Packliste für eine mehrtägige, minimalistische Mittelgebirgswanderung (Foto: Christof Herrmann, 2013)

“Souverän ist nicht, wer viel hat, sondern wenig braucht.” (Niko Paech)

Eigentlich wollte ich heute verkünden, dass ich ab morgen mit meiner Freundin auf dem Steigerwald Panoramaweg von Bamberg nach Bad Windsheim laufe. Leider hat sich Stephi nun beim Sport einen Muskelfaserriss zugezogen. Wir werden die 161 km wohl ein anderes Mal angehen müssen.

Meine Packliste möchte ich an dieser Stelle trotzdem veröffentlichen. Sie ist Anregung für alle, die gerne eine mehrtägige Wanderung durchs Mittelgebirge unternehmen würden, bisher aber vom Gedanken an einen schweren Rucksack abgeschreckt wurden.

Nach einigen Fernwanderungen, etwa auf dem Traumpfad München – Venedig im letzten Jahr, weiß ich, dass ich bereits ab 10 kg jedes zusätzliche Kilo auf dem Rücken verfluche. Schläft man in Hotels und Pensionen und kehrt zum Essen ein, ist es nicht schwierig, diese Grenze zu unterschreiten. Extremes Wetter muss man im Mittelgebirge nicht befürchten. Auch sonst sind an die Ausrüstung keine besonderen Anforderungen gestellt.

Mit einer Waage beim Packen und etwas Mut zum Weglassen passt alles in einen Rucksack, den manch einer für Tagestouren verwendet. Je nachdem was ich gerade anhabe und wie viel Wasser ich mit mir führe, wiegt mein Rucksack zwischen 6,5 und 8,5 kg. So macht Wandern Spaß! Mal wieder zeigt sich, dass weniger mehr ist.

Rucksack & Packen

Anzahl Produkt Detail Gewicht
1 Rucksack Deuter Futura 32, mit integrierter Regenhülle 1.700
3 Netz/-Packbeutel 60
1.760

Kleidung

Anzahl Produkt Detail Gewicht
1 Hikingschuhe Salomon XA Pro 3D Ultra 2 GTX, Goretex 950
1 Barfußschuhe Sole Runner T1 Allrounder 320
3 Socken 180
3 Funktionsunterhose 140
1 Nachtwäsche Traveler’s Tree Adventure Nightwear, kurz 130
1 Hose The North Face, Softshellhose 570
1 Zip-Hose Vaude Farley Zip Off Pants Long Size III 360
1 Langarmshirt Patagonia, Merionowolle 180
1 T-Shirt 150
1 Fleece Bergans Park City 380
1 Jacke Mountain Equipment Trojan Hooded, Softshell 540
1 Regenhose Berghaus Paclite Gore-Tex 220
1 Regenjacke Marmot Pro Shell Gore-Tex 400
4.520

Sonnenschutz

Anzahl Produkt Detail Gewicht
1 Sonnenhut 50
1 Sonnenbrille 30
1 Brillenetui 40
1 Sonnencreme La Roche-Posay Anthelios, LSF 30 60
1 Lippenpflegestift Sun Dance, LSF 20 10
190

Hygiene & Apotheke

Anzahl Produkt Detail Gewicht
1 Kulturbeutel Vaude UL Washbag 120
1 Zahnbürste 10
1 Zahncreme Ajona Zahncremekonzentrat 15
1 Rasieröl 140
1 Rasierhobel Mühle Grande 100
1 Kamm 15
1 Duschgel/Shampoo auch für Kleidungswäsche 100
1 Deo 50
1 Toillettenpapier 40
2 Taschentücher 50
1 Erste-Hilfe-Set 80
1 Blasenpflaster 10
730

Verpflegung

Anzahl Produkt Detail Gewicht
1 Becher 120
1 Löffel 15
1 Taschenmesser Victorinox Huntsman 100
2 Trinkflasche Sigg Classics Swiss Quality, Aluminium, 0,6 l 220
4 Müllbeutel 5
4 Gummiband 5
1 Notproviant Studentenfutter, Energieriegel 350
815

Orientierung & Kommunikation

Anzahl Produkt Detail Gewicht
2 Wanderkarten Topographische Karte, 1:50.000 180
1 Wanderführer 20
1 Gastgeberverzeichnis 100
1 Notiz-/Reisetagebuch 70
1 Stift 10
1 Handy Samsung Galaxy S1 120
1 Handyladegerät 20
520

Fotoausrüstung

Anzahl Produkt Detail Gewicht
1 Digitalkamera Sony DSC-RX100 Cyber-shot 220
1 Ladekabel 120
1 Fototasche 70
410

Geld & Ausweis

Anzahl Produkt Detail Gewicht
1 Geldbeutel 80
1 Bargeld 30
1 EC-Karte 10
1 Kreditkarte 10
1 Personalausweis 10
1 Krankenversicherungskarte 10
150

