8 Lektionen, die ich in 8 Jahren Bloggen gelernt habe - Foto: Christof Herrmann, 2021

Mein Blog Einfach bewusst ging am 19. Januar 2013, also heute vor acht Jahren, online.

Seitdem habe ich 366 Artikel veröffentlicht, habe ich einiges über mich und meinen Werdegang verraten und stehe ich im regen Austausch mit meiner Leserschaft. Ich durfte rund 7.500 Kommentare und 15.000 E-Mails lesen und beantworten.

Es steht außer Frage, dass Einfach bewusst mein Leben mitprägt. Den heutigen Bloggeburtstag nehme ich zum Anlass, zurückzublicken und zusammenzufassen.

Ich verrate Dir acht Lektionen, die ich in acht Jahren Bloggen gelernt habe.

1. Ohne Leidenschaft ist alles nichts

Würde ich nicht gerne schreiben und würde ich nicht für die minimalistische und nachhaltige Lebensweise, die köstliche Pflanzenkost und das Wandern brennen, wäre meinen Blog das gleiche Schicksal ereilt wie unzähligen anderen Seiten. Er wäre längst eingestellt worden.

Wenn Du ebenfalls schreibst, kann ich Dir nur empfehlen, über Dinge zu schreiben, die Deine Leidenschaft entfachen. Mehr noch: Wenn Du zufrieden leben möchtest, dann tue Dinge, für die Du brennst. Leidenschaft ist nicht alles. Aber ohne Leidenschaft ist alles nichts.

2. Geduld ist eine Tugend

Leidenschaft ist also wichtig, aber nicht alles. Um beim Bloggen – oder allgemein im Leben – erfolgreich zu sein, ist Geduld gefragt. Man schreibt erst mal für sich, für Mama und Papa, für Tante Traude und für eine Handvoll Freude. Es kann Woche oder Monate dauern, bis die Besucherzahlen merklich steigen.

Hält man solange durch, sorgt das für einen kräftigen Motivationsschub. Noch heute kann ich mich an das befreiende Gefühl erinnern, als ich mitbekam, dass meine Texte auch von fremden Personen gelesen werden und darüber hinaus gut ankommen. Ich war bereit für den nächsten Schritt. Ich sah mich als freien Autor, auch wenn ich mich lieber scherzhaft als „armen Poeten“ bezeichnete.

3. Mit Know-how und Unterstützung zur Meisterschaft

Wer geduldig seiner Leidenschaft nachgeht, wird darin besser. Zur Meisterschaft bringen es so nur geniale Autodidakten. Egal ob man Pilze sammelt, am Herzen operiert oder schreibt, es ist eine gute Idee, sich fortzubilden und Know-how aufzubauen. Um einen erfolgreichen Blog zu führen oder als Autor zu (über)leben, muss man sich mit Dingen beschäftigen, die über die Leidenschaft hinausgehen.

Ich habe mich mit Büchern, Workshops und Videovorträgen in die Themen WordPress, Suchmaschinenoptimierung, Newsletter- und Social-Media-Marketing, deutsche Sprache, Internetrecht, Datenschutz-Grundverordnung, VG Wort, VG Bild-Kunst, Buchhaltung und Steuer eingearbeitet. Man kann aber nicht alles können. Die Leidenschaft soll im Mittelpunkt stehen. Manchmal ist es also cleverer, sich unterstützen zu lassen. Ich habe mehrmals überlegt, ob ich meine Buchhaltung und Steuererklärung in professionelle Hände geben sollte. Und ich prüfe gerade, wie hoch mein Budget für den geplanten Relaunch von Einfach bewusst ist.

4. Lieber mit der Berufung als mit einem Beruf die Brötchen verdienen

Als ich vor rund neun Jahren Freunden und Familie erzählt habe, dass ich damit liebäugle, mich als Autor selbstständig zu machen, hielten das einige für keine gute Idee. Sinngemäß kamen immer wieder die gleichen Einwände: 1. „So einfach und so viel Geld wie in der IT wirst Du als Autor nie verdienen.“ 2. „Die Konkurrenz ist zu groß. Du wirst Taxi fahren müssen, um über die Runden zu kommen.“ 3. „Wenn Du Dein Hobby zum Beruf machst, wirst Du die Freude daran verlieren.“

Ich bin trotzdem meinem Herzen gefolgt, habe das Risiko auf mich genommen. Für mich war das der richtige Weg. Lediglich der erste Einwand hat sich (bis jetzt) bewahrheitet. Heute verdiene ich meine Brötchen mit meiner Berufung, auch wenn ich kleinere Brötchen backe als früher in meinem IT-Beruf. Ich brenne noch immer für meine Blogthemen, habe mehrere Projektideen im Kopf, schreibe für mein Leben gern und möchte meinen Schreibstil weiter verbessern. Das Thema Berufung liegt mir so sehr am Herzen, dass ich es in meinem Minimalismus-Ratgeber in den Kapiteln „Finde Deine Berufung und lebe sie“ und „Zehn Wege aus dem Hamsterrad“ aufgreife.

5. Worte können die Welt zum Positiven verändern

Ich lebe minimalistisch, nachhaltig und vegan und gehe viel zu Fuß, weil es mir Freude bereitet und ich mich dadurch auf die wichtigen Dinge im Leben konzentrieren kann. Es ist für mich kein Verzicht, sondern persönlicher Gewinn – und bringt zudem Vorteile für die Mitmenschen, unsere Umwelt und die Nutztiere.

Auf Einfach bewusst berichte ich über meine Erfahrungen und gebe ich Tipps für die Umsetzung. Der Grat zwischen inspirierender Botschaft und erhobenem Zeigefinger ist schmal. Ich treffe offensichtlich den richtigen Ton. In Kommentaren, E-Mails und Gesprächen erfahre ich oft, dass meinen Ideen Gehör geschenkt werden. Der Käseliebhaber lobt meinen veganen Mozzarella. Die Vielfliegerin berichtet euphorisch von ihrem Urlaub auf Balkonien. Der Couch- und Mouse-Potato wird erst zum Spaziergänger, dann zum Wanderer und schließlich zum Alpenüberquerer. Die Alles-Sammlerin findet ihr Glück im Ausmisten … Es stimmt mich froh, zu erkennen, dass der eigene Wandel und Worte die Welt zum Positiven verändern können.

6. (M)ein Newsletter ist Gold wert

Wenn ich gefragt werde, was beim Start eines Blogs zu beachten ist, nenne ich unter anderem den Aufbau eines Newsletters. Ich bin froh, dass ich von Anfang an darauf gesetzt habe. Geduld und Cleverness sind auch hier gefragt. Nach einem Monat Bloggen hatten sich 56 Personen eingetragen, nach einem Jahr 941, nach vier Jahren 9717. Heute sind es 15.482. Mittlerweile kommen nach Google die meisten Blogbesucher vom Newsletter, obwohl ich ihn nur einmal im Monat versende. Selbst meine Social-Media-Seiten auf Facebook, Instagram und Twitter zusammengenommen erzeugen deutlich weniger Seitenaufrufe.

Ich achte darauf, dass mein Newsletter einen Mehrwert bietet. Das heißt, ich teile darin nicht nur meine neuen Blogartikel, sondern zusätzlich Links zu themenrelevanten Seiten, etwa zu einem hilfreichen Artikel oder einer interessanten Doku. Und manchmal habe ich eine Überraschung parat. Im heutigen Newsletter verlose ich je drei Exemplare meiner acht Bücher und E-Books.

7. Kommentare sind ein essenzieller Bestandteil eines Blogs

Es gibt schon länger den Trend unter Bloggern, die Kommentarfunktion auszuschalten. Ich halte das für keine gute Idee, auch wenn ich sonst fürs Vereinfachen und Entschlacken bin. Kommentare sind für mich ein essenzieller Bestandteil eines Blogs. Ich kann mir Einfach bewusst ohne diese Funktion nicht vorstellen. Einzelkommentare und längere Diskussionen können meine Ausführungen bestätigen, neue Sichtweisen hinzufügen oder Ungereimtheiten aufdecken. Auch für relevante Fragen und deren Antworten ist Platz. All das lässt eine Community entstehen. Zu so einem Blog kehrt man gerne zurück. Man fühlt sich gehört und unterstützt. Manchmal wünsche ich mir aber noch mehr Interaktion. Nur jeder tausendste Seitenaufrufer hinterlässt einen Kommentar.

Wichtig ist mir auch der Austausch mit meinen Lesern und Leserinnen per E-Mails und – wenn es die Zeit erlaubt und sich die Gelegenheit ergibt – persönlich bei einem Treffen. Daraus sind im Laufe der Jahre auch echte Freundschaften entstanden.

8. Eins nach dem anderen

Vor ein paar Jahren fand ich beim Bloggen heraus, dass ich im Singletasking effizienter, in besserer Qualität und freudvoller arbeite als im Multitasking. Seitdem versuche ich so lange an einem Text fokussiert und ohne Ablenkung zu schreiben, bis meine Konzentration merklich nachlässt. Dann gönne ich mir eine Pause, ehe ich mit dem Schreiben fortfahre. Ist der Text fertig, erledige ich sequenziell die restlichen Aufgaben wie Telefonieren oder das Beantworten von E-Mails. Insgesamt bin ich im Singletaskng rund ein Viertel schneller. Das bedeutet, dass ich entweder früher Feierabend mache oder mehr in der gleichen Zeit schaffe.

Auch in vielen anderen Lebensbereichen folge ich dem Motto „Eins nach dem anderen“. Es gelingt mir nicht immer, aber immer öfter. In unserer schnelllebigen, von Ablenkungen geprägten, ach so modernen und hypervernetzten Welt ist es Herausforderung, Revolution und Luxus zugleich, eine Platte ohne Ablenkung vom ersten bis zum letzten Takt zu hören, nichts anderes als ein heißes Bad zu genießen oder einfach bewusst diesen Artikel zu lesen.

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Dinge weggeben, an denen Du emotional hängst

Dinge weggeben, an denen Du emotional hängst - Foto: S. Hermann & F. Richter von Pixabay

„Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.“ (Siddharta Gautama Buddha)

Vorbemerkung: Dieser Artikel ist ein Auszug (ein komplettes Kapitel) aus meinem Ratgeber „Das Minimalismus-Projekt – 52 praktische Ideen für weniger Haben und mehr Sein“, der als Buch und E-Book bei Gräfe und Unzer (GU) erschienen ist.

Onkel Ottos Bierkrüge und der schiefe Plastikturm von Pisa

Du wirst wahrscheinlich beim Ausmisten auf Dinge stoßen, bei denen Dir das Loslassen besonders schwerfällt. Es sind Dinge, an denen Du emotional hängst, weil sie Dich an einen geliebten Menschen, an einen wichtigen Moment in Deinem Leben oder an ein schönes Erlebnis erinnern.

Diese Brücken zur Vergangenheit nehmen ganz unterschiedliche Gestalt an: das Porzellan von Tante Traute und die Bierkrügesammlung von Onkel Otto, Liebe in Briefen und Omas Leben in Fotoalben, das Video vom Abischerz und das Vordiplom vom Zweitstudium, Zeichnungen und Schulhefte der längst erwachsenen Kinder, Sand vom Karibikurlaub und der schiefe Plastikturm von Pisa …

Dein Leben findet im Hier und Jetzt statt

Auch wenn diese Dinge oft weder besonders schön noch nützlich sind, ist nichts dagegen einzuwenden, schöne Erinnerungen damit symbolisch wachhalten zu wollen. Und es tut Dir gut, sie – die Dinge ebenso wie die Erinnerungen – hin und wieder hervorzuholen.

