Ab Sonntag zu Fuß von Nürnberg nach Istrien

„Es gehört wohl zum Schönsten, was es gibt, sich ein Land zu erwandern.“ (Erika Hubatschek, österreichische Fotografin und Volkskundlerin, 1917 – 2010)

2 Monate, 5 Länder, 1250 km, 38.000 Aufstiegshöhenmeter

Ich bin nervös wie ein Astronaut vor dem Raumflug und freue mich gleichzeitig wie ein Kind unter dem Weihnachtsbaum. Übermorgen starte ich meine nächste Fernwanderung. Diesmal soll es von der Haustüre aus bis nach Istrien gehen. Die rund 1250 km lange Strecke durch Deutschland, Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien wird mich zwei Monate lang in Atem halten. Außer Atem werde ich vor allem in den Alpen kommen. Dort muss ich rund 25.000 Höhenmeter aufsteigen (von insgesamt 38.000) und wieder absteigen.

Eines ist schon jetzt sicher. Zwischen der Pegnitz und dem Mittelmeer wird es mir landschaftlich besser gefallen als im letzten Jahr auf dem Jakobsweg. Spielt das Wetter einigermaßen mit und habe ich hin und wieder interessante Begleitung, dann steht einer gelungenen Tour nichts im Wege.

Natürlich bin ich wieder vegan und möglichst minimalistisch und nachhaltig unterwegs. Mein Rucksack steht bereits in den Startlöchern. Er fasst 32 Liter und wiegt weniger als 10 kg – inkl. Proviant und 2 Liter Wasser.

Goldsteig, Jakobsweg, Salzburg – Triest und Parenzana

Meine grobe Route steht bereits fest. Ich möchte zunächst fünf Etappen auf dem Fränkischen Jakobsweg (in entgegengesetzte Richtung) bis Schwandorf gehen. Von dort sind es nur 30 km bis nach Neunburg vorm Wald. Die nächsten 12 Tage werde ich auf der Südroute des Goldsteigs den Bayerischen Wald durchqueren. Ab Passau führt der Jakobsweg Innviertel in sechs Etappen nach Salzburg. Danach steht die vier Wochen lange Alpenüberquerung Salzburg – Triest auf dem Programm. Zum Abschluss möchte ich in vier Tagen auf der ehemaligen Bahntrasse Parenzana bis Poreč auf der kroatischen Halbinsel Istrien wandern. Falls ich doch noch nicht genug habe, könnte ich dem Europäischen Fernwanderweg E12 folgen, bis ich nach 85 km das Kap Kamenjak, die südlichste Spitze Istriens, erreiche.

Die folgende Karte zeigt alle Orte, an denen ich laut meines Etappenplans übernachte. Natürlich werde ich mich nicht streng daran halten. Mit einem Mausklick kannst Du die interaktive Karte öffnen.

Schreibpause und Jakobsweg-E-Book zum Sonderpreis

In den letzten viereinhalb Jahren habe ich viel geschrieben: 221 Blogarikel, vier Wanderführer, das E-Book über meinen Jakobsweg (das es für kurze Zeit zum Sonderpreis gibt), tausende Postings auf Facebook, Twitter & Co. sowie zahlreiche Artikel für andere Blogs, Magazine und Zeitungen. Ich spüre seit ein paar Wochen, dass ich eine Auszeit brauche, um Kraft zu tanken und wieder Lust aufs Schreiben zu bekommen. Deswegen werde ich bis zu meiner Rückkehr in rund zwei Monaten nichts veröffentlichen.

Ich wünsche Dir einen grandiose Zeit und sende Dir einfach bewusste Grüße!

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Es gibt Tagestouren, die ich immer wieder gehe, weil sie zu allen Jahreszeiten reizvoll sind, gut mit der Bahn zu erreichen sind und man mittags angenehm einkehren kann.

Zu diesen Tagestouren zählt die rund 15 km lange Wanderung von Creußen nach Bayreuth (oder in die andere Richtung).

Die Route führt immer wieder idyllisch am Roten Main entlang und hat mit dem mittelalterlich geprägten Creußen, dem Geotop Bodenmühlwand sowie der Parkanlage Eremitage in Bayreuth mehrere Besonderheiten zu bieten.

Eine Beschreibung der Strecke, der Einkehrmöglichkeiten sowie der Sehenswürdigkeiten findest Du in meinen Wanderführern „Biergartenwanderungen Franken“ und „Fränkischer Gebirgsweg“.

Die folgenden Aufnahmen sind auf von fünf Wanderungen von 2012 bis 2017 entstanden.

In Creußen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Wir können dem Fränkischen Gebirgsweg, dem Rotmainweg oder dem Jakobsweg folgen.

Blüht hier Raps oder Gelbsenf, mit dem der Raps oft verwechselt wird?

Der Rote Main entspringt bei Creußen und vereinigt sich 72 km später bei Kulmbach mit dem Weißen Main.

Fränkische Bauern sind freundlich und fotogen.

Meist mache ich die Wanderung im Frühling, aber sie ist auch in den anderen Jahreszeiten reizvoll.

