Wie nachhaltig ist das Internet?

Wie nachhaltig ist das Internet? (Foto von rawpixel.com von Pexels)

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Leena Volland. „Wie nachhaltig ist das Internet?“ ist leicht abgewandelt in dem Buch „Dein Weg zur Nachhaltigkeit – 350 praktische Tipps für den Alltag“ zu finden, das Leena zusammen mit Florian Schreckenbach geschrieben hat. Die beiden betreiben auch den Blog Nachhaltig sein.

Vor 30 Jahren wurden am CERN in der Schweiz die Grundlagen des World Wide Web entwickelt. Heute gehört das Internet zu unserem Alltag. Und während wir online über Nachhaltigkeit lesen, stellt sich die Frage: Wie umweltfreundlich ist eigentlich das Internet? Wie nachhaltig surfen wir? Welchen Einfluss hat die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) auf die Natur und ihre Ressourcen? Die Internet-Nutzung nimmt immer weiter zu, genauso wie die Nachfrage nach IKT-Produkten und -Dienstleistungen. Die Datenmengen sind zwar nicht so stofflich greifbar und präsent wie das Gerät, auf dem wir sie nutzen und speichern, Aber auch sie bleiben nicht ohne Auswirkungen.

Schon vor zwölf Jahren rechnete der Autor Nicholas Charr aus, dass ein Avatar, also eine animierte Figur, im Online-Spiel Second Life annähernd so viel Strom im Jahr verbraucht wie eine reale Person: 1,8 kWh pro Jahr entfielen auf den Avatar, 2,4 kWh auf einen Menschen, gemessen am weltweiten Durchschnitt.

Stromverbrauch, der für Aufsehen sorgt

Der Stromverbrauch der IKT-Branche schlägt ordentlich zu Buche, Tendenz steigend. 2007 betrug er in Deutschland bereits rund 10,5 % des gesamten Stromverbrauchs, nämlich 55 Terawattstunden. Experten schätzen, dass er bis 2020 auf über 20 % ansteigen wird. Die immer stärkere Internet-Nutzung und die steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten kurbeln den Strombedarf der Rechenzentren an. Der Hauptgrund ist jedoch die wachsenden Datenmenge der mobilen Telekommunikationsnetze, schlussfolgert eine Studie des Öko-Instituts.

Zwar werden Endgeräte wie Laptops oder Smartphones immer energieeffizienter, dafür gibt es davon aber immer mehr. Es ist ein Rebound-Effekt, der den beruflichen und privaten Bereich betrifft. LED-, LCD- und OLED-Displays sind auf der einen Seite sparsamer, auf der anderen Seite meist größer. Der Trend zum Zweitmonitor erhöht den Stromverbrauch zusätzlich. Fernseher verbrauchen aktuell fast ein Drittel des genutzten Stroms im IKT-Bereich. Laut Öko-Institut wird zumindest dieser Verbrauch sinken, da die Tendenz zur Nutzung mobiler Geräte geht.

Außerdem muss man den Energiebedarf bei der Herstellung der Produkte selbst addieren. So benötigt man zum Beispiel in Chipfabriken eine sterile Reinraum-Atmosphäre, deren Filteranlagen etwa so viel Strom wie eine ganze Kleinstadt verbrauchen.

Der CO2-Fußabdruck der Google-Suche

Ja, eine Google-Suche verursacht CO2-Emissionen. Rund 200 Millionen Suchen werden weltweit täglich durchgeführt, eine Suche dauert durchschnittlich 0,2 Sekunden. Google selbst gibt an, pro Suche entstünden so 0,2 Gramm CO2. Andere Berechnungen kommen auf 1 bis 10 Gramm CO2 pro Suche. Schaut man sich online Videos oder Animationen an, steigt der CO2-Ausstoß um das Zehnfache und mehr an. Im Vergleich dazu: Eine Energiesparlame verursacht pro Stunde sechs Gramm CO2, ein Kilometer Bahnfahren 72 Gramm.

Emissionen entstehen nicht nur durch den Stromverbrauch aus nicht-nachhaltigen Quellen, sondern auch durch Herstellung und Logistik. 2007 gab das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz an, die IKT-Branche sei weltweit für 2 % aller CO2-Emissionen verantwortlich und damit gleichauf mit dem Ausstoß des globalen Flugverkehrs. Für Deutschland bedeutete das rund 23 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Das entspricht über 7,5 Millionen Flüge von Frankfurt nach New York City. Seit 2007 sind diese Zahlen weiter gestiegen.

Rohstoffverbrauch und Recycling: Hoher Preis für Mensch und Natur

Was braucht man, um einen Rechner zu bauen – ein bisschen Plastik und etwas Metall? Von wegen! 1,5 Tonnen Rohmaterial werden benötigt, um einen PC herzustellen. Für ein Notebook sind es im Schnitt 0,5 Tonnen. Andere Schätzungen kommen auf rund 19 Tonnen Rohstoffe, eingerechnet sind hier auch 1500 Liter Wasser, 22 kg chemische Stoffe sowie 240 Kilogramm fossile Energieträger.

Geht es um die ökologische Nachhaltigkeit, ist der Stromverbrauch längst nicht das wichtigste Kriterium. Viel größeren Einfluss hat die Herstellung der IKT-Produkte. Hierfür braucht es kritische Rohstoffe, die knapp, teuer und nicht erneuerbar sind, zum Beispiel Indium, Gallium und seltene Erden. Oft ist der Preis für Mensch und Natur sehr hoch: Viele der Metalle stammen aus Afrika und Südamerika, wo sie von kaum technisierter Industrie abgebaut werden. Das knappe Wasser der Regionen fließt in die Rohstoffgewinnung. Die Arbeitsbedingungen der Arbeiter sind schlecht, der Abbau gesundheitsschädlich und von den wertvollen Rohstoffen profitiert die Bevölkerung nicht.

