Mein zweites Buch "Biergartenwanderungen Franken": 22 Touren zu 82 Biergärten und Bierkellern

“Für das kommende Frühjahr kann ich diesen Wegweiser zu den schönsten fränkischen Biergärten jedem Wanderer wärmstens empfehlen.” (Die Fränkische Alb, Zeitschrift des Fränkischen Albvereins)

Mein zweiter Wanderführer “Biergartenwanderungen Franken” ist im Heinrichs-Verlag erschienen. Er ist – wie bereits “Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz” – in Zusammenarbeit mit meinem Vater entstanden. Genauer gesagt haben wir das Buch für die 7. Auflage 2015 komplett überarbeitet und erweitert.

Auf 196 Seiten und 22 Wanderungen (ver)führen wir zu 82 Biergärten und Bierkellern. Jede Tour wird mit einleitenden Worten, einer Info-Box, einem Kärtchen, einer Wegbeschreibung, Beschreibungen der Biergärten, Bierkeller und Brauereigasthöfe sowie zahlreichen Bildern vorgestellt. Reichlich Inhalt für 10 Euro, oder?

Schwerpunkt des Wanderführers ist Oberfranken. Hier gibt es die größte Brauereidichte der Welt und eine unglaubliche Vielfalt an schönen Einkehrmöglichkeiten. Wir haben aber darauf geachtet, dass es nur wenige Überschneidungen zu Biergartenwanderungen Fränkische Schweiz gibt, damit sich für Vielwanderer beide Bücher lohnen.

Inhaltsverzeichnis von "Biergartenwanderungen Franken"

Inhaltsverzeichnis von “Biergartenwanderungen Franken” (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

Zur Einstimmung kannst Du Dir auf Einfach bewusst die Fotoimpressionen von zwei Touren aus “Biergartenwanderungen Franken” anschauen: 1000-Höhenmeter-Rundweg um Pommelsbrunn in der Hersbrucker Schweiz und Höhlen und Aussichtsfelsen im Herzen der Fränkischen Schweiz.

Noch ein Hinweis für Vegetarier und Veganer: Franken ist auf dem Land fest in der Hand von Fleisch- und Wurstessern. Für Vegetarier gibt es immerhin Optionen wie Käseplatte oder Ziebeleskäs. Dass Veganer ebenfalls Hunger und Geld haben, ist bei den meisten Wirten noch nicht angekommen. Die dreifache Rettung kommt sogleich: Erstens ist deutsches Bier grundsätzlich vegan. Zweitens sind sieben Bier auch ein Schnitzel. Und drittens hat sich die Tradition, dass der Gast seine Brotzeit in den Biergärten oder auf den Bierkellern selbst mitbringen darf und nur die Getränke bestellt, in Bierfranken bis heute weitgehend erhalten.

Die wichtigsten Daten zu meinem zweiten Wanderführer:
Biergartenwanderungen Franken
von Christof Herrmann und Helmut Herrmann
Heinrichs-Verlag
7. komplett überarbeitete und erweiterte Auflage 2015
ISBN 9783898891653
196 Seiten
10,00 EUR

Weitere Infos und Pressestimmen findest Du auf der Seite Meine Wanderbücher.

"Biergartenwanderungen Franken": Einleitung, Info-Box und Kärtchen zur Wanderung 8

Einleitung, Info-Box und Kärtchen zur Wanderung 8 (Zum Vergrößern auf das Bild klicken)

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Postwachstumsökonom Niko Paech im Interview: "Weg mit dem Wohlstandsschrott, der nur unser Leben verstopft!"

Prof. Dr. Niko Paech ist einer der bekanntesten Vertreter der Wachstumsrücknahme und der Postwachstumsökonomie. Als außerplanmäßiger Professor forscht und lehrt er am Lehrstuhl Produktion und Umwelt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Er ist zudem Autor des Buchs Befreiung vom Überfluss: Auf dem Weg in die Postwachstumsökonomie und im Vorstand der Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ).

