4 Jahre Einfach bewusst: 14 Blogger verraten, wie sie einfach und bewusst leben

Mein Blog Einfach bewusst feiert heute seinen vierten Geburtstag. In den letzten vier Jahren habe ich zahlreiche Artikel über Minimalismus und Nachhaltigkeit geschrieben, den beiden Säulen eines einfach bewussten Lebens.

Zum Anlass des Geburtstags habe ich ein paar meiner Lieblingsblogger gefragt, was sie unter dem einfach bewussten Leben verstehen bzw. wie sie es umsetzen. Es sind ganz unterschiedliche Gedanken und Anregungen zusammengekommen. Ich bedanke mich bei allen fürs Mitmachen.

Gilbert von Geist und Gegenwart

„Reich ist, wer viel von dem hat, was ihm wichtig ist. Ich weiß nicht, wann und wo ich das aufgeschnappt habe, aber dieser Satz begleitet mich nun schon länger, denn er trifft nach meinem Verständnis den Nagel auf den Kopf. Dabei dreht es sich nicht nur um Materielles, sondern um alles, was einem wichtig sein kann: viele Freunde, viel Zeit, viele Bücher, viel Platz, viel Natur, viel Bewegung und ja, auch viel Geld, wem das wichtig ist. Ich will das gar nicht werten, aber ich will damit sagen, dass man verstehen muss, was einem wichtig ist. Ansonsten kann man kein Leben in Zufriedenheit führen. Diese Erkenntnis ermöglicht es mir, mich zu konzentrieren und Abstand zu nehmen von einem Verlangen, immer gleich alles zu haben oder zu verwirklichen. Die Reduktion auf das, was einem wichtig ist, macht einem am Ende reich.“

Gilbert Dietrich gibt das Online-Magazin Geist und Gegenwart heraus. Dort geht es um angewandte Philosophie, die eine ganz praktische Interpretations- und Lebenshilfe bietet, ohne sich den typischen Selbsthilfe-Mantras oder gar der Esoterik hinzugeben.

Johanna von Marieposamedien

„Minimalismus heißt für mich, mein hochkomplexes, durchgetaktetes Leben zu vereinfachen, die unendlichen Möglichkeiten willentlich zu begrenzen und eine Zeit lang nur für die Unerreichbarkeit erreichbar zu sein. Das gelingt mir, indem ich erst gar nicht viel konsumiere und regelmäßig ausmiste, das Handy ausschalte und auch mal Nein sage. Man denkt immer, das geht nicht. Aber es geht! Man muss es nur tun. Sich raus aus dem Strom bewegen und ans Ufer setzen. Schau doch mal von dort aus zu, wie alle um ihr Leben schwimmen, obwohl das ruhige Ufer so unglaublich nahe ist. Minimalismus ist das nackte Leben, ein Geschenk an uns. Wir überlegen viel zu viel, wie wir das Leben schmücken und füllen sollen, anstatt einfach zu genießen, dass es ist. Und dass wir sind. Wir sind! Meistens ziemlich gesund, meistens ziemlich in Frieden. Und dass wir eigentlich alles mitbekommen haben, was wir im Leben so brauchen. Und sowieso nichts anderes mitnehmen können, als unsere Erfahrungen und die Liebe, die wir gegeben haben und bekommen durften. All das Gerümpel bleibt eines Tages hier. Also können wir schon jetzt reduzieren, uns auf das Wesentliche konzentrieren und unsere Leben aufräumen. Die Wohnungen, die Schränke, die Köpfe und die Gedanken. Und vielleicht noch den Kalender, damit mal wieder Zeit bleibt – für uns, oder den Nächsten oder zum Nichtstun.“

Johanna Wagners Leidenschaften sind die ganzheitliche Gesundheit, die Fotografie und das Schreiben. Sie ist fasziniert von fremden Kulturen, fernen Ländern und anderen Sprachen. Doch mittlerweile geht es ihr weniger ums Reisen, sondern ums Ankommen. Und darum, das eigene Leben im hochkomplexen, überschleunigten, stets erreichbaren Deutschland einfach zu halten. Auf Einfach bewusst hat Johanna Auszüge aus ihren Büchern Zwischen den Zeilen reisen und Schlaflos in der Regenzeit als Gastbeiträge veröffentlicht.

Daniel von beVegt

„Seit einigen Jahren halten Katrin und ich uns an ein Motto, das unser Leben einfacher und bewusster gemacht hat. Das Motto lautet: Kreativität statt Konsum. Es bedeutet, dass wir möglichst viel Zeit damit verbringen wollen, kreativ zu sein und etwas zu erschaffen – sei es ein Text, ein Video oder ein Podcast für unseren Blog, oder auch einfach ein schönes Erlebnis wie eine Wanderung hier bei uns im Taunus. Wenn wir diese Dinge tun, sind wir meistens glücklicher und zufriedener, als wenn wir nur passiv konsumieren, was andere erschaffen haben. Das Motto Kreativität statt Konsum macht unser Leben einfacher, weil es uns vor Augen führt, was wichtig und was weniger wichtig ist. Und es macht unser Leben bewusster, weil Kreativität im Gegensatz zu Konsum immer unsere ganze Aufmerksamkeit erfordert.“

Daniel und Katrin zeigen auf beVegt, wie eine stressfreie vegane Ernährung funktioniert und wie man mit dem richtigen Training fit und gesund durchs Leben läuft. Auf Einfach bewusst hat Daniel den Gastbeitrag Warum vegane Ernährung nicht kompliziert ist veröffentlicht.

Florian von Nachhaltig sein

„Weniger ist mehr. Ich kann diesen Satz nicht mehr hören! Von was weniger und was ist dann mehr? Für mich sind die besten Dinge im Leben nicht Dinge, die wir kaufen können. Und genau von diesen besten Dingen will ich mehr, um (mehr) glücklich zu sein: Mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen, mehr Tiere in der Natur beobachten, mehr Sport machen, mehr Bücher lesen und mehr schöne Tage erleben. Für die Umwelt ist weniger zu wenig, um (mehr) nachhaltig zu sein. Der Umwelt ist anstatt ‚weniger‘ viel lieber ‚besser nichts‘. Und wenn nichts mal nicht geht, dann sollten wir uns diese Frage stellen: Wenn alle so leben würden wie ich, wäre die Welt dann nachhaltig?“

Florian Schreckenbach ist Co-Gründer von nachhaltig-sein.info. Flo & Co. wollen nicht nach Gründen suchen, etwas nicht zu machen, sondern es einfach tun. Sie wollen zeigen, dass Nachhaltigkeit umsetzbar ist. Sie glauben, dass bewusster Konsum und eine angemessene Lebensweise etwas bewirken kann und darüberhinaus glücklich macht. Das Online-Magazin ist auch Basis für das Buch Dein Weg zur Nachhaltigkeit – 350 praktische Tipps für den Alltag.

