Wirsingsuppe mit Kürbiseinlage

Wirsingsuppe mit Kürbiseinlage

Vegan, preiswert, nachhaltig, glutenfrei – Zeit: 25 Min. – Schwierigkeit: leicht

Im letzten Monat habe ich in einem Blogartikel ausführlich beschrieben, was für mich eine minimalistische Ernährung ausmacht.

Ein gutes Beispiel dafür ist meine Wirsingsuppe. Sie wird mit wenigen regionalen und saisonalen Lebensmitteln – Wirsing, Kürbis und Lauch haben gerade Saison – zubereitet, gelingt problemlos, ist nach nicht mal einer halben Stunde auf dem Tisch und erfreut jedesmal meine Nase und Gaumen. Lässt Du die Kürbiseinlage weg erhältst Du ein besonders simples One-Pot-Gericht.

Der Clou: Die drei Hauptzutaten Wirsing, Kürbis und Lauch enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe, vor allem Vitamin C, Vitamin B, Eisen, Folsäure, Kalium, Calzium und Magnesium. Deren antioxidative, antibakterielle und das Immunsystem stärkende Wirkung hält Dir in der kalten Jahreszeit die Erkältung vom Leib.

Für 4 Portionen:
½ Stange Lauch
3 EL Pflanzenöl
1 kleiner Wirsing (ca. 750 g)
1,5 l Gemüsebrühe
½ Hokkaido-Kürbis (ca. 500 g)
Salz
Pfeffer

Wirsingblätter für die Wirsingsuppe in Streifen schneiden

  1. Die halbe Lauchstange putzen, waschen und in Ringe schneiden.
  2. Die Lauchringe in einem Topf in 1 EL Pflanzenöl dünsten.
  3. Den Wirsing vierteln und den Strunk herausschneiden. Die Blätter in Streifen schneiden und waschen.
  4. Die Wirsingstreifen tropfnass in den Topf geben und mitdünsten, bis sie zusammenfallen.
  5. Die heiße Gemüsebrühe zugießen, zum Kochen bringen und etwa 15 Minuten köcheln lassen.
  6. Den halben Kürbis entkernen, in Streifen oder Stücke schneiden und in einer Pfanne im restlichen Öl anbraten.
  7. Die Suppe mit einem Stabmixer pürieren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  8. In tiefe Teller geben und mit den Kürbisstücken als Einlage servieren.

Tipps:
– Wandle die Wirsingsuppe nach Deinem Geschmack ab. Wie wäre es mit Chinakohl anstelle Wirsing, einer Zwiebel anstelle Lauch, ein Stück Chilischote für eine leicht feurige Note oder einen Schuss Zitronensaft.
– Um den Kohlgeschmack zu mildern, kannst Du etwas Wirsing mit einer Kartoffel ersetzen.
– Ich beträufel das Gericht am Ende gerne mit etwas Kürbiskernöl.
– Auch geröstete Kürbiskerne oder Sonnenblumenkerne passen als Topping.

Guten Appetit!

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Kann weg

Kann weg - Foto: pixabay.com - Monfocus

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Sabrina Demmeler. Den Text schrieb sie im Rahmen eines Seminars an der “Akademie der bayerischen Presse”. Aktuell arbeitet sie als Volontärin in einem Verlag im Allgäu. Du kannst den Text auch hier als PDF lesen, herunterladen und ausdrucken.

Immer mehr Menschen leben mit immer weniger Dingen. Minimalismus ist nicht nur ein Nischentrend, sondern Vorbote eines gesellschaftlichen Wandels.

In Christof Herrmanns Second-Hand-Regal aus hellem Holz stehen 50 Bücher. Für manche sind 50 Bücher viel, für Christof ist es wenig. Vor zehn Jahren besaß er insgesamt 3.000 Romane, Nachschlagewerke und Reclam-Hefte. Sein altes Schlafzimmer teilte er mit 5.000 CDs und Schallplatten. Heute sind alle weg und er lebt nur mit Dingen, die er wirklich braucht.