 

Gesamtgewicht mit 1,2 l Wasser: 10.295
Gesamtgewicht ohne Wasser: 9.095
Gesamtgewicht auf dem Rücken ohne Wasser: 6.935
Gesamtgewicht auf dem Rücken mit Wasser: 8.135

 

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Eine meiner Lieblingswanderungen in der Fränkischen Schweiz führt von Behringersmühle über Köttweinsdorf und Engelhardsberg nach Muggendorf. Auf den 15 Kilometern lernt man fast alles kennen, was die Schönheit dieser Region ausmacht: Das tief eingeschnittene Tal der Wiesent, wilde Laubwälder, imposante Höhlen und bizarre Dolomitfelsen.

Die Tour ist in meinem Buch Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz beschrieben und in leicht abgewandelter Form auch in Biergartenwanderungen in Franken zu finden, das ich derzeit für die Neuauflage komplett überarbeite.

Als ich nun Besuch von meinen Freunden Verena und Andreas Jeitler aus Graz bekam, nutzten wir die Gelegenheit, die Wanderung im Herzen der Fränkischen Schweiz gemeinsamen zu machen. Verena und Andreas arbeiten als Fotografen und Vortragsreisende mit den Schwerpunkten Wandern in den Alpen und Fernreisen auf dem Rad.

Die folgenden Fotoimpressionen stammen – mit Ausnahme der drittletzten – von Andreas Jeitler.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Wiesen, Felder, Wälder - und wir Wanderer mittendrin. (Foto: Andreas Jeitler)

Wiesen, Felder, Wälder – und wir Wanderer mittendrin.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Blüten nach einem Schauer. (Foto: Andreas Jeitler)

Blüten nach einem Schauer.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Durch wilden Buchenwald lässt es sich beschwingt marschieren. (Foto: Andreas Jeitler)

Durch wilden Buchenwald lässt es sich beschwingt marschieren.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Die imposante Versturzhöhle Riesenburg. (Foto: Andreas Jeitler)

Die imposante Versturzhöhle Riesenburg.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Schöne Lichtstimmung bei Engelhardsberg. (Foto: Andreas Jeitler)

Schöne Lichtstimmung bei Engelhardsberg.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Vom Adlerstein, dem höchsten Punkt der inneren Fränkischen Schweiz, ... (Foto: Andreas Jeitler)

Vom Adlerstein, dem höchsten Punkt der inneren Fränkischen Schweiz, …

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: ... blickt man bis zu den Höhenzügen des Fichtelgebirges. (Foto: Andreas Jeitler)

… blickt man bis zu den Höhenzügen des Fichtelgebirges.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Wenig später stehen wir auf einem mächtigen Dolomitfelsen ... (Foto: Christof Herrmann)

Wenig später stehen wir auf einem mächtigen Dolomitfelsen …

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: ... und genießen die Aussicht ins Wiesenttal. (Foto: Andreas Jeitler)

… und genießen die Aussicht ins Wiesenttal.

Fotoimpressionen Fränkische Schweiz: Zum Finale führt unser Wanderweg durch die 65 Meter lange Oswaldhöhle. (Foto: Andreas Jeitler)

Zum Finale führt unser Wanderweg durch die 65 Meter lange Oswaldhöhle.

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Interview mit Reiseautor Michael Moll (Foto: Michael Moll, www.dieweltenbummler.de)

Sporadischen Kontakt zum Reisebuchautor Michael Moll aus Essen hatte ich schon länger. Als er jedoch vor ein paar Wochen in einem Kommentar zu meinem Blogartikel Nachhaltiges Reisen: Lübeck und Aachen mit Eifel verriet, dass er seit Ewigkeiten nicht mehr geflogen ist und trotzdem Fernreisen unternommen hat, wurde ich hellhörig. Ich bat ihn um ein Interview. Dieses ist alles andere als minimalistisch kurz geworden, dreht sich aber um die drei Hauptthemen meines Blogs: Reisen, Minimalismus und Nachhaltigkeit.

Christof Herrmann: Michael, Du bist seit 1994 in kein Flugzeug mehr gestiegen. Warum?

Michael Moll: Entstanden ist das in erster Linie durch meine Flugangst. Ich habe nach meinem letzten Flug – es war eine gewonnene Reise und erst meine zweite Flugreise – geschworen, dass ich nie wieder einen Flieger betreten werde. Das habe ich bis heute durchgehalten und es hat vermutlich auch dazu beigetragen, dass ich es überhaupt nicht verstehen kann, wieso man innerhalb Deutschlands überhaupt fliegen muss. Gerade bei solchen Kurzstrecken gibt es doch Möglichkeiten, die deutlich umweltfreundlicher sind und nur geringfügig länger dauern. Wenn überhaupt, man muss ja auch die Anfahrt zum Flughafen und die Wartezeit mit berücksichtigen.

