Minimalismus im Kopf - So räumst Du Deine immaterielle Wohnung auf (Foto: Johanna Wagner)

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Johanna Wagner. Ihr drittes Buch Verlauf‘ dich nicht ist ein „Wegweiser für ein einfaches und bewusstes Leben“.

Während wir den materiellen Ballast relativ einfach abwerfen können, ist das innere Aufräumen ein Prozess. Wenn Dir manchmal alles über den Kopf wächst, obwohl Du einfach und bewusst lebst, Deine Wohnung sortiert und Dein Tag klar strukturiert ist, hast Du bislang vielleicht diesen Aspekt des Reduzierens vernachlässigt.

Der Reizflut von außen einen Staudamm bauen

Ich liebe das Ausmisten und die dadurch entstehende Klarheit. Wenn man die Dinge bewegt, bewegt sich etwas, das habe ich schon oft erfahren. Für mich greift eine einfache Lebensweise aber inzwischen tiefer. Spätestens, wenn alle Schränke sortiert und alles Gerümpel entfernt ist, lohnt es sich, mit dem Ausmisten eine Etage tiefer zu gehen – nicht in den Keller, sondern in sich selbst hinein – um dort mit dem Minimalismus zu beginnen: Wir können materiell unseren Körper und immateriell unseren Geist entgiften, also auch das sortieren, was wir nicht sehen. Was sich Tag für Tag nicht vor, sondern hinter unseren Augen abspielt: Unsere Gedanken.

Indem wir alte Glaubenssätze gehen lassen, der Reizflut von außen mal einen Staudamm bauen und überprüfen, was die innere Stimme uns suggeriert, sorgen wir für Minimalismus im Kopf. Das bedeutet, diesen als Wohnung des Geistes zu begreifen und auch hier Schritt für Schritt zu ordnen. Wahrnehmen, beobachten und hinterfragen: Was brauche ich eigentlich von dem, was sich dort oben abspielt? Was tut mir gut? Und: Habe ich überhaupt noch den Durchblick, oder blicke ich längst durch alles hindurch, weil ich in meinem Kopf noch nie wirklich aufgeräumt habe?

Ununterbrochen saugt er Reize aus der Außenwelt und unserer inneren Welt auf, während wir nur selten seinen Teppich saugen. Wenn sich längst Überholtes als Staub ablagert, wir voll gedankenloser Gedanken und unsere Muster zum Müssen geworden sind, lohnt es sich, auch in unserem Geist zu reduzieren und uns aufs Wesentliche zu zentrieren. Nur wer einen Fokus – Ruhe und Ordnung im Kopf hat, kann beherzt handeln.

Es folgen vier Ideen, wie Minimalismus anstelle von Überfluss in die Wohnung des Geistes einzieht.

1. Die Haustür schließen // Den Input reduzieren

Smartphones, Internet, TV und Werbungen werfen ständig ihre Netze aus, um unsere Aufmerksamkeit zu fesseln und neue Bedürfnisse zu entfachen. Ungefragt prasselt auf uns ein, was uns oft nicht einmal interessiert. Klar ist die Welt oft reizvoll – doch manchmal ist sie nur voller Reize. So, wie Deine Wohnung nur aufgeräumt ist, wenn Du sie putzt, wird unsere Welt nur dann leise, wenn wir dafür sorgen.

Zu Hause lassen wir die Tür ja auch nicht für jeden offenstehen. Und genauso braucht unser Kopf den Rückzug. Sei es, indem wir die Türen schließen und mit geschlossenen Augen und Ohren mal nur uns selbst zuhören oder bewusst wählen, womit wir unsere Sinne füttern. Multitasking ist Chaos für den Geist; Singletasking ein Geschenk. Beschenke Dich und füttere Deine Sinne nicht wahllos, sondern gewählt.

