Couscoussalat in drei Varianten (auch für unterwegs)

Taboulé: Libanesischer Salat aus Couscous oder Bulgur.Vegan, perfekt auch für die Outdoor-Küche – Zeit: 20 Min. – Schwierigkeit: leicht

Es ist bald 20 Jahre her, dass ich in einem kleinen Restaurant in Marokko zum ersten Mal Couscoussalat gegessen habe. Seitdem ist er in meinem Rezepte-Repertoire. Ich mag an dem Gericht, dass es so unkompliziert zuzubereiten ist und fast beliebig variiert werden kann.

Couscous stammt aus der nordafrikanischen Küche und wird aus Hartweizengrieß, zuweilen auch aus Gerste oder Hirse hergestellt. Bei uns wird er als vorgegartes und getrocknetes Instantprodukt verkauft und muss nur noch in heißem Wasser quellen. Das macht ihn für die Outdoor-Küche interessant. Auf meiner Radweltreise 2006 bis 2007 habe ich Couscous unzählige Male auf dem Benzinkocher zubereitet – als Beilage, als Süßspeise oder eben als Salat.

Auf meiner diesjährigen Alpenüberquerung hatte ich zwar keinen Kocher, aber eine Tupperdose, einen Teller, ein Schweizer Taschenmesser, Löffel und Gabel, Gewürze und Olivenöl dabei. Nachdem ich herausgefunden hatte, dass Couscous auch mit kaltem Wasser quillt, gab es fast einmal am Tag Couscoussalat und zwar in immer neuen Variationen. Meist mischte ich die Zutaten bereits am Morgen in der Tupperdose. Diese musste ich dann zum Picknick nur noch öffnen. Mit viel Disziplin gelange es mir, das köstliche Gericht nicht zu gierig herunterzuschlingen.

Irgendwann hatten meine Mitwanderer genug von Salami, Brot und Schokolade bzw. von meinen “Hmm”s, “Ahh”s und “Yummy”s. Sie besorgten sich Tupperware, Löffel, Couscous und weitere Zutaten und begannen ebenfalls mit dem Experimentieren.

Im Folgenden findest Du drei Rezepte für Couscoussalat. Taboulé ist ein libanesischer Salat aus Couscous oder Bulgur und reichlich Petersilie, den ich oft zuhause mache. Die anderen beiden Varianten gab es diesen Sommer auf meinem Weg über die Alpen ans Mittelmeer. Die Mengenangaben reichen als Vorspeise oder Beilage für vier Personen, als Hauptgericht für zwei Personen oder für einen extrem hungrigen Alpenüberquerer.

Taboulé:
250 g Couscous
250 ml Wasser
4 Tomaten
2 Frühlingszwiebeln
1 kleine Salatgurke oder 2 Minigurken
1 Bund glatte Petersilie
1 Handvoll Minzblätter
3 EL Olivenöl
3 EL Zitronensaft
Salz
Pfeffer

  1. Couscous ins Wasser geben und quellen lassen. Mit heißem Wasser ist das Getreide in etwa 10 Minuten gar, mit kaltem Wasser dauert es gut doppelt so lange.
  2. Tomaten waschen, entstielen und würfeln.
  3. Frühlingszwiebeln waschen und in Ringe schneiden.
  4. Die Gurke waschen und würfeln.
  5. Petersilie und Minze waschen, die Blätter von den Stielen zupfen und fein hacken.
  6. Den Couscous mit den Tomaten, den Frühlingszwiebeln, der Gurke und den Kräutern mischen.
  7. Für das Dressing Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer mischen.
  8. Das Dressing über das Taboulé geben und gut durchrühren.

