Vorweihnachtszeit, wie sie mir gefällt

Vorweihnachtszeit, wie sie mir gefällt (Foto: Lisa Albrecht)

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Lisa Albrecht. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich intensiv mit den Themen Gesundheit und Ernährung. Auf ihrem Blog Ich lebe grün! schreibt sie regelmäßig über einen nachhaltigen und gesunden – also grünen – Lebensstil. Lisa ist 32 Jahre alt. Sie und ihre Familie leben vegan und ihr größtes Ziel ist es, viele Menschen für die grüne Lebensweise zu begeistern.

Und, hast Du Weihnachten gut überstanden? Das ist ein beliebter Satz, den auch ich regelmäßig nach dem Weihnachtsfest höre. Der erste Advent hat bereits an unsere Tür angeklopft. Ich merke, wie viele Menschen um mich herum in den Vorweihnachtsstress verfallen. Ich gehöre auch zu den Menschen, die gerne vieles vor dem großen Fest vorbereiten und erledigen möchten. Meiner fast dreijährigen Tochter möchte ich Dinge zeigen, die sie noch nicht kennt. Damit man aber dennoch nicht in diesen Stress-Strudel gerät, ist es wichtig, sich auf das Wichtigste zu besinnen. Machen wir uns doch selbst ein Geschenk. Halten wir für einen kurzen Moment inne und denken darüber nach, was es heißt, die Vorweihnachtszeit zu genießen.

Für mich persönlich bedeutet das Genießen keineswegs, die Füße hochzulegen und nichts zu tun. Das wäre langweilig. Ich erledige gerne Dinge, am besten viele kreative und abwechslungsreiche. Jedoch gibt es auch gewisse Pflichten, die sich schon so blöd anhören, wie sie auch sind. Und das ist der Punkt: Müssen sie wirklich sein? Sind das nicht nur Gewohnheiten, die gar nicht nötig sind? Was wollen wir eigentlich und was erwartet die Gesellschaft oder unsere Familie von uns? Für mich persönlich habe ich in den letzten Jahren festgestellt, dass manche Dinge eher Stressfaktoren sind und keineswegs Spaß machen. Diese möchte ich nicht mehr in der Vorweihnachtszeit zulassen und das stärkt mich sehr.

Ich komme zu meiner inneren Mitte, fühle mich wertgeschätzt (durch mich selbst) und meine Laune hebt sich deutlich. Es gibt ebenso weniger Anspannung und Hetze, ich kann die Vorweihnachtszeit richtig genießen – trotz täglicher Arbeit und geplanten Erledigungen. Was hilft mir also, um eine stressfreie Vorweihnachtszeit zu haben?

Meine Tipps für mehr Gelassenheit und Freude in der Vorweihnachtszeit

  • Traditionen sind schön und gut, können aber auch sehr stressig sein. Ich bin offen für Neues und habe nun keine großen Erwartungen an das kommende Fest. Ich schaue heute ganz entspannt, wie der Stand der familiären Dinge ist und entscheide spontan, auf was wir wirklich Lust haben. Das ist doch absurd, jedes Jahr das gleiche zu tun! Wünsche ändern sich doch und wir können darauf ganz flexibel reagieren.
  • An den Weihnachtsfeiertagen treffen sehr viele Menschen ihre Familien. Bei uns ist es auch nicht anders. An diesen Tagen haben viele endlich Zeit. Statt einen Verwandtenmarathon zu veranstalten, planen wir spontane Treffen. Es müssen dabei auch keine 3-Gänge-Menüs gekocht werden. Plätzchen und Tee reichen völlig. Wichtig ist die gemeinsame Zeit. Während ich sonst in der Küche stand, habe ich heute mehr Zeit für meine Familie. Ebenso fühlen wir uns frei, unsere Verwandten auch außerhalb der Feiertage spontan zu besuchen – zum Beispiel am Wochenende.
  • Eine sehr angenehme Vereinbarung bei uns ist, keine Geschenke im Familienkreis zu machen. Wir sind jede Menge Leute und müsste ich jedem mindestens eine Kleinigkeit schenken, wäre das ein ganz schön großer Berg. Alleine der Stress, alles rechtzeitig zu besorgen, verursacht bei mir Gänsehaut. Dabei ist die Frage noch gar nicht geklärt, über was jeder einzelne sich freuen würde. Die Vereinbarung, nichts zu schenken, ist Gold wert. Stattdessen werden Spaziergänge, Spiele oder Ausflüge gemacht.
  • Humor gehört zu einer entspannten Zeit für mich dazu. Einmal habe ich einen Kuchen gebacken und er ist nichts geworden. Vor einigen Jahren wäre ich vermutlich das ganze Weihnachtsfest enttäuscht gewesen. Heute ist das für mich eine Lachnummer. Ich würde überlegen, ob ich nicht aus dem Kuchen etwas anderes zaubern kann – Cakepops, Tiramisu oder Bröseldessert. Ein Kuchen ist wirklich nicht alles – wichtig ist die gemeinsame Zeit! Das Gleiche gilt für viele anderen Pannen. Kurz innehalten, sich auf das große Ganze besinnen und lächeln.
  • Heilig Abend verbringen wir nur mit Menschen, die wir auch lieben. Einladungen, mit denen ich mich nicht wohlfühle, schlage ich aus. Auch wenn sie nett gemeint sind und ich mich ein wenig unter Druck gesetzt fühle, die freundliche Einladung mit einer Zusage zu erwidern. Das wäre unehrlich und es tut gut, seine Entscheidung zu respektieren.