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist ein sinnvolles Recycling nach heutigem Standard kaum möglich, da die Rohstoffe in kleinsten Mengen verbaut werden. Hinzu kommt, dass lediglich ein Viertel der deutschen Elektrogeräte ordentlich entsorgt werden. Viele liegen Zuhause herum, landen fälschlicherweise im Restmüll oder werden illegal ins Ausland transportiert. Dort lösen Menschen in Hinterhöfen oder daheim die wertvollen Metalle mit Feuer und Chemikalien aus dem Elektroschrott heraus und verkaufen sie weiter.

Was kannst Du tun?

Es folgen ein paar Tipps zum nachhaltigen Handeln bei der Nutzung des Internets und elektronischer Geräte.

  • Verwende PC, Laptop, Tablet und Handy möglichst lange.
  • Sei bei der Wahl der IT-Komponenten besonnen. Große Bildschirme und leistungsstarke Grafikkarten verbrauchen viel Strom.
  • Der Kauf eines gebrauchten Geräts verlängert seinen Produktlebenszyklus.
  • Beim Neukauf solltest Du nicht nur auf den Stromverbrauch achten, denn die Herstellung ist entscheidender. Hier können Siegel wie der Blaue Engel eine Hilfestellung sein.
  • Schalte die Geräte aus, wenn Du sie nicht verwendest. Auch der Bildschirmschoner verbraucht Strom.
  • Stelle den Stand-By-Modus oder Ruhemodus manuell so ein, dass sie bereits früher einsetzen – auch bei Monitoren.
  • Nutze Öko-Suchmaschinen wie Ecosia und Gexsi.
  • Achte auch bei Deiner eigenen Webseite auf Nachhaltigkeit. Es gibt mittlerweile mehrere CO2-neutrale Hosts und Provider.
  • Natürlich kannst Du auch selbst freiwillig CO2 kompensieren, zum Beispiel indem Du eine Naturschutzorganisation unterstützt, die Bäume pflanzt.
  • Vergiss bitte nicht, dass alte Elektrogeräte nicht in den Hausmüll
    gehören, sondern auf den örtlichen Wertstoffhof. Auch Händler ab einer gewissen Größe sind seit 2013 zur Rücknahme und zum Recycling verpflichtet.
  • Wechsle zu einem echten Ökostrom-Anbieter.

Leena hat auf Einfach bewusst auch einen Beitrag für den Round-up-Post „16 Blogger/-innen verraten, wie sie Ressourcen sparen und nachhaltig leben“ verfasst, Florian einen für „14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben“.

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Im wunderschönen Sieben-Seen-Tal auf der 22. Etappe ist das Gröbste der Alpenüberquerung geschafft. (Foto: Christof Herrmann, 2017)
Im wunderschönen Sieben-Seen-Tal auf der 22. Etappe ist das Gröbste der Alpenüberquerung geschafft.

Möchtest Du Dich im Sommer 2019 auf den manchmal beschwerlichen, aber fast immer grandiosen und fraglos langsamsten Weg von Salzburg zum Mittelmeer machen?

Dann lies die Frequently Asked Questions (FAQ), die häufig gestellten Fragen dieser noch jungen Route über die gesamten Ostalpen.

  1. Welche Route nimmt die Alpenüberquerung Salzburg – Triest?
  2. Wie lange bin ich unterwegs?
  3. Welche Anforderungen muss ich erfüllen?
  4. Wo bekomme ich den Wanderführer zur Alpenüberquerung Salzburg – Triest?
  5. Sollte ich das neue Buch kaufen, wenn ich schon die erste Auflage besitze?
  6. Gibt es den Wanderführer auch als App oder E-Book?
  7. Wann ist die beste Zeit für die Fernwanderung?
  8. Wie kann ich volle Hütte vermeiden?
  9. Kann ich mich anderen Wanderern anschließen?
  10. Wer ist bei der Alpenüberquerung 2019 dabei?
  11. Wie erkenne ich unterwegs andere Salzburg-Triest-Wanderer?
  12. Wirst Du auch wieder auf der Strecke sein?
  13. Stimmt es, dass in Triest jeden Abend eine Abschlussfeier stattfindet?
  14. Gibt es eine Online-Community für die Alpenüberquerung Salzburg – Triest?
  15. Kannst Du mir den Newsletter der Alpenüberquerung schicken?
  16. Wo finde ich weitere Informationen?

1. Welche Route nimmt die Alpenüberquerung Salzburg – Triest?

Die Alpenüberquerung Salzburg – Triest ist eine sehr reizvolle Fernwanderung über die gesamten Ostalpen. Sie führt durch Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien. Es werden in Nord-Südrichtung sieben Gebirgsgruppen überquert – die Berchtesgadener Alpen, die Salzburger Schieferalpen, die Goldberggruppe und die Kreuzeckgruppe in den Hohen Tauern, die Gailtaler Alpen, der Karnische Hauptkamm und die Julischen Alpen. Nachdem man in Tolmin das Hochgebirge hinter sich gelassen hat, geht es auf ruhigen Pfaden durch bewaldete Hügellandschaften, das Weinbaugebiet Collio und den Karst bis ans Mittelmeer.

Neuschnee ist auch in den Hochlagen im Sommer selten - aber nicht ausgeschlossen. (Foto: Christof Herrmann, 2014)
Neuschnee ist auch in den Hochlagen im Sommer selten – aber nicht ausgeschlossen.

2. Wie lange bin ich unterwegs?

Für die gesamte Tour musst Du mit vier Wochen rechnen. Es sind rund 500 Kilometer, 25.500 Aufstiegshöhenmeter und 26.000 Abstiegshöhenmeter zu bewältigen. Bist Du sehr fit und motiviert, kannst Du ein paar Tage früher ins Mittelmeer springen. Wem es genügt, die Alpen zu überqueren, nimmt sich gut drei Wochen frei und tritt in Tolmin die Rückreise an. Auch zuvor gibt es in den Tälern zwischen den Gebirgsgruppen Bus- und Bahnanschluss, so dass die Fernwanderung problemlos auf mehrere Urlaube aufgeteilt werden kann. Eine Übersicht mit allen Etappen inkl. Kilometer- und Höhenmeterangaben findest Du hier (auch als kostenloses PDF).

