Neue Gewohnheiten etablieren und schlechte ablegen (Foto: Gratisography von Pexels)

„Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann.“ (Marie von Ebner-Eschenbach, österreichische Schriftstellerin, 1830 – 1916)

Sport ist Mord, Zucker ist lecker, Musik wird gestreamt

Mehr Sport treiben, weniger Zucker konsumieren, Gitarre spielen lernen. Wir alle wollen uns verändern, wollen neue Gewohnheiten etablieren oder schlechte ablegen – und schaffen es oft doch nicht.

Es gibt verschiedene Gründe, die uns scheitern lassen oder sogar abhalten, es überhaupt zu probieren. Wir wissen nicht, wie wir starten sollen. Wir fühlen uns überfordert. Wir zweifeln an uns und haben Angst zu versagen. Es fehlt uns an Willenskraft und Durchhaltevermögen.

Altes beizubehalten, ist meist einfacher. Sport ist Mord, Zucker ist lecker, Musik wird gestreamt. Wir finden uns damit ab, dass wir mit den schlechten Gewohnheiten und deren Folgen leben müssen und wir gute Gewohnheiten nicht mehr lernen.

Ich sage, das muss nicht sein! Mit der richtigen Strategie und dem Befolgen einiger weniger Schritte wird es Dir gelingen.

Welche Veränderung wünschst Du Dir?

Seit dem Start meines Blogs vor sieben Jahren habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, pro Quartal eine gute Gewohnheit zu etablieren oder eine schlechte abzulegen. Diese kleinen Veränderungen haben dafür gesorgt, dass ich heute einfacher, nachhaltiger, gesünder, ethischer, selbstbestimmter, mutiger und zufriedener lebe als je zuvor. Selbstoptimierung und Perfektion treiben mich nicht an. Ich möchte nur meinen Weg gehen und an jeder Gabelung des Lebens die für mich richtige Richtung einschlagen.

Welche Veränderung wünschst Du Dir? Du findest ein paar Vorschläge in der folgenden Liste. Die meisten setze ich um, über einige habe ich gebloggt. Wie Du noch erfahren wirst, ist es wichtig, für jede Gewohnheit ein konkretes, möglichst messbares Ziel zu formulieren. Ich schreibe Beispiele für solche Ziele in Klammern dazu.

  • Mehr Bewegung. (durchschnittlich mindestens 10.000 Schritte pro Tag)
  • Regelmäßig laufen. (alle 2 Tage, im 1. Monat 1 km, im 2. Monat 2 km usw.)
  • Meditation in die Morgenroutine einbauen. (10 Minuten, gleich nach dem Aufstehen)
  • Intervallfasten ausprobieren. (3 Monate lang nur zwischen 12 und 20 Uhr essen)
  • Langsamer und achtsamer essen. (20 Min. pro Mahlzeit, jeden Bissen 20 Mal kauen)
  • Weniger Tierliches essen. (an 5 Tagen vegan, an 1 Tag vegetarisch, an 1 Tag omnivor)
  • Weniger Alkohol trinken. (durchschnittlich nicht mehr als 10 g Alkohol pro Tag)
  • Nichtraucher werden. (keine Zigaretten kaufen, keine rauchen)
  • Weniger shoppen. (Wochenbudget 50 Euro für nicht lebensnotwendige Dinge)
  • Spontankäufe reduzieren. (1 Nacht drüber schlafen, wenn nicht auf dem Einkaufszettel)
  • Das Auto öfter stehen lassen. (Strecken bis 2 km zu Fuß, bis 10 km mit dem Rad)
  • Weniger Multitasking. (in der 1. Woche 1 Std. Singletasking, in der 2. 2 Std. usw.)
  • Weniger aufschieben. (Unangenehmes zuerst bearbeiten, max. 10 Min. Pause pro Std.)
  • Mehr Zeit für Freunde und Familie. (mind. 1 Stunde täglich, im Kalender blockieren)
  • Weniger am Smartphone kleben. (max. 1 Stunde täglich, via Screen-Time-App)
  • Einen Roman schreiben. (durchschnittlich 1 Manuskriptseite pro Tag)
  • Weniger lamentieren. (regelmäßig Freunde um deren Feedback bitten)

Gewohnheit = Auslöser + Verhalten + Belohnung

Bevor wir uns den konkreten Schritten zuwenden, sollten wir verstehen, wie Gewohnheiten funktionieren. Das hilft, unser Verhalten bewusst zu verändern.

Eine Gewohnheit ist ein bestimmtes Verhalten, das Du meist automatisch ausführst, sobald ein Auslöser eintritt, um eine Belohnung zu bekommen. Eine schlechte Gewohnheit wäre zum Beispiel, wenn Du von der Arbeit gestresst nach Hause kommst (Auslöser), den Abend mit Bier und Fertigpizza vor dem Fernseher verbringst (Verhalten), um einigermaßen runterzukommen (Belohnung). Besser wäre es, immer dann, wenn Du von der Arbeit gestresst nach Hause kommst (Auslöser), etwas Gesundes zu essen zu machen und danach spazieren zu gehen (Verhalten), um zur Ruhe zu kommen, die frische Luft zu genießen und etwas für Deine Gesundheit zu tun (Belohnung).

Unser Verhalten ist also oft von Gewohnheiten bestimmt. Ohne sie wäre unser Leben viel komplizierter. Stelle Dir vor, Du müsstest Dich jedesmal konzentrieren oder zwingen, bei Rot nicht über die Straße zu gehen oder nach dem Händewaschen den Wasserhahn zuzudrehen. Das bedeutet aber auch, dass es gar nicht so einfach ist, ein gewohntes Verhalten zu ändern.

9 Schritte und Tipps, um eine Gewohnheit zu etablieren

Mit der folgenden Strategie ist es mir in den letzten Jahren gelungen, zahlreiche Gewohnheiten zu erlernen, zu ändern oder abzulegen. Sie sollen Dir als Leitfaden dienen.

