

Als ich Sophia und ihren Mann Angelo in Wien kennenlernte, waren sie mir auf Anhieb sympathisch. Beide besitzen eine unglaublich positive Ausstrahlung und wirken so zufrieden und entspannt, dass es auf andere abfärbt. Sophia, 25, studiert Wirtschaftsinformatik, ihre Leidenschaft ist aber Design, weshalb sie nach ihrem Studium als Freiberuflerin unter anderem Videoanimationen erstellen möchte. Ich frage sie nach der Bedeutung, die Geld für sie hat: „Geld ist in meinem Leben ein Mittel, das mir ermöglicht, die Sachen zu tun, die mir Freude bereiten und mich glücklich machen.“ Glücklich mache sie, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, wann immer sie möchte – und an ihrer Leidenschaft zu arbeiten, der visuellen Gestaltung und Design.

Ihr genügsamer Lebensstil hilft ihr dabei. Sophia und Angelo geben jeweils durchschnittlich 500 Euro im Monat für ihren Unterhalt in Wien aus, dazu kommt nur noch die Sozialversicherung. „Wenn wir reisen, sind die Ausgaben natürlich etwas höher“, fügt Sophia hinzu. Ich bin erstaunt: Die Mietpreise in Wien habe ich alles andere als niedrig in Erinnerung und frage nach ihrer Wohnsituation. Sophia lächelt: „Da hatten wir wirklich Glück!“ Sie führt an, dass sie für die gemeinsame Wohnung 230 Euro pro Monat inklusive Nebenkosten bezahlen. Allerdings war dies mit einer „langen Recherche, Anmeldungen bei verschiedenen Genossenschaften, einer mehrjährigen Wartezeit und einer ordentlichen Portion Glück“ verbunden. Sie vermutet, dass vielen Paaren ihre Einzimmerwohnung von 56 Quadratmetern vermutlich nicht reichen würde. „Wir sind damit aber sehr glücklich und haben kein Problem damit, uns das Zimmer gemeinsam zu teilen.“

Den größten Teil ihrer Ausgaben setzen sie für qualitativ hochwertige Lebensmittel ein und ernähren sich nach dem Keto-Prinzip, einer Ernährung mit viel Fett, viel Protein und wenig Kohlenhydraten. „Ohne das wären unsere Ausgaben sicher geringer“, erklärt mir Sophia, da Nudeln, Reis oder Bohnen wesentlich günstiger sind als Wildlachs oder Rindfleisch mit Gemüse und Weidebutter. Sie kochen fast immer zuhause, gehen ab und zu ins Restaurant und brauchen keine teuren Konsumgüter. Ein Auto benötigen sie in Wien nicht, eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr für 365 Euro im Jahr reicht ihnen völlig.

Ich spreche Sophia auf Shopping-Gewohnheiten an: „Bei mir ist es ein bisschen anders. Ich habe nie viel Schmuck getragen, aber nachdem wir Minimalismus entdeckt haben, habe ich alle meine Schmucksachen, bis auf zwei Uhren, die ich regelmäßig trage, entsorgt oder gespendet. Von Erinnerungsstücken habe ich zuvor ein Foto gemacht. Letztes Jahr habe ich allerdings noch zwei weitere Ringe – meinen Verlobungsring und meinen Ehering – bekommen, die ich sehr gerne trage. Mit einem Anschaffungswert von circa 60 Euro waren aber auch diese vergleichsweise günstig.“

Sophia trägt weder Make-up noch Nagellack, was aber bereits so war, bevor sie den Minimalismus für sich entdeckten. „Ich besitze nur einen Wimpernstift, ein paar Lippenstifte und zwei Concealer, die ich vor 2 Jahren von meiner Schwester bekommen habe.“ Shoppen geht sie ungern, da sie bereits alles hat, was sie braucht. Ein neues Kleidungsstück schafft sie an, wenn das alte ihr nicht mehr passt, es kaputtgeht oder sie es gespendet hat. „Ich besitze nur noch Kleidung, die ich gerne trage. Ich könnte vermutlich alles in einem Handgepäckskoffer unterbringen“, erklärt sie. Den Überblick über ihre Finanzen behält sie durch eine Excel-Datei, die sie alle 2 Monate aktualisiert – das reicht ihr völlig.