Dummerweise sammeln sich im Laufe der Jahre immer mehr dieser Erinnerungsstücke an. Sie füllen Regale und Sideboards, Wände und Kühlschränke, Festplatten und Alben, Schubladen und Kisten. Sie fangen an, Staub zu fangen. Sie verlieren in der Masse ihren emotionalen Wert und können Dich von neuen Begegnungen und Erfahrungen abhalten. Dann ist es Zeit, loszulassen. Dein Leben findet im Hier und Jetzt statt.

Dinge gehen, Erinnerungen bleiben

Mach Dir bewusst, dass es darum geht, nur einen Teil der Dinge, an denen Du hängst, auszusortieren. Das nimmt den Druck raus.

Wie viele und welche Erinnerungsstücke Du loslassen möchtest, kannst einzig Du entscheiden. Manchen fällt es leichter, wenn sie den betreffenden Gegenstand fotografieren. Folge Deinem Bauchgefühl. Behalte, was spontan ein Lächeln auf Deine Lippen zaubert. Lächelst Du viel, kannst Du versuchen, nur die Stücke aufzuheben, die den geliebten Menschen oder das schöne Erlebnis am besten repräsentieren – an Onkel Otto erinnern fortan ein Foto und der prächtigste Bierkrug aus seiner Sammlung. Überlege Dir, ob die Dinge einen besonderen Platz in Deiner Wohnung bekommen oder ob Du sie lieber außer Sichtweite aufbewahrst und bei Bedarf hervorholst.

Habe keine Angst vor dem Loslassen. Auch wenn Du etwas weggibst, bleibt die Erinnerung an den Menschen oder das Erlebnis erhalten. Sie kommt auf wundersame Weise zum Vorschein – in Deinem Gedächtnis, in Deinem Wesen oder in Deinem Herzen.

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Glücksimpulse - 26 BloggerInnen und Coaches geben Tipps für mehr Glück und Zufriedenheit

Wir Menschen haben etwas gemein: Das Streben nach einem glücklichen und zufriedenen Leben.

Gäbe es eine allgemeingültige Glücksformel, wäre das Leben einfacher und leichter – aber auch langweiliger und bedeutungsloser.

Viele Philosophen, Schriftsteller und andere zeitgenössische Persönlichkeiten versuchen seit dem sechsten Jahrhundert v. Chr. zu klären, was Glück bedeutet und wie man zufrieden lebt.

Ich möchte einen praktischen Beitrag zu der steten Suche der Menschen liefern. Deswegen haben ich 25 Bloggerinnen, Autoren und Coaches (mit denen ich seit Jahren in Kontakt stehe und teilweise befreundet bin) nach ihren ganz persönlichen Glücksimpulsen gefragt. Der 26. Tipp kommt von mir selbst.

Lese die Glücksimpulse in Ruhe durch. Lass Dich von Ihnen inspirieren. Wähle den Impuls, der am besten zu Dir passt. Integriere ihn dann in Dein Leben, bis er Dir zur Gewohnheit geworden ist.

Daniela: „Das Glück liegt nicht im Smartphone – sondern im Herzen.“

Dr. Daniela Otto

Wie kann man in einer digitalisierten Welt glücklich sein? Mehr denn je müssen wir uns diese Frage stellen. Die Corona-Krise hat unsere Bildschirmzeit explodieren lassen: Bis zu acht Stunden sind wir seither online. Covid-19 ist nicht nur selbst eine Pandemie, sondern hat eine zweite globale Krankheit geschürt: die Smartphonesucht. Weltweit sind davon Millionen von Menschen betroffen und es werden immer mehr. Diese Krankheit – und es ist eine ernste, echte Krankheit – verändert grundlegend etwas in unserem Gehirn. Die digitale Vernetzung wirkt sich unmittelbar auf die neuronale Vernetzung aus. Unsere neuronalen Stressnetzwerke sind hyperaktiv, die Schaltkreise aber, die für Ruhe, Glück und Mitgefühl zuständig sind, bilden sich gefährlich zurück. In sozialen Netzwerken herrscht ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf: In einer digitalen Welt, in der Likes und Klicks zählen, ist wenig Platz für Empathie und Liebe. Wer im virtuellen Ranking bestehen will, zahlt oft den Preis der seelischen Gesundheit. Immer mehr Studien belegen, dass Social Media unglücklich macht, das permanente Vergleichen fördert Depressionen. Wenn wir nicht aufpassen, vergiften wir mit unseren Smartphones weiter unsere Seele. Um glücklich zu sein, müssen wir daher gezielt abschalten und uns diesem negativen Einfluss entziehen. Digital Detox – auf Deutsch: digitale Entgiftung – ist der Königsweg zur Heilung vom digitalen Unglück. Digital Detox ist das neue Bewusstsein, das uns daran erinnert, dass wir gut auf unsere Seele achten müssen, denn dem Internet ist sie egal. Jeder User ist ein potentieller Käufer und Algorithmen sorgen dafür, dass uns absurde Bedürfnisse vorgegaukelt werden, die uns immer weiter vom Wesentlichen wegführen. Ein sinnhaftes Leben ist eines, das wir in voller Präsenz führen. Bei dem wir ganz gegenwärtig sind, uns selbst spüren und im Einklang mit unserem Herzen sind. Denn sind wir wirklich auf der Welt, um unsere Leben am Handy zu verbringen? Gewiss nicht. Mit Digital Detox können wir umkehren zu einem Leben, das uns wirklich glücklich macht. Es ist ein Leben im Hier und Jetzt, in dem wir uns seelisch mit anderen Menschen, aber auch der Natur und Gott verbinden. Treten wir ein in eine neue, harmonische Resonanz. Denn das Glück liegt nicht im Smartphone – sondern im Herzen.“

Dr. Daniela Otto ist Autorin von „Digital Detox“, dem ersten deutschsprachigen Sachbuch zu diesem Thema. Auf Instagram teilt sie regelmäßig Tipps zur digitalen Entgiftung.

Rebecca: „Übe Dich in Dankbarkeit.“

Rebecca Keller

„Eine der schnellsten und einfachsten Methoden, sich glücklicher zu fühlen, ist, sich in Dankbarkeit zu üben. Dankbarkeit ist dieses warme Gefühl, wenn wir unser Herz öffnen. Auf einmal sehen wir, wie gut es uns geht, wir fühlen uns sicher und geborgen. Im Alltag fokussieren wir uns leider oft auf die Dinge, die uns fehlen und die wir gerne hätten. Wenn wir uns in Dankbarkeit üben, lenken wir unsere Gedanken dagegen gezielt auf das, was wir schon haben. Dadurch drehen wir unseren eigenen Blickwinkel auf die Welt um 180 Grad. Mein Tipp für mehr Zufriedenheit lautet deshalb: Notiere Dir jeden Tag drei Dinge, für die Du dankbar bist. Diese Übung wirkt am besten, wenn Du sie schriftlich machst. Sei dabei möglichst spezifisch und finde jeden Tag etwas Neues. Vielleicht bist Du dankbar, dass Du über das Internet Zugang zu unbegrenztem Wissen hast. Oder Du bist dankbar für ein offenes Gespräch mit einem Freund. Vielleicht bist Du auch einfach dankbar, lebendig zu sein und atmen zu können. Wenn wir genau hinsehen, stellen wir fest, dass es jeden Tag unzählige Gründe gibt, dankbar zu sein. Wir können sogar lernen, für die (auf den ersten Blick) negativen Dinge in unserem Leben Dankbarkeit zu empfinden. Denn auch in dem, was wir uns nicht gewünscht haben, kann ein Körnchen Gutes liegen. Ein Fehler lässt uns vielleicht beim nächsten Mal umsichtiger handeln. Nur wer auch Niederlagen erlebt hat, kann Erfolge wertschätzen. Eine Pandemie lehrt uns zum Beispiel, dass das vermeintlich Selbstverständliche nicht selbstverständlich ist. In allem und jedem steckt eine Lektion, die wir noch lernen können.“

Rebecca Keller bloggt auf Frei-mutig über Minimalismus, gute Gewohnheiten und darüber, sich kleinere und größere Auszeiten zu nehmen.

Christine: „Achtsamkeit öffnet Dein Herz, macht dankbar und glücklich.“

Christine Pauligk

„Wie oft sind wir nicht wirklich bei der Sache, die wir im Moment tun? Wie oft schwirren unsere Gedanken woanders rum, nur nicht bei dem, was wir gerade machen? Und dann fragen wir uns vielleicht noch, ob wir die Haustüre abgesperrt, das Fenster geschlossen und den Ofen ausgestellt haben. Wir können uns kaum daran erinnern, dass wir das Gemüse geschnippelt oder das Brot geschmiert haben. Wenn wir uns jedoch einer Sache bewusst – und damit achtsam im Moment – sind, fällt die Kontrolle oder das Grübeln weg. Weil wir im Hier und Jetzt sind. Im Hier und Jetzt zu sein, bedeutet, sich der Situation bewusst zu sein. Und das ist pure Achtsamkeit. Nun fragst Du Dich vielleicht, wie Du da hinkommst? – Indem Du Dein Herz öffnest, die Absicht formulierst, ganz bei Dir und Deinem jetzigen Tun zu sein. Und nein, das klappt vielleicht nicht immer sofort, aber immer öfter. Und Du kannst Dir auch zur Unterstützung ein kleines Stoppschild an Deine Wohnungstür kleben, damit Du das Absperren Deiner Türe als achtsamen Moment erlebst. Indem Du dort bewusst spürst, was Du tust. Merkst Du, wie sich Dein Körper anders anfühlt, wenn Du Deinen Geist auf Dich, Dein Tun legst? Damit öffnest Du Dich für Dich, Dein Herz, bist ganz im Moment achtsam, Dir genau bewusst, was Du tust – und stellst vielleicht sogar überraschend noch fest, dass diese Achtsamkeit Dich glücklich und dankbar macht. Probiere es einfach mal aus! Ein Übungsbeispiel: Was hörst, siehst, riechst Du bei einem Spaziergang? Wie fühlt sich Dein Körper dabei an? Merkst Du die Leichtigkeit, die sich breit macht? Dann bist Du wirklich mit offenem Herzen im Moment! Ist das nicht wunderbar? Für diese Momente bin ich immer sehr dankbar! Je achtsamer Du in Deinem Leben bist, umso mehr ziehst Du Dankbarkeit in Dein Leben! Und bitte, solltest Du Dich wieder ablenken lassen, verurteile Dich nicht. Dies braucht ein wenig Übung. Setz einfach Deine Absicht neu und fange nochmal an. Ganz bewusst. Ganz bei Dir. Mit offenem Herzen und leichtem Gemüt. Es wird Dir immer leichter fallen.“

Christine Pauligk ist Autorin, Heilberaterin, Energiecoach und bloggt auf Lebensweite über die Themen Leben, Fühlen, Dankbarkeit und Gesundheit.