Christof Herrmann: Wie erklären Sie jemanden, der von Postwachstumsökonomie noch nie etwas gehört hat, dieses Wirtschaftssystem?

Niko Paech: Das kann ich hier nur skizzieren. Grob vereinfacht sind zwei Stoßrichtungen vonnöten. Erstens ein Zeitalter der Entrümpelung, also eine Suffizienzbewegung, und zweitens eine neue Balance zwischen Selbst- und Fremdversorgung, also mehr Subsistenz. Suffizienz kehrt das moderne Steigerungsprinzip ins Gegenteil um: Kreative Reduktion als Gestaltungsprinzip. Wir könnten viele Energiesklaven, Komfortkrücken und Infrastrukturen ausfindig machen, die wir gar nicht nötig haben – ganz gleich ob elektrisches Küchengerät, Wellness-Rezeptur, Flugreise oder Tiefseehafen. So sparen wir Zeit, Geld, Raum und ökologische Ressourcen. Weg mit dem Wohlstandsschrott, der nur unser Leben verstopft! Der zweite Ansatzpunkt, die Subsistenz, zielt darauf ab, unabhängiger von geldbasierter Fremdversorgung zu werden. Eigenarbeit ist angesagt! Wer durch handwerkliche und manuelle Versorgungsleistungen unentgeltlich produktiv ist, und zwar sowohl für sich selbst als auch für sein nahes soziales Umfeld, schlägt drei Fliegen mit einer Klappe: Erstens ist es der beste Selbstschutz gegenüber der zukünftigen Ressourcenknappheit, die das aktuelle Wohlstandsmodell unbezahlbar machen. Zweitens schützen wir direkt die Umwelt. Und drittens mildern wir strukturell Wachstumszwänge, die einem geldbasierten, arbeitsteiligen Industriemodell innewohnen.

Christof Herrmann: Welche Probleme und Krisenszenarien werden auf uns zukommen, wenn wir weiter auf Wirtschaftswachstum setzen?

Niko Paech: Absehbar sind historisch einmalige Ressourcenengpässe. Soziale und politische Krisen sind durch die globale Verbreitung des nordwestlichen Konsummodells prädestiniert und finden längst statt. Auch Finanzkrisen können das Wachstumsmodell zum Einsturz bringen. Psychische Krisen lassen sich an der Zunahme von Depressionen, Burnout, ADS und digitaler Demenz ablesen, denn nach Erreichen eines bestimmten Wohlstandsniveaus sorgt weiteres Einkommenswachstum nicht für mehr Glück, sondern für Reizüberflutung und Orientierungslosigkeit. Außerdem ist Wirtschaftswachstum, egal ob mit oder ohne grünen Anstrich, niemals zum ökologischen Nulltarif zu haben.

Christof Herrmann: Die Selbstbegrenzung ist also der Ausweg aus dem Schlamassel.

Niko Paech: Mindestens zwei Maxime der Selbstbegrenzung wären sinnvoll. Zum einen sollten wir uns an folgender Frage orientieren: Was steht dem Individuum im 21. Jahrhundert an materiellen Freiheiten zu, ohne über seine ökologischen und damit zwangsläufig sozialen Verhältnisse zu leben? Zum anderen müssen wir Suffizienz als Selbstschutz vor Erschöpfung und Reizüberflutung begreifen. Nur dann werden wir uns wieder auf jene konsumbasierten Objekte und Verrichtungen beschränken, die angesichts knapper Aufmerksamkeit und Zeit überhaupt sinnvoll ausgeschöpft werden können.

Christof Herrmann: Suffizienz bedeutet ja nichts anderes als eine minimalistische Lebensweise. Auf Konsum zu verzichten, Ballast abzuwerfen und das Leben zu entschleunigen, empfinden die meisten Menschen als befreiend und macht sie zufriedener. Ist dieser psychische Gewinn durch Suffizienz Teil Ihrer Forschung?

