Hummus auf 2 Arten: Klassisch & schnell für unterwegs (Fotos: Christof Herrmann, 2018)

Hummus wird im gesamten arabischen Sprachraum und in Israel serviert – und bei uns in vielen Orient-Imbissen, Szene-Lokalen sowie auf jedem veganen Brunch oder Picknick.

Das Mayo des Ostens liefert viele Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate, die den Körper mit Energie versorgen und zugleich sättigen. Es kommt meist mit etwas (geröstetem) Fladenbrot auf den Tisch. Das Kichererbsenmus schmeckt aber auch auf dem Burger oder in der Falafeltasche, zu Gemüse aus der Pfanne oder dem Ofen, in der Pastasauce, als Dip zu rohen Gemüsesticks oder einfach pur!

Die Zubereitung eines klassischen Hummus ist einfach. Ich nehme meist fertig gegarte Kichererbsen aus dem Glas oder der Dose. Das Einweichen und Kochen ist mir zu umständlich und ich schmecke sowieso kaum einen Unterschied. Ich achte aber darauf, hochwertiges Tahin zu verwenden, das man bei uns am ehesten in arabischen Supermärkten findet. Oft nehme ich etwas mehr von dem Sesammus und lasse ich den Kreuzkümmel und den Knoblauch weg, um einen puristischen Geschmack zu erzielen. Damit das Hummus schön fluffig wird, kommt etwas Wasser in den Mixer und wird das Olivenöl nicht mitpüriert, sondern auf das fertige Kichererbsenmus geträufelt.

Das schnelle Tomaten-Hummus habe ich erst vor ein paar Tagen auf meiner „Deutschland der Länge nach“-Tour zum Picknick zubereitet. Das Rezept entstand letztes Jahr durch einen Zufall. Ich hatte im Tal eingekauft und wollte mir am Berg einen Couscoussalat mit Kichererbsen zubereiten. Allerdings hatte ich vergessen Couscous einzukaufen. So kam es, dass ich Tomatenmark, Olivenöl, Wasser, Salz und Chili (diese Grundzutaten habe ich fast immer auf Fernwanderwerungen im Rucksack) und die Kichererbsen zu einem Aufstrich zerdrückte und mit Brotresten verspeiste. Es war ein überraschendes, simples und köstliches Geschmackserlebnis. Ich habe es seitdem mehrmals zubereitet und möchte es Dir nicht vorenthalten.

Klassisches Hummus

Vegan, orientalisch, proteinreich – Zeit: 15 Min. – Schwierigkeit: leicht

1 Glas oder Dose Kichererbsen (250 g Abtropfgewicht)
4 EL Zitronensaft
4 EL Wasser
4 EL Tahin (Sesammus)
evtl. ½ TL Kreuzkümmel
evtl. 1 Knoblauchzehe
Salz
Pfeffer
4 EL Olivenöl
evtl. Oliven, gegarte Kichererbsen, Petersilie oder Koriander,und Chili- oder Paprikapulver zum Garneren

  1. Die Kichererbsen in ein Sieb geben und mit frischem Wasser abspülen.
  2. Kichererbsen mit dem Zitronensaft und dem Wasser in einem Mixer oder mit einem Stabmixer in einem hohen Gefäß pürieren.
  3. Das Tahin zugeben und noch mal pürieren, bis eine cremiges Mus entstanden ist.
  4. Mit Salz, Peffer und evtl. Kreuzkümmel und einer fein gehackten Knoblauchzehe abschmecken.
  5. Das Hummus in eine breite Schüssel oder auf Tellern geben, glatt streichen, mit einem Löffel Mulden in die Creme ziehen und dort das Olivenöl hineinträufeln.
  6. Nach Wunsch mit Oliven, frischen Kräutern und Chili- oder Paprikapulver garnieren.

Klassisches Hummus (Foto: Christof Herrmann, 2018

Schnelles Tomaten-Hummus für unterwegs

Vegan, orientalisch, proteinreich, puristisch – Zeit: 10 Min. – Schwierigkeit: leicht

2 EL Tomatenmark
5 EL Wasser
3 EL Olivenöl
1 Glas oder Dose Kichererbsen (250 g Abtropfgewicht)
Salz
Chilipulver
Baguette oder Brot

  1. Tomatenmark, Wasser und Olivenöl mit einer Gabel oder einem Löffel verquirlen.
  2. Das Glas oder die Dose öffnen, das Einweichwasser wegschütten und die Kichererbsen zur Tomaten-Olivenöl-Sauce geben.
  3. Alles mit einer Gabel, einem Löffel oder z. B. der Unterseite des Glases zerdrücken, bis ein Mus entsteht.
  4. Mit Salz und Chilipulver abschmecken.
  5. Brot oder Baguette in Scheiben schneiden und mit dem Tomaten-Hummus bestreichen.

Tomaten-Hummus für unterwegs (Foto: Christof Herrmann, 2018

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Alle Etappen der Alpenüberquerung Salzburg - Triest 2018/2019

Anfang Juni ist mein Wanderführer „Alpenüberquerung Salzburg – Triest“ in der 2., komplett überarbeiteten und um 16 Seiten erweiterten Auflage erschienen.