Tipp für Minimalismus im Kopf: Schalte ab und schalte ab. Entwickle medienfreie Zeiten als Ritual und reduziere so den feinstofflichen Müll. Nur aus der Stille kann Großes wachsen und in der Ruhe Erlebtes sich ordnen.

2. Geländer abbauen // Alte Glaubenssätze loslassen

Glaubenssätze sind einst gelernte und für richtig erachtete Strukturen, die unserer Wahrnehmung eine Zeitlang als Gerüst dienen, die Wirklichkeit jedoch später oft verzerren. Während wir sie als Kind beim wackeligen Versuch das Laufen und Leben zu lernen zum Festhalten brauchten, stehen wir heute sicher auf beiden Beinen – und halten uns dennoch am Überholten oder Unwahren fest. Dabei sind wir frei! Wir dürfen die Geländer und Gerüste abbauen. Platz schaffen. Freiheit neu erfinden. Und dann uns selbst. Und unseren eigenen Weg ganz ohne Geländer selbstbewusst gehen.

Indem wir unsere Gedanken-Gänge erkennen, können wir unsere Kopf-Flure sortieren – das ist Aufräumen im Kopf.

Tipp für Minimalismus im Kopf: Werde Dir Deiner Gedankenmuster und Glaubenssätze bewusst und lass sie los. Löse Dich von den Zwängen, die Dich einengen, ohne dass Du es bemerkst. Ersetze sie durch wohlwollende Affirmationen, durch einfache, klare und positiv formulierte Sätze, die Deine Entwicklung fördern und Dir im Heute entsprechen. Stelle dann fest, wie frei Du bist. Affirmationen können Dir helfen, Blockaden zu lösen und festgefahrene Gedankenstrukturen zu entfernen bzw. neue positive und inspirierende Gedankenmuster zu schaffen.

3. Das Licht anmachen // Die Sorgen ausschalten

Im Modus des Autopiloten fahren wir oft ohne Licht durch das Leben. Ein Vorurteil hier, eine negative Annahme dort; hier ein Vergleich und dort eine pessimistische Erwartungshaltung. Viele unserer Gedanken wohnen als Sorgen in unserem Kopf – und ziehen nie aus. Das heißt, sie realisieren sich nicht, sondern machen es sich bei uns gemütlich. Sie warnen, hämmern Bilder oder bohren Gedanken in die Wände fest und lassen es ständig laut sein. Taub für anderes, sehen wir manchmal am Zauber des Lebens vorbei, weil die Sinne schon besetzt sind.

Eine minimalistische Geisteshaltung bedeutet, das Licht einzuschalten, damit es hell wird und wir mithilfe der Achtsamkeit zunächst sehen können, was in unserem Kopf vor sich geht. Ob ständiges Jammern, Grübeln oder Fordern: Wer immer anderes oder stets mehr will, übersieht das bereits Vorhandene. Sei dankbar für das, was ist. Hol Deinen Geist aus dem Keller heraus, öffne die Fenster, lass frischen Wind herein und zünde anschließend eine Kerze an, denn in einem erleuchteten Haus lebt es sich klarer und heiterer.

Tipp für Minimalismus im Kopf: Entscheide Dich, das Jetzt durch einen positiven Filter zu betrachten. Lass Vergangenes Dich prägen, aber nicht beherrschen. Wirf den psychischen Ballast ab, lass los, was Dir nicht guttut und steig in Gedanken zu den Sternen auf.

4. Die Schränke sortieren // Aufgaben notieren

Wie sich Kleidung, Magazine, Kinderspielsachen, Wollknäule usw. scheinbar ganz ohne unser Zutun in der Wohnung verteilen, verbreiten sich auch die Gedanken in alle Richtungen, wenn wir sie nicht sortieren. Hier eine unerledigte Aufgabe, da ein Termin; bis morgen ein Geschenk besorgen, sich sorgen, ob es den Freund pünktlich erreicht. Chaos im Kopf vermeidet Fokus im Handeln. Es hilft, alle Vorhaben zunächst aufzuschreiben. Schon das Notieren verschafft Freiraum und Entspannung, weil nun nichts mehr entfallen und unser Geist sich auf das augenblicklich Wichtige konzentrieren kann.