Niko Paech: Und ob! Eine zeitökonomische Theorie des Konsums, an der ich arbeite, zeigt uns: Menschen können nicht stressfrei konsumieren, wenn ihnen die mindestens notwendige Zeit und Aufmerksamkeit fehlen, die man den Dingen widmen muss. Zeit ist mittlerweile eine knappe Ressource, die zum Engpassfaktor für das glücksuchende Subjekt geworden ist. Und Multitasking funktioniert nicht, denn mit mehr als zwei Dingen gleichzeitig können wir uns nicht beschäftigen. In einer Wachstumsökonomie versinken wir in der Flut an Möglichkeiten, die wir nicht mehr glückstiftend verarbeiten können. Besser wäre es also, sich auf wenige Dinge zu konzentrieren. Reduktion wird damit zum Selbstschutz. Wir sind doch längst überfordert und erschöpft. Eine Studie hat ergeben, dass ein Bundesbürger durchschnittlich 10.000 Dinge besitzt. Dienstleistungen kommen noch hinzu. Wie sollen wir das verarbeiten, wenn einerseits jedes Ding seine Zeit verlangt, der Tag aber andererseits nur 24 Stunden hat? Reduktion heißt, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Das hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern wertet die nach der Entrümpelung verbliebenen Optionen ja sogar auf.

Christof Herrmann: Auch für mehr Subsistenz gibt es bereits zahlreiche Beispiele in der Praxis. Ich denke da an Gemeinschaftsgärten, Regionalwährungen, urbane Landwirtschaft, Tauschkreise, Open Source Projekte, Repair Cafes und DIY. Was muss passieren, dass sich diese Konzepte etablieren?

Niko Paech: Subsistenz bedeutet, dass wir in Gemeinschaft und in lokaler Arbeitsteilung einen Großteil der Dinge, die wir zum Leben brauchen, selbst herstellen und erhalten. Ich halte es zwar für unmöglich, dass wir aus unserer Industriegesellschaft gänzlich aussteigen. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir wieder viel stärker in regionalen und lokalen Kreislaufzusammenhängen leben und arbeiten könnten. In drei Bereichen könnten wir Selbstversorgungsleistungen erbringen: Eigenproduktion, Gemeinschaftsnutzung und Nutzungsdauerverlängerung durch Reparatur.

Christof Herrmann: Sie schlagen eine Verkürzung der Arbeitszeit auf 20 Stunden vor. Welche Vorteile sehen Sie darin und was würden wir in der gewonnenen freien Zeit machen?

Niko Paech: Wenn wir nach einem etwa fünfzigprozentigen Rückbau des Industriesystems die dann noch produktionsbedingt nötige Erwerbsarbeitszeit gerecht verteilen, würde nicht nur Arbeitslosigkeit vermieden, sondern eine fairere Einkommensverteilung möglich werden. Die freigesetzten 20 Stunden können im entkommerzialisierten Subsistenz-Bereich als Ressource genutzt werden. Denn ohne eigene Zeit sind die drei von mir eben erwähnten Formen der Selbstversorgung undenkbar. Zeit ist die Ressource, welche benötigt wird, wenn ich anstelle des Kaufs eines Brotes selbst eines backe oder anstelle der Neuanschaffung eines Möbels das alte Exemplar repariere. Zeit ersetzt Geld, Rohöl und Industrieproduktion.

Christof Herrmann: Politik und Wirtschaft scheinen wenig Interesse an einem Umdenken zu haben. Aber wollen wir Bürger denn überhaupt “schon” den Wandel oder braucht es erst weitere Finanzkrisen, Energiepreissteigerungen und Naturkatastrophen?