Das Forsthaus Kamerun lädt innen wie außen zu einer geruhsamen Einkehr ein …

… und hat auch zahlreiche vegane Gerichte wie Antipasti, Salate, Pizza und Pasta auf der Speisekarte.

Der Weg führt zeitweise direkt am Roten Main entlang.

Vor meiner Vandergruppe müssen diese Schafe keine Angst haben.

Dieses Wasser fließt irgendwann in die Nordsee.

Die Eremitage in Bayreuth ist eine ab 1715 erbaute Parkanlage mit Wasserspielen und zwei Schlössern.

Auch die vielen Figurengruppen im Park sind sehenswert.

Nach getaner „Arbeit“ kann es eigentlich nur in den Biergarten gehen.

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77 „neue“ Minimalismus-Zitate

77 "neue" Minimalismus-Zitate - Foto: Einfaches Steinhaus in der Margeride in Frankreich (Christof Herrmann, 2016)"

Vor vier Jahren habe ich 100 Minimalismus-Zitate veröffentlicht. Der Artikel wurde bis jetzt über 100.000 mal aufgerufen und zählt damit zu den zehn beliebtesten Artikeln auf Einfach bewusst.

Nun ist es an der Zeit, einen Nachschlag mit Zitaten und Aphorismen rund um die Themen Minimalismus, freiwillige Einfachheit, Konsumverzicht und Entschleunigung online zu stellen. Nachdem bei der ersten Sammlung ein Leser bemängelt hat, dass eine Anzahl von 100 Stück ja wohl nicht minimalistisch sei, gibt es diesmal nur 77 ;-)

„Omnia mea mecum porto.“ oder „All meinen Besitz trage ich bei mir.“ (Bias von Priene, einer der Sieben Weisen von Griechenland, um 590 v. Chr. – um 530 v. Chr.)

„Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit.“ (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)

„Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, gehört dir die ganze Welt.“ (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)

„Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.“ (Siddhartha Gautama Buddha, Begründer des Buddhismus, 6. Jhd. v. Chr. – 5. Jhd. v. Chr.)

„Zwei Dinge sollst du meiden, o Wanderer: die zwecklosen Wünsche und die übertriebene Kasteiung des Leibes.“ (Siddhartha Gautama Buddha, Begründer des Buddhismus, 6. Jhd. v. Chr. – 5. Jhd. v. Chr.)

„Glück ist Selbstgenügsamkeit.“ (Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 v. Chr. – 322 v. Chr)

„Wenn du einen Menschen glücklich machen willst, dann füge nichts seinen Reichtümern hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen Wünschen.“ (Epikur, griechischer Philosoph, 341 v. Chr. – 271 oder 270 v. Chr.)

„Der ist kein freier Mensch, der sich nicht auch einmal dem Nichtstun hingeben kann.“ (Cicero, römischer Politiker und Philosoph, 106 v. Chr. – 43 v. Chr.)

„Nie ist zu wenig, was genügt.“ (Seneca, römischer Dichter und Philosoph, etwa 1 – 65)

„Ich habe Zeit, wie denn jedermann Zeit hat, wenn er nur will.“ (Seneca, römischer Dichter und Philosoph, etwa 1 – 65)

„Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.“ (Matthäus 6, 26-28)

„Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.“ (Marc Aurel, römischer Kaiser und Philosoph, 121 – 180)

„Memento mori.“ oder „Bedenke, dass du sterben musst.“ (Symbol für die Vergänglichkeit in der mittelalterlichen Literatur, Kunst und Religion)

„Nirgendwo habe ich mehr Ruhe gefunden als in Wäldern und in Büchern.“ (Thomas von Kempen, Augustiner-Chorherr und geistlicher Schriftsteller, um 1380 – 1471)

„Viele würden gern ein einfacheres Leben führen, wenn der Weg dahin nicht so kompliziert wäre.“ (Justus Jonas der Ältere, deutscher Jurist, Humanist, lutherischer Theologe und Reformator, 1493 – 1555)

„Gemach! Leicht zum Fallen führt das Eilen.“ (William Shakespeare, englischer Dramatiker und Lyriker, 1564 – 1616)

„Ungekünstelte und ungemachte Einfachheit gefällt.“ (Nicolas Boileau, französischer Historiker und Autor, 1636 – 1711)

„Reich ist, wer viel hat, reicher ist, wer wenig braucht, am reichsten ist, wer viel gibt.“ (Gerhard Tersteegen, deutscher Prediger und Schriftsteller, 1697 – 1769)

„Schönheit besteht in Harmonie, die immer eng mit Schlichtheit verbunden ist.“ (Giacomo Casanova, venezianischer Schriftsteller und Abenteurer, 1725 – 1798)

„Das einfache Leben ist eine schwierige Angelegenheit.“ (William Cowper, englischer Dichter und Rechtsanwalt, 1731 – 1800)

„Einfachheit in der Wahl der Nahrung fördert die körperliche Gesundheit. Einfachheit im Umgang mit anderen Menschen den Seelenfrieden.“ (Jacques-Henri Bernardin de Saint-Pierre, französischer Schriftsteller, 1737 – 1814)