Ich habe nun in Zusammenarbeit mit dem Bergverlag Rother ein 10-seitiges PDF erstellt. Darin wird das Buch und die Fernwanderung kurz vorgestellt, sind alle 28 Etappen und die 8 Varianten-Etappen mit der Schwierigkeit (L=Leicht, M=Mittelschwer, S=Schwer), den Kilometern, den Aufstiegs- und Abstiegshöhenmetern und der reinen Gehzeit aufgelistet, ist die Route auf einer Karte abgebildet und gibt es eine komplette Etappe aus dem Buch. Mit dem PDF möchte ich jene unterstützen, die sich noch nicht sicher sind, ob für sie die komplette Alpenüberquerung auf der Hauptroute oder zunächst ein einfacher Abschnitt in Frage kommt.

Das Dokument ist 5 MB groß und kann direkt im Browser gelesen werden. Klicke mit der linken Maustaste auf das Bild oben oder auf den folgenden Link:

PDF mit der Etappenübersicht, der Routenkarte und einer Etappe aus dem Buch

Du kannst das PDF auch herunterladen und im Adobe Reader lesen. Dazu mit der rechten Maustaste auf das Bild oder den Link klicken und dann die Option „Ziel/Link speichern unter“ wählen. Das Dokument darf natürlich geteilt, weitergegeben und ausgedruckt werden.

Alle Etappen und Varianten-Etappen sind auch im folgenden aufgeführt.

Berchtesgadener Alpen (Österreich & Deutschland)

1 Salzburg – Zeppezauerhaus, M, 15 km, ↑ 1350 Hm, ↓ 110 Hm, 5.45 Std.
2 Zeppezauerhaus – Berchtesgaden, M, 17 km, ↑ 510 Hm, ↓ 1600 Hm, 7.00 Std.
3 Berchtesgaden – Carl-v.-Stahl-Haus, L, 16 km, ↑ 1300 Hm, ↓ 140 Hm, 6.15 Std.
V 3 Schönau (Königssee) – Wasseralm, M, 22 km, ↑ 1750 Hm, ↓ 930 Hm, 8.45 Std.
4 Carl-v.-Stahl-Haus – Wasseralm, M, 13 km, ↑ 1000 Hm, ↓ 1310 Hm, 7.00 Std.
5 Wasseralm – Ingolstädter Haus, M, 14 km, ↑ 1300 Hm, ↓ 600 Hm, 7.00 Std.
6 Ingolstädter Haus – Maria Alm, M–S, 15 km, ↑ 350 Hm, ↓ 1670 Hm, 6.45 Std.

Salzburger Schieferalpen (Österreich)

7 Maria Alm – Statzerhaus, M, 15 km, ↑ 1580 Hm, ↓ 270 Hm, 6.30 Std.
V 7 Maria Alm – Statzerhaus, L, 12 km, ↑ 1340 Hm, ↓ 20 Hm, 4.30 Std.
8 Statzerhaus – Rauris, L–M, 22 km, ↑ 430 Hm, ↓ 1600 Hm, 7.00 Std.

Goldberggruppe (Hohe Tauern, Österreich)

9 Rauris – Schutzhaus Neubau, L–M, 25 km, ↑ 1470 Hm, ↓ 240 Hm, 8.15 Std.
10 Neubau – Fraganter Schutzhaus, M, 18 km, ↑ 1100 Hm, ↓ 1470 Hm, 8.15 Std.
11 Fraganter Schutzhaus – Stall, M, 20 km, ↑ 1010 Hm, ↓ 1950 Hm, 8.15 Std.
V 11 Fraganter Schutzhaus – Stall, L, 17 km, ↑ 360 Hm, ↓ 1300 Hm, 5.00 Std.

Kreuzeckgruppe (Hohe Tauern, Österreich)

12 Stall – Hugo-Gerbers-Hütte, M, 19 km, ↑ 1750 Hm, ↓ 270 Hm, 7.30 Std.
13 Hugo-Gerbers-Hütte – Feldnerhütte, S, 10 km, ↑ 560 Hm, ↓ 720 Hm, 5.45 Std.
V 13 Hugo-Gerbers-Hütte – Greifenburg, L–M, 27 km, ↑ 150 Hm, ↓ 1900 Hm, 8.30 Std.
14 Feldnerhütte – Greifenburg, M–S, 16 km, ↑ 460 Hm, ↓ 2000 Hm, 7.00 Std.

Gailtaler Alpen (Österreich)

15 Greifenburg – Hermagor, L, 26 km, ↑ 650 Hm, ↓ 690 Hm, 7.00 Std.

Karnischer Hauptkamm (Österreich & Italien)

16 Hermagor – Dolinza-Alm, L–M, 23 km, ↑ 1530 Hm, ↓ 670 Hm, 7.45 Std.
17 Dolinza-Alm – Tarvisio, M, 14 km, ↑ 430 Hm, ↓ 1120 Hm, 4.30 Std.