“Ich war damals ein Sammler”, sagt Christof Herrmann über sein jüngeres Ich. Der Minimalist kauft nur noch das Nötigste. “Minimalismus bedeutet für mich ein Leben ohne Ballast und jeder Mensch definiert selbst, was Ballast ist.” Für Herrmann sind es unnötige Dinge, vermeintliche Verpflichtungen, negative Gedanken und Beziehungen, die ihm nicht gut tun. Auf seiner Website www.einfachbewusst.de teilt er unter anderem Tipps für das Ausmisten. Mittlerweile schreibt Christof Herrmann den meistgelesenen Blog zum Thema Minimalismus im deutschsprachigen Raum. Über 60.000 Menschen besuchen seine Homepage pro Monat. Zu seinen 13.000 Newsletter-Abonnenten kommen täglich zehn neue hinzu.

Minimalismus gewinnt an Bedeutung

Die steigenden Leserzahlen von Herrmanns Blog zeigen, dass immer mehr Menschen praktische Anleitungen suchen, um sich von ungeliebtem Ballast zu befreien. Viele wünschen sich mehr Klarheit, Einfachheit und Ruhe. Aber Ballast müssen nicht immer 5.000 Tonträger sein. “Alle Dimensionen menschlicher Existenz sind vollgepfropft”, findet Professor Niko Paech von der Universität Siegen. Das reiche von Wohnungen, Häusern und Terminkalendern bis zu Möglichkeiten beruflicher Entfaltung. Paech ist Volkswirt und forscht insbesondere zur Nachhaltigkeit. Minimalismus ist für ihn der Vorbote eines gesellschaftlichen Wandels. Denn der aktuelle Wirtschaftsstil sei auf Wachstum ausgerichtet, der wiederum auf steigendem Konsum aufbaue. Das lässt sich laut Paech so nicht fortsetzen ohne Umwelt und Menschen zu schaden. “Das Angebot an Optionen ist geradezu explodiert, der Tag hat aber nach wie vor nur 24 Stunden. Das führt zu einer Verwendungskonkurrenz um die nicht vermehrbare Ressource Zeit”, erklärt Paech. Dadurch habe sich Zeit in den letzten Jahren zu einer der kostbarsten Ressourcen entwickelt – noch wertvoller als materieller Besitz.

Auch Christof Herrmann wünschte sich mehr Zeit. Er arbeitete als Programmierer und hatte oft das Gefühl, sinnlose Aufgaben zu erledigen. 2006 kündigte er Job und Wohnung, um verschiedene Länder auf seinem Fahrrad zu bereisen. Seine Habseligkeiten stellte er bei den Eltern unter. Über ein Jahr fuhr Christof Herrmann um die Welt und vermisste keines seiner eingelagerten Sammlerstücke. “In jeder der fünf Fahrrad-Taschen hatte ich ein Zimmer dabei. Das Badezimmer war im Kulturbeutel, die Küche bestand aus einem Camping-Kocher und etwas Geschirr. Der Kleiderschrank waren ein paar T-Shirts und Hosen.” Zurück in Deutschland erschlug ihn die Masse an losem Kram in den Umzugskartons. Er wollte lieber mit dem leichten Gefühl von fünf Fahrrad-Taschen als mit über 5.000 Tonträgern in seine neue Wohnung einziehen. Also verkaufte oder verschenkte Christof Herrmann alles, was er nicht mehr brauchte. Heute hat der Blogger zwar wenige Dinge, aber diese schätze er umso mehr.

Konsumstress plagt viele Menschen

Für Volkswirt Paech ist Christof Herrmanns Lebensstil ein Beispiel für die Befreiung vom Überfluss. “Damit Konsumaktivitäten überhaupt Nutzen stiften können, muss ihnen ein Minimum an eigener Zeit gewidmet werden”, so Paech. Sei das nicht der Fall, gerieten Menschen unter Stress. Wer das fünfzigste T-Shirt kauft, weil es so günstig war, holt sich viele Optionen an Kleidungsstücken ins Haus. Laut einer Greenpeace-Studie liegen aber 40 Prozent ungetragen im Schrank. Damit stresst der halbe Kleiderschrank seinen Besitzer unterbewusst und verkompliziert die Antwort auf die Frage “Was ziehe ich nur an?”. Wer aber seinen Konsum bewusst beschränkt, schützt sich laut Paech vor einer Reizüberflutung.

Diese kann unter anderem von den 10.000 Dingen ausgehen, die der Durchschnittseuropäer laut Statistischem Bundesamt besitzt. Vielen fällt es schwer, den Überblick über all die Besitztümer zu behalten. Christof Herrmann schaffte es mit verschiedenen Tricks, seine Wohnung von unnötigem Wohlstandsballast zu befreien. Auf seinem Blog erklärt er unter anderem die “Tabula-Rasa-Methode”. Dabei wird ein Bereich, zum Beispiel der Kleiderschrank, komplett leer geräumt. In den folgenden Tagen und Wochen wandern nur die Jeans, Blusen oder Hemden zurück, die man wirklich getragen hat.