Aljona: „Feiere Deine kleinen Erfolge.“

Aljona Buchloh

„Kennst Du das Gefühl des Glücks und der Erleichterung, wenn Du einen großen Meilenstein hinter Dich gebracht hast? Zum Beispiel das Bestehen einer wichtigen Prüfung nach langem Büffeln. Das Aufatmen, wenn ein großes Projekt zu Ende geht und alles gut gegangen ist. Die Erleichterung, wenn Dir etwas gelungen ist, das Dich so richtig Überwindung gekostet hat. Solche Momente werden von uns in der Regel eher gewürdigt als Alltäglichkeiten. Doch es sind eben nicht nur die großen Erfolge, die von Bedeutung sind. Auch unsere kleinen Erfolge sind wichtig. All die kleinen Erfolge, die oft im Gewusel des Alltags untergehen, zählen und dürfen Dich mit Stolz erfüllen. Nimm Dir also regelmäßig Zeit, Deine kleinen Erfolge zu feiern. Wenn Du beispielsweise ein Dankbarkeitstagebuch führst, könntest Du zusätzliche Reflexionsfragen einbauen: Was ist mir heute gut gelungen? Was hat mich mit Stolz erfüllt? Wo bin ich einen Schritt weitergekommen? Oder probiere Dich an einer abendlichen Have-Done-Liste, die gerade in anstrengenden Zeiten deutlich erfüllender sein kann als eine unvollständig abgehakte To-Do-Liste mit (unrealistisch) hohen Erwartungen. Vergiss außerdem nicht, positives Feedback als Erfolg zu würdigen, statt es mit einem ‚Ach, das war doch nicht der Rede wert‘ abzutun. Bedanke Dich und versuche das Gesagte wirklich anzunehmen und Dir zu bewahren. Notiere die gesagten Worte in einem Notizbuch. Sammle in einer Schachtel Karten oder Briefe mit Worten, die Dich berührt haben. Erstelle einen digitalen Ordner auf dem Smartphone oder Computer, in dem Du Screenshots von E-Mails oder anderen Nachrichten speicherst. Sei kreativ und schaffe die für Dich passenden Möglichkeiten, positives Feedback und kleine Erfolge zu konservieren. Das macht Dich aufmerksamer für die kleinen Erfolgsmomente im Alltag und Du kannst aus der entstehenden Sammlung immer wieder Kraft und Glück ziehen.“

Aljona Buchloh alias Frau Lyoner vereint auf ihrem Blog Gedankenshift Buchstabenkunst und Gedankenimpulse. Sie gibt Denkanstöße für mehr Zufriedenheit, selbstbestimmte Entscheidungen und das Loslassen von Ballast.

Johanna: „Ganz in die Arbeit eintauchen und glücklich wieder auftauchen.“

Johanna Katzera

„In Zeiten von Multitasking, Multiscreening und ständiger Erreichbarkeit wird konzentriertes Arbeiten immer schwieriger. Wir werden ständig aus der Gedankentiefe gerissen und abgelenkt oder lenken uns durch den oft unbewussten Griff zum Smartphone selbst ab. Pling, kling, klopf den ganzen Tag – bis der Kopf fast platzt und man mit dem Gefühl, kaum etwas geschafft zu haben, in den Feierabend geht. Das verursacht Stress, hält uns von dem Erreichen unserer kleinen und großen Ziele ab und nimmt uns zugleich auch die Erholung, weil wir nie wirklich abschalten. Dabei macht fokussiertes Arbeiten sehr zufrieden und kann uns in einen Flow-Zustand versetzen. Wenn ich neunzig Minuten am Stück vollkommen fokussiert in eine Sache eintauche, die Welt um mich herum vergesse und kreativ oder konzentriert sein kann, tauche ich sehr glücklich wieder auf. Indem wir die Familie oder KollegInnen darauf hinweisen, ein Schild an der Tür anbringen, das Telefon außer Reichweite legen, das E-Mail-Fach schließen und Push-Benachrichtigungen ausschalten, können wir uns täglich Phasen ungestörten Arbeitens ermöglichen. Die digitale Balance ist wichtiger denn je: Erreichbarkeit und Vernetzung auf der einen Seite, bewusstes Abschalten zum konzentrierten Arbeiten und Auftanken auf der anderen Seite. Nur so können wir in der ständigen Verbindung die Verbundenheit zu uns selbst bewahren.“

Johanna Katzera gibt Seminare zu den Themen Achtsamkeit und positive Lebensgestaltung und schreibt Bücher über eine bewusste Lebensführung. Konzentriertes Arbeiten vermittelt sie in ihren Seminaren und auch an Schulen. Mehr über Johanna findest Du auf Einfach achtsam und Instagram. Sie hat auf Einfach bewusst bereits fünf Gastartikel veröffentlicht.

Christof: „Sage öfter Nein.“

Christof Herrmann

„Bist Du immer für alle da? Schlägst Du ungern Einladungen aus? Lässt Du Dir auf der Arbeit zu viel aufbürden? Hebst Du die Hand, wenn freiwillige Aufgaben verteilt werden? Dann kannst Du schlecht Nein sagen und bist deshalb wahrscheinlich oft in Eile, gestresst oder missgelaunt. Wir sind Jasager aus Gewohnheit. Wir haben Angst, etwas zu verpassen. Und wir versuchen, es allen recht zu machen. Nicht wir, sondern die Angst vor Ablehnung bestimmt also unser Handeln. Wir sagen oft in vorauseilendem Gehorsam Ja, damit unser Gegenüber keine Enttäuschung erlebt. In der Realität jedoch führt ein Nein weder zu Sanktionen noch zum Ausschluss aus der Gesellschaft. Unsere Mitmenschen haben in den allermeisten Fällen kein Problem damit, wenn wir uns gelegentlich verweigern. Oft werden die, die sich vornehm zurückhalten, sogar mehr respektiert. Und in den seltensten Fällen verpassen wir etwas. Es geht beim Neinsagen nicht darum, egoistisch und verantwortungslos zu werden, sondern darum, besser für sich zu sorgen. Die Selbstsorge ist eine grundlegende Eigenschaft aller Lebewesen. Wer sich vernachlässigt und sein Leben nicht von innen heraus gestaltet, wird von den äußeren Ereignissen und Umständen bestimmt. Dann kümmern wir uns um alle und alles Mögliche, nur nicht um uns selbst. Den Mut aufzubringen, Nein zu sagen, wenn die Zeit, Lust oder Kraft nicht ausreicht – etwa für eine Aufgabe oder ein Treffen – ist eine befreiende Errungenschaft der persönlichen Entwicklung. Damit verschwindet auch die Angst, jemanden zu verletzen, nicht zu genügen, nicht genug zu haben oder etwas zu verpassen. Energie, Freude und Zufriedenheit kehren zurück. Wenn wir auf uns achten, können wir mit einem guten Gefühl auch wieder auf andere achten … Mir liegt das Thema Neinsagen so sehr am Herzen, dass ich ihm ein komplettes Kapitel in meinem Ratgeber Das Minimalismus-Projekt gewidmet habe. Darin nenne ich auch sieben Wege und Tipps, öfter Nein zu sagen. Der kürzeste lautet: Lehne ab, wenn Du hin- und hergerissen bist. Es ist einfacher, ein Nein zurückzunehmen als ein Ja.“

Christof Herrmann schreibt auf Einfach bewusst über Minimalismus, Nachhaltigkeit, vegane Ernährung und (Fern-)Wandern.

Corinna: „Mach doch einfach mal gar nichts.“

Corinna Sonja Stenzel

„Wann hast Du das letzte Mal nichts gemacht? Also wirklich, wirklich gar nichts? Wann bist Du das letzte Mal einfach nur dagesessen? Ohne aufs Handy zu schauen, ohne Dir über etwas Gedanken zu machen, ohne das Gefühl zu haben, eigentlich etwas erledigen zu müssen? Wann hast Du das letzte Mal der Stille gelauscht, den Wind auf Deiner Haut gespürt oder einfach vor Dich hingekuckt? Mir ist an mir selbst aufgefallen, dass ich das sehr selten tue. Wenn ich an eine gute Freizeitgestaltung denke, dann denke ich an noch mehr Yoga, noch mehr Meditation, noch mehr Freude, noch mehr von allem Guten. Doch vielleicht liegt das Gute nicht darin, immer mehr zu tun, sondern darin, weniger zu tun. Und vielleicht liegt es sogar darin, gar nichts zu tun. Mittlerweile achte ich darauf, mir immer wieder ganz bewusst eine Stunde oder einen Tag für das Nichtstun einzuplanen. Ohne Struktur. Ohne Pläne. Ohne alles. Denn um es in Astrid Lindgrens Worten zu sagen: ‚[Man muss] ja auch noch Zeit haben, einfach da zu sitzen und vor sich hinzuschauen.‘ Und am allerschönsten ist es, wenn man gelernt hat, sich vor der Stille und all dem, was dabei in uns aufsteigen kann, nicht zu fürchten. Sondern sie zu umarmen. Eckart von Hirschhausen bringt es wunderbar auf den Punkt: ‚Es ist sehr einfach, glücklich zu sein. Aber es ist sehr schwer, einfach zu sein.‘ Doch ich sage dir: Es lohnt sich!“

Corinna Sonja Stenzel ist psychologische Beraterin. Sie berät Privatpersonen, Führungskräfte und Organisationen zu allen menschlichen und zwischenmenschlichen Themen. Besonders schlägt ihr Herz dafür, Menschen im Coaching oder in Workshops dabei zu unterstützen, in sich zuhause anzukommen und stolz ihr authentisches Ich zu leben.

Lisa: „Das Glück steckt in neuen Herausforderungen.“

Lisa Albrecht

„‚The snow glows white on the mountain tonight, not a footprint to be seen …‘ summe ich immer wieder vor mich hin. Das sind die ersten Liedzeilen aus dem Film ‚Die Eiskönigin – Völlig unverfroren‘, aber in Originalsprache. Meine Tochter hat mich inspiriert, da sie gerade leidenschaftlich gerne Englisch lernt und auf die Eiskönigin steht. Sie saugt einfach alles Englische auf. Ich merke, wie schnell sie lernt und gleichzeitig, wie langsam ich bin. Und trotzdem möchte ich auch eine Sprache lernen. Mein Englisch ist zwar okay, aber das freie Reden und die Grammatik könnten besser sein. Wenn ich auf das Jahr 2020 zurückblicke, hatte ich oft einen seelischen Durchhänger und fühlte mich orientierungslos. Sicher lag es an den turbulenten Ereignissen, die mit dem C-Wort zusammenhingen. Irgendwann ist mir klar geworden, dass ich die aktuelle Zeit für mich nutzen muss. Ich bereite mich auf meine Ziele vor. Die Winterzeit ist doch ideal, um zu lernen. Es macht mich sehr glücklich, eine Sprache zu lernen. Das Beherrschen einer neuen Sprache gibt mir ein Gefühl von Freiheit und Sicherheit, ich spüre regelrecht die vielen Möglichkeiten. Mache ich beim Lernen Fortschritte, fühle ich mich bestätigt, mein Gehirn wird mit Impulsen versorgt und bleibt in Bewegung. Ich bleibe in Bewegung. Auch wenn aktuell Bewegung eher nicht gewünscht ist. Es erfordert jede Menge Mut, sich wieder hinzusetzen und etwas völlig Neues zu lernen. Wenn man sich geöffnet und auf das Lernen eingelassen hat, macht einen das damit verbundene Glücksgefühl stärker und zufriedener. Das Lernen ist anstrengend und manchmal auch kompliziert, aber genau diese Herausforderung lässt mich stolz auf mich selbst sein. Ganz egal, um welche Fähigkeiten es nun geht – sobald wir aktiv werden, fühlen wir uns selbstverantwortlicher, stärker und glücklicher!“

Seit 2010 schreibt Lisa Albrecht auf Ihrem Blog Ich lebe grün! über einen nachhaltigen, einfachen und gesunden Alltag.