3. Welche Anforderungen muss ich erfüllen?

Die Alpenüberquerung Salzburg – Triest stellt durchaus beachtliche Anforderungen an die Fitness, Kondition und Einstellung des Wanderers. Auch wenn Du die Etappen individuell planen kannst, wirst Du an einigen Tagen sechs bis acht Stunden marschieren und über 1.000 Höhenmeter auf- und wieder absteigen. Da es immer wieder durch hochalpines Terrain geht, solltest Du schwindelfrei und trittsicher sein. Klettersteigpassagen sind jedoch keine dabei. Die anspruchsvollsten Baschnitte sind die 13. und 14. Etappe (Hugo-Gerbers-Hütte – Feldnerhütte und Feldnerhütte – Greifenburg) sowie die 19. und 20. Etappe (Rifugio Zacchi – Poštarski dom na Vršiču und Poštarski dom na Vršiču – Pogačnikov dom). Es ist möglich, diese Etappen auf einfacheren Varianten zu umgehen.

Mein Wanderführer "Alpenüberquerung Salzburg - Triest" bringt Dich sicher ans Ziel.
Mein Wanderführer „Alpenüberquerung Salzburg – Triest“ bringt Dich sicher ans Ziel.

4. Wo bekomme ich den Wanderführer zur Alpenüberquerung Salzburg – Triest?

Die zweite Auflage von „Alpenüberquerung Salzburg – Triest“ ist Mitte 2018 im Bergverlag Rother erschienen. Du bekommst das Buch inkl. dem Download-Link für die GPS-Tracks in jeder Buchhandlung und im Onlinehandel.

5. Sollte ich das neue Buch kaufen, wenn ich schon die erste Auflage besitze?

Zum Planen reicht die erste Auflage, für unterwegs empfehle ich die neue Auflage. Ich habe den Wanderführer komplett überarbeitet und um mehrere Varianten-Etappen und 16 Seiten erweitert. Auch die Hauptroute hat sich hier und da geändert, z. B. weil auf der Toni-Lenz-Hütte keine Übernachtung mehr möglich ist oder um noch weniger Asphalt unter den Sohlen zu haben. Somit gibt es für die zweite Auflage auch neue GPS-Tracks zum Herunterladen.

6. Gibt es den Wanderführer auch als App oder E-Book?

Mein Wanderführer ist auch als Guide für die RotherTourenApp erschienen. Die App kann kostenlos von Google Play oder iTunes heruntergeladen werden und enthält eine Liste aller verfügbaren Guides. Der Guide „Alpenüberquerung Salzburg – Triest“ kostet 9,99 EUR und ist entweder über einen InApp-Kauf oder – nur für Android-basierte mobile Endgeräte – in diesem Shop zu bekommen. Das Update von der ersten auf die zweite Auflage ist kostenlos.

Im Nationalpark Hohe Tauern geht es steil und hoch hinauf. (Foto: Christof Herrmann, 2016)
Im Nationalpark Hohe Tauern geht es steil und hoch hinauf.

7. Wann ist die beste Zeit für die Fernwanderung?

Der gesamte Weg ist in der Regel von Anfang Juli bis Mitte September gut begehbar. Während dieser Zeit sind alle Berghütten auf der Route geöffnet, bereitet Restschnee keine Probleme mehr und ist Schneefall auch in den Hochlagen über 2.000 m selten. In manchen Jahren ist ein Start bereits um Mitte Juni herum möglich. Frage am besten ein paar Tage vorher bei den Hütten oder den Nationalparkverwaltungen nach dem Zustand der Wege nach. Wer die gesamte Alpenüberquerung plant, sollte spätestens Anfang September aufbrechen, um in den hohen Tauern oder im Nationalpark Triglav nicht vor verschlossenen Türen zu stehen. Manche Abschnitte können bereits ab Mai und bis in den Oktober hinein gemacht werden. Genau Angaben hierzu findest Du im Wanderführer.

8. Wie kann ich volle Hütte vermeiden?

Im Bergsteiger-Magazins wurde die Alpenüberquerung Salzburg – Triest als die „schöne Unbekannte“ bezeichnet, die auf „wenig überlaufenen“ Wegen an die Adria führt. Es kann aber durchaus vorkommen, dass es auf einigen Hütte und auch im Tal zu Engpässen kommt. Mit den folgenden Tricks vermeidest Du volle Unterkünfte (weitere Hinweise findest Du in der Einleitung der zweiten Buchauflage) – auch ohne lange im Voraus reservieren zu müssen, was einer Fernwanderung die Flexibilität und Freiheit nimmt: 1. Möglichst früh oder möglichst spät in der Saison gehen. 2. Nicht am Wochenende in Salzburg starten. Das machen nämlich die meisten Alpenüberquerer, um den Urlaub bestmöglich zu nutzen. 3. An den Wochenenden nach Möglichkeit die Etappe 4, 5, 12, 21 und 22 meiden. 4. Azyklisch gehen, also sich nicht strickt an die Etappeneinteilung im Buch halten, sondern auch mal auf anderen Hütten und in anderen Orten schlafen.

Der Untere Weißenfelser See vor dem imposanten Mangart-Massiv. (Foto: Christof Herrmann, 2017)
Der Untere Weißenfelser See vor dem imposanten Mangart-Massiv.

9. Kann ich mich anderen Wanderern anschließen?

An jedem Tag zwischen Mitte Juni und Anfang September treffen sich die Salzburg-Triest-Wanderer um 10 Uhr im Kurpark in Salzburg, um unverbindlich gemeinsam zu starten. Es spielt keine Rolle, ob Du ein paar Etappen gehst oder bis ans Mittelmeer möchtest. Natürlich kann ich nicht versprechen, dass an jedem Tag jemand startet bzw. sich eine Wandergruppe auf Dauer bildet. Du solltest also auf jeden Fall selbstständig sein, den Wanderführer sowie Karten oder den GPS-Track dabei haben.