Aufräum-Coaches helfen beim Ausmisten

Manche Menschen brauchen jedoch mehr praktische Unterstützung beim Ausmisten. Mittlerweile können Aufräum-Coaches zum gemeinsamen Ausräumen beauftragt werden. Angela Ludwig gehört dazu und ist auch bekannt als “Frau Ordnung”.

Die Diplom-Bibliothekarin ist seit zwei Jahren selbstständig und mistet Wohnungen rund um Stuttgart aus. Sie hat schon viele gesehen und bestätigt, was Christof Herrmann fühlte und Paech kritisiert: “Die Menschen ersticken an ihrem Zeug.” Angela Ludwig kennt alle Ausreden von “das hat mal Geld gekostet” bis zu “es war ein Geschenk”. Aber beides seien keine Gründe, um Dinge zu behalten, die keinen Nutzen im Haushalt stiften. Trotzdem ermutigt sie ihre Kunden nur das wegzugeben, wozu sie bereit sind. “Wenn jemand 3.000 Bücher hat und jedes Mal glücklich ist, wenn er hinsieht, sollte er sie behalten.” Für Ludwig ist Minimalismus immer eine Frage der Definition, denn was für eine vierköpfige Familie minimalistisch sei, sei für den Single-Haushalt vielleicht schon zu viel.

Disziplin fehlt, Bewusstsein ist vorhanden

Kunden überlegen sich nach einer  Sitzung mit “Frau Ordnung” genau, was sie kaufen und wirklich brauchen. Diese Disziplin vermisst Paech noch bei vielen anderen, aber das Bewusstsein sei bereits vorhanden. Für Christof Herrmann geht die minimalistische Denkweise über den Kleiderschrank hinaus. Er setzt sich nicht mehr unter Druck, überall dabei sein zu müssen. Und in seinem Mail-Posteingang gibt es nur einen Ablageordner, der “Behalten” heißt statt komplexe Ordnerstrukturen. “Durch den Minimalismus fühle ich mich freier, selbstbestimmter und habe mehr Zeit”, fasst der Blogger zusammen. Das bestätigt auch Paech, denn Ballast abzuwerfen bedeute auch Stressfreiheit.

Manchmal erreichen Herrmann Fotos seiner Leser. Darauf präsentieren sie Vorher-Nachher Bilder von Ausmistaktionen mithilfe seiner Tipps. “Es ist erstaunlich, wie Leute mich daran teilhaben lassen und ich bin jedes Mal begeistert.” Auch Aufräum-Coach Angela Ludwig freut sich, dass keiner ihrer Kunden das Loslassen des Wohlstandsmülls mit ihrer Hilfe je bereut hat. “Aber wenn ich abends das Zeug meiner Klienten wegfahre und sie alleine zurückbleiben, kann es passieren, dass sie erst mal weinend auf der Couch liegen.”

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Alle veganen Weihnachtsmärkte 2018 in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Last Christmas, Plastikplunder, verbrannte Mandeln, fiese Plörre und dann noch Tierliches in den meisten Ständen und Mündern. Der Besuch eines Weihnachtsmarktes ist nicht immer ein Vergnügen – schon gar nicht für Pflanzenfresser.

Zum Glück gibt es vegane Weihnachtsmärkte. 2010 fand der erste in Hannover statt, heuer werden es bereits um die 20 im deutschsprachigen Raum sein. Dort erwarten Dich: Happy Christmas, fair gehandeltes Bio-Holzspielzeug, gebrannte Mandeln, Glühwein vom Vinzer und tierleidfreie Bratvürste. Friede, Freude, Veierkuchen sozusagen, zumindest zumeist.

Ich führe im Folgenden alle veganen Weihnachtsmärkte auf, die 2018 in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattfinden. In den nächsten Tagen und Wochen werden noch weitere hinzukommen – vielleicht auch mit Deiner Hilfe.

