Meine Radweltreise 2006/2007: Zeitungsartikel "In der Einsamkeit Australiens" in der Fränkischen Landeszeitung vom 9. August 2006

Auf dem Fahrrad 515 Tage und 19.455 km durch 3 Kontinente

Von Februar 2006 bis Juli 2007 bin ich mit meiner damaligen Partnerin Dagmar durch Deutschland, Italien, Griechenland, die Türkei, Syrien, Jordanien, Australien, Neuseeland, Singapur, Malaysia, Thailand, Laos und China geradelt.

Bisher habe ich diese Radweltreise auf meinem Blog nur hier und da erwähnt. Da ich immer wieder darauf angesprochen und angeschrieben werden, veröffentliche ich nun meine Zeitungsartikel von damals. Wie sehr die Erfahrungen unterwegs mein weiteres Leben geprägt, ja sogar auf den Kopf gestellt haben, erfährst Du im zweiten Teil dieses Blogartikels.

Meine Zeitungsartikel zum Online-Lesen oder Herunterladen

Während der Radweltreise habe ich etwa alle 5 Wochen einen Artikel für die Fränkische Landeszeitung (FLZ) und die Aachener Nachrichten (AN) geschrieben.

Die Artikel aus der FLZ stehen nun als PDFs auf meinem Blog zur Verfügung. Du kannst sie im Browser lesen, indem Du mit der linken Maustaste auf die folgenden Links klickst. Oder lade die PDFs herunter und lese sie im Adobe Reader. Dazu mit der rechten Maustaste auf die Links klicken und die Option „Ziel/Link speichern unter“ wählen.

  1. „Mit schwerem Gepäck unterwegs nach Syrien“ (12. April 2006, 6 Wochen, Deutschland, Italien & Griechenland)
  2. „Unterwegs unter südlicher Sonne“ (7. Juni 2006, 6 Wochen, Griechenland & Türkei)
  3. „Im Radsattel durch die Wüste“ (6. Juli 2006, 4 Wochen, Syrien & Jordanien)
  4. „In der Einsamkeit Australiens“ (9. August 2006, 6 Wochen, Australien)
  5. „Schweinekotelett zum Frühstück“ (16. September 2006, 6 Wochen, Australien)
  6. „Gegenwind und Granitfelsen“ (3. November 2006, 5 Wochen, Australien)
  7. „Im Sattel auf der Great Ocean Road“ (30. November 2006, 4 Wochen, Australien)
  8. „Zwischen Kühen und Lkw in Neuseeland“ (4. Januar 2007, 4 Wochen, Neuseeland)
  9. „Mächtige Berge und Regenwald“ (14. Februar 2007, 8 Wochen, Neuseeland)
  10. „Viel Gastfreundschaft in Malaysia genossen“ (16. April 2007, 6 Wochen, Signapur & Malaysia)
  11. „Bei 38 Grad im Schatten am Mekong“ (9. Mai 2007, 7 Wochen, Thailand)
  12. „Traumroute in Laos“ (15. Juni 2007, 4 Wochen, Laos)
  13. „Verheerendes Erdbeben in China miterlebt“ (24. Juli 2007, 5 Wochen, China)
  14. „Über dem tosenden Jangtse“ (15. August 2007, 4 Wochen, China)
  15. Bonus: „Ich gebe mich heute sicher mit weniger zufrieden als vor der Tour“ (27. Oktober 2007, Interview nach der Radweltreise)

Hier gibt es alle Zeitungsartikel in einem PDF (ca. 31 MB groß).

Auf der Halbinsel Mani in der griechischen Region Peloponnes (Foto: Dagmar Dillen, 2006)

Was ich unterwegs gelernt habe und mein Leben auf den Kopf gestellt hat

Die Radweltreise hat mir so viele neue Impulse gegeben und mich so verändert, wie nichts zuvor und wohl auch danach. Ohne diese Erfahrung hätte ich mich wahrscheinlich nie selbstständig gemacht. Und ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass der einfache, nachhaltige und vegane Lifestyle in mir viel mehr Wohlbehagen auslöst als mein „normales“ Leben zuvor.

Die folgenden Erkenntnisse gewann ich (oder hatten zumindest ihren Ursprung) während der 515 Tage „on the road“.