  1. Entscheide Dich für eine einzige Gewohnheit, die Du etablieren oder ablegen möchtest. Du wirst Deine ganze Willenskraft und Konzentration für die eine Veränderung aufwenden müssen. Zum Einstieg ist es meist einfacher, eine gute Gewohnheit zu etablieren. Um täglich 15 Minuten Yoga zu machen, benötigst Du 15 Minuten Willenskraft. Um Dir das Rauchen abzugewöhnen, benötigst Du 24 Stunden Willenskraft.
  2. Formuliere ein konkretes, möglichst messbares Ziel. So kannst Du (oder auch andere) immer wieder Deinen Fortschritt überprüfen. Die Gewohnheit „Mehr Bewegung“ bekommt also ein Ziel wie „durchschnittlich mindestens 10.000 Schritte pro Tag“. Weitere Beispiele für konkrete Ziele findest Du in Klammern in der Aufzählung im Abschnitt „Welche Veränderung wünschst Du Dir?“.
  3. Führe ein Gewohnheiten-Tagebuch. Notiere darin gleich zu Beginn die Gewohnheit, das konkrete Ziel, den Auslöser, das Verhalten und die Belohnung. Mache Dir auch Gedanken, wie Du mit Rückschlägen umgehen möchtest und wie es sich anfühlen wird, wenn Dir das neue Verhalten in Fleisch und Blut übergegangen ist. Bis es soweit ist, solltest Du regelmäßig den Fortschritt in Deinem Gewohnheiten-Tagebuch festhalten.
  4. Nimm Dir zwei, besser drei Monate Zeit. So lange dauert es, bis Du Dich an das neue Verhalten gewöhnt hast. Setze Dir lieber nicht zu hohe Ziele bzw. gehe schrittweise vor. Wenn Du fünf Mal die Woche 10 km laufen möchtest, das aber aus dem Stand heraus unrealistisch ist, dann steigere Dein Pensum langsam. Nimm Dir etwa im ersten Monat drei Mal die Woche 4 km vor, im zweiten Monate vier Mal die Woche 7 km und im dritten Monat fünf Mal die Woche 10 km.
  5. Hole Dir Motivation von außen. Es kann sehr hilfreich sehr, wenn Du Unterstützung von Freunden oder Familie hast. Berichte ihnen von Deinem Vorhaben und halte sie auf dem Laufenden. Vielleicht schließt sich sogar jemand an. In so einem Umfeld wirst Du es Dir drei Mal überlegen, ob Du einen Rückzieher machst. Du kannst auch online über Deine neue Gewohnheit berichten, in Communitys, Foren, den sozialen Medien, auf Deinem Blog oder hier in den Kommentaren.
  6. Bleib dran. Nach der anfänglichen Begeisterung meldet sich oft der innere Schweinehund zurück. Dann ist es wichtig, Dich daran zu erinnern oder gar zu zwingen, das neue Verhalten beizubehalten. Beschäftige Dich mit Deinem Gewohnheiten-Tagebuch, blockiere Zeit in Deinem Kalender, stelle den Wecker, hänge DIN-A4-Blätter mit Deiner Motivation und Klebezettel mit Durchhaltesprüchen auf …
  7. Habe Freude an der Veränderung. Wenn Du der neuen Gewohnheit nichts abgewinnen kannst, wirst Du sie früher oder später fallen lassen. Rufe Dir das Positive der Veränderung und die Belohnung des Verhaltens ins Gedächtnis. Sei wach, achtsam und dankbar. Wer beim Wandern vor allem die Anstrengung beim Anstieg wahrnimmt und sich über Wind und Wetter aufregt, dem bleiben all die Freuden verwehrt: die Bewegung in der Natur, die Entschleunigung dabei, die Stille, das Gipfelglück, die Müdigkeit am Ziel, die allmähliche Stärkung von Körper und Geist.
  8. Zelebriere die neue Gewohnheit. Sobald Du keine Willenskraft mehr aufwenden musst, bist Du am Ziel. Du hast eine neue Gewohnheit etabliert oder eine schlechte abgelegt. Glückwunsch! Du kannst stolz auf Dich sein! Das neue Verhalten wird nun fast automatisch ablaufen. Ich empfehle trotzdem, alle ein bis zwei Monate den Stand für diese Gewohnheit in Dein Tagebuch einzutragen.
  9. Lerne aus Misserfolgen. Kommst Du mit einer Gewohnheit einfach nicht zurecht, dann quäle Dich nicht länger und lege sie (vorerst) ad acta. Du hast trotzdem etwas gelernt. Wende Dich mit Zuversicht einer anderen Veränderung zu.

Berichte uns über Deine Veränderung

Mit diesem Leitfaden solltest Du es schaffen, innerhalb von zwei bis drei Monaten eine neue Gewohnheit zu etablieren oder eine schlechte abzulegen.

Gerne kannst Du uns in den Kommentaren über Deine geplante Veränderung informieren und in den Wochen danach auf dem Laufenden halten.

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Mein Jahr 2019 in Bildern

Ich wünsche Dir für 2020 alles Gute, viel Glück, Erfolg und Gesundheit!

Herzlichen Dank, dass Du mein Leben bereicherst und dazu beiträgst, dass Einfach bewusst der meistgelesene deutschsprachige Minimalismus-Blog ist. Ich freue mich auch in Zukunft über jeden Seitenaufruf, jeden Kommentar, jede E-Mail, jeden Newsletter-Abonnenten und jedes „Gefällt mir“ auf Facebook & Co.

Bevor ich mich mit Freude, Neugier und Tatkraft dem neuen Jahr zuwende, blicke ich auf die letzten zwölf Monate zurück. Viel Vergnügen mit meinem 2019 in Bildern.

In den Berchtesgadener Alpen. (Foto: Sören Hauptmann, 2019)
Die drei beliebtesten neuen Artikel 2019 auf Einfach bewusst sind „12 Ideen, wie Du einfacher und bewusster leben kannst“, „10 Tipps, wie Du auf der Arbeit gesund essen kannst“ und „Du bezahlst Gegenstände nicht nur mit Geld, sondern vor allem mit Lebenszeit“.
Caprese mit veganem Mozzarella. (Foto: Christof Herrmann, 2019)
Ich ernähre mich nun seit sechs Jahren vegan. Außerdem achte ich darauf, möglichst einfache, vollwertige, regionale und saisonale Lebensmittel zu verwenden. Diese Kombination macht mich gesund, stark und zufrieden. Das Foto zeigt Caprese mit selbstgemachtem veganen Mozzarella. Auf meinem Blog finden sich über 40 Rezepte.
Basketball-Bundesliga-Partie zwischen dem FC Bayern München und den Crailsheim Merlins. (Foto: Christof Herrmann, 2019)
Basketball ist eine meiner Leidenschaften. Ich habe selbst über zwei lang Jahrzehnte gespielt, nun begnüge ich mich damit, hin und wieder ein paar Körbe zu werfen oder ein Spiel anzuschauen, wie im April mit meiner Schwester und meinem Neffen die Partie zwischen dem FC Bayern München und den Crailsheim Merlins.
Mit Sören durch das noch schneebedeckte Steinerne Meer. (Foto: Christof Herrmann, 2019)
Am 19. Juni startete ich in Salzburg um die Alpen nach 2012, 201320142015 und 2017 zum sechsten Mal zu überqueren. Sören, ein Freund aus Nürnberg, begleitete mich die meiste Zeit. Die ersten Tage im Nationalpark Berchtesgadener mussten wir uns noch durch viel Restschnee kämpfen.
Mit Ina, Rene und Tommy auf der Fraganter Scharte, dem mit 2754 m höchsten Punkt der Alpenüberquerung Salzburg - Triest.
Wir hatten in den Bergen eine großartige Zeit und durften mehrere Salzburg-Triest-Wanderer kennenlernen. Auf dem Foto bin ich mit Ina, Rene und Tommy auf der Fraganter Scharte zu sehen, dem mit 2754 m höchsten Punkt der Alpenüberquerung.
Am Ziel der Alpenüberquerung Salzburg - Triest. (Foto: Christof Herrmann, 2019)
Am 13. Juli, dem 25. Tag nach dem Start in Salzburg, erreichten Sören und ich Triest. Das Ortsschild zu sehen, war für mich ein besonderes Erlebnis, weil dort diesmal so viele rote Schleifchen (das Erkennungszeichen der Alpenüberquerer) hingen.
Das Orquesta Silbando auf der Bühne der Katharinenruine während des Bardentreffens. (Foto: Christof Herrmann, 2019)
Das Bardentreffen in Nürnberg findet immer am ersten Wochenende der bayerischen Sommerferien statt. Die neun Bühnen verteilen sich über die gesamte Altstadt. Wenn ich Zeit habe, besuche ich seit 25 Jahren das Umsonst & Draußen. Das Foto zeigt das Orquesta Silbando auf der Bühne der Katharinenruine.
Auf der Ortung in Schwabach. (Foto: Sören Hauptmann, 2019)
Eine kulturelle Entdeckung war für mich die Ortung in Schwabach, eine zweijährlich stattfindende Kunstausstellung auf öffentlichen Plätzen und in überraschenden Räumen in der Altstadt.
Meine Deutschlandtour in der DAV Panorama.
Im September erschien in der DAV Panorama mein 8-seitiger Bericht über meine 1735 km lange Fernwanderung von den Allgäuer Alpen bis nach Sylt im Sommer 2018. Das Foto auf der Titelseite habe ich mit Selbstauslöser im thüringischen Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal aufgenommen.
Mein Abc des Minimalismus. (Foto: Christof Herrmann, 2018)
Nachdem ich mein Abc des Minimalismus veröffentlicht hatte, taten es mir viele andere Blogger nach.
Buch "Alpentreks - 14 großartige Wege".
Seit dem Herbst ist das Buch „Alpentreks – 14 großartige Wege“ erhältlich. Einer der Wege ist die 28 Tage und 500 km lange Alpenüberquerung Salzburg – Triest, die ich auf 22 Seiten in Wort und Bild vorstelle. Mein Wanderführer-Portfolio hat sich somit auf fünf erhöht.
Die Villagers aus Irland auf dem Rolling Stone Park. (Foto: Christof Herrmann, 2019)
Auf dem Rolling Stone Park-Festival im Europa Park Rust gab es zwei Tage lang was auf die Ohren. Im Foto siehst Du die Villagers aus Irland. Weitere Highlights waren für mich Elbow, Mark Lanegan, Tom Liwa, Joan As Police Woman, The Specials, Jungstötter, Bess Atwell, Nick Waterhouse, Billie Marten, Mica P. Hinson sowie Steiner & Madleina.
Der Albsteig folgt dem Nordrand der Schwäbischen Alb, dem sogenannten Albtrauf.
Im Spätherbst war ich mit meiner Freundin Eva zwei Tage auf dem Albsteig zwischen Owen und Reutlingen unterwegs. Wir hatten eine wunderbare Zeit und Glück mit dem Wetter.
Einfach bewusst ist der meistgelesene deutschsprachige Minimalismus-Blog. 2019 haben 900.000 Besucher über 1,7 Millionen Seiten aufgerufen. Meinen Newsletter bekommen 14.000 Abonnenten (den Salzburg-Triest-Newsletter weitere 500). Auf Facebook habe ich 13.500 Follower (weitere 700 auf der Salzburg-Triest-Facebook-Seite), auf Twitter 3.200 und auf Mastodon 100. Den RSS-Feed nutzen 1.300 Abonnenten.