In diesem Sinne: Eine entspannte, besinnliche, fröhliche und ruhige Vorweihnachtszeit!

Eure Lisa

Vorweihnachtszeit, wie sie mir gefällt (Foto: Lisa Albrecht)

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+, Pinterest

{ 2 Kommentare }

Alle veganen Weihnachtsmärkte 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Der erste rein vegane Weihnachtsmarkt in Deutschland fand 2010 in Hannover statt. Aus organisatorischen Gründen pausiert er in diesem Jahr. Dafür gibt es 2016 in über einem Dutzend Städten im deutschsprachigen Raum vegane Weihnachtsmärkte – z. B. in Berlin, Dresden, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Wien und Zürich. Außerdem haben viele der herkömmlichen Weihnachtsmärkte mindestens einen veganen Stand.

Von Verzicht kann keine Rede sein. Man bekommt dort alles, was den Besuch eines Weihnachtsmarktes ausmacht: Plätzchen, Lebkuchen, Herzhaftes wie Bratvürste oder Reibekuchen, Glühwein, heiße Schokolade … Neben solchen Leckerbissen kann man tierleidfreie Produkte wie fair gehandelte Bio-Kleidung, Holzspielzeug, Naturkosmetik und veganen (Glüh)Wein kaufen.

Ich habe im Folgenden alle veganen Weihnachtsmärkte aufgeführt, die 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattfinden. Im zweiten Teil der Liste findest Du auch einzelne vegane Stände auf den „normalen“ Weihnachtsmärkten.

Rein vegane Weihnachtsmärkte

Aschaffenburg

Vegane Weihnachtsmarkt
4. Dezember 2016, 12 bis 17 Uhr
Jugend- & Kulturzentrum der Stadt Aschaffenburg, Kirchhofweg 2, 63739 Aschaffenburg
Facebook-Veranstaltung

Berlin

The Green Market Berlin – Winter Edition
17. und 18. Dezember 2016, 12 bis 22 Uhr
Agora Rollberg, Alte Kindl Brauerei, Am Sudhaus 2, 12053 Berlin
greenmarketberlin.com

Dresden

Veganer Wintermarkt
26. November 2016, ab 11 Uhr
Chemiefabrik, Petrikirchstraße 5, 01097 Dresden
Facebook-Veranstaltung

Duisburg

Veganer Weihnachtsmarkt
26. November 2016, 13 bis 18 Uhr
Schulstraße 2, 47179 Duisburg
Facebook-Veranstaltung

Düsseldorf

MAMPF – Der vegane Adventsbasar
4. Dezember 2016, 11 bis 17 Uhr
zakk, Fichtenstraße 40, 40233 Düsseldorf
Facebook-Veranstaltung

Hamburg

Veggie-Weihnachtsmarkt
26. und 27. November 2016, 11 bis 17 Uhr
Großmarkt Halle D, Amsinckstraße 60, 20097 Hamburg
Facebook-Veranstaltung

Veganer Wintermarkt
10. Dezember 2016, 16 bis 22 Uhr
Twelve Monkeys – Vegankrams, Hopfenstraße 15 b, 20359 Hamburg
Facebook-Veranstaltung

Krefeld

Oh du Fröhliche – der etwas andere Weihnachtsbasar
10. Dezember 2016, 12 bis 18 Uhr
Primus Palast, Lewerentzstraße 40, 47798 Krefeld
Facebook-Veranstaltung

Leipzig

Veganer Weihnachtsmarkt
10. Dezember 2016, 11 bis 19 Uhr
Feinkost-Gelände, Karl-Liebknecht-Straße 36, 04107 Leipzig
Facebook-Veranstaltung