Ich spreche sie auf das Vorurteil an, dass ein sparsamer Lebensstil mit Einschränkung verbunden sei. Sie widerspricht entschieden: „Ich sehe Sparen überhaupt nicht als Einschränkung. Genau das Gegenteil: Frugal bedeutet für mich eine Konzentration auf die wesentlichen Dinge, die mir den höchsten Mehrwert und die meiste Freude bereiten. Gleichzeitig wird alles das reduziert oder gestrichen, was überflüssig ist und unsere Lebensqualität nicht wesentlich bereichert.“

Ich möchte deshalb wissen, welche Ausgaben ihnen die meiste Freude bringen: „Köstliches, gesundes Essen aus dem Supermarkt, ein mit Freunden geteiltes Netflix-Abo, eine Massage in Thailand, die das Geld mehr als wert ist“, lautet die spontane Antwort.

Ich weiß, dass sich die beiden schon lange für die Ideen des Minimalismus begeistern und frage, ob dies ihr Zugang zu Frugalismus und finanzieller Freiheit war. „Jaaa! Unsere Reise zur finanziellen Freiheit hat definitiv mit Minimalismus angefangen. Was uns am Minimalismus begeistert, ist die Einfachheit und Bewusstheit.“ Das Konzept lernten beide vor 3 Jahren kennen. Nachdem sie unnötiges Zeug ausgemistet hatten, „haben wir uns viel leichter gefühlt“, erzählt Sophia. Zu Hause sei es entspannter geworden und plötzlich viel einfacher aufzuräumen. Denn sie hatten nur noch die Dinge in ihrer kleinen Wohnung, die sie wirklich brauchten, regelmäßig nutzten und einen festen Platz hatten.

Im Anschluss stellten sie fest, dass ihr Drang, shoppen zu gehen oder sich neue Technik-Gadgets zu kaufen, nachließ. „Wir überlegen uns immer zweimal, was wir in unsere Wohnung hineinbringen.“ Das wiederum bedeutetet, dass sie ihre Ausgaben weiter reduzierten und ihre Sparquote stieg. Sie lernten das Konzept der finanziellen Freiheit kennen und begannen, ihre monatlichen Überschüsse am Aktienmarkt zu investieren. Sie hatten ein neues Ziel: finanzielle Freiheit. Mithilfe der 4-Prozent-Regel errechneten sie ihre magische Zahl.

Im Austausch mit anderen Frugalisten erkannten die beiden aber schnell, dass finanzielle Freiheit allein keine Antwort auf die Frage nach einem erfüllten Leben ist. Auch stellten sie im Gespräch mit finanziell unabhängigen Menschen fest, dass die meisten nie aufgehört hatten, aktiv zu sein, und dass viele weiterhin Einnahmen generierten. „Wir haben uns die Frage gestellt, warum wir daran arbeiten, diese Zahl so schnell wie möglich erreichen zu wollen. Was machen wir, wenn wir das Ziel erreicht haben?“ Auf Basis der letzten Frage richteten sie ihr Leben neu aus.

Obwohl sie die magische Vermögenssumme für die Unabhängigkeit noch nicht erreicht haben, führen sie bereits jetzt ihr Leben so, als wären sie nicht mehr auf ein Arbeitseinkommen angewiesen. „Wir haben genug Geld als Reserve angespart und geringe Fixkosten, sodass wir bereits jetzt versuchen, so zu leben, wie wir es uns vorstellen. Wir wollen unsere Zeit frei einteilen können und mit all dem verbringen, was uns am glücklichsten macht. Das bedeutet, dass wir den Projekten und Jobs nachgehen, die uns am meisten interessieren, aber rein finanziell anfangs vielleicht weniger lukrativ sind.“

Vor Kurzem haben Sophia und Angelo geheiratet. Ich will wissen, wie sie ihre Hochzeitsfeier gestaltet haben. „Wir hatten eine kleine Hochzeit mit 45 Gästen, zuerst im Standesamt und anschließend eine Feier im Garten meines Schwiegervaters. Dadurch mussten wir kein Lokal mieten, und das Catering ohne Getränke war auch deutlich günstiger. Die Hochzeitstorten wurden von unseren Tanten gebacken, und für die Brautfrisur und das Make-up waren meine besten Freundinnen zuständig.“ Da alle Gäste wussten, dass die beiden minimalistisch leben und genug Dinge besitzen, gab es hauptsächlich Geldgeschenke. Diese deckten die Kosten der Hochzeit nicht nur ab, sondern es blieb noch etwas übrig.