Niko Paech: Insoweit die Konzeption der Postwachstumsökonomie bescheidenere und subsistentere Versorgungsmuster voraussetzt, verortet sie sich diametral zum Komfort-Code. Daraus ergeben sich anspruchsvolle Erfordernisse an einen Wandel von Lebensstilen und Alltagspraktiken. Die resultierende Situation meistern zu können, ist keine Frage der Einsicht, des Wollens oder der bekundeten Akzeptanz, sondern der substanziellen Befähigung. Diese Befähigung wurde auf dem Weg in einen alles umfassenden Konsumismus systematisch verlernt. Wenn aber klar ist, dass eine Wirtschaft ohne Wachstum die Aufrechterhaltung des Konsummodells ausschließt, beschwört die Transformation abschreckende Überforderungen herauf. Politisch anschlussfähig können daher nur Lösungen sein, die etwas Zusätzliches eröffnen, die höher, schneller oder größer sind. Diese Strategie ist kulturell anschlussfähig, weil sie verspricht, dass sich niemand ändern muss. Aber sie führt ins Desaster, ganz gleich ob mit oder ohne grünen Anstrich. Wege aus der Pattsituation beginnen nicht im Inneren des stahlharten Politikgehäuses, das von der Angst ummantelt ist, die Wähler durch unbequeme Wahrheiten zu ängstigen. Nur wenn Krisen – “Peak Everything”, Klimawandel, Fukushima II, Finanzchaos, psychische Überforderung – es erzwingen oder die eigenständige Verbreitung einer de-globalisierten und partiell de-industrialisierten Lebenskunst sichtbar wird, könnten politische Akteure den Mut gewinnen, sich auf eine Postwachstumsökonomie einzulassen. In überentwickelten Konsumgesellschaften agiert die Politik nicht, sondern reagiert. Sie eilt einem nötigen Kulturwandel zum Weniger niemals voraus, sondern bestenfalls in sicherem Abstand hinterher. Und weil sie sich darin seit 40 Jahren übt, ist sie an allen Abzweigungen in Richtung Nachhaltigkeit vorbeigerauscht. Jetzt geht es nicht mehr um die Vermeidung des Kollapses, sondern um seine Gestaltung.

Christof Herrmann: Der durchschnittliche CO₂-Fußabdruck eines Deutschen liegt bei etwa 11 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr, der weltweite Durchschnitt beträgt 6,8 Tonnen. Der für das Klima noch verträgliche Ausstoß liegt aber nur bei etwa 2,5 Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Kopf und Jahr. Diesen Wert in absehbarer Zeit zu erreichen, scheint fast aussichtslos. Wie motivieren Sie sich persönlich, sich weiter für den Wandel zu engagieren?

Niko Paech: In meiner letzten Monographie habe ich die Kategorie des aufgeklärten Glücks ins Gespräch gebracht. Darunter verstehe ich, eine Glück stiftende Lebenskunst innerhalb eines verantwortbaren, nicht hemmungslos entgrenzten Handlungsrahmens zu praktizieren. Wer nicht über seine ökologischen Verhältnisse lebt, sondern ein kerosinfreies und auch sonst plünderungsfreies Glück genießt, muss nicht ständig neue Ausreden erfinden. Wie viel Selbstbetrug ist nötig, um mit Dingen glücklich zu werden, von denen ich wissen kann, dass ich sie – gemessen an meinem Bewusstsein für globales Wohlergehen – nie verantworten könnte? Ist Glück, das nicht ehrlich sein kann, weil es das Aushalten oder Verdrängen von ständig neuen Widersprüchen abverlangt, nicht ein Ding der Unmöglichkeit? Demnach würde aufgeklärtes Glück voraussetzen, nicht nur zu genießen, sondern dabei mit sich selbst im Reinen zu sein. Genau das ist es, was mich motiviert.

Christof Herrmann: Ihr Buch “Befreiung vom Überfluss” habe ich im April letzten Jahres als eines der wichtigsten Bücher der letzten Zeit bezeichnet. Welche Bücher zum Thema Postwachstumsökonomie empfehlen Sie mir und meinen Lesern?