Würzburg

Weihnachten mal anders
3. Dezember 2016, 10 bis 19 Uhr
Burkardushaus, Am Bruderhof 1, 97070 Würzburg
www.veganes-wuerzburg.de

Krems an der Donau (Österreich)

Veganer Adventkeller
19. und 20. November 2016, 14 bis 21 Uhr
Rehberger Kellergasse 41, 3500 Krems an der Donau
www.veggruf.at

Wien (Österreich)

Veganer Adventsmarkt des Gasthofs Zur Allee
26. November bis 18. Dezember 2016, samstags 13 bis 20 Uhr, sonntags 11 bis 20 Uhr
Zur Allee, Schwarzenbergallee 40, 1170 Wien
Facebook-Veranstaltung

Zürich (Schweiz)

The Vegan Market Zurich
2. Dezember 2016, 11:30 bis 22 Uhr; 3.Dezember 2016, 10 bis 22 Uhr; 4. Dezember 2016, 10 bis 18 Uhr
EWZ Unterwerk Selnau, Selnaustrasse 25, 8001 Zürich
www.theveganmarket.ch

Vegane Stände auf „normalen“ Weihnachtsmärkten

Bamberg

Veganer Stand von Vegbereitung auf dem Weihnachtsmarkt
29. November bis 20. Dezember 2016, dienstags und samstags 11 bis 17 Uhr
Maxplatz, 96047 Bamberg
Facebook-Seite

Bochum

Veganer Stand von Las Vegans auf der Bochumer Weihnacht
17. November bis 23. Dezember 2016, 11 bis 17 Uhr (20. November geschlossen)
Husemannplatz und Dr.-Ruer-Platz, 44787 Bochum
www.bochumer-weihnacht.de

Bühl

Veganer Stand von Timo Franke Vegan Cuisine auf dem Bühler Adventsmarkt
25. November bis 18. Dezember 2016, Freitag 11 bis 22 Uhr, Samstag 10 bis 20 Uhr, Sonntag bis Donnerstag 11 bis 20 Uhr
Kirch- und Marktplatz, 77815 Bühl
Fabebook-Seite

Fritzlar

Veganer Stand von Vasato auf dem Weihnachtsmarkt
2. Dezember 2016, 13 bis 20 Uhr; 3. Dember 2016, 10 bis 21 Uhr; 4. Dezember 2016, 12 bis 19 Uhr
Marktplatz, 34560 Fritzlar
Facebook-Veranstaltung

Hagen

Veganes Angebot auf dem Alternativen Weihnachtsmarkt
3. Dezember 2016, 14 bis 20 Uhr
AllerWeltHaus, Potthofstraße 22, 58095 Hagen
Facebook-Veranstaltung

Hannover

Mindestens ein veganer Stand auf dem Wunder-Wandel-Weihnachtsmarkt
17. und 18. Dezember 2016, ab 11 Uhr
Ihme-Zentrum, Ihmepassage 3, 30449 Hannover
experimentihmezentrum.wordpress.com

Heidelberg

Vegane Stände von Rene’s Kitchen und Pushkar auf dem Heidelberger Weihnachtsmarkt
21. November bis 22. Dezember 2016, 11 bis 22 Uhr
Altstadt, 69117 Heidelberg
Facebook-Seite

Veganer Stand auf dem Alternativen Weihnachtsmarkt Weststadt
4. Dezember 2016, 12 bis 18 Uhr
Wilhelmsplatz, 69115 Heidelberg
Facebook-Veranstaltung

Karlsruhe

Veganer Stand von My Heart Beats Vegan auf dem Karlsruher Christkindlesmarkt
24. November bis 23. Dezember 2016, täglich ab 11 Uhr
Friedrichsplatz, 76133 Karlsruhe
www.karlsruher-christkindlesmarkt.de

Kempen

Veganer Stand von Vegablum auf dem Markt der Sterne
26. November 2016, 11 bis 21 Uhr, und 27. November 2016 11 bis 19 Uhr
Altstadt, 47906 Kempen
Facebook-Veranstaltung

Köln

Veganer Stand von Bunte Burger auf dem Weihnachtsmarkt am Kölner Dom
21. November bis 23. Dezember 2016, Sonntag bis Mittwoch 11 bis 21 Uhr, Donnerstag und Freitag 11 bis 22 Uhr, Samstag 10 bis 22 Uhr
Roncalliplatz 1, 50667 Köln
www.koelnerweihnachtsmarkt.com

Krefeld

Vegane Stände von Kunstküche, Vegablum und Veganice e. V. auf dem Besonderen Weihnachtsmarkt 
3. Dezember 2016, 10 bis 18 Uhr
An der alten Kirche, 47829 Krefeld
www.besonderer-weihnachtsmarkt.de