Christin von Simple Winke

„Minimalismus umfasst für mich nicht nur die Einstellung zu materiellem Besitz, sondern vielmehr das Ankommen in kleinen Momenten des Glücks und des bewussten Daseins. Als die wahren Größen des Lebens wirken sie viel umfassender und tiefer als die großen Events im Leben. Diese unscheinbar wirkenden Augenblicke schreien nicht nach Aufmerksamkeit, weshalb ich mit allen Sinnen nach ihnen suche. Wenn ich offen für sie bin, gibt es für jeden Sinn eine unendliche Liste von wundervollen Momenten der Freude in meinem Alltag. Natürlich ist es ein besonderes Fest, wenn mehrere oder alle Sinne angesprochen werden. Aber auch wenn nur ein Sinn mit mir spricht und ich ihm zuhöre, kann ich etwas Wertvolles in meinem Alltag entdecken. Bewusstes Hören ist zunehmend schwierig geworden. Radio, Musik, Fernseher, Verkehrs, Geräusche der Stadt und ihrer Bewohnern … Und wenn es doch mal leiser um uns herum wird, ist es uns häufig ein Bedürfnis geworden, die Stille zu füllen. Vielleicht auch deshalb, weil gerade unsere Gedanken sehr laut in uns sein können und es nicht immer angenehm ist, sie zu hören. Dabei kann komplette Stille wie ein Geschenk sein. Vielleicht warst Du schon in einer einsamen Gegend, in einer Wüste oder abseits von Tourismus in den Bergen und weißt, was ich meine. Richtige Stille kannst Du hören. Sie ist so umfassend und tief wirkend, dass sie sich tatsächlich wie ein Geräusch in uns ausbreitet und uns ganz erfüllt. Das ist ein Genuss und ein Streicheln der Seele. Nun haben wir selten die Möglichkeit in einer Wüste zu stehen. Aber es ist durchaus möglich, loszulassen und anstrengende Gedanken loszulassen – nämlich immer, wenn wir bewusst hören. Auch wenn das Gehörte nur Straßenlärm ist, denn wenn Du Dich diesem ganz bewusst hingibst, die betreffenden Geräusche zuordnest oder Dir eine Erklärung für das Geräusch ausdenkst, gibt Dir das ein Stück Entspannung und Leben im Jetzt. Wer genau hinhört, tut nichts anderes nebenbei. Eine kleine Oase der Entspannung, die überall möglich ist und Dir erlaubt Deinem Gedankenkarussell zu entfliehen. Selbst die hartnäckigsten Gedanken kommen nicht durch, wenn Du Deine Konzentration immer wieder auf das Hören Deiner Umgebung lenkst. Diese Momente gehören ganz Dir, funktionieren immer und ganz ohne Meditationskissen, Yogamatte oder App. Und vielleicht nimmst Du dabei nicht nur kleine, selten wahrgenommene Schönheiten in der Welt um Dich herum wahr, sondern auch in Dir.“

Christin Marit steht auf alles was das Leben unkomplizierter, glücklicher und gesünder macht. Dabei möchte sie sich nicht verbiegen oder Dinge aufgeben, die sie liebt. Persönliches Wachstum und die Balance von Geben und Nehmen sind ihr wichtig. Ihre Fähigkeiten und Talente nutzt sie, um Lösungen für ihre Kunden zu finden, Ideen mit ihren Lesern zu teilen, ihr nahestehende Menschen zu unterstützen und auch einfach um ihren kreativen Leidenschaften nachzugehen. Besonders zufrieden ist sie, wenn sie das alles draußen tun kann.

Ilona von Für eine bessere Welt

„Eigentlich würde man auf Anhieb denken, dass Dankbarkeit die Folge von Glück ist: Je mehr man hat und erreicht, desto glücklicher ist man. Und je glücklicher man ist, desto dankbarer fühlt man sich. Doch das ist nicht der Fall. Dankbarkeit entsteht unabhängig von der Menge an Erfolg oder materiellem Wohlstand. Dankbarkeit kann man üben – und damit seine Zufriedenheit steigern, sein Glück mehren und sich unabhängiger von materiellem Wohlstand machen. Dankbarkeit fördert auch Deine Großzügigkeit und damit Deine sozialen Beziehungen zu anderen Menschen – einem der wichtigsten Bausteine für ein glückliches Leben. Wie du Dankbarkeit genau üben kannst, dazu haben wir ein paar Ideen für Übungen, Experimente und Aktionen auf der Website unserer Initiative Und jetzt retten WIR die Welt! zusammengestellt.“

Ilona Koglin und Marek Rohde berichten auf Für eine bessere Welt, wie wir unseren Planeten lebenswerter machen können. In Beiträgen, Workshops und Konferenzen decken Ilona und Marek Handlungsspielräume auf, ermutigen durch Vorbilder sowie Vorreiter, und unterstützen konkret bei der Umsetzung von Projekten. Auf Einfach bewusst hat Ilona den Gastbeitrag Mut für eine bessere Welt veröffentlicht.

Angelika von Freiraumfrau

„Lebenskunst ist die Kunst des richtigen Weglassens. Dieses Zitat stammt von Coco Chanel. Ich mag diesen Satz, weil ich ihn auf alles anwenden kann. Auf Rezepte genauso wie auf Innenarchitektur, auf Zeichnungen wie auf materiellen Besitz. Was brauche ich wirklich, um in meinem Leben glücklich zu sein. Seit ich mit meinem Freiraumbus unterwegs bin, merke ich, mit wie wenig Dingen ich auskomme. Ich reduziere Rezepte auf schlichten Geschmack mit wenigen Zutaten, weil ich keine Lust auf unnötige Spülberge habe. Habe nur noch Kleidungsstücke, die ich wirklich mag und trage. Umgebe mich mit Dingen, die ich brauche und schaue mir auch Beziehungen konsequenter an. All das und noch vieles mehr hat deutlich mehr Freiraum in mein Leben gebracht.“

Angelika Bungert-Stüttgen ist die Freiraumfrau. Sie bringt die Herzensthemen ihrer Kunden zeichnerisch auf den Punkt. Seit fast 3 Jahren erkundet sie ihren eigenen Freiraum per Wohnmobil. Und sie hat einen Kochblog, bei dem sie ihre Leidenschaften Zeichnen und Kochen verbindet.