Ich frage nach den Reaktionen ihres Umfelds auf ihre Lebensweise. „Wir haben gelernt, dass es uns egal ist, wenn uns Leute wegen unseres Lebensstils komisch anschauen. Wir versuchen nicht mehr, anderen zu entsprechen, und leben nach dem Spruch: ›Other people’s opinion of you is none of your business.‹“ Das halte ich für eine sehr hilfreiche Einstellung, die ich im Gespräch mit allen Interviewpartnern, die finanziell frei waren oder kurz davorstanden, gehört habe.

Zum Abschluss frage ich Sophia nach ihrer Definition von Frugalismus, in der ich mich sehr gut wiedererkenne: „Frugalismus ist für mich, weniger Geld und Zeit für alles Überflüssige zu verschwenden, um dann mehr Zeit für die Dinge und Aktivitäten übrig zu haben, die für mich am wertvollsten sind und mich wirklich glücklich machen.“

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Meine Empfehlungen: Fairphone 3 + Geldspar-Tipps + Die Erdzerstörer + Fränkischer Gebirgsweg …

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich wünsche Dir viel Vergnügen mit meinen Empfehlungen des dritten Quartals 2019.

Aufgeräumt – Am 9. September um 16:40 Uhr läuft auf Arte die Xenius-Sendung „Aufräumen – Wie Ordnung unser Leben verbessern kann“. Darin zeigt auch Minimalistin Gabi Raeggel ihre Wohnung. Die Sendung kann nach Ausstrahlung knapp drei Monate lang in der Mediathek angeschaut werden.

Bewandert – Die Geschichte des Wanderns beginnt im 18. Jahrhundert – als Freizeitvergnügen des Bildungsbürgertums. Nach dem Zweiten Weltkrieg galt es lange als spießig. Nun erlebt es einen neuen Boom. Warum aber treibt es die Menschen hinaus in die Natur? In Georg Grubers 30-minütigen Hörfunk-Sendung „Gesünder leben, klarer denken, mehr sehen“ auf Deutschlandfunk Kultur geht es um die Kraft des Wanderns.

Fairliebt – Das Fairphone 3 ist ab sofort erhältlich. Utopia hat es getestet und kommt zu diesem Fazit: „Ja, wir wollen ein Smartphone, das im Alltag funktioniert und gute Bilder macht. Aber das bietet das Fairphone 3 doch auch. Zugleich wollen eben immer mehr Menschen auch ein Smartphone, für das nicht Kinder in unterirdischen Minen schuften mussten und das man auch reparieren kann, statt es wegschmeißen zu müssen, wenn der Akku streikt (oder der Akkuwechsel das Handy ruiniert hat). Und eben dies liefert das Fairphone 3 als drittes Smartphone einer Reihe von Produkten, die ingesamt das Vorhaben wagen, die Elektronikindustrie als Ganzes zu verändern. Es zeigt, was möglich ist – und es gibt Kunden eine nachhaltigere Kaufalternative. Wer das unterstützen will und auf 5G und Gesichtserkennung verzichten kann, der liegt beim Fairphone 3 goldrichtig.“

Gemeinschaftlich – Was können wir gegen den Klimakollaps & Co. tun? Eine Menge, täglich, zigmal! Die Tageszeitung Neue Westfälische nennt 22 Dinge, die jeder von uns gegen den Klimawandel tun kann. Ich füge noch hinzu: 23. Konsumieren Sie mit Bedacht. 24. Nutzen Sie Dinge so lange wie möglich. 25. Verkaufen Sie das Auto. 26. Gehen Sie möglichst oft zu Fuß. 27. Leben Sie auf kleinem Wohnraum. 28. Go vegan. 29.Legen Sie Wert auf eine gute Nachbarschaft. 30. Unterstützen Sie Klimaschutz-Initiativen (oder engagieren Sie sich dort).

Glücklich – Im Naturama Aargau in Aarau in der Schweiz ist bis 1. März 2020 die Ausstellung „Global Happiness – Was brauchen wir zum Glücklichsein?“ zu sehen (danach in Vaduz in Liechtenstein). Die Ausstellung geht auf Spurensuche nach dem Glück – in der Schweiz und auf der ganzen Welt. Wie könnte „nachhaltiges Glück“ aussehen? Glück, das zu persönlichem, gemeinschaftlichem und globalem Wohlbefinden beiträgt und nicht die Umwelt, andere Menschen oder kommende Generationen schädigt? Und was ist es, das die Welt, uns, mich und Dich glücklich macht? Ich habe einen kleinen Beitrag zu der Ausstellung geleistet, der in Form einer „Kleiderbügel-Geschichte“ in einem Pavillon hängt.