Julische Alpen (Slowenien)

18 Tarvisio – Rifugio Zacchi, L–M, 16 km, ↑ 850 Hm, ↓ 220 Hm, 5.30 Std.
V 18 Tarvisio – Dom v Tamarju, L, 22 km, ↑ 700 Hm, ↓ 350 Hm, 6.30 Std.
19 Rifugio Zacchi – Poštarski dom na Vršiču, S, 12 km, ↑ 1350 Hm, ↓ 1040 Hm, 7.30 Std.
20 Poštarski dom na Vršiču – Pogačnikov dom, S, 9 km, ↑ 1000 Hm, ↓ 640 Hm, 5.30 Std.
V 20 Poštarski dom na Vršiču – Trenta, L, 10 km, ↑ 100 Hm, ↓ 1170 Hm, 3.30 Std.
21 Pogačnikov dom – Koča na Doliču, M, 10 km, ↑ 1150 Hm, ↓ 1050 Hm, 5.45 Std.
V 21.1 Trenta – Koča na Doliču, L–M, 12 km, ↑ 1580 Hm, ↓ 50 Hm, 5.45 Std.
V 21.2 Trenta – Koča pri Triglavskih jezerih, L–M, 16 km, ↑ 1450 Hm, ↓ 390 Hm, 6.15 Std.
22 Koča na Doliču – Dom na Komni, M,15 km, ↑ 420 Hm, ↓ 1050 Hm, 5.30 Std.
23 Dom na Komni – Tolmin, M, 21 km, ↑ 650 Hm, ↓ 1970 Hm, 8.00 Std.

Friaul-Julisch Venetien (Italien)

24 Tolmin – Tribil Superiore, L, 20 km, ↑ 1270 Hm, ↓ 830 Hm, 6.45 Std.
25 Tribil Superiore – Castelmonte, L, 13 km, ↑ 500 Hm, ↓ 530 Hm, 4.15 Std.
26 Castelmonte – Cormòns, L, 28 km, ↑ 500 Hm, ↓ 1060 Hm, 8.00 Std.
27 Cormòns – Duino, L, 33 km, ↑ 440 Hm, ↓ 500 Hm, 8.30 Std.
28 Duino – Triest, L, 25 km, ↑ 600 Hm, ↓ 600 Hm, 7.15 Std.

Die Route der Alpenüberquerung Salzburg – Triest auf dem Kärtchen im Wanderführer

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Der kleine Outdoor-Knigge: 7 Regeln fürs Draußensein

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Daniel Roth. Auf beVegt.de veröffentlicht er zusammen mit seiner Frau Katrin einfache vegane Rezepte und gibt Tipps für ein sportlich aktives und nachhaltiges Leben. Daniel hat auf Einfach bewusst auch schon erörtert, warum vegane Ernährung nicht kompliziert ist.

Vor einigen Jahren habe ich mit meiner Frau Katrin am Karwendelmarsch teilgenommen – einem 56 Kilometer langen Ultramarathon durch das Karwendelgebirge, der Jahr für Jahr tausende Läufer und Wanderer aus aller Welt ins beschauliche Örtchen Scharnitz in Tirol lockt.

Der Karwendelmarsch ist – wie auch die vielen anderen Trailläufe, die es inzwischen gibt – auf der einen Seite natürlich ein sportlicher Wettkampf. Gleichzeitig geht es beim Traillaufen aber immer auch um das Outdoor-Erlebnis, also das Draußen- und Unterwegssein in der weitgehend unberührten Natur.

Man sollte deshalb eigentlich meinen, dass die Teilnehmer bei solchen Veranstaltungen besonders darauf achten, keinen Müll zu hinterlassen. Schließlich gibt es auf hochalpinen Wanderwegen keinen Besenwagen, der die Hinterlassenschaften des Läuferfeldes aufsammelt.

Umso größer war unsere Verwunderung, als wir schon nach wenigen Kilometern die ersten Riegelverpackungen und ausgequetschten Gel-Päckchen am Wegesrand entdeckten (die süßen, klebrigen Kohlenhydrat-Gels sind ein praktischer Energiespender für Ausdauersportler, werden aber leider wenig nachhaltig in kleinen Portionsbeuteln aus Aluminium verpackt).

Und dieses Bild sollte sich bis zum Zieleinlauf nicht mehr ändern: Wenn die Strecke des Karwendelmarschs nicht ausgeschildert gewesen wäre, hätten wir einfach nur den vielen bunten Plastikfetzen folgen können, wie Hänsel und Gretel den Brotkrumen.

So machst du das Beste aus deiner Zeit in der Natur

Ich finde, dass wir Rücksicht nehmen sollten, wenn wir draußen unterwegs sind – auf die Natur, aber auch auf die anderen Menschen, mit denen wir sie uns teilen. Meiner Erfahrung nach ist das sogar eine klassische Win-Win-Situation: Je achtsamer und rücksichtsvoller wir uns verhalten, desto schöner wird auch unsere eigenes Naturerlebnis.