Nicole von Familie ordentlich

„Weniger ist mehr. Diese schlichte Erkenntnis hat mein Leben und das meiner gesamten Familie definitiv einfacher gemacht. Der Familienalltag ist schon trubelig genug. Da brauche ich nicht noch haufenweise Zeugs um mich herum. Ob wir uns Minimalisten nennen können? Ich würde sagen, wir streben einen minimalistischen Lebensstil an und befinden uns auf einem guten Weg. Minimalismus ist ein Lebensstil, der Menschen hilft, sich zu fragen, welche Dinge in ihrem Leben wertvoll sind. Indem wir das Gerümpel von unserem Lebensweg räumen, können wir Platz schaffen für die wichtigen Bereiche in unserem Leben: Gesundheit, Beziehungen, persönliches Wachstum und Mitwirkung in der Gesellschaft. Es gibt nicht den einen Minimalismus für alle. Was für den einen wichtig ist, ist für den nächsten überflüssig. Ein Single kann mit Sicherheit anders minimalistisch leben als wir, eine bald fünfköpfige Familie. Jeder muss seinen eigenen Weg finden. Es geht nicht darum, mit so gut wie gar nichts zu leben. Es geht auch nicht um die Anzahl der Gegenstände, die man besitzt. Für uns als Familie geht es darum herauszufinden, was wichtig und was notwendig ist, warum wir Dinge besitzen und Dinge tun. Es ist für uns ein Streben nach Klarheit und bringt uns als Familie viele Vorteile: mehr Platz, mehr Geld, mehr Ordnung, mehr Zeit, mehr Gelassenheit, mehr Zufriedenheit.“

Nicole Weiß lebt mit ihrer Familie in der Nähe des Bodensees. Auf Familie ordentlich unterstützt sie Eltern, ihren Alltag zu organisieren und zu vereinfachen, um mehr Zeit zu gewinnen für das, was wirklich zählt – ihre Familie.

Kristin von Eat Train Love

„Eine der besten Methoden, um ein glückliches und bewusstes Leben zu gestalten, ist für mich das tägliche Morgenritual. Meine beiden Lebensregeln ‚Du bist, was du isst‘ und ‚Du wirst, was du von dir denkst‘ sorgen für den besten Start in den Tag, den ich mir vorstellen kann. Ich stehe rund 40 Minuten eher auf als früher und richte mich mit meinen Gedanken, Gefühlen und kleinen Handlungen auf einen wundervollen Tag ein. Ich meditiere, praktiziere Yoga, schreibe mein Dankbarkeitstagebuch und gönne mir mein Grüntee-Ritual. Dies tue ich nun bereits zwei Jahre lang und in der Zeit hat sich so viel in meinem Leben zum Positiven verändert. Wer sich auf Gutes ausrichtet, zieht letztendlich auch Gutes in sein Leben. Nicht mehr und nicht weniger besagt das Gesetz der Resonanz und dies nutze ich ganz gezielt für mein Leben.“

Kristin Woltmann-Pahl schreibt auf Eat Train Love über ihren Weg zu einem gesunden Lebensstil für Körper, Geist und Seele.

Alex von BergReif

„Minimalismus habe ich durch das Wandern erfahren. Speziell durch das Fernwandern. Denn wenn man mehrere Wochen nur mit einem Rucksack auf dem Rücken unterwegs ist, ist das bewusste Reduzieren des eigenen Gepäcks essentiell. Nur so ist es möglich, viele Stunden unbeschwert die Natur und seine Umwelt zu genießen. Jedes Mal aufs Neue bin ich erstaunt, mit wie wenig Dingen ich wochenlang vollkommen zufrieden durch die Alpen wandern kann. Ohne jegliches Gefühl von Mangel. Meine glücklichsten Momente habe ich somit losgelöst von den materiellen Besitztümern verbracht. Nur mit dem Nötigsten ausgerüstet, gewannen Natur, Berge und zwischenmenschliche Beziehungen stark an Bedeutung. Gleichzeitig verloren Fernseher, Auto, überquellende Schränke und materielle Statussymbole ihre Wichtigkeit. Mein Glück ist von diesen Dingen nicht mehr abhängig.“

Alex Düren bloggt auf BergReif über das Wandern und Trekking mit ultraleichter und minimalistischer Ausrüstung. Eine Alpenüberquerung und viele Fernwanderungen später, sind Entschleunigung und Minimalismus auch in sein alltägliches Leben übergegangen. Da ihn die Ruhe und Erhabenheit der Bergwelt nicht mehr loslässt, hat er 2017 eine Durchquerung der Alpen von Ost nach West geplant.

Oliver von Simply feel it

„Wie man bewusster leben kann? Sei bereit, alles in Dir zu fühlen, was aufsteigt und sich zeigen möchte. Bleib ganz und gar im Feuer stehen, auch wenn es noch so schmerzvoll ist. Erst dann ändert und löst es sich in Dir – und lösen sich oftmals auch verfahrene Situationen und zwischenmenschliche Probleme in Deinem Leben.“

Oliver Domröse ist Blogger, Autor und Querdenker. Nach einer beruflichen Auszeit weiß er heute, wie er leben möchte: Frei und selbstbestimmt. Oliver schreibt auf seinem Blog über Hochsensibilität, Beziehungen, Mann-Sein, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung. In seinem Buch Der sanfte Krieger interpretiert er die Themen Hochsensibilität und Mann-Sein für unsere heutige Zeit.

Maria von Widerstand ist zweckmäßig

„Alles, was wir brauchen, gibt es schon auf dieser Welt. Dieser Satz, den ich vor vier Jahren aufgeschnappt habe, hat mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Seitdem habe ich aufgehört im konventionellen Sinn zu konsumieren. Ich nutze das, was ich bereits besitze und was andere Menschen nicht mehr haben wollen oder gar für den Müll bestimmt ist. Gemeinsam mit anderen habe ich einen Kostnixladen gegründet, in dem auch andere Menschen die Möglichkeit haben, Dinge, die sie nicht mehr brauchen, zu verschenken und das zu finden, was sie suchen. Da ich durch diese Veränderungen nicht mehr so viel Geld benötige, konnte ich meine Arbeitszeit auf 15 Stunden pro Woche reduzieren und haben nun viel mehr Zeit für das, was mir wirklich wichtig ist in meinem Leben.“

Maria bloggt über Müllvermeidung, Plastikreduktion, DIY, Minimalismus und Achtsamkeit. Sie ist Mitbegründerin eines Kostnixladens in Österreich.