Tipp für Minimalismus im Kopf: Nutze ein kleines Buch und notiere darin die Dinge, die Du nicht vergessen möchtest – von der Einkaufsliste, über die noch zu tätigen Anrufe bis hin zum Songtext, den Du nach Feierabend bei einem Glas Wein mitlesen möchtest, während Dein aktuelles Lieblingslied läuft. Schreibe alles in das Notizheft. So entsteht kein neues Durcheinander durch viele kleine Zettel, Du vergisst nichts und kannst Dich später am Erledigtem erfreuen. Vademecum (lateinisch: „Gehe mit mir!“) nennt man solch ein Büchlein, das in jeder Tasche Platz findet, sodass man es immer mit sich führen kann – ein Begleiter, den ich nicht mehr missen möchte.

Wer minimalistisch denkt, hat nicht weniger, sondern mehr im Kopf

Minimalismus im Kopf gehört für mich zu einem einfachen Lebensstil nicht nur dazu – jene Geisteshaltung ist inzwischen vielmehr der Anker zur Ausrichtung einer solchen Lebensweise. Sie erfordert Positionierung, Hinschauen und Arbeit und belohnt mit Entwicklung, Klarheit und Fokus. Nur wer innerlich aufgeräumt ist, kann das Chaos im Außen wahrnehmen – und andersherum. Mach Dich auf den Weg: Geh die Gänge Deiner Gedanken ab, sauge Staub, putz die Fenster und lüfte durch. Reduziere und werde dadurch viel mehr als Du schon bist: Viel mehr Du selbst. Mit viel mehr Raum, Durchblick und Übersicht.

Viel Freude dabei.

Johanna Wagner hat auf Einfach bewusst bereits die Gastartikel Wir sind doch nie zufrieden und Zurück zu den Wurzeln und mit den Händen mal wieder die Erde berühren veröffentlicht.

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Mehr Lesen: 10 Gründe, 10 Wege, 10 Bücher

Mehr Lesen: 10 Gründe, 10 Wege, 10 Bücher

„Wenn es mir schlecht geht, gehe ich nicht in die Apotheke, sondern zu meinem Buchhändler.“ (Philippe Dijan)

Lesen als Lebenselixier

Ich bin ein leidenschaftlicher Leser. Sowohl zuhause als auch unterwegs habe ich fast immer ein Buch griffbereit. Ich brauche es wie die Luft zum Atmen und wie Pflanzen zum Essen. An manchen Büchern knabbere ich Wochen, andere verschlinge ich an einem Tag. In den letzten sechs Jahren habe ich fast ein Buch pro Woche gelesen.

Jeder vierte Deutsche liest nie. Denen, die eigentlich gerne lesen, fällt es oft schwer, Zeit dafür zu finden. Immer mehr buhlt um unsere Aufmerksamkeit.

Dieser Beitrag soll Dich motivieren, öfter zu einem (guten) Buch zu greifen. Meine Ausführungen gelten größtenteils auch für E-Books.

10 Gründe, mehr zu lesen

Ich habe lange nach Argumenten gesucht, die gegen das Lesen sprechen. Vergeblich. Für das Lesen hingegen spricht einiges.