„Mein Rat ist daher, nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vertändeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man später keine Freude hat.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

„Die Menschen, die einen großen Wert auf Gärten, Gebäude, Kleider, Schmuck oder irgendein Besitztum legen, sind weniger gesellig und gefällig; sie verlieren die Menschen aus den Augen, welche zu erfreuen und zu versammeln nur sehr wenigen glückt.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

„Das glücklichste Los ist die Entbindung vom Tun und Lassen.“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788 – 1860)

„Eigentümlich, dass Menschen von großen Verdiensten stets einfach sind, und dass Einfachheit für ein Zeichen von geringer Tüchtigkeit gilt.“ (Giacomo Leopardi, italienischer Dichter und Philologe, 1798 – 1837)

„Bleib in der schlichten, edlen Sphäre deines Lebens, folge deinem Herzen, und du wirst neu erschaffen, was vor Anbeginn der Welt war.“ (Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller, 1803 – 1882)

„Müßiggang ist nichts Übles, ja man muss sagen: Ein Mensch, der für diesen keinen Sinn hat, zeigt damit, dass er sich nicht zur Humanität erhoben hat.“ (Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, 1813 – 1855)

„Wirf weg, damit Du nicht verlierst – das ist die beste Lebensregel.“ (Friedrich Hebbel, deutscher Dichter und Dramatiker, 1813 – 1863)

„Wahrheit, Einfachheit und Natürlichkeit sind allein die festen Säulen wahren Glücks!“ (Heribert Rau, deutscher Schriftsteller und Theologe, 1813 – 1876)

„Ein Mann ist reich im Verhältnis zur Zahl der Dinge, auf die er verzichten kann.“ (Henry David Thoreau, US-amerikanischer Schriftsteller, 1817 – 1862)

„Nicht was wir anhaben, sondern was wir tun, vielmehr was wir sind – darauf kommt es an.“ (Henry David Thoreau, US-amerikanischer Schriftsteller, 1817 – 1862)

„Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt.“ (Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller, 1819 – 1898)

„Ruhe, Stille, Sofa und eine Tasse Tee geht über alles.“ (Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller, 1819 – 1898)

„Wem es gelänge, die Menschen zur Einfachheit, Natürlichkeit und vernünftigen Lebensweise zurückzuführen, der hätte das Höchste geleistet – nämlich die soziale Frage gelöst.“ (Sebastian Kneipp, deutscher Hydrotherapeut und Naturheilkundiger, 1821 – 1897)

„Die Menschen suchen nach Reichtum. Wenn sie aber alles das klar sehen würden, wessen sie durch den Reichtum verlustig werden, sie würden, um sich von ihm zu befreien, ebensolche Anstrengungen machen, wie sie sie jetzt zu seinem Erwerb unternehmen.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828 – 1910)

„Enthaltsamkeit ist das Vergnügen an Dingen, welche wir nicht kriegen. Drum lebe mäßig, denke klug, wer nichts gebraucht, der hat genug.“ (Wilhelm Busch, deutscher Dichter und Zeichner, 1832 – 1908)

„Formel meines Glücks: ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie, ein Ziel.“ (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph und klassischer Philologe, 1844 – 1900)

„Allgemein ist die Hast, weil jeder auf der Flucht vor sich selbst ist, allgemein auch das scheue Verbergen dieser Hast, weil man zufrieden scheinen will und die scharfsichtigeren Zuschauer über sein Elend täuschen möchte, allgemein das Bedürfnis nach neuen klingenden Wort-Schellen, mit denen behängt das Leben etwas Lärmend-Festliches bekommen soll.“ (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph und klassischer Philologe, 1844 – 1900)

„Dein Wert liegt darin, wer Du bist, nicht was Du besitzt.“ (Thomas Alva Edison , US-amerikanischer Erfinder und Unternehmer, 1847 – 1931)

„Der Besitz erzeugt nicht nur Pflichten, er schafft so viele, dass eine Fülle davon Qual ist.“ (Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 – 1900)

„Das Geheimnis des Glücks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere glücklich macht, wird glücklich.“ (André Gide, französischer Schriftsteller, 1869 – 1951)

„Die Sehnsucht lässt alle Dinge blühen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub.“ (Marcel Proust, französischer Schriftsteller, 1871 – 1922)

„Es gäbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reichtümer der Welt richtig verteilen würden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen oder -traditionen zu machen.“ (Albert Einstein, deutsch-schweizerischer Physiker und Nobelpreisträger, 1879 – 1955)

„Die Ideale, die meinen Weg erhellt und mir immer wieder Mut gemacht haben, das Leben freudig anzunehmen, waren Güte, Schönheit und Wahrheit. Die banalen Dinge des menschlichen Lebens – Besitz, Erfolg, Luxus – schienen mir immer verachtenswert zu sein.“ (Albert Einstein, deutsch-schweizerischer Physiker und Nobelpreisträger, 1879 – 1955)

„Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt.“ (Martin Heidegger, deutscher Philosoph, 1889 – 1976)

„Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben.“ (Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935)

„In neunundneunzig Fällen von hundert lohnt es sich nicht, ein Ding aufzubewahren. Es nimmt nur Raum fort, belastet dich; hast du schon gemerkt, dass du nicht die Sachen besitzt, sondern dass sie dich besitzen?“ (Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935)

„Die Menschen haben keine Zeit mehr, etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles in den Geschäften. Aber da es keinen Kaufladen für Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr.“ (Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 1900 – 1944)

„Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.“ (John Steinbeck, US-amerikanischer Autor, 1902 – 1968)

„Ich kann mir nichts Besseres denken als ein bescheidenes, einfaches und freies Leben in einer egalitären Gesellschaft.“ (Karl Popper, österreichisch-britischer Philosoph, 1902 – 1994)

„Nicht alle von uns können große Dinge tun. Aber wir können kleine Dinge mit großer Liebe tun.“ (Mutter Teresa, albanisch-indische Ordensschwester, 1910 – 1997)

„Wir müssen uns darauf vorbereiten, unsere gegenwärtige Lebensweise zu ändern. Dieser Wandel wird entweder geplant von uns selbst durchgeführt werden, oder er wird uns von den unerbittlichen Naturgesetzen, begleitet von Chaos und Leid, aufgezwungen werden.“ (Jimmy Carter, 39. Präsident der Vereinigten Staaten, *1924)

„Besitz ist Leim.“ (Manfred Hinrich, deutscher Philosoph und Autor, 1926 – 2015)

„Ich glaube, das Zukunft nur dann möglich sein wird, wenn wir lernen, auf Dinge, die machbar wären, zu verzichten, weil wir sie nicht brauchen.“ (Günter Grass, deutscher Schriftsteller und bildender Künstler, 1927 – 2015)

„Der Kapitalismus hat Menschen in hochstaplerische Konsumenten verwandelt, abgerichtet auf die Befriedigung vermeintlicher Bedürfnisse.“ (Abbi Hübner, deutscher Jazztrompeter, *1933)

„Wir haben viel zu wenig Muße: Zeit, in der nichts los ist. Das ist die Zeit, in der die Einsteins, die kreativen Forscher, ihre Entdeckungen machen. Der Betrieb und die Routine sind uninteressant und kontraproduktiv.“ (Adolf Muschg, Schweizer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, *1934)

„Die Ironie will es so, dass wir dann, wenn wir das Objekt unserer Wünsche erlangt haben, immer noch nicht zufrieden sind. Auf diese Weise nimmt die Begierde nie ein Ende und ist eine ständige Quelle der Schwierigkeiten. Das einzige Gegenmittel ist die Genügsamkeit.“ (Dalai Lama / Tendzin Gyatsho, buddhistischer Mönch und Oberhaupt der Tibeter, *1935)

„Buy less, choose well, make it last.“ (Vivienne Westwood, englische Modedesignerin, *1941)

„Je älter man wird, desto näher rückt man an den Punkt, an dem man nichts mehr haben wird. Ich konzentriere mich auf die wirklich wichtigen Dinge.“ (Donna Leon, US-amerikanische Schriftstellerin, *1942)

„Einfach leben heißt: Sich täglich zu freuen über seine sieben Sinne und mit allen Sinnen den Sinn erleben. Nichts ist selbstverständlich und im ganz Kleinen erscheint das ganz Große. Genieße einen Bissen Brot, einen Augen-Blick, eine kleine Nachtmusik, eine auf- und abblühende Rose.“ (Friedrich Schorlemmer, deutscher evangelischer Theologe und Bürgerrechtler, *1944)

„Wir erhoffen uns vom Besitz, dass wir ruhig leben können. Doch wer den Besitz liebt, der wird davon besessen und findet gerade nicht zur Ruhe. Glück ist etwas anderes. Man kann es nicht kaufen und besitzen. Wir finden es in den Augenblicken, in denen wir wirklich leben. Es ist immer im Augenblick erfahrbar. Festhalten kann man es nicht.“ (Anselm Grün, deutscher Benediktinerpater und Autor, *1945)

„Wer nicht verzichten kann, kann nicht genießen. Wer aber so auf das Verzichten fixiert ist, dass er das Genießen vergisst, der wird ungenießbar.“ (Anselm Grün, deutscher Benediktinerpater und Autor, *1945)

„Es ist gut, etwas Langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft.“ (Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller, *1947)

„Frauen lieben die einfachen Dinge des Lebens, beispielsweise Männer.“ (Farrah Fawcett, US-amerikanische Schauspielerin, 1947 – 2009)

„Am besten kann man übrigens von den Kindern lernen, was Leben eigentlich heißt. Niemand lebt das Leben mit so viel Energie und Vitalität wie Kinder. Herkunft, Prestige – das bedeutet ihnen nichts. Im Umgang mit ihnen lernen und erfahren wir wieder die Einfachheit und Ursprünglichkeit des Denkens, Empfindens und Wollens, die uns so oft verloren gehen und nach der wir uns so sehnen.“ (Dietrich Grönemeyer, deutscher Mediziner und Autor, *1952)

