Warum Du Dich weniger entschuldigen solltest (und wie Du es schaffst)

27. November 2022 - von Christof Herrmann - 35 Kommentare
Warum Du Dich weniger entschuldigen solltest - Foto: Moshe Harosh von Pixabay

Wenn es denn etwas zu ent-schuld-igen gibt

Ist Dir schon aufgefallen, wie inflationär wir heutzutage Entschuldigungen aussprechen?

Auf den ersten Blick ist dagegen nichts einzuwenden. Es gibt durchaus Situationen im Leben, in denen eine Entschuldigung angebracht ist. Wenn Du eine fremde Person auf der Rolltreppe anrempelst. Wenn Du vor dem Richter und zu Deinem fatalen Fehler stehst. Oder wenn Du Deine bessere Hälfte hintergangen hast und Dich aufrichtig ent-schuld-igen möchtest.

Jeder Mensch benötigt Unterstützung, hilft aber auch gerne

Genauer betrachtet sind aber die meisten Entschuldigungen unnötig. Sie weisen sogar auf versteckte Schuldgefühle hin und kratzen unbemerkt an Deiner Selbstsicherheit und Ausgeglichenheit. Auch dem Gegenüber kann es lästig sein, ständig um Verzeihung gebeten zu werden.

Jeder Mensch ist unvollkommen, hat Stärken und Schwächen, benötigt Unterstützung, hilft aber auch gerne. Wenn Du das beherzigst, gelingt das Zusammenleben mit anderen besser. Und Du musst Dich nicht entschuldigen, wenn Du zu ein paar Minuten spät kommst, auf der Arbeit einen Fehler gemacht hast oder einer vertrauten Person Dein Herz ausschütten möchtest.

Sag „Danke“ statt „Sorry“

Das bedeutet natürlich nicht, dass Du eigennützig vor Dich hin leben sollst. Statt Dich ständig zu entschuldigen, sei lieber Dir selbst wohlwollend und Deinem Gegenüber dankbar für die Geduld und Großzügigkeit. Wenn Du das zum Ausdruck bringst (manchmal reicht schon ein „Sorry“ durch ein „Danke“ zu ersetzen), trägt das zu einer positiven Gesprächsatmosphäre bei. Wir alle kommen lieber mit Dankbarkeit als mit Schuldgefühlen in Berührung.

Hast Du Dich etwas verspätet, sagst Du also nicht „Entschuldige mein Zuspätkommen, ich bin so unzuverlässig“, sondern „Danke fürs Warten. Ich schätze Deine Geduld.“ Berechtigte Kritik auf der Arbeit nimmst Du an: „Danke für das Feedback. Ich werde es ab sofort umsetzen.“ Und brauchst Du ein offenes Ohr, dann kriechst Du nicht zu Kreuze, sondern sagst einfach bewusst: „Mich bedrückt etwas. Hast Du gerade Zeit für mich?“

In diesem Zusammenhang verteile ich schon mal ein Kompliment oder Lob. In der Gewaltfreien Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg wird darauf verzichtet. Laut dieser renommierten „Sprache des Herzens“ enthält Lob immer eine Bewertung und kann sogar manipulativ eingesetzt werden, um die gelobte Person zu animieren, das Verhalten zu wiederholen.

So etablierst Du die gute Gewohnheit

Die Neigung, sich ständig zu entschuldigen, ist ein gutes Beispiel für eine schlechte Gewohnheit. Ersetze sie durch Worte der Dankbarkeit und Wertschätzung. Mein Blogartikel „Neue Gewohnheiten etablieren und schlechte ablegen“ hilft Dir bei der Umsetzung.

Immer wenn der Entschuldigen-Reflex an meinem Oberstübchen anklopft, sage ich mir Folgendes: „Christof, erst denken, dann reden. Halte einen Moment inne. Lass Deine Gedanken durch die interne Qualitätskontrolle gehen. Haben sie bestanden, dürfen die Worte Deinen Mund verlassen.“

Vielen Dank, ich freue mich über Deine Aufmerksamkeit!