10. Wer ist bei der Alpenüberquerung 2019 dabei?

Teile mir einfach Deine Pläne per E-Mail oder unten als Kommentar mit. Ich trage Dich dann unverbindlich in die folgende Liste ein. Ich benötige Deinen Vornamen (und ggf. die Deiner Begleiter), Dein Startdatum, Deinen Start- und Zielort sowie die Anzahl der Tage, die Du voraussichtlich unterwegs sein wirst. Bitte bedenke, dass sich hier nicht alle eintragen. Du wirst unterwegs also wahrscheinlich weitere Salzburg-Triest-Wanderer kennenlernen.

  • Samstag, 15.6: Philipp & Freundin (ab Salzburg, soweit wie möglich, 3 Wochen)
  • Sonntag, 16.6. Christian (St. Bartholomä bis Triest, 3 Wochen)
  • Sonntag, 23.6: Klaus & Ehefrau (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • Freitag 21.6: Rob (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • Montag, 24.6: Christof (Berchtesgaden bis Triest, 26 Tage)
  • Samstag, 29.6: Detlef (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • Sonntag, 30.6: Janet & Klaus (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • Sonntag, 30.6: Hans-Werner (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • Sonntag, 30.6: Katharina & Alexander (Hermagor bis Triest, 2 Wochen)
  • Mittwoch, 3.7: Jörg (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • Mittwoch, 3.7: Lothar (Triest bis Salzburg und weiter bis Neumarkt-Sankt Veit, 6 Wochen, entgegengesetzte Richtung)
  • Donnerstag, 4.7: Stefan (Salzburg bis Triest, 5 Wochen)
  • Sonntag, 14.7: Christoph (Salzburg bis Triest, 13 Tage, Trailrunner)
  • Montag, 15.7: Katharina & Christian (Salzburg bis Triest, 30 Tage)
  • Freitag, 26.7: Michael (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • Samstag, 27.7: Steffen (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
  • erste Augustwoche: Rosi & Zoé (Salzburg bis Triest, 5 Wochen)
  • Montag, 12.8: Sigrid & Alex (Salzburg bis Triest, 30 Tage)
  • Mittwoch, 14.8: Julia & Samuel (Salzburg bis Triest, 5 Wochen)
  • Freitag, 23.8: Harald (Salzburg bis Triest, 3 Wochen)
  • Sonntag, 1.9: Christiane (Berchtesgaden bis Tolmin, 3 Wochen)
  • Dienstag, 3.9: Tom (Salzburg bis Triest, 4 Wochen)
Ein rotes Band oder Schleifchen ist das Erkennungszeichen der Salzburg-Triest-Wanderer, das Du einfach an Deinem Rucksack anbringst und am Ortsschild von Triest wieder freilassen kannst.
Ein rotes Band oder Schleifchen ist das Erkennungszeichen der Salzburg-Triest-Wanderer, das Du einfach an Deinem Rucksack anbringst und am Ortsschild von Triest wieder freilassen kannst.

11. Wie erkenne ich unterwegs andere Salzburg-Triest-Wanderer?

Das Erkennungszeichen der Alpenüberquerer auf dieser Route ist ein rotes Band oder Schleifchen. Bringe es einfach hinten an Deinem Rucksack an. Rot ist die gemeinsame Farbe der Flaggen von Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien. Du kannst auch nach dem roten Rother-Wanderführer Ausschau halten, z. B. abends in der Hütte. Auf der letzten Etappe im Abstieg auf der kopfsteingepflasterten Straße Scala Santa kannst Du das rote Schleifchen vom Rucksack nehmen und an das Ortsschild von Triest anbringen.

12. Wirst Du auch wieder auf der Strecke sein?

Ja, ich gehe heuer voraussichtlich das fünfte Mal über die Alpen nach Triest. Diesmal möchte ich Anfang Mai in Trier starten und wäre dann ungefähr Mitte Juni auf der Alpenüberquerung. Wie auf meinem Jakobsweg 2016 und meiner Deutschlanddurchquerung 2018 werde ich auch von dieser 80 Tage und 1700 Kilometer langen Tour „live“ von unterwegs berichten. Mehr dazu in Kürze auf Einfach bewusst und im Einfach-bewusst-Newsletter.

13. Stimmt es, dass in Triest jeden Abend eine Abschlussfeier stattfindet?

Ja, die Salzburg-Triest-Wanderer treffen sich zwischen Anfang Juli und Ende September täglich um 19 Uhr vor dem Tourismusbüro (Via dell’Orologio 1, gleich um die Ecke der Piazza dell’Unità d’Italia), um gemeinsam in einem Lokal die Ankunft zu feiern und sich über die Erlebnisse der letzten Wochen auszutauschen.

Die Piazza dell'Unità d'Italia wird abends feierlich illuminiert.
Die Piazza dell’Unità d’Italia wird abends feierlich illuminiert.

14. Gibt es eine Online-Community für die Alpenüberquerung Salzburg – Triest?

Du kannst Dich unter www.facebook.com/salzburgtriest mit Gleichgesinnten verbinden. Wenn Du schöne Fotos von Deinem Start, von unterwegs oder dem Zieleinlauf hast, einen Blog über Deine Alpenüberquerung betreibst oder sonst etwas zur Strecke erfährst, teile ich das gerne auf der Facebook-Seite.

15. Kannst Du mir den Newsletter der Alpenüberquerung schicken?

Sehr gerne, trage Dich einfach in den Salzburg-Triest-Newsletter ein. Du bekommst dann eine Aktivierungs-Mail, in der Du auf einen Link klicken musst. Mit dem Newsletter informiere ich einmal im Quartal ehemalige, aktuelle und zukünftige Salzburg-Triest-Wanderer über Neuigkeiten. Du kannst den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

16. Wo finde ich weitere Informationen?

Auf der Themenseite zur Alpenüberquerung Salzburg – Triest gibt es Fotoimpressionen und Berichte meiner vier Touren, mehrseitige Artikel in verschiedenen Magazinen, eine Packliste, Tipps, wie Du in sechs Wochen fit für Deine Alpenüberquerung 2019 wirst, und vieles mehr.