PS: Meine Bilder des Jahres gab es auch schon 2013, 2014, 2015, 2016, 2017 und 2018.

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48 Bücher, die ich 2019 gelesen habe

Die 17 Bücher, die ich 2019 gelesen und mit 4,5 oder 5 Sternen bewertet habe.

„Lesen ist für mich die vergnüglichste und süßeste Beschäftigung für ungefähr zwei bis sechs Stunden täglich. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt mal Tage ganz ohne Lesen verbracht habe. Beim Lesen habe ich das Gefühl, ich gewinne Zeit, Lebenszeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, Anregung, Bilder, Erfahrungen.“ (Julia Franck, deutsche Schriftstellerin, *1970)

Lesen ist beste Unterhaltung. Lesen macht belesen und erweitert den Horizont. Lesen ist Gehirnjogging. Lesen fördert die soziale Kompetenz. Lesen kann sich jeder leisten. Lesen ist minimalistisch. Lesen ist nachhaltig. Lesen hat keine Werbepausen. Lesen reduziert Stress. Lesen verbessert die Schreibfertigkeit. So lauten die zehn Gründe, mehr zu lesen, die ich in einem Artikel aufgeführt habe. Meine Leidenschaft für das Lesen ist jedenfalls ungebrochen – und wird es bis zum Ende meiner Tage bleiben!

Nach 57 Büchern 2012, 56 Büchern 2013, 55 Büchern 2014, 37 Büchern 2015, 32 Büchern 2016, 45 Bücher 2017 und 45 Bücher 2018 habe ich in diesem Jahr 48 Bücher gelesen.

Ein gutes Drittel der Bücher, die ich 2019 gelesen habe, bewerte ich mit 4,5 oder 5 Sternen und empfehle ich uneingeschränkt. Deren Cover sind auch auf dem Bild oben zu sehen.

Fach- und Sachliteratur, die ich 2019 gelesen habe

  1. Small is beautiful – Die Rückkehr zum menschlichen Maß von Ernst Friedrich Schumacher ( Erscheinungsjahr: 1973, meine Bewertung: 5 von 5 Sternen)
  2. Adieu, Wachstum! – Das Ende einer Erfolgsgeschichte von Norbert Nicoll (2016, 5 Sterne)
  3. Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie – Einfach mal selber machen! Mehr als 300 Anwendungen und 33 Rezepte, die Geld sparen und die Umwelt schonen von smarticular Verlag (2018, 5 Sterne)
  4. Leben lernen – Ein Leben lang: Eine praktische Philosophie von Albert Kitzler (2017, 4,5 Sterne)
  5. Less is more – Von der Freude des Weglassens von Francine Jay (2016, 4,5 Sterne)
  6. Einfach. Jetzt. Machen! – Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen von Rob Hopkins (2014, 4,5 Sterne)
  7. Wenig Dinge braucht das Glück – Aufräumen für ein entspannteres Leben von Gabi Raeggel (2018, 4,5 Sterne)
  8. Lang leben ohne Krankheit – Diät und Gesundheitstipps vom Entdecker des Enzym-Faktors von Hiromi Shinya (2008, 4,5 Sterne)
  9. Die Minimalismus-Formel von Tobias Gillen (2019, 4,5 Sterne)
  10. … trotzdem Ja zum Leben sagen – Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor E. Frankl (1946, 4,5 Sterne)
  11. You can buy happiness (and it’s cheap) – How one woman radically simplified her life and how you can too von Tammy Strobel (2012, 4,5 Sterne)
  12. Yoga für Kletterer und Bergsportler von Petra Zink (2019, 4 Sterne)
  13. Ängste verstehen und überwinden von Doris Wolf (2017, 4 Sterne)
  14. Ein leerer Magen macht gesund – Wie wir ein machtvolles Gen aktivieren von Yoshinori Nagumo (2014, 4 Sterne)
  15. Lebensraum Wald von National Geographic Kids (2019, 4 Sterne)
  16. Bilals Hummus Evolution – syrisch / vegan von Bilal Maikeh (2018, 4 Sterne)
  17. Das Kind in dir muss Heimat finden – Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme von Stefanie Stahl (2015, 4 Sterne)
  18. 30 Minuten Zeitmanagement von Lothar Seiwert (2012, 3,5 Sterne)
  19. Leben statt kleben von Birgit Medele (2016, 3,5 Sterne)
  20. Simplify Your Life von Elaine St. James (2001, 3,5 Sterne)
  21. Die schönsten Trekkingrouten Europas – Spektakuläre Fernwanderwege, faszinierende Landschaften (2019, 3,5 Sterne)
  22. Einfach ein gutes Leben – Aufbruch in eine neue Gesellschaft von Peter Plöger (2011, 3,5 Sterne)
  23. Einfach leben – Der Praxis-Coach von Lina Jachmann (2019, 3 Sterne)
  24. Die Kraft der Selbstheilung – Bewegung · Entspannung · Ernährung von Anna Paul (2016, 3 Sterne)
  25. Wer bin ich und wenn ja, wie viele? von Richard David Precht (2007, 3 Sterne)
  26. Rente mit 40 – Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismus von Florian Wagner (2019, 3 Sterne)
  27. Kappadokien – Wiege der Geschichte von Ömer Demir (2009, 3 Sterne)
  28. Es kommt nicht drauf an, wer du bist, sondern wer du sein willst von Paul Arden (2009, 2,5 Sterne)
  29. Das Happiness Projekt von Gretchen Rubin (2011, 2,5 Sterne)