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35 Kommentare für “Warum Du Dich weniger entschuldigen solltest (und wie Du es schaffst)”

  1. Lieber Christof,

    toller Artikel, wie für mich geschrieben. Vielen Dank für diese wichtige Erinnerung – und Danke für deine Geduld. :)

    Mit den allerbesten Grüßen
    Lara

  2. Du hast das mal wieder wunderbar auf den Punkt gebracht (oder dürfen wir dich nicht mehr loben?)! Und der Artikel kommt für mich zur rechten Zeit. Ich entschuldige mich ständig für allerlei Sachen und fühle mich dabei nie gut. Ich werde versuchen das zu reduzieren. Alles Gute für dich!

  3. Hallo, lieber Christof,
    Ich kann mich den anderen nur anschließen – wie immer passend, was du schreibst ! 🤩
    Halte mich für eine Haarspalterin, aber ich z.B. habe Aversionen gegen den Begriff „Entschuldigung“ im Rahmen des schulischen Fernbleibens. Wenn mein Kind erkrankt, so gebe ich ihm für den Lehrer eine von mir geschriebene „Krankmeldung“ mit. Schließlich trägt es keine Schuld daran, dass es zu Hause bleiben musste.
    Und „danke fürs Warten“ sage ich tatsächlich schon seit längerem standardmäßig in Meetings, wenn ich mich verspäte. 😀
    Liebe Grüße nach Franken,
    Caro

    1. Für mich ist das keine Haarspalterei. Zum einen bin ich sehr an der deutschen Sprache, der Bedeutung, Besonderheit und Etymologie der Wörter interessiert, zum anderen sollte man die versteckte Kraft von Sprache und Wort nicht unterschätzen. Streicht Du das Wort „Entschuldigung“ auf dem Zettel durch und ersetzt er mit „Krankmeldung“? ;-) Fände ich korrekt und konsequent.

      Viele Grüße nach Wohninauchimmer

      Christof

  4. Danke Dir Christof, schön das Du das ansprichst. Es sieht so aus, das die gesellschaftlichen Normverschiebungen in unserem Kulturkreis für viel Verunsicherungen sorgen und einen Verhaltenspingpong veranstaltet.
    Im Berufsalltag und auch im Familien-Freundeskreis kann man es häufig erleben.
    Beispielfrage: wenn jemand in der Küche in der Absicht hinaus zu gehen die Klinke der geschlossenen Küchentüre festhält, weil er sich gerade noch unterhält und von aussen jemand in die Küche hinein will und einen Schubs verursacht…. entschuldigen?
    oder ups, du stehst da ! ;))

    1. Ich habe nicht ganz verstanden, wer in Deinem Beispiel, wem einen Schubs gibt? Kommt immer auf die Situation und die beteiligten Personen an. Es geht mir in dem Artikel nicht darum festzulegen, wann man sich zu entschuldigen hat und wann nicht. Mir war es aber wichtig, auf diese Phänomen hinzuweisen und den einen oder die andere zu animieren, die eigene Kommunikation zu beobachten und ggf. anzupassen.

      1. Hallo Christof,

        erstmal vorweg ein großes Lob für diesen Blog. Ich lese deine Artikel sehr gerne und kann immer mal wieder einen Impuls für mein Leben mitnehmen.

        Ich finde auch diesen Artikel wirklich gut, ich denke insgesamt rechtfertigen und entschuldigen wir uns zu häufig bzw. unnötig häufig.

        Es ist ein interessanter Ansatz sich lieber zu bedanken statt zu entschuldigen. Gerade nach Gesprächen hört es sich wirklich viel positiver an zu sagen: “Vielen Dank, dass du mir zugehört hast“ statt: “Entschuldige, dass ich dich vollgeheult habe“

        Allerdings finde ich dein Beispiel mit der Verspätung schlecht gewählt. Das würde ich nämlich eher als einen Fall einordnen, wo eine Entschuldigung angemessen ist. Schließlich wird die Zeit des anderen missachtet, wenn man jemanden warten lässt. Dafür kann man sich dann schon entschuldigen. Ich würde mich es ziemlich unsympathisch finden, wenn mich jemand warten lässt und sich dann bedankt, dass ich gewartet habe. Für mich kommt das sehr scheinheilig rüber.

        1. Du hast recht, ich hätte mein Bespiel mit dem Entschuldigen besser erläutern sollen. Wenn ich mich deutlich verspäte oder eine Verabredung komplett vergesse, tut es mir wirklich leid und kann ich gebe ich das auch zum Ausdruck. Verspäte ich mich aber nur etwas, dann halte ich eine Entschuldigung für eine Floskel, die ich vermeiden versuche, damit eine echte Entschuldigung nicht ihren Wert verliert. Ich habe nun oben im Text „wenn Du zu ein paar Minuten spät kommst“ geschrieben (ändere ungern einen Text im Nachhinein, aber hier macht es schon Sinn). Besser so?