„Wer unlösbare Schwierigkeiten damit hat, einfach zu leben, der sollte sich darum bemühen, in seinem komplizierten Leben anderen Menschen ein guter Mitmensch zu sein und sich nicht an einem unerreichbaren Ziel abmühen. Es kann ein langer Weg sein, zu einem glücklichen, einfacheren Leben zu finden. Aber es ist möglich.“ (Manfred Lütz, deutscher Arzt und Autor, *1954)

„Einfachheit hält Glück bereit.“ (Andreas Tenzer, deutscher Pädagoge und Philosoph, *1954)

„Oft können wir das Einfache einfach nicht zu begreifen, weil es uns einfach zu einfach erscheint.“ (Ernst Ferstl, österreichischer Lehrer und Schriftsteller, *1955)

„Kapitalismus bedeutet die Herrschaft der Gegenwart über die Zukunft.“ (Harald Welzer, deutscher Sozialpsychologe, *1958)

„In einer Wachstumsökonomie versinken wir in der Flut an Möglichkeiten, die wir nicht mehr glückstiftend verarbeiten können. Besser wäre es also, sich auf wenige Dinge zu konzentrieren. Reduktion wird damit zum Selbstschutz. Wir sind doch längst überfordert und erschöpft. Eine Studie hat ergeben, dass ein Bundesbürger durchschnittlich 10.000 Dinge besitzt. Dienstleistungen kommen noch hinzu. Wie sollen wir das verarbeiten, wenn einerseits jedes Ding seine Zeit verlangt, der Tag aber andererseits nur 24 Stunden hat? Reduktion heißt, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Das hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern wertet die nach der Entrümpelung verbliebenen Optionen ja sogar auf.“ (Niko Paech, deutscher Volkswirtschaftler, *1960)

„Einfach sein, auch wenns schwierig is. Auch, wenn die Gier noch so gierig is. Das zu entdecken hinter dem Dunst, einfach sein – ist die Kunst.“ (Willy Astor im Lied „Einfach sein“, deutscher Liedermacher und Kabarettist, *1961)

„Unter Einfachheit verstehe ich Klarheit, Schlichtheit, Eindeutigkeit, Transparenz. Wir haben ja von allem viel oder auch zu viel: Viel Besitz, viel Geld (auch wenn wir nicht viel haben – im Vergleich zu anderen Menschen auf dieser Welt sind die meisten von uns sehr reich), viele Wörter, viele Möglichkeiten, viele Bilder von uns selbst, den anderen und von Gott und davon, wie das Leben zu sein hat. Und oft haben wir auch entsprechend viel Angst, irgendetwas davon zu verlieren. Wenn es uns gelänge, von alldem etwas weniger zu haben, um durchlässiger zu werden für das Leben selbst, hier und jetzt, und damit auch für den, der uns dieses Leben schenkt und uns in jedem Augenblick neu begegnen will, würden wir vermutlich etwas angstfreier und lebendiger sein.“ (Katharina Schridde, evangelische Theologin und Autori, *1964)

„Einfachheit. Identifiziere das Wesentliche. Eliminiere den Rest.“ (Leo Babauta, US-amerikanische Autor und MInimalismus-Experte, *1973)

„Wir haben alles, was sie brauchen. Was wir nicht haben, brauchen sie auch nicht!“ (Schild an einem Tante-Emma-Laden)

„Lebe leicht, reise mit leichtem Gepäck.“ (Yogi-Tee-Spruch)

„Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.“ (Tyler Durden im Film „Fight Club“, 1999)

„Eine ganze Generation zapft Benzin, räumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Scheiße die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen dieser Geschichte, Leute. Männer ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen großen Krieg, keine große Depression. Unser großer Krieg ist ein spiritueller. Unsere große Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten.“ (Tyler Durden im Film „Fight Club“, 1999)

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Heute gibt es den dritten und letzten Teil der Fotos meiner Pilgerschaft von Nürnberg bis an den Atlantik, die ich in dem E-Book „Einfach bewusst auf dem Jakobsweg“ ausführlich in Wort und Bild vorgestellt habe. Die Fotoimpressionen von Deutschland und der Schweiz sowie von Frankreich sind bereits online.

In Spanien war ich 30 ½ Tage und 871 km auf dem Camino Frances und dem Camino a Fisterra unterwegs.

Die Bildunterschriften sind kurze Auszüge aus dem E-Book.