Ich wünsche Dir viel Vergnügen auf Deinem Weg vom Kurpark in Salzburg bis zur Piazza dell’Unità d’Italia in Triest. Komm gut rüber und gesund an! Du kannst mir gerne nach Deiner Rückkehr berichten, wie es Dir gefallen hat. Auch Updates und Verbesserungsvorschläge sind willkommen und tragen dazu bei, die dritte Auflage des Wanderführers zu verbessern.

Unvergesslicher Moment am Ingolstädter Haus. (Foto: Christof Herrmann, 2017)
Unvergesslicher Moment am Ingolstädter Haus.

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63 Zitate, die zu Langsamkeit und Müßiggang animieren - Foto: Fußspuren am Weststrand von Sylt (Christof Herrmann, 2018)

Lebst Du das Leben, das Du leben möchtest?

Blickt man im öffentlichen Raum in die Gesichter der Menschen, wirken viele ausgebrannt, gehetzt, gereizt, unzufrieden. Der Kapitalismus und der Konsumismus haben uns Maßlosigkeit, Reizüberflutung, ständige Erreichbarkeit, Multitasking und volle Terminkalender beschert.

Ich bin davon überzeugt, dass es uns besser ginge, wenn wir öfter müßiggehen würden. Zeit scheint heutzutage ein kostbares Gut zu sein. Doch jeder von uns hat Tag für Tag so viel Zeit zur Verfügung wie unsere Vorfahren. Genau betrachtet haben wir sogar mehr vom Leben, da die Lebenserwartung gestiegen ist und viele Tätigkeiten durch die Automatisierung schneller verrichtet werden.

Wir müssen nur den Mut aufbringen, zu entschleunigen, Langsamkeit zuzulassen, uns Rückzugsräume zu erschaffen, zu reduzieren. Dann finden wir zu Ruhe und Klarheit zurück, die nötig sind, um zu erkennen, wie ein sinnvolles und zufriedenes Leben ausschaut.

Die folgenden 63 Zitate stammen aus den letzten 2500 Jahren und sollen Dich zu mehr Langsamkeit und Müßiggang animieren.

„Die Natur eilt nicht und dennoch wird alles erreicht.“ (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)

„Nichtstun ist besser, als mit viel Mühe nichts schaffen.“ (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)

„Die Muße scheint Lust, wahres Glück und seliges Leben in sich selbst zu tragen.“ (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 v. Chr. – 322 v. Chr)

„Der Weise scheint in seinem Handeln langsam und ist doch schnell, er scheint zögernd und ist doch geschwind: weil er auf die rechte Zeit wartet.“ (Lü Buwei, chinesischer Kaufmann, Politiker und Philosoph, um 300 v. Chr. – 236 oder 235 v. Chr.)

„Der ist kein freier Mensch, der sich nicht auch einmal dem Nichtstun hingeben kann.“ (Cicero, römischer Politiker und Philosoph, 106 v. Chr. – 43 v. Chr.)

„Festina lente.“ oder „Eile mit Weile.“ (Augustus, römischer Kaiser, 63 v. Chr. – 14 n. Chr.)

„Ich habe Zeit, wie denn jedermann Zeit hat, wenn er nur will.“ (Seneca, römischer Dichter und Philosoph, etwa 1 – 65)

„Ziehe dich ab und an von dem zurück, womit du dich beschäftigst.“ (Bernhard von Clairvaux, mittelalterlicher Abt und Mystiker, um 1090 – 1153)

„Wo soll ich anfangen? Am besten bei Deinen zahlreichen Beschäftigungen, denn ihretwegen habe ich am meisten Mitleid mit Dir. Ich fürchte, dass Du, eingekeilt in Deine zahlreichen Beschäftigungen, keinen Ausweg mehr siehst und deshalb Deine Stirn verhärtest; dass Du Dich nach und nach des Gespürs für einen durchaus richtigen und heilsamen Schmerz entledigst. Es ist viel klüger, Du entziehst Dich von Zeit zu Zeit Deinen Beschäftigungen, als dass sie Dich ziehen und Dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst an welchen Punkt? An den Punkt, wo das Herz anfängt, hart zu werden.“ (Bernhard von Clairvaux, mittelalterlicher Abt und Mystiker, um 1090 – 1153)

„Wo Liebe ist und Weisheit, da ist weder Furcht noch Ungewissheit; wo Geduld und Demut, weder Zorn noch Aufregung; wo Armut und Freude, nicht Habsucht und Geiz; wo Ruhe und Besinnung, nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit.“ (Franz von Assisi, italienischer Mönch und Ordensgründer, 1181 oder 1182 – 1226)

„Nirgendwo habe ich mehr Ruhe gefunden als in Wäldern und in Büchern.“ (Thomas von Kempen, Augustiner-Chorherr und geistlicher Schriftsteller, um 1380 – 1471)

„Gemach! Leicht zum Fallen führt das Eilen.“ (William Shakespeare, englischer Dramatiker und Lyriker, 1564 – 1616)

„Lass uns faul in allen Sachen, Nur nicht faul zu Lieb‘ und Wein‘, Nur nicht faul zur Faulheit sein.“ (Gotthold Ephraim Lessing, deutscher Dichter, 1729 – 1781)

„Mein Rat ist daher, nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vertändeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man später keine Freude hat.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

„Reichtum und Schnelligkeit ist, was die Welt bewundert und wonach jeder strebt, Eisenbahnen, Schnellposten, Dampfschiffe und alle mögliche Fazilitäten der Kommunikation sind es, worauf die gebildete Welt ausgeht, sich zu überbieten, zu überbilden und dadurch in der Mittelmäßigkeit zu verharren.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

„Alles hastet einem Ziel entgegen, alles trottet dem Reichtum nach.“ (Honoré de Balzac, französischer Schriftsteller, 1799 – 1850)

„Glück ist ein Schmetterling, der sich immer unserem Griff entzieht, wenn man ihn jagt, der sich aber auf uns niederlässt, wenn wir ganz still dasitzen.“ (Nathaniel Hawthorne, US-amerikanischer Schriftsteller, 1804 – 1864)