Belletristik, die ich 2019 gelesen habe

  1. Buzz Aldrin wo warst du in all dem Durcheinander von Johan Harstad (2006, 5 Sterne)
  2. Ein fliehendes Pferd von Martin Walser (1978, 5 Sterne)
  3. A walk in the woods (dt. Picknick mit Bären) von Bill Bryson (1997, 4,5 Sterne)
  4. Der Prozess von Franz Kafka (1925, 4,5 Sterne)
  5. Minnesota Winter – Eine Liebe in der Wildnis von Elli H. Radinger (2013, 4,5 Sterne)
  6. Noch ein Tag und eine Nacht von Fabio Volo (2011, 4,5 Sterne)
  7. Elizabeth auf Rügen von Elizabeth von Arnim (1904, 4 Sterne)
  8. Kürzere Tage von Anna Katharina Hahn (2009, 4 Sterne)
  9. Mario und der Zauberer – Ein tragisches Reiseerlebnis von Thomas Mann (1930, 4 Sterne)
  10. Ist meine Hose noch bei euch? – Neues aus SMSvonGesternNacht.de von Anna Koch & Axel Lilienblum (Herausgeber) (2011, 4 Sterne)
  11. América von T. C. Boyle (1996, 3,5 Sterne)
  12. Das Buch der von Neil Young Getöteten von Navid Kermani (2002, 3,5 Sterne)
  13. Elizabeth und ihr deutscher Garten von Elizabeth von Arnim (1898, 3,5 Sterne)
  14. Bei uns zu Haus von Ilse Gräfin von Bredow (2014, 3,5 Sterne)
  15. Das Café am Rande der Welt – Eine Erzählung über den Sinn des Lebens von John Strelecky (2006, 2,5 Sterne)
  16. Das Fest der Bedeutungslosigkeit von Milan Kundera (2015, 2,5 Sterne)
  17. Mädelsabend von Anne Gesthuysen (2018, 2,5 Sterne, 4 Sterne als Hörbuch von Eva Mattes gesprochen)
  18. Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry von Rachel Joyce (2013, 2 Sterne)

Graphic Novels, die ich 2019 gelesen habe

  1. Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt! von Jeff Kinney (2008, 2 Sterne)

Nun Du! Welche Bücher, die Du 2019 gelesen hast, kannst Du meinen Besucherinnen, meinen Besuchern und mir besonders empfehlen?

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{ 70 Kommentare }

Lass Dich öfter bei schönen Tätigkeiten unterbrechen (aber nicht bei unangenehmen) - Foto: Amirali Mirhashemian von Unsplash

Fehler #1: Drei Wochenenden für die Steuererklärung

Ist Dir schon aufgefallen, dass wir eine Tätigkeit gerne unterbrechen, wenn sie uns unangenehm ist und keinen Spaß macht?

Statt auf der Arbeit endlich den Bericht zu verfassen, lassen wir uns zunächst von den Kollegen, dann vom Kaffeeautomaten und schließlich in den Weiten des Internets ablenken. Beim Putzen der Wohnung kommen wir nicht ohne längere Pausen am Kühlschrank, am Smartphone oder am Bücherregal vorbei. Und mit der Steuererklärung, die eigentlich an einem Nachmittag erledigt wäre, plagen wir uns drei Wochenenden ab.

Fehler #2: 5,4 Minuten für den Liebesakt

Bei schönen Tätigkeiten hingegen lassen wir uns nicht gerne unterbrechen.

Eine Tafel Schokolade ist im Nu verputzt. Der Liebesakt dauert im Durchschnitt 5,4 Minuten. Und die Weihnachtsgeschenke reißen wir noch vor dem Festmahl auf.

Wir handeln so, weil wir davon überzeugt sind, dass Unterbrechungen unser Glück stören und den Genuss schmälern.

Besser: Angenehme Tätigkeiten unterbrechen und auskosten

Es ist aber genau andersherum!

Bei unangenehmen Tätigkeiten vermindert jede Unterbrechung die Gewöhnung (in der Psychologie spricht man von Habituation) und lässt uns noch mehr leiden, wenn wir zum Unangenehmen zurückkehren. Außerdem verlieren wir Zeit, da wir uns wie beim Multitasking nach jeder Unterbrechung neu orientieren und hineindenken müssen.

Wir können also das Phänomen der Gewöhnung für uns nutzen, indem wir die unangenehme Tätigkeit nicht unterbrechen. Da sie ihren negativen Reiz verliert, je länger wir sie am Stück ausführen, erscheint sie immer weniger lästig. Ein weiterer Vorteil ist, schneller mit der unangenehmen Tätigkeit fertig zu werden.

Schönen Tätigkeiten hingegen sollten wir öfter unterbrechen. So vermeiden wir die Gewöhnung. Nach jeder Unterbrechung freuen wir uns wieder auf die Tätigkeit. Wir haben also viel länger etwas davon und können es mehr genießen.

Umsetzung: Nicht einfach, aber mit viel Übung wirds zur Gewohnheit

Probiere es selbst aus! Putze Deine Wohnung ohne Unterbrechung in zwei Stunden. Erledige die Steuererklärung an einem Nachmittag. Iss alle drei Stunden eine Rippe Schokolade (Fortgeschrittene: ein Stück Schokolade). Öffne jeden Abend nur ein Geschenk, damit Du bis ins neue Jahr etwas von Weihnachten hast.

Klingt logisch, oder? Die Umsetzung ist aber nicht so einfach. Es benötigt viel Übung und Disziplin, Dich bei unangenehmen Tätigkeiten nicht mehr und bei schönen Tätigkeiten öfter unterbrechen zu lassen. Bis Dir das zur festen Gewohnheit wird, können zwei bis drei Monate vergehen.

Nach meiner Erfahrung gibt es eine kleine Einschränkung. Wenn Dir eine Tätigkeit so unangenehm, schwierig oder umfangreich erscheint, dass Du sie immer wieder aufschiebst oder sogar zu scheitern drohst (und Du sie nicht streichen oder delegieren kannst), solltest Du sie in mehrere Abschnitte aufteilen. Nach jedem Abschnitt legst Du eine Pause ein. So wirst Du zwar länger damit beschäftigt sein, kommst aber zumindest voran. Als extra Anreiz kannst Du Dich in jeder Pause für den absolvierten Abschnitt belohnen – zum Beispiel mit einer Rippe (oder auch einem Stück) Schokolade …

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Minimalistisch und achtsam durch die Weihnachtszeit - 14 BloggerInnen verraten ihre Tipps

Oh Du stressige Weihnachtszeit?

Das muss nicht sein!

Ich habe 14 BloggerInnen gefragt, wie sie die nächsten Wochen minimalistisch, achtsam und stressfrei verbringen.

Es sind ganz unterschiedliche Texte mit zahlreichen Tipps zum Umsetzen zusammengekommen.