Die Regeln, die ich dir im Folgenden ans Herz legen möchte, darfst du vor allem als Denkanstöße verstehen. Ich will dir nicht vorschreiben, wie du dich beim Wandern, Radfahren und Spazierengehen zu verhalten hast, und ich bin in vielerlei Hinsicht auch nicht perfekt und kann noch viel dazulernen.

Also lass dich einfach mal darauf ein, und ergänze gerne deine eigenen Ideen in den Kommentaren!

1. Sei leise

„Über allen Gipfeln ist Ruh“, schreibt Goethe in seinem Gedicht „Wanderers Nachtlied“. Ist es nicht oft gerade diese Ruhe, die wir suchen, wenn wir uns ins Grüne begeben? Diesen Kontrast zum lauten, hektischen Alltag in den Städten?

Bei deinem nächsten Waldspaziergang kannst du mal ganz bewusst darauf achten, dich möglichst leise fortzubewegen, also zum Beispiel keine lauten Gespräche zu führen und den Klingelton des Smartphones auszuschalten (oder es gleich zu Hause zu lassen).

So wirst du die beruhigenden Geräusche des Waldes viel eher wahrnehmen und auch selbst zur Ruhe kommen.

2. Verlasse die Straße – aber nicht den Pfad

Auch wenn die Natur manchmal wie ein riesiger Spielplatz wirkt, auf dem wir uns nach belieben austoben können: Sie ist es nicht. Wir sollten daran denken, dass wir uns im Lebensraum der Tiere und Pflanzen bewegen, und uns wie gute Gäste benehmen.

Für mich bedeutet das, dass ich auf den Wegen bleibe und höchstens mal ein paar Meter ins Unterholz gehe, wenn ich mich erleichtern muss.

3. Hinterlasse keine Spuren

Das gilt natürlich zum einen für Abfälle jeglicher Art – von Taschentüchern über Verpackungen bis hin zu Lebensmittelresten (auch organischen wie Bananenschalen und Apfelkernen).

Aber auch wenn du in der Natur übernachtest, ein Lagerfeuer machst oder auf andere Weise in die Umgebung eingreifst, solltest du anschließend deine Spuren verwischen und alles wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzen.

Zur Orientierung kann die aus Zugtoiletten bekannte Höflichkeitsregel dienen: Hinterlasse diesen Ort so, wie du ihn selbst gerne vorfinden würdest.

4. Reise zu Fuß, mit dem Rad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder in einer Fahrgemeinschaft an (in dieser Reihenfolge)

Das Abenteuer beginnt im besten Fall direkt vor der Haustür … und es gibt wohl kaum etwas unabenteuerlicheres als die Fahrt in einem klimatisierten PKW.

Überlege dir stattdessen, ob du dich mit anderen zu einer Fahrgemeinschaft zusammenschließen kannst, oder – noch besser – mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Rad oder sogar zu Fuß an dein Ziel gelangst.

Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern steigert auch den Erlebniswert: Während andere auf der Autobahn im Stau stehen, bist du schon auf der Reise!

5. Sei freundlich und hilfsbereit, wenn du anderen Menschen begegnest

Ein Lächeln oder ein freundlicher Gruß kostet nichts und macht selbst den schönsten Tag in der Natur noch ein bisschen schöner – für die Menschen, denen du begegnest, und auch für dich selbst.

Und Hilfsbereitschaft ist natürlich eine Tugend, die wir immer und überall an den Tag legen sollten. Im Wald, in den Bergen oder der Wildnis ist sie aber besonders wichtig, denn dort ist organisierte Hilfe oft weit entfernt.

Wenn du unterwegs andere Menschen triffst, die in Schwierigkeiten sind, dann biete ihnen deine Unterstützung an – auch wenn es „nur“ um Kleinigkeiten wie ein Blasenpflaster oder einen Blick auf deine Wanderkarte geht.

6. Mach dich mit den lokalen Gesetzen und Gepflogenheiten vertraut

Neben solchen informellen „Benimmregeln“ gibt es natürlich auch verbindliche Gesetze, an die wir uns halten sollten, wenn wir uns in der Natur aufhalten. Und diese Vorschriften können von Ort zu Ort unterschiedlich sein.

Bevor du zu deiner Reise aufbrichst, solltest du deshalb etwas Zeit in die Recherche stecken: Kannst du dein Zelt einfach so in der Wildnis aufschlagen, oder musst du offizielle Campingplätze nutzen? Brauchst du spezielle Genehmigungen, um einen Nationalpark zu betreten oder einen Gipfel zu besteigen? Darfst du ein Feuer machen? Und was gibt es dabei zu beachten?

Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für lokale Gepflogenheiten und kulturelle Verhaltensregeln, mit denen du dich rechtzeitig zum Beispiel mit Hilfe eines (Kultur-)Reiseführers vertraut machen kannst. Schöner Nebeneffekt: Die Vorfreude auf dein Abenteuer steigt weiter, und du lernst etwas über das Land und die Menschen, die du besuchst.