Mittelgebirgig – Ich war in den letzten 10 Jahren auf mindestens 50 Fernwanderwegen in Deutschland unterwegs. Der Fränkischer Gebirgsweg zählt für mich zu den schönsten. Die HappyHiker Stefan und Susi haben sich im goldenen Herbst 2018 ebenfalls auf den Fränkischen Gebirgsweg gemacht. Ihr Resümee: „Wir haben jeden Meter davon richtig genossen!“ In sechs lesenswerten Reiseberichten mit zahlreichen Fotos und nützlichen Infos stellen sie die rund dreiwöchige Tour vor.

Saisonal – Welches Obst und Gemüse im September bei uns Saison hat, erfährst Du auf Sabrinas Blog Vegtastisch. Dort stehen auch die Saisonkalenderblätter der anderen Monate zum Download bereit.

Sparsam – Ein nachhaltiger Lebensstil ist nicht nur gut fürs Klima und für die Umwelt, sondern auch für Deinen Geldbeutel. Christoph von CareElite nennt die Gründe dafür und gibt Geldspar-Tipps für Umweltbewusste.

Zerstörerisch – Mit der Erfindung der Dampfmaschine fing es an. Mit revolutionärer Rasanz machte sich der Mensch die Erde Untertan. Eine Erfindung jagte die nächste, eine Technologie toppte die andere. Für mehr Komfort, mehr Konsum, mehr Wohlstand. Und die Erde? Wie lange hält sie den Menschen noch aus? Der Dokumentarfilm „Die Erdzerstörer“ ist ein kompromissloser Blick auf 200 Jahre Industriekapitalismus und kann bis 30. September 2019 kostenlos auf Arte gestreamt werden.

Zukünftig – Auf der interaktiven Karte von morgen werden Dir Orte in Deiner Umgebung angezeigt, die sich schon heute für eine Welt von morgen einsetzen. Orte, die inspirieren und vorausdenken. Orte, an denen Nachhaltigkeit keine leere Floskel ist, sondern tatsächlich gelebt wird.

Final – Der US-amerikanische Sänger, Musiker und Dichter David Berman war vor allem als Kopf der Indie-Rock- und Alt-Country-Band Silver Jews bekannt, die zwischen 1989 und 2009 eine Reihe hochgelobter Alben veröffentlicht haben (zum Einstieg empfehle ich „American Water“ von 1998). Nach einer zehnjährigen Auszeit kehrte Berman im Juli mit dem Bandprojekt Purple Mountains zurück. Es sollte sein letztes Album sein. David Berman starb am 7. August.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!

Ich freue mich, wenn Du auch meine Empfehlungen der letzten zweieinhalb Jahre anschaust.

Einfach bewusste Grüße

Christof

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Warum Selbstliebe nicht Egoismus ist - und was das mit Minimalismus zu tun hat

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Corinna Sonja Stenzel. Sie arbeitet als Coach für Persönlichkeitsentwicklung, professionelles Auftreten und bewusste Sprache – sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.

Viele Menschen haben ein ungutes Gefühl, wenn sie das Wort „Selbstliebe“ lesen. Sie verbinden es mit Egoismus oder Arroganz. Sie haben vielleicht das Bild von einem eingebildeten, egoistischen oder sogar narzisstischen Menschen im Kopf. Kommt dir bei dem Wort „Selbstliebe“ auch so ein negatives Bild in den Sinn? Falls ja, dann lass mich dir sagen: Selbstliebe hat mit all dem nichts zu tun. Selbstliebe ist das Gegenteil von Egoismus oder den anderen negativen Assoziationen.

Des Rätsels Lösung: Wenn wir bei dem Wort „Selbstliebe“ ein unangenehmes Gefühl haben, dann liegt das meistens daran, dass wir es mit Selbstverliebtheit verwechseln. Um den Unterschied zwischen Selbstverliebtheit und Selbstliebe zu verstehen, schlage ich einen einfachen Trick vor. Lassen wir die Vorsilbe „Selbst“ weg und betrachten wir die Verliebtheit und die Liebe.

Wenn wir verliebt sind, sind wir oft nur in eine Fantasie verliebt. Wir projizieren unsere perfekte Fantasie des anderen auf ihn hinauf. Wir idealisieren ihn. Wir stellen ihn auf ein Podest und schauen zu ihm hoch wie zu einer Staue, die wir verehren. Wir beleuchten das Objekt unserer Begierde mit bunten Scheinwerfern und streuen vielleicht noch ein bisschen Glitzer obendrauf. Wir betrachten es wie bei dem Bildbearbeitungsprogramm auf dem Handy durch einen Filter, der alle Makel ausblendet. Wir sind verliebt in eine Illusion.