Trotzdem warst Du schon in Südamerika und in Asien. Wie bist Du da denn hingekommen?

Ja, das ist dann der zweite Teil dieser Geschichte. Natürlich wollte ich gerne auch mal unseren Kontinent verlassen. Und wenn man nicht fliegen möchte, muss man halt Alternativen suchen. Auf den Weltmeeren kreuzen über 70.000 Frachtschiffe, die einen mitnehmen können und nach Asien kommt man ja recht einfach mit dem Zug über Land.

Wie lange dauerte die Schiffsreise denn und wo ging es genau hin?

Meine Freundin und ich waren rund drei Wochen unterwegs. Das Schiff fuhr in der Normandie los, wo wir mit dem Fahrrad hin radelte, und steuerte erst einmal die karibische Insel St. Maarten an. Von da ging es weiter nach Trinidad und nach Französisch-Guayana. In Französisch-Guayana hatten wir drei Tage Aufenthalt, bevor es dann nach Bélem in Brasilien weiter ging.

Drei Wochen sind eine lange Zeit, zumal ihr nach einem halben Jahr wieder über den Ozean gefahren seid. Wie muss man sich denn das Leben an Bord vorstellen? Ward ihr die einzigen Touristen?

Auf der Hinfahrt war noch ein Passagier mit an Bord. Zwölf dürfen es maximal sein – ansonsten müsste ein Arzt mit dabei sein. Auf der Rückfahrt waren wir alleine. Das ist aber auch von der Richtung und Jahreszeit abhängig. Im Oktober wird man häufiger jemanden antreffen, der Richtung Südamerika fährt. Wir fuhren aber im Oktober nach Europa. Langeweile kam nicht auf. Ganz im Gegenteil. Es gibt drei Mal am Tag etwas zu essen, es gibt – je nach Frachtschiff – einen Swimmingpool, einen Fitnessraum, eventuell einen Computerraum mit E-Mail-Anschluss (Internet nicht), einen Aufenthaltsraum mit DVDs, Spielen und Büchern oder man hat sogar in seiner Kabine TV. Abends trifft man sich mit den Matrosen oder Offizieren, es gibt Barbecue, stundenlange Grillabende und natürlich den Ausblick auf das Meer. Man braucht ja nicht immer Entertainment. Manchmal tut es ja auch gut, einfach nur auf den Ozean zu schauen und fliegende Fische oder Delfine zu beobachten. Einfach mal einfach bewusst leben sozusagen.

Bist Du seekrank geworden oder braucht man sich da bei den großen Frachtern keine Sorge machen?

Ich hatte überhaupt keine Probleme. Aber ich muss auch sagen, dass wir die gesamte Zeit verhältnismäßig ruhige See hatten. An einem Tag vor der afrikanischen Küste hatten wir sogar einen sunny sunday – also spiegelglatte See ohne den Hauch einer Welle.

Als Vegetarier wäre meine größte Sorge wohl, an Bord zu verhungern.

Ich bin kein Vegetarier und kann daher nicht aus Erfahrung sprechen. Aber man hat recht schnell einen guten Draht zum Koch und zum Steward. Da wird es sicherlich Möglichkeiten geben, Wünsche zu äußern. Als einer der Köche merkte, dass wir total auf seine Apfelpfannkuchen abfuhren, gab es die extra für uns ein paar Tage später noch einmal.

Was kostet der Spaß eigentlich?

Eine pauschale Antwort kann ich darauf nicht geben. Es ist so, dass du auf jeden Fall schon mal eine Deviationsversicherung abschließen musst. Kann ja sein, dass das Schiff wegen dir aus Krankheitsgründen einen anderen als den geplanten Hafen anlaufen muss. Mit tausenden Tonnen Ladung, die pünktlich ihr Ziel erreichen müssen, wäre das ein teures Unterfangen. Und dann gibt es noch Unterschiede beim Schiff und bei der Reederei. Als grobe Richtlinie sollte man 100 bis 120 Euro pro Tag einplanen. Das entspricht ja ungefähr einem guten Hotelzimmer in bester Lage. Und so ein Frachtschiff ist nichts anderes. Man darf ja nicht vergessen, dass man Vollpension und Meerblick hat. Und die Fahrt als solche ist ja auch schon ein Erlebnis und nicht nur reiner Transport. Wo kann man sich sonst auf die Brücke eines Ozeandampfers stellen und beinahe das Schiff selber steuern? Vom täglichen “Kapitänsdinner” will ich gar nicht reden. Je nach Kapitän werden das sehr lange Grillabende an Deck ;-)

2007 wollte ich zum Abschluss meiner Radweltreise mit der Transsibirischen Eisenbahn von China zurück nach Europa fahren. Nach anderthalb Jahren im Sattel hatte ich aber genügend Eindrücke gesammelt, so dass ich dann doch geflogen bin. Hab ich etwas verpasst? Du bist 2010 ja mit der Transsib nach Peking und wieder zurück.