          Vielen Dank für den Hinweis und liebe Grüße

          Christof

    2. In Kanada, wo ich seit einigen Jahren lebe, würde eine solche Situation einen „Sorry Schauer“ auslösen. Und ich wäre nichtmal sicher, wer anfängt, der, der durch das Klinke festhalten die Tür blockiert hat, oder der, der beim Reingehen versehentlich geschubst hat. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist das Sorry hier kulturell bedingt. In Nordamerika kamen so viele verschiedene Kulturen zusammen, dass man auf einem sehr eindeutigen, unmissverständlichen Level kommunizieren musste, um Missverständnisse zu vermeiden. In Kanada gehört das beflissene Entschuldigen dazu. Allerdings gibt es da auch Abstufungen zwischen Sorry und einer echten Entschuldigung. Sorry wird eher benutzt, um sicherzustellen, dass wirklich keine böse Absicht vorlag, was ja bei der Küchentürsituation der Fall ist. Und wenn ich so drüber nachdenke, würde ich das in Deutschland auch so machen. Spannend nun zu wissen, ob der andere Part vermutlich auch Sorry sagen würde, oder sich aufregen, oder es abwinken (habe ich eine mögliche Reaktion vergessen?).

      LG,
      Chris

      1. hallo Chris, Danke Dir so ist Christof s Frage schon beantwortet. Wenn hier derjenige, der die Küche betreten will durch den Halt/Druck auf der Türklinke einen Stups nach innen verursacht, absichtslos, ist die Situation unmissverständlich, und ob es schuldig-entschuldigt oder dann hej, darf ich auch noch rein? lass ich hier jetzt offen
        Jedenfalls ist Entschuldigung wann und wie ? ein Phänomen, das beschäftigt, wie die Kommentare zeigen, eine gewisse Urteilsfähigkeit und mit gutem Humor kann es nur gut ausgehen, und Danke immer eine gute Option.

        Christof Danke für den Hinweis 🌈

  5. Lieber Christof,

    wieder mal ein sehr guter und wichtiger Text von dir, danke! Dazu kommt, dass Entschuldigungen leider häufig durch ein „aber“ relativiert werden und somit ohnehin keine Entschuldigungen mehr sind. „Sorry für die Verspätung, ABER ich stand im Stau.“ — oder so. Wenn man die Schuld bei anderen bzw. in den äußeren Umständen sieht, muss man sich ja gar nicht erst entschuldigen. Deine Herangehensweise mit dem „Danke“ finde ich super! Und wenn man wirklich mal Bockmist gebaut hat, entschuldigt man sich ohne Wenn und Aber.

    Viele Grüße
    Iris

    1. Ich denke, oft muss man den Grund der Verspätung oder eines anderen „Fehlers“ gar nicht nennen. Das wird nämlich nicht erwartet. Erkennt man doch eine Verärgerung beim Gegenüber, kann man immer noch ein „Ich habe das Verkehrsaufkommen unterschätzt. Das nächste Mal fahre ich etwas früher los.“ nachschieben.

      Viele Grüße aus Nürnberg

      Christof

  6. Hallo lieber Christof….wie immer schöne und inhaltsreiche authentische Beiträge von Dir…
    Das mit der internen Qualitätskontrolle gefällt mir super gut….
    Ich sag z.B.auch dass ich mich ab und zu neu programmieren sollte und den Virenscanner durchlaufen lassen muss. Alte Software löschen und neue draufspielen.
    Übrigens….schön dass es DICH gibt und Du so viel mit uns Lesern teilst.
    Eine gute Adventszeit….
    Liebe Grüsse
    Ute

    1. Ich freue mich über Deine herzlichen Zeilen – danke!

      Wie meinst Du das mit dem „Alte Software löschen und neue draufspielen“? Alte Glaubenssätze hin und wieder überdenken? Offen für Neues sein? Finde ich gut, wobei ich ja auch ein Verfechter bin, nicht ständig Neuem hinterherzurennen (auch dem Thema habe ich in meinem Minimalimus-Ratgeber ein ganzes Kapitel gewidmet („Bediene Dich aus Deinem Fundus“)). Ich denke, da muss jeder seine individuelle Balance finden.