  1. Schreiben ist meine Leidenschaft. Beim Arbeiten an meinem Reiseblog und den Zeitungsartikeln habe ich viel Freude und Erfüllung erfahren. So etwas kannte ich während meines Informatikstudiums und als Webprogrammierer gar nicht. Im Radsattel reifte der Wunsch in mir, mit dem Schreiben meine Brötchen zu verdienen. Nach der Rückkehr sollte es noch über fünf Jahre dauern, bis ich mich als Autor und Blogger selbstständig machte, und weitere drei Jahre, bis ich davon leben konnte.
  2. Ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein. Auf der Radweltreise lebte ich aus fünf Fahrradtaschen. Ich schlief im Zelt oder in schlichten Unterkünften und kochte auf einem kleinen Benzinkocher oder aß mit den Einheimischen in Garküchen. Mein einfaches Nomadendasein stellte das Essentielle in den Mittelpunkt: Den Alltag auf dem Fahrrad, die Begegnungen mit den Menschen am Straßenrand, die Exotik ferner Länder. Wieder in Deutschland wollte ich nicht zurück in meine alte vollgestopfte Existenz. Ich löste mich vom äußeren und inneren Ballast. Heute lebe ich meinen Minimalismus, der mich vor vielen Problemen bewahrt.
  3. Beim Wandern ist man richtig in der Natur. Im Laufe der Monate hat mich eines am Radreisen zusehends gestört. Man fährt oft auf Straßen durch dicht besiedeltes oder landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Mit allen Sinnen richtig in der Natur waren wir meist nur auf Tageswanderungen, die wir immer mal wieder einstreuten. So kam es, dass ich nach der Rückkehr nur noch eine mehrtägige Radreise unternahm und stattdessen das Fernwandern lieben lernte.
  4. Tierliches essen gehört sich nicht. In dem Blogartikel „Der Tag, an dem ich tötete“ beschreibe ich, wie 2007 in China ein Pfiff aus meinem Mund ein Leben beendete und meines veränderte. An dem Tag wurde ich Vegetarier im Geiste, der aus Gewohnheit noch manchmal Fleisch aß, es aber nicht mehr genießen konnte. Zwei Jahre später ließ ich das Fleisch weg (Fisch und Meerestiere noch nicht), 2012 wurde ich Vegetarier, seit 2014 bin ich Pflanzenfresser.
  5. Nachhaltigkeit fängt bei jedem einzelnen an. Luft-, Lärm- und Lichtverschmutzung, der fortschreitende Flächenverbrauch, die Abholzung der Regenwälder, erodierte Böden, Berge an Müll, die Folgen des Klimawandels … Auf den 19.455 km hatte ich den katastrophalen Zustand unserer Erde so oft vor Augen wie nie zuvor. Ich musste mir eingestehen, dass ich mit meinem hohen Konsum, Verzehr an tierlichen Lebensmitteln und den vielen Flügen Teil des Problems bin. Und ich erkannte, dass ich wie jeder einzelne Teil der Lösung sein kann, indem ich nachhaltiger lebe.
  6. Ohne Mut keine Veränderung. Entgegen der Befürchtungen und Prophezeiungen wurden wir weder ausgeraubt noch überfahren und kamen wir auch nicht krank und pleite zurück. Manchmal muss man Altes zurücklassen und etwas riskieren, um persönlich weiterzukommen. Ich bin dankbar, dass wir damals den Mut für diese Reise aufgebracht haben. Denn seitdem fürchte ich mich nicht vor Veränderungen und fällt es mir leicht, auch beruflich völlig neue Wege zu gehen. 2007 machte ich mich mit einem Webshop für Second Hand Vinyl, 2013 dann als Autor selbstständig.
  7. Nichts währt für immer. Auf der Radweltreise wurde mir zum ersten Mal so richtig die Vergänglichkeit von allem bewusst. Besonders schmerzhaft erfuhr ich sie nach der Rückkehr. Dagmar wollte meinen Weg zu mehr Einfachheit und Achtsamkeit nicht mitgehen. Sie trennte sich nach zehn gemeinsamen Jahren von mir und wanderte mit einem belgischen Diamantenhändler nach Hongkong aus. So lautet meine letzte Erkenntnis: Lerne aus der Vergangenheit, lebe mit Freude und Genuss in der Gegenwart – aber bitte so, dass die Zukunft für Dich und möglichst viele andere lebenswert bleibt.
Kurz vor der laotisch-chinesischen Grenze (Foto: Dagmar Dillen, 2007)

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Deinen Wert bestimmen nicht andere, sondern Du selbst. (Foto: Jure Širić von Pexels)

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Alexandra Lill. Auf ihrem Blog Hof Eulengrund schreibt sie darüber, wie wir achtsamer, nachhaltiger und im Einklang mit der Natur leben können.