Annabel: „Eine 5-Minuten-Meditation für mehr innere Ruhe.“

Annabel

„Früher herrschte in meinem Geist ganz oft ein ähnlich chaotischer Zustand wie zu Anbeginn des Universums. Gedanken sausten wild durch meinen Kopf und kollidierten mit Ängsten, Selbstzweifel oder anderen Problemen. Dann lernte ich zu meditieren. Inzwischen ist diese Art der Entspannung ein wichtiger Bestandteil meines Alltags geworden. Was diese jahrtausendealte Praxis für mich so wertvoll macht, ist die Ruhe und Zufriedenheit, die in mir einkehrt, sobald ich mich ins Hier und Jetzt begebe. Erst in diesem bewussten Zustand bin ich in der Lage, all das zu beobachten, was mich umgibt oder innerlich bewegt. Indem ich meine Gedanken, meine Emotionen und meine Umwelt wertfrei auf mich wirken lasse, nehme ich meine inneren Bedürfnisse wieder wahr, die ja allzu oft durch Erwartungen von außen unterdrückt werden. Außerdem hat mich die Meditation gelehrt, das Leben mit seinen Höhen und Tiefen so anzunehmen, wie es gerade ist. Doch wie kannst Du von der positiven Kraft der Meditation profitieren und mit ihrer Hilfe Gedanken und Gefühle in Einklang bringen? Es braucht am Anfang gar nicht viel Zeit. Schon fünf Minuten am Tag sind ausreichend. Finde dafür eine bequeme Position im Sitzen oder Liegen. Deine Hände ruhen dabei entspannt auf den Oberschenkeln oder auf dem Bauch. Die Augen gerne geschlossen. Nun brauchst Du nur Deinem Atem zu lauschen. Beobachte, wie sich Deine Bauchdecke hebt und senkt. Verändere allerdings nichts am Rhythmus Deiner Atmung. Wenn Gedanken kommen, lass sie ziehen, wie Wolken am Himmel. Halt sie nicht fest. Es erfordert ein wenig Konzentration, sich nicht vom Gedankenstrudel mitreißen zu lassen, aber Du wirst sehen, von Mal zu Mal klappt das besser. Du könntest zum Beispiel zur Unterstützung ein kleines Mantra denken, um Dich leichter auf den Moment zu fokussieren: Denke beim Einatmen ‚Ich bin‘ und beim Ausatmen ‚entspannt‘. Spüre, wie Du dabei immer schwerer wirst, aber schlafe nicht ein. Du wirst merken, dass Du bei täglicher Übung, immer leichter zur inneren Ruhe und Gelassenheit findest. Und vor allem wirst Du dieses Gefühl in jeder Situation abrufen können, wenn Du einmal den Dreh raus hast. Wenn Dir fünf Minuten am Anfang zu lang sind, kürze die Zeit auf ein, zwei Minuten. Willst Du mehr, dehne die Zeit etwas aus. Nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Probiere es doch gleich mal aus!“

Annabel schreibt auf CheerUpYourLife über Gesundheit, Liebe, Freiheit und all die Dinge, die sie auf ihrem Glückspfad lernt.

Philipp: „Vergleich Dich nicht mit anderen.“

Philipp Drehmann

„Wenn man sich die steilen Karrieresprünge mancher erfolgreicher junger Menschen anschaut, kann man schon mal ins Grübeln kommen. Was habe ich selbst im Leben verkehrt gemacht, dass ich noch nicht so weit bin? Wie können sich Teenager alle paar Wochen eine Fernreise leisten? Wieso räumt Xyz im Alter von 20 Jahren bereits mit dem Erstlingswerk in Cannes Preise ab und ich bekomme noch nicht mal meinen ersten Spielfilm finanziert? Wir kennen nur die Oberfläche und wissen überhaupt nicht, was hinter den Kulissen geschieht. Wir sehen nicht, wie viel Arbeit andere Menschen im Vorfeld investieren, damit sie dorthin gelangen, wo sie sich heute befinden. Wir kennen nicht die Probleme und Schattenseiten der vermeintlich dauerhaft glücklichen anderen. Wir wissen nicht, welche Verkettung von Zufällen dazu geführt haben, dass anderen scheinbar alles in den Schoß fällt, während wir uns selbst abstrampeln. Faktoren wie Geburtsort, Bildung, Vermögen und Status der Familie sowie zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, spielen ebenso eine große Rolle wie Durchhaltevermögen und Eigeninitiative. Am Erfolg anderer Menschen können wir nichts ändern. Wir können jedoch unser eigenes Handeln und unsere eigene Perspektive wechseln. Deshalb empfehle ich: Vergleich Dich nicht mit anderen, denn es wird Dich nicht glücklicher machen und an Deiner Situation nichts ändern. Statt darüber zu jammern, wie viel besser es andere getroffen haben, nimm Dein Schicksal lieber selbst in die Hand und schaue, was Du heute tun kannst, um Deinen Traum Stück für Stück in Dein Leben zu überführen.“

Philipp Drehmann probiert gern Lebensstile abseits der Konvention aus und bloggt auf Wo ist Philipp? darüber, wo er gerade in der Welt und in seinem Kopf ist. Er ist außerdem Teil des Podcasts Tee in der 4. Dimension, wo er mit drei Freundinnen über Fantasien, Dystopien und sonstigen Zukunftsvisionen spricht.

Petra: „Was Dich nicht glücklich macht, kann weg.“

Petra Bäumler

„Das Thema Ausmisten beschäftigt mich seit vier Jahren sehr intensiv. Nach dem Tod meiner Mutter musste ich das Elternhaus ausräumen. So schmerzhaft das war, durch diesen Loslassprozess musste und wollte ich durch. Das Ergebnis war ein komplett ausgemistetes Haus, das ich mit meinen mit Bedacht ausgewählten Gegenständen füllen konnte. Ausmisten hat mich befreit – von der Last der Dinge, von Gegenständen, um die ich mich kümmern musste, die verräumt, gepflegt und natürlich bezahlt werden wollten. Seitdem gehe ich regelmäßig durch die Räume und immer wieder darf etwas gehen – wenn es mich nicht (mehr) glücklich macht. Dinge erhalten die Bedeutung, die wir ihnen geben. Bei mir sind es immer weniger Dinge, die ich brauche. Dafür haben die, die ausgewählt wurden, ihren Sinn und eine Geschichte. Sie sind mir wertvoll. Wenn ich heute durch mein Haus gehe, kann ich sagen, dass sich genau die Gegenstände hier befinden, weil ich es so entschieden habe. Ist das nicht exklusiv? Nur von Dingen umgeben zu sein, die ich liebe? Funktionelles ist natürlich auch dabei. Ich liebe nicht jedes Messer und jeden Schraubenzieher. Dennoch habe ich auch bei diesen Haushaltsgegenständen eine bewusste Wahl getroffen. Ich brauche keine zehn Obstmesser, sondern zwei gute. Die anderen habe ich weggegeben. So bin ich Kategorie für Kategorie durchgegangen. Ich hatte also jeden einzelnen Gegenstand einmal in der Hand und habe entschieden, ob er mich (noch) glücklich macht. Falls ja, durfte er bleiben und dann wurde entschieden, wo er künftig seinen festen Platz im Haushalt hat. Wenn nein, durfte er gehen. Zur Auswahl standen Spenden, Verkaufen, Verschenken oder der Wertstoffhof. Ich habe zahllose Gegenstände verkauft, ich war oft auf dem Wertstoffhof, viele Freunde haben nun meine ehemaligen Gegenstände bei sich und einige Hilfsorganisationen waren dankbare Abnehmer. Und nun? Ist alles weg, was ich nicht mehr brauche. Perfekt, wenn ungenutzte Dinge wieder zurück in den Kreislauf gehen. Nun kaufe ich mit Bedacht, überlege vorher dreimal, ob ich etwas ‚brauche‘. Meine neue minimalistische Lebenseinstellung hat mir gezeigt, dass mir andere Dinge im Leben wichtig sind – Zeit mit den Liebsten oder auch mit mir selbst zu verbringen. Gemeinsame Erlebnisse und schöne Momente sind heute meine wertvollsten Besitztümer!“

Petra Bäumler ist Aufräumcoach in Nürnberg. Sie hilft Frauen, das Leben im Inneren und Äußeren aufzuräumen, sodass wieder Platz und Zeit für die Herzensprojekte bleibt. Auf dem Blog Die Aufräumerei schreibt Petra über Minimalismus, Ausmisten und positive Gedanken. 

Leena: „Lass Dir durch 10 Sekunden nicht die restlichen 86.390 ruinieren.“

Leena Volland

„Stell Dir vor, Du hast auf Deinem Bankkonto 86.400 Euro. Da kommt plötzlich jemand aus dem Nichts und stiehlt Dir 10 Euro. Wie reagierst Du? Wärst Du verärgert und würdest all die restlichen 86.390 Euro wegwerfen, in der Hoffnung, es dem fiesen Dieb heimzuzahlen? Oder würdest Du mit den Schultern zucken, die 10 Euro vergessen und weiter zufrieden sein? Vermutlich würdest Du, wie ich auch, die 10 Euro einfach abschreiben. Es ist so: Wir alle haben jeden Tag 86.400 Sekunden. Deshalb lass nicht zu, dass Dir irgend jemand (oder etwas) mit 10 negativen Sekunden die ganzen restlichen 86.390 ruiniert. Diese kleine Geschichte hat es für mich in sich. Ich habe sie vor einigen Jahren einmal durch Zufall im Internet gelesen. Und ich denke immer wieder daran, wenn mir im Alltag eben diese 10 Sekunden begegnen. Der schlecht gelaunte Mann an der Kasse. Die Autofahrerin, die sich über mich aufregt und wild durch die Scheibe gestikuliert. Natürlich ärgere ich mich in diesen Momenten. Doch dann mache ich mir bewusst: Ich habe ein Recht auf Zufriedenheit! Ein Recht glücklich zu sein! Das wird mir der oder die andere nicht nehmen. Ganz so leicht ist das natürlich nicht. Es bedeutet für mich, in diesen Momenten wirklich um meinen ’state of mind‘ und meine Zufriedenheit zu kämpfen. Das heißt, die Sache nicht so ernst zu nehmen, zu lächeln und im Geist dem Gegenüber zu sagen: ‚Viel Spaß mit Deiner schlechten Laune, alter Grantelhuber! Kannste allein machen! Da bin ich nicht dabei. Mein Tag ist leider geil. Und jetzt muss ich los und Sachen machen, die glückliche Leute so machen!'“

Leena Volland ist Mitgründerin von Nachhaltig sein. Der Blog dreht sich um Nachhaltigkeit im Alltag und liefert praktische Lösungsansätze. Die Autoren glauben, dass mit bewusstem Konsum und angemessener Lebensweise jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Umwelt, Tier und Menschen liefern kann. Auf dieser Basis haben die Autoren den Ratgeber „Dein Weg zur Nachhaltigkeit – 350 praktische Tipps für den Alltag“ veröffentlicht.