7. Sei achtsam und lass dir Zeit

Auch meine letzte Empfehlung fällt etwas aus dem Muster und ist keine „Benimmregel“ im eigentlichen Sinn. Wenn du achtlos durch die Natur hetzt schadest du damit schließlich niemandem … außer vielleicht dir selbst.

Für die meisten von uns dürfte jede Minute an der freien Luft ein kostbares Gut sein. Lass deshalb die Hektik und den Stress des Alltags zu Hause, wenn du ins Grüne gehst, und nimm dir Zeit, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen!

Das waren meine Vorschläge für ein achtsames und nachhaltiges Naturerlebnis. Und natürlich bin ich gespannt: Welche „Regeln“ und Tipps würdest du noch ergänzen?

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„Sei wie eine Briefmarke. Bleib an einer Sache dran, bis du am Ziel bist.“ (Josh Billings)

Ich bin schon unterwegs

Die ersten 79 von rund 1800 Kilometern und die ersten 5 von vielleicht 75 Tagen auf meinem Weg vom südlichsten zum nördlichsten Punkt Deutschlands sind geschafft. Mittlerweile habe ich Oberstaufen erreicht.

Der erste Bericht ist für alle kostenlos online

Wie es mir auf den ersten Etappen ergangen ist, kannst Du im ersten Bericht nachlesen, den ich für kostenlos freigegeben habe. Buche einfach mein „Deutschland der Länge nach“-Paket, wenn Du meine weiteren Abenteuer in Wort und Bild verfolgen möchtest.

Hier geht es zu den Berichten und Fotos!

Einfach bewusst gen Norden

Wie auf allen meinen Fernwanderungen der letzten fünf Jahre bin ich wieder minimalistsch, nachhaltig und vegan unterwegs.

Alles, was ich in den nächsten Wochen benötige, passt in einen 30-Liter-Rucksack und wiegt rund 8 kg. Nie ist zu wenig, was genügt. Diese Weisheit des römischen Dichters und Philosophen Seneca könnte als Motto für diese denkbar langsame Fernreise dienen. Ich trage nur das Nötigste bei mir und konzentriere mich auf wenige Tätigkeiten: Gehen und Menschen treffen, Essen und Trinken, Fotografieren und meine Berichte schreiben, Wäsche waschen und meinen Körper pflegen, Schlafen und Regenerieren.

Ich möchte jeden der rund drei Millionen Schritte selbst machen. Dafür habe ich mir eine naturnahe Route auf Fernwanderwegen ausgedacht, darunter der Münchner Jakobsweg der Schwäbische-Alb-Oberschwaben-Weg, der Albsteig, der Main-Donau-Bodensee-Weg, der Hochrhöner, die Via Scandinavica, der Heidschnuckenweg und der Dithmarscher Jakobsweg. Vom Festland nach Föhr und weiter nach Amrum werde ich mich geführten Wattwanderungen anschließen. Nur auf dem kurzen Stück von Amrum nach Sylt muss ich das Schiff nehmen. Grüner –  im doppelten Sinne des Wortes – kann man wohl nicht durch Deutschland reisen.

Deutschland der Länge nach - Meine geplante Route von den Allgäuer Alpen bis nach Sylt

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12 Tricks, das Gewicht Deines Rucksacks zu halbieren - beim Fernwandern, beim Trekking und auf Tagestouren (Foto: Sabine Scheller, 2018)In einer guten Wochen mache ich mich auf, Deutschland der Länge nach zu erwandern. Alles, was ich in den rund 75 Tagen und 1800 Kilometern benötige, wiegt weniger als 8 Kilogramm und passt in den 30-Liter-Rucksack, den Du im Bild oben siehst.

Auf meinen ersten Fernwanderungen auf dem Nurtschweg und von Forchheim nach Venedig 2012 war mein Rucksack fast doppelt so groß und doppelt so schwer.

Seit diesen beiden Touren habe ich viel Erfahrung gesammelt. Ich war viermal auf der Alpenüberquerung Salzburg – Triest unterwegs, bin den Fränkischen Gebirgsweg gegangen, bin von der Haustüre bis nach Santiago de Compostela gepilgert und habe zahlreiche Tages- und Mehrtageswanderungen absolviert.

Eine leichte Ausrüstung trägt zum Gelingen einer Wanderung bei. Wenn Du Deinen Rucksack nach dem Motto „Weniger ist mehr“ packst, profitierst von mehreren Vorteilen:

  • Größerer Aktionsradius. Du verbrauchst für die gleiche Strecke weniger Energie. Als Faustregel gilt: Für jedes Kilogramm, das zuhause bleibt, gewinnt man einen Kilometer Wegstrecke. Du kommst also schneller voran, bist eher am Ziel oder kannst längere Etappen wandern und Abstecher machen.
  • Mehr Freude am Draußensein. Es wandert sich viel angenehmer, wenn keine schwere Last auf Rücken und Gemüt drücken. Im Mittelpunkt stehen das Naturerlebnis und die Outdoor-Aktivität.
  • Gesünder wandern. Schulter, Rücken, Knie und Füße werden deutlich weniger belastet. Das verringert das Risiko, Belastungsschmerzen zu bekommen, sich zu verletzten oder gar den Bewegungsapparat dauerhaft zu schädigen.
  • Mehr Sicherheit. Du hast vor allem bei steilen Abstiegen, an ausgesetzten Stellen und bei Kletterpassagen weniger Probleme. Ein leichter, richtig gepackter Rucksack mit geringem Volumen senkt die Gefahr umzuknicken, zu stolpern und zu stürzen.
  • Besser organisiert sein. Es fällt Dir leicht die Übersicht über Deine Ausrüstung zu behalten. Das ständige Kramen und Umpacken gehört der Vergangenheit an.
  • Einstieg in die wunderbare Welt des Minimalismus. Der Rucksack kann als Symbol für das Leben gesehen werden. Je weniger Ballast Du beim Wandern und im Leben mitschleppst, desto mehr wirst Du die Tour und Dein Leben genießen können.

Die folgenden Tipps und Tricks helfen Dir dabei, Deine Ausrüstung und das Gewicht Deines Rucksacks zu reduzieren. Ich gehe nicht auf spezielle Produkte oder Marken ein, sondern gebe allgemeine Ratschläge. Sie können also gleichermaßen für Fernwanderungen, Pilgerreisen, Trekkingtouren, Tageswanderungen und Rucksackreisen umgesetzt werden.

1. Nimm so viel mit wie nötig und so wenig wie möglich

Diese Grundregel ist einfach. Sie umzusetzen, also nur das mitzunehmen, was man wirklich (ge)braucht, ist aber nicht so einfach. Du musst Dein Reiseziel, Deine Ausrüstung und Dich selbst gut kennen. Dafür ist eine detaillierte Planung und auch Erfahrung nötig. Mit der Zeit wirst Du wissen, was Du für welche Tour einpacken musst. Verzichte auf Bespaßungen wie den Urlaubskrimi oder den Knopf im Ohr. Wichtig ist, für Notfallsituationen gewappnet zu sein und einen zuverlässigen Wetterschutz zu haben. Deine Ausrüstung sollte sich schon bewährt haben (zumindest auf mehreren Tageswanderungen mit vollem Gepäck). Dazu zählen die Wanderschuhe, der Wetterschutz, ggf. das Zelt und der Kocher, das Erste-Hilfe-Set sowie die Orientierung mit einer sinnvollen Kombination aus Wanderführer, topografischen Karten, Kompass, GPS-Gerät und Smartphone. Als Planungsbasis empfehle ich eine Packliste aus dem Netz heranzuziehen (ich habe z. B. eine für die Alpenüberquerung und eine für den Jakobsweg veröffentlicht). Die überträgst Du am besten in eine Tabellenkalkulation (geht auch auf Papier) und passt Du für Dein Vorhaben an. Ich füge in meiner Tabelle noch die Spalten „Kategorie“, „Gewicht in Gramm“, „lebensnotwendig“ und „Bemerkungen“ hinzu. Das hilft, die Übersicht zu behalten, das Gesamtgewicht und das Gewicht der einzelnen Kategorien zu berechnen sowie nach der Rückkehr Notizen zu machen, was sich bewährt hat, was gefehlt hat, was nicht verwendet wurde und was von dem Proviant, dem Brennstoff, der Outdoor-Seife und anderen Artikeln wieder nach Hause gebracht wurde. Diese Erkenntnisse verwende ich dann zur Optimierung der Ausrüstung für kommende Unternehmungen.

2. Achte bei neuen Ausrüstungsgegenständen auf Gewicht und Volumen

Schon aus ökologischen und finanziellen Gründen rate ich davon ab, die gesamte Ausrüstung in einem Rutsch auf ultralight umzustellen. Es macht mehr Sinn und Spaß, nach und nach mit Bedacht das zu ersetzen, was untragbar geworden ist. Wenn Du doch einiges neu benötigst oder ersetzen möchtest, dann starte mit den schweren und voluminösen Gegenständen wie Rucksack, Zelt, Schlafsack und Regenjacke. Nie war es leichter, leicht unterwegs zu sein. Immer mehr Hersteller setzen auf den Leichtgewichtstrend. Die Produkte aus diesem Segment findet man vereinzelt in herkömmlichen Outdoorläden, aber vor allem in Ultralight-Trekking-Webshops. Für alle, die sich für das Thema interessieren gibt es ein Forum, ein Buch und Anleitungen für MYOG (Make Your Own Gear). Man sollte aber keine eierlegende Wollmilchsau erwarten. Wer etwa eine ultraleichte atmungsaktive langlebige nachhaltige Regenjacke mit minimalem Packmaß für wenig Geld sucht, kann lange suchen. Du wirst abwägen müssen, welchen Kompromiss Du eingehen möchtest. Gewicht ist nicht alles. Je nach Einsatzzweck ist ein etwas robusteres Produkt einem auf Leichtigkeit getrimmten vorzuziehen.