Niko Paech: Da gibts viele … hier nur einige, die mir spontan einfallen.
“Plenitute” von Juliet Schor
“Vorwärts zur Mäßigung” von Hans-Christoph Binswanger
“Die Macht der Bedürfnisse” von Marianne Gronemeyer
“Wohlstand ohne Wachstum” von Tim Jackson
“Wirtschaft jenseits von Wachstum” von Herman Daly
“Selbstbegrenzung” von Ivan Illich
“Small is beautiful” von Ernst Friedrich Schumacher
“Es reicht! Abrechnung mit dem Wachstumswahn” von Serge Latouche
“Selbst denken: Eine Anleitung zum Widerstand” von Harald Welzer
“Urban Gardening: Über die Rückkehr der Gärten in die Stadt” von Christa Müller
“The transition handbook” von Rob Hobkins

Christof Herrmann: Vielen Dank für das Interview, Herr Paech.

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Bunte Gemüse-Hirse-Pfanne

Bunte Gemüse-Hirse-PfanneVegan, vollwertig, nachhaltig – Zeit: 35 Min. – Schwierigkeit: leicht

Das Rezept für die Gemüse-Hirse-Pfanne hat Stephi mit in die eheähnliche Gemeinschaft gebracht. Wir beide lieben dieses “One-Pot-Gericht” und kochen es regelmäßig. Je nach Saison und Vorräten variieren wir es mit unterschiedlichen Gemüsesorten, Gewürzen und frischen Kräutern. Die Angaben für die Zutaten sind demnach vage gehalten. Sei kreativ und überlege Dir, was gut zusammenpasst.

Hirse macht gesund, schön und munter. Sie ist reich an Eisen, Magnesium, Kalium, Silizium und Tryptophan und damit gut für Hirn, Herz, Haut, Haare und Humor!

Übrigens schmeckt das bunte Gemüse-Hirse-Gericht auch hervorragend mit Amaranth oder Quinoa statt Hirse. Du kannst es dann ebenfalls in einer Pfanne zubereiten, solltest aber die Garzeiten des Pseudogetreides beachten.

Für 4 Portionen:

  • 750 g Gemüse der Saison, z. B. Paprika, Zucchini, Kürbis, Karotten, Erbsen, Knoblauch, Lauch, Frühlingszwiebeln, Rosenkohl, Wirsing, Tomaten, Champignons
  • 2 EL Rapsöl, Kokosfett oder anderes Pflanzenöl
  • Gewürze und getrocknete Kräuter nach Geschmack, z. B. Oregano, Rosmarin, Kräuter der Provence, Koriander, Chiliflocken, Currypulver
  • 800 ml Wasser
  • 250 g Hirse
  • Salz
  • frische Kräuter, z. B. Petersilie, Basilikum, Thymian, Minze, Koriander
  • evtl. eine Handvoll Nüsse und Kerne, z. B. Walnüsse, Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Pinienkerne

  1. Gemüse waschen und putzen. Gemüsesorten, die länger zum Garen brauchen, eher kleiner schneiden. Gemüsesorten, die schnell fertig sind, grob schneiden.
  2. Öl in einer großen Pfanne erhitzen.
  3. Das Gemüse darin kurz anbraten.
  4. Reichlich Gewürze und getrocknete Kräuter hinzufügen und unter Rühren kurz mitbraten.
  5. Mit dem Wasser ablöschen.
  6. Die Hirse hinzugeben und nach Packungsanleitung garen. Falls nötig, weiteres Wasser hinzufügen. Manche Hirsesorten müssen nach dem Kochen noch ausquellen. Dies macht man am besten mit einem Deckel auf der Pfanne.
  7. Mit Salz abschmecken.
  8. Das Gemüse-Hirse-Gericht in Teller geben, mit frischen, gehackten Kräutern bestreuen und servieren.
  9. Als Topping passen Nüsse und Kerne – pur oder ohne Fett in einer Pfanne angeröstet.

