Treppensteigen ist die wohl minimalistischste und effektivste Fitnessübung im Alltag

30. April 2020 - von Christof Herrmann - 21 Kommentare
Treppensteigen ist die wohl minimalistischste und effektivste Fitnessübung im Alltag - Foto von Free-Photos auf Pixabay

„Einen Fahrstuhl zum Glück gibt es nicht, man muss die Treppe nehmen.“ (Phil Bosmans)

Bewegung und Fitness geht auch ohne Sportverein oder Studio

Um Dich zu bewegen und etwas für Deine Fitness zu tun, musst Du Dich in keinem Verein oder Studio anmelden. Du kannst das ganz einfach in Deinen Alltag integrieren: Am Morgen etwas Yoga anstelle aufs Smartphone starren, mittags spazieren anstelle in die Kantine gehen und nach Feierabend eine Runde Boule spielen anstelle vor dem Fernseher zu hocken. Möglichst oft mit dem Fahrrad fahren, zu Fuß gehen und Treppen steigen. Fenster putzen, im Garten arbeiten und Einkäufe heimtragen. Mit den Kindern herumtollen, Lichtschalter-Kung-Fu trainieren …

In meinem Ratgeber „Das Minimalismus-Projekt – 52 praktische Ideen für weniger Haben und mehr Sein“ (erscheint am 2. September 2020 im Verlag Gräfe und Unzer) widme ich dem Thema „Bewegung und Fitness im Alltag“ ein komplettes Kapitel.

Treppensteigen verbessert Deine Gesundheit und Lebenserwartung

Unter den alltagstauglichen Fitnessübungen ist das Treppensteigen besonders minimalistisch und effektiv. Es kostet nichts, kann fast überall trainiert werden und fördert die Gesundheit und Lebenserwartung. Studien zeigen, dass das Treppensteigen mit einem intensiven Sportprogramm zu vergleichen ist. In einer viertel Stunde verbrennst Du bis zu 225 Kilokalorien. Das ist mehr als beim Joggen.

Treppensteigen ist in mehrfacher Hinsicht gut für Deine Gesundheit. Es trainiert die Muskulatur, vor allem die Po-, Oberschenkel- und Wadenmuskulatur, stärkt das Herz und den Kreislauf, verbessert die Atmung und die Ausdauer, senkt den Blutdruck, verbessert die Cholesterinwerte, beugt Übergewicht vor oder hilft beim Abnehmen und schult die Konzentration und Koordinationsfähigkeit. Auch bei Vorerkrankungen wie Arthrose, einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder Asthma ist Bewegung in den meisten Fällen wichtig. Ob und in welchem Umfang man Treppen steigen darf, solltest dann aber mit dem Arzt geklärt werden.

Auf die Treppe, fertig, los

Vermeide ab sofort Aufzüge und Rolltreppen – zuhause, auf dem Weg zur Arbeit, auf dem kleinen Dienstweg, beim Einkaufen und in der Freizeit.

Übertreibe es am Anfang aber nicht. Gewöhne Deinen Körper allmählich ans Treppensteigen. Erhöhe kontinuierlich Dein Tempo und die Anzahl der Stufen pro Tag. Die Regelmäßigkeit wird Deine Fitness und Belastungsfähigkeit schnell verbessern. Dann wirst Du zusätzliche Stockwerke zum Spaß einbauen. Um nicht zu stürzen, solltest Du Dich stets konzentriert und im Singletasking bewegen.

Du kannst Dir auch ein kleines Trainingsprogramm ausdenken. Steigere Dein Tempo von Stockwerk zu Stockwerk und hole beim Heruntergehen Luft. Oder nimm nach oben zwei Stufen auf einmal und fahre zur Erholung mit der Rolltreppe nach unten. Oder wechsle das Geh- bzw. Lauf-Tempo und den Armeinsatz alle zehn Stufen. Oder trete treppauf nur mit den Ballen und treppab mit dem ganzen Fuß auf …

Worauf wartest Du noch?

Auf die Treppe, fertig, los!

Treppensteigen ist die wohl minimalistischste und effektivste Fitnessübung im Alltag - Foto von Leon Macapagal auf Pexels

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21 Kommentare für “Treppensteigen ist die wohl minimalistischste und effektivste Fitnessübung im Alltag”

  1. Ha! Mir aus der Seele gesprochen, und ich unterstreiche jedes Wort! Seit ich vor knapp fünf Jahren meinen ungesunden Lebensstil komplett über den Haufen geworfen (und dadurch, nebenbei bemerkt, 45 Kilo abgenommen) habe, vermeide ich Fahrstühle und Rolltreppen, wo immer es geht. Und es geht so gut wie immer, auch wenn man in manchen Gebäuden oder unterirdischen Bahnhöfen das Treppenhaus tatsächlich erst mal suchen muss, während Aufzug und Rolltreppe dir einladend auf dem Präsentierteller serviert werden.
    Woran man sich dabei übrigens auch gewöhnen muss, ist so mancher verständnislose Kommentar deiner Begleiter, wenn du sie allein auf die Rolltreppe steigen lässt – und ihr überaus verblüffter Blick, wenn du vor ihnen oben ankommst und ihnen fröhlich entgegengrinst. :D