„Geh deinen Weg und lass die Leute reden.“ (Dante Alighieri)

Bist Du vielleicht auch gerade in einem Umfeld, in dem Du Dich nicht wertgeschätzt, sondern fremd oder unsichtbar fühlst? Manchmal sind wir von Menschen umgeben, denen wir nicht liegen und die uns ebenso wenig liegen. Besonders häufig erleben wir das, wenn wir einen anderen Weg gehen als die Masse. Wenn wir nicht alles mitmachen, was gerade als Norm gesehen wird. Dann zeigt sich schnell, ob wir unter Leuten sind, die zu uns passen und die uns unterstützen und akzeptieren, wie wir sind.

Sicherlich wäre es das Sinnvollste, eine negative und unfruchtbare Umgebung schnell zu verlassen. Doch je nach persönlicher Situation geht das nicht immer von heute auf morgen. Zum Glück kannst Du einiges tun, um Dich nicht kleinmachen zu lassen und Dein Selbstbewusstsein zu stärken.

Jeder sieht die Welt aus seiner Perspektive

Andere Menschen haben ihre Sicht auf das Leben und die Dinge. Sie beurteilen die Welt danach, wie sie selbst sind – aus ihren Erfahrungen heraus, geprägt von den Medien und der landläufigen Meinung. Wenn sie Dich kritisieren, hat das mit Dir persönlich meistens gar nichts zu tun. Genau genommen, sagt es mehr über sie selbst aus als über Dich. Vielleicht sind ihnen Deine Ansichten einfach nur unbequem, weil sie Ihren Lebensstil und ihr Verhalten auf keinen Fall ändern möchten.

Das ist auch gar nicht wichtig. Es ist Dein Leben. Gib anderen nicht die Macht, Dich kleinzumachen. Dein Wert hängt nicht davon ab, wie andere Dich sehen. Also verliere niemals den Mut. Versuche stattdessen, eine solche Situation als Möglichkeit zu betrachten, noch stärker und selbstbewusster zu werden und Dich weiter zu entwickeln.

Du bist nicht allein: Viele Menschen haben Ähnliches erlebt

Die bekannte Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff sollte eine gesittete adelige Ehefrau werden, die sich mit Sticken beschäftigt und nicht viel am Weltgeschehen teilnimmt. Aber das war ihr nicht genug – sie wollte schreiben und Bücher veröffentlichen. Doch dieser Wunsch entsprach nicht den Vorstellungen ihrer Familie. Die hatte nur Spott für Annette übrig und bezeichnete ihre Werke als Plunder. Lange Zeit nahm sie keiner ernst.

Auf ihren Selbstwert hatte das keinen Einfluss. Obwohl sie zeitweise sehr einsam war, ließ sie sich nicht beirren. Sie schrieb weiter – und veröffentliche unter anderem „Die Judenbuche“, ihr wohl bekanntestes Werk. Nach einiger Zeit schaffte sie es, von ihrer Familie finanziell unabhängig zu werden und selbst zu bestimmen, wie und wo sie leben wollte.

Annette von Droste-Hülshoff ist ein schönes Beispiel dafür, dass man seinen eigenen Weg gehen sollte – egal, was die anderen Menschen dazu sagen.

Wie Du Deinen Selbstwert stärken kannst

Lass Dich nicht kleinmachen, lebe Deine Werte. Die folgenden Ratschläge sollen Dir zu mehr Selbstwert und Selbstbewusstsein verhelfen.