Gabi von Achtsame Lebenskunst

„Es war 2010. Ich bewegte mich seit Jahren im Dauerstress, befand mich meistens im Multitaskingmodus und war auf dem besten Weg, soziale Arbeit nur noch im Akkord zu erledigen. Dies selbstverständlich mit smarten Zielen, durchgetaktet, qualitätsgemanagt, aber eigentlich ging es ja nur um Geldkürzungen im Sozialbereich. Damit ich mit all diesen Belastungen klar kam, versuchte ich mir in der Freizeit etwas Gutes zutun. Die langen Fahrzeiten überbrückte ich in der Bahn mit digitalen Ablenkungsgeräten. In der Freizeit wollte ich viel Musik genießen und ein bisschen Musik machen, überlegte mir ob ich dies und das dafür kaufe – aber all dies Ablenken, Erleben und unbedingt-Spaß-haben-wollen wurde nur noch mühseliger. Und dann waren sie da, diese 10 Minuten Einfachheit. Nach einer kurzen Einführung in die Atemmeditation ging es darum, 10 Minuten nichts anderes tun, als den eigenen Atem beobachten. Ein Abenteuer der Fülle, die im vermeintlichen Nichts lag: Nichts gab es in diesen 10 Minuten zu planen, keine Ziele zu erreichen, keine Telefonate zu führen, keine Krisen zu bewältigen, keine verspäteten Züge, kein Lärm, nicht einmal Erfolge mussten verbucht werden. 10 Minuten einfach nur dasitzen und atmen. Ich spürte trotz der anfänglichen inneren Anspannung, die Entlastung und Befreiung, die in diesen 10 Minuten des Nichts lagen. Es ist nicht bei diesen 10 Minuten geblieben. Es sind im Laufe der Zeit viele Minuten, Stunden und Tage geworden. Achtsamkeit und Meditation gehören heute zu meinem Lebensalltag. Sie helfen mir zu erkennen, was ich wirklich brauche.“

Gabi Raeggel bloggt über Achtsamkeit und Minimalismus als Lebenskunst. Weniger Ballast und Belastung haben in ihrem Leben zu mehr Lebensqualität geführt.

Petra von Minimalismus21

„Es gibt viele Wege und Zugänge zu einem minimalistischen und entrümpelten Leben. Doch jede Reise beginnt irgendwann mit einem ersten Schritt. Meistens muss man sich zunächst einmal von alten Wertvorstellungen und Verhaltensmustern freimachen. Aber auch von der Erwartungshaltung seiner Umwelt. Denn jeder ist selbst sein eigener Maßstab und kann frei entscheiden, wie wenig ihm genug ist. Minimalismus soll kein Wettbewerb sein, in welchem wir uns um das Richtiger, Weniger oder Nachhaltiger batteln. Man sollte versuchen, aus allen Schichten das herauszuschälen und freizulegen, was das eigene Leben bereichert, was wertvoll ist und was es nicht beschwert. Praktisch bedeutet das: Ausmisten und Loslassen muss man üben. Es ist eine (neue) Verhaltensweise, die sich durch stetige Wiederholung(en) trainieren lässt.“

Petra und Michael geben auf ihrem Blog Tipps rund ums Reduzieren und gehen der Frage nach, warum, wann und wie wir konsumieren.

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+

{ 13 Kommentare }

Mein Jahr 2016 in Bildern

„Wenn ein Jahr nicht leer verlaufen soll, muss man beizeiten anfangen.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Der Krieg in Syrien, der islamistische Terrorismus, das Erstarken der Rechten, die Wahl in den USA, der Tod von Prince, Bowie und Cohen – 2016 gab es zahlreiche dramatische Ereignisse, die die Menschen weltweit bewegten und auch zum Verzweifeln brachten. Die Jahresrückblicke in Presse, Funk und Fernsehen fielen entsprechend düster und negativ aus.

Wir sollten aber nicht vergessen, dass es den meisten von uns in Deutschland sehr gut geht. Eine positive Grundstimmung im Land halte ich für wichtig, um zum einen die persönliche Zufriedenheit zu bewahren und zum anderen gemeinsam die globale Situation der Menschen, der Nutztiere und der Umwelt zu verbessern.

Ich konzentriere mich in meinem Rückblick auf die beruflichen wie privaten Erfolge.

Viel Spaß mit meinem Jahr 2016 in Bildern.

Die vegane Wandergruppe auf der Tour am Roten Main (Foto: Christof Herrmann, 2016)

Anfang des Jahres habe ich eine vegane Wandergruppe gegründet. Am 14. Februar trafen sich 13 Wanderer in Allersberg bei Roth zur ersten Wanderung. Sieben weitere Tagestouren durch die schönen Mittelgebirge Frankens folgten.

Schnelle Kartoffelsuppe (Foto: Christof Herrmann, 2016)

2016 war mein drittes Jahr als Pflanzenfresser. Ich koche möglichst einfach, vollwertig und mit saisonalen Produkten aus der Region. Meine besten Rezepte veröffentliche ich auf Einfach bewusst. 2016 waren das die folgenden: Schnelle Kartoffelsuppe, Tomaten-Pistazien-Aufstrich, einfacher Brotsalat, Ratatouille, Kartoffeln und Gemüse aus dem Ofen, Dessert aus Avocado, Himbeeren und Orangensaft.

Ende Februar am Bodensee (Foto: Christof Herrmann, 2016)

Ende Februar begab ich mich eine Woche lange auf Reisen. Zunächst besuchte ich eine Freundin in Stuttgart, dann meinen alten Kumpel Olli am Bodensee. Es gab viel zu reden, denn Olli hat sich ebenfalls als Autor selbstständig gemacht. Er schreibt vor allem über Hochsensibilität.

Warum ich seit 20 Jahren keinen Fernseher besitze

Im Frühjahr war es 20 Jahre her, dass ich keinen Fernseher mehr besitze. Was mir das gebracht hat? Mehr Achtsamkeit, Bewegung, Fokus, Freiheit, Freundschaften, Geld, Gespräche, Gesundheit, Kreativität, Leben, Platz, Schlafqualität, Sex, Werbefreiheit, Zeit, Zufriedenheit …

Wanderführer "Alpenüberquerung Salzburg - Triest" von Christof Herrmann

Im Mai ist mein Buch „Alpenüberquerung Salzburg – Triest“ im Bergverlag Rother erschienen. Es ist mein bisher ambitioniertester Wanderführer, für den ich 2012 bis 2015 drei Mal über das Hochgebirge bis ans Mittelmeer gewandert bin. In der Ausgabe Mai/Juni des trekking-Magazins habe ich den vierseitigen Artikel „12 Gründe, warum Du die Alpenüberquerung Salzburg – Triest machen solltest“ veröffentlicht.

