„Fragen“ – ein Gedicht

15. März 2021 - von Christof Herrmann - 44 Kommentare
"Fragen" – ein Gedicht (Foto: Anemone123 von Pixabay)

Ich denke mir hin und wieder Aphorismen, Haikus und Gedichte aus. Bisher habe ich sie in einem Notizbuch gesammelt und für mich behalten. Matthias Kröners Lyrische Post hat mich dazu bewogen, mein Gedicht „Fragen“ zu veröffentlichen.

Fragen

Wenn weniger mehr ist,
ist dann nichts
alles?

Wenn langsam schnell zufrieden macht,
macht dann Verweilen
noch schneller glücklich?

Wenn ein voller Kalender keine Erfüllung bringt,
bringt sie dann
ein leerer?

Wenn Gier künstliche Armut ist,
ist dann Bescheidenheit
natürlicher Reichtum?

Wenn der Halt im Loslassen liegt,
woran halten sich dann die,
die schon losgelassen haben?

Wenn Leise das neue Laut ist,
ist dann die Stille
der allerneueste Schrei?

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44 Kommentare für “„Fragen“ – ein Gedicht”

  1. Hallo Christof,
    Dein Gedicht gefällt mir sehr gut! So etwas kannst Du gern öfter hier veröffentlichen. Und wer weiß, vielleicht wird Dein nächstes Buch ja ein Gedichtband ; )
    Liebe Grüße
    Claudia

  2. Oh da haben wir ja was gemeinsam, ich hab auch etliche geschrieben und ein paar auch schon bei mir im Blog :-)
    Gerne mehr davon, gefällt mir gut.
    Es läßt Spielraum und regt zum drüber nachdenken an.
    Lg Aurelia

  3. Hallo Christof,
    tolles Gedicht, erinnert mich entfernt an Gottfried Benn, Reklame. Wenn du mehr davon hast, kann es dein nächstes literarisches Projekt sein. Angebote zur Erweiterung hast du ja schon in den vorausgehenden Kommentaren, und mein „wahre Werte“ nebst „Etwas“ (in Kommentaren zu früheren Artikeln) würde ich dir zur uneigennützigen Verwendung freigeben. Gäbe einen sehr schönen Sammelband, auch als schönes Buch, das man gerne verschenkt. Mit schönen meditativen Bildern und Fotografien dabei…
    Liebe Grüße
    Jörg

  4. Wow, klasse Gedicht.
    In den Zeilen kann ich meine Gedanken wieder finden.
    Es bestätigt mein Bestreben nach der Balance im Leben. Danke für die schönen Verse!

  5. Hallo Christof,
    ich mag Fragen — und das hier sind ohne Frage sehr schöne Fragen. :-) Ganz besonders gefällt mir der letzte Abschnitt mit dem allerneuesten Schrei, denn was ich ebenfalls mag, sind Wortspiele, und dein Gedicht ist eine wunderbare Kombination aus beidem. Gerne mehr davon.
    Liebe Grüße, Aljona

  6. Hallo Christof
    ich musst erst lächeln
    dann lachen
    Ja, deine Worte sind wie aus meinem Herzen
    Fragen
    die neue
    Fragen kreieren
    Und so wahr
    Und richtig
    Wichtig
    … Der allerneusteschreiindiestille
    Wer hört ihn den Schrei
    Zu wenige die schreiend hören
    Danke für deine Worte so laut und leise

  7. Das Gedicht „Reklame“ist von Ingeborg Bachmann!

    Lieber Christoph, dein Gedicht ist wunderschön! Trau dich!
    Herzlich Michaela 🦋

  8. Ein sehr schönes Gedicht und eine gute Idee, die guten Sprüche einfach nur konsequent weiterzudenken. Gefällt mir sehr! An solchen Gedanken entspinnt sich ein Faden, der durch den Tag oder auch durch‘s Jahr geleitet! Vielen Dank!

  9. Ein schönes Gedicht vom Inhalt und auch vom Aufbau.
    Ich lege allen ans Herz (dieses ) bzw ein paar Gedichte auswendig zu lernen,
    das verinnerlicht den Inhalt sehr und ist in netter Runde vorgetragen ein
    toller Einstieg in ein Gespräch und sorgt immer für Verblüffung und letztendlich
    auch zur Erhaltung der Lyrik. Viele können auch noch Gedichte aus der Schulzeit
    auswendig, auch daraus entwickeln sich andere, tiefere Gespräche als üblich.
    Viel Spaß weiterhin beim Dichten, Christof.
    Viele Grüße Anja

    1. Ich freue mich über Dein tolles Lob.

      Du hast sicher recht. Ein paar Gedichte auswendig zu können, bereichert einen selbst und manches Gespräch. Dass die Lyrik heute so wenig Bedeutung hat, finde ich traurig. Vielleicht kann ich diese Ausdrucks- und Kunstform etwas beleben, indem ich meine eigenen Versuche oder die von „richtigen“ Dichtern hier veröffentliche. Eine Handvoll sind ja schon auf Einfach bewusst zu finden, etwa Mein Einkaufsnetz muss Löcher haben… von Kristiane Allert-Wybranietz.

      Viele Grüße

      Christof

  10. Hallo Christof,
    Bis jetzt bin ich immer nur eine stille Leser- und Genießerin deines Blogs gewesen.
    Das Gedicht, und hoffentlich irgendwann die Gedichte, sind eine wunderbare Bereicherung deines Blogs. Ich liebe solche Gedankenakrobatik!
    Vielen Dank.
    Herzliche Grüße
    Katrin

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