  1. Du musst niemandem etwas beweisen: Mach Dir immer wieder bewusst, wer Du bist und wofür Du stehst. Es ist nicht Deine Aufgabe, den Vorstellungen anderer Menschen zu entsprechen. Lebe Deine Wahrheit und Deine Werte. Gebe anderen nicht die Macht, Dich runterzuziehen.
  2. Hör auf zu kämpfen: So paradox es klingen mag, der erste Schritt, etwas zu verändern, liegt im Annehmen. Lebe im Jetzt. Konzentriere Dich auf die guten Dinge in Deinem Leben. Das bedeutet nicht, dass Du nicht an Deinen Zielen arbeitest. Aber Du verschwendest keine Energie, gegen Dinge anzukämpfen, die in diesem Moment einfach so sind, wie sie eben sind.
  3. Suche die Stille – praktiziere Achtsamkeit: Nimm Dir regelmäßige Auszeiten, in denen Du mit Dir allein bist und achtsam in Dich hineinhörst. Schreibe Deine Gedanken auf. So bekommst Du einen klaren Blick auf die Dinge und triffst bessere Entscheidungen.
  4. Bleibe freundlich – zu Dir selbst und anderen: Versuche innerlich und äußerlich freundlich zu bleiben, auch wenn andere Dich nicht verstehen oder sogar kritisieren. Denn Wut und Zorn schaden nur Dir selbst. Wie sagte schon Buddha: „Groll mit uns herumtragen ist wie das Greifen nach einem glühenden Stück Kohle in der Absicht, es nach jemandem zu werfen. Man verbrennt sich nur selbst dabei.“
  5. Engagiere Dich für das, was Dir wichtig ist: Werde selbst aktiv und setze Dich für die Dinge ein, die Dir wichtig sind. So findest Du Gleichgesinnte und ein neues Umfeld, das Dich stärkt.
  6. Verändere Dein Leben auf lange Sicht so, dass es zu Dir passt: Eine Umgebung, in der man nicht gesehen und wertgeschätzt wird, sollte man auf lange Sicht verlassen. Vielleicht geht es nicht von jetzt auf gleich, aber Du kannst an einer Lösung arbeiten. Denn die gibt es immer. Um herauszufinden, was Du wirklich willst, hilft Dir Punkt 3: Suche die Stille und höre in Dich hinein. Dann tun sich neue Wege auf, an die Du noch gar nicht gedacht hast.

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"Ins Herz der Hersbrucker Schweiz - Alpentraining auf dem 1000-Höhenmeter-Rundweg im Nürnberger Land": PDF-Download meines Artikels im trekking-Magazin

Ich wandere seit über 40 Jahren kreuz und quer durch meine fränkische Heimat. In manchen Jahren sind nur eine Handvoll Touren zusammengekommen, in machen Jahren waren es fast 100. Ich kenne demnach alle Mittelgebirge und Wandergebiete Frankens und sehr viele der Wanderwege. Die Hersbrucker Schweiz zählt zu meinen Lieblingswandergebieten, der 1000-Höhenmeter-Rundweg um Pommelsbrunn zu meinen Lieblingstouren.

Da lag es nahe, etwas „Werbung“ für die mit 23 km, 1150 Höhenmetern im Aufstieg und 1150 Höhenmetern im Abstieg anstrengende Tour zu machen (man kann sie aber nach etwa der Hälfte beenden, da es zwei Schleifen um Pommelsbrunn sind). Bereits 2013 habe ich den 1000-Höhenmeter-Rundweg auf meinem Blog bildlich vorgestellt. Auch in meinem Buch „Biergartenwanderungen Franken“ ist er unter 22 Wanderungen zu finden. Und vor ein paar Wochen habe ich in der Ausgabe 2/2019 des trekking-Magazins einen 6-seitigen Artikel darüber veröffentlicht.

Das trekking-Magazins stellt nun mir, meinen Leserinnen und meinen Lesern den Artikel zur Verfügung. Das Dokument ist etwa 5 MB groß und kann direkt im Browser gelesen werden. Klicke mit der linken Maustaste auf das Bild oben oder auf den folgenden Link:

Kostenloses PDF: „Ins Herz der Hersbrucker Schweiz – Alpentraining auf dem 1000- Höhenmeter- Rundweg im Nürnberger Land“

Du kannst das PDF auch herunterladen und im Adobe Reader lesen. Dazu mit der rechten Maustaste auf das Bild oder den Link klicken und dann die Option „Ziel/Link speichern unter“ wählen. Selbstverständlich darf der Artikel auch weitergegeben werden.