  1. Lesen ist beste Unterhaltung. Auf einer einsamen Insel verschollen sein („Robinson Crusoe“), einen Mord im Orient-Express aufklären, im postapokalyptischen Amerika ums Überleben kämpfen („Die Straße“), ohne Geld durch ein Wohlstandsland wandern („Deutschland umsonst“)  – von solchen Abenteuern trennt Dich nur ein Buchdeckel.
  2. Lesen macht belesen und erweitert den Horizont. Voltaire formulierte das schon im 18. Jahrhundert mit spitzer Zunge: „Lest, bildet euch! Allein die Lektüre entwickelt unseren Geist, das Gespräch verwirrt und das Spiel verengt ihn.“
  3. Lesen ist Gehirnjogging. Beim Lesen simuliert das Hirn das fiktive Geschehen, etwa die Handlung in einem Roman. Dabei regt sich der prämotorische Kortex, der wichtig für eine hohe geistige Leistung ist. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die viel lesen, länger mental fit bleiben und seltener an Demenz oder Alzheimer erkranken.
  4. Lesen fördert die soziale Kompetenz. Psychologen der University of Toronto fanden heraus, dass Menschen, die gerne Romane lesen, empathischer sind als Menschen, die wenig schmökern.
  5. Lesen kann sich jeder leisten. Wenn Du Alternativen wie Bibliotheken, öffentliche Bücherschränke und Büchertausch nutzt, gibt es den Lesestoff sogar zum Nulltarif.
  6. Lesen ist minimalistisch. Ein Buch, eine ruhige Ecke, etwas Zeit – mehr braucht es nicht.
  7. Lesen ist nachhaltig. Es gibt nur wenige Hobbys, bei denen man so wenig Ressourcen und Energie verbraucht.
  8. Lesen hat keine Werbepausen. Wer Fernsehen schaut, Radio hört oder im Internet surft, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von Werbung abgelenkt. Bis zu 10.000 Werbebotschaften prasseln pro Tag auf Dich ein. Literatur verschont Dich weitgehend davon.
  9. Lesen reduziert Stress. Genug von der ständigen Erreichbarkeit? Ärger auf der Arbeit? Stress in der Beziehung? Dann schnapp Dir ein Buch, verliere Dich darin und erhole Dich von der Unruhe des Alltags.
  10. Lesen verbessert die Schreibfertigkeit. Wer selbst schreibt, sollte auch regelmäßig lesen. Diesen Rat geben Autoren, die es wissen müssen, wie Hanns-Josef Ortheil, Stephen King und Wolf Schneider.

So wird Lesen zu Deiner Leidenschaft

Obwohl Du nun ein paar gute Gründe fürs Lesen kennst, kann es mit der Umsetzung hapern. Längst haben „bequemere“ Arten der Freizeitgestaltung in unseren Alltag Einzug gehalten. Ich sag nur Fernseher an, Birne aus. Mit den folgenden Tipps und Tricks wirst Du das Lesen bald nicht mehr missen wollen.

  • Mache das Lesen zu Deiner Gewohnheit. Dafür solltest Du mehrere Wochen lang täglich 15 Minuten (oder auch länger) lesen – möglichst immer zur gleichen Tageszeit und am gleichen Ort. Das kann nach dem Aufstehen am Küchentisch sein, mittags in einem Park oder vor dem Schlafen im Bett. Nach und nach wird Dir das Lesen in Fleisch und Blut übergehen. Ist es Dir zur Gewohnheit geworden, möchtest Du es – wie etwa den Kaffee am Morgen – nicht mehr missen.
  • Greife nur zu Büchern, die Dich interessieren und begeistern. Lesen soll kein Zwang, sondern Vergnügen sein.
  • Abbrechen erlaubt. Wenn Du beim Lesen merkst, dass Dir ein Buch nicht zusagt, dann suche Dir eine andere Lektüre.
  • Entkoppel Dich vom Fernseher, vom Internet, vom Handynetz, von der Telefonleitung, vom Knopf im Ohr. Was bleibt Dir dann anderes übrig, als zu lesen?
  • Auch Comics, Graphic Novels, Trivialliteratur und Kinderbücher sind Bücher. Gerade am Anfang kann Dir die leichtere Kost den Zugang zur wunderbaren Welt der Literatur verschaffen.
  • Hole Dir einen Ausweis in der Bücherei. Das kostet nichts oder nur einen geringen Jahresbeitrag. Du wirst erstaunt über die Auswahl sein. Bücher, die nicht vorrätig sind, kannst Du gegen eine geringe Gebühr über die Fernleihe bestellen.
  • Sei allzeit zum Lesen bereit. Habe immer ein Buch in Reichweite, zu Hause, im Zug, auf der Arbeit, im Café und beim Arzt.
  • Gründe mit Freunden einen privaten Buchclub. Die Inhalte und Regeln legt Ihr selbst fest. Ihr könnt zum Beispiel alle das gleiche Buch lesen und dann darüber diskutieren oder wie in der Sendung „Das Literarische Quartett“ Euch gegenseitig Bücher vorstellen.
  • Besuche Lesungen und Buchmessen. Dort kannst Du Autoren und andere Leser kennenlernen und Dich mit ihnen austauschen.
  • Führe Buch über die Bücher, die Du gelesen hast. Solche Listen motivieren, an dem neuen Hobby dranzubleiben. Am besten schreibst Du bei jedem Buch dazu, worum es darin geht und wie es Dir gefallen hat.