Tipps:

  • Hirse ist ein glutenfreies Getreide und kann von Menschen mit Zöliakie ohne Probleme gegessen werden.
  • Man liest immer wieder, dass die Hirse mit heißem Wasser gewaschen werden soll, um Bitterstoffe auszuspülen. Wir machen das nicht, da wir keinen Unterschied schmecken.

Guten Appetit!

Und welche Gemüse, Gewürze und Kräuter kommen in Deine bunte Gemüse-Hirse-Pfanne?

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Gelesen im Januar: Roald Dahl, Die Zuckerfalle, Glück ist kein Zufall …Eigentlich wollte ich 2015 keine monatlichen Gelesen-Artikel mehr veröffentlichen, da diese zwar gerne kommentiert, aber im Vergleich zu meinen anderen Blogartikeln wenig gelesen werden. Nachdem ich dies verkündet hatte, prasselten zwei Dutzend Mails und Kommentare auf mich herein, in denen mir die Bücherwürmer mitteilten, wie schade sie das fänden, und mich baten, meine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Ich will kein Unmensch sein! Die Gelesen-Rubrik soll weiterleben.

Mein Buch des Monats Januar ist “Küsschen Küsschen” von Roald Dahl. Ich habe die elf Kurzgeschichten des 1990 verstorbenen Briten in den letzten 30 Jahren drei oder vier Mal gelesen. Sie amüsieren, überraschen und begeistern mich noch immer.

Fach- und Sachliteratur

  1. Die Zuckerfalle von Klaus Oberbeil (Erscheinungsjahr: 2004, meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternen)
    Klaus Oberbeil leistet mit “Die Zuckerfalle” ohne Frage wichtige Aufklärungsarbeit: Das weiße Kristall macht uns dick und krank. Für mich unverzeihlich ist aber, dass stattdessen ein ums andere Mal der Verzehr tierischer Produkte empfohlen wird. Von den “20 besten Frühstücksideen” kommt nicht eine ohne Fleisch, Fisch, Käse & Co. aus! Das verwundert mich sehr, hat Oberbeil doch auch die Bücher “Die Super-Vegan-Diät”, “Die Milchfalle” und “Obst und Gemüse als Medizin” auf den Markt geworfen.
  2. Glück ist kein Zufall von Eva Gesine Baur und Wilhelm Schmid-Bode (2000, 3,5 Sterne)
    Dass dieser Ratgeber schon anderthalb Jahrzehnte auf dem Buckel hat, merkt man ihm nicht an. Er schafft noch immer den Spagat zwischen wissenschaftlichen Informationen aus Medizin und Glücksforschung und praktischen Tipps für einen Alltag mit mehr Glück und Zufriedenheit.

Belletristik

  1. Küsschen, Küsschen von Roald Dahl (1962, 5 Sterne)
    Mit diesem Buch wurde der Brite Roald Dahl bei uns Anfang der 1960er Jahre bekannt. Die elf Kurzgeschichten strotzen nur so vor makaberem Humor. Beim Lesen spürt man förmlich, welch Freude es Dahl beim Schreiben bereitet hat, seine Pointen gnadenlos hinauszuzögern. Im Laufe der letzten 50 Jahre haben die “Küsschen, Küsschen” vielleicht etwas von ihrem Grusel- und Schockfaktor verloren. Für viel Vergnügen sorgen sie aber noch immer.

Comics

  1. Die besten Zeiten von Andreas Dierßen (2011, 3,5 Sterne)
    Andreas Dierßens Graphic Novel “Die besten Zeiten” ist ein unspektakulär gezeichneter Episodenfilm über das Großstadtleben und einiger seiner skurrilen Bewohner, die auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden sind. Ein kurzweiliger und leider auch etwas kurzer Spaß. 

Und nun Du! Welches Buch liest Du gerade? Welches kannst Du mir und meinen Lesern besonders empfehlen?

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Minimalistischer Reichtum

Fischer auf Malta (Foto: Christof Herrmann, 1994)
Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Axel Löwenstein. Er lebt mit seiner Frau und seinem Hund in der Nähe von Hamburg und ist ein Blogger ohne Blog.