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10 Tipps, wie Du auf der Arbeit gesund essen kannst (Foto: Ella Olsson von Pexels)

Zu viel, zu schnell, zu fett, zu tierlich, zu denaturiert, zu weißmehlig, zu zuckerhaltig. Sich ungesund zu ernähren, ist kinderleicht und gesellschaftlich akzeptiert. Politik, Wirtschaft und Medien zeigen wenig Interesse, daran etwas zu ändern. Sie verdienen an unseren hanebüchenen Ess- und Trinkgewohnheiten und den Folgen daraus viel Geld.

Gerade während der Arbeit, wo der Stress groß und die Zeit knapp ist, greifen wir gerne zu Schokoriegel, Salamipizza, Döner & Co. Was das auf Dauer für die Gesundheit bedeutet, sollte bekannt sein. Koronare Herzkrankheiten, Hirngefäßerkrankungen, Diabetes Typ 2, Bluthochdruck, Rheuma, Osteoporose, diverse Krebsarten und viele weitere Krankheiten stehen direkt oder mittelbar mit unseren Ernährungsgewohnheiten in Zusammenhang.

Eine gesunde Ernährung wirkt prophylaktisch, kann diese Krankheiten auch lindern, zum Teil sogar heilen.

Die folgenden Tipps sollen Dir helfen, auf der Arbeit besser zu essen.

1. Gute Planung ist die halbe Gesundheit

Mach Dir rechtzeitig Gedanken, wann und was Du auf der Arbeit essen möchtest. Dann kommst Du nicht in die Verlegenheit, plötzlich aufkommenden Hunger im Fastfood-Laden um die Ecke oder mit Süßem aus dem Automaten zu stillen.

2. Koche am Vorabend die doppelte Menge

Manche Abendessen kannst Du problemlos in größeren Mengen zubereiten, so dass sie für den nächsten Mittag reichen. An kalten Gerichten empfehle ich Brot mit selbstgemachten Aufstrichen oder Hummus, Nizza-Salat und Couscoussalat. Steht Dir auf der Arbeit eine Herdplatte zur Verfügung, bietet es sich an, Reste vom Vorabend aufzuwärmen, z. B. Pasta mit veganer Bolognese oder Oliven-Mandel-Pesto, Kartoffelsuppe und Linsen-Wirsing-Eintopf.

Türkische Linsensuppe mit Bulgur (Foto: Christof Herrmann, 2014)

3. Overnight Oats am Mittag

Du kannst dieses gesunde Frühstück genauso gut tagsüber essen. Weiche in einer Tupperdose oder besser in einem Schraubglas Haferflocken oder andere Flocken in Soja-, Reis-, Hafer-, Mandelmilch, Wasser oder einer anderen Flüssigkeit ein. Die Stunden vom Aufstehen bis zum Mittag reichen dafür aus. Vor dem Essen werden die Overnight Oats nach Geschmack ergänzt. Blaubeeren, Erdbeeren, eine zerdrückte Banane, Apfelscheiben, Birnenstücke, Walnüsse, Haselnüsse, Cashews, Sonnenblumenkerne, Leinsamen, Kokosflocken, Ahornsirup, Reissirup, Kakao, Vanille, Zimt … Deiner Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Rezepte für köstliche Overnight Oats gibt es z. B. bei Eat this, Eat vegan und beVegt.

4. Gründe mit Kollegen eine Kochgruppe

Die Devise einer solchen Kochgruppe lautet: „Einer kocht, alle essen.“ Bei fünf Mitgliedern ist also jeder nur an einem Tag der Woche dafür verantwortlich, dass etwas Gesundes auf den Tisch kommt. Warum selbst eine kurze Mittagspause oder eine fehlende Küche keine Hindernisse sind, erkläre ich in diesem Blogartikel.

5. Gesund essen gehen

Wer will schon eine Spaßbremse sein? Gehen die Kollegen in die Kantine oder auswärts essen, kannst Du Dich ruhig mal anschließen. Mit etwas Cleverness und Nachfragen bekommst Du fast überall etwas Gesundes auf den Teller. Beim Italiener eine Pizza Verdura ohne Käse, die Du mit etwas Knoblauch-Chili-Öl beträufelst. Beim Asiaten gedünstetes Gemüse mit Tofu. In der Dönerbude einen Falafelteller mit Hummus und Reis. Und in der Kantine Salat vom Buffet – möglichst ohne Fertigdressing, sondern mit Essig und Öl. Lokale mit gesunder Küche in Deiner Nähe findest Du bei vanilla bean und HappyCow.