Andrea: „Runterfahren und rausgehen statt aufdrehen.“

Andrea Lammert

„Manchmal kommt alles auf einmal: Die Abgabefrist, ein neues Projekt rutscht rein und die Kinder schreiben am nächsten Tag eine schwere Arbeit. Das ist Alltag, der mich aber früher oft über meine Grenzen gebracht hat. Ich bekam Panik, habe überfordert und leider auch unangebracht gemeckert, anstatt geduldig zu sein. Auch meine Schreibprojekte waren in solchen Phasen eher ein Krampf als inspirierend. Meine Kinder sagten sogar einmal: ‚Sprich Mama nicht an, sie schreibt gerade ihr Buch fertig.‘ Spätestens da wusste ich, dass es an der Zeit war, etwas zu ändern. Es gibt ja diesen Spruch: Meditiere täglich eine halbe Stunde. Wenn du keine Zeit hast, dann meditiere eine Stunde. Ich habe ihn für mich abgewandelt: Gehe täglich eine halbe Stunde raus, wenn du keine Zeit hast, sei eine Stunde draußen. Seit einigen Jahren habe ich meine Zeit zum Draußensein radikal verlängert und das vor allem genau dann, wenn ich den größten Stress habe. Also wenn ich überfordert bin und die Panik kommt. Oder wenn ich mich zwingen muss weiterzuarbeiten. Genau dann ziehe ich meine Wanderstiefel an und gehe in den Wald. Am Schreibtisch hätte ich aufgrund des Stresses sowieso viel länger für Formulierungen gebraucht. Also Kopf durchpusten lassen und los. Der Clou daran? Nach der Draußenrunde geht drinnen alles viel schneller und leichter: Texte schreiben sich fast von selbst, ich bin mit den Kindern geduldiger und habe inspirierende Ideen fürs Kochen. Inzwischen bekomme ich sogar Rückmeldungen von meinem Co-Autor, der mich staunend fragt, wie ich denn mein Tagespensum schaffe. Und der noch mehr staunt, wenn ich ihm sage, dass ich täglich oft drei Stunden draußen bin. Auch Auftraggeber loben, dass sich die Qualität der Arbeit gesteigert hat. Mit entspanntem Geist klappt tatsächlich alles besser. Mit aufgeladenen Batterien geht alles schneller. Ich greife nicht mehr auf meine Kraftreserven zurück, sondern sehe zu, dass mein Akku stets gut geladen ist. Und das geht am besten mit viel Zeit in der Natur, wenn ich den Bussarden lausche, Zaunkönige anschaue oder an Bärlauchblüten schnuppere.“

Andrea Lammert schreibt als Autorin über die schönen Plätze dieser Welt, vornehmlich in Deutschland. Sie wohnt in Niedersachsen und berichtet regelmäßig auf ihrem Blog Indigoblau über Ideen für Ausflüge, Rezepte und Basteleien. Sie mag Herausforderung und Ungewöhnliches, wie etwa Winterschwimmen oder mystische Orte.

Nicole: „Blicke voraus statt zurück – mit einem positiven Mindset.“

Nicole Montemari

„Bist Du traurig oder enttäuscht, weil etwas nicht so gelaufen ist, wie Du es geplant oder es Dir gewünscht hast? Erwischst Du Dich immer wieder dabei, wie Du der Vergangenheit nachtrauerst und Dinge, die Du gemacht hast, bereust? Dann kann ich Dir einen wertvollen Tipp mit auf Deinen Weg geben: Blicke voraus, nicht zurück! Man kann die Vergangenheit nicht ändern, nur von ihr lernen. Ich habe für mich erkannt, dass dies am besten funktioniert, wenn ich mit einem positiven Mindset in die Zukunft blicke, also dem Leben mit einer positiven Einstellung und Grundstimmung begegne. Dazu halte ich mir vor Augen, was noch alles vor mir liegt bzw. was ich noch alles erreichen kann, wenn ich meinen Blick voraus statt zurück richte. Wenn wir uns zu sehr mit der Vergangenheit quälen, sind wir nicht frei für die neuen spannenden Abenteuer, die das Leben bietet. Deshalb ist es so wichtig, Ballast aus der Vergangenheit loszulassen und daraus für eine Zukunft die richtigen Schlüsse zu ziehen. Sei dankbar dafür, was Dich die Vergangenheit gelehrt hat. Sie ist ein wichtiger Teil von Dir. Aber das Kapitel ist nun abgeschlossen und nicht mehr beschreibbar. Setze einen Haken dahinter und öffne eine neue Türe. Dein Leben schreibt nun neue Geschichten – sei gespannt und freue Dich auf alles, was kommt. Mein Glückstagebuch kann Dich dabei unterstützen, dass Du Dich von Deinen negativen Gefühlen und Gedanken befreist und positiv in die Zukunft schreitest. Schritt für Schritt.“

Nicole Montemari schreibt auf bewusst glücklich über alles, was sie beschäftigt, berührt, umgibt und einfach glücklich macht.

Christian: „Mit Kunst in ein (über)glückliches Leben.“

Dr. Christian Liederer

„Gäbe es eine ultimative Glücksformel, so wäre sie schon bekannt und wir alle würden danach – glücklich – leben. Leider gibt es sie nicht. Leider leiden wir alle – immer noch und von Zeit zu Zeit, mal mehr, mal weniger. Leiden minimieren, Lust maximieren – danach streben wir, Freud hat diese Erkenntnis aus den brunnentiefen Abgründen unserer Seele ans Licht gezogen. Apropos Freud: ‚Ohne Leid kein Freud‘, spricht der Volksmund. Und da sind wir an der Wurzel der Dinge: Wie jedes Gefühl braucht auch das Glück seinen Gegenspieler. Denn Glück ist nur erfahr- und erlebbar, wenn man auch gegensätzliche Zustände kennt. Erfüllender und vielsprechender als der Versuch, einen kurzzeitigen Glückszustand etwa durch den Kauf neuer Schuhe auszulösen, erscheint mir, einen seelischen Zustand zu gewinnen, der Verstimmungen, Melancholie, Zweifeln, Grübeln, Leiden nicht als etwas einstuft, was es dringend zu vermeiden gilt – nach dem Motto ‚Oh, ich fühle mich betrübt, ich muss schleunigst etwas dagegen tun‘. Diese Stimmungen sind Selbsterfahrungen, die man auch als Intensivierung des Lebens begreifen kann. Die für mich größte und entscheidende, gewissermaßen nachhaltigere ‚Methode‘ – der Weg zu einem Zustand, der über kurzfristige Glücks- und Zufriedenheitsmomente hinausreicht – ist die Kunst. In der Kunst heben sich die Gegensätze von Glück und Leid auf. Ja, die wirklich berührende Kunst ist meist das Erzeugnis einer leidenden Seele, die mit der Welt ringt, die unzufrieden ist und dies zum produktiven, kreativen Ausdruck bringt. Kunst ist Katharsis, sie reinigt – den Kunsterzeuger ebenso wie den, der von ihr erfasst wird. Lyrik, Romane, Musik, Skulpturen, Zeichnungen und Gemälde – oft sind sie in dunklen Stunden entstanden. Doch geben sie uns Rückhalt und einen ‚metaphysischen Trost (Nietzsche). Trost hebt Leiden auf, indem er es integriert, nicht leugnet oder verdrängt, nicht durch Konsum kompensiert oder ihm durch kurzfristige Zerstreuung entwischen will. Und Trost ermutigt, es ist die Quelle neuer Kraft und Zuversicht – und ermöglicht insofern ein (über)glückliches Leben, das sich seines Glücks bewusst ist, während es auch die Schattenseiten bejaht. Kunstschöpfung und Kunstrezeption ist die Verwandlung von (auch ‚unzufriedener‘) Energie in ein erfüllendes Dasein. Kunst – ausübend oder aufnehmend – kann uns in einen Zustand heben, der über Glück und Zufriedenheit weit hinausgeht: Er gibt uns die durchdringende Erfahrung von Sinn, Erfüllung, Erhabenheit und Freiheit – grundlegende Bedingungen für unser seelisches Leben.“

Dr. Christian Liederer publizierte mehrere Hörbücher zur Literatur und Philosophie. Seit 2005 hauptberuflich im Marketing als Content Writer, Texter und Konzeptioner tätig. Zudem als freiberuflicher Autor und Journalist aktiv.

Maria: „Me Time – bewusst Zeit für sich selbst nehmen.“

Maria

„Du kannst zwar Deine Lebenszeit nicht verlängern, aber sehr wohl den Momenten mehr Bedeutung verleihen. Das gelingt Dir vor allem dann besonders gut, wenn Du Dich nicht von Deinem Unterbewusstsein steuern lässt, sondern den Moment aktiv wahrnimmst und genießt. Hilfreich dabei ist, wenn Du selbst über Deine Zeit bestimmst, statt andere Menschen darüber verfügen zu lassen. Me Time kann so ein bewusster Puffer im Alltag sein. Dabei geht es nicht darum, Zeitfenster für unerledigte Dinge zu finden, sondern Auszeiten in den Alltag einzuplanen. Me Time ist also so etwas wie ein Mikrourlaub. Eine Zeitspanne, in der Du nichts zu tun hast als zu sein. Du bestimmst selbst, wie Du diese Zeit mit Dir selbst verbringst. Me Time schafft Raum, um die Seele baumeln und Wünsche aus Dir selbst entstehen zu lassen. Lege Deine Me Time wie andere Termine in Deinem Kalender fest. Me Time ist eine Verabredung mit Dir selbst. Halte sie ein und nutze sie nicht dazu, um Verpflichtungen abzuarbeiten. Schalte alle Störquellen aus und teile auch den Menschen in Deinem Umfeld mit, dass Du gerade nicht verfügbar bist. Und dann genieße die Zeit mit Dir und mach das, was Dir guttut.“

Maria bloggt auf Widerstand ist zweckmäßig über grünes Leben, Lebensmittelretten, Müllvermeidung, DIY, Minimalismus und Achtsamkeit.

Nadine: „Befrei Dich vom Konsumwahnsinn.“

Nadine Schubert

Weniger zu konsumieren war nicht mein Ziel, als ich 2013 damit begonnen habe, Plastik nach und nach aus meinem Alltag zu verbannen. Vielmehr wollte ich den Plastikmüll in meiner Familie reduzieren. Das hatte zur Folge, dass ich viele Dinge nicht mehr kaufen konnte – denn es gab sie nur verpackt. Letztendlich hat das dazu geführt, dass ich bewusster eingekauft, also konsumiert habe. Ich stellte fest, dass ich viele Produkte einfach nicht benötigte. Das war und ist unheimlich befreiend! In den letzten sieben Jahren habe ich gelernt, dass ich nicht alles brauche, was in den Läden steht. Dass weniger mehr ist. Dass Besitz nicht glücklich macht, sondern mich gefangen nimmt. Dass mein Haus auch sauber wird, wenn ich nicht 20 verschiedene Putzmittel im Schrank habe und dass ich nicht jedes Jahr einen neuen Wintermantel kaufen muss, um warm angezogen zu sein. Das hat mich befreit. Ich muss nichts, ich kann. Aber ich will einfach nicht. Denn es macht zufrieden, weniger zu besitzen, weniger zu kaufen und weniger wegzuwerfen. Mein Tipp lautet deshalb: Überdenke Dein Konsumverhalten! Denn damit tust Du nicht nur Dir und der Umwelt einen Gefallen, sondern Du inspirierst andere, es Dir gleich zu tun. Auch das ist wieder ein Gewinn für die Erde, für Deine Mitmenschen und für Dich.“

Nadine Schubert ist die Autorin des Spiegel-Bestsellers „Besser leben ohne Plastik“. Seit Jahren inspiriert die Unterfränkin Menschen in ihren Vorträgen und mit ihren Büchern, Plastikmüll zu vermeiden und zeigt, wie einfach es geht, ohne dabei sein Leben komplett umkrempeln zu müssen. Darüber schreibt sie auch auf ihrem Blog.