Diese 10 Bücher lege ich Dir ans Herz

Um dieses Plädoyer für das Lesen abzurunden, empfehle ich Dir noch zehn Bücher, die mich in den letzten Jahren begeistert und beeindruckt haben. In dem alphabetisch nach Titeln sortierten Stapel findest Du Erzählungen und Romane, Ratgeber und Sachbücher sowie eine Graphic Novel.

Ich wünsche Dir mit diesen oder allen anderen Büchern viel Lesevergnügen und freue mich auf Deinen Kommentar. Gerne kannst Du dort auch Deine Lieblingsbücher hinterlassen.

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Deutschland der Länge nach: Ich bin dann mal da

So schaut die nördlichste Stelle Deutschlands aus. (Foto: Christof Herrmann, 2018)

Vom Haldenwanger Eck in den Allgäuer Alpen bis zum Ellenbogen auf Sylt

„Dann bin ich plötzlich da, an der nördlichsten Spitze Deutschlands. Es ist ein unspektakuläres, aber stimmungsvolles Plätzchen [siehe Foto oben]. Der Strand ist breiter als die Kilometer zuvor, die Düne etwas niedriger. Nur vier Kilometer weiter nördlich leuchten die Sandstrände der dänischen Insel Rømø. Ich habe den Moment des Ankommens für mich allein. Erst nach ein paar Minuten kommen Spaziergänger vorbei. Ich bin tatsächlich jeden möglichen Meter vom Haldenwanger Eck in den Allgäuer Alpen bis zum Ellenbogen auf Sylt gegangen. 1735 Kilometer in 73 Tagen. Das geschafft zu haben, stimmt mich glücklich und erfüllt mich mit Stolz. Es war ein weiter Weg durch Landschaften und Ortschaften, die mir mal mehr mal weniger gefallen haben. Manchmal habe ich mir gewünscht, andere Fernwanderer zu treffen. Umso mehr habe ich die 30 Tage genossen, in denen mir meine Freundin oder Freunde Gesellschaft geleistet haben. Wie immer am Ende einer langen Tour schwingt etwas Wehmut mit. So frei und belebt wie unterwegs fühle ich mich daheim nicht immer. Das ist nicht schlimm, weiß ich doch, dass nach der Fernwanderung vor der Fernwanderung ist.“ So lauten die letzten Zeilen meines abschließenden Berichts meiner Deutschlanddurchquerung, den ich im ICE nach Hause geschrieben und hochgeladen habe.