Couscoussalat mit Currypulver, Maronen und Räuchertofu:
250 g Couscous
350 ml Wasser
1 Handvoll Maronen (geschält und gegart)
200 g Räuchertofu
3 EL Tomatenmark
Currypulver
Salz

  1. Couscous ins Wasser geben und quellen lassen. Mit heißem Wasser ist das Getreide in etwa 10 Minuten gar, mit kaltem Wasser dauert es gut doppelt so lange.
  2. Die Maronen, den gewürfelten Räuchertofu und das Tomatenmark zum Couscous geben und mischen.
  3. Mit Currypulver und Salz würzen.

Couscoussalat mit Currypulver, Maronen und Räuchertofu.
Couscoussalat mit Paprika, Oliven und getrockneten Tomaten:
250 g Couscous
350 ml Wasser
1 Paprika
1 Handvoll Oliven
1 Handvoll getrocknete Tomaten
1 Handvoll Haselnüsse
2 EL Olivenöl
Kräuter der Provence
Salz
Pfeffer

  1. Couscous ins Wasser geben und quellen lassen. Mit heißem Wasser ist das Getreide in etwa 10 Minuten gar, mit kaltem Wasser dauert es gut doppelt so lange.
  2. Die Paprika waschen, entkernen und würfeln.
  3. Die Oliven und die getrockneten Tomaten in Scheiben schneiden.
  4. Paprika, Oliven, getrocknete Tomaten, Haselnüsse und Olivenöl zum Couscous geben und vermischen.
  5. Mit Kräuter der Provence, Salz und Pfeffer würzen.

Couscoussalat mit Paprika, Oliven und getrockneten Tomaten.
Tipp:
– Wieviel Wasser man zum Couscous hinzufügen sollte, ist abhängig von den weiteren Zutaten. Tomaten und Gurken enthalten viel Wasser, so dass das Getreide noch “nachquillt”.
– Bereitet man den Couscoussalat zuhause zu, lässt man ihn am besten abgedeckt im Kühlschrank eine Stunde ziehen.

Sakha!

Hast Du eine Idee, welche Zutaten man noch für einen veganen Couscoussalat kombinieren könnte? Dann hinterlasse doch Deine Variante in den Kommentaren.

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Salzburg-Triest 2014 - Foto: Nanni, Johann, Ritschi, Bettina, Mario und die Hohen Tauern.

Mission erfüllt: Minimalistisch, nachhaltig und vegan über die Alpen

Seit drei Tagen bin ich zurück in Franken. Mit Stolz und Freude kann ich verkünden, dass ich mein Vorhaben, minimalistisch, nachhaltig und vegan über die Alpen zu wandern, in die Tat umgesetzt habe. Ich war mit wenig Gepäck unterwegs, bin jeden Meter gelaufen, habe in Berghütten und einfachen Pensionen geschlafen und habe ausschließlich Pflanzen gegessen.

Dass es nicht so schwierig ist, sich auf einer Fernwanderung im Gebirge vegan zu ernähren, habe ich in meinen Tagesberichten beschrieben. Sie wurden jeweils 1.000 bis 1.500 Mal gelesen und sind im Facebook-Album Alpenüberquerung Salzburg-Triest 2014 gesammelt. Manche Leser haben sich gewundert, dass es mittags oft Couscoussalat gab. Das ist schnell erklärt. Das Getreide quillt auch mit kaltem Wasser (ich nehme auf meinen Touren keinen Kocher mit), der Salat kann in immer neuen Varianten zubereitet werden und schmeckt einfach lecker. Ich werde den Couscoussalat wohl in meine Rezepte aufnehmen müssen. Zum Thema “Vegane Ernährung in den Alpen” wird es ebenfalls einen extra Blogartikel geben.

Salzburg-Triest 2014 - Foto: Zum Picknick gab es oft Couscoussalat, da man ihn in den unterschiedlichsten Varianten zubereiten kann und das Couscous auch mit kaltem Wasser quillt.