Tobias: „Verschenke Zeit mit deinen Liebsten.“

Tobias Gillen

„Es existiert praktisch kein Weihnachtsfilm, in dem nicht ein riesiger Weihnachtsbaum mit einem Haufen Geschenke darunter gezeigt wird. Wir werden seit unserer Kindheit darauf geeicht, dass Weihnachten ‚eben so ist‘ – überfüllt, stressig und anstrengend. Aber es geht auch anders. Ich finde, dass es bessere Geschenke gibt als materielle Gegenstände. Beispielsweise freue ich mich sehr über Zeit. Zeit ist die kostbarste Ressource, die wir haben. In Kombination mit unseren Liebsten (Ausflüge, Unternehmungen, ein schönes Essen) wird daraus ein Geschenk, das uns nachhaltig glücklich macht. Um mich – und wahrscheinlich den meisten anderen Minimalisten ebenfalls – zu beschenken, braucht es keine Einkaufsorgien durch überfüllte Innenstädte. Was macht euren Liebsten Spaß? Welche Momente würdet ihr gerne mit ihnen teilen? Wenn ihr euch diese Fragen stellt, findet ihr ohne viel Stress, Kosten und Aufwand ein tolles Geschenk, an das ihr euch beide noch lange erinnert. Alternativ könnt ihr mit eurer Familie im Vorhinein ganz offen charmante Regeln für Weihnachten festlegen. Wie wäre es zum Beispiel damit, dass jeder nur ein Geschenk bekommt? Oder vielleicht macht auch ein Weihnachten ganz ohne Geschenke Spaß? Ganz egal wie ihr es macht: Ich wünsche euch frohe und besinnliche Weihnachten!“

Tobias Gillen ist Autor des Ratgebers „Die Minimalismus-Formel“. Darin gibt er viele Tipps und Tricks für ein minimalistisches Leben.

Marina: „Ich bin dann mal weg … und klinke mich aus dem gesamten Weihnachtsstress aus.“

Marina Wenk

„Vorgemacht haben mir das eigentlich meine Eltern. Zwar haben wir in meinen ersten Lebensjahren noch zu Hause gefeiert, so richtig mit Tannenbaum und soweit allem, was dazu gehört. Aber riesige Festtafeln und ein üppig geschmücktes Haus gab es schon damals nicht. Irgendwann haben meine Eltern dann angefangen, über Weihnachten mit mir in Urlaub zu fahren. Erst mit dem Flugzeug, später mit dem Wohnmobil. Meistens waren es wärmere Länder wie die Türkei oder Spanien, manchmal aber auch das winterliche Süddeutschland. Ich habe sehr viele Weihnachtsfeste in Spanien verbracht und erinnere mich an die neuen Eindrücke, die ich dort als Kind bekommen habe. Mal abgesehen von viel nachhaltigeren Silvesterbräuchen (kein Geböller, sondern 12 Weintrauben, die bei jedem Glockenschlag gegessen werden und bei denen man sich was wünschen kann) fand ich auch die Weihnachtsdekoration immer recht interessant. Keep it simple mögen sich die Spanier schon damals gedacht haben – an Stelle von Christbaumkugeln war der Baum oft mit in Alufolie eingewickelten Orangen geschmückt. Gut, über die Alufolie kann man jetzt diskutieren, aber grundsätzlich gab es weniger Deko als bei uns in Deutschland. Das mag sich in der Zwischenzeit auch geändert haben. Mein Mann und ich führen diese Tradition fort und hauen zwischen den Jahren ab. Beruflich ist in der Zeit sowieso nichts los und es ist schön, das Fest in anderen Ländern zu erleben oder halt eben mal komplett zu ignorieren. Je nachdem, wo man sich gerade aufhält. Aber neben den neuen Eindrücken gewinnt man vor allem eines: eine recht stressfreie Vorweihnachtszeit. Die Wohnung muss für den Besuch nicht auf Hochglanz poliert werden, es muss nichts geschmückt werden, kein Festessen geplant, eingekauft und zubereitet werden. Wir haben keinen Geschenkedruck (nur meine Mama und mein Arbeitskollege bekommen eine Kleinigkeit) und hetzen daher nicht last minute durch irgendwelche Einkaufszentren oder warten schlecht gelaunt auf den Paketboten. Wir haben keine Termine und müssen nicht von der einen Weihnachtsfeier zur nächsten hetzen. Und gegessen wird auch völlig normal und nicht in dem monströsen Ausmaß, den die drei Weihnachtstage in der Regel so mit sich bringen. Und die Berge an Müll die anfallen und die Berge an Geschirr und wieder mal Wohnung putzen im Nachgang, das alles fällt auch weg. Wahrscheinlich muss man dafür nicht wegfahren, aber es macht es leichter, sich auszuklinken. Letztlich gibt es sicherlich Menschen, die es lieben, große Feste zu feiern. Wir mögen es, am Jahreswechsel zur Ruhe zu kommen und Zeit zu haben um das alte Jahr zu reflektieren und sich auf das neue zu freuen. Und das ganz ohne Termine und Zeitdruck. So komme ich minimalistisch, achtsam und stressfrei durch die Weihnachtszeit.“

Marina Wenk arbeitet hauptberuflich als Fernsehjournalistin. Auf ve lové veröffentlicht sie Videos mit Ideen für ein nachhaltiges Leben rund um Food, Beauty, Fashion, Lifestyle und Travel.

Philipp: „Boofen als Entschleunigung vor der Bescherung.“

Philipp Drehmann

„Die Zeit vor den Feiertagen Ende des Jahres gestaltet sich aus vielerlei Gründen stressig: Abgabetermine vor dem Jahresende, Jahresabschlussfeiern, Plätzchen backen, Geschenke für die Liebsten organisieren, in meinem Fall noch einige Geburtstage, und darüberhinaus möglichst alle Mitglieder des Familien- und Freundeskreises noch einmal sehen und von einem Festmahl zum nächsten ziehen. Minimalismus bedeutet für mich Fokus auf das Wesentliche. Entsprechend besinne ich mich auf die Dinge, die die Feiertage für mich ausmachen: Romantisch angehauchte Naturerlebnisse, Gemeinschaft und schlemmen. Da die Zeit vor den Feiertagen beruflich und die Feiertage seitens Familie und Freunden dicht bepackt sind und ich auch niemandem vor den Kopf stoßen mag, gestalte ich mir meinen eigenen Feiertag vor den Feiertagen ganz nach meinem Geschmack. Als Anlass dafür nehme den 21. Dezember jedes Jahres: Nach dem kürzesten Tag des Jahres werden die Tage endlich wieder länger. Um dies gebührend zu feiern, gehe ich zur Wintersonnenwende am liebsten mit Freunden boofen, d. h. an ausgewiesenen Stellen im Nationalpark Sächsische Schweiz unter freiem Himmel schlafen. Dabei hilft mir meditatives Wandern, einen klaren Kopf zu bekommen und mich zu erden. Die frostigen Temperaturen tragen ihren Teil dazu bei. Die Highlights dabei: In kuschlige Schlafsäcke eingemummelt unter sternenklarem Himmel miteinander philosophieren, bis alle einfach wegdämmern, am nächsten Morgen mit sensationeller Aussicht aufwachen und schließlich nach dem Abstieg gemeinsam in einem hiesigen Lokal einkehren und eine heiße Suppe und frisch gebackenes Brot genießen. Welche schönere Bescherung könnte es geben?“

Philipp Drehmann probiert gern Lebensstile abseits der Konvention aus und bloggt auf Wo ist Philipp? darüber, wo er gerade in der Welt und in seinem Kopf ist. Er ist außerdem Teil des Podcasts Tee in der 4. Dimension, wo er mit drei Freundinnen über Fantasien, Dystopien und sonstigen Zukunftsvisionen spricht.