„An sich ist Müßiggang durchaus nicht eine Wurzel allen Übels, sondern im Gegenteil ein geradezu göttliches Leben, solange man sich nicht langweilt.“ (Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, 1813 – 1855)

„Ruhe, Stille, Sofa und eine Tasse Tee geht über alles.“ (Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller, 1819 – 1898)

„Erquicklich ist die Mittagsruh, Nur kommt man oftmals nicht dazu.“ (Wilhelm Busch, deutscher Dichter und Zeichner, 1832 – 1908)

„Einszweidrei, im Sauseschritt läuft die Zeit; wir laufen mit.“ (Wilhelm Busch, deutscher Dichter und Zeichner, 1832 – 1908)

„Unsere Briefe aber sind infolge der Schnelligkeit des Verkehrs und des billigen Portos so furchtbar inhaltslos geworden, dass man geistreiche Briefe wie in früheren Kulturperioden gar nicht mehr findet.“ (Heinrich von Treitschke, deutscher Historiker und Politiker, 1834 – 1896)

„Allgemein ist die Hast, weil jeder auf der Flucht vor sich selbst ist, allgemein auch das scheue Verbergen dieser Hast, weil man zufrieden scheinen will und die scharfsichtigeren Zuschauer über sein Elend täuschen möchte, allgemein das Bedürfnis nach neuen klingenden Wort-Schellen, mit denen behängt das Leben etwas Lärmend-Festliches bekommen soll.“ (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph und klassischer Philologe, 1844 – 1900)

„Die größten Ereignisse, das sind nicht unsere lautesten, sondern unsere stillsten Stunden.“ (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph und klassischer Philologe, 1844 – 1900)

„Die Arbeit ist etwas Unnatürliches. Die Faulheit allein ist göttlich.“ (Anatole France, französischer Schriftsteller, 1844 – 1924)

„Müßiggehen verlangt ein starkes Selbstbewusstsein.“ (Robert Louis Stevenson, schottischer Schriftsteller, 1850 – 1894)

„Muße, nicht Arbeit, ist das Ziel des Menschen.“ (Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 – 1900)

„Ich bin der Meinung, ein wirkliches Glück ohne Müßiggang ist unmöglich.“ (Anton Pawlowitsch Tschechow, russischer Schriftsteller und Dramatiker, 1860 – 1904)

„Der größte Feind der Qualität ist die Eile.“ (Henry Ford, US-amerikanischer Unternehmer, 1863 – 1947)

„Eine gewisse Anzahl von Müßiggängern ist notwendig zur Entwicklung einer höheren Kultur.“ (Miguel de Unamuno, spanischer Philosoph und Schriftsteller, 1864 – 1936)

„Laß deine Augen offen sein, // Geschlossen deinen Mund // Und wandle still, so werden dir // Geheime Dinge kund.“ (Hermann Löns, deutscher Journalist und Schriftsteller, 1866 – 1914)

„Wer schweigen kann und warten, dem wachsen die Rosen im Garten.“ (Alfred Huggenberger, Schweizer Schriftsteller, 1867 – 1960)

„Es gibt wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen.“ (Mahatma Gandhi, indischer Volksführer und Staatsmann, 1869 – 1948)

„Alle Weisheit ist langsam.“ (Christian Morgenstern, deutscher Schriftsteller, 1871 – 1914)

„Ich habe mich oft gefragt, ob nicht gerade die Tage, die wir gezwungen sind, müßig zu sein, diejenigen sind, die wir in tiefster Tätigkeit verbringen? Ob nicht unser Handeln selbst, wenn es später kommt, nur der letzte Nachklang einer großen Bewegung ist, die in untätigen Tagen in uns geschieht? Jedenfalls ist es sehr wichtig, mit Vertrauen müßig zu sein, mit Hingabe, womöglich mit Freude. Die Tage, da auch unsere Hände sich nicht rühren, sind so ungewöhnlich still, dass es kaum möglich ist, sie zu erleben, ohne vieles zu hören.“ (Rainer Maria Rilke, deutsch-österreichischer Lyriker, 1875 – 1926)

„Wenn ich nicht im Grunde ein sehr arbeitsamer Mensch wäre, wie wäre ich je auf die Idee gekommen, Loblieder und Theorien des Müßiggangs auszudenken. Die geborenen, die genialen Müßiggänger tun dergleichen nie.“ (Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, 1877 – 1962)

„Vielleicht hängt die Wahrheit von einem Spaziergang um den See ab.“ (Wallace Stevens, US-amerikanischer Dichter, 1879 – 1955)

„Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen.“ (Igor Strawinsky, russischer Komponist und Dirigent 1882 – 1971)

„Müßiggang ist aller Laster Anfang, aller Tugenden Krönung.“ (Franz Kafka, deutschsprachiger Schriftsteller, 1883 – 1924)

„Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben.“ (Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935)

„Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudle durch die Welt. Sie ist so schön.“ (Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935)

„Der moderne Mensch hat ein neues Laster gefunden: die Schnelligkeit.“ (Aldous Huxley, britischer Schriftsteller, 1894 – 1963)

„Keine Zeit haben, das ist die ärmlichste Form der Armut.“ (Friedrich Georg Jünger, deutscher Lyriker und Essayist, 1898 – 1977)

„Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben.“ (Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 1900 – 1944)

„Statt zu sagen: Sitz nicht einfach nur da – tu irgendetwas, sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendetwas – sitz nur da.“ (Thích Nhất Hạnh, buddhistischer Mönch und Schriftsteller, *1926)

„Wenn du aufgebracht bist, tue oder sage nichts. Atme nur ein und aus, bis du ruhig genug bist.“ (Thích Nhất Hạnh, buddhistischer Mönch und Schriftsteller, *1926)

„Auf rasender Fahrt nach dem Glück bleibt es zurück.“ (Manfred Hinrich, deutscher Schriftsteller und Aphoristiker, 1926 – 2015)

„Man muss nicht die Schnelligkeit steigern oder die Langsamkeit pflegen, sondern den Rhythmus finden.“ (Ernst Reinhardt, Schweizer Verleger und Publizist, *1933)