Aschaffenburg

Veganer Weihnachtsmarkt
9. Dezember 2018, 12 bis 18 Uhr
Jugend- & Kulturzentrum der Stadt Aschaffenburg, Kirchhofweg 2, 63739 Aschaffenburg
Facebook-Veranstaltung

Berlin

The Green Market Berlin – Winter Edition
24. November 2018, 12 bis 22 Uhr, und 25. November 2018, 12 bis 20 Uhr
Alte Münze, Molkenmarkt 2, 10179 Berlin
www.facebook.com/greenmarketberlin
greenmarketberlin.com

Veganer Weihnachtsmarkt
2., 9., 16. und 23. Dezember 2018, 11 bis 18:30 Uhr
Winterfeldtplatz, 10781 Berlin
Facebook-Veranstaltung

Bremen

Vegan Christmas
2. Dezember 2018, 12 bis 20 Uhr
Energieleitzentrale BLG-Forum und Generatorenhalle, Am Speicher XI 11, 28217 Bremen
Facebook-Veranstaltung
www.vegbremen.de

Chemnitz

Weihnachtsmarkt goes vegan
15. Dezember 2018, 14 bis 21 Uhr
Subbotnik, Vettersstraße 34, 09126 Chemnitz
Facebook-Veranstaltung
www.animalsunited.de

Dresden

Veganer Wintermarkt
1. Dezember 2018, 11 bis 19 Uhr
Chemiefabrik, Petrikirchstraße 5, 01097 Dresden
Facebook-Veranstaltung
anima-ev.de

Duisburg

Anis & Zauber – Der vegane Wintermarkt
22. November bis 30. Dezember, Freitag und Samstag 11 bis 22 Uhr, Sonntag bis Donnerstag 11 bis 21 Uhr
Platz an der Münzstraße, 47051 Duisburg
www.facebook.com/AnisUndZauber
veganer-wintermarkt.de

Veganer Weihnachtsmarkt
1. Dezember 2018, 13 bis 18 Uhr
Ev. Kirchengemeinde Walsum-Aldenrade, Schulstraße 2, 47179 Duisburg
www.facebook.com/Veganerweihnachtsmarktduisburg
www.vegangebiet-ruhr.de

Düsseldorf

MAMPF – Der vegane Adventsbasar
25. November 2018, 11 bis 17 Uhr
zakk, Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf
Facebook-Veranstaltung
www.mampf-vegan.de

Hagen

Alternativer Weihnachtsmarkt
1. Dezember 2018, 14 bis 20 Uhr
AllerWeltHaus, Potthofstr. 22, 58095 Hagen
Facebook-Veranstaltung

Hamburg

Veganer Wintermarkt St. Pauli
15. Dezember 2018, 14 bis 21 Uhr
Twelve Monkeys – Vegankrams, Hopfenstraße 15 b, 20359 Hamburg
Facebook-Veranstaltung

Hannover

Wunder Wandel Weihnachtsmarkt
14. Dezember 2018, 16 bis 22 Uhr, 15. Dezember 2018, 12 bis 22 Uhr, und 16. Dezember 2018, 12 bis 20 Uhr
Ihme-Zentrum, Ihmepassage 3, 30449 Hannover
Facebook-Seite
wunderwandelweihnachtsmarkt.de

Koblenz

Veganer Weihnachtsmarkt
8. und 9. Dezember 2018
Lichthof Isso-Gebäude, Kornpfortstraße 15, 56068 Koblenz
www.facebook.com/ARIWAKoblenz

Leipzig

Veganer Weihnachtsmarkt
8. Dezember 2018, 11 bis 20 Uhr
Feinkost-Gelände, Karl-Liebknecht-Straße 36, 04107 Leipzig
Facebook-Veranstaltung

München

Veganmania Weihnachten
3. November 2018, 10 bis 20 Uhr
Stachus, 80335 München
Facebook-Veranstaltung

Reilingen

Veganer und glutenfreier Weihnachtsmarkt
1. und 2. Dezember 2018, 13 bis 20 Uhr
Blootz im Sauerbruch, Sauerbruchstraße 1, 68799 Reilingen
Facebook-Veranstaltung

Krems an der Donau (Österreich)

Veganer Adventkeller
24. und 25. November 2018, 14 bis 21 Uhr
Rehberger Kellergasse 41, 3500 Krems an der Donau
www.veggruf.at

Wien (Österreich)

Weihnachtsmarktvegan
8. und 9. Dezember 2018, 10 bis 18 Uhr
Arcotel Kaiserwasser, Wagramer Straße 8, 1220 Wien
www.facebook.com/weihnachtsmarktvegan

Zumikon (Schweiz)

The Green Christmas
15. Dezember 2018, 11 bis 18 Uhr
Gemeindesaal, Dorfplatz 11, 8426 Zumikon
Facebook-Veranstaltung

Wenn Du weitere vegane Weihnachtsmärkte kennst, kannst Du sie gerne unten in den Kommentaren hinzufügen oder mir eine E-Mail schreiben. Ich ergänze die Liste dann.