Was mache ich mit der zweiten Halbzeit meines Lebens?

Irgendwann kommt im Leben eines Mannes der Punkt, an dem er eine Entscheidung treffen muss. Blondiere ich mir die Haare, schmeiß ich die Alte raus und kauf mir ein Cabrio, oder sehe ich diese vermeintliche Krise als Midlife-Chance. Irgendwie überkam mich das Gefühl, dass die Zeit langsam knapp wird. Aber wofür zu knapp?

Was will ich eigentlich aus der zweiten Halbzeit meines Lebens machen? Selbst wenn das Leben mit einem Tor in Führung liegt, habe ich es doch in der Hand, das Spiel zu drehen und wenigsten mit einem Punkt vom Platz zu gehen. Wenn unter den zehn Dingen, die Du mit auf eine einsame Insel nehmen würdest, der Ordner mit den Steuerunterlagen ist, dann läuft bei Dir vielleicht etwas schief.

Die Frage ist nicht, wie viel Zeit ich noch habe, sondern wie viel Leben ich in die verbleibende Zeit packen kann.

Die Umstellung auf einen minimalistischen und bewussten Lifestyle ist in der Theorie ganz einfach. Im realen Leben allerdings steht man vor handfesten Hindernissen.

Ich möchte meinen Ansatz hier mit Dir teilen.

Minimalistischer Reichtum: Werte statt Ware

Als die Botschaft bei mir ankam, dass es ein Leben vor dem Tod gibt, wurde ich plötzlich nachdenklich und fing an, meinen aktuellen Lebensstil zu überprüfen, ja sogar in Frage zu stellen. Schnell wurde mir klar, was ich nicht mehr wollte. Sollte auf meinem Grabstein wirklich stehen: “Axel ist immer brav zu Arbeit gelatscht?” Das Leben bietet doch so viel mehr. Minimalistisch, praktisch, gut!

Was ich nicht mehr will, war also schnell und klar definiert. Aber was will ich stattdessen?

Ich setzte mich hin und begann mit einem Brainstorming. Nichts, absolut nichts! Stundenlang schwieg ich mich an, ohne einen Ansatz zu entwickeln, was ich denn nun erreichen möchte, geschweige denn wie ich dort hinkomme. In meinem Kopf war zwar ein schönes buntes Bild, ich selbst wollte aber nicht in dieses Bild passen.

Ohne einen sonderlich esoterischen Ansatz zerlegte ich das Problem ganz pragmatisch in seine Einzelteile. Ich muss nicht in einen Ashram nach Indien fliehen, um mich selbst zu finden. Ich weiß wer und wo ich bin.

Der kleinste gemeinsame Nenner mit mir, bin erstaunlicherweise ich. Also, wer bin ich eigentlich und wofür stehe ich? Ich habe früher mit den anderen tollen Jungs tolle Dinge gemacht und viel tolle Dinge besessen, aber jetzt bin ich ein Mann. Jetzt geht es um wahre Werte und darum diese zu vermitteln.

Ein Haufen Mist bleibt ein Haufen Mist

Als Einstieg in ein bewusstes Leben habe ich mir die Frage gestellt, welche Momente die glücklichsten in meinem bisherigen Leben waren. Wann habe ich mich frei und zufrieden gefühlt? Ganz schnell kommen angenehmen Gefühle in einem hoch, wenn man sich an diese Momente erinnert. Alles was Du wirklich über Dich und Deinen Plan vom Leben wissen willst, ist in Dir. Nimm Dir ruhig die Zeit und hör Dir zu.

Mir hat dabei ein Perspektivwechsel geholfen. Oft richten wir den Blick nach außen und fragen uns, was andere Leute über uns denken. Wenn Du aber mal in die andere Richtung – also nach innen – schaust, entdeckst Du erstaunliche Dinge.