Mittagessen im Golden Temple Teehaus in Hamburg (Foto: Christof Herrmann, 2018)

6. Alles bio, oder was? 

Glücklich schätzt sich, wer einen Bioladen in der Nähe der Arbeit hat. Sie sind ein Eldorado für Genuss- und Gesundheitsbewusste. Bio-Lebensmittel weisen meist weniger Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf, haben oft einen höheren Nährstoffgehalt und dürfen keine künstlichen Zusatzstoffe enthalten. Gesundes wie belegte Vollkornbrötchen, hausgemachte Antipasti und frische Smoothies findet man dort eher als in konventionellen Supermärkten. Beliebt ist auch der Mittagstisch, der in vielen Bioläden zu einem fairen Preis angeboten wird.

7. Iss langsam und ohne Ablenkung

Selbst wenn es schwer fällt, da die Mittagspause kurz und die To-Do-Liste lang ist, solltest Du Dich vom Arbeitsplatz wegbegeben, um ohne Ablenkung so langsam wie möglich zu essen. Das ist gesünder und verhindert Verdauungsbeschwerden. Außerdem kannst Du so das Essen genießen und Stress abbauen, was gerade auf der Arbeit wichtig ist.

Heißer Gewürztee. (Foto: Christin Marit)

8. Verwechsle Durst nicht mit Hunger

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du Appetit bekommst, trinke erst einmal ein Glas Wasser. Ist Dir Wasser pur zu langweilig, kannst Du es mit einem Schuss Zitronensaft oder Apfelessig, Saft mit 100 % Fruchtgehalt, ein paar Ingwer-Scheiben oder frischer Minze aufpeppen. Auch Kräuter- und Früchtetees sind nicht nur in der kalten Jahreszeit zu empfehlen. Solche Tees kann man ganz einfach selbst herstellen und tagsüber immer wieder mit heißem Wasser auffüllen.

9. Habe gesunde Snacks griffbereit

Kommt doch ein Leistungstief oder der Heißhunger, kannst Du Dich aus einem in weiser Voraussicht angelegten Depot mit gesunden Snacks bedienen. Ich mag Nüsse, Kerne, getrocknete Tomaten, Oliven, getrocknete Früchte, frisches Obst wie Beeren, Äpfel und Birnen sowie Brot oder Knäckebrot aus Vollkornmehl. Schoko-Aficionados greifen zu Schokolade mit hohem Kakaoanteil. Den bitteren Geschmack kann man übrigens mildern, indem man ein paar Mandeln oder Stück Obst dazu isst.

10. Lass das Essen auf der Arbeit ausfallen

Das Intervallfasten, auch intermittierendes Fasten genannt, ist eine in letzter Zeit populär gewordene Ernährungsform. Dabei wird in einem bestimmten Rhythmus zwischen einer normalen Nahrungsaufnahme und dem Fasten gewechselt. Viele Menschen verspüren nach einer kurzen Eingewöhnungszeit beim Intervallfasten keinen Hunger. Vorteile können Zeitgewinn, Gewichtsregulierung, höhere Produktivität, Zellerneuerung und eine Verbesserung der Gesundheit sein. Die gängigste Form des Intervallfasten ist die 16/8-Methode, bei der man 16 Stunden am Tag fastet und 8 Stunde als Essensfenster übrig bleiben. Diese Methode wende ich selbst seit einem Jahr an den meisten Tagen an. Ich lasse einfach das Frühstück ausfallen, essen gegen 12 Uhr zu Mittag und gegen 19 Uhr zu Abend. Mir beschert das einen Energiegewinn am Vormittag, den ich früher so nicht kannte. Eine weitere Form des Intervallfastens ist die 12/12-Methode. Sie ermöglicht Dir das Mittagessen auf der Arbeit ausfallen zu lassen. Du frühstückst also z. B. um 7 Uhr, fastest tagsüber und isst um 19 Uhr zu Abend. Probiere es aus, um zu sehen, wie Du Dich dabei fühlst. Gebe Deinem Körper aber ein bis zwei Wochen Zeit, sich umzustellen. Es gibt mehrere Bücher zum Thema Intervallfasten. Ich habe alle relevanten Informationen auf der Webseite iamfasting gefunden.

Welche der 10 Tipps möchtest Du in Zukunft beherzigen? Was machst Du sonst noch, um auf der Arbeit gesund zu essen?