Ja, hast Du!

Was denn?

Eigentlich das, was ich auch schon beim Frachtschiff sagte – das Reiseerlebnis an sich. Die Babuschkas, die am Bahnsteig ihre selbst gebackenen Reibeplätzchen oder selbst gepflückten Beeren verkaufen. Den Samovar, aus dem rund um die Uhr heißes Wasser für den Tee sprudelt. Und die gemütliche Fahrt durch eine tolle Landschaft. Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Und das dann auch noch ohne Anstrengung wie bei einer Radreise. Das wäre bestimmt ein schöner Abschluss deiner Radweltreise gewesen. Ich weiß nur nicht, ob und wie du das Fahrrad hättest mitnehmen können.

Das lässt mich an meine InterRail-Touren als Student denken, wo das Zug fahren Reise und nicht Anreise ist. Bist Du mit der gleichen “Einstellung” in das Frachtschiff und die Transsib gestiegen, um es genießen zu können?

Auf jeden Fall. Es ist ja wie Kino. Man sitzt an Deck und blickt aufs Meer oder schaut aus dem Fenster der Transsibirischen Eisenbahn und die Landschaft zieht gemächlich an einem vorbei. Wenn man da nicht zur Ruhe kommt, wann dann?

Interview mit Reiseautor Michael Moll - mit der Transsibirischen Eisenbahn durch die Mongolei (Foto: Michael Moll, www.dieweltenbummler.de)

Hast Du einen Ratschlag für jemanden, der weniger fliegen möchte, aber vielleicht nur drei Wochen Urlaub hat?

Zunächst würde ich eine Anmeldung in meinem Forum empfehlen. Da gibt es auf jeden Fall schon mal Infos und nicht nur ich antworte dort gerne auf Reisefragen. Aber wenn du mich jetzt hier so fragst und wir zuvor über Frachtschiffreisen und die Transsib sprachen, dann würde ich spontan sagen: Das geht auch innerhalb von drei Wochen – zumindest in eine Richtung. Dann muss man zwar immer noch zurück fliegen, aber es ist eben nur ein Flug. Voraussetzung ist aber wirklich, dass man die Zugfahrt oder das Schiff als Reise begreift. Ansonsten muss man aber auch sagen, dass es in Europa und vor allem in Deutschland unheimlich tolle Reiseziele gibt. Auch wenn ich mich selber Weltenbummler schimpfe, so bin ich doch sehr gerne in unserem Land unterwegs.

Das Reisen ist Deine Leidenschaft. Vor ein paar Jahren hast Du Dich als Reiseautor selbstständig gemacht. Mittlerweile sind mehr als 40 Bücher von Dir erschienen. Ist das Reisen und Schreiben immer noch Deine Berufung oder fühlt es sich mittlerweile wie ein Beruf an?

Nun, ich bin damit natürlich auf jeden Fall in der glücklichen Lage, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. Und auch dabei ist natürlich nicht alles nur eitel Sonnenschein. Doch ich will es mal anders herum formulieren: Nur zu Reisen, ohne das Erlebte irgendwie verarbeiten zu können, wäre auf Dauer nichts für mich. Ich bin kein Strandmensch und brauche auch unterwegs definitiv eine Beschäftigung.

An welchen Büchern recherchierst Du denn zur Zeit?

Zurzeit arbeite ich an Wanderführern und Radreiseführern im regionalen Bereich.

Gibst Du als Reisebuchautor Deine absoluten Geheimtipps preis oder behältst Du den einen oder anderen Lieblingsplatz für Dich (diese Frage kommt von meiner Schwägerin, die regelmäßig auf Deiner Webseite mitliest)?

Es gibt tatsächlich einen Ort, den ich nicht öffentlich mache. In einem meiner Reiseführer ist er zwar abgebildet, aber mit keiner Silbe erwähnt. Ich habe in den Jahren sehr viele Geheimtipps gefunden und weitergegeben. Aber diesen einen wollte ich dann doch für mich behalten, weil ich auch einfach einen Ort haben möchte, der nicht gleichzeitig mit Arbeit in Verbindung steht.

Stimmt es, dass Du ein paar Jahre im Wohnmobil gelebt hast?

Ja, drei Jahre lang. Wobei ich sagen muss, dass ich durch meine Reisen auch heute noch sehr viel im Wohnmobil übernachte. Vermutlich mehr als der durchschnittliche Wohnmobilreisende.

Das interessiert mich natürlich, da ich mich auf diesem Blog mit dem minimalistischen Lebensstil beschäftige.