„Der Aufstieg erfolgt meist auf Sträßchen und breiten Wegen. Die Schwierigkeit liegt eher in den Höhenmetern, die bewältigt werden müssen. Saint-Jean-Pied-de-Port liegt auf 190 m, die französisch-spanische Grenze auf 1332 m.“ (78. Tag)

„Auch in Spanien ist der Jakobsweg nicht immer eine Augenweide.“ (79. Tag)

„In manchen Bars gibt es vegane Tapas.“ (80. Tag)

„Nach dem Sommer ist die Landschaft trocken und staubig. Das kann reizvoll sein, aber leider verläuft die Route mal wieder durch Ortschaften, zersiedeltes Gebiet und oft in Hörweite großer Straßen. Den meisten Pilgern und Pilgerinnen scheint das nichts auszumachen. Der Jakobsweg hat seine Stärken woanders – in der perfekten Infrastruktur, in seiner angenehmen Atmosphäre und im unkomplizierten Kennenlernen von Menschen aus aller Welt.“ (80. Tag)

„Am Weinbrunnen von Irache spricht mich eine Spanierin an. Kurz danach treffe ich auf eine Frau um die 50. Sie sitzt auf dem Boden und hat Tränen in den Augen. Are you OK?, frage ich sie. Die Frau steht auf, umarmt mich und geht schluchzend davon.“ (81. Tag)

„Auf dem Weg von Villamayor de Monjardín nach Sansol: Trockenes Land, weite Ausblicke.“ (81. Tag)

„20:45 Uhr in der Albergue Sansol: Herrchen und Hund schlafen schon.“ (81. Tag)

„Zu zweit pilgert man weniger allein.“ (82. Tag)

„Ich befinde mich nun in der Weinbauregion La Rioja.“ (82. Tag)

„Dunkle Wolken begleiten mich den ganzen Tag. Außer zwei Schauern bleibt es aber trocken. Immer wieder zeigt sich kurz die Sonne. Ein prächtiger Regenbogen lässt die Pilger Kameras und Handys zücken.“ (84. Tag)

„Die Zimmersuche ist auf dem Camino Frances kein Problem.“ (86. Tag)

„Das Monasterio de San Juan in Burgos spiegelt sich in der Verglasung der öffentlichen Bibliothek.“ (86. Tag)

„Hinter Burgos beginnt die Meseta, die zentralspanische Hochebene mit endlosen Getreidefeldern, die jetzt im September abgeerntet sind. Die nächsten sieben Etappen bis nach León sind also von Flachheit und Eintönigkeit geprägt. Manche Pilgerinnen und Pilger überbrücken die Meseta deswegen mit dem Bus. Sie verpassen meiner Meinung nach etwas. Die Ruhe, die Weite, die Kargheit, den Wind, das Farbenspiel des Himmels …“ (87. Tag)

„Buen camino.“ (87. Tag)

„Fußbad und Espresso am Etappenziel.“ (87. Tag)

„Ältere Spanierin setzt zum Überholen eines blasengeschundenen Pilgers an.“ (89. Tag)

„Liebe ist überall – man muss sie nur erkennen.“ (89. Tag)

„Doof nur, wenn es in dem Ort nur eine Bar gibt.“ (90. Tag)

„Der Dorfladen von Calzadilla de los Hermanillos.“ (90. Tag)

„Die ersten dreieinhalb Gehstunden sehe ich keinen Menschen. Nicht eine einzige Siedlung liegt an der Strecke durch die steppenartige Landschaft. Die wenigen Pilger, die ebenfalls in Calzadilla de los Hermanillos übernachtet haben, müssen nach mir gestartet sein. Ich genieße die Ruhe und Einsamkeit. Beide sind auf dem Jakobsweg wie auch im Alltag eine Seltenheit geworden.“ (91. Tag)

„León ist die letzte Großstadt vor Santiago de Compostela und zählt zu den kulturellen Höhepunkten auf dem spanischen Jakobsweg. Ich streife ein paar Stunden durch die Gassen und über die Plätze der Altstadt. Die mächtige Kathedrale gilt als das bedeutendste frühgotische Bauwerk Spaniens (siehe drittnächstes Bild). Das Innere bleibt mir verwehrt, denn der hohe Eintrittspreis ist mir die Besichtigung nicht wert. Dafür sauge ich die Atmosphäre auf dem Markt auf. Das Angebot an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen und Gewürzen lässt mein Herz höher schlagen. Wäre die Küche in der Herberge nicht so schlecht ausgestattet, würde ich mich auf dem Markt eindecken und abends kochen.“ (92. Tag)

„Eine gefühlte Ewigkeit geht es durch die Vorstädte von León. Hinter Virgen del Camino ist die Großstadt endlich passé. Ich wandere bei aufgehender Sonne durch eine Hochebene, die mich wieder an Western Australia erinnert. Eine Australierin aus Sydney, die ich später in der Herberge kennenlerne, hat dies genauso empfunden.“ (94. Tag)

„Die Albergue Casa Rural Las Águedas ist klein und fein. Vier Hospitaleros kümmern sich unentgeltlich um die rund 20 Pilgerinnen und Pilger. Das dreigängige Menü ist hier stets vegetarisch. Für mich wird die Lasagne extra vegan zubereitet. Es schmeckt so gut wie bisher noch gar nicht in Spanien. Im Gegensatz zu Frankreich wird auf dem Camino Frances oft nicht frisch gekocht.“ (94.Tag)

„So schmeckt die Gemüsesuppe gleich noch mal so gut.“ (94. Tag)

„Mit Bruno aus Belgien dem Tagesziel entgegen.“ (95. Tag)