Die Statistiken

Wie schon nach der letztjährigen Alpenüberquerung mit Stephi und meiner Tour im Frühjahr auf dem Fränkischen Gebirgsweg werfe ich mit Zahlen um mich. Sie sind gerade für jene interessant, die die Route nachgehen möchten. Im Schnitt müssen täglich 19 Kilometer, 930 Höhenmeter im Aufstieg und 950 Höhenmeter im Abstieg bewältigt werden und zwar vier Wochen lang, auf oft schwierigen Wegen und beladen mit einem hoffentlich nicht zu schweren Rucksack.

1 Blase
4 Länder
16 Mitwanderer
19 Kilometer pro Etappe
27 Etappen
28 Tage
33 Kilometer auf der längsten Etappe
35 Liter Rucksackvolumen
506 Kilometer
932 Höhenmeter im Aufstieg pro Etappe
948 Höhenmeter im Abstieg pro Etappe
1.001 schöne Momente und Begegnungen
1.817 Fotos
1.990 Höhenmeter im Aufstieg auf der bergigsten Etappe
25.166 Höhenmeter im Aufstieg
25.588 Höhenmeter im Abstieg
920.000 Schritte

Alpenüberquerung Salzburg-Triest 2014 - Foto: Das Sieben-Seen-Tal in den Julischen Alpen begeistert mit seiner alpinen Tier- und Pflanzenwelt.

Die Etappen

Im Folgenden führe ich die Etappen meiner Alpenüberquerung Salzburg-Triest 2014 auf. Sie unterscheiden sich doch ziemlich von der letztjährigen Route. Die neuen Abschnitte in den Berchtesgadener Alpen, in den Hohen Tauern und in den Julischen Alpen haben mich begeistert. Zwar ist hier und da noch eine Überarbeitung nötig, aber ich denke, dass die Route zu 95 % steht.

Berchtesgadener Alpen (Österreich & Deutschland)
1 Salzburg (424 m) – Toni-Lenz-Hütte (1450 m), 18 km, ↑ 1300 m, ↓ 270 m
2 Toni-Lenz-Hütte (1450 m) – Berchtesgaden (610 m), 17 km, ↑ 710 m, ↓ 1650 m
3 Berchtesgaden (610 m) – Gotzenalm (1685 m), 19 km, ↑ 1400 m, ↓ 325 m
4 Gotzenalm (1685 m) – Kärlingerhaus (1638 m), 21 km, ↑ 1150 m, ↓ 1197 m
5 Kärlingerhaus (1638 m) – Maria Alm (802 m), 17 km, ↑ 620 m, ↓ 1456 m

Salzburger Schieferalpen (Österreich)
6 Maria Alm (802 m) – Rieser Aste (1420 m), 17 km, ↑ 1250 m, ↓ 632 m
7 Rieser Aste (1420 m) – Bucheben (1100 m), 28 km, ↑ 600 m, ↓ 920 m

Goldberggruppe (Hohe Tauern, Österreich)
8 Bucheben (1100 m) – Duisburger Hütte (2572 m), 19 km, ↑ 1990 m, ↓ 518 m
9 Duisburger Hütte (2572 m) – Fraganter Schutzhaus (1810 m), 13 km, ↑ 600 m, ↓ 1362 m
10 Fraganter Schutzhaus (1810 m) – Rangersdorf (860 m), 23 km, ↑ 1050 m, ↓ 2000 m

Kreuzeckgruppe (Hohe Tauern, Österreich)
11 Rangersdorf (860 m) – Hugo-Gerbers-Hütte (2347 m), 13 km, ↑ 1757 m, ↓ 270 m
12 Hugo-Gerbers-Hütte (2347 m) – Feldnerhütte (2182 m), 11 km, ↑ 800 m, ↓ 965 m
13 Feldnerhütte (2182 m) – Weißbriach (822 m), 33 km, ↑ 1100 m, ↓ 2460 m

Gailtaler Alpen (Österreich)
14 Weißbriach (822 m) – Hermagor (603 m), 13 km, ↑ 50 m, ↓ 269 m