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Die minimalistische Ernährung: 7 Elemente & 7 Vorteile

Selbst kochen oder essen gehen? Exquisites Drei-Gänge-Menü, Wasser und Brot oder Tiefkühlpizza? Vegan, vegetarisch oder omnivor?

Genauso wenig wie es den einen Minimalismus und die eine Ernährung gibt, gibt es auch nicht die eine minimalistische Ernährung.

Du musst selbst herausfinden, welches Essen und Trinken (der einfach halber schreibe ich im Folgenden nur vom Essen) Dich und Deinen Körper (und andere) nicht belastet, Dir Genuss bereitet und Du am besten in den Alltag integrieren kannst.

Ich koche seit 30 Jahren mit Leidenschaft und beschäftige mich seit 10 Jahren intensiv mit der einfachen Lebensweise. Heute stelle ich Dir die Elemente vor, die für mich eine minimalistische Ernährung ausmachen.

1. Weniger essen

Bist Du untergewichtig oder eine Sportskanone, kannst Du zum nächsten Punkt springen. Wenn nicht, ist es wahrscheinlich, dass Du mehr Kalorien zu Dir nimmst, als Du verbrennst. Unser westlicher Lebens- und Ernährungsstil (ver)führt automatisch dazu. Weniger zu essen, muss man zunächst verstehen, dann wollen und sich schließlich zur Gewohnheit machen. Drei mögliche Ansätze: a) Reduziere nach und nach langsam die Portionen. Dein Magen schrumpft dadurch zwar nicht (wie oft behauptet wird), passt sich aber an, d. h. er “lernt” mit kleineren Portionen auszukommen, was dazu führt, dass Du schneller gesättigt bist. b) Nimm Dir die Bewohner der japanischen Insel Okinawa als Vorbild. Sie essen nur so viel, bis sie sich zu 80 Prozent satt fühlen. Diese Mäßigung heißt “Hara Hachi Bu” und ist dafür mitverantwortlich, dass auf Okinawa sowohl die Lebenserwartung als auch der Anteil der (gesunden) Hundertjährigen so hoch ist wie sonst nirgends auf der Welt. c) Iss langsam und achtsam (siehe auch 5. und 6. unten). Dein Hirn registriert erst nach 15 bis 20 Minuten, dass Du satt bist. Lässt Du Dir zu wenig Zeit, verpasst Du den Sättigungspunkt.

2. Mit wenigen Zutaten kochen

Rezepte mit meterlangen Zutatenlisten sind mir ein Graus und landen entweder im Papierkorb oder werden von mir gnadenlos minimalisiert. “Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann”, sagte der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry. Aufs Kochen übertragen: Einfache Gerichte mit wenigen Zutaten sind oft die besten. Probiere doch mal meine Tomatensuppe mit Linsen und Buchweizen oder dieses Spinat-Kichererbsen-Curry aus. Oder kreiere selbst ein Mahl aus maximal fünf Zutaten – z. B. aus Haferflocken, Beeren, Haselnüssen, Zimt und Wasser oder aus Kartoffeln, Kürbis, gelben Linsen, Chili und Gemüsebrühe.

3. “Gute” Lebensmittel verwenden

Ich könnte einen extra Blogartikel oder gar ein Buch darüber schreiben, was man unter guten Lebensmitteln versteht. Für mich sind das Zutaten, die den Esser, seinen Mitmenschen, den Tieren und der Umwelt so wenig wie möglich belasten oder noch besser so viel wie möglich fördern. Wenn Dir all die am Herzen liegen, solltest Du überwiegend pflanzliche, biologisch angebaute, regionale, saisonale und vollwertige Lebensmittel konsumieren. Dich erwartet eine große bunte Auswahl an frischem Gemüse, Obst und Kräutern, Kartoffeln, Getreide und Pseudogetreide, Hülsenfrüchten, Tofu, Tempeh, Nüssen und Kernen, Pflanzenmilch, frisch gepressten Säften, (gefiltertem) Wasser und Kräutertees. Diese einfachen guten Lebensmittel findest Du in jedem (Bio-)Supermarkt, in Unverpackt-Läden und auf dem Wochenmarkt. Die Ernährungspyramide und ein Saisonkalender sind hilfreiche Spickzettel für Deinen Einkauf. Tierliches, Alkohol und industriell hergestellte Nahrungsmittel wie Fertiggerichte, raffiniertes Öl, Weißmehlprodukte, Margarine und Süßigkeiten (also die desaströsen Dinge, die in vielen Einkaufswagen liegen) sollten in Maßen genossen werden.