In 64 Wandertagen durch 7 Bundesländer

Ich mag Statistiken und weiß, dass die auch viele Leser und Leserinnen interessieren. Deswegen folgt nun meine diesjährige Fernwanderung in nackten Zahlen:

1735 Kilometer
1001 schöne Momente und Begegnungen
241 Mücken- und Bremsenstiche
73 Tage
64 Wandertage
49 Euro pro Tag für Übernachtung und Verpflegung
44 Kilometer auf der längsten Etappe
32 Liter Rucksackvolumen
27 Kilometer pro Wandertag
24 Kilometer pro Tag
9 Ruhetage
7 Bundesländer
3 Blasen
2 Beine
1½ Paar Wanderschuhe

E-Book kommt in wenigen Wochen

Sobald ich mich wieder in Franken eingelebt habe (was gewöhnlich nicht lange dauert, weil es hier so schön ist), werde ich die Berichte und Fotos überarbeiten und als E-Book veröffentlichen. Als Extras soll es eine Übersicht und Bewertung aller Etappen, erweiterte Statistiken, die Packliste sowie GPS-Tracks geben. Wer mag, kann so die schönsten Abschnitte nachwandern. Das E-Book wird es nicht auf Amazon, sondern exklusiv auf Einfach bewusst geben. Du kannst Dich in meinen Newsletter eintragen, um die Veröffentlichung zum Einführungspreis nicht zu verpassen. Wer bereits die Berichte von unterwegs gebucht hat, wird einen zusätzlichen Rabatt bekommen.

Auf dem 30 m hohen Roten Kliff auf Sylt. (Foto: Johanna Wagner, 2018)

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„Sei wie eine Briefmarke. Bleib an einer Sache dran, bis du am Ziel bist.“ (Josh Billings)

1274 Kilometer in 55 Tagen

Ich schreibe diese Zeilen aus Soltau in der Lüneburger Heide.

In den letzten acht Wochen bin ich 1274 km gewandert. Drei Viertel meiner „Deutschland der Länge nach“-Tour sind geschafft. Sie führte mich vom südlichsten Punkt Deutschlands, dem Haldenwanger Eck in den Allgäuer Alpen, zum Bodensee, auf dem Schwäbische-Alb-Oberschwaben-Weg und dem Albsteig über die Schwäbische Alb, auf dem Main-Donau-Bodensee-Weg nach Würzburg, auf dem Hochrhöner nach Bad Salzungen, auf dem Naturparkweg Leine-Werra nach Heilbad Heiligenstadt und auf der Via Scandinavica nach Celle.

Seit drei Tagen bin ich auf dem Heidschnuckenweg, der mich bis nach Hamburg bringen wird. Von dort sind es nur noch zwei Wochen bis zum Ellenbogen auf Sylt, dem nördlichsten Punkt Deutschlands.

Meine Berichte und Fotos nun auf 14,95 Euro reduziert

Rund zweimal die Woche berichte ich über meine Abenteuer und Begegnungen unterwegs. Die PDFs gibt es nun zum Preis von 14,95 Euro. Günstiger wird das Live-Paket nicht mehr. Selbstverständlich sind die ersten dreizehn Berichte im Preis inbegriffen und gewähre ich eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie.

Hier erfährst Du alles über meine „Deutschland der Länge nach“-Tour und kannst die Berichte ganz einfach buchen. 

PS: Das erste und das elfte PDF sind kostenlos zum Reinschnuppern online.

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Hummus auf 2 Arten: Klassisch & schnell für unterwegs (Fotos: Christof Herrmann, 2018)

Hummus wird im gesamten arabischen Sprachraum und in Israel serviert – und bei uns in vielen Orient-Imbissen, Szene-Lokalen sowie auf jedem veganen Brunch oder Picknick.

Das Mayo des Ostens liefert viele Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate, die den Körper mit Energie versorgen und zugleich sättigen. Es kommt meist mit etwas (geröstetem) Fladenbrot auf den Tisch. Das Kichererbsenmus schmeckt aber auch auf dem Burger oder in der Falafeltasche, zu Gemüse aus der Pfanne oder dem Ofen, in der Pastasauce, als Dip zu rohen Gemüsesticks oder einfach pur!