Anchu: „Stelle Dich Deiner dunklen Seite.“

Anchu Kögl

Wir haben eine helle Seite an uns. Eine Seite, die mutig ist, selbstbewusst, motivierend und aufbauend. Eine Seite, die uns antreibt und dazu führt, dass wir unsere Ziele verfolgen, an uns glauben und zuversichtlich sind. Eine Seite, die dazu führt, dass wir mehr Freude verspüren und generell zufrieden sind. Aber wir haben auch eine dunkle Seite. Eine Seite die ängstlich ist, die zweifelt, die uns demotiviert. Die Seite an uns, die uns einredet, dass wir etwas nicht können und dass wir wertlos sind. Es ist die Seite, in denen sich unsere Ängste und unser Schmerz befindet. Um im Leben voranzukommen geht es oftmals weniger darum, unsere positive Seite zu stärken, als besser mit unserer dunklen Seite umzugehen. Denn es ist unsere dunkle Seite – unsere Ängste, unsere Probleme, unser Schmerz –, die uns davon abhält, voranzukommen und zufriedener zu sein. Stell Dich also Deiner dunklen Seite. Höre auf, vor Deinen Problemen, Ängsten und Deinem Schmerz davonzulaufen. Es wird Dein Leben langfristig zum Positiven verändern.“

Anchu Kögl ist Mindset-Coach. Er gibt auf seiner Seite Tipps, um Blockaden zu lösen, positiver zu denken und Ziele zu erreichen.

Gilbert: „Wie der Wald mich glücklich macht.“

Gilbert Dietrich

„Deadlines, Notifications, Termine. Ich muss dem Team noch die Infos zukommen lassen. Einen Blogartikel wollte ich auch veröffentlichen … Und dann, was? Ich mag diese Energie. Aber dann verwandelt sie sich langsam in Stress und ich beginne unbemerkt, darunter zu leiden. Es ist Zeit, wieder einmal auszusteigen. Zeit, sich wieder zu erden, sich zu orientieren und wieder zu spüren, was eigentlich wichtig ist. Ich packe mir zu essen und trinken ein, schalte das Handy aus und gehe in den Wald. Shinrin-yoku – Waldbaden nennen das die Japaner, wenn sie in diese Stille eintauchen. Zuerst merke ich, wie meine Gedanken noch rasen und ich frage mich, was da jetzt ohne meine Kontrolle zu Hause oder auf der Arbeit passiert, was ich im Internet verpasse oder wer vielleicht gerade versucht, mich anzurufen. Nach einer Weile ist das alles verflogen und ich habe mich ganz auf die Natur eingelassen. Die grüne Umgebung beruhigt meine Augen, der hohe Sauerstoffgehalt der Luft lässt mich tief atmen und beruhigt und schärft meine Sinne. Die Terpene aus ätherischen Ölen, mit denen die Pflanzen im Wald kommunizieren, machen die Atemwege frei, fahren das Immunsystem hoch und überschwemmen mich mit Wohlbefinden. Meine Gedanken fangen an, im sanften Takt meiner Schritte zu schwingen. Ich komme runter. Die alltäglichen, vermeintlich großen Sorgen werden plötzlich in neuen Zusammenhängen sichtbar und schrumpfen in ihrer Bedeutung. Deadlines, Notifications, Termine? Unwichtig! Im Wald fällt ein Blatt in der Wintersonne tanzend zu Boden, weit weg knackt ein Ast, der Boden federt unter meinen Schritten.“

Gilbert Dietrich geht der Frage nach dem richtigen und guten Leben nach und begreift das Streben nach Glück als eine legitime Aufgabe eines jeden Menschen. Auf Einfach bewusst hat Gilbert den Gastartikel „Geld oder Zeit – Wer ist reich?“ veröffentlicht.

Carolin: „Mache anderen eine Freude.“

Carolin Mache

„‚Jeden Tag eine gute Tat‘ ist nicht nur ein Pfadfinderspruch. Für mich ist es auch ein guter Rat, um Glück und Zufriedenheit in mein und das Leben anderer zu bringen. Die Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig. Es muss sich dabei nicht immer um etwas Großes oder Aufwendiges handeln. Auch kleine Dinge können viel bewirken. Wie wäre es, jemandem wirklich zuzuhören, ein Kompliment zu machen oder einer Freundin eine Postkarte zu schreiben. Ich habe mir vorgenommen, auf Spaziergängen andere Spaziergänger mit einem Lächeln zu begrüßen. Ich denke nicht immer daran, aber wenn doch, ist es erfüllend zu sehen, dass der andere sich freut und meist ein Lächeln zurückschenkt. Außerdem spende ich immer wieder für tolle Projekte, auf die ich aufmerksam geworden bin. Auch das macht mich glücklicher. Da geht es nicht darum, etwas zurückzubekommen. Ich gebe und handle aus der Fülle heraus und nicht aus einem Mangel. Das ist auch wichtig für das Selbstwertgefühl. Jeder kann etwas geben. Auch wenn es nur ein Lächeln ist.“

Carolin Mache möchte mit ihrem Blog Wortblatt zu einem bewussteren Leben inspirieren. Schwerpunktthemen sind dabei Nachhaltigkeit, Minimalismus und die Frage „Wer bin ich, wer will ich sein?“ Carolin hat auf Einfach bewusst einen Gastartikel über ungewollte Geschenke veröffentlicht.

Jani: „Verbringe mehr Qualitätszeit mit Deinen Lieben.“

Jani Enning

„Das wirkliche Glück liegt oft ganz nah: Wie wäre es mit mehr echter Zeit mit Deiner Familie? Für uns ist es wichtig, dass wir im Alltag Ruhe- und Gesprächsinseln schaffen, in denen wir zusammen sind, einander zuhören und füreinander da sind. Wir als Familie achten daher darauf, dass unser Alltag nicht zu voll ist. Wir wollen in der Freizeit keinen vollen und stressigen Terminkalender – Schule und Arbeit sind manchmal schon anstrengend genug. Uns sind Ruhe und gemeinsame Zeit viel wichtiger als alles andere. Wenn wir von der Schule und Arbeit nach Hause kommen, setzen wir uns daher als Erstes für eine halbe Stunde gemeinsam an den Tisch, trinken einen Kaffee bzw. Kakao und essen Kekse. Wir kommen gemeinsam an, reden über unseren Tag und über Dinge, die uns beschäftigen. Anschließend hat jeder Zeit für sich. Zeit zum Lesen, für Sport, zum TV schauen, zum Entspannen. So kommt man selbst auch nicht zu kurz und kann bewusst auf die eigenen Bedürfnisse eingehen. Denn nur wenn wir auch unsere eigenen Bedürfnisse wahrnehmen und befriedigen, können wir für andere da sein. Auch das Abendessen nimmt bei uns einen wichtigen Stellenwert ein. Wenn möglich, kochen und essen wir zusammen (dann schmeckt es gleich viel besser). Diese Zeiten sind für uns sehr wichtig. Sie machen uns glücklich und zufrieden. Und dadurch, dass wir recht wenige Verpflichtungen haben, sind wir sowieso entspannter und können die für uns wichtigen Rituale und die Qualitätszeit auch einhalten. Wir nutzen diese Zeiten bewusst. Die Handys und sonstige Medien bleiben aus, wir konzentrieren uns auf uns. Und da für uns unsere engen Freunde wie eine Familie sind, nehmen wir uns auch bewusst für sie Zeit: Zwischendurch eine Nachricht schicken („Ich denke an Dich!“) und Zeit für gemeinsame Gespräche oder Treffen, in denen wir uns zuhören, füreinander da sind, Spaß haben und gemeinsame Erinnerungen schaffen.“

Jani Enning schreibt mit ihrem Mann Freddy auf Grünes Familienleben über Nachhaltigkeit und Minimalismus in der Familie. Zum Thema Zeit und Glück haben sie die Blogparade „Das wirklich wichtige im Leben“ ins Leben gerufen.

Jasmin: „Lass Dich von der Endlichkeit inspirieren.“

Jasmin Mittag

„Möchte ich diese Aufgabe übernehmen? Lohnt es sich, sich darüber zu ärgern? Ist es sinnvoll, diese Beziehung aufrecht zu erhalten? Bei Entscheidungen – seien es große oder kleine – lasse ich mich immer häufiger von der Endlichkeit beraten. Ich stelle mir die Frage: Wie würde ich mich entscheiden, wenn ich wüsste, dass mein Leben demnächst vorbei wäre? Prioritäten setzen, Unwesentliches vernachlässigen und Ungeliebtes loslassen fällt dann leichter. Meine Zeit auf dieser Erde ist begrenzt. Mir das vor Augen zu rufen, beeinflusst, wie ich mein Leben gestalte. Ich beschäftige mich dadurch viel stärker mit meinen Wünschen und Zielen. Das Bewusstsein für den eigenen Tod hat mein Leben zum Positiven verändert. Dieses Bewusstsein wächst in mir seit rund zehn Jahren. Damals sah ich einen Vortrag, in dem vom Tod als weisen Ratgeber die Rede war. Das Konzept leuchtete mir sofort ein. Natürlich wusste ich schon vorher, dass wir alle sterben müssen. Aber es war mir nicht wirklich bewusst. In unserer Gesellschaft ist das Thema Tod immer noch ein Tabu. In der Regel schieben wir es weg und wollen uns gar nicht damit auseinandersetzen. Das ist nicht in allen Kulturen so. Expertinnen und Experten führen die Verdrängung des Todes in der deutschen Kultur auf die hohen Verluste während des Ersten und Zweiten Weltkrieges zurück. Die uns vorangegangen Generationen haben das Sterben möglichst ausgeblendet, um dem übergroßen Schmerz zu umgehen. Vor eineinhalb Jahren lag ich in Frankreich am Strand in der Sonne. Tatsächlich habe ich mir da das erste Mal in meinem Leben Gedanken darüber gemacht, wie alt ich mal werden möchte. Und welches Jahr wir dann wohl schreiben. Seither geistert die Jahreszahl 2070 in mir herum. Der Gedanke, noch so viele Jahrzehnte erleben zu können, macht mich glücklich. Er inspiriert mich, besonders gut auf mich achtzugeben. Dazu gehört immer wieder auf meine inneren Bedürfnisse zu hören. Ein hilfreicher Gedankenanstoß sind dabei die fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen, die die Palliativ-Krankenschwester Bronnie Ware niederschrieb. Sie klingen in etwa so: Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, erstens mein eigenes Leben zu leben und zweitens meine Gefühle auszudrücken. Ich wünschte, ich hätte drittens nicht so viel gearbeitet, viertens den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten und fünftens mir erlaubt, glücklicher zu sein. Lasst uns unser Leben also so leben, dass wir am Ende möglichst wenig zu bereuen haben! Lasst uns die Endlichkeit als Inspiration nutzen.“

Jasmin Mittag organisiert seit 2015 den Minimalismus-Stammtisch in Hannover und produziert die Podcast-Show Minimalismus JETZT!. Dort erzählt sie von ihren minimalistischen Selbstversuchen. Ab April 2021 lebt sie als digitale Nomadin und testet verschiedene Wohn- und Lebensformen.