„Heute stehen mal wieder bebautes Gebiet und Asphalt auf dem Programm. Für etwas Abwechslung sorgen die Weinberge des Weinbaugebiets Bierzo. In den Bodegas am Weg werden Verkostungen für Pilgerinnen und Pilger angeboten. Ich koste lediglich von den blauen Trauben, die mir ein Winzer in die Hand drückt, als ich seinen Weinberg passiere. Sie sind saftig und schmecken süß.“ (98. Tag)

„Die sollten einem nicht auf den Fuß fallen.“ (99. Tag)

„Warten auf den Sonnenaufgang.“ (100. Tag)

„Die Herberge des Benediktinerklosters Monasterio de Samos wird auf Spendenbasis geführt und soll einfach sein. Sie hat 66 Betten in vermutlich drei Schlafsälen. Ich komme gar nicht bis zum Kloster. Am Ortseingang werde ich schwach und nehme mir ein schickes Zimmer im Casa de Outeiro – natürlich nur, damit ich andere nicht durch mein Husten behellige.“ (100. Tag)

„Barclay aus Kanada, Ignacio aus Barcelona, Inbar aus Israel und Frühnebel aus Spanien.“ (103. Tag)

„Ich starte früh mit Baguette vom Vortag und Erdnussbutter im Magen (was freue ich mich auf Vollkornbrot von meinem Bioladen in Nürnberg). Die ersten anderthalb Stunden gehe ich allein bei Dunkelheit, Dämmerung und Sonnenaufgang. Ich habe diese Zeit des Tages auf dem Jakobsweg lieben gelernt.“ (104. Tag)

„Kurz vor neun trinke ich in einer Bar einen frisch gepressten Orangensaft. Als ich weiterlaufe, sind sie plötzlich überall, die Pilgerinnen und Pilger, weit mehr als gestern, viele ohne Gepäck oder mit Tagesrucksäcken.“ (104. Tag)

„Nach ein paar Kilometern durch unattraktives Stadtgebiet ist es endlich soweit. Die Kathedrale von Santiago de Compostela taucht auf. Ich bin schon etwas aufgeregt, als ich die letzten Meter durch die Altstadtgassen gehe. Schließlich stehe ich auf der Praza de Obradoiro und blicke auf die monumentale Barockfassade der Kathedrale.“ (105. Tag)

„Seit heute bin ich auf dem Camino a Fisterra unterwegs, dem dreitägigen Weg ans alte Ende der Welt. Bereits auf dieser ersten Etappe wird mir klar, dass es die richtige Entscheidung war weiterzugehen. Es gibt weniger Pilgerinnen und Pilger, weniger Müll und Toilettenpapier am Wegesrand, weniger Schmierereien und Sachbeschädigungen, weniger Asphalt und Straßenlärm, dafür mehr Wald und Natur, mehr Ruhe und Einsamkeit, mehr Freundlichkeit und Herzlichkeit bei den Spaniern.“ (106. Tag)

„Zunächst gibt es eine Gemüsesuppe mit Weißbrot, dann mal wieder Salat und Makkaroni mit Tomatensauce und als Dessert Espresso und eine Banane. Gut gefüllt bringen wir die Etappe zu Ende. Mit Kristines Yoga-Übungen beim Gehen fühlt sich der Magen schnell weniger voll an.“ (107. Tag)

„Wir wandern lange durch Wald- und Heidelandschaft. Dann ist plötzlich am Horizont der Atlantik zu sehen. Es ist für mich einer der Höhepunkte der Tour, bewegt mich mehr als der Anblick der Kathedrale in Santiago de Compostela und erinnert mich an meine Alpenüberquerung Salzburg – Triest, bei der man auf dem letzten Alpenpass in der Ferne das Mittelmeer schimmern sieht.“ (108. Tag)

„Zum Atlantik ist es nicht mehr weit. Wir können kaum glauben, dass wir die weiße Sandbucht von Estorde für uns haben. Jeder scheint zur größeren, viel gepriesenen Praia da Langosteira weiterzuhetzen (die uns später ein wenig enttäuscht). Ich gehe in meiner Sportshorts über den warmen Sand ins Meer und schwimme eine Runde. Das Wasser ist gar nicht so kalt. Es schmeckt salzig.“ (108. Tag)

„Kristine ist ähnlich froh. Wenig später rennt sie nackt ins Wasser. So macht sie es auch in Lettland.“ (108. Tag)

„Zum Sonnenuntergang sind Kristine und ich am Kap von Finisterre. Früher galt es als das Ende der Welt. Das Kap hat noch immer etwas Magisches. Es ist für mich das perfekte Finale meines Jakobswegs. Hinter uns steht der Leuchtturm, unter uns ist die Steilküste, vor uns nichts als das rauschende Meer. Wir haben Rotwein und ein Picknick dabei, um den Moment gebührend zu feiern.“ (108. Tag)

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„Zu viele Leute geben Geld aus, das sie nicht verdient haben, um Dinge zu kaufen, die sie nicht wollen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.“ (Will Rogers, US-amerikanischer Humorist, 1879 – 1935)

Minimalismus bedeutet, ohne Ballast zu leben. Dieser Ballast können materieller Überfluss, vermeintliche Verpflichtungen und negative Beziehungen sein.