Auf der Via Podiensis in Frankreich. (Foto: Christof Herrmann, 2016)

Am 25. Juni bin ich von meiner Haustüre in Nürnberg aus gestartet, um auf dem Jakobsweg  nach Santiago de Compostela und weiter zum Atlantik zu gehen. Jeden Abend schrieb ich einen Bericht und lud diesen mit ein paar Fotos auf Google Drive hoch (das gesamte Jakobsweg-Paket gibt es nun zum Sonderpreis). Rund 400 Leser und Leserinnen begleiteten mich zunächst zum Bodensee und durch die Schweiz, danach durch Frankreich und schließlich auf dem berühmten Camino Frances durch Spanien.

Mit Kristine am Atlantik bei Finisterre (Foto: Christof Herrmann, 2016)

Nach 4 bis 5 Millionen Schritten, 51.550 Aufstiegshöhenmetern, 2904 Kilometern, 108 Tagen, 4 Ländern und 2 Jakobswegaffären bin ich in Finisterre am Atlantik angekommen. Es war die wohl längste Wanderung meines Lebens.

2016 war das erste Jahr, in dem ich vom Schreiben leben konnte.

2016 war das erste Jahr, in dem ich vom Schreiben leben konnte. In den drei Jahren der Selbstständigkeit zuvor musste ich stets etwas von meinen Ersparnissen verwenden. Dass ich nun als freier Autor über die Runde komme, liegt auch daran, dass ich sparsam und minimalistisch lebe.

Zuschauer beim Konzert von Ryley Walker in Erlangen (Foto: Christof Herrmann, 2016)

Ich habe meine Leidenschaft für Konzerte und Festivals wiederentdeckt. Genau 50 Bands und Solokünstler habe ich 2016 live gesehen. Besonders gut in Erinnerung geblieben sind mir The Paper Kites, TV Smith, Grandbrothers, Die Nerven, Faber, Isolation Berlin, Throw That Beat In The Garbagecan, Locas In Love, Holly Golightly, The Burning Hell, The Robocop Kraus, The Great Park, Ryley Walker und The Wave Pictures.

Mein Jahr 2016 in Bildern: Einfach bewusst - Minimalistisch, nachhaltig und vegan leben

Mein Blog Einfach bewusst ist in den letzten 12 Monaten weiter gewachsen. 700.000 Besucher haben 1,4 Millionen Seiten aufgerufen. Meinen Newsletter bekommen 10.000 Abonnenten. Auf Facebook habe ich 10.000 Follower, auf Twitter 2.700 und auf Google+ 500. Den RSS-Feed nutzen 900 Abonnenten.

Im Naturschutzgebiet Grainberg-Kalbenstein und Saupurzel bei Karlstadt (Foto: Monika Prestel, 2016)

Zum Jahresabschluss traf ich mich mit einer Freundin zu einer Wanderung bei Karlstadt. Bei grandiosem Winterwetter streiften wir durch das hoch über dem Main gelegene Naturschutzgebiet Grainberg-Kalbenstein und Saupurzel.

Vielen Dank, dass Du zum Erfolg von Einfach bewusst beiträgst und mein Leben bereicherst. Ohne meine Leser gäbe es meinen Blog nicht. Ich freue mich auch in Zukunft über jeden Seitenaufruf, jeden Kommentar, jede E-Mail und jedes „Gefällt mir“ auf Facebook & Co.

Für 2017 wünsche ich Dir alles Gute, viel Glück, Erfolg und vor allem Gesundheit!

{ 20 Kommentare }

Digital Detox - Warum Abschalten ein guter Vorsatz fürs neue Jahr ist

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Dr. phil. Daniela Otto. Sie ist Literaturwissenschaftlerin und beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Vernetzung. 2016 hat sie den Ratgeber Digital Detox – Wie Sie entspannt mit Handy & Co. leben veröffentlicht. Sie lehrt an der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Universität Augsburg und freut sich über Studenten, die während der Vorlesung nicht aufs Handy schauen.

Weihnachten ist vorbei. Normalerweise sollten ja zu dieser Zeit nur die Glocken süß klingen – doch wetten, dass auch Dein Handy fleißig gebimmelt hat! Wenn Du wie so viele andere gestresst ins neue Jahr startest, ist das ein guter Anlass, etwas zu ändern. Doch wie soll das gehen? Mit Digital Detox, einem Lebensstil, der wieder Ruhe in Deinen Alltag bringt.

Es ist lange her, dass die besinnliche Zeit noch besinnlich war. Wenn ich zurückdenke, war es bei mir persönlich das letzte Mal in der Grundschule so. Ich erinnere mich daran, wie wir im Klassenzimmer Kerzen angezündet, Plätzchen gegessen und der Lehrerin beim Vorlesen einer Weihnachtsgeschichte zugehört haben. Es lag etwas in der Luft, die Vorfreude auf ein in unserer Kultur tief verankertes religiöses Fest, aber noch etwas anderes, das ich heute, aus der erwachsenen Reflexion heraus, klar als Ruhe ausmachen kann.

Diese Ruhe oder auch Stille ist den meisten von uns abhanden gekommen. Das ist kein Wunder, denn wenn wir einmal dabei sind runterzukommen, wartet bestimmt schon der nächste Anruf, die nächste E-Mail, die nächste SMS oder die nächste WhatsApp-Nachricht auf uns. Der digitale Lärm, bestehend aus ständigem Klingeln, Vibrieren und Plingen, ist unüberhörbar geworden und schreckt uns immer wieder auf.

Wie wichtig jedoch das innere Abschalten innerhalb unserer zum Burnout neigenden Gesellschaft geworden ist, kann nicht genug betont werden. Es ist nicht nur wichtig, sondern unabdingbar für jeden, der gesund, glücklich und ausgeglichen durchs Leben gehen möchte.

Doch wie soll das Abschalten funktionieren? Viele wollen es, aber wissen nicht genau, wie sie es schaffen sollen, wenn sie für den Chef genauso permanent erreichbar sein müssen wie für Freunde, Partner und Familie. Die Lösung: Digital Detox.