Stefanie: „Bauchgefühl, das glücklich macht.“

Stefanie Heidtmann

„Zollfreigabe – mit lautem Krachen landet der Stempel auf den Umzugspapieren. Es ist amtlich! Wir dürfen offiziell mit Sack, Pack und Familie einwandern. Nur vier Monate zuvor hatte ich das erste Mal das Gefühl, dass es an der Zeit ist, Deutschland den Rücken zu kehren. Die meisten Leute würden nun eine Vorteile- und Nachteile-Liste beginnen. Sie würden darüber grübeln, ob es wohl richtig sei, Deutschland zu verlassen oder nicht. Sie würden brüten und sinnieren, bis der Kopf raucht. Dies ist die Vorgehensweise, die uns von Kindesbeinen an beigebracht wird. Fakten sammeln, Fakten überdenken, Fakten auswerten. Das ist aber Stress pur. Mein Impuls für Dich: Drehe die Reihenfolge um. Starte Entscheidungsfindungen damit, Deinem Bauchgefühl die Führung zu übergeben. Als in mir die Empfindung aufkam, dass es Zeit sein könnte, Deutschland zu verlassen, übergab ich bewusst die Leitung an meine Intuition. Konkret bedeutet das, dass ich allen Impulsen widerstehe, eine Vorteile- und Nachteile-Liste zu erstellen. Ich lasse mich von den Stimmen in meinem Kopf (und auch von außen) nicht irritieren. Stattdessen frage ich mich immer wieder: Wie fühlt sich das an? Gut und stimmig oder kantig und schwer? Macht es mich glücklich oder eng? Diese Fragen stelle ich auch bei ganz konkreten Dingen, wie z. B. wann wir umziehen sollen? Die Logik sagte: In dem Monat, in dem der Mietvertrag ausläuft. Mein Bauch aber sagte: Ein Monat früher ist besser. So fuhr ich von einem Tag auf den anderen fünf Stunden zum Besichtigungstermin einer Wohnung. Du ahnst es schon: Aus neun Bewerbern wurde ich als neue Mieterin für meine Traumwohnung in einer alten Villa gewählt. Nicht logisch für den Verstand, aber für den Bauch. Noch am gleichen Abend fuhr ich die 500 km in die alte Heimat zurück, um Umzugskartons zu packen. Ich habe mit nur einer Bewegung meine Traumwohnung gefunden und bekommen. Weil mein Bauchgefühl mich geführt hat! Nachdenken, warum heißt es nachdenken? Weil man hinterher – also nach – denkt. Erst fühlen, dann denken! Viele Menschen haben ein Problem damit, Entscheidungen zu treffen. Der wahre Grund ist nicht der Mangel an Fakten, sondern der Mangel an Fühlen. Was richtig glücklich macht, ist, wenn man bei einer Entscheidung ein gutes Gefühl hat. Dein Bauchgefühl sprengt die Logik. Aber versprochen: Der Mut dazu wird zu tollen neuen Ergebnissen führen.“

Stefanie Heidtmann bloggt über das Entdecken und Leben des eigenen Potenzials. Einfache Lösungen für komplexe Herausforderungen zu finden, ist ihre Leidenschaft, jeden Tag ein bisschen Glück zu verbreiten, ihr Ansporn.

Dina: „Gute Gewohnheiten schaffen Platz für das Wesentliche.“

Dina Beier

„Meine Zauberformel für deutlich mehr Glück und Zufriedenheit sind gute Gewohnheiten. Warum ist das so? Mehr gute Gewohnheiten und weniger schlechte führen dazu, dass ich mentale Kapazitäten freihabe, um mich auf das zu konzentrieren, was ich wirklich machen und erreichen will. Gute Gewohnheiten sind der Motor, der alles in Fahrt bringt. Sie geben den Antrieb für Ziele wie finanzielle Unabhängigkeit, ein minimalistisches veganes Leben und tägliche Bewegung. Ganz im minimalistischen Sinne konzentriere ich mich immer auf nur eine Gewohnheit. Ich arbeite so lange an der Etablierung der neuen Gewohnheit, bis ich sie verinnerlicht habe. Ich konzentriere mich auf die eine Sache, die ich gerade ändern möchte, und freue mich auf die Veränderungen, die die neue Gewohnheit mit sich bringt. Obwohl ein konkretes Ziel für die Gewohnheitsänderung wichtig ist, konzentriere ich mich weniger auf das Ziel. Ich feiere den Prozess und jede minimale Verbesserung. Nehmen wir an, Du möchtest Dich mehr bewegen, um fitter zu sein. Dann konzentrierst Du Dich nicht auf die Person, die irgendwann mal 5 Kilometer am Stück in 30 Minuten laufen kann. Sondern Du konzentrierst Dich auf heute. Was kannst Du jetzt tun, um Dich mehr zu bewegen und ein bisschen fitter zu werden?“

Dina Beier schreibt auf richKind über Nachhaltigkeit, Selbstbestimmung und Gesundheit. Sie möchte Menschen inspirieren, ein unabhängiges und minimalistisches Leben zu führen. In einem Gastartikel auf Einfach bewusst ist Dina der Frage nachgegangen, ob Minimalismus Luxus ist.

Viktor: „Zieh da hin, wo Dein Herz Dich hinzieht.“

Viktor Garder

„Zum Leben geboren, verbringen wir unsere Kindheit und Jugend zum Entdecken und Lernen. Es folgen Selbstständigkeit, Beziehungen, eine berufliche Tätigkeit und ein durch Alltag und Routine bestimmtes Leben. Oftmals weil sich die Dinge so ergeben. Irgendwann glauben wir alles zu haben und kein persönliches Wachstum durch Veränderungen mehr zu benötigen. Wir geben uns mit dem zufrieden, was wir haben. Das ist in Ordnung, bis es sich irgendwann nicht mehr erfüllend anfühlt. Spätestens wenn Herzschmerz dazukommt, schwindet die Zufriedenheit und wir wissen nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Wir verlieren uns in den unwichtigen Dingen des Lebens. Vielleicht folgen wir einfach nicht (mehr) unserem Herzen? Mir persönlich wurde in den letzten Jahren immer bewusster, dass etwas nicht stimmt und mein Leben einen neuen Impuls benötigt. Obwohl ich davon ausging, glücklich und zufrieden zu sein, wünschte ich mir eine positive Veränderung. Schon länger dachte ich über die Rückkehr in meine alte Heimat nach, hielt den Gedanken aber aus Angst vor dem Verlust der Sicherheit zurück. Den Schritt zu wagen, brauchte schließlich großen Mut. Vor einem halben Jahr fiel die endgültige Entscheidung für meinen neuen Wohnort im Fichtelgebirge, die damit einhergehende berufliche Veränderung und den bewussten (Teil-)Verlust der bisherigen Freundschaften und Kontakte. Die Vorfreude stieg. Letztendlich war der Schritt gar nicht so schwer. Es eröffneten sich neue Möglichkeiten und Kontakte. Nun bin ich mittendrin im neuen Leben an meinem Wunschort. Ich bin nicht nur angekommen, sondern glücklich(er). Ich bin einfach meinem Herzen gefolgt.“

Viktor Garder bloggt auf KunterRund über nachhaltige Lebensweise, Minimalismus, Philosophie, vegane Ernährung und Radfahren.

Thomas: „Weniger lamentieren, mehr handeln.“

Thomas Heinrich

„Ihr kennt das alle: Man müsste mal wieder den Dachboden, Keller oder was auch immer aufräumen. Aber heute ist es gerade ungünstig, weil … Genauso wie man am Abend den Müllbeutel nicht mehr rausbringt, weil es regnet, man sich erst Schuhe anziehen müsste oder man dringend noch eine Fremdsprache lernen möchte. Lamentieren ist die Kunst, die einfachsten Dinge in der Länge eines Groschenromans als kompliziert, unschaffbar und unpassend darzustellen. Wenn wir hingegen ehrlich darüber nachdenken, verwendet das Finden einer kreativen Ausrede am Ende oft mehr Zeit und Energie als das eigentliche Handeln. Ich kann natürlich eine Stunde darüber philosophieren, warum ich heute den Müll nicht mehr vor die Tür bringe. Ich kann aber auch drei Minuten aufwenden, um mir Schuhe anzuziehen und es zu erledigen. Manchmal ertappe ich mich selbst dabei, wie ich Jennifer erkläre, dass Nieselregen der Grund dafür ist, warum wir nicht joggen gehen. Dabei sind wir bereits bei null Grad in den Bergen durch Schneeregen gewandert. Und das dauerte den ganzen Tag, nicht nur die Stunde, die unsere Joggingstrecke lang ist. Wir lamentieren aus einem Grund: Wir wollen unsere Komfortzone nicht verlassen. Tatsächlich nehmen wir unglaubliche Anstrengungen auf uns, sie zu verteidigen. In Wahrheit legen wir uns damit aber Fesseln an, denn wir wachsen dann am meisten, wenn wir die Komfortzone verlassen. Sagt Euch selbst: Einfach mal machen, statt darüber zu philosophieren. Macht es euch zur Gewohnheit, Dinge anzupacken, statt endlos zu grübeln, zu lamentieren und immer neue Ausreden zu finden. Nicht unsere Worte machen uns zu dem, was wir sind, sondern unser Handeln.“

Thomas Heinrich schreibt auf genug über Minimalismus und Gewohnheiten für eine unkomplizierte Lebensweise.

Nun Du! Was ist Dein persönliches Geheimrezept für ein glückliches und zufriedenes Leben?

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Mein Jahr 2020 in Bildern

Ich wünsche Dir für 2021 alles Gute, viel Glück, Erfolg und Gesundheit!

Herzlichen Dank, dass Du mein Leben bereicherst und dazu beiträgst, dass Einfach bewusst so erfolgreich ist. Ich freue mich auch in Zukunft über jeden Seitenaufruf, jeden Kommentar, jede E-Mail, jeden Newsletter-Abonnenten und jedes „Gefällt mir“ auf Facebook, Instagram und Twitter.

Bevor ich mich mit Zuversicht, Neugier und Tatkraft dem neuen Jahr zuwende, blicke ich auf die letzten zwölf Monate zurück.

Viel Vergnügen mit meinem 2020 in Bildern.