PS: In diesem Zusammenhang könnten Dich auch die 7 Elemente und 7 Vorteile der minimalistischen Ernährung interessieren.

Foto: Burst von Stock Snap

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Wie nachhaltig ist das Internet?

Wie nachhaltig ist das Internet? (Foto von rawpixel.com von Pexels)

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Leena Volland. „Wie nachhaltig ist das Internet?“ ist leicht abgewandelt in dem Buch „Dein Weg zur Nachhaltigkeit – 350 praktische Tipps für den Alltag“ zu finden, das Leena zusammen mit Florian Schreckenbach geschrieben hat. Die beiden betreiben auch den Blog Nachhaltig sein.

Vor 30 Jahren wurden am CERN in der Schweiz die Grundlagen des World Wide Web entwickelt. Heute gehört das Internet zu unserem Alltag. Und während wir online über Nachhaltigkeit lesen, stellt sich die Frage: Wie umweltfreundlich ist eigentlich das Internet? Wie nachhaltig surfen wir? Welchen Einfluss hat die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) auf die Natur und ihre Ressourcen? Die Internet-Nutzung nimmt immer weiter zu, genauso wie die Nachfrage nach IKT-Produkten und -Dienstleistungen. Die Datenmengen sind zwar nicht so stofflich greifbar und präsent wie das Gerät, auf dem wir sie nutzen und speichern, Aber auch sie bleiben nicht ohne Auswirkungen.

Schon vor zwölf Jahren rechnete der Autor Nicholas Carr aus, dass ein Avatar, also eine animierte Figur, im Online-Spiel Second Life annähernd so viel Strom im Jahr verbraucht wie eine reale Person: 1752 kWh pro Jahr entfielen auf den Avatar, 2436 kWh auf einen Menschen, gemessen am weltweiten Durchschnitt.

Stromverbrauch, der für Aufsehen sorgt

Der Stromverbrauch der IKT-Branche schlägt ordentlich zu Buche, Tendenz steigend. 2007 betrug er in Deutschland bereits rund 10,5 % des gesamten Stromverbrauchs, nämlich 55 Terawattstunden. Experten schätzen, dass er bis 2020 auf über 20 % ansteigen wird. Die immer stärkere Internet-Nutzung und die steigende Nachfrage nach Cloud-Diensten kurbeln den Strombedarf der Rechenzentren an. Der Hauptgrund ist jedoch die wachsenden Datenmenge der mobilen Telekommunikationsnetze, schlussfolgert eine Studie des Öko-Instituts.

Zwar werden Endgeräte wie Laptops oder Smartphones immer energieeffizienter, dafür gibt es davon aber immer mehr. Es ist ein Rebound-Effekt, der den beruflichen und privaten Bereich betrifft. LED-, LCD- und OLED-Displays sind auf der einen Seite sparsamer, auf der anderen Seite meist größer. Der Trend zum Zweitmonitor erhöht den Stromverbrauch zusätzlich. Fernseher verbrauchen aktuell fast ein Drittel des genutzten Stroms im IKT-Bereich. Laut Öko-Institut wird zumindest dieser Verbrauch sinken, da die Tendenz zur Nutzung mobiler Geräte geht.

Außerdem muss man den Energiebedarf bei der Herstellung der Produkte selbst addieren. So benötigt man zum Beispiel in Chipfabriken eine sterile Reinraum-Atmosphäre, deren Filteranlagen etwa so viel Strom wie eine ganze Kleinstadt verbrauchen.

Der CO2-Fußabdruck der Google-Suche

Ja, eine Google-Suche verursacht CO2-Emissionen. Rund 200 Millionen Suchen werden weltweit täglich durchgeführt, eine Suche dauert durchschnittlich 0,2 Sekunden. Google selbst gibt an, pro Suche entstünden so 0,2 Gramm CO2. Andere Berechnungen kommen auf 1 bis 10 Gramm CO2 pro Suche. Schaut man sich online Videos oder Animationen an, steigt der CO2-Ausstoß um das Zehnfache und mehr an. Im Vergleich dazu: Eine Energiesparlame verursacht pro Stunde sechs Gramm CO2, ein Kilometer Bahnfahren 72 Gramm.