Karnischer Hauptkamm (Österreich & Italien)
15 Hermagor (603 m) – Feistritzer Alm (1722 m), 20 km, ↑ 1700 m, ↓ 581 m
16 Feistritzer Alm (1722 m) – Rifugio Zacchi (1380 m), 25 km, ↑ 950 m, ↓ 1292 m

Julische Alpen (Slowenien)
17 Rifugio Zacchi (1380 m)- Dom v Tamarju (1108 m), 11 km, ↑ 900 m, ↓ 1172 m
18 Dom v Tamarju (1108 m) – Poštarski dom (1688 m), 7 km, ↑ 930 m, ↓ 350 m
19 Poštarski dom (1688 m) – Pogačnikov dom (2050 m), 11 km, ↑ 1050 m, ↓ 688 m
20 Pogačnikov dom (2050 m) – Triglavskih jezerih (1685 m), 22 km, ↑ 1500 m, ↓ 1865 m
21 Triglavskih jezerih (1685 m) – Tolmin (225 m), 32 km, ↑ 1000 m, ↓ 2460 m

Friaul-Julisch Venetien (Italien)
22 Tolmin (225 m) – Tribil di Sopra (624 m), 20 km, ↑ 1100 m, ↓ 701 m
23 Ruhetag in Tribil di Sopra
24 Tribil di Sopra (624 m) – Castelmonte (618 m), 15 km, ↑ 520 m, ↓ 526 m
25 Castelmonte (618 m) – Cormòns (56 m), 24 km, ↑ 250 m, ↓ 812 m
26 Cormòns (56 m) – Doberdò del Lago (134 m), 20 km, ↑ 250 m, ↓ 172 m
27 Doberdò del Lago (134 m) – Aurisina (153 m), 22 km, ↑ 419 m, ↓ 400 m
28 Aurisina (153 m) – Triest (2 m), 15 km, ↑ 220 m, ↓ 371 m

Salzburg-Triest 2014 - Foto: Marcus, Andrea, Johann und Nanni am Treffpunkt der Alpenüberquerer im Mirabellgarten in Salzburg.

Wer ist 2015 dabei?

Prinzipiell war ich als Solowanderer unterwegs. Da aber diesen Sommer bereits 30 andere meiner Route gefolgt sind, hatte ich auf den meisten Etappen Begleitung. Rund die Hälfte der Zeit bin ich mit Marcus, Sebastian (die beiden sind meines Wissens die ersten, die die Alpenüberquerung Salzburg-Triest komplett und ohne Hilfe von öffentlichen Verkehrsmitteln absolviert haben) und Peter gewandert. Mehrere Tage haben sich uns Bettina, Mario und Ritschi sowie Nanni und Johann angeschlossen. Einmal waren wir sogar eine Gruppe von neun Personen.

Ich gehe davon aus, dass ich vom Verlag einen Zusage für den Wanderführer bekomme. Dann würde ich nächstes Jahr ein weiteres Mal in Salzburg starten und das Buch 2016 auf den Markt bringen.

So oder so kann jeder, der es sich zutraut, den Weg 2015 in Angriff nehmen. Erste Anlaufstelle ist die Themenseite der Alpenüberquerung Salzburg-Triest. Die genaue Route sowie alle wichtigen Informationen jeder Etappe habe ich in einem PDF zusammengestellt, das ich allen Interessierten gerne schicke. Hinterlasse dafür einfach einen Kommentar oder schreibe mir eine E-Mail.

Auch für alle, die keinen Wanderpartner haben und nicht alleine starten möchten, habe ich gute Nachrichten. An jedem Sonntag im Juli und August 2015 ist um 10 Uhr im Mirabellgarten in Salzburg Treff- und Startpunkt der Alpenüberquerer. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du nur die erste Etappe gehst oder bis ans Mittelmeer möchtest. Natürlich sollte jeder selbstständig sein und eigenes Kartenmaterial haben. Schließlich ist es nicht sicher, ob sich Wandergruppen auf Dauer bilden. Nähere Infos dazu gibt es in den nächsten Monaten. Schau einfach ab und zu auf Einfach bewusst vorbei oder trage Dich in meinen Newsletter ein, um nichts zu verpassen.