Minimalismus ist wichtig. Man lernt zum Beispiel, dass Elektrizität keine Selbstverständlichkeit ist und beginnt spätestens an dem Abend eine Kerze zum Lesen anzuzünden, wenn die Batterie frühzeitig zu Bett geht. Ich habe mich damals dafür entschieden, weil ich ohnehin nur unterwegs war. Für die paar Wochen in meiner Heimatstadt brauchte ich keine feste Wohnung. Oder anders gesagt: Wenn ich unterwegs in einem Wohnmobil schlafen kann, dann kann ich das auch “zu Hause”. Eigentlich hätte ich auch an jeden anderen Ort fahren können, aber der Bezug zu den Eltern hat mich dann immer wieder mal nach Essen zurückgeholt.

Hattest Du denn genügend Platz in dem Womo?

Eigentlich vollkommen ausreichend. Ich hatte ja bereits zwei größere Fahrradreisen hinter mir. Und du weißt ja selbst, dass man auf einmal mit sehr wenig auskommen kann. Da war das Wohnmobil eigentlich sogar sehr luxuriös, weil ich mehr Platz hatte als ich brauchte. Lediglich Möbel und Büchersammlungen mussten entweder entsorgt oder bei meinen Eltern im Keller untergestellt werden.

Wie hast du im Winter geheizt?

Ganz herkömmlich mit Gas. Da ich das Wohnmobil aber auch fast jeden Tag als gewöhnliches Fahrzeug nutzen musste, hätte ich auch über einige Stromreserven verfügen können. Und zu guter Letzt wären im Notfall noch offizielle Stellplätze eine Alternative gewesen. Ist dann halt nichts anderes als unterwegs oder beim Wintercamping.

Gab es Probleme mit den Behörden? Die wollen doch sicher, dass man einen festen Wohnsitz hat.

Polizeilich war ich bei meinen Eltern gemeldet. Ansonsten kann man ja auch ohne festen Wohnsitz gemeldet sein. Aber ich glaube, dann müsste man sich täglich bei einer Sozialeinrichtung melden – oder so ähnlich. Das wollte ich dann doch nicht.

Du reist ungern alleine, oder.

Ja, meine Freundin ist fast immer dabei. Die Reisen, die ich alleine gemacht habe, kann man an einer Hand abzählen. Und einer ist sowieso immer dabei: Pingu

Wie seid ihr denn Freunde geworden?

Meinst du jetzt meine Freundin und ich oder Pingu und ich? lacht Mit Pingu bin ich schon seit Anfang der 90er Jahre befreundet. Wir haben uns bei Karstadt kennen gelernt. Er bewarb sich bei mir als Türstopper, aber mittlerweile hat er Karriere gemacht und wird von mir als Fotomodel eingesetzt. Er hat nicht nur sein eigenes Profil bei Facebook und Google+, sondern auch eine eigene Webseite.

Vielen Dank für das Gespräch, Michael.

Sehr gerne. Ich bedanke mich bei dir.

Interview mit Reiseautor Michael Moll - Pingu als Kapitän auf dem Frachtschiff (Foto: Michael Moll, www.dieweltenbummler.de)

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Es muss nicht immer New York oder Sydney sein. Auch Städtereisen in heimischen Gefilden lohnen sich und schonen zudem durch die kurze Anreise die Umwelt.  Im letzten Teil der “Nachhaltiges Reisen”-Artikelserie stellt Stefanie Eisenreich Sachsens Landeshauptstadt Dresden vor und verrate ich selbst ein paar Tipps für Forchheim und die Fränkische Schweiz. Herzlichen Dank an die sieben Blogger und Autoren, die sich in den letzten Woche viel Mühe gemacht haben, uns ihre Städte schmackhaft zu machen:

  1. Kempten im Allgäu und Bielefeld
  2. Lübeck und Aachen mit Eifel
  3. Wien und Darmstadt
  4. Dresden und Forchheim mit Fränkische Schweiz

Dresden, Sachsen - von Stefanie Eisenreich

Die Region um Dresden galt vor garnicht allzu langer Zeit zum “Tal der Ahnungslosen” zugehörig, von dem viele glaubten, die Menschen lebten irgendwie hinter dem Mond. Die Zeiten, in denen es so manche Information schwer hatte, bis nach Dresden vorzudringen, sind glücklicherweise längst vorbei. Nicht nur auf kulturellem Gebiet, sondern auch in Bezug auf Nachhaltigkeit hat Dresden einiges zu bieten.

Auch bekannt als Elbflorenz, ist Dresden mit seinen knapp 530.000 Einwohnern eine der grünsten Städte Europas. Mit der Dresdner Heide, dem größten geschlossenen Waldgebiet der Stadt, Parkanlagen wie der Große Garten sowie den sanften Weinhängen entlang der Elbe kommt man auf gut 62 % Wald- und Grünflächen. Während des Zweiten Weltkriegs beinah komplett zerstört, kann Dresden mittlerweile auf beiden Seiten der Elbe mit wunderschönen Bauwerken und einer interessanten Geschichte aufwarten.