4. Simple Zubereitung bevorzugen

Auch wenn ich gerne koche, habe ich selten Lust, stundenlang in der Küche zu stehen oder auf das Ende des Einweichens der Kichererbsen zu warten. Eine schnelle und unkomplizierte Zubereitung mit wenigen Küchenutensilien gehört einfach zu einer einfachen Ernährung dazu (wie auch der kleine Kompromiss, Kichererbsen aus der Dose oder dem Glas zu verwenden). Mehr als zwei Herdplatten hast Du dafür praktisch nie in Gebrauch. Oder wie wäre es mit einem One-Pot-Gericht wie meiner Kürbissuppe, diesem Ofengemüse oder einer Gemüse-Hirse-Pfanne? Die sind noch immer der letzte Schrei – weil sie jedem munden und der Abwasch danach nicht der Rede wert ist.

5. Langsam essen

Wir entscheiden uns heutzutage oft für ein Leben voller Termine, Aufgaben, Hektik und Stress. Kein Wunder, dass die Ernährung immer mehr zu einer schnellen Kalorienaufnahme verkommt. Langsam zu essen, ist ein Luxus, den sich Minimalisten bewusst leisten, weil er zu mehr Gesundheit, Genuss und Glück führt. Langsamkeit ist auch bei der Ernährung keine Zauberei, sondern eine Frage der Priorität und Gewohnheit.

6. Achtsam essen

Wo wir bei der Langsamkeit sind, ist es zur Achtsamkeit nicht weit. Dazu zählen, ohne Ablenkung im Singletasking zu kochen und zu essen sowie den Geschmack, den Geruch und die Struktur der Mahlzeit wieder wahrzunehmen. Meine Schwester Sabine empfiehlt diese Achtsamkeitsübung: “Nimm mindestens einmal am Tag die ersten fünf Bissen Deiner Mahlzeit bewusst und achtsam ein. Spüre zunächst in Dich hinein. Hast Du Hunger oder Appetit? In welcher Stimmung setzt Du Dich an den Tisch? Betrachte das Essen. Wie ist es zusammengesetzt? Woher stammen die Zutaten? Wie sieht das Essen aus? Führe dann einen Bissen zum Mund. Kannst Du Aromen und Gewürze riechen? Welche Empfindungen werden bei Dir ausgelöst? Nimm den Bissen in den Mund. Wie fühlt sich die Speise an? Wie ist die Konsistenz? Beginne jetzt zu kauen, aber kaue langsam. Wie fühlt sich das an, wenn die Nahrung zerkleinert wird? Wie schmeckt es? Wann entscheidest Du Dich zu schlucken? Was passiert, nachdem Du den Bissen geschluckt hast? Kannst Du jetzt noch neue Signale wahrnehmen – beispielsweise wie sich der Körper anfühlt oder ob sich die Gefühle verändern? Lasse alle Empfindungen zu, egal ob angenehm oder unangenehm. Nimm sie einfach nur wahr.”

7. Auch auswärts einfach essen

Zu einer minimalistischen Ernährung gehört also für mich, möglichst zuhause mit wenigen frischen und vollwertigen Zutaten ein schnelles Gericht zu kochen und dieses langsam, achtsam und genussvoll zu verzehren. Unterwegs ist das ebenfalls möglich. Folgendes hat sich bei mir bewährt und empfehle ich Dir: a) Nimm Reste vom letzten Essen zuhause mit (legst Du Messer und Gabel weg, wenn Du Dich zu 80 Prozent satt fühlst, wird öfter etwas übrig bleiben). b) Bereite etwas vor, z. B. eine Stulle mit einem Tomaten-Pistazien-Aufstrich oder Energieriegel. c) Hol Dir im nächsten (Bio-)Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt ein paar einfache Leckereien und verzehre sie an einem ruhigen Plätzchen. Meine Favoriten: Gemüse und Obst der Saison, Oliven, getrocknete Tomaten, Nüsse, Brot und Baked Beans. Mit einer Tupperdose oder Schraubgläsern geht das weitgehend verpackungsfrei. d) Wenn Du mehrere Tage unterwegs bist, kannst Du eine Tupperdose, ein Schweizer Taschenmesser und einen Löffel mitnehmen und ohne Kocher CouscoussalatHummus und anderes zubereiten. e) Lokale mit gesunden veganen Optionen findest Du bei Happy Cow und Vanilla Bean. Alle rein veganen Restaurants in Bayern habe ich hier, die in Baden-Württemberg hier aufgelistet.