Das obige Foto zeigt übrigens Marcus, Andrea, Johann und Nanni beim diesjährigen Start im Mirabellgarten. Die roten Bänder an unseren Rucksäcken sind das Erkennungszeichen der Alpenüberquerer. Rot ist die gemeinsame Farbe der Flaggen von Österreich, Deutschland, Slowenien und Italien. Vielleicht ziert solch ein Band demnächst auch Deinen Rucksack …

Salzburg-Triest 2014 - Foto: Die Fernwanderung endet auf der eindrucksvollen Piazza dell'Unità, die jeden Abend festlich beleuchtet wird.

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Julische Alpen in Sicht. (Foto: Stephanie Spörl, 2013)

“Auf die Berge will ich steigen.” (Heinrich Heine, deutscher Dichter, 1797 – 1856)

Von Salzburg nach Triest auf optimierter Route

Ich bin aufgeregt wie ein Kind vor der Bescherung. Morgen in aller Frühe geht es mit dem Zug nach Salzburg. Dort beginnt meine Wanderung über die Alpen nach Tolmin in Slowenien und weiter nach Triest an der italienischen Adria. Stephi und ich haben uns die Route letztes Jahr ausgedacht und sie dann in 23 anstrengenden Etappen gemeistert. Für 2014 habe ich die Route optimiert.

Eine Alpenüberquerung etabliert sich

Leider kann Stephi diesmal nicht mitkommen. Ganz ohne Begleitung werde ich trotzdem nicht über die Berge steigen. Rund 25 Wanderer sind heuer auf der Alpenüberquerung Salzburg-Triest unterwegs. Einige wollen sogar den kompletten Weg gehen. Allein am morgigen Sonntag starten neun Abenteuerer. Als unverbindlichen Treffpunkt haben wir den Mirabellgarten im Salzburger Zentrum ausgemacht. Ansonsten sieht man sich wohl auf dem Weg oder in der Unterkunft, hängen doch als Erkennungszeichen rote Bändchen an unseren Rucksäcken (Rot ist die Farbe, die in den Flaggen der vier Länder Österreich, Deutschland, Italien und Slowenien vorkommt).

Es haben bereits mehrere angekündigt, 2015 die neue Route zu gehen. Ich freue mich über das Interesse und erhoffe mir reichlich Feedback, schließlich möchte ich 2016 einen Wanderführer über die Alpenüberquerung Salzburg-Triest veröffentlichen.

Alpenüberquerer auf dem Traumpfad München-Venedig. (Foto: Christof Herrmann, 2012)

Wenig Gepäck und wenige Aufgaben

Ich werde die nächsten vier Wochen sehr minimalistisch leben. Dazu gehört, dass ich mich auf wenige Aufgaben konzentriere. Tagsüber werde ich wandern. Abends werden ich mir Notizen zur Route machen und einen Erlebnisbericht veröffentlichen. Nachts werde ich regenerieren.

Auch mein Gepäck ist auf das Nötigste reduziert. Alles, was ich brauche, passt in einen 32-Liter-Rucksack. Würde ich nicht vegan über die Alpen laufen, käme ich mit einem kleineren Rucksack aus, da ich weniger Proviant benötigen würde.

Vegan über die Alpen

Ich ernähre mich seit Anfang des Jahres vor allem aus ethischen Gründen rein pflanzlich. Die Alpenüberquerungen 2012 und 2013 habe ich als Vegetarier absolviert. Vor ein paar Wochen bin ich als Veganer im Mittelgebirge auf dem Fränkischen Gebirgsweg unterwegs gewesen.