Dresden: Blick auf die Hofkirche und das Residenzschloss (Foto: Doris Neubauer, www.littlemissitchyfeet.com)Über Nacht
Das erste sächsische Biohotel Hotel Helvetia liegt im Herzen der Sächsischen Schweiz, direkt an der Elbe, und bietet Besuchern wunderschöne Ausblicke auf die Felsformationen des Elbsandsteingebirges. Von Ökozimmern über die Bio-Küche hin zu Naturheilangeboten, Massagen und Aktivausflügen wird nichts ausgelassen, um das Öko- und Urlauberherz höher schlagen zu lassen. Einziger Nachteil: Das Hotel befindet sich in Bad Schandau, das zwar bequem per Bahn zu erreichen ist, aber dennoch ca. 45 km von Dresden entfernt ist.

All jenen, die es vorziehen direkt in Dresden zu nächtigen, kann eines der Hostels in der bunten Neustadt ans Herz gelegt werden. Lollis Homestay beherbergt junge Besucher aus aller Welt, verleiht kostenfrei Fahrräder und trägt damit, wenn es auch kein Bio-Hostel ist, zu einer nachhaltigen Mobilität bei. Das Ambiente ist herzlich und heißt nicht nur Backpacker, sondern auch Familien willkommen. Zudem befindet man sich direkt im Nacht- und Ausgehviertel der Stadt, wo sich die meisten Bars und Restaurants tummeln.

Anschauen
Anzuschauen gibt es viel, da vor allem August der Starke zu seiner Zeit in Dresden zahlreiche Bauwerke wie den Zwinger oder auch seine Sommerresidenz errichten ließ. In der Altstadt bündeln sich Bauten wie die Semperoper oder die 2005 als Zeichen des Friedens rekonstruierte Frauenkirche. Auch Museenliebhabern wird einiges geboten, von der Gemäldegalerie der Alten Meister bis zum sogenannten Grünen Gewölbe.

Auf der anderen Seite der Elbe kommt man recht schnell in die Neustadt, dem jungen Viertel Dresdens. Hier lohnt sich ein Blick in die Kunsthofpassage, wo Häuserfassaden kreativ verziert wurden und niedliche Restaurants in Gassen zum Verweilen einladen.

Essen & Trinken
Gerade in Dresdens bunter Neustadt gibt es zahlreiche Möglichkeiten, vegetarische Gaumenfreuden zu genießen. In der Louisenstraße 58 beispielsweise befindet sich der Lotus-Bio-Imbiss, dem ausschließlich biozertifizierte Speisen auf den Teller kommen. Dies ist auch im Café Saite der Fall, einem kleinen Lokal im nah gelegenen Hechtviertel. Wer es konsequent vegan hält, dem sei dort der Falsche Hase empfohlen.

In der Frühlings- und Sommerzeit gibt es für alle Selbstversorger zahlreiche Märkte, die Obst, Gemüse, Käse, Milch etc. aus der Region verkaufen. Beliebt ist der sogenannte Umundu-BioFair-Wochenmarkt, der jeden Freitag von 14-19 Uhr an der Scheune in der Alaunstraße 36-40 seine Toren öffnet.

Wer sich darüber hinaus für Themen rund um Nachhaltigkeit interessiert, sollte einen Stadtrundgang mit KonsumGlobal mitmachen oder im Herbst zum Umundu-Festival für nachhaltigen Konsum nach Dresden kommen.

Nightlife
Dresden ist relativ klein und was das Nachtleben angeht nicht mit Berlin zu vergleichen. Dennoch hat es einige kleine, schöne Bars und Kneipen zu bieten. Clubs wie die Groovestation oder die Scheune veranstalten nicht selten Konzerte und interessante Poetry Slams. Auch zu empfehlen: das AZ Conni mit gesellschaftskritischen Veranstaltungen und veganer Küche für jedermann.

Im Sommer besucht man die Filmnächte an der Elbe - Konzerte und Filme gibt es hier für sechs Wochen vor der wunderbaren Kulisse der Altstadt direkt am Fluss.

Aktiv im Grünen
Im Grünen ist man in Dresden schnell. Zu empfehlen ist aber besonders das nahe gelegene Elbsandsteingebirge, auch als die Sächsische Schweiz bekannt, vermutlich aufgrund der faszinierenden Felsformationen. Mit der Bahn ist es bequem in einer halben Stunde zu erreichen, für die Sportlichen unter uns bietet sich aber auch ein Ausflug mit dem Rad entlang der Elbe an. Dafür sollte man drei bis vier Stunden für Hin-und Rückweg einplanen.