Emissionen entstehen nicht nur durch den Stromverbrauch aus nicht-nachhaltigen Quellen, sondern auch durch Herstellung und Logistik. 2007 gab das Bundesministerium für Umwelt und Naturschutz an, die IKT-Branche sei weltweit für 2 % aller CO2-Emissionen verantwortlich und damit gleichauf mit dem Ausstoß des globalen Flugverkehrs. Für Deutschland bedeutete das rund 23 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Das entspricht über 7,5 Millionen Flüge von Frankfurt nach New York City. Seit 2007 sind diese Zahlen weiter gestiegen.

Rohstoffverbrauch und Recycling: Hoher Preis für Mensch und Natur

Was braucht man, um einen Rechner zu bauen – ein bisschen Plastik und etwas Metall? Von wegen! 1,5 Tonnen Rohmaterial werden benötigt, um einen PC herzustellen. Für ein Notebook sind es im Schnitt 0,5 Tonnen. Andere Schätzungen kommen auf rund 19 Tonnen Rohstoffe, eingerechnet sind hier auch 1500 Liter Wasser, 22 kg chemische Stoffe sowie 240 Kilogramm fossile Energieträger.

Geht es um die ökologische Nachhaltigkeit, ist der Stromverbrauch längst nicht das wichtigste Kriterium. Viel größeren Einfluss hat die Herstellung der IKT-Produkte. Hierfür braucht es kritische Rohstoffe, die knapp, teuer und nicht erneuerbar sind, zum Beispiel Indium, Gallium und seltene Erden. Oft ist der Preis für Mensch und Natur sehr hoch: Viele der Metalle stammen aus Afrika und Südamerika, wo sie von kaum technisierter Industrie abgebaut werden. Das knappe Wasser der Regionen fließt in die Rohstoffgewinnung. Die Arbeitsbedingungen der Arbeiter sind schlecht, der Abbau gesundheitsschädlich und von den wertvollen Rohstoffen profitiert die Bevölkerung nicht.

Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist ein sinnvolles Recycling nach heutigem Standard kaum möglich, da die Rohstoffe in kleinsten Mengen verbaut werden. Hinzu kommt, dass lediglich ein Viertel der deutschen Elektrogeräte ordentlich entsorgt werden. Viele liegen Zuhause herum, landen fälschlicherweise im Restmüll oder werden illegal ins Ausland transportiert. Dort lösen Menschen in Hinterhöfen oder daheim die wertvollen Metalle mit Feuer und Chemikalien aus dem Elektroschrott heraus und verkaufen sie weiter.

Was kannst Du tun?

Es folgen ein paar Tipps zum nachhaltigen Handeln bei der Nutzung des Internets und elektronischer Geräte.

  • Verwende PC, Laptop, Tablet und Handy möglichst lange.
  • Sei bei der Wahl der IT-Komponenten besonnen. Große Bildschirme und leistungsstarke Grafikkarten verbrauchen viel Strom.
  • Der Kauf eines gebrauchten Geräts verlängert seinen Produktlebenszyklus.
  • Beim Neukauf solltest Du nicht nur auf den Stromverbrauch achten, denn die Herstellung ist entscheidender. Hier können Siegel wie der Blaue Engel eine Hilfestellung sein.
  • Schalte die Geräte aus, wenn Du sie nicht verwendest. Auch der Bildschirmschoner verbraucht Strom.
  • Stelle den Stand-By-Modus oder Ruhemodus manuell so ein, dass sie bereits früher einsetzen – auch bei Monitoren.
  • Nutze Öko-Suchmaschinen wie Ecosia und Gexsi.
  • Achte auch bei Deiner eigenen Webseite auf Nachhaltigkeit. Es gibt mittlerweile mehrere CO2-neutrale Hosts und Provider.
  • Natürlich kannst Du auch selbst freiwillig CO2 kompensieren, zum Beispiel indem Du eine Naturschutzorganisation unterstützt, die Bäume pflanzt.
  • Vergiss bitte nicht, dass alte Elektrogeräte nicht in den Hausmüll
    gehören, sondern auf den örtlichen Wertstoffhof. Auch Händler ab einer gewissen Größe sind seit 2013 zur Rücknahme und zum Recycling verpflichtet.
  • Wechsle zu einem echten Ökostrom-Anbieter.

Leena hat auf Einfach bewusst auch einen Beitrag für den Round-up-Post „16 Blogger/-innen verraten, wie sie Ressourcen sparen und nachhaltig leben“ verfasst, Florian einen für „14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben“.

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