Nun möchte ich zum ersten Mal vegan über die Alpen kommen. Ich gehe davon aus, dass auf manchen Berghütten nur Gerichte mit tierischen Produkten auf der Karte stehen. Ist in der Küche viel los, wird man keine Extrawurst für mich braten. Um mich jederzeit selbst versorgen zu können, werde ich ausreichend Proviant einpacken. Ich leiste mir sogar den Luxus, Olivenöl und einen 6-fach Gewürzstreuer mitzunehmen, damit das Tomatenbrot nicht zu fad schmeckt. Für die ersten Tage sind Energieriegel und Hummus griffbereit, die ich vorhin selbst gemacht habe.

Sorgen bereiten mir die Wegabschnitten, in denen ich tagelang an keinem Supermarkt vorbeikomme und die Kommunikation schwierig ist. Einen Sprachführer für Slowenien habe ich auf dem Handy, einen für Italien in der Seitentasche meines Rucksacks. Nur das Wort vegan ist darin nicht zu finden.

Grandioser Blick vom Kärlingerhaus im Steinernen Meer. (Foto: Christof Herrmann, 2013)

Hin zu Fuß, zurück mit dem Zug

Ich versuche meinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Seit Anfang des Jahres konnte ich diesen weiter verringern, indem ich auf eine vegane Ernährung umgestellt habe, mein Auto verkauft habe und mit Stephi zusammengezogen bin.

Auch die Alpenüberquerung soll nachhaltig ausfallen. Ich reise mit der Bahn an, laufe ab Salzburg jeden Meter und fahre von Triest mit der Bahn oder dem Bus zurück in die Heimat. Geschlafen wird in einfachen Berghütten und Pensionen im Tal. Auf der Toni-Lenz-Hütte am ersten Abend wäscht man sich am Brunnen. Wer braucht schon Duschen?

Allabendliche Tagesberichte

Wie schon auf meinen letzten Touren werde ich auch diesmal über die kleinen Abenteuer, die netten Begegnungen und die unvermeidlichen Schwierigkeiten berichten. Jeden Abend schreibe ich auf meinem Smartphone einen Text, den ich auf meiner Facebook-Seite veröffentliche. Um diesen zu lesen, brauchst Du keinen Facebook-Account. Falls ich einmal keinen Empfang habe, reiche ich den Bericht am nächsten Tag nach. Ich würde mich freuen, wenn Du “mitwanderst”.

Hier geht es zu den allabendlichen Tagesberichten!

Der Golf von Triest ist das Ziel der Alpenüberquerung Salzburg-Triest. (Foto: Stephanie Spörl, 2013)

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Warum Wandern minimalistisch ist

Warum Wandern minimalistisch ist - Foto: Rapsfelder in der Fränkischen Schweiz. (Christof Herrmann, 2014)

“Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.” (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

Plötzlich auf dem Jakobsweg

Gestern war ich mit meinem Vater zum Wandern verabredet. Wir trafen uns am Bahnhof Eggolsheim und liefen in drei Stunden zum Kreuzberg bei Hallerndorf. Nach der Einkehr im Bierkeller fuhr mein Vater mit Bus und Bahn zurück. Ich wollte mich noch mehr bewegen, fühlte mich gut und hatte ausreichend Wasser dabei. Also entschloss ich mich spontan, weiter zu wandern, nach Hause, um genauer zu sein. Ich hatte nämlich an der Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg die Markierung des Jakobsweges entdeckt, der direkt an unserer Haustür vorbeiführt.

Dieser Blogartikel entstand beim Wandern

Ich sollte meinen Entschluss nicht bereuen. Der Gang durch den angenehm temperierten Wald war ein Genuss. Bis zu den ersten Häusern von Forchheim hatte ich all die Kleinode der Natur für mich allein. Unterwegs stellt ich mir die Frage, warum ich so gerne wandere. Neben dem Naturerlebnis, der reinen Luft und der Bewegung kam mir ein Grund in den Sinn: Weil Wandern minimalistisch ist! Ich erkannte zu meiner Überraschung, dass ich schon immer diese Einfachheit am Wandern geliebt habe. Am späten Nachmittag traf ich etwas müde, aber ziemlich zufrieden zuhause ein. Ich hatte 28 km in den Beinen und diesen Blogartikel im Kopf.