Tanja: „Love bombing statt Konsumterror.“

Tanja Heller

„Weihnachten: Brauche ich das oder kann das weg? Ich feiere das Konsumfest nicht. Fühlt sich für mich besser an. Wie eine Erlösung. Warum ich keine Dinge mehr verschenke? Die dritte Duftkerze? Das fünfte Kochbuch? Der siebte Schal? Es sind gute Beziehungen, die uns glücklich machen. Nicht der Konsumterror. Stattdessen sage ich einfach mal Danke – den Leuten, die mich das ganze Jahr (er)tragen. Bei denen ich ich sein kann. Egal, ob ich gerade stark oder schwach bin. Das sind Diamanten! Manchmal reicht eine Postkarte, um den Liebsten zu zeigen, was sie einem bedeuten. Warum einem Lieblingsmenschen nicht einfach mal ‚Danke! Du machst meine Welt schöner‘ sagen und ihm ein Lächeln ins Gesicht zaubern? Hast du dein Danke schon verschickt?“

Tanja Heller liebt Freisein und Fairänderung. Sie ist freie Werbetexterin und schreibt E-Books über Simple Living, Skin Picking und Trichotillomanie. Für Einfach bewusst hat sie den Gastartikel „Weniger ist mehr: Mein Weg aus dem Konsumpf“ verfasst.

Anne: „Wir feiern ohne eigenen Weihnachtsbaum“

Anne Tieseler

„Ich mag Weihnachtsbäume, besonders den Geruch! Jedoch brauche ich keinen eigenen Weihnachtsbaum und auch keinen unechten Ersatz. Wir sparen uns lieber Zeit, Geld und Ressourcen und machen stattdessen ganz entspanntes Weihnachtsbaum-Hopping: Wer entdeckt den prachtvollsten Weihnachtsbaum? Sie stehen auf Marktplätzen, in Einkaufsstraßen, Cafés, Büros, Kirchen, Bibliotheken etc. Während die meisten Menschen eher achtlos vorübergehen, freuen wir uns über die Verschönerung unserer Stadt und Umgebung durch Weihnachtsbäume, Deko und Lichter, die für alle da sind. Denn egal wie nachhaltig ein Weihnachtsbaum auch beschafft wird, gar keiner ist die umweltverträglichste und stressfreiste Wahl. Manch einer hat ein Tannenbäumchen im Blumenkübel und holt ihn über die Feiertage ins Haus. Wieder andere dekorieren eine schon vorhandene Zimmerpflanze mit Weihnachtsschmuck. Ich kenne aber auch Familien, bei denen reihum immer nur derjenige einen Baum aufstellt, bei dem dieses Jahr Weihnachten gefeiert wird – Christbaum-Sharing sozusagen. Wir hängen unsere wenigen Dekoelemente einfach an ein – 18 Jahre altes – Lichternetz am Fenster. So wird unser Wohnzimmer festlich, Nachbarn und Passanten haben auch etwas davon und alles ist in 10 Minuten auf- und später wieder abgebaut. Und wenn im Januar die ausgedienten Weihnachtsbäume zum Abholen aufgetürmt werden, zwacke ich mir noch ein paar Zweige ab, um unser Palettenhochbeet für den restlichen Winter abzudecken.“

Bei Live-Veranstaltungen und auf ihrem Blog Grüner Alltag gibt Anne Tieseler Denkanstöße und praktische Alltagstipps, die jeder sofort umsetzen kann.

Alexandra: „Zeit mit geretteten Tieren verbringen.“

Alexandra Lill

„Was ist meine ‚magische Zutat‘ für ein stressfreies und achtsames Weihnachten? Die Antwort fällt mir leicht: Ich verbringe möglichst viel Zeit draußen mit den Pferden und den anderen Tieren auf unserem Hof Eulengrund. Warum? Weil die ruhige und sanfte Anwesenheit dieser wundervollen Wesen mich erdet und mir immer wieder bewusst macht, worum es im Leben eigentlich geht. Nämlich um echtes Miteinander, Fürsorge und Liebe statt sinnlosem Anhäufen von Dingen. Die Tiere leben im Jetzt und zerbrechen sich nicht den Kopf über Sachen, die schon passiert sind oder noch passieren könnten. Sie beobachten ihre Umwelt, ohne zu urteilen. Sie akzeptieren, was ist. Und sie schenken uns (und einander) ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Das ist in Zeiten von Smartphone & Co. unter Menschen ja eher selten geworden. Ich finde, wir können viel von Tieren lernen, wenn wir uns darauf einlassen. Nicht nur an Weihnachten. Mein Tipp für ein achtsames und stressfreies Fest: Sich auf einem Lebens- und Tierschutzhof engagieren, mithelfen und Zeit mit geretteten Tieren zum Beispiel aus der Massentierhaltung oder dem Zirkus verbringen. Viele solcher Höfe freuen sich über helfende Hände. Warum also nicht mal an Weihnachten (und natürlich auch danach) etwas Gutes tun. Und wie wäre es, das Geld den Tieren zu spenden – statt Geschenke damit zu kaufen?“

Alexandra Lill schreibt auf ihrem Blog Hof Eulengrund über ein achtsames, naturnahes und nachhaltigeres Leben.

Viktor: „Einfach mal offline sein.“

Viktor Garder

„Wie jedes Jahr freuen wir uns auf die besinnlichen Festtage und die Zeit mit unseren Liebsten. Die mittlerweile unverzichtbare Technik und das Internet sind allerdings sehr präsent in unserem Alltag und in Form des Smartphones immer dabei. Ich habe mir daher vorgenommen, ein zweiwöchiges Digitalfasten auszuprobieren. Spätestens nach dem Verlassen des Zugs und der Ankunft in Oberfranken, wo ich die Weihnachtsferien bei meiner Schwester mit ihrer Familie verbringe, wird das Smartphone ausgeschaltet. Das Notebook möchte ich gelegentlich offline nutzen, um Gedanken und Ideen festzuhalten. Meine volle Aufmerksamkeit werde ich den Menschen widmen und natürlich der Natur, wo wir planen täglich unterwegs zu sein. Es wird nicht wichtig sein zwischendurch zu erfahren, ob eine Mail eingegangen ist. Wahrscheinlich wird es einzig den Moment geben, in dem ich Freunden und Verwandtschaft Weihnachtsgrüße sende oder einen guten Rutsch wünsche. Dann möchte ich aber wieder in die spannende Offline-Welt zurückkehren. Daher empfehle ich Dir, auf Qualität statt Quantität zu setzen. Durch Reduzierung des Kommunikationslevels findest Du heraus, dass wir einen Großteil der Informationen im Alltag gar nicht benötigen. Schon mit Deaktivierung des Datenempfangs oder der Benachrichtigungen kann die Ablenkung und Reizüberflutung deutlich reduziert werden. Probiere es aus und teile gerne – nach dem Digitalfasten – Deine Erfahrung mit mir.“

Viktor Garder bloggt auf KunterRund über nachhaltige Lebensweise, Minimalismus, Philosophie, vegane Ernährung und Radfahren.