Mannheim

Veganer Stand von My Heart Beats Vegan auf dem Weihnachtsmarkt
23. November bis 23. Dezember 2016, 11 bis 21 Uhr
Kapuzinerplanken, 68161 Mannheim
www.weihnachtsmarkt-mannheim.de

Offenburg

Veganer Stand von Andreas Fuchs vom Haus am See auf dem Offenburger Weihnachtsmarkt
22. November bis 23. Dezember 2016, 11 bis 21 Uhr
Marktplatz, 77652 Offenburg
www.offenburg.de

Rees

Veganer Stand von Wunderwagen auf dem kl(f)einen Reeserwarder Weihnachtsmarkt
27. November 2016
Reeserward 5a, 46459 Rees
www.schell-antik.de

Rostock

Veganer Stand von Grüne Kombüse im Sternenzelt auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt
21. November bis 22. Dezember 2016, Montag bis Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag 10 bis 21 Uhr, Sonntag 11 bis 20 Uhr
Hermann Duncker Platz, 18055 Rostock
www.zum-sternenzelt.de

Schwetzingen

Veganer Stand von My Heart Beats Vegan auf dem Kurfürstlichen Weihnachtsmarkt
1. bis 4. Dezember, 8. bis 11. Dezember und 15. bis 18. Dezember 2016, 17 bis 21 Uhr (Samstag und Sonntag ab 12 Uhr)
Ehrenhof von Schloss Schwetzingen und Schlossplatz, 68723 Schwetzingen
www.schloss-schwetzingen.de

Ulm

Veganer Stand von Der Veganer auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt
21. November bis 22. Dezember 2016, 10 bis 20:30 Uhr
Münsterplatz, 89073 Ulm
www.ulmer-weihnachtsmarkt.de

 

Kennst Du weitere vegane Weihnachtsmärkte oder einzelne Stände auf herkömmlichen Weihnachtsmärkten? Dann füge sie bitte unten in den Kommentaren hinzu oder schreibe mir eine E-Mail. Ich ergänze die Liste dann umgehend.

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+

{ 26 Kommentare }

25 neue Minimalismus-Tipps, die Dich freier, reicher und glücklicher machen

„Einfachheit hält Glück bereit.“ (Andreas Tenzer)

Als ich im Sommer in Frankreich diese strahlende Sonnenblume fotografiert habe, war ich mir sicher, dass ich das Foto nach meiner Rückkehr vom Jakobsweg für einen meiner Blogartikel verwenden würde. Dass es so schnell passt, hätte ich nicht gedacht.

Nach meiner Erfahrung als minimalistischer Pilger ist es nun an der Zeit, den vierten Teil meiner Artikelserie mit den Minimalismus-Tipps zu veröffentlichen. Die ersten drei aus den Jahren 2014 und 2015 zählen zu den meist gelesenen, kommentierten und geteilten Texten auf Einfach bewusst. Die Links zu den ersten 75 Vorschlägen findest Du am Ende dieses Artikels.

Auch die neuen Minimalismus-Tipps können mal mehr, mal weniger leicht umgesetzt werden. Als Belohnung winken mehr Zeit, mehr Freiheit, mehr Zufriedenheit und mehr finanzielle Unabhängigkeit.

Viel Spaß beim Stöbern und Erfolg beim Umsetzen!