Bonus: Was Du durch eine minimalistische Ernährung gewinnst

Wenn Du die sieben Elemente der minimalistischen Ernährung in Dein Leben integrierst, ergeben sich mehrere Vorteile – für Dich und auch für die Welt:

  • Mehr Gesundheit
  • Mehr Zufriedenheit
  • Mehr Klarheit
  • Mehr Lebenszeit
  • Mehr Achtsamkeit
  • Mehr Nachhaltigkeit
  • Mehr Empathie

Einfache Tomatensuppe mit Linsen und Buchweizen

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Ein kleines Plädoyer für das Notizbuch

Ein kleines Plädoyer für das Notizbuch

Ein Notizbuch ist ein handliches Buch oder Heft, das als nützlicher Begleiter im Beruf, auf Reisen und in der Freizeit mitgeführt werden kann. Notizbücher gibt es in unterschiedlichen Ausführungen, von DIN A8 bis DIN A3, gebunden oder geheftet, liniert, kariert oder gänzlich weiß. Mein aktueller Favorit: 14 x 9 cm, in Leinen gebunden, weißes Papier.

Für mich ist ein Notizbuch aber viel mehr als ein Buch, in das ich etwas notiere. Ich habe in den letzten Wochen auf einer Seite in meinem Notizbuch aufgeschrieben, als was ich es verwende: Reisetagebuch, Einkaufszettel, Zu-erledigen-Liste, Spielutensil, Bierglasdeckel zur Wespenabwehr, Ideensammlung für Blogartikel (auch das Gerüst dieses Artikels entstand darin), Not-to-do-Liste, Rezeptesammlung, Zeichenblock, Bücher-die-ich-lesen-möchte-Liste und – während ich diese Zeilen schreibe – Abstellfläche für meine Teetasse.

Mein Notizbuch ist also ein Tausendsassa und mein bewährter Gefährte, der mir hilft, mich nicht zu verzetteln und das alltägliche Chaos zu bewältigen. Natürlich könnte ich dafür auch mein Smartphone nutzen. Bei neuen Kontaktdaten und Terminen mache ich das. Aber ich muss und möchte nicht mein ganzes Leben digitalisieren. Für mich steht ein Notizbuch für das Analoge, das Handwerkliche und die Entschleunigung – und somit für das Leben, das nur analog möglich ist, man selbst in die Hand nehmen sollte und erst entschleunigt sein volles Potential entwickelt.

Seit ich diesen Blogartikel plane, fällt mir auf, wie präsent das Tool Notizbuch noch immer ist. Man muss nur davon Notiz nehmen. In einem Text über den “rasenden Reporter” Egon Erwin Kisch erfahre ich von dessen Faible für Notizbücher. Meine aktuelle Abendlektüre “Die Berlinreise” wäre nie veröffentlicht worden, hätte Hanns-Josef Ortheil als Zwölfjähriger nicht seine Erlebnisse und Erfahrungen notiert. In einem Vortrag über das Frauenbild der AfD schreibt eine Frau neben mir eifrig in einem Spiralheft mit. Auf einer Zugfahrt beobachte ich, wie eine Touristin aus Japan Schriftzeichen in ein Moleskine-Notizbuch kritzelt.

Die Schlusssätze hat Johanna Wagner. In ihrem Gastartikel “Minimalismus im Kopf” nennt sie so ein Notizbuch einen “Begleiter, den ich nicht mehr missen möchte” und gibt folgenden Rat, dem ich nur zustimmen kann: “Schreibe alles in das Notizheft. So entsteht kein neues Durcheinander durch viele kleine Zettel, Du vergisst nichts und kannst Dich später am Erledigten erfreuen.”

Nun Du! Möchtest Du Dir auch ein Notizbuch zulegen? Oder führst Du schon eines mit Dir? Was notierst Du darin alles?

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