Digital Detox ist ein Lifestyle, der langsam aus der USA zu uns nach Deutschland kommt. Die Idee dahinter ist so simpel wie grandios: Wer öfter und gezielt seine digitalen Medien abschaltet, gewinnt dauerhaft an Lebensqualität. Dabei geht es nicht nur darum, einfach den Off-Schalter zu drücken, sondern ganz bewusst sein eigenes Mediennutzungsverhalten zu beobachten und digitale Stressquellen zu minimieren.

Wie das konkret geht? Zunächst ist Reduzieren das Motto: Nicht jeder Newsletter ist sinnvoll, nicht jede Eilmeldung wichtig, nicht jeder Klingelton ein Muss. Wer ordentlich ausmistet und die Einstellungen entsprechend anpasst, unnütze Apps löscht und seine Kontakte aussortiert, hat schon viel dafür getan, dass er nicht permanent in seiner Ruhe gestört wird.

Doch Digital Detox ist vor allem eine Haltung: Es geht darum, sich mental gegen den digitalen Stress zu wappnen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen, wenn z. B. noch fünfzig E-Mails und WhatsApp-Nachrichten unbeantwortet sind. Hier ist Disziplin erforderlich. Wir sind inzwischen so darauf konditioniert sofort aufzuschrecken, wenn das Handy klingelt, dass wir kaum mehr gelassen damit umgehen können. Für eine Life-Media-Balance ist aber genau das unerlässlich. Wer eine neue Distanz zum üblichen Kommunikationsstress gewonnen hat und sich darauf besinnt, dass er antworten kann, wann er will, und nicht ständig erreichbar oder gar verfügbar sein muss, wird wesentlich glücklicher durchs Leben gehen. Die zurückgewonnene Autonomie befreit spürbar.

Wer effektiv digital abnehmen möchte, sucht sich am besten eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Loslegen kann man jederzeit. Schon kleine Veränderungen helfen – etwa offline in den Tag zu starten oder das Handy beim Spaziergang daheim zu lassen. Wer besonders effektiv digital entgiften will, bleibt für mindestens 24 Stunden virtuell abstinent.

Das lohnt sich übrigens tatsächlich. In Studien wurde nachgewiesen, dass eine solche Auszeit von Smartphone & Co. die Körperhaltung verbessert (man schaut nicht mehr ständig aufs Display, sondern wieder mit offenen Augen und erhobenen Hauptes die Welt an), die Empathiefähigkeit steigert (wer nicht nebenbei liest und schreibt, hört anderen besser zu), guten Schlaf fördert (das helle Licht der Displays unterdrückt das Schlafhormon), die Kreativität verbessert (wer nicht googelt, nutzt sein Hirn) und wieder Lust auf das richtige Leben macht (denn das findet nicht im Internet statt).

Wer abschalten und ankommen will, sollte also vor allem eines tun: Möglichst oft ausschalten.

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+, Pinterest

Ich freue mich auch, wenn Du den Artikel mit Deinen Freunden teilst oder einen Kommentar hinterlässt.

{ 19 Kommentare }

Warum ich eine vegane Wandergruppe gegründet habe und wie Du auch eine gründest - Foto: Im Steigerwald wandert es sich angenehm. (Christof Herrmann, 2016)

„Wandern ist die vollkommenste Art der Fortbewegung, wenn man das wahre Leben entdecken will. Es ist der Weg in die Freiheit.“ (Elizabeth von Arnim)

Wie alles begann: Allein unter Fleischessern

Von 2014 bis 2015 nahm ich an der Wandergruppe eines Freundes aus Fürth teil. Die Tagestouren führten durch Mittel- und Oberfranken. Eingekehrt wurde in Landgasthöfen mit fränkisch-deftiger Küche. Während die anderen Schäufele und Schweinebraten aßen, musste ich mich mit faden Beilagen begnügen. Mehr störte mich, dass ich als einziger Veganer einen Sonderstatus hatte und auf jeder Wanderung die Beweggründe für meine Ernährung darlegen musste.

4 Gründe, eine vegane Wandergruppe zu gründen

Im Herbst 2015 trennte ich mich von meiner Freundin und zog nach Nürnberg. Ich nutzte den Neuanfang, mich mehr mit Menschen zu umgeben, die eine ähnliche Einstellung und Lebensweise wie ich haben. Aus der „Fleischesser“-Wandergruppe trat ich aus. Ich fasste den Entschluss, eine vegane Wandergruppe zu gründen. Grundsätzlich spricht vieles für so einen Vereinigung:

  • Gleichgesinnte zusammenzubringen. Meine Wandergruppe ist auch offen für Vegetarier und Fleischesser, die gerade dabei sind oder vorhaben, auf die pflanzliche Ernährung umzustellen. Auf den Touren wird selbstverständlich nur vegan gegessen und getrunken.
  • Lokale auf dem Land zu fördern, die bereits Veganes auf der Speisekarte haben oder auf Anfrage zubereiten. Nur wenn die Gastronomen mitbekommen, dass die Nachfrage da ist und Veganer für Umsatz sorgen, wird man in Zukunft auch außerhalb der großen Städte schmackhafte Pflanzenkost bekommen.
  • Die schönen Wandergebiete der Region zu erkunden. Von Nürnberg aus sind mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in maximal eineinviertel Stunden die Fränkische Schweiz, das Fichtelgebirge, die Hersbrucker Schweiz, der Oberpfälzer Wald, das Bayerische Jura, das Fränkische Seenland, der Steigerwald, das Obermainische Hügelland und die Haßberge zu erreichen.
  • Sich in der frischen Luft zu bewegen. Das ist gut für Körper und Geist – vor allem wenn man wie ich in der Großstadt lebt.
Warum ich eine vegane Wandergruppe gegründet habe und wie Du auch eine gründest - Foto: Einkehr im rein veganen Restaurant AVeganTisch in Speikern (Christof Herrmann, 2016)

Einkehr im rein veganen Restaurant AVeganTisch in Speikern im Landkreis Nürnberger Land.

8 Wanderungen in 12 Monaten (inkl. GPS-Tracks)

In den Wochen nach meinem Umzug nach Nürnberg suchte ich in meinem Freundeskreis und im Internet nach Interessenten für die vegane Wandergruppe. Schnell hatte ich über 20 zusammen. Wen ich noch nicht persönlich kannte, traf ich mindestens einmal.