Gabi: „Den ganzen weihnachtlichen Irrsinn loslassen.“

Gabi Raeggel

„Es liegt nun über 33 Jahre zurück. Ich war 25 Jahre und hatte beschlossen, dass ich den ganzen Irrsinn mit den weihnachtlichen Geschenken, all dem Stress und all der Hektik ganz bewusst loslasse. Ich wollte es nicht mehr. Einfach nicht mehr mitmachen. Daran habe ich mich – mal abgesehen von einer Kleinigkeit für das Patenkind, bis dieses erwachsen war – all die Jahre gehalten. Keine Weihnachtsgeschenke, keine Tannennadel-Deko, kein Firlefanz und einen möglichst großen Bogen um die vorweihnachtlichen Konsumtempel. Den weihnachtlichen Irrsinn loszulassen, das braucht natürlich etwas Mut, eine klare Entschiedenheit und eine gewisse Durchsetzungsfähigkeit, aber ich kann es empfehlen. Es ist jedes Jahr immer wieder aufs Neue sehr wohltuend.“

Gabi Raeggel bloggt über Achtsamkeit und Minimalismus als Lebenskunst. 2018 hat sie den Ratgeber „Wenig Dinge braucht das Glück“ veröffentlicht.

Ilona: „Stille, Langsamkeit, Besinnlichkeit – das sind die Dinge, die ich dieses Jahr zu Weihnachten besonders übe.“

Ilona Koglin

„Stille und Langsamkeit kommen vor und während der Weihnachtsfeiertage meist zu kurz. Das gefällt mir nicht, denn eigentlich ist diese dunkle Jahreszeit doch ideal, um sich in Ruhe Gedanken über das zu machen, worauf es im Leben wirklich ankommt. Und das geht nicht, wenn man von A nach B hetzt, sich mit vielen Menschen und Dingen umgibt und laufend ablenken lässt. Deshalb habe ich mir dieses Jahr eine Challenge verordnet: ich werde in den vier Wochen vom 1. bis 29. Dezember 2019 jede Woche eine andere Herausforderung antreten. In der ersten Woche übe ich mich im Zuhören und langsam sprechen. In der zweiten Woche werde ich die Langsamkeit wieder entdecken – in allem, was ich tue. In der dritten Woche setze ich Prioritäten neu und sage mutig Dinge ab, um mir Zeit zu verschaffen. Und in der vierten Woche (von Weihnachten bis Neujahr) werde ich mir eine Digital-Detox-Woche genehmigen. Klingt das gut? Wenn du mitmachen möchtest, dann lass dich von meinen Anleitungen inspirieren und melde dich per Kommentar! Ich bin gespannt und freue mich auf einen Austausch mit dir! „

Ilona Koglin ist Bloggerin, Buchautorin und Projektmacherin des öko-sozialen Wandels. Gemeinsam mit ihrem Mann Marek Rohde betreibt sie den Blog Für eine bessere Welt, organisiert die Konferenz für eine bessere Welt und schreibt Bücher wie „Jetzt retten wir die Welt“ und „Faironomics“. Auf Einfach bewusst hat Ilona zu „Mut für eine bessere Welt“ aufgerufen.

Andrea: „Basteln, filzen, backen.“

Andrea Lammert

Weihnachtsstress in der Stadt, durch Geschäfte jagen und Geschenke kaufen? Das gibt es in unserer Familie so gut wie gar nicht. Wir machen den Großteil unserer Geschenke selbst. Ich möchte die Weihnachtszeit als besinnliche Zeit erleben. Die langen Abende, das graue Wetter laden dazu ein, zu basteln, zu filzen oder zu backen. Das ist mir vor allem mit den Kindern wichtig. Ich möchte sie zur Kreativität inspirieren anstatt zum Konsum zu erziehen. Es ist so schön, die gemeinsame Zeit zu nutzen, sich mit Tee und Gebäck zusammenzusetzen und zu handwerken. Ob Pralinen für den Opa, genähte Sets für die Oma, neu designte Weihnachtsbaumkugeln, Kräuterkissen oder geschnitzte Haken aus Ästen. Die Kinder haben inzwischen tausend Ideen, was sie aus Naturmaterialien herstellen können. Dieser Fluss der Ideen ist so wichtig, weil sie lernen, dass es eben nicht um Konsum geht, sondern ums Schenken mit Herz und Achtsamkeit. Zudem gewinnen sie auch selbst viel. Ihre handwerklichen Fähigkeiten werden bewundert und das gibt ihnen Selbstvertrauen. Jedes Jahr ein Stückchen mehr, denn ihre Produkte werden immer besser und eben häufiger gelobt. Es ist so einfach, mit den Kindern eine schöne Adventszeit zu haben. Für mich ist diese Zeit vor Weihnachten, in der wir zusammensitzen, singen, Plätzchen essen und basteln, das, was Weihnachten ausmacht.

Andrea Lammert ist Reisebuchautorin und schreibt auf ihrem Blog Indigoblau über nachhaltiges Reisen und Ziele in der Nähe.

Anja: „Zu Weihnachten wegfahren.“

Anja Blumschein

„Auch wenn wir es uns als Familie jedes Jahr vornehmen die Adventszeit und das Weihnachtsfest achtsam und entschleunigt zu verbringen, kommt es doch meistens anders: Weihnachtsmarktbesuche, Plätzchen backen, Weihnachtsfeiern, Adventsnachmittage im Kindergarten, vorweihnachtlicher Trubel im Büro, Geschenke besorgen. Das kann anstrengend und wenig besinnlich sein. So sehr wir die langen kuscheligen Winterabende, am liebsten draußen mit Schnee und schön kalt, bei Kerzenschein, mit Spekulatius und einer Tasse Kakao lieben, so sehr freuen wir uns auch, die Weihnachtszeit in Namibia bei den Großeltern unseres Sohnes verbringen können. Mir ist bewusst, dass ein Flug nicht ökologisch ist. Aber da es sich um die Oma und den Opa unseres Sohnes handelt, lässt sich der Flug einmal pro Jahr nicht vermeiden. Um unseren ökologischen Fußabdruck nicht ins Unendliche steigen zu lassen, haben wir unser Auto abgeschafft und erledigen alles mit einem Lastenrad und den öffentlichen Verkehrsmitteln. Da wir in der Stadt leben, funktioniert ein Leben ohne Auto bisher sehr gut. Zudem ernähren wir uns vorwiegend vegetarisch, kochen weitestgehend regional und saisonal, vermeiden Verpackungsmüll und machen noch vieles mehr, was unseren ökologischen Rucksack verkleinert. Nun aber zurück zum Thema: Ich bin überzeugt, dass ein Urlaub über die Weihnachtstage oder auch schon während der Adventszeit sehr angenehm für unser Wohlbefinden sein kann. Das kann zum Beispiel eine Auszeit in einer Berghütte, in einem Bio-Hotel, bei einem Yoga Retreat oder auch in einem Ferienhaus an der Ostsee sein. Ich finde es wichtig, dass der Urlaub, wenn möglich, regional und nachhaltig gestaltet wird. Nutze für die Anreise Bus und Bahn und achte bei Unterkünften auf Nachhaltigkeitssiegel wie beispielsweise TourCert, Travellife Gold, Viabono und GreenSign. Ein weiterer Vorteil des Verreisens ist, dass die Geschenke minimal ausfallen, da nicht so viel in den Koffer passt. Das spart Geld, Ressourcen und bereitet weniger Stress.“

Anja Blumschein ist Umweltingenieurin und schreibt auf ihrem Blog Umweltgedanken über Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Sie möchte mit ihren Texten Menschen zum Nachdenken anregen und Tipps für ein bewusstes und nachhaltiges Leben geben.