Die Zubereitung eines klassischen Hummus ist einfach. Ich nehme meist fertig gegarte Kichererbsen aus dem Glas oder der Dose. Das Einweichen und Kochen ist mir zu umständlich und ich schmecke sowieso kaum einen Unterschied. Ich achte aber darauf, hochwertiges Tahin zu verwenden, das man bei uns am ehesten in arabischen Supermärkten findet. Oft nehme ich etwas mehr von dem Sesammus und lasse ich den Kreuzkümmel und den Knoblauch weg, um einen puristischen Geschmack zu erzielen. Damit das Hummus schön fluffig wird, kommt etwas Wasser in den Mixer und wird das Olivenöl nicht mitpüriert, sondern auf das fertige Kichererbsenmus geträufelt.

Das schnelle Tomaten-Hummus habe ich erst vor ein paar Tagen auf meiner „Deutschland der Länge nach“-Tour zum Picknick zubereitet. Das Rezept entstand letztes Jahr durch einen Zufall. Ich hatte im Tal eingekauft und wollte mir am Berg einen Couscoussalat mit Kichererbsen zubereiten. Allerdings hatte ich vergessen Couscous einzukaufen. So kam es, dass ich Tomatenmark, Olivenöl, Wasser, Salz und Chili (diese Grundzutaten habe ich fast immer auf Fernwanderwerungen im Rucksack) und die Kichererbsen zu einem Aufstrich zerdrückte und mit Brotresten verspeiste. Es war ein überraschendes, simples und köstliches Geschmackserlebnis. Ich habe es seitdem mehrmals zubereitet und möchte es Dir nicht vorenthalten.

Klassisches Hummus

Vegan, orientalisch, proteinreich – Zeit: 15 Min. – Schwierigkeit: leicht

1 Glas oder Dose Kichererbsen (250 g Abtropfgewicht)
4 EL Zitronensaft
4 EL Wasser
4 EL Tahin (Sesammus)
evtl. ½ TL Kreuzkümmel
evtl. 1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
4 EL Olivenöl
evtl. Oliven, gegarte Kichererbsen, Petersilie oder Koriander,und Chili- oder Paprikapulver zum Garneren

  1. Die Kichererbsen in ein Sieb geben und mit frischem Wasser abspülen.
  2. Kichererbsen mit dem Zitronensaft und dem Wasser in einem Mixer oder mit einem Stabmixer in einem hohen Gefäß pürieren.
  3. Das Tahin zugeben und noch mal pürieren, bis eine cremiges Mus entstanden ist.
  4. Mit Salz, Peffer und evtl. Kreuzkümmel und einer fein gehackten Knoblauchzehe abschmecken.
  5. Das Hummus in eine breite Schüssel oder auf Tellern geben, glatt streichen, mit einem Löffel Mulden in die Creme ziehen und dort das Olivenöl hineinträufeln.
  6. Nach Wunsch mit Oliven, frischen Kräutern und Chili- oder Paprikapulver garnieren.

Klassisches Hummus (Foto: Christof Herrmann, 2018

Schnelles Tomaten-Hummus für unterwegs

Vegan, orientalisch, proteinreich, puristisch – Zeit: 10 Min. – Schwierigkeit: leicht

2 EL Tomatenmark
5 EL Wasser
3 EL Olivenöl
1 Glas oder Dose Kichererbsen (250 g Abtropfgewicht)
Salz
Chilipulver
Baguette oder Brot

  1. Tomatenmark, Wasser und Olivenöl mit einer Gabel oder einem Löffel verquirlen.
  2. Das Glas oder die Dose öffnen, das Einweichwasser wegschütten und die Kichererbsen zur Tomaten-Olivenöl-Sauce geben.
  3. Alles mit einer Gabel, einem Löffel oder z. B. der Unterseite des Glases zerdrücken, bis ein Mus entsteht.
  4. Mit Salz und Chilipulver abschmecken.
  5. Brot oder Baguette in Scheiben schneiden und mit dem Tomaten-Hummus bestreichen.

Tomaten-Hummus für unterwegs (Foto: Christof Herrmann, 2018

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