      Lass es Dir gut gehen …

      Christof

  7. Sich zu entschuldigen – abgesehen davon, dass man sich nicht selbst entschuldigen, sondern nur um Entschuldigung bitten kann – bedeutet nicht, zu Kreuze zu kriechen. Inflationär sollte es natürlich auch nicht angewendet werden und ein hingemurmeltes „sorry“ ist nichts wert. Aber wenn man sich verspätet und sich dann für‘s Warten zu bedanken, halte ich für eine Frechheit! Und für eine Nötigung! Genauso wie das Bedanken für „Ihr Verständnis“, denn es wird vorausgesetzt. Manchmal habe ich es aber gar nicht, weil ich nicht informiert bin. Ohne verstehen kein Verständnis. Was bleibt den anderen, mit denen ich verabredet bin, denn meistens anderes übrig, als zu warten? Vielleicht sind sie ungeduldig oder sauer. Ich finde Unpünktlichkeit sehr unangenehm. Manchmal muss man das hinnehmen, aber eine kurze Erklärung ist fällig – finde ich. Es ist doch ein Unterschied, ob es einen konkreten Grund gibt oder ob jemand es einfach ( für sich) überflüssig findet pünktlich zu sein und andere warten und damit in Unsicherheit zu belassen. Ich spreche jetzt nicht von 5 Minuten! Ich bin nicht der Meinung, dass es zu viele echte (!) Bitten um Entschuldigung gibt, sondern nur zu viele dahingesagte, nur der Form halber. Mir tut es leid, wenn ich mich verspäte und anderer Leute Zeit und Nerven verschwende und werde das auch in Zukunft, falls es doch mal passiert bedauernd zum Ausdruck bringen.
    Trotzdem liebe Grüße von Jutta

    1. Ich verstehe Deinen Einwand. Bin selbst ein pünktlicher und zuverlässiger Mensch. Oft bin ich überpünktlich. Habe mal berechnet, dass ich weit über ein Jahr meines Lebens warte – auf die Verabredung, den Bus, die Bahn, den Start des Kinofilms, die Ladenöffnung etc. Wenn mich jemand länger als ein paar Minuten warten lässt, ärgert mich das. Bin auch schon gegangen, wenn keine erklärende Message wie „Ich stehe im Stau, wird 20 Minuten später.“ kam. Umgekehrt ist es mir (wie Dir) unangenehm, wenn ich mich selbst mal deutlich verspäte. Das kann sich durchaus wie eine Schuld anfühlen. Und dann entschuldige ich mich auch dafür, dass ich die knappe Lebenszeit des anderen „reduziert“ habe. Du siehst schon, meine im Artikel genannten Beispiele müssten im Kontext sowie auf die beteiligten Individuen betrachtet werden. Wichtig war mir vor allem, auf den inflationären Gebrauch von Entschuldigungen hinzuweisen. Dieser tut uns nicht gut und raubt echt gemeinten Entschuldigungen die Bedeutung.

      Viele liebe Grüße

      Christof

    2. Hallo Jutta!

      Die eigene Verspätung kann einem ja leid tun, ohne dass man Schuld daran hat. „Es tut mir leid, dass ich unpünktlich bin“ ist bei genauem Hinsehen nicht das Gleiche wie „Entschuldigung für die Verspätung“; beide Ausdrücke werden aber im Alltag oft bedeutungsgleich verwendet.

      Und zum Bedanken: Wenn man sich verspätet und dann der Verabredung z.B. per SMS schreibt „Ich bin in ner halben Stunde da. Danke für‘s Warten!“, ist das tatsächlich ganz schön dreist. Wenn man sich hingegen beim verspäteten Zusammentreffen für das (bereits stattgefundene) Warten bedankt, ist dagegen doch nichts einzuwenden?