  2. Hey!
    Interessanter Text! Auch interessant: Ich habe beobachtet, dass während der Coronakrise viel mehr die Treppen nehmen (z.B. in der U-Bahn). Normalerweise bin ich einer der wenigen.
    Halrad

  3. Hi, ich habe eine Weinbergtreppe mit 293 Stufen ein paar Schritte vor der Haustür und nutze sie ergänzend zum Lauftraining. Macht Spaß. und der Blick von oben übers Elbtal ist zu jeder Tageszeit eine zusätzliche Motivation.
    Gruß Barbara

  4. Hej, Christof,
    ich gehe auch gerne Treppen, finde die Treppenhäuser aber in manchen Häusern wirklich zum Gruseln (nachts allein im Parkhaus, uäääh!). Ansonsten versuche ich meinem inneren Schweinehund stets das Kommando „Still und sitz!“ aufzunötigen und nehme die Treppe :-)
    Die längste war wohl die zum Sigiriya Felsen in Sri Lanka hoch: 1202 Stufen. Hat sich aber gelohnt!
    Herzlichst, Andrea

  5. Moin Christof,

    ich habe glücklicherweise schon länger etwas Angst von Fahrstühlen und diese Rolltreppen mag ich überhaupt nicht. Daher bevorzuge ich meistens die Treppen. Und weil ich mit einem Fahrrad nicht eine Treppe hochfahren kann, dann lieber oftmals in die Hand bzw. auf die Schulter und nichts wie los. :-) Ein Fitnessstudio? Der Wald vor der Haustür ist nicht nur das sondern noch viel mehr. Es bietet außerdem all die Natur, wo ich nicht oft genug sein kann.

    Kunterrunde treppensteigende Grüße,
    Viktor

  6. Ich freue mich immer, dass ich in einem Einzelhaus wohne und als „Hausfrau“ täglich oft nach oben oder in den Keller wechsle – beste Alltagsbewegung zusammen mit Radfahren.

  7. Zustimmung auch von mir, lieber Namensvetter Christof!
    Bei unserer letzten Chor-Freizeit konnte ich meinen Zimmergenossen regelmäßig überzeugen, die Treppen zu benutzen: „ Komm Klaus, wir machen wieder Thrombose-Prophylaxe!“
    Übrigens: Treppenhäuser sind sehr gut geeignet zum freien Singen und heilsamen Improvisieren! Mit optimalem Nachhall.
    Herzliche Grüße von Christoph

  8. Hey, du sagst es! Ständig bin ich mit der Rolltreppe oder mit dem Fahrstuhl gefahren. Meine Bequemlichkeit stand immer im Vordergrund. Irgendwann kam der Gedanke, warum eigentlich niemand dir Treppe mehr nimmt.
    Am Bahnhof ist zwischen den Rolltreppen die Treppen. Wieso warten alle nacheinander, bis sie auf die Rolltreppe kommen, anstatt die Treppe zu nehmen? Für eine Etage? Diese Frage stellt ich mir auch persönlich und hab mir vorgenommen immer die Treppe zu nehmen. Sofern es kein Hochhaus ist. :)

    Ich denke das es ein Problem der Bequemlichkeit ist. Viele Menschen wollen sich nicht anstrengen, alles so bewuem wie möglich lösen – wundern sich aber dann, warum sie sehr schnell aus der Puste sind, nachdem sie man eine Etage mit der Treppe laufen mussten.

    Es ist eine mentale Einstellung. Den Sport in Alltag zu integrieren steigert meiner Meinung nach die Lebensfreude :)

    Liebe Grüße
    Sascha

    1. Wäre mal interessant zu recherchieren, warum wir Menschen zu Bequemlichkeit neigen. Haben wir das im Blut oder haben Modernisierung und Automatisierung uns dazu gemacht oder …?

      Viele Grüße

      Christof

      1. Es gibt einige Studien zum Thema Bequemlichkeit – doch viel mir, ob wir durch Bequemlichkeit die Umwelt belasten.

        Das müsste man im Ursprung anfangen: Ab wann begann die Modernisierung? Hat die Modernisierung zur Bequemlichkeit beigetragen?
        Ich denke, dass die Modernisierung zur Bequemlichkeit beigetragen hat. Aber im wesentlich sind wir doch selbst dafür verantwortlich. Jeder kann selbst entscheiden, für was er sich entscheidet.
        Geht schon im Haushalt los: Besitzt man eine Spülmaschine oder wäscht man das Geschirr mit der Hand ab?

        Ich denke das Bequemlichkeit von der eigenen Einstellung abhängt :) Es ist dennoch sache des Betrachters.

        Liebe Grüße
        Sascha

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