  1. Anstelle viel zu arbeiten, um viel zu konsumieren und viel zu träumen, kann man auch weniger arbeiten und weniger konsumieren, um seine Träume zu verwirklichen.
  2. Verlasse Dein Zuhause hin und wieder ohne Geldbeutel.
  3. Kennst Du schon das 5-Minuten-Entrümpeln? Dabei gehst Du mit einer Kiste durch Deine Wohnung und gibst alles, was Du nicht mehr benötigst, in die Kiste. Nach den fünf Minuten entscheidest Du, was Du verschenkst, spendest, verkaufst und entsorgst. Das 5-Minuten-Entrümpeln kann täglich wiederholt werden, bis die Kiste leer bleibt.
  4. Lass Dich von Tieren inspirieren. Sie können das, was uns oft schwer fällt: Nur das zum Überleben nötige tun, sich und die Umwelt schonen, dösen und herumtollen.
  5. Drück Dich kurz und klar aus. Der österreichisch-britische Philosoph Karl Popper empfahl einmal: „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.“
  6. Warum fällt es uns oft so schwer, nach dem Entrümpeln die neu gewonnene Einfachheit und Aufgeräumtheit beizubehalten? Es liegt an einem Phänomen, das fast unmittelbar nach dem Entrümpeln folgt und ich als das schleichende Zurümpeln bezeichne. Wenn Dir dieses Phänomen bewusst ist, kannst Du es in Zukunft vermeiden.
  7. Minimalistisch zu leben, bedeutet auch sich vom Gedankenballast zu lösen. Wir trauen uns oft nicht, unsere Träume zu verwirklichen, weil wir von den schlimmsten Konsequenzen ausgehen.“Ich bin ein alter Mann und ich habe viel Schreckliches erlebt, doch das meiste davon ist nie eingetreten“, schrieb schon Mark Twain. Oft stehen wir uns also selbst im Weg.  Wenn Du Deine Ängste definierst, verlieren sie an Wucht. Stelle Dir die folgenden Fragen: Was könnte Negatives passieren? Wie könnte ich den Schaden beheben? Was wird wahrscheinlich eintreten? Worauf warte ich? Dann stelle Dich Deinen Ängsten und verwirkliche Deine Träume.
  8. Reich ist nicht der, der nach immer mehr strebt, sondern der, der mit dem zufrieden ist, was er gerade hat.
  9. Lerne die einfachen Dinge mehr wertzuschätzen. Achtsamkeitsübungen wie die Dankbarkeitsübung helfen dabei. Dafür steckst Du Dir morgens eine Handvoll Bohnen in die links Hosentasche und gibst bei jedem positiven Erlebnis im Laufe des Tages eine Bohne von der linken in die rechte Hosentasche. Dies erhöht die Achtsamkeit auf die guten Dinge, die Dir widerfahren. Weitere Achtsamkeitsübungen findest Du in dem Gastartikel meiner Schwester.
  10. Um Deine persönlichen digitalen Zeitfresser zu identifizieren und zu reduzieren, kannst Du über einen längeren Zeitraum Deinen digitalen Konsum notieren. Dabei ordnest Du die jeweilige Minutenanzahl sinnvollen Kategorien wie E-Mail, Internetrecherche, Nachrichten, Newsletter, Online-Spiele, RSS-Feeds, Streaming und WhatsApp zu.
  11. Lebe geldfreier und damit nachhaltiger, sozialer und minimalistischer als zuvor.
  12. Trenne Dich von allen Gegenständen in der Küche, die Du seit einem Jahr nicht verwendet hast. Du kannst das gleiche mit den anderen Räumen Deiner Wohnung tun.
  13. Hole Dir Anregungen von Julia Susann Helbigs Masterarbeit „Minimalismus zwischen Downshifting und Konsumverzicht“, die Du komplett auf meinem Blog lesen oder herunterladen kannst.
  14. Kläre Missverständnisse, die Dich beschäftigen und blockieren. Meist reicht ein kurzes Telefonat oder persönliches Gespräch. Es geht nicht darum, gleicher Meinung zu sein. Man muss noch nicht mal Verständnis haben. Es geht darum, den Gegenüber zu verstehen, also zu akzeptieren, dass jemand andere Erfahrungen gemacht hat und ein anderes Wertesystem besitzt.
  15. Entdecke das Fernwandern für Dich. Es kommt dem Ideal eines minimalistischen Lebens sehr nahe. Alles, was Du in den Wochen unterwegs benötigst, passt in einen 32-Liter-Rucksack. Alles, was Du in dieser Zeit zu tun hast, ist Dich fortzubewegen, Dich zu (ver)pflegen, eine Bleibe für die Nacht zu finden und Dich hin und wieder bei Deinen Lieben zu melden. Meine bisher längsten Fernwanderungen waren der Jakobsweg, der Fränkische Gebirgsweg, die Alpenüberquerung Salzburg – Triest und der Traumpfad München – Venedig.
  16. Koche nicht immer starr nach Rezept. Sei kreativ. Verwende wenige hochwertige Zutaten – in erster Linie Deine Vorräte sowie Saisonales und Regionales.
  17. Nicht jedes technische Gerät muss vernetzt oder über das Internet erreichbar sein. Der Mehrwert dieses Internet der Dinge ist für den Nutzer oft gering. Die anfallenden Daten hingegen werden von den beteiligten Unternehmen gerne weiterverarbeitet. Mike Kuketz beschreibt in seinem Blogartikel über den digitalen Minimalismus folgendes nicht mehr abwegiges Szenario: „Die ans Netz angeschlossene Kaffeemaschine hat der Krankenkasse meinen Kaffeekonsum übermittelt – die in Aussicht gestellten Boni im Mach-dich-fit Tarif wurden daraufhin gestrichen. Zu allem Überfluss wurde am Wochenende dann noch eingebrochen, weil die Security-Kameras vom Haus ungeschützt von außen erreichbar waren. Aufgrund dieser Nachlässigkeit weigert sich die Hausratversicherung nun vehement für den entstandenen Schaden aufzukommen. Dank meines connected cars weiß meine Frau nun auch, dass ich mich am Wochenende gerne im Rotlichtviertel am Bahnhof herumtreibe.“
  18. Verabrede Dich mit Dir selbst. Gehe allein spazieren, besuche eine Ausstellung oder mache etwas anderes, was Dir Freude bereitet.
  19. Nimm an einem zehntägigen Vipassanakurs teil. Dort lernst Du das Meditieren, darfst aber kein Wort sprechen. Der großartige Reiseautor Andreas Altmann hat in seinem Buch Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch solch einen Vipassanakurs beschrieben und kam zu folgender Erkenntnis: „Vipassana als Kundenschutz. Es hellt auf, macht wachsam, vor jedem Kauf soll es mich ermahnen, für Sekunden die Augen zu schließen. Damit ich mir zuhöre. Und dann entscheide, ob ICH das Ding will oder die Werbeabteilung von Sony will, dass ich es will.“
  20. Geburtstag, Namenstag, Ostern, Halloween, Nikolaus, Weihnachten, Hochzeit, Geburt, Taufe … – es gibt ständig einen Grund, etwas zu verschenken. Überlege Dir, ob die Geste wichtig ist oder es für alle angenehmer wäre, darauf zu verzichten. Eine minimalistische und nachhaltige Variante ist, Zeit statt Geld zu verschenken.
  21. Versuche ein Gefühl für Kommerz zu entwickeln. Mache Dir das eigentliche Ziel der Werbestrategen und Lobbyisten bewusst.  Viele Großereignisse sind dazu da, Werbebotschaften an die Zuschauer zu bringen. Produkte sollen mit möglichst hohem Gewinn verkauft werden.
  22. Faste ein paar Tage. Indem Du auf das Essen verzichtest und nur Wasser, Tee und Gemüsebrühe trinkst, wirfst Du nicht nur körperlichen, sondern auch seelischen Ballast ab. Du lernst dabei, das Essen wieder bewusster wahrzunehmen und mehr zu genießen. Nach dem Fasten schmecken ein paar Kartoffeln mit Salz und Öl besser als zuvor ein opulentes Dreigängemenü.
  23. Veranstalte mit Freunden eine Entrümpel-Challenge. Drei Ideen: 1 Jahr lang täglich 1 Gegenstand, 1 Monat lang täglich 15 Minuten oder am 1. Tag 1 Gegenstand, am 2. Tag 2 Gegenstände, am 3. Tag 3 Gegenstände usw. Treff Dich regelmäßig mit Deinen Freunden, um über den Fortschritt zu sprechen. Den Verkaufserlös der entrümpelten Gegenstände könnt ihr nach der Challenge spenden oder für eine gemeinsame Unternehmung verwenden.
  24. Mache einen virtuellen Rundgang durch die Wohnungen von Minimalisten (oft ist es nur ein Zimmer): AnneFrancis, Gabi, JoachimJoshua, Marie, Nicol und Tammy.
  25. Verbinde Dich mit Gleichgesinnten. Du findest sie bei den Minimalimus-Stammtischen, auf der jährlichen Minimalismus-Konferenz, im Minimalismus-Forum und auf den Minimalismus-Blogs.

Hier geht es zu den vier Teilen meiner Artikelserie:
25 Tipps, wie Du minimalistischer leben kannst (innerhalb einer Stunde)
25 weitere Tipps, wie Du minimalistischer leben kannst
Noch mal 25 Tipps, wie Du einfacher leben kannst
25 neue Minimalismus-Tipps, die Dich freier, reicher und glücklicher machen

Welche der 25 Tipps setzt Du bereits um? Was möchtest Du in Zukunft angehen? Hast Du Vorschläge, wie man minimalistischer leben kann, die noch nicht in der Artikelserie genannt wurden?

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+

 

{ 32 Kommentare }

Einfacher Brotsalat (auch für unterwegs)

Brotsalat (Foto: Christof Herrmann, 2015)Vegan, perfekt auch für die Outdoor-Küche – Zeit: 15 Min. – Schwierigkeit: leicht

Ich bin von meiner dreieinhalbmonatigen Wanderung auf dem Jakobsweg zurück. Unterwegs gab es mehrmals zum Picknick einen Brotsalat. Dieses schnelle Gericht habe ich schon im letzten Jahr auf der Alpenüberquerung Salzburg – Triest zubereitet, wo auch das Foto aufgenommen wurde.

Am besten schmeckt mir der Brotsalat mit hart gebackenen Brotscheiben. In Italien bekommt man sie z. B. in der Vollkornversion unter dem Namen Granetti integrali, in Griechenland heißen sie Paximadi. Du kannst natürlich auch nicht mehr ganzes frisches Brot oder selbstgemachte Croutons verwenden.

Die Zutaten können nach Lust, Laune, Saison und Verfügbarkeit variiert werden. Sei kreativ und finde heraus, was Dir schmeckt. Die folgende Kombination ist mein Lieblingsbrotsalat. Ich habe diesmal auf Mengenangaben verzichtet, weil ich den Brotsalat nach Gefühl zubereite.

Zutaten:

hart gebackene Brotscheiben
etwas Wasser
Tomaten
Gurken
Paprika
Hülsenfrüchte wie Kichererbsen oder Kidneybohnen aus der Dose
Frische Kräuter wie Basilikum oder Petersilie (alternativ getrocknete Kräuter)
Nüsse oder Kerne wie Cashewkerne oder Walnüsse
Olivenöl
Zitronensaft
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

  1. Die hart gebackenen Brotscheiben in mundgerechte Stücke brechen und – falls zu hart – mit etwas Wasser beträufeln.
  2. Tomaten, Gurken und Paprika waschen und in mundgerechte Stücke schneiden.
  3. Die Hülsenfrüchte aus der Dose abgießen.
  4. Ggf. die Kräuter waschen und fein hacken.
  5. Alle bisherigen Zutaten und die Nüsse oder Kerne in eine Schüssel oder Tupperware geben und mischen.
  6. Für das Dressing Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Pfeffer verrühren.
  7. Das Dressing über den Brotsalat geben und alles gut durchmischen.

Guten Appetit!

Alle meine Rezepte findest Du hier.

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+

{ 6 Kommentare }

Jakobsweg live: Ich habe Santiago de Compostela und Finisterre erreicht

880 km durch Spanien, 2875 km auf dem Jakobsweg

Ich bin dann mal zurück. Die erste Erkenntnis zuhause in Nürnberg ist banal: Meine Jeans passen mir nicht mehr und sie fühlen sich so schwer an, nachdem ich die letzten Monate nur Shorts und leichte Kunstfaserhosen an hatte.

Am 7. Oktober habe ich Santiago de Compostela, 3 Tage später Finisterre am Atlantik erreicht. Ich war 108 Tage und 2875 Kilometer unterwegs.

880 km sind es auf dem berühmten Camino Frances nach Santiago de Compostela und weiter zum Kap von Finisterre. Einen Monat habe ich dafür gebraucht, was einen Schnitt von gut 28 Kilometern entspricht. Nach so vielen Wochen auf Achse fiel mir das tägliche Gehen leicht. Die schnelle Regeneration durch die vegane, möglichst vollwertige Kost und der leichte Rucksack mit einem Volumen von 32 Litern steigerte mein Lauflaune.

Der hässlichste Fernwanderweg der Welt?

Doch leider hat mich der Camino Frances in vieler Hinsicht enttäuscht. Zu viel Asphalt und Lärm, zu viele Städte, Dörfer, Industrie und Stromkabel, zu viel Müll und Toilettenpapier am Jakobswegesrand, zu viel Kommerz und Massenabfertigung, zu viele Pilger und Pilgerinnen, zu wenig Natur und Wanderpfade, zu wenig Ruhe und Einsamkeit, zu wenig Herzlichkeit und Natürlichkeit bei den Spaniern. Wie muss es hier erst im Hochsommer zugehen, wenn noch mehr Menschen unterwegs sind. Oft kam mir der Gedanke, dass ich mich auf dem wohl hässlichsten Fernwanderweg der Welt befinde.

Ein paar schöne Abschnitte gab es natürlich schon. Die Überquerung der Pyrenäen etwa, die karge Meseta, die bewaldete Hügellandschaft in Galizien. Wegen des Naturerlebnisses ist man kaum auf dem Camino Frances unterwegs. Es sind die Begegnungen mit Menschen aus aller Herren Länder. So unkompliziert und schnell lernt man fast nirgends jemanden kennen. Von den Pilgern aus den englischsprachigen Ländern und den größeren Gruppen hielt ich mich nach Möglichkeit fern. Erstere gingen mir mit ihrem Fragenkatalog („Where are you from?“, Where did you start?“, „How many kilometers do you walk a day?“ …) auf den Keks, zweitere mit dem abendlichen Geschwätz bei zu viel Rotwein.

Als Single auf langer Wanderschaft gehören Flirts dazu

So lief ich oft alleine oder hielt mich an andere alleinreisende Außenseiter. Ich führte interessante, vielleicht inspirierende Gespräche mit Valerie aus Belgien, Rinor aus den USA, Inbar aus Israel, Tina aus Deutschland und Christine, einer Malerin und Yogalehrerin aus Lettland. Mit Christine verbrachte ich mehrere Tage und bald auch die Nächte. Es war mein zweiter Flirt auf dem Jakobsweg, was als Single auf langer Wanderschaft dazugehört.

Die Ankunft in Santiago de Compostela hatte ich mir anders vorgestellt. Zunächst erreichte ich den Monte do Gozo. Die Türme der Kathedrale, die Millionen Menschen hier oben in den letzten Jahrhunderten schon erblickt haben, waren nicht auszumachen. Nebel und Smog lagen über der großen Stadt. Das monströse Denkmal ist auch keine Augenweide. Es erinnert seit 1993 an die Papstbesuche und rostet vor sich hin. Nach ein paar Kilometern durch unattraktives Stadtgebiet war es endlich soweit. Die Kathedrale von Santiago de Compostela tauchte auf. Schließlich stand ich auf der Praza de Obradoiro und schaute auf die monumentale Fassade des Kirchenbaus. Ich war froh angekommen zu sein. Ich war stolz auf meine Leistung. Ergriffen oder zu Tränen gerührt war ich nicht. Dazu hat es mir der Jakobsweg zu oft zu schwer gemacht. Mir war in dem Moment klar, dass ich mich anderntags noch auf den 85 km langen Weg nach Finisterre machen werde.

Nach 108 Tagen bin ich am Atlantik.

Finale Grande am alten Ende der Welt

Christine begleitete mich auf diesem letzten Abschnitt. Am dritten Tag wanderten wir lange durch Wald und Heidelandschaft. Dann war plötzlich am Horizont der Atlantik zu sehen. Es war für mich einer der Höhepunkte der Tour und erinnerte mich an meine Alpenüberquerung Salzburg – Triest, bei der man auf dem letzten Alpenpass am Horizont das Mittelmeer schimmern sieht. Zum Atlantik war es dann nicht mehr weit. Wir konnten kaum glauben, dass wir die weiße Sandbucht von Estorde ganz für uns alleine hatten. Ich ging in meiner Sportshorts über den warmen Sand ins Meer und schwamm eine kurze Runde. Das Wasser war gar nicht so kalt, schmeckte sehr salzig. Christine rannte nackt ins Meer. So macht sie es auch in Lettland.

Zum Sonnenuntergang waren wir am Kap von Finisterre. Im Altertum galt dies als das Ende der Welt. Der Ort hat noch immer etwas Magisches. Es war für mich das perfekte Finale meines Jakobsweges. Hinter mir der Leuchtturm, unter mir die Steilküste, vor mir nichts als das rauschende Meer, neben mir eine attraktive Frau. Wir hatten Rotwein und ein Picknick dabei, um den Moment gebührend zu feiern.

Das Wunder mit den Wunden

Ab dem nächsten Tag war schlechtes Wetter mit viel Regen angesagt. Eines von zwei Wundern der letzten 108 Tage war das grandiose Wetter. Ich hatte insgesamt kaum mehr als fünf Stunden Regen. Das zweite Wunder ist, dass ich die letzten fünf Tage ohne Tape und Pflaster gehen konnte, nachdem ich am Bodensee aufgrund von Blasen an den Füßen fast aufgeben musste und danach lange mit schmerzhaften Wunden herumlief.

Dass der Jakobsweg ein Weg ist, auf dem richtige Wunder geschehen und sich jeder verändert, halte ich größtenteils für einen Mythos. Natürlich habe ich interessante Menschen kennengelernt und kehre ich mit einem Haufen an Ideen und Inspirationen nach Franken zurück. Das kenne ich aber auch von meinen Alpenüberquerungen, Fernwanderungen und Radreisen. Die eine oder andere Idee und Inspiration möchte ich auf Einfach bewusst aufgreifen.

Die Tagesberichte und Fotos nun zum Sonderpreis

Nachdem ich nun wieder zuhause bin, habe ich das Jakobsweg-Paket ein letztes mal reduziert. Für 15 Euro bekommst Du spannenden Lesestoff in 108 Tagesberichten, einen kritischen Blick auf den Jakobsweg-Hype sowie Hunderte Fotos.

Hier erfährst Du alles über das „Jakobsweg Live 2016“-Paket und kannst es auch ganz einfach buchen. 

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+

{ 48 Kommentare }