„Wir haben viel zu wenig Muße: Zeit, in der nichts los ist. Das ist die Zeit, in der die Einsteins, die kreativen Forscher, ihre Entdeckungen machen. Der Betrieb und die Routine sind uninteressant und kontraproduktiv.“ (Adolf Muschg, Schweizer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, *1934)

„Die schönsten Erinnerungen sind stets Erlebnisse, für die man sich Zeit genommen hat.“ (Charles Kuralt, US-amerikanische Nachrichtenkorrespondent, 1934 – 1997)

„Verbringe jeden Tag einige Zeit mit Dir selbst.“ (Dalai Lama / Tendzin Gyatsho, buddhistischer Mönch und Oberhaupt der Tibeter, *1935)

„Müßiggang ist aller (Selbst)Erkenntnis Anfang.“ (Walter Ludin, Schweizer katholischer Theologe und Autor, *1945)

„Er tat nichts und dies mit großem Eifer.“ (Walter Ludin, Schweizer katholischer Theologe und Autor, *1945)

„Es ist gut, etwas Langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft.“ (Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller, *1947)

„Eile ist beinahe immer der Ausdruck eingebildeter menschlicher Bedürfnisse.“ (Henning Mankell, schwedischer Schriftsteller, 1948 – 2015)

„Müßiggang ist aller Zaster Anfang.“ (Andreas Tenzer, deutscher Pädagoge und Philosoph, *1954)

„Lassen wir uns nicht täuschen: Auch unser Nichtstun setzt etwas in Bewegung.“ (Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer und Schriftsteller, *1955)

„Die Antriebskraft, etwas nicht zu tun, sollte nicht unterschätzt werden.“ (Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer und Schriftsteller, *1955)

„Die meisten würden am liebsten noch in der Waschstraße überholen.“ (Piet Klocke, deutscher Musiker, Kabarettist und Schauspieler, *1957)

„Reichtum ist, wenn man über seine Zeit herrscht.“ (Peter Høeg, dänischer Schriftsteller, *1957)

„Wenn du es eilig hast, geh langsam. Wenn du es noch eiliger hast, mach einen Umweg.“ (Weisheit aus dem Zen-Buddhismus)

„Schnell Spiel übersieht viel.“ (deutsches Sprichwort)

„Langsam macht schnell glücklich.“ (unbekannt)

63 Zitate, die zu Langsamkeit und Müßiggang animieren - Foto: Anggoro Sakti von Pexels

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Meine Empfehlungen: Posteo, Ecosia, Autofreiheit, Einfachheit ist Widerstand, Vegan-Guides, Jungstötter …

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich wünsche Dir viel Vergnügen beim Stöbern in meinen neuen Empfehlungen.

Tat das gut: Ich habe mein privates E-Mail-Konto bei web.de aufgelöst. Im Laufe der Jahre habe ich mich dort nicht mehr wohl gefühlt. Die Spam-Mails und Werbe-Nachrichten wurden immer mehr und ich hatte den Eindruck, dass meine Daten dort nicht sicher sind. Nun bin ich zu Posteo gewechselt. Der E-Mail-Anbieter setzt glaubwürdig auf Nachhaltigkeit und Datenschutz und ist komplett werbefrei. Bis jetzt bin ich sehr zufrieden. Der Kundenservice hat mir bei meinen Fragen und Wünschen schnell weitergeholfen. Als Alternative kam für mich mailbox.org in Frage. Letztendlich gaben Kleinigkeiten den Ausschlag für Posteo.

Auch Philipp hat genug von der Werbung, denn sie ist „überall und allzeit verstreut, digital wie analog“. Seine simple Lösung lautet zu verzichten: „wenn ich Videos nicht schaue, Artikel nicht lese und Apps nicht nutze, werde ich auch nicht durch deren Werbung belästigt.“

Franziskanische Spiritualität bietet nicht nur für Franziskaner ein praktikables Modell, mit Einfachheit Widerstand zu leisten und eine bessere Welt zu erschaffen: eine geschwisterliche Haltung zur Natur, Macht- und Konsumkritik, Selbstbeschränkung um des Wesentlichen willen und der Verzicht darauf, irgendetwas „darstellen“ oder „werden“ zu wollen.

Die nachhaltigste Onlinesuche ist die, auf die man verzichtet. Haben wir etwa früher bei jeder offenen Frage, den Brockhaus gezückt? Wenn es doch mal nötig ist, nutze ich Ecosia – die Suchmaschine, die Bäume pflanzt und Daten schützt. Auf den Blogs Dario schrittWeise und Die Farbe des Geldes wird erklärt, was es mit Ecosia auf sich hat, wieviele Millionen Bäume dank Ecosia bereits gepflanzt wurden und was aus dem Angebot geworden ist, RWE den Hambacher Forst abzukaufen.

Auch das junge Schweizer Modelabel NIKIN pflanzt Bäume – und zwar für jeden verkauften Artikel einen Baum an einem Ort, an dem Bäume aus Gründen wie Landwirtschaft oder Holzindustrie verschwunden sind. Die Mode selbst soll so nachhaltig und fair wie möglich hergestellt werden, z. B. mit Bio-Baumwolle, Fairtrade- und GOTS Zertifizierung und Produktion in der Türkei. Dabei versprechen die Macher aus dem aargauischen Lenzburg nicht das Blaue vom Himmel: „Wir sind nicht perfekt – versuchen uns aber stetig zu verbessern, um noch bessere, ökologischere und fairere Lösungen zu finden.“ Ich finde das so sympathisch und überzeugend, dass ich mir einen TreeHoodie, ein TreeShirt, TreeSocks und eine TreeBottle geleistet habe.

Die Rede der mittlerweile 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg auf der UN-Klimakonferenz in Katowice im Dezember 2018 kennt fast jeder – und das ist gut so. Was viele nicht (mehr) wissen: 1992 hat die damals 12-jährige Kanadierin Severn Cullis-Suzuki eine ähnliche Rede auf der ersten Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro vorgetragen. Eine deutsche Übersetzung der Rede gibt es hier. Ich finde es traurig, beschämend und alarmierend, dass wir eine Generation später in Sachen Klima-, Umwelt-, Meschen- und Tierschutz kaum weiter sind, vieles sogar eine desaströse Entwicklung genommen hat.