Die drei beliebtesten neuen Artikel 2020 auf Einfach bewusst waren „25 Minimalismus-Tipps – der 5. Teil“, „Unglaublich viel Zeit und Geld sparen mit der Methode „Kleinvieh macht auch Mist“ sowie „Kann ein Minimalist Sammler sein? Und warum ich wieder Platten höre!“
Zum siebten Bloggeburtstag im Januar gab es eine kleine Umfrage, an der 1973 Personen teilnahmen. Dabei kam zum Beispiel heraus, dass 71 % der Personen weiblich sind und 79 % das Thema Minimalismus sehr interessant finden. Zu gewinnen gab es auch etwas – 54 Preise im Wert von über 2500 Euro.
Die positiven Aspekte, die wir der Coronavirus-Krise abgewinnen können.
Spätestens ab März beeinflusste der Coronavirus auch in Europa das Leben fast aller Menschen. Die Gefahr war nicht zu verleugnen. Trotzdem wollte ich mit dem Blogartikel „10 positive Aspekte, die wir der Coronavirus-Krise abgewinnen können“ der allgemeinen Verunsicherung und den negativen Nachrichten etwas Positives entgegengesetzten. Mich persönlich haben die Einschränkungen und Lockdowns in diesem Jahr nicht aus der Bahn geworfen. Die Trennung von meiner Freundin im Sommer traf mich viel tiefer, auch wenn wir nicht mal ein dreiviertel Jahr zusammen waren.
Pilzfarce oder Duxelles (als Füllung, aufs Brot, zu Pasta, als Suppeneinlage, im Auflauf, als Salat-Topping etc.)
Auch heuer habe ich wieder ein paar neue Kochrezepte online gestellt, z. B. für eine vielseitig einsetzbare Pilzface und für einen chilenischen Tomatensalat. Übrigens: Mein Pilz-Risotto, das in den letzten Jahren so viele von Euch nachgekocht haben, ist nun auch in meiner Lieblings-Koch-App KptnCook verfügbar.
Die Ruine Hirschstein liegt auf dem Fränkischen Gebirgsweg.
Eigentlich war es im Mai wegen der Corona-Krise nicht erlaubt, Fernwanderungen oder Reisen zu unternehmen. Ich war trotzdem 20 Tage auf dem Fränkischen Gebirgsweg und habe immer eine Unterkunft gefunden. Und zwar ganz legal, weil ich geschäftlich unterwegs war, um für die zweite Auflage meines Wanderführers „Fränkischer Gebirgsweg“ zu recherchieren, die im März 2021 im Bergverlag Rother erscheinen wird.
Für mich als Autor ist es immer wieder ein wunderschöner Moment, wenn eines meiner Bücher als Neuerscheinung oder überarbeitete Auflage auf den Markt kommt. Zwischen den beiden Buchdeckeln steckt die Arbeit von Monaten, manchmal sogar von Jahren. Das gilt besonders für meinen Wanderführer über die Alpenüberquerung Salzburg – Triest, in dem so viel Zeit, Schweiß und Herzblut steckt. Für die seit Juli vorliegende dritte Auflage bin ich den kompletten Weg 2019 ein weiteres Mal gegangen (es war das fünfte Mal). Ich habe das Buch also Schritt für Schritt wie auch Satz für Satz überarbeitet.
Meine Vandergruppe in Ebern.
Meine Vandergruppe existiert nun schon seit fünf Jahren. Unsere vielleicht schönste Tour 2020 führte von Ebern nach Seßlach. Die Etappe ist auch Teil einer dreitägigen Wanderung durch die Haßberge, die ich ausgeheckt habe.
Das Wohnzimmer in meinem 3-Zimmer-Häuschen.
Ende August bin ich innerhalb Nürnbergs von meinem 40 Quadratmeter großen 1- Zimmer-Appartement in ein schnuckeliges, 60 Quadratmeter großes 3-Zimmer-Häuschen umgezogen. Das geschah nicht ganz freiwillig. Da das Appartement bzw. das komplette Haus saniert wird, wurde allen Bewohnern gekündigt. Der Umzug hat sich für mich trotzdem gelohnt. Abgesehen davon, dass ich etwas mehr putzen muss, sehe ich nur Vorteile. Arbeiten, Wohnen und Schlafen sind nun getrennt. Das Arbeitszimmer kann ich steuerlich absetzen, was vorher nicht möglich war. Gäste schlafen getrennt im Wohnzimmer. Direkt nebenan leben Freunde von mir. Außerdem habe ich nun einen Balkon und bin ich schneller im Grünen. Zur Wöhrder Wiese, zur Pegnitz und zum Wöhrder See ist es nur ein Katzensprung. Und der Clou: Ich zahle weniger Miete als zuvor.
"Das Minimalismus-Projekt" von Christof Herrmann
Anfang September ist mein Ratgeber „Das Minimalismus-Projekt – 52 praktische Ideen für weniger Haben und mehr Sein“ im Verlag Gräfe und Unzer (GU) erschienen. Zwischen den beiden Buchdeckeln stecken unglaublich viel Zeit und Herzblut sowie die Erfahrung aus zehn Jahren Minimalismus. Deswegen freut es mich natürlich besonders, dass das Buch so gut ankommt. Es führte mehrere Wochen die Verkaufschats im Autorenwelt-Shop an, liegt nun bereits in der dritten Auflage vor, wurde in der Presse sehr positiv aufgenommen und bekam von den LeserInnen zahlreiche 5-Sterne-Rezensionen (z. B. durchschnittlich 4,8 Sterne bei 19 Bewertungen auf LovelyBooks, 4,8 Sterne bei 12 Bewertungen auf Thalia und 4,6 Sterne bei 89 Bewertungen auf Amazon).
Gemälde von Kevin Coyne
Kulturell war 2020 durch den kleinen fiesen Virus eher wenig geboten. Auf die von mir geliebten Livekonzerte und Musikfestivals musste ich fast ganz verzichten. Umso mehr genoss ich die Stadt(ver)führungen und die Kevin-Coyne-Ausstellung in Nürnberg.
Der Wöhrder See in Nürnberg.
Der Wöhrder See ist keine drei Minuten von meinem neuen Wohnsitz entfernt und somit wie geschaffen für meine Spaziergänge. Das große Areal ist Naherholungsgebiet der Nürnberger, Landschaftsschutzgebiet mit interessanter Flora sowie Habiat für zahlreiche Vögel wie Schwäne, Blässhühner, Lachmöwen, Mauersegler, Schwalben, Gänse, Enten und Kormorane.
Einfach bewusst bleibt der meistgelesene deutschsprachige Minimalismus-Blog. 2020 haben 900.000 Besucher 1,75 Millionen Seiten aufgerufen. Meinen Newsletter bekommen 15.000 Abonnenten (den Salzburg-Triest-Newsletter weitere 600). Auf Facebook habe ich 14.500 Follower (weitere 800 auf der Salzburg-Triest-Facebook-Seite), auf Twitter 3.300 und auf Instagram 1.100. Den RSS-Feed nutzen 1.300 Abonnenten.

PS: Meine Bilder des Jahres gab es auch 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018 und 2019.

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40 Bücher, die ich 2020 gelesen habe

40 Bücher, die ich 2020 gelesen habe

Meine Gelesen-Jahresliste hat schon Tradition auf Einfach bewusst und sorgt stets für zahlreiche Seitenaufrufe und Kommentare. Ich möchte Dir die Liste auch heuer nicht vorenthalten.

Nach 57 Büchern 2012, 56 Büchern 2013, 55 Büchern 2014, 37 Büchern 2015, 32 Büchern 2016, 45 Bücher 2017, 45 Bücher 2018 und 48 Bücher 2019 habe ich in diesem Jahr 40 Bücher gelesen.

18 der 40 Bücher bewerte ich mit 4,5 oder 5 Sternen und empfehle ich uneingeschränkt. Deren Cover sind auch auf dem Bild oben zu sehen.

Fach- und Sachliteratur, die ich 2020 gelesen habe

  1. Dieser Mensch war ich Nachrufe auf das eigene Leben von Christiane zu Salm (2015, 5 von 5 Sternen)
  2. The Great Rock Discography von Martin C. Strong (2002, 5 Sterne)
  3. Gehen. Weiter gehen Eine Anleitung von Erling Kagge (2018, 4,5 Sterne)
  4. Die Weisheit alter Hunde von Elli H. Radinger (2018, 4,5 Sterne)
  5. Unser grünes München – Der nachhaltige Cityguide von Alexandra Achenbach (2020, 4,5 Sterne)
  6. Trekking ultraleicht von Stefan Dapprich und Stefan Kuhn (2020, 4,5 Sterne)
  7. All you need is less Eine Kultur des Genug aus ökonomischer und buddhistischer Sicht von Manfred Folkers und Niko Paech (2020, 4 Sterne)
  8. Unsere Bergheimat – Lieblingsziele in den Bayerischen Alpen von Bernd Ritschel und Eugen E. Hüsler (2019, 4 Sterne)
  9. Every day for future – 100 Dinge, die du selbst tun kannst, um das Klima zu schützen, nachhaltig zu leben und die Natur zu bewahren (2019, 4 Sterne)
  10. Das literarische Katzenbuch von Florentine Graf (Hrsg.) (2005, 4 Sterne)
  11. Handlettering von A bis Z von Hannah Rabenstein (2016, 3,5 Sterne)
  12. Glücksorte in Nürnberg von Gert Klaus (2019, 3,5 Sterne)
  13. Genussfasten von Elisabeth Lange (2019, 3,5 Sterne)
  14. Steinalt und Kerngesund – 100 Jahre erfüllt leben von Marcus Lauk (2014, 3,5 Sterne)
  15. Sorge dich nicht – lebe! von Dale Carnegie (1949, 3 Sterne)
  16. Alpenhotels von Jörg Bertram und Alexander Haiden (2007, 3 Sterne)
  17. Schlank durch Intervallfasten von Bettina Snowdon (2018, 3 Sterne)
  18. Ein Mann ein Buch von Eduard Augustin, Philipp von Keisenberg und Christian Zaschke (2009, 2,5 Sterne)

Belletristik, die ich 2020 gelesen habe

  1. Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf (2013, 5 Sterne)
  2. Sommerdiebe von Truman Capote (2006, 4,5 Sterne)
  3. Mittelmäßiges Heimweh von Wilhelm Genazino (2007, 4,5 Sterne)
  4. Die Puppe im Grase – Norwegische Märchen von Peter Christen Asbjørnsen und Jørgen Moe, illustriert von Kat Menschik (2019, 4,5 Sterne)
  5. 2000 km Freiheit – Zu Fuß über die Alpen von Wien nach Nizza von Hans Thurner (2015, 4,5 Sterne)
  6. Das Geschenk der Wildnis von Elli H. Radinger (2020, 4,5 Sterne)
  7. Die Kunst des Scheiterns – Tausend unmögliche Wege, das Glück zu finden von Konstantin Wecker (2007, 4,5 Sterne)
  8. Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd von Charlie Mackesy (2020, 4,5 Sterne)
  9. Tschick von Wolfgang Herrndorf (2010, 4,5 Sterne)
  10. Ein Regenschirm für diesen Tag von Wilhelm Genazino (2001, 4,5 Sterne)
  11. Über die Alpen – In 30 Tagen zu Fuß von Salzburg nach Triest von Tobias Panwitz (2020, 4 Sterne)
  12. Alpensolo Allein zu Fuß von Ost nach West von Ana Zirner (2018, 4 Sterne)
  13. Fräulein Draußen – Wie ich unterwegs das Große in den kleinen Dingen fand von Kathrin Heckmann (2020, 4 Sterne)
  14. Im Freien – Abenteuer vor der Tür von Björn Kern (2019, 3,5 Sterne)
  15. Ich habe sie geliebt von Anna Gavalda (2003, 3,5 Sterne)
  16. Vom Ende einer Geschichte von Julian Barnes (2011, 3,5 Sterne)
  17. Einfach Freunde von Abdel Sellou (2012, 3,5 Sterne)
  18. Hinter den Dingen von Thomas Vogel (2011, 3 Sterne)

Graphic Novels, die ich 2020 gelesen habe

  1. Nick Cave von Reinhard Kleist (2017, 4,5 Sterne)
  2. Lulu – Die nackte Frau von Étienne Davodeau (2012, 4,5 Sterne)
  3. Die Schachnovelle nach Stefan Zweig von Thomas Humeau (2016, 3 Sterne)
  4. Also schwieg Zarathustra von Nicolas Wild (2015, 3 Sterne)

Und welche der Bücher, die Du 2020 gelesen hast, möchtest Du mir, meinen Lesern und meinen Leserinnen besonders empfehlen?

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