      Viele Grüße
      Iris

    3. Hallo Christoph,

      es ist auf der einen Seite richtig, was Du schreibst und ich bin auch dagegen, sich selbst klein zu machen oder für eine Verspätung zu entschuldigen. Da bin ich voll bei Dir. Leider mache ich gerade andere Erfahrungen. Dass Menschen, denen ich mitteile, dass mich etwas verletzt hat, sich gar nicht mehr entschuldigen können. Da kommt, wenn man Glück hat gerade nochmal eine Erklärung für ihr Verhalten, aber eine Entschuldigung, die angebracht wäre lässt auf sich warten. Das ist meine Erfahrung.
      Vielleicht ist das eine Folge des früheren inflationären Verhaltens von Entschuldigungen wie Du sie beschreibst. Oder eine Sache des Alters oder der Szene, in der man sich bewegt. Ich würde mir jedenfalls öfters mal Menschen wünschen, die sich noch entschuldigen können.
      Bei Menschen über 50 ist das meiner Erfahrung nach mit wenigen Ausnahmen vollkommen aus der Mode gekommen.

      1. Wie reagieren Deine Leute denn, wenn Du sie darauf hinweist, dass Du enttäuscht bist und eine echte Entschuldigung für angebracht hältst?

        Am besten fängt man ja immer bei sich selbst an. Ich versuche jedenfalls, dieses ständige Sorry, Pardon und Tschuldige zu reduzieren und andererseits mich mit Respekt und Empathie zu entschuldigen, wenn ich wirklich mal Mist gebaut oder jemanden verletzt habe.

        Du musst Dich nun aber nicht entschuldigen, dass Du meinen Namen falsch geschrieben hast ;-)

        Viele Grüße

        Christof

  8. Lieber Christof,
    mir ist aufgefallen, dass man sich mitunter sogar für gute Dinge entschuldigt, z.B. bei Gesprächssituationen im beruflichen Kontext. Nach dem Motto „Entschuldigen Sie, Herr Soundso möchte Sie sprechen.“ Das mag vielleicht höflich klingen. Aber angesichts der im Artikel erwähnten Nachteile wäre es besser, die Entschuldigung ganz wegzulassen. Besonders für unser Selbstbewusstsein.
    Herzliche Grüße nach Franken
    Rebecca

  9. „Erst denken, dann reden“ – das ist eine Goldregel für alle Zeiten und für alle Situationen. Danke, Christof, für die Erinnerung.

    Allerdings erlebe ich – besonders in der letzten Zeit – genau das Gegenteil: immer seltener entschuldigen sich Menschen für ihre eigenen Patzer. Ich meine nicht die „inflationäre Sorry“. Ich meine seriöse und nachlässige Patzer. Z. B. in der letzten Woche haben gleich zwei Menschen ihre Termine vergessen, die wir ausgemacht haben. Ich stehe pünktlich da und niemand kommt. Es wurde einfach „vergessen“. Und keine Entschuldigung. Das ist nur ein Beispiel aus der letzten Zeit. Aber ich denke, ich verstehe, was du mit deinem Artikel gemeint hast – zum Glück habe ich mit solchen Menschen keinen oder kaum Kontakt. :-)

    1. Hast Du denn die beiden darauf angesprochen, also gefragt, warum sie weder gekommen sind noch sich bei Dir gebührlich entschuldigt haben. Ich kommuniziere in so einem Fall schon, dass mich das traurig oder auch wütend gemacht hat, umsonst zu warten. Kommt das öfter vor, gehe ich auf Distanz, verliere das Interesse an dem Kontakt. Passiert es im beruflich Umfeld, ist das natürlich nicht so einfach.

  10. Danke für den Artikel! Ich habe mich wiedergefunden! Letzte Woche sagte mir jemand, bitte höre auf, Dich ständig zu entschuldigen, warum tust Du das? Ja, warum, es geht auch anderen Menschen auf die Nerven! Der Artikel von Dir gab mir nochmal den Anstoß, anders zu formulieren. Dankeschön und alles Gute für 2023. Freue mich schon auf neue Denkanstöße von Dir. Brigitte

    1. Ich finde es schön, dass Du Dir die Bemerkung über Dein „ständiges Entschuldigen“ zu Herzen nimmst, also etwas ändern möchtest. Der Wert einer echten Entschuldigung steigt dadurch enorm an.

      Viele Grüße

      Christof

    1. Ich denke, es kommt auf die Situation an und auch welche Worte man wählt. In vielen Fällen, etwa bei ein paar Minuten Verspätung, bedanke ich mich lieber für die Geduld. Nur wenn mir etwas wirklich leid tut, äußere ich die dann ehrlich gemeinte Entschuldigung.

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