3. Kaufe einen Leichtgewichtsrucksack, der etwas zu wenig Volumen hat

Mit diesem Trick gewinnst Du gleich dreifach: Ein Rucksack mit geringerem Volumen zwingt Dich, nur das Nötigste mitzunehmen. Er hat darüberhinaus ein geringeres Eigengewicht. Wenn Du Dich zudem für einen Leichtgewichtsrucksack entscheidest, sparst Du nochmal ein paar hundert Gramm, denn diese Modelle sind mit einem einfacheren Tragesystem und mit weniger Schnickschnack ausgestattet. Ich hatte auf meinen letzten Fernwanderungen einen 1,3 kg schweren 32-Liter-Rucksack in Verwendung. Auf meiner Deutschlanddurchquerung werde ich einen Leichtgewichtsrucksack mit fast dem gleichen Volumen wählen, der nur 630 g wiegt. Der erste Eindruck nach ein paar Tagestouren ist überraschend: Der Neue trägt sich bei einem Gewicht von 8 oder 9 kg angenehmer. Erst bei 10 kg oder mehr gewinnt das alte Schwergewicht.

4. Packe mit Hilfe einer digitalen Küchenwaage

Ein T-Shirt kann 80 g oder 200 g wiegen, ein Einmannzelt 700 g oder mehr als das dreifache. Eine digitale Küchenwaage hilft Dir dabei, verschiedene Ausrüstungsoptionen aufs Gramm genau zu vergleichen sowie einen Überblick zu bekommen, was überhaupt wie viel wiegt. Mach Dir bewusst, dass jedes Gramm mehrfach ins Gewicht fällt. Wenn Du weniger mitnimmst, kannst Du einen kleineren Rucksack wählen, der ein geringeres Eigengewicht hat. Weniger Gepäck ermöglicht leichtere Schuhe. Außerdem verbrauchst Du weniger Energie und schwitzt Du nicht so stark. Somit sparst Du beim Proviant und Wasser weiteres Gewicht ein.

5. Keine Angst vor Schere und Messer

Am besten überlegst Du bei jedem Gegenstand, ob Du etwas abschneiden kannst. Ich habe so schon Wanderbücher, Karten, Kosmetikartikel, Kleidungsetikette und mehr gestutzt. Auch die verschiedenen Bänder am Rucksack sind oft zu lang. Kürze sie entsprechend und verschweiße sie dann mit Hilfe eines Feuerzeugs, damit sie nicht ausfransen.

6. Kombiniere Kleidung geschickt und wasche regelmäßig

Ich staune oft, dass viele ihren halben Kleiderschrank im Rucksack mitschleppen. Setze lieber auf leichte Funktionskleidung mit geringem Volumen und trage diese einzeln oder übereinander. Ich habe meist ein T-Shirt und ein Langarmshirt aus Funktionsmaterial, einen dünnen Fleece, einen ultraleichten Windbreaker sowie eine atmungsaktive Regenjacke dabei. Je nach Wind und Wetter trage ich nur eine Schicht oder im Zwiebelprinzip bis zu fünf. Übrigens hat sich noch niemand zu Tode gestunken. Wenn Du mir das nicht glaubst, kann ich Dich trotzdem beruhigen. Mit Wasser und etwas Outdoor-Seife oder Shampoo bekommst Du am Tagesziel die Schmutzwäsche ausreichend sauber. Wenn Du sie gut auswringst und an geeigneter Stelle (warme Stube, Wind, Sonne) aufhängst, ist sie am nächsten Morgen trocken. In vielen Unterkünften kann man auf Nachfrage gegen eine geringe Gebühr die Waschmaschine benutzen.

7. Bevorzuge Ausrüstungsgegenstände mit mehreren Funktionen

Ein Schlauchtuch kann als Halstuch, Schal, Armband, Stirnband, Haarband, Sturmhaube, Kopftuch und Handtuch verwendet werden. Ein Smartphone ist Telefon, Computer, Fotoapparat, Wanderführer, Navi und Kompass in einem. Schweizer Taschenmesser gibt es mit zusätzlichen Funktionen wie Flaschenöffner, Dosenöffner, Korkenzieher, Schere, Pinzette, Säge und Schraubendreher. Sei beim Packen wie auch unterwegs kreativ. Im Notlager habe ich mal einen flauschigen Fleece als Kopfkissen genommen und wunderbar geschlummert, bei Minusgraden haben Socken meine klammen Finger gewärmt und als Couscoussalat-Schüssel, Essnapf, Nottasse, Waschbecken, Aufbewahrungsbox und Schneidebrett nutze ich seit Jahren die gleiche Tupperbox mitsamt Deckel.

8. Halte mit Ziploc-Beutel und Kompressionssäcken Ordnung

Waschbeutel, Hartschalentäschchen, Daypack und Stoffsäcke können sich zu einem Gewicht von bis zu einem Kilogramm summieren. Ich verwende mittlerweile nur noch durchsichtige Ziploc-Beutel und Kompressionssäcke. Die wiegen kaum etwas und schaffen Ordnung und Platz. Wer auf einen Daypack oder Turnbeutel nicht verzichten möchte, findet eine Ultralight-Version mit einem Gewicht von unter 100 g. Pflege- und Hygieneartikel wie Shampoo und Lebensmittel wie Olivenöl in zu großen Mengen oder zu schweren Verpackungen füllst Du am besten in Tütchen und Fläschchen ohne Weichmacher um.