Ich erinnerte mich daran, wie erfüllend und befriedigend es für mich war, als ich früher Kurzgeschichten geschrieben habe. Das möchte ich wieder machen und vielleicht damit meine Brötchen verdienen. Als Beamter schlummere ich in einem kuschelig weichen Netz voller Sicherheit. Eine Sicherheit, die schleichend in Trägheit übergeht. Eine Trägheit, die dann in der Angst mündet, alles wieder zu verlieren, was man sich mühevoll aufgebaut hat.

Die schonungslose Wahrheit ist aber: Egal wie viel Energie Du investierst, um einen Haufen Mist aufzustapeln. Es bleibt ein Haufen Mist!

Ich erinnere mich noch gut an einen Urlaub auf den Kanaren. Ich besuchte mit meiner Frau ein kleines idyllisches Fischerdorf und wir saßen verträumt am Hafen, wo ich einen alten Fischer bei der Arbeit beobachtete. Plötzlich entlud ein Reisebus unter großem Getöse seine quirlige Fracht. 50 Touristen: Schlimm. 50 deutsche Touristen: Entsetzlich. Als die Kameras unaufhörlich klickten, konnte ich sehen, dass die meisten der Belagerer den Fischer als bemitleidenswerte Requisite in einer gestellten Fotokulisse betrachteten. Ich hingegen habe in ihm Ruhe und Zufriedenheit gesehen und ja, ich war sogar etwas neidisch auf ihn. Es war mir klar, dass ich etwas ändern muss.

Radikaler Bruch oder kleine Veränderungen

Ein radikaler Bruch mit der bisherigen Lebensweise ist vermutlich die konsequenteste Entscheidung. Ich habe mich aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden. Ich trage nicht nur für mich alleine Verantwortung und bin diese Verpflichtungen damals ja bewusst eingegangen. Meine Frau unterstützt mich bedingungslos (Danke!), aber mein gesamtes soziales Umfeld nimmt die anstehenden Veränderungen eher kritisch wahr, weil sie ängstlich in der gleichen Sicherheitsfalle kauern.

Es ist unglaublich schwierig all die bohrenden Fragen so zu beantworten, dass man nicht plötzlich als wankelmütiger Freak wahrgenommen wird. Warum isst Du denn jetzt kein Fleisch mehr? Was ist denn das für eine billige Karre? Fragen, die aus einem Blickwinkel gestellt werden, den ich an meinem derzeitigen Wertehorizont nicht erreichen kann.

Ich etabliere stetig kleine Veränderungen, die mich Stück für Stück meiner Idealvorstellung von einem einfach bewussten Leben näher bringen. Die meisten Veränderungen beginnen als Experimente, die ich oft auch mit meiner Frau teilen kann. Lass uns doch einen Monat auf Fleisch verzichten, oder lass uns die vegane Ernährung ausprobieren, oder … Du willst, dass man verantwortungsvoll mit Deinem Geld umgeht? Eröffne ein Konto bei der EthikBank. Dich ärgern die übertrieben Preise von Smartphones und die unterirdischen Arbeitsbedingungen der Menschen, die diese Dinger für Dich zusammenschrauben? Kauf ein Fairphone. Mehr möchte ich gar nicht über diese Probleme sprechen. Sie sind ausreichend bekannt und klar definiert. Jetzt geht es um Lösungen.

Manchmal muss man Dinge einfach tun!

Genau das ist der Schlüssel für mich. Es geht nicht mehr darum, sich zu finden, sondern darum, neue kreative Wege zu beschreiten oder sogar Altes und Hergebrachtes wieder zum Leben zu erwecken. Diese Veränderungen finden für mich zum größten Teil “nach innen” statt. Ich erzähle nicht jedem, was mich bewegt und wo meine Reise hingehen soll. Mein Sendungsbewusstsein tendiert inzwischen gegen Null. Das finde ich nicht egoistisch, denn meine – kontinuierlich wachsende – ruhige und ausgeglichene Ausstrahlung beeinflusst die Menschen, mit denen ich in Kontakt trete, positiv.

Das ist für mