50 Fahrrad-Zitate, die Dich zum Radler machen werden

50 Fahrrad-Zitate, die Dich zum Radler machen werden - Foto: Auf dem Peloponnes (Dagmar Dillen, 2006)

Seit Mai lebe ich ohne Auto und vor ein paar Wochen habe ich mein Reiserad aus der Versenkung geholt. Stephi und ich fackelten nicht lange und radelten acht Tage durchs herbstliche Nordbayern. Wieder zuhause, zog ich eine ganze Liste mit Ideen für Blogartikel aus meiner Lenkertasche. Bewegung steigert bekanntlich die Hirnleistung.

Eine dieser Ideen war eine Sammlung mit Fahrrad-Zitaten. Bei meiner Recherche staunte ich nicht schlecht, wer sich alles zu dem “mechanischen Hirngespinst” geäußert hat, seit der badische Forstbeamte Karl Drais vor weniger als 200 Jahren die Draisine patentierte und damit die Geschichte des Fahrrads begann.

Auch wenn man wohl ein kleines Buch füllen könnte, habe ich mich auf 50 Fahrrad-Zitate beschränkt, die ich besonders originell und treffend finde.

“Das lächerliche Licht, das einige Müssiggänger und Caricaturen-Krämer auf sie geworfen haben, wird vor den Strahlen der Vortheile verschwinden, die die Draisinen der Welt noch einst gewähren werden.” (Lewis Gompertz, britischer Erfinder und Mitbegründer des ersten Tierschutzvereins der Welt, 1783 oder 1784 – 1861)

“Die Hauptidee der Erfindung ist von dem Schlittschuhfahren genommen.” (Karl Drais über seine Draisine, dem Vorläufer des heutigen Fahrrads, 1785 – 1851)

“[…] besonders lächerlich waren viele Draisinen, welche vorkamen und welche sehr gut gefahren wurden.” (August von Goethe an seinen Vater Johann Wolfgang von Goethe, 1789 – 1830)

“[…] mechanische Hirngespinste […]” (Karl Gutzkow über Draisinen, deutscher Schriftsteller, 1811 – 1878)

“Ich glaube das Fahrradfahren hat mehr für die Emanzipation der Frauen getan als alles andere. Es gibt Frauen ein Gefühl der Freiheit und der Selbstbestimmtheit.” (Susan B. Anthony, US-amerikanische Frauenrechtlerin, 1820 – 1906)

“Besorg Dir ein Fahrrad. Wenn Du lebst, wirst Du es nicht bereuen.” (Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller, 1835 – 1910)

“Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad.” (Adam Opel, deutscher Gründer der Firma Opel, 1837 – 1895)

“Wer immer das Fahrrad erfunden hat, ihm gebührt der Dank der Menschheit.” (Charles Beresford, britischer Admiral und Politiker, 1846 – 1919)

“Wenn du niedergeschlagen bist, wenn dir die Tage immer dunkler vorkommen, wenn dir die Arbeit nur noch monoton erscheint, wenn es dir fast sinnlos erscheint, überhaupt noch zu hoffen, dann setz dich einfach aufs Fahrrad, um die Straße herunterzujagen, ohne Gedanken an irgendetwas außer deinem wilden Ritt.” (Arthur Conan Doyle, britischer Schriftsteller, 1859 – 1930)

“Die Fußgänger schleppen sich mit einer unveständlichen Langsamkeit und Trübsal dahin. Ein Tritt auf die Kurbel, und sie sind überholt, sie sind schon fern, schon klein. Es ist eine Poesie in der Hast.” (Theodor Herzl, österreichisch-ungarischer Schriftsteller und Begründer des modernen politischen Zionismus, 1860 – 1904)

“Der Strohhalm, mit dem ich mich an die Lebensfreude klammere, ist augenblicklich das Bicycle.” (Arthur Schnitzler, österreichischer Schriftsteller, 1862 – 1931)

“Das Radfahren macht mir eine große Freude: Es ist wunderschön, ein bisl ermüdet und erhitzt sich irgendwo hinzusetzen und über die Sträucher, die Wiesen und Hügel hinzuschauen und abends ist es sogar wunderschön in den Straßen der Vorstädte zu fahren.” (Hugo von Hofmannsthal, österreichischer Dichter, 1874 – 1929)

“Mir ist es eingefallen, während ich Fahrrad fuhr.” (Albert Einstein über die Relativitätstheorie, deutsch-schweizerischer Physiker und Nobelpreisträger, 1879 – 1955)

“Das Fahrrad wird niemals das Pferd ersetzen, andererseits wird das Pferd auch niemals das Fahrrad ersetzen, weil es nichts Schöneres gibt, als ein Pferd auf einem Fahrrad.” (Groucho Marx, US-amerikanischer Komiker und Schauspieler, 1890 – 1977)

“Ich nannte das Fahrrad meinen einzigen Freund. Wenn es möglich gewesen wäre, hätte ich vermutlich mit ihm geschlafen.” (Henry Miller, US-amerikanischer Schriftsteller, 1891 – 1980)

“Beim Radfahren lernt man ein Land am besten kennen, weil man dessen Hügel empor schwitzt und sie dann wieder hinuntersaust.” (Ernest Hemingway, US-amerikanischen Schriftsteller, 1899 – 1961)

“Das Leben ist wie Radfahren. Du fällst nicht, solange du in die Pedale trittst.” (Claude Pepper, US-amerikanischer Jurist und Politiker, 1900 – 1989)

“Das Wetter muss schon scheußlich sein, wenn ich das Rad in der Garage lasse.” (Gustav Kilian, deutscher Radrennfahrer und Radsporttrainer, 1907 – 2000)

“Radfahren kommt dem Flug der Vögel am nächsten.” (Louis J. Halle, US-amerikanischer Naturforscher und Autor, 1910 – 1998)

“Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren.” (John F. Kennedy, 35. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1917 – 1963)

“Ich jogge nicht, schwimme nicht, fahre nicht Rad. Meine einzige körperliche Ertüchtigung: Ich huste viel.” (Robert Mitchum, US-amerikanischer Schauspieler, 1917 – 1997)

“Das Fahrrad ist das zivilisierteste Fortbewegungsmittel, das wir kennen. Andere Transportarten gebären sich täglich albtraumhafter. Nur das Fahrrad bewahrt sein reines Herz.” (Iris Murdoch, anglo-irische Schriftstellerin und Philosophin, 1919 – 1999)

“Fahrrad – umweltfreundliches Fahrzeug mit gesundheitsfördernder Mechanik.” (Manfred Hinrich, deutscher Philosoph und Aphoristiker, *1926)

“Zu Fuß oder mit dem Fahrrad; damals sangen wir den Mädchen ja auch Ständchen unterm Fenster. Heute fahren die Kerle im Porsche vor und hupen bloß noch.” (Gotthilf Fischer, deutscher Chorleiter, *1928)

“Melancholie ist mit Radfahren unvereinbar.” (James E. Starrs, US-amerikanischer Forensiker und Professor der Rechtswissenschaft, *1930)

“Ich habe im Sattel mehr Probleme gelöst als in einem Konferenzraum. Viele Top-Manager bestätigen: Radfahren macht deinen Kopf frei.” (Andy Rihs, Schweizer Unternehmer, *1942)

“Die Ehe ist eine wunderbare Erfindung, aber das ist ein Fahrradflickzeugkasten auch.” (Billy Connolly, schottischer Komiker und Schauspieler, *1942)

“Noch ist nicht geklärt, wie das Fahrradfahren derart zur Mode werden konnte, denn es ist vernünftig, und es ist weder geil noch sexy noch erotisch.” (Joseph von Westphalen, deutscher Schriftsteller, *1945)

“Alle jene, die ihr Leben kontrollieren und nicht nur reine Kunden und Konsumenten bleiben möchten – diese Menschen fahren Fahrrad.” (Wolfgang Sachs, deutscher Forscher, Hochschullehrer und Umweltschützer, *1946)

“Beim Fahrradfahren geht es um Bewegung und Freiheit, auf dem Fahrrad fühlt man sich ungebunden, ja fast autonom.” (Ralf Hütter, deutscher Musiker und Gründungsmitglieder von Kraftwerk, *1946)

“Fahrräder sind fast so gut wie Gitarren, um Frauen kennenzulernen.” (Bob Weir, US-amerikanischer Sänger, Gitarrist und Gründungsmitglied von Grateful Dead, *1947)

“Zeigen Sie mir ein Problem dieser Welt und ich gebe Ihnen das Fahrrad als Teil der Lösung.” (Mike Sinyard, US-amerikanischer Fahrradbauer, * 1950)

“Drahtesel benötigen immer einen Tritt.” (Almut Adler, deutsche Fotografin, Lyrikerin und Aphoristikerin, *1951)

“Zu lange hat sich Verkehrspolitik und Stadtplanung dem fließenden Autoverkehr verschrieben. Das hat tiefe Spuren in den Kommunen hinterlassen, die nun korrigiert werden. Dem Fuß- und Radverkehr wird zu Recht heute mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Eine neue Mobilitätspolitik muss den Umweltverbund (ÖPNV – Rad- und Fußverkehr) stärken. Da schafft mehr Lebensqualität, schützt Klima und die Umwelt und hält gesund. Fuß- und Radverkehr ist übrigens für die Kommunen eine vergleichsweise preiswerte Verkehrsform.” (Winfried Hermann, Minister für Verkehr und Infrastruktur in Baden-Württemberg, *1952)

“Radfahren ist ein großer Teil der Zukunft. Es muss so sein. Es läuft etwas falsch in einer Gesellschaft, die mit dem Auto zum Training ins Fitnessstudio fährt.” (Bill Nye, US-amerikanischer Wissenschaftler und Fernsehmoderator, *1955)

“Politisch gesehen, ist das Fahrrad das am meisten unterschätzte Verkehrsmittel. Dabei ist es eine sinnvolle Alternative zum motorisierten Verkehr, gerade im Sommer und in der Stadt.” (Kurt Bodewig, deutscher Politiker, *1955)

“Radfahren ist eine lifetime Sportart, die mit großem Spaß nicht nur die Ausdauer schult, sondern auch viel dazu beiträgt, dass Menschen miteinander aktiv sind und wir gleichzeitig unserer Umwelt und Natur etwas Gutes tun.” (Ingo Froböse, deutscher Sprinter, Universitätsprofessor und Autor, *1957)

“Das gilt in der Raumfahrt, im Beruf, in der Politik, an der Börse und beim Radfahren: Runter geht es immer schneller als rauf.” (Wolfgang J. Reus, deutscher Journalist, Aphoristiker und Lyriker, 1959 – 2006)

“Frischluft? Freiheit! Fahrrad!” (Isabel Trimborn, deutsche Schauspielerin und Komödiantin, *1959)

“Fahrräder mögen sich ändern, aber Radfahren ist zeitlos.” (Zapata Espinoza, US-amerikanischer Journalist, *1960)

“Diesmal kann er sich ein Fahrrad nehmen. Vielleicht verfügt er dann bei Ankunft über die nötige Kondition.” (Fußballtrainer Thomas Schaaf über Stürmer Ailton, der mal wieder dem Trainingsauftakt im Trainingslager unentschuldigt ferngeblieben ist, *1961)

“Ein Rad aus der Maßschneiderei ist kein Snobismus, sondern nur vernünftig, wenn man keinen Rückenschaden will.” (Friedrich Küppersbusch, deutscher Journalist und Fernsehproduzent, *1961)

“Ich bin ein Cycloholic.” (Claudio Chiappucci, italienischer Radrennfahrer, *1963)

“Radfahren ist Meditation in Bewegung.” (Bert van Radau, deutscher Psychologe und Autor)

“Ein Fahrrad muss zu einer Frau passen wie ihre Garderobe.” (Helge Jepsen, deutscher Illustrator und Autor, *1966)

“Quäl dich, du Sau!” (Udo Bölts auf einer Tour-de-France-Etappe zu Jan Ullrich, deutscher Radrennfahrer, *1966)

“Fahrradfahren ist für mich wie ein kleiner Urlaub.” (Wigald Boning, deutscher Komiker und Moderator, *1967)

“Meine Frau sagt immer, wenn ich an ihr nur so viel rumschrauben würde wie an den Rädern.” (Erik Zabel, deutscher Radrennfahrer, *1970)

“Ich liebe Fahrradfahren, weil es meinen Kopf für neue Ideen frei macht.” (Christina Bacher, deutsche Jugendbuchautorin und Journalistin, *1973)

“Eine Frau ohne Mann ist wie ein Fisch ohne Fahrrad.” (Spruch der Frauenbewegung)


Dies war meine fünfte Zitatensammlung. Zuvor gab es bereits welche zu den Themen Glück, Wandern, Minimalismus und Tierschutz.

Welches der Fahrrad-Zitate gefällt Dir am besten? Gerne kannst Du noch weitere in den Kommentaren hinzufügen.

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Veganes Risotto mit Pilzen und frischen Kräutern

Veganes Risotto mit Pilzen und frischen KräuternZeit: 40 Min. – Schwierigkeit: mittel

Risotto koche ich seit über zwei Jahrzehnten und werde ich wohl nie überdrüssig. Richtig zubereitet, ist es ein kulinarischer Genuss. Seine Variationen sind schier unendlich. Lässt man aus meinem Rezept die Pilze und Kräuter weg, erhält man ein Grundrezept. Das kann dann zum Beispiel mit Kürbis und Walnüssen, mit Erbsen und Karotten, mit frischen Tomaten und weißen Bohnen, mit getrockneten Tomaten, Oliven und Pinienkernen oder mit Spargel und Rucola erweitert werden.

Veganes Risotto wird ohne Butter und Parmesankäse zubereitet. Ich verzichte aber auch auf pflanzliche Käsealternativen, egal ob selbst gemacht oder aus der Fabrik. Stattdessen verwende ich ein hochwertiges, kalt gepresstes Öl sowie oft Nüsse und Kerne, die ich grob hacke, in der Pfanne ohne Fett anröste und über das fertige Gericht gebe. Auch frische Kräuter aus dem Bioladen oder dem eigenen Kräutergarten sorgen für das gewisse Etwas und sind darüber hinaus gesund.

Apropos gesund: Vollkornreis hat einen höheren Vitamin-, Spurenelement- und Eiweißgehalt als normaler Reis. Obwohl ich gerne vollwertig koche und esse, verzichte ich beim Risotto meist darauf. Die cremige Konsistenz bekommt man mit der Vollkornvariante nicht richtig hin.

Für 4 Portionen:
1 Zwiebel
ca. 750 ml Gemüsebrühe (für Vollkornreis wird meist mehr Flüssigkeit benötigt)
4 EL Olivenöl
200 g Pilze der Saison (Champignons, Egerlinge, Steinpilze, Kräuterseitlinge, Pfifferlinge)
1/2 Bund Salbei
250 g Risottoreis (weiß oder Vollkorn)
250 ml trockener Weißwein
Salz
Pfeffer
1 Handvoll Thymianblätter (oder andere Kräuter)

Die Zutaten für das vegane Risotto.

  1. Die Zwiebel schälen und in feine Würfel schneiden.
  2. Die Gemüsebrühe erhitzen und am Siedepunkt halten.
  3. 2 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebelwürfel darin glasig dünsten.
  4. Die Pilze putzen und in Scheiben schneiden oder vierteln.
  5. Pilze und Salbeiblätter in den Topf geben und kurz mitdünsten.
  6. Den Reis dazugeben und etwa 2 Minuten unter Rühren andünsten.
  7. Mit dem Weißwein ablöschen und einkochen.
  8. Gerade so viel heiße Brühe zugießen, dass der Reis bedeckt ist. Bei mittlerer Hitze unter Rühren garen.
  9. Immer wieder etwas Brühe zugießen, sobald sie vom Reis fast aufgesogen ist. Das Risotto sollte sämig, die Reiskörner aber noch bissfest sein.
  10. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  11. Das vegane Risotto in Teller geben, mit dem restlichen Öl beträufeln und mit dem Thymian bestreuen.

Buon appetito!

Welche vegane Risottovariante magst Du am liebsten? Mein veganes Risotto mit Pilzen und frischen Kräutern ist übrigens das zehnte Gericht in meiner Rezeptsammlung.

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Gelesen im November: Peace Food - Vegano Italiano, Americanah, Leben in Mittelfranken …

Da ist sie also wieder, die Weihnachtszeit mit ihren schönen und weniger schönen Seiten. Ich versuche in den nächsten Wochen die besinnlichen Momente mitzunehmen und Kitsch, Kommerz und Konsum aus dem Weg zu gehen. Meine Geschenke habe ich schon zusammen, so dass ich den morgigen Kauf-nix-Tag in der Natur oder mit Lesestoff auf der Couch verbringen werde.

Apropos Lesestoff: Der fällt selbstverständlich nicht in die Kategorie Kommerz und Konsum (allenfalls, wenn die Handlung zu kitschig ist)! Bücher sind Grundbedürfnisse wie die Luft zum Atmen oder ein Dach über dem Kopf.

Deswegen empfehle ich mit gutem Gewissen ein paar Bücher, die mich in den letzten Monaten begeistert haben und sich wunderbar auf dem Gabentisch machen: Die Sachbücher Quintessenzen – Überlebenskunst für Anfänger von Sven Böttcher und Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie von Niko Paech, die Reiseerzählung Schlaflos in der Regenzeit von Johanna Wagner, die Romane Ein Regenschirm für diesen Tag von Wilhelm Genazino und Das Geräusch einer Schnecke beim Essen von Elisabeth Tova Bailey und die Graphic Novel Persepolis: Jugendjahre von Marjane Satrapi. Wer in Franken lebt oder plant dort einen Wanderurlaub zu machen, kann mit meinen Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz sicher nichts falsch machen.

Eine ausdrückliche Empfehlung bekommt auch Ruediger Dahlkes “Peace Food – Vegano Italiano”. Das kürzlich erschienene Kochbuch ist zugleich mein Buch des Monats und stelle ich im Folgenden etwas ausführlicher vor.

Fach- und Sachliteratur

  1. Peace Food – Vegano Italiano von Ruediger Dahlke (Erscheinungsjahr: 2014, meine Bewertung: 5 von 5 Sternen)
    Der Arzt, Psychotherapeut und Autor Ruediger Dahlke, die Köchinnen Dorothea Neumayr, Lorenza Rizzi und Cristina Capelli sowie der Koch Andrea Re bringen in “Peace Food – Vegano Italiano” zusammen, was zusammen gehört: Die Ernährung des Friedens und die köstliche Küche Italiens. Wie von Gräfe und Unzer gewohnt, ist das Kochbuch ansprechend gestaltet und lassen einem die Fotos das Wasser im Mund zusammenlaufen. Das Wichtigste ist jedoch, dass die überwiegend vollwertigen Gerichte auch gelingen. Davon konnten Stephi und ich uns in den letzten Wochen überzeugen. Egal ob Antipasti wie der Petersilie-Mandel-Kapern-Aufstrich, Primi Piatti wie die Toskanische Suppe oder das Kräuterrisotto, Secondi Piatti wie die Polenta mit Peperonata oder Dolci wie die Birnencreme – geschmeckt hat es jedes Mal.
  2. Leben in Mittelfranken von Armin Jäger und Andreas Schieweck (2009, 4 Sterne)
    Die rund 200 Fotografien und die Begleittexte in diesem kleinen Bildband erzählen Geschichten aus dem mittelfränkischen Alltag der Jahre 1870 bis 1970. Spannender als mancher Krimi, vor allem für mich, der in Mittelfranken aufgewachsen ist.

Belletristik

  1. Americanah von Chimamanda Ngozi Adichie (2014, 4 Sterne)
    Die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie erzählt in ihrem neuen Roman die Geschichte von Ifemelu und Obinze. Die beiden verlieben sich während ihrer Schulzeit ineinander, verlassen dann aber unter der herrschenden Militärdiktatur Nigeria (Ifemelu studiert in Princeton, Obinze landet als Illegaler in London) und kehren erst Jahre später wieder zurück. Adichie wäre wohl kaum mit renommierten Literaturpreisen ausgezeichnet worden, würde sie es bei dieser Lovestory belassen. So handelt “Americanah” auch von Entfremdung und Familie, Rassismus und Feminismus, Prostitution und Glaube, Gosse und Geld, Wirtschaftsbetrug, Gönnertum und mehr. Reichlich Stoff, den Chimamanda Ngozi Adichie versiert auf 600 Buchseiten entfaltet.

Comics

  1. Simpsons Comics Sonderband 21: Streng geheim (2012, 2,5 Sterne)
    “132 Seiten schamlose Enthüllungen”, die mich vor 20 Jahren noch köstlich amüsiert hätten, heute aber nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Wie sich der Geschmack doch ändert.

Und worin schmökerst Du zur Zeit? Welches Buch verschenkst Du oder wünscht Du Dir zu Weihnachten?

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30 Dinge, die passiert sind, seit ich mein Auto verkauft habe - Foto: Auf dem Weg zum Supermarkt. (Helmut Herrmann, 2014)

“Gibt es ein Leben nach dem Auto?” (Manfred Hinrich, deutscher Aphoristiker, *1926)

Ich war ja nie ein Auto-Aficionado. Mit 19 kaufte ich für 500 Mark einen VW Jetta. Vier Wochen später war die Kiste reif für den Schrottplatz. Ich hatte erst mal genug von Autos.

17 Jahre später machte ich mich mit einem Webshop für Second Hand Schallplatten selbstständig. Als die Geschäfte gut liefen, ging es nicht mehr ohne fahrbaren Untersatz.

Ich besorgte mir einen südkoreanischen Kleinstwagen, der mir fünf Jahre treue Dienste leistete. Richtig warm wurde ich mit dem Gefährt(en) nie, oft war er mir ein Klotz am Bein. Trotzdem behielt ich das Auto, auch als ich den Webshop wieder aufgab. Jederzeit überall hinfahren zu können, ist bequem und macht bequem. Diese vermeintliche Freiheit müssen wir teuer bezahlen und zwar nicht nur mit Geld.

Im Mai diesen Jahres siegte meine Vernunft über meine Bequemlichkeit und trennte ich mich von dem Auto. Es war eine Umstellung. Nach und nach (wieder)entdeckte ich die positiven Seiten daran. Aber lies selbst, was alles passiert ist, seit ich mein Auto verkauft habe.

Mehr Geld & Möglichkeiten

  • Ich habe für das fünf Jahre alte Auto noch 4.700 Euro bekommen.
  • Ich spare jeden Monat 200 Euro. Laut meinem Haushaltsbuch hat mich mein Fahrzeug im letzten Jahr bei einer Laufleistung von nur 5.000 Kilometern 250 Euro pro Monat gekostet. Nun gebe ich für meine Mobilität keine 50 Euro aus.
  • Ich kann weniger arbeiten und habe mehr Möglichkeiten, da ich Rücklagen gebildet habe und weniger ausgebe.

Mehr Bewegung & Gesundheit

  • Ich sitze weniger.
  • Ich erledige viele Besorgungen zu Fuß.
  • Ich komme locker auf die empfohlenen 10.000 Schritte täglich.
  • Ich habe nach sieben Jahren mein Fahrrad wieder startklar gemacht und mache damit Besorgungen, die mehr als fünf Kilometer entfernt liegen.
  • Ich bin mit Stephi acht Tage durchs herbstliche Nordbayern geradelt.
  • Ich trainiere Herz, Kreislauf und den Bewegungsapparat mehr als zuvor.
  • Ich bin weniger gestresst.
  • Ich habe neuen Antrieb gewonnen.
  • Ich wiege zum ersten mal seit 15 Jahren wieder unter 80 Kilogramm.

Mehr Nachhaltigkeit & Tierschutz

  • Ich verursache 600 kg CO2-Emissionen weniger pro Jahr.
  • Ich konnte meinen ökologischen Fußabdruck um über 10 Prozent reduzieren.
  • Ich habe einen Schritt in die Postwachstumsökonomie gemacht.
  • Ich habe Hunderte Insekten und andere Tiere gerettet, da sie nicht durch mein Auto zu Tode gekommen sind.
  • Ich fühle mich stärker mit der Natur verbunden als zuvor.
  • Ich verursache weniger Lärm.
  • Ich möchte nächstes Jahr mit der Bahn oder dem Bus nach Berlin und müsste nur einmal umsteigen. Dort würde ich den Supermarkt ohne Verpackungen besuchen, einen Stadtrundgang durch das alternative Berlin machen und testen, ob Berlin wirklich die vegan-freundlichste Stadt Deutschlands ist.

Mehr Kontakte & Kommunikation

  • Ich unterhalte mich beim Gehen und Radfahren und in den öffentlichen Verkehrsmitteln öfter als zuvor im Auto.
  • Ich komme mit Menschen in Kontakt, die ich sonst nicht getroffen hätte.
  • Ich lade Stephi oder Freunde zum Essen oder zu einem Getränk ein, wenn sie mich in ihrem Fahrzeug mitnehmen.

Mehr Freiheit & Glück

  • Ich bin mit Stephi aufs Land gezogen, obwohl es zum nächsten Supermarkt fünf Kilometer sind.
  • Ich stehe nicht mehr im Stau, sondern warte höchstens mal auf Bus oder Bahn (und lese dabei ein Buch).
  • Ich muss mich nicht mehr mit der Parkplatzsuche herumärgern.
  • Ich erledige weniger Papierkram, da ich Kfz-Haftpflichtversicherung, Kaskoversicherung, Kfz-Steuer und ADAC-Mitgliedschaft kündigen konnte.
  • Ich muss weder zum Tanken noch zum Waschen noch in die Werkstatt noch zum TÜV.
  • Ich besitze weniger und lebe mehr.
  • Ich habe ein besseres Gewissen.
  • Ich bin glücklicher.

Wie hat sich Dein Leben verändert, seit Du Dein Auto verkauft hast? Oder brauchst Du es wie Stephi aus beruflichen Gründen und versuchst Deine Jahreskilometer zu reduzieren?

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Die Wunschliste für unseren Urlaub um Allerheiligen war kurz: Ökologisch verträglich, aktiv, wenig Gepäck, wenig Planung. Eine Fernwanderung stand nicht zur Debatte, da Stephi mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatte. So kamen wir schnell aufs Fahrrad. Von der Haustür aus wollten wir acht Tage lang überwiegend an Flüssen durch Nordbayern fahren.

Was etwas langweilig klang, entpuppte sich als kurzweiliges Abenteuer. Das lag zum einen daran, dass wir nur mit der vagen Idee starteten, bis an die Donau zu radeln, und zum anderen daran, dass wir länger nicht im Sattel gesessen sind. Genauer gesagt sollte es Stephis erste Radreise werde. Meine letzte Tour lag über sieben Jahre zurück. Von Februar 2006 bis Juli 2007 pedalierte ich 20.000 km durch Europa, Australien, Neuseeland und Asien.

Ein paar Tage vor unserem Urlaub holten wir die Räder aus der Scheune, Stephi den coolen Cruiser, ich das verstaubte Weltreiserad. Die 20 Kilometer zur Inspektion in Erlangen und zurück mussten als Probefahrt reichen. Am Starttag arbeiteten wir bis Mittag, packten dann in zwei Stunden die Radtaschen und fuhren einfach los.

Unsere Tour führte uns zunächst von Pinzberg auf dem Aischtalradweg nach Rothenburg ob der Tauber. Von dort folgten wir dem Altmühltal-Radweg bis zur Donau. An Donau, Naab, Vils und Lauterach entlang ging es ins beschauliche Kastl. Danach radelten wir auf Sträßchen und Waldwegen nach Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg und schließlich durch die Fränkische Schweiz. Nach acht Tagen und 550 Kilometern trafen wir wieder in Pinzberg ein.

Die folgenden Fotos geben einen Einblick von unserer Reise mit dem Fahrrad durch Nordbayern. Entgegen meiner Gewohnheit sind die Bilder nicht chronologisch geordnet.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Nachbars Hühner haben Stephi tierisch lieb … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Der Start verzögerte sich, denn Nachbars Hühner haben Stephi tierisch lieb …

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … was dazu führte, dass wir gleich auf der ersten Etappe in die Dunkelheit kamen. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

… was dazu führte, dass wir gleich auf der ersten Etappe in die Dunkelheit kamen.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Der Wettergott war uns gnädig. Zur Hälfte hatten wir Sonne und blauen Himmel … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Der Wettergott war uns gnädig. Es fiel nicht ein Regentropfen. Zur Hälfte hatten wir Sonne und blauen Himmel …

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … zu einem Viertel bedeckten Himmel … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

… zu einem Viertel bedeckten Himmel …

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … und zu einem Viertel schaurig schönen Nebel. (Foto: Stephanie Spörl, 2014)

… und zu einem Viertel schaurig schönen Nebel.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Wenn es warm genug war, picknickten wir … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Wenn es warm genug war, picknickten wir, wie hier an der idyllischen Lauterach …

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … ansonsten gab es selbstgemachte Energieriegel … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

… ansonsten gab es selbstgemachte Energieriegel

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … oder kehrten wir ein, sofern es für mich etwas Veganes gab. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

… oder kehrten wir ein, sofern es für mich etwas Veganes zu essen gab.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Als ich während des Fahrens einen Schwarm Fliegen verschluckte, kommentierte Stephi dies mit den Worten "Das war aber nicht vegan". (Foto: Stephanie Spörl, 2014)

Apropos vegan: Als ich während des Fahrens einen Schwarm Fliegen verschluckte, kommentierte Stephi dies mit den Worten “Das war aber nicht vegan”.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Nachdem Stephi in Rothenburg ob der Tauber einen Buff kaufte und fortan vermummt radelte, hatte sie den Spitznamen Aische weg. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Apropos Stephi: Nachdem sie in Rothenburg ob der Tauber einen Buff kaufte und fortan vermummt radelte, hatte sie den Spitznamen Aische weg.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Fahrradflaschen. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Ohne Worte.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Etwas gewundert haben sich Ali und Aische, dass der Altmühltalradweg nicht an der Quelle der Altmühl vorbeiführt, obwohl sie nur einen Kilometer entfernt liegt. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Etwas gewundert haben sich Ali und Aische, dass der Altmühltalradweg nicht an der Quelle der Altmühl vorbeiführt, obwohl sie nur einen Kilometer entfernt liegt.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Angesichts der unvergesslichen Herbststimmung … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Angesichts der unvergesslichen Herbststimmung …

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … zahlreicher Tierbeobachtungen … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

… zahlreicher Tierbeobachtungen …

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … und der Aufwärmmöglichkeiten am Wegesrand … (Foto: Christof Herrmann, 2014)

… und der Aufwärmmöglichkeiten am Wegesrand …

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: … kann frau schon mal übermütig werden! (Foto: Christof Herrmann, 2014)

… kann frau schon mal übermütig werden!

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Es dämmerte bereits, als wir das uns vertraute Walberla erblickten. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Es dämmerte bereits, als wir das uns vertraute Walberla erblickten.

Mit dem Fahrrad durch Nordbayern: Nach acht Etappen erreichten wir in stockdunkler Nacht wieder unser Zuhause in Pinzberg. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

Nach acht Etappen erreichten wir in stockdunkler Nacht wieder unser Zuhause in Pinzberg.

Diese Fotos unserer Tour mit dem Fahrrad durchs herbstliche Nordbayern waren eine Premiere auf Einfach bewusst. Zuvor gab es nur Fotoimpressionen von Tageswanderungen und Mehrtageswanderungen, z. B. im Bayerischen Wald, in der Fränkischen Schweiz, im Steigerwald und meine Alpenüberquerungen 2012, 2013 und 2014.

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