Sobald man sich von dem Ballast löst, passiert Erstaunliches. Man findet Zeit und Muße, sich dem zu widmen, was einem wichtig ist. Eine Reihe persönlicher Probleme lösen sich in Luft auf oder werden zumindest angegangen. Eines dieser Probleme sind Geldsorgen.

In diesem Artikel nenne ich sieben Gründe, warum Minimalisten keine Geldsorgen haben und mit etwas Geduld sogar finanzielle Unabhängigkeit erlangen.

1. Minimalisten konsumieren wenig

„Sparsamkeit ist eine gute Einnahme“, erkannte schon der römische Politiker und Philosoph Cicero vor über 2000 Jahren. Wer wenig Geld ausgibt, spart viel. Minimalisten tun sich damit leicht. Materielles steht nicht in ihrem Lebensmittelpunkt. Anstelle Sachen zu kaufen, machen sie Sachen (was natürlich auch etwas kosten kann): Mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen, ein Ehrenamt bekleiden, künstlerisch oder kreativ tätig werden, durch die Natur streifen, Träume verwirklichen …

2. Minimalisten zahlen weniger Instandhaltungs- und Folgekosten

Dinge beanspruchen nicht nur unsere Zeit und Aufmerksamkeit, sondern verursachen oft weitere Kosten, deren Höhe man beim Kauf meist unterschätzt. Ein Auto muss angetrieben, versichert, verschönert, gewartet, repariert und irgendwann ersetzt werden. Jedes noch so kleine elektrische Gerät verbraucht Strom. Auch viele nicht-elektrische Dinge ziehen Kosten für die Instandhaltung und die Entsorgung nach sich. Auf lange Sicht summiert sich das zu einem stolzen Betrag.

3. Minimalisten verkaufen Dinge, die sie nicht benötigen

Der Verkauf von CDs, Büchern, abgetragenen Klamotten und Kleinkram lohnt sich oft nicht, da der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ertrag steht. Ich empfehle, solche Dinge zu verschenken oder zu spenden, es sei denn Du bist knapp bei Kasse oder verschuldet. Alles, was voraussichtlich einen guten Preis erzielt (meine Grenze liegt bei 10 Euro), kann verkauft werden. Wer hier etwas Zeit in die Auswahl der Verkaufsform (Secondhandladen, eBay, Kleinanzeigen, Flohmarkt etc.) steckt und die Ware geschickt präsentiert, freut sich bald über einen beruhigenden Kontostand. Als ich mich vor drei Jahren von meinem Kleinstwagen trennen wollte, musste ich nur ein paar Stunden investieren, um 4700 Euro zu erzielen.

4. Minimalisten leben auf kleiner Wohnfläche

Wer entrümpelt und nicht der Gefahr des erneuten Zurümpelns erliegt, wird sich mit der Zeit auch von Möbeln wie Regalen und Schränken trennen. Das sorgt für viel Platz. Du musst nicht gleich ein Tiny House bauen oder Digitaler Nomade werden. Aber ein Umzug in eine Wohnung mit kleinerer Fläche kann Sinn machen, schließlich sind die Wohnkosten der größte Posten unserer Lebenshaltungskosten. Minimalistische Häuslebauer pfeifen auf Quadratmeter und Schnickschnack und damit auf eine Menge Arbeit, Stress und Schulden.

5. Minimalisten sind schuldenfrei

Schuldenfrei zu werden und zu bleiben, funktioniert auf lange Sicht nur, wenn man weniger ausgibt als man einnimmt. Minimalisten mögen keine Schulden. Zinsen für Darlehen, Dispo und andere Kredite sind ihnen ein Gräuel, weil sie Druck und Abhängigkeit verursachen.

6. Minimalisten lieben Second Hand, Repair Cafes & Co.

Minimalismus bedeutet nicht, gar keine Dinge mehr zu besitzen oder zu verwenden, sondern nur es in Maßen zu tun. Oftmals kannst Du auf einen wenig nachhaltigen Neukauf verzichten und auf günstigere oder kostenlose Alternativen zurückgreifen. Darunter fallen zum Beispiel Second Hand, Repair Cafés, Couchsurfing, Urban Farming, Foodsharing, Carsharing, Bibliotheken und Öffentliche Bücherschränke.

7. Minimalisten leben gesünder

Lebt man freiwillig und mit Überzeugung minimalistisch, bedeutet das keinen Verzicht, sondern einen Gewinn an Zeit, Geld, Freiheit und Möglichkeiten. Meiner Erfahrung nach führt das eher früher als später zu mehr Zufriedenheit und Gelassenheit, was die Grundlage für einen gesunden Körper und Geist ist. Darüberhinaus fällt es Minimalisten leicht, sich viel zu bewegen und fit zu bleiben. Welch Sparpotential in all dem steckt, weiß jeder, der einmal richtig krank war.

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