Am 14. Februar 2016 war es soweit. 13 Wanderer – 7 Veganer, 3 Vegetarier und 3 Omnivore – trafen sich im mittelfränkischen Allersberg. Auch wenn die Wanderung landschaftlich weniger reizvoll war als die sieben danach, hatten alle ihren Spaß. Die Premiere war ein voller Erfolg.

Im Laufe der Touren wurden wir ein eingeschworener Haufen. Den Kern bilden 10 Personen, die mindestens 4-mal mitwanderten. Weitere 17 waren 1- bis 3-mal dabei.

Die folgende Liste führt unsere 8 Tageswanderungen im Jahr 2016 auf. Ich habe jeweils die Einkehr und den GPS-Track verlinkt, um ein Nachwandern zu ermöglichen. Alle Touren findest Du auch im Streckenordner bei GPSies.

  1. Durch den mittelfränkischen Landkreis Roth: Von Allersberg nach Büchenbach, vegane Einkehr im Bio-Landgasthof Zur Linde in Furth, 18 km, 160 hm Anstieg, 220 m Abstieg.
  2. Über die Hügel der westlichen Hersbrucker Alb: Von Hersbruck nach Schnaittach, vegane Einkehr im Hotel Zum Alten Schloss in Kleedorf, 17 km, 520 hm Anstieg, 520 hm Abstieg, siehe auch Tour 4 im Buch „Biergartenwanderungen Franken“.
  3. Am Roten Main zur Eremitage: Von Creußen nach Bayreuth, vegane Einkehr im Forsthaus Kamerun, 17 km, 280 hm Anstieg, 360 hm Abtieg, siehe auch Etappe 13 im Buch „Fränkischer Gebirgsweg“.
  4. Aufs Walberla und ums Walberla herum: Von und nach Wiesenthau, veganes Picknick am Moritzbach, 18 km, 600 hm Anstieg, 600 hm Abstieg, siehe auch Tour 1 im Buch „Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz“.
  5. Auf der südlichen Hälfte des 1000-Höhenmeter-Rundwegs: Von und nach Pommelsbrunn, vegane Einkehr im Eine Welt Café Jai-Ma (existiert nicht mehr) in Pommelsbrunn, 17 km, 520 hm Anstieg, 520 hm Abstieg, siehe auch Tour 5 im Buch „Biergartenwanderungen Franken“ und www.1000hmr.de.
  6. Am Rande des Steigerwalds: Von Abtswind nach Iphofen, veganes Picknick unter der alten Linde bei Castell, 21 km, 530 hm Anstieg, 560 hm Abstieg.
  7. Aufi zum Glatzenstein und zu den Hansgörgls: Von und nach Reichenschwand, vegane Einkehr im Restaurant AVeganTisch in Speikern, 17 km, 450 hm Anstieg, 450 hm Abstieg.
  8. Würzburg und Umgebung, Von und nach Würzburg, vegane Einkehr auf dem Weihnachtsmarkt Weihnachten mal anders, 16 km, 340 hm im Aufstieg, 340 hm im Abstieg
Warum ich eine vegane Wandergruppe gegründet habe und wie Du auch eine gründest - Foto: Bei gutem Wetter bietet sich auch ein veganes Picknick an. (Christof Herrmann, 2016)

Bei gutem Wetter bietet sich auch ein veganes Picknick an.

Wie Du ganz einfach Deine eigene vegane Wandergruppe gründest (inkl. Beispiel-E-Mails)

Es ist kein Hexenwerk, eine vegane Wandergruppe auf die Beine zu stellen. Da nicht jeder Facebook, WhatsApp und Doodle nutzt, empfehle ich das ganze mit E-Mails zu organisieren. Die folgenden Schritte haben sich bewährt:

  1. Nach Interessenten suchen. Wenn Dein Freundes- und Bekanntenkreis nicht ausreicht, findest Du in der Veggie Community, mit einem Aushang in Deinem Bioladen oder in einem veganen Restaurant und in der VEBU-Regionalgruppe Deiner Stadt sicher ein paar Interessenten. Da nicht jeder immer Zeit und Lust hat mitzuwandern, brauchst Du mindestens doppelt so viele Personen im E-Mail-Verteiler, als durchschnittlich mitkommen sollen.
  2. Die Einkehr der nächsten Wanderung festlegen (4-5 Wochen vorher). Mittlerweile gibt es auch auf dem Land und in kleineren Städten Lokale, in denen Veganes angeboten wird. Eine Auswahl findest Du für ganz Deutschland bei VEBUHappyCow und Vanilla Bean sowie für Mittelfranken im Veganguide. Darüberhinaus sind viele Landgasthöfe mit etwas gehobenerer Küche oder Hotelbetrieb in der Lage, ein rein pflanzliches Menü auf den Tisch zu bekommen. Am besten telefonierst Du kurz mit der Restaurantleitung oder dem Küchenchef. Bei gutem Wetter bietet sich auch ein Picknick an, zu dem jeder Wanderer etwas Veganes beiträgt.
  3. Die Wanderroute planen (4-5 Wochen vorher). Bewährt hat sich im Winterhalbjahr eine Strecke von 15 bis 20 km und im Sommerhalbjahr eine Strecke von 20 bis 25 km (weniger bei langen An- und Abstiegen). Idealerweise legt man das Mittagessen so, dass rund die Hälfte der Tour bereits geschafft ist.
  4. Den Termin für die Wanderung finden (3-4 Wochen vorher, siehe meine Beispiel-E-Mail). Sende eine E-Mail mit Terminvorschlägen an Deine Interessenten. Eine Excel-Tabelle oder eine Tabelle auf Papier hilft Dir, den Überblick zu behalten. Der Tag, an dem die meisten Zeit haben, wird es dann. Wenn Du einen großen E-Mail-Verteiler hast, kannst Du Dir diesen Schritt evtl. sparen und den Termin selbst festlegen.
  5. Den Termin rumschicken (2-3 Wochen vorher, siehe meine Beispiel-E-Mail). Jeder, der mitwandern möchte, sollte nun per E-Mail fest zusagen und sich den Termin vormerken.
  6. Den Tisch reservieren (2-3 Wochen vorher), sobald die Anzahl der Wanderer feststeht.
  7. Die Organisationsdetails rumschicken (1-2 Wochen vorher, siehe meine Beispiel-E-Mail). Darunter fallen Infos zur Anreise (um Umwelt und Geldbeutel zu schonen, fahren wir möglichst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln), Route, Einkehr und Rückfahrt.
  8. Am Morgen der Tour sollte jeder per Handy erreichbar sein. Grundsätzlich wird wie geplant gewandert. Schließlich gibt es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung. Durch Unvorhergesehenes wie Krankheit oder Zugausfall können aber kurzfristige Absprachen nötig sein.
  9. Nach der Wanderung ist vor der Wanderung. Es kann alsbald wieder mit Schritt 2 begonnen werden.
Warum ich eine vegane Wandergruppe gegründet habe und wie Du auch eine gründest - Foto: Im Laufe der Wanderungen entstanden Freundschaften. (Christof Herrmann, 2016)

Im Laufe der Wanderungen entstanden Freundschaften.