5 Gründe, warum Wandern minimalistisch ist

Der Zusammenhang zwischen Bewegung und Hirnleistung ist wissenschaftlich nachgewiesen. Kein Wunder, dass mir gestern eine Reihe von Gründen eingefallen ist, warum Wandern minimalistisch ist. Hier die fünf wichtigsten:

  • Gehen ist die ursprünglichste und natürlichste Fortbewegungsart des Homo sapiens. Und Wandern ist nichts anderes als Gehen in der Landschaft. Rennen, Radeln, Zug fahren und Autofahren hingegen sind gescheiterte Versuche, etwas Perfektes zu verbessern.
  • Beim Wandern wird niemand ausgeschlossen, denn gehen kann fast jeder. Wer es aus körperlichen oder Altersgründen nicht schafft, muss nicht unbedingt in die Röhre gucken. Es gibt Baby-/Kindertragen, geländetaugliche Kinderwagen und barrierefreie Wanderwege.
  • Gutes Schuhwerk, Sonnen- und Regenschutz, ausreichend Wasser – viel mehr braucht man nicht, um zu starten. Erst wenn man tagelang durchs Flachland oder Mittelgebirge marschieren oder über die Alpen steigen möchte, sollte man sich mehr Gedanken über die Ausrüstung machen. Auch dann gilt: Weniger ist mehr.
  • Wandergebiete gibt es überall. Weite Anreisen sind nicht nötig. Selbst in Großstädten finden sich Möglichkeiten wie der Englische Garten in München, Havel und Wannsee in Berlin oder der Alsterwanderweg in Hamburg. Oft bietet es sich an, direkt von zuhause loszulaufen. Meine bisher längste Tour führte mich von meiner Haustür in Franken in 52 Tagen nach Venedig.
  • Wandern ist nicht nur minimalistisch, sondern lehrt uns auch im Alltag einfacher zu leben. Wir werden unterwegs so reich beschenkt, dass es uns an nichts fehlt, so wenig wir auch mitnehmen. Sind wir mit allen Sinnen dabei, kann uns das Naturerlebnis zu unseren Wurzeln und dem, was für uns wichtig ist, führen. Der US-amerikanische Philosoph und Schriftsteller Ralph Waldo Emerson brachte dieses Erlebnis im 19. Jahrhundert mit den wunderschönen Worten zum Ausdruck: “Abends ging ich hinaus in die Dunkelheit, da sah ich einen schimmernden Stern und hörte einen Frosch quaken. Die Natur schien zu sagen: Nun? Ist das nicht genug?”

Das Gehen geht auch kompliziert

Wir Menschen haben den hanebüchenen Hang, Einfaches kompliziert zu machen. Diese Gefahr besteht auch beim Wandern. Man kann ans Ende der Welt fliegen, um einen Trail zu gehen, den man angeblich einmal im Leben gemacht haben muss. Man kann sich zu Tode schleppen. Man kann vor lauter Ausrüstungsfetischismus nicht mehr zum Wandern kommen. Man kann wandern, obwohl man keine Lust dazu hat …

Mach es einfach, im doppelten Sinne

Keep it simple! Ich empfehle, auf wenige, aber hochwertige Ausrüstungsgegenstände zu setzen. Und dann einfach machen: Raus in die Natur. Die Luft einatmen. Staunen. Wandern. Genießen.

Warum Wandern minimalistisch ist - Foto: Stephi geht den Anstieg zum Hundstein an, im Hintergrund das Steinerne Meer. (Christof Herrmann, 2013)

Bist Du auch der Meinung, dass Wandern minimalistisch ist? Fällt Dir ein weiterer Grund ein, warum das so ist?