Wahre Liebe hat mit Illusion oder Fantasie nichts zu tun. Wahre Liebe ist Realität. Sie sieht den anderen so, wie er ist. Sie nimmt ihn an, so wie er ist. Sie sagt: „Ich sehe deine Makel, ich sehe deine Schwächen, ich sehe deinen dicken Bauch, ich weiß um deine Macken, du nervst mich oft … und ich liebe dich.“ Wenn wir jemanden wahrhaftig lieben, lieben wir ihn nicht, weil er perfekt ist, sondern trotz oder gerade wegen seiner Unperfektheit. Bei der wahren Liebe steht niemand auf einem Sockel und niemand unter einem Podest. Wir begegnen uns auf Augenhöhe und auf dem realistischen Boden der Tatsachen.

Und genau so ist es auch mit der Selbstverliebtheit und der Selbstliebe. Wenn Menschen in sich selbstverliebt sind, stellen sie sich selbst auf dieses Podest. Sie blicken von ihm aus auf andere herunter. Selbstverliebte Menschen machen andere klein, um sich selbst größer zu fühlen. Wer in sich selbstverliebt ist, sieht sich selbst durch den rosaroten Filter. Er blendet seine Fehler und Schwächen aus und denkt: „Ich bin der Tollste. Ich bin die Schönste. Ich habe keine Schwächen. Ich bin besser als du. Ich stehe über dir.“

Und das ist der Unterschied zur Selbstliebe. Wer sich selbst liebt, der nimmt sich an, so wie er ist. Mit allem, was er an sich mag, und auch mit allem, was er nicht so gern an sich hat. Er nimmt auch seine Fehler, Schwächen und Ängste liebevoll an. Er schließt Frieden mit sich. Er sagt vollständig Ja zu sich.

Und wenn ein Mensch sich selbst liebevoll mit allen Fehlern und Schwächen annehmen kann, dann kann er auch andere Menschen mit deren Fehlern und Schwächen liebevoller annehmen. Wenn ich im Frieden mit mir selbst bin, dann kann ich auch im Frieden mit dir sein. Wenn ich mich selbst liebe, dann kann ich auch dich lieben. Wer sich selbst liebt, hat alles, was er braucht, und verwechselt Brauchen nicht mit Lieben. Wer sich selbst liebt, teilt gerne. Wer sich selbst liebt, wer in sich ruht, wer sich gefunden hat, wer vor Freude strahlt, wer in echter Herzenswärme lebt und wer er selbst ist, der macht nicht nur sich, sondern auch allen anderen Menschen das größte und schönste Geschenk. Es ist also absolut okay, sich selbst zu lieben! Es ist sogar sehr wichtig. Ich möchte fast sagen, dass es unsere größte Aufgabe im Leben ist.

Und was hat das alles mit Minimalismus zu tun? Ein minimalistisches Leben bedeutet für mich in erster Linie ein bewusstes Leben. Es bedeutet für mich, mich jeden Tag zu fragen, wie ich in bester Liebe zu meinem Leben und zu mir selbst leben kann. Wenn wir uns jedoch nicht selbst lieben, ist eine Leere in uns. Oft versuchen wir, diese mit Dingen zu stopfen, die wir kaufen oder konsumieren. Und weil wir nach dem kurzen Glücksrausch über das neue Auto oder den zehnten Lippenstift merken, dass das eigentlich nicht das war, wonach wir tief im Inneren gesucht haben, und wir uns noch immer leer fühlen, kaufen wir weiter und weiter und weiter, immer auf der Suche nach Erfüllung, die wir so nie finden.

Deshalb möchte ich dich von ganzem Herzen ermutigen und einladen, nach Hause zu kommen. Mach dich auf die Heimreise zu dir selbst. Es lohnt sich. Ich lade dich ein, dich selbst kennen und lieben zu lernen und herauszufinden, was deine Seele nährt. Die folgenden Fragen können dir dabei helfen.

Was bringt deine Augen zum Leuchten?
Was bringt dein Herz schneller zum Schlagen?
Wonach ruft deine Seele?
Was ist deine tiefste Sehnsucht?
Wie kannst du wirklich du selbst sein?
Woran möchtest du dich als alter Mensch mit einem Lächeln auf den Lippen zurück erinnern?
Wofür lohnt es sich zu leben?

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