Im Sommer gehen vor allem junge Leute gerne “boven” – ein Wort, das es nur im Raum Dresden gibt und das Übernachten in den zahlreichen Höhlen des Elbsandsteingebirges meint. Dies ist allerdings nicht in allen Höhlen erlaubt und die Strafen sind hoch, weshalb man sich vorher unbedingt informieren sollte. Wander- wie auch Kletterfreunde kommen in dieser Gegend auf jeden Fall auf ihre Kosten.

Buchtipp
“Der Turm” von Uwe Tellkamp spielt in den letzten Jahren der DDR bis zum Mauerfall in Dresden und scheidet die Geister. Die einen verschlingen das Buch, die anderen sind über die ersten Seiten nicht hinaus gekommen. Zu empfehlen ist es aber dennoch, vor allem denen, die sich für die Geschichte Dresdens interessieren.

Und nun: Viel Spaß im schönen Elbflorenz!

Forchheim mit Fränkischer Schweiz, Franken, Bayern - von Christof Herrmann, www.einfachbewusst.de

Forchheim hat 30.000 Einwohner, gehört zum Regierungsbezirk Oberfranken und liegt an der Wiesent und am Main-Donau-Kanal. Aufgrund der Nähe zu Bamberg und Nürnberg wird sie von Touristen oft übersehen. Zu Unrecht meiner Meinung nach! Die alte Königstadt besitzt eine schmucke Altstadt mit reichlich mittelalterlicher Bausubstanz und ist das Eingangstor zur reizvollen Fränkischen Schweiz.

Nachhaltiges Reisen: Forchheim mit Fränkische Schweiz - Foto: auf dem Rodenstein (Christof Herrmann, 2010)Über Nacht
Empfehlenswert ist das Gästehaus an der Kaiserpfalz, das in einem über 400 Jahre alten, renovierten Haus mit modernem Anbau untergebracht ist. Doppelzimmer gibt es bereits ab 39 EUR, ein Appartement mit Kleinküche für 2 Personen ab 49 EUR.

Wer lieber auf dem Land nächtigt, kann dies ruhig und komfortabel im Gästehaus des Brauereigasthofs Pfister in Weigelshofen tun. Der Ort liegt etwa 10 km außerhalb von Forchheim und ist mit dem Anrufsammeltaxi ab Forchheim bzw. dem Bus ab Eggolsheim zu erreichen. Eine Übernachtung mit Frühstücksbuffet kostet 27 bis 35 EUR pro Person. Die Wanderung “Zu urtümlichen Bierkellern an der Langen Meile” aus meinem Buch Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz geht durch Weigelshofen und beschreibt auch den Brauereigasthof Pfister.

Anschauen
Forchheims Altstadt kann problemlos zu Fuß erkundet werden. Am besten holt man sich in der Tourist-Information im Rathaus den kostenlosen Führer, der eine Übersichtskarte enthält und die Sehenswürdigkeiten beschreibt. Alle, die etwas mehr Zeit haben, sollten sich auch die Kaiserpfalz anschauen. In der im 14. Jahrhundert errichteten Stadtburg des Bamberger Bischofs befindet sich heute das Stadtmuseum und das Archäologiemuseum Oberfranken.

Essen & Trinken
In den beiden Bioläden ebl-naturkost und denn’s Biomarkt gibt es leckere Bio-Gerichte, die meisten davon vegetarisch oder gar vegan.

Bei gutem Wetter geht der Forchheimer “auf die Keller” am östlichen Stadtrand. Dort sitzt man unter schattigen Bäumen, während das Bier direkt aus den Felsenkellern ausgeschenkt wird. Die Mitnahme von Speisen ist erlaubt und vor allem Vegetariern und Veganern anzuraten. Jedes Jahr um den 26. Juli, dem Feiertag der Heiligen Anna, findet auf dem Kellerberg das Forchheimer Annafest statt, das um die 500.000 Besucher anlockt.

Kultur
Wer sich für Kirchenmusik und geistliche Musik interessiert, etwa von Johann Sebastian Bach oder Gioachino Rossini, sollte eines der hervorragenden Konzerte der Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Johannis besuchen.

Nightlife
In Forchheims Altstadt gibt es mehrere urige Kneipen, in denen man bei einer Halben (zur Auswahl stehen Biere der vier ortsansässigen Brauereien sowie der zahlreichen Kleinbrauereien aus der Fränkischen Schweiz) zusammensitzt und schnell mit den Einheimischen ins Gespräch kommt. Empfehlenswert sind zum Beispiel Zur Funzl (Bamberger Str. 8), Lohmühle (Lohmühlgässchen 2) und Zur Tenne (Sattlertorstraße 20).

Aktiv
Joggingschuhe und Laufklamotten nicht vergessen! Die Region kann nämlich auch in schnellem Tempo erlebt werden. Das Projekt Lauferlebnis Fränkische Schweiz soll den Landkreis Forchheim zur Gesundheitsregion machen. 36 Laufstrecken mit einer Gesamtlänge von 376 km stehen zur Verfügung. Die Rundkurse sind vorbildlich beschildert und unterschiedlich anspruchsvoll, so dass sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene trainieren können.