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Gelesen im Juli: No meat athlete, Die Reise der Pinguine, Der Boxer …

Ich hatte diesen Monat offensichtlich wieder ein paar Gründe zu lesen. Es sind fünf Bücher und über 900 Seiten zusammengekommen.

Mein Buch des Monats ist Matt Fraziers “No meat athlete”. Vegane Sportler und alle, die es werden möchten, kommen daran einfach nicht vorbei.

Aber auch “Der Boxer – Die wahre Geschichte des Hertzko Haft” von Reinhard Kleist ist jedem ans Herz gelegt, der erfahren möchte, wie spannend und anspruchsvoll eine Graphic Novel sein kann.

Fach- und Sachliteratur

  1. No meat athlete von Matt Frazier (Erscheinungsjahr: 2014, meine Bewertung: 5 von 5 Sternen)
    Matt Frazier betreibt seit vier Jahren den erfolgreichsten englischsprachigen Blog für vegane Läufer. Sein Buch “No meat athlete” ist nun auch auf deutsch erschienen. Zwar merkt man manchen Texten an, dass sie ursprünglich für den Blog geschrieben wurden, aber das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ernährungsgrundlagen, Kochrezepte, Motivationstipps, Trainingsmethoden, Trainingspläne – “No meat athlete” ist eine Fundgrube für Anfänger und für erfahrene Läufer gleichermaßen. Die meisten Ratschläge lassen sich auch für andere Sportarten und fürs Wandern anwenden.
  2. Die Reise der Pinguine von Luc Jacquet  (2005, 4 Sternen)
    Reich bebildertes Buch zum gleichnamigen Dokumentarfilm über die beschwerlichen Wanderungen der Kaiserpinguine zu ihren Brutstätten und Jagdrevieren in der Antarktis.

Belletristik

  1. Sandsturm, Liebesstille von Bianca Savcenco (2014, 3 Sterne)
    Dieser Roman handelt vom Leben deutscher Expats in Tripolis vor dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Libyen Anfang 2011. Spannend wird es erst im letzten Viertel, wenn der politische Umsturz die Protagonisten zur Ausreise zwingen. Davor erfährt man für meinen Geschmack zu viel über die Problemchen und Liebschaften wohlhabender Auslandsdeutsche. 
  2. Das literarische Kaleidoskop von Regina Kehn (Illustratorin und Herausgeberin) (2013, 4 Sterne)
    Regina Kehn erweckt Poesie und Prosa bedeutender Autoren wie Theodor Storm, Christian Morgenstern, Franz Kafka und Daniil Charms zu neuem Leben, indem sie die Texte Satz für Satz illustriert. Bezaubert sowohl Kinder als auch Erwachsene!

Comics

  1. Der Boxer – Die wahre Geschichte des Hertzko Haft von Reinhard Kleist (2012, 4,5 Sterne)
    Hertzko Haft musste in Schaukämpfen im Konzentrationslager Jaworzno um sein Leben boxen. Als das KZ wegen der heranrückenden Roten Armee aufgelöst wurde und die noch lebenden Häftlinge auf Todesmärsche geschickt wurden, gelang Haft die Flucht. 1948 wanderte er in die USA aus und wurde Profiboxer. Nachdem er einen von der Mafia manipulierten Kampf gegen den späteren Schwergewichtsweltmeister Rocky Marciano verlor, beendete er seine Karriere und machte sich als Gemüsehändler selbstständig. Auf Basis dieser verstörenden Erinnerungen gestaltete Reinhard Kleist einen Comic, der von April bis September 2011 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und 2012 als Album-Ausgabe im Carlsen Verlag veröffentlicht wurde.

Und was liest Du gerade? Welches Buch kannst Du mir und meinen Lesern empfehlen?

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