Corinna: „Die wirklich heilige Heiligkeit des Heiligabends.“

Corinna Sonja Stenzel

„Als Kind spürte ich es noch … diese Heiligkeit der Heiligen Nacht. In dieser Nacht fühlte sich alles so besonders an. Als ich älter wurde, konnte ich diese Heiligkeit immer weniger fühlen und ich empfand stattdessen hauptsächlich Stress. Um diese Heiligkeit wieder fühlen zu können, habe ich beschlossen, von nun an Weihnachten mit meiner Familie anders zu feiern. Zunächst einmal haben wir entschieden, dass Weihnachten für uns ausschließlich die Heilige Nacht bedeuten soll. Den ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag feiern wir nicht mehr. Wir besinnen uns auf einen einzelnen Abend, den wir bewusst zelebrieren und zu etwas ganz Besonderem machen. Diesen intimen Abend wollen wir im kleinen Kreis verbringen. Wir spüren genau hin, wer uns wirklich wichtig ist und laden nur Menschen ein, mit denen wir wirklich gerne beisammen sind. Außerdem haben wir beschlossen, dass wir uns nichts mehr schenken. Stattdessen trägt jeder etwas zum Abend bei. Der eine ist für das Hauptgericht zuständig, der andere fürs Dessert, das Tisch decken oder die Musik. Und vor allem machen wir uns die Bedeutung des Heiligen Abends bewusst. Für uns ist der Heilige Abend der Auftakt ins neue Jahr. Somit feiern wir auch kein Silvester. An Silvester ist das einzige, was man feiert, dass man ab dem nächsten Tag einen neuen Kalender nehmen kann. Doch am Heiligen Abend, da beginnt in der Welt wirklich etwas Neues. Ab dem Heiligen Abend, zur Wintersonnwende, werden die Tage wieder länger. Das Licht siegt über die Dunkelheit. Für mich persönlich bedeutet das: Die Liebe siegt über die Angst. Deshalb ist der Heilige Abend für mich wahrhaftig das Fest der Liebe. Er erinnert mich daran, dass nach jedem Winter ein Sommer kommt und nach jedem Abend ein Morgen. Und – vielleicht – kommt so auch nach jedem Tod ein Leben. Wir blicken in Liebe und Dankbarkeit auf das Jahr zurück und freuen uns auf das neue. Jeder von uns beantwortet reihum, was im letzten Jahr besonders bedeutsam und schön war und worauf wir uns im neuen Jahr besonders freuen. Dabei entstehen zauberhafte Momente von Verbundenheit, Dankbarkeit und Liebe. Ich wünsche uns allen einen wundervollen, wahrhaftigen, echten, tiefen, seelensättigenden Heiligen Abend mit leuchtenden Augen, berührten Herzen und einem Gefühl von Zauber, Magie und Heiligkeit in der Luft!“

Corinna Sonja Stenzel ist Coach für Selbstliebe. Sie hilft Menschen dabei, sich selbst kennen und lieben zu lernen. Die Beziehung, die wir zu uns selbst haben, überträgt sich auch auf alle anderen Beziehungen in unserem Leben. Auf Einfach bewusst erklärt Corinna Sonja „Warum Selbstliebe kein Egoismus ist – und was das mit Minimalismus zu tun hat“.

Matthias: „Baum pflanzen statt Baum töten.“

Matthias Heck

„‚Och Papa, der Baum, den du ausgesucht hast, sieht aber echt nicht schön aus‘. Ein sehr geläufiger Satz von mir oder meiner Schwester, um den von meinem Vater gekauften Weihnachtsbaum zu beschreiben. ‚Ja, aber den wollte sonst keiner haben‘, war dann meist die Verteidigung meines Vaters. Recht hat er. Ich will gar nicht wissen, wie viele Weihnachtsbäume verbrannt werden, wenn sie keinen Käufer finden. Ich weiß aber sicher, dass jeder dieser Bäume lieber nicht getötet worden wäre. Aus diesem Grund gibt es inzwischen Weihnachtsbäume im Topf, die man im Frühling auspflanzen kann. Es gibt sogar Baumschulen, die euch zum Fest einen Baum leihen. Vielleicht habt ihr auch die Möglichkeit den Baum im Garten zu pflanzen und ihn dort zu schmücken statt in der für den Baum unnatürlichen Umgebung der eigenen vier Wände. Unser Weihnachtsbaum wurde leider auch getötet. Allerdings vom Wind und es ist untypischerweise auch noch ein Walnussbaum. Der mehrere hundert Jahre alte Baum stand immer hinter unserem Haus, bis ein Sturm ihn umfallen ließ. Statt ihn zu verbrennen habe ich daraus nützliche Dinge vom örtlichen Schreiner machen lassen. Ein paar Holzschalen sind daraus geworden, demnächst noch ein Schreibtisch und eine Garderobe. Und eben auch ein Weihnachtsbaum aus einem Stamm mit vielen Brettern, die die Äste darstellen. Wer gerade keinen passenden Baum zur Hand hat, kann es auch gerne mit dem Ausspruch ‚Geben ist seliger als nehmen‘ halten und zu Weihnachten einfach Bäume pflanzen, statt einen zu töten. Plastik Weihnachtsbäume scheiden übrigens ebenfalls aus. Diese kommen meist aus Fernost, mit entsprechend langen Transportwegen und dem dazu passenden ökologischen Fußabdruck.“

Matthias Heck arbeitet als Techniker im Umweltsektor und schreibt regelmäßig für den Blog nachhaltig-sein.info. Sein Nachhaltigkeits-Motto lautet: „Wir müssen die ausgetrampelten Denkpfade verlassen.“

Christof: „An meiner minimalistischen Ernährung halte ich auch zur Weihnachtszeit fest.“

„Zu einer minimalistischen Ernährung gehören für mich diese Elemente: 1. Weniger essen. 2. Mit wenigen Zutaten kochen. 3. ‚Gute‘ Lebensmittel. 4. Simple Zubereitung. 5. Langsam essen. 6. Achtsam essen. 7. Auch auswärts einfach essen. Diese minimalistische Ernährung macht mich gesund und glücklich. Deswegen möchte ich auch in der oft wenig besinnlichen Zeit zwischen dem Ersten Advent und dem Dreikönigstag nicht darauf verzichten. Ich habe darin mittlerweile Routine, sodass es allein daheim keine Herausforderung ist. Über Weihnachten verbringe ich ein paar Tage bei meiner Schwester und meinem Neffen in München. Dort lasse ich das Frühstück ausfallen und gönne mir zum Start in den Tag lediglich einen Kaffee mit Pflanzenmilch. Mittags kocht meine Schwester etwas Leichtes wie eine Suppe. Nachmittags gibt es Tee und eine Handvoll Plätzchen. Am Abend schwinge ich den Kochlöffel. Dann darf es etwas Deftigeres geben, vielleicht einen Kartoffel-Spitzkohl-Auflauf oder Steinpilze in Cashewsahnesauce mit Walnusspolenta. Gegen ein oder zwei Gläser Wein ist auch nichts einzuwenden – schließlich ist nur einmal im Jahr W(h)einachten.“

Christof Herrmann schreibt auf Einfach bewusst über Minimalismus, Nachhaltigkeit, vegane Ernährung und (Fern-)Wandern.

Nun Du: Wie gestaltest Du die Wochen zwischen dem Ersten Advent und dem Dreikönigstag, sodass sie minimalistisch, achtsam und stressfrei über die Bühne gehen?

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