Neues Jahr, neue Touren

Mitte Januar trifft sich meine Wandergruppe zu einem veganen Mitbring-Brunch in Erlangen. Ich werde dann Fotos von jeder der acht Touren mit Hilfe eines Beamers an die Wand projizieren.

Im Februar starten wir mit einer Winterwanderung im Fichtelgebirge in die neue Saison. 2017 möchte ich wieder mindestens acht Touren organisieren. Um der Wandergruppe neue Impulse zu geben, sind eine Nachtwanderung sowie eine Zweitagestour angedacht.

Warum ich eine vegane Wandergruppe gegründet habe und wie Du auch eine gründest - Foto: Festung Marienberg in Würzburg (Christof Herrmann, 2016)

Am Ende unserer achten Tour kamen wir in Würzburg an der illuminierten Festung Marienberg vorbei.

Kannst Du Dir vorstellen, selbst eine vegane Wandergruppe zu gründen? Falls Du es angehst, kannst Du gerne in den Kommentaren von Deinen Erfahrungen berichten.

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+

{ 19 Kommentare }

32 Bücher, die ich 2016 gelesen habe

32 Bücher, die ich 2016 gelesen habe

„Fernsehen bildet. Immer, wenn der Fernseher an ist, gehe ich in ein anderes Zimmer und lese.“ (Groucho Marx)

Verglichen mit 2012, 2013, 2014 und 2015 bin ich heuer wenig zum Lesen gekommen. Das lag zum einen daran, dass ich selbst viel geschrieben habe (u. a. meinen Wanderführer Alpenüberquerung Salzburg – Triest, die Tagesberichte vom Jakobsweg, für meinen Blog). Und das lag zum anderen einfach daran, dass ich 108 Tage lang Pilgern war.

Knapp die Hälfte der Bücher, die ich 2016 gelesen habe, bekamen von mir 4,5 oder 5 Sterne und kann ich wärmstens empfehlen.

Fach- und Sachliteratur, die ich 2016 gelesen habe

  1. A Grain, a Green and a Bean – 33 Lieblingsrezepte nach der Formel für das perfekte vegane Gericht von Katrin Schäfer & Daniel Roth (Erscheinungsjahr: 2016, meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen)
  2. Artgerecht ist nur die Freiheit – Eine Ethik für Tiere oder Warum wir umdenken müssen von Hilal Sezgin (2014, 4,5 Sterne)
  3. Clean Eating vegan: Natürlich genießen – bewusst leben von Patrick Bolk (2016, 4,5 Sterne)
  4. Cookin‘ Up A Storm – Abenteuer und vegane Rezepte mit Sea Shepherd von Laura Dakin (2015, 4 Sterne)
  5. Der sanfte Krieger von Oliver Domröse (2016, 4 Sterne)
  6. Die 60er Jahre – Portrait einer Ära von Linda McCartney (1993, 5 Sterne)
  7. Die Macht des Einzelnen – 12 Biographien von Christa Blanke (2016, 4 Sterne)
  8. Französischer Jakobsweg von Bettina Forst (2012, 4 Sterne)
  9. Gaviotas – Ein Dorf erfindet die Nachhaltigkeit von Alan Weisman (2012, 4,5 Sterne)
  10. Jakobswege durch Deutschland und die Schweiz von Martin Schulte-Kellinghaus & Annette Mahro (2010, 4 Sterne)
  11. Jakobsweg vom Oberpfälzer Wald zum Bodensee von Michael Schnelle (2014, 3,5 Sterne)
  12. Lebe einfacher! von Janet Luhrs (1998, 4,5 Sterne)
  13. Loslassen – als Lebenshilfe und Heilung von Elfrida Müller-Kainz & Hedwig Hajdu (2007, 3,5 Sterne)
  14. Mit Freude lernen – ein Leben lang von Gerald Hüther (2016, 4,5 Sterne)
  15. Pilgern auf den Jakobswegen von Raimund Joos (2011, 3 Sterne)
  16. Schweiz: Jakobsweg vom Bodensee zum Genfersee von Hartmut Engel (2015, 3,5 Sterne)
  17. Spanischer Jakobsweg von Cordula Rabe (2016, 3,5 Sterne)
  18. Trekking ultraleicht von Stefan Dapprich (2014, 4 Sterne)
  19. Via Gebennensis von Renate Florl (2016, 3,5 Sterne)

Belletristik, die ich 2016 gelesen habe

  1. Dahamm und Anderswo von Matthias Kröner (2016, 4 Sterne)
  2. Der Zauberberg von Thomas Mann (1924, 4,5 Sterne)
  3. Die Erfindung des Lebens von Hanns-Josef Ortheil (2009, 5 Sterne)
  4. Ein ganzes Leben von Robert Seethaler (2014, 4,5 Sterne)
  5. Heiße Tour – Mit dem Fahrrad von Algier nach Kapstadt von Helmut Hermann (1980, 4,5 Sterne)
  6. Märzchen im November von Peter Coon (2015, 4 Sterne)
  7. Mein Traum von Indien von Andreas Pröve (2004, 4,5 Sterne)
  8. Nacht ist der Tag von Peter Stamm (2013, 3 Sterne)
  9. Wild – A journey from lost to found von Cheryl Strayed (2012, 4 Sterne)
  10. Zwischen den Zeilen reisen von Johanna Wagner (2015, 4,5 Sterne)

Comics, die ich 2016 gelesen habe

  1. 100 Meisterwerke der Weltliteratur als Comic (2009, 3 Sterne)
  2. Der Traum von Olympia – Die Geschichte von Samia Yusuf Omar von Reinhard Kleist (2015, 4,5 Sterne)
  3. Treibsand von Max Mönch, Alexander Lahl & Kitty Kahane (2014, 4,5 Sterne)

Und welche Bücher, die Du 2016 gelesen hast, kannst Du mir und meinen Lesern besonders empfehlen?

Um keine Artikel zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter, Google+, Pinterest

{ 21 Kommentare }