Im Mai werden es fünf Jahre, dass ich ohne Auto lebe. Der Autoverkauf zählt zu den besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe. Ilona von Reiseblog Wandernd ist bereits seit zehn Jahren autofrei. Hut ab – oder besser gesagt Fahrradhelm ab.

Nicht zum ersten Mal habe ich mich aufgemacht, die Hersbrucker Schweiz auf einer so schönen wie schön anstrengenden Tagestour durch einsame Buchen- und Mischwälder, zu Relikten der Kelten und des Mittelalters sowie auf archaisch anmutende Aussichtsfelsen zu erkunden. Meinen 6-seitigen Bericht findest Du in der aktuellen Ausgabe 2/2019 des trekking-Magazins.

Im letzten Empfehlungen-Artikel habe ich vor der Datenkrake Amazon gewarnt. Vielleicht sollte ich mein E-Book „Einfach bewusst auf dem Jakobsweg – 2904 km, 108 Tage, 4 Länder“ dort nicht mehr anbieten. Bis ich eine Entscheidung getroffen habe, kannst Du es mit Kindle Unlimited kostenlos lesen.

Sabrina listet auf ihrem Blog Vegtastisch Vegan-Guides fast aller größeren Städte in Deutschland auf. Sehr nützlich für alle Pflanzenfresser, Tier- und Umweltschützer und Schleckermäulchen.

Meine letzten Empfehlung ist wie gewohnt ein Musik-Tipp. Fabian Altstötter aus Landau in der Pfalz hat sich als Kopf der Indie-Pop-Band Sizarr einen Namen gemacht. Nun überrascht er als Jungstötter auf seinem Solodebüt „Love Is“ mit dunklen Piano-Balladen und feinfühligem Chamber Pop. Mich erinnert das an Scott Walker und Nick Cave & The Bad Seeds. Jungstötter tourt in den nächsten Monaten ausgiebig durch Deutschland und Europa. Ich werde mir das Konzert in Nürnberg nicht entgehen lassen.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!

Ich freue mich, wenn Du auch meine Empfehlungen der letzten beiden Jahre anschaust.

Einfach bewusste Grüße

Christof

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Wertschätzung ist die Basis für Nachhaltigkeit

Es ist eine Sekunde vor zwölf. Energiekrise, Klimawandel, Umweltzerstörung, Artensterben, Konsumpf, Hamsterrad. Wir schauen bereits in den Abgrund und gehen munter weiter.

Warum schätzen wir immer mehr immer öfter immer weniger wert? Diese Frage kann sich nicht nur jeder stellen, sondern sollte auch öffentlich debattiert werden. Denn Wertschätzung ist ein Schlüssel zu einem nachhaltigen Leben. Ist einem alles egal, schützt man auch nichts.

Etwas wertzuschätzen bedeutet, es positiv zu bewerten, es zu respektieren und es mit einzubeziehen. Wertschätzung drückt sich mit Wohlwollen, Empathie, Freundlichkeit und Interesse aus – und zwar gegenüber sich selbst, den Mitmenschen, der Umwelt, den Lebensmitteln und den Gegenständen.

Am besten fängt man bei sich selbst an. Wer sich annimmt und sein Leben liebt, dem ist daran gelegen, das Leben nachhaltig und lebenswert zu gestalten.

In einem lebenswerten Leben spielen wertgeschätzte und wertschätzende Mitmenschen eine entscheidende Rolle. Ein Mensch mit hohem Selbstwert hat öfter eine wertschätzende Haltung seinen Mitmenschen gegenüber und wird eher von anderen wertgeschätzt. Dies ist der Nährboden für die Bereitschaft und Freude, an einem Strang zu ziehen und für das Wohlergehen aller einzustehen.

Das Wohlergehen aller ist nur in einer intakten Umwelt möglich. Deswegen ist die Wertschätzung gegenüber der Natur, der Tier- und Pflanzenwelt so wichtig. Ohne Wertschätzung entfällt die Motivation für den Umweltschutz.

Auch bei der Ernährung zeigt sich, wie eng Wertschätzung und Nachhaltigkeit miteinander verzahnt sind. Bei uns in der Ersten Welt stehen Lebensmittel scheinbar selbstverständlich im Überfluss zur Verfügung. Unter welchen hanebüchenen Umständen und mit welchen negativen Auswirkungen der Großteil der tierlichen Lebensmittel, aber auch viele pflanzliche Lebensmittel hergestellt werden, ist hinlänglich bekannt. Trotzdem wollen wir uns vor allem preisgünstig ernähren. So können wir es uns leisten, 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel pro Jahr wegzuwerfen. Damit könnte man 3,2 Milliarden Menschen ernähren. Derzeit hungern 800 Millionen Menschen auf der Welt.

Nicht zuletzt gilt es, die Gegenstände wertzuschätzen. In unserer Wegwerfgesellschaft ist nur noch wenig von Wert und Bestand. Wir besitzen immer mehr in immer kürzeren Zyklen. Dabei existieren die Handlungsalternativen einer nachhaltig lebenden Gesellschaft zum ordinären Neukauf längst. Sie lauten: Minimalismus, freiwilliger Verzicht, reparieren lassen, selber reparieren oder herstellen, leihen, mieten, tauschen, teilen, Secondhand kaufen …

„Eher schätzt man das Gute nicht, als bis man es verlor“, schrieb der deutsche Dichter und Philosoph Johann Gottfried Herder im 18. Jahrhundert. Nun sind wir eine Sekunde entfernt, das Gute zu verlieren. Wollen wir uns nicht selbst abschaffen, gilt es jetzt zu handeln. Wir haben das Wissen und die Möglichkeiten, das Ruder herumzureißen. Das wird nur klappen, wenn wir die Wertschätzung wieder als einen Wert erkennen, den es zu schätzen gilt.

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