Ins Grüne
Zum Hineinschnuppern in die Fränkische Schweiz eignet sich eine dreistündige Wanderung aufs Walberla, dem Hausberg von Forchheim. Die Tour ist zur Obstbaumblüte ab Mitte April besonders schön und im unten aufgeführten Buch genau beschrieben. Der Ausgangspunkt Wiesenthau kann von Forchheim in wenigen Minuten mit dem Zug (Bahnstrecke Forchheim – Ebermannstadt) erreicht werden. Von dort steigt man auf die Ehrenbürg mit ihren beiden Gipfeln Walberla und Rodenstein auf und genießt einen herrlichen Blick auf Forchheim, den Steigerwald und die Fränkische Schweiz. Im Anschluss geht es bis Leutenbach bergab. Hier sollte man eines der vorzüglichen Biere des Brauereigasthofs Drummer nicht verpassen. Der Rückweg erfolgt über Kirchehrenbach auf überwiegend flachem Weg um den Rodenstein und das Walberla herum.

Buchtipp
Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz von Christof Herrmann und Helmut Herrmann, Heinrichs-Verlag, 2. Auflage 2013, 10,00 EUR, “Der Heinrichs-Verlag Bamberg hat […] zwei neue Wanderführer herausgebracht, die nach meiner Meinung absolute Spitze sind.” (Die Fränkische Alb, Zeitschrift des Fränkischen Albvereins)

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Wie gute Laune die Hilfsbereitschaft erhöht - Foto: Glückliche Kinder in Malaysia (Christof Herrmann, 2007)

“Glück entsteht oft durch Aufmerksamkeit in kleinen Dingen, Unglück oft durch die Vernachlässigung kleiner Dinge.” (Wilhelm Busch)

Ein Cent erzeugt dreimal gute Laune

Neulich ging ich nach dem Bezahlen im Supermarkt mit zwei Stoffbeuteln beladen zum Ausgang. Vor mir lief ein älterer Mann, davor eine Frau in meinem Alter. Plötzlich bückte sich die Frau und hob ein 1-Cent-Stück auf. Sie zeigte es dem älteren Mann, strahlte ihn an und schwebte zufrieden nach draußen. Der Mann drehte sich um, hielt mir die Tür auf und klopfte mir tatsächlich auf die Schulter, während er “Das Glück ist mit der Tüchtigen.” sagte.

Ich war schwer überrascht. Ein winziges, fast wertloses Stück aus Stahl und Kupfer veränderte schlagartige die Stimmung und Hilfsbereitschaft dreier Menschen. Selbst als ich eine Stunde später zuhause meine Einkäufe in den Kühlschrank stellte, hatte ich noch immer gute Laune.

Gute Laune erhöht die Hilfsbereitschaft

Dann erinnerte ich mich, gelesen zu haben, dass Menschen viel eher helfen, wenn sie selbst gut gelaunt sind. Psychologische Studien ergaben, dass dazu Kleinigkeiten ausreichen. In einem Versuch versteckte man eine 10-Cent-Münze in einer Telefonzelle und wartete, dass jemand sie fand. Dann ließ ein Lockvogel vor dieser Person eine Tasche fallen, deren Inhalt sich über den Boden verstreute. 88 % von denen, die zuvor das 10-Cent-Stück fanden, halfen beim Einsammeln. Von denen, die kein 10-Cent-Stück fanden, halfen hingegen nur 4 %. In anderen Versuchen fand man heraus, dass uns auch schöne Musik und angenehme Gerüche hilfsbereiter machen.

Öfter mal altruistisch handeln

Wer diesen psychologischen Effekt kennt, dem fällt es leichter altruistisch zu handeln. Solches uneigennütziges Verhalten bewirkt immer Positives, was oft – direkt oder auf lange Sicht – wieder auf einen selbst zurückkommt. Hätte die Frau im Supermarkt den älteren Mann nicht angestrahlt, hätte er mir kaum die Tür aufgehalten und auf die Schulter geklopft. Hätte mir der Mann nicht die Tür aufgehalten und auf die Schulter geklopft, hätte ich diesen Artikel nicht geschrieben. Und hätte ich diesen Artikel nicht geschrieben …

Selbstloses Helfen muss keine große Sache sein und kann auch Wildfremden angeboten werden. Ein kurze Unterstützung, ein nettes Wort oder ein 1-Cent-Stück, das man rein zufällig verliert, reichen aus. Einen kollektiven Freudentaumel, wie er während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland zu spüren war, wird man dadurch nicht anzetteln. Mehr Freude, Glück und Wärme im Zusammenleben der Menschen ist aber allemal drin.

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