9. Verwende Ausrüstung gemeinsam

Wenn Du zu zweit oder in der Gruppe unterwegs bist, könnt Ihr Euch vieles teilen: Karten, Wanderführer, Kompass, GPS-Gerät, Fotoausrüstung, Smartphone, Taschenmesser, Kocher, Erste-Hilfe-Set, Zahnpasta, Outdoor-Seife usw. Sprecht Euch vorher ab, wer was mitnimmt.

10. Nutze den Synergieeffekt an den Füßen

Hast Du weniger Gepäck dabei, kannst Du leichtere Schuhe tragen. Das lohnt sich richtig. Britische Forscher fanden nämlich im Zuge von Edmund Hillarys Mount-Everest-Expedition heraus, dass das Gewicht am Fuß einem fünffachen Gewicht am Rücken entspricht. Eine Einsparung von einem halben Kilogramm bei einem Paar Schuhe, wirkt sich also aus wie zweieinhalb Kilogramm im Rucksack. Natürlich sollte man trotzdem auf gutes Schuhwerk achten. Wer schnell umknickt, nimmt lieber knöchelhohe.

11. Kenne Deine geplante Strecke möglichst gut

Je genauer Du weißt, was Dich erwartet, desto genauer kannst Du planen, was Du mitnehmen musst, was zu Hause bleibt und was Du unterwegs besorgen kannst. Stelle Dir diese und ähnliche Fragen: Wie lange ist die Strecke? Wie schaut das Höhenprofil aus? Wie schwierig ist das Terrain? Mit welchem Wetter ist zu rechnen? Gibt es Alternativrouten? Wo schlafe ich? Wo kann ich mein Wasser auffüllen? Wie schaut es mit Einkehr- und Einkaufmöglichkeiten aus? In meinem Wanderführer „Alpenüberquerung Salzburg – Triest“ habe ich versucht, all diese Fragen zu beantworten. Für jede Etappe gibt es genaue Angaben über die Weglänge, die Schwierigkeiten, die reine Gehzeit, die Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten sowie Wasserstellen, Supermärkte, Apotheken, Sportgeschäfte, Geldautomaten und Ärzte. Da man nie genau weiß, wie schnell man voran kommt, sollte eine Notration Energie nicht fehlen. Ich habe meist Nüsse und Trockenobst an Bord, gerne auch in Form von selbstgemachten Riegeln.

12. Schicke Ausrüstung vor oder zurück

Die meisten Fernwanderer, die einen der drei zwischen 3500 und 5000 km langen Triple-Crown-Wege Appalachian Trail, Pacific Crest Trail und Continental Divide Trail in den USA gehen, senden sich selbst Pakete mit Verpflegung und Ausrüstung postlagernd zu, die sie dann in Läden und Postämtern am Trail abholen. Das jeweilige Paket wird dann mit geänderten Inhalt zum nächsten Depot oder auch nach Hause geschickt. Diesen Trick kannst Du auch auf kürzeren Touren anwenden. Vor dem Start meiner letztjährigen Fernwanderung von Nürnberg nach Istrien habe ich Freunden bei Salzburg ein Paket mit folgendem Inhalt zukommen lassen: meine Bergstiefel, wärmere Klamotten, den Wanderführer, Wanderkarten, meine Lieblingssonnencreme sowie ein paar weitere Dinge, die ich unterwegs nicht mal eben nachkaufen kann. Dann bin ich leicht und locker von der Haustüre bis nach Salzburg gewandert. Dort haben mir meine Freunde das Paket vorbeigebracht. Nach Überquerung der Alpen ging eine Sendung zurück nach Hause und ich erleichtert dem Mittelmeer und Istrien entgegen.

Bonus: Lass los

Zu viel Kram bereitet Gram – zuhause wie unterwegs. Die Angst, etwas zu vergessen, ist beim Packen schnell für mehrere Kilogramm Gepäck verantwortlich. Entspann Dich! Solange Du das zum Überleben Wichtige dabei hast, kannst Du Dich beruhigt zurücklehnen bzw. weiterspaßieren. Mehr noch: Je besser Du loslässt, desto leichter und freier wirst Du Dich fühlen. Wenn Du Deinen Rucksack kaum mehr spürst, fällt auch all der andere Ballast von Dir ab. Dann kannst Du Dich erfreuen – an Deiner Reise, an Deiner puren Existenz, an großartige Kleinigkeiten wie einer bunten Blumenwiese, dem Duft des Waldes oder einem Regentropfen auf Deiner Nase.

12 Tricks, das Gewicht Deines Rucksacks zu halbieren - Foto: Im Sieben-Seen-Tal in Slowenien auf der Alpenüberquerung Salzburg - Triest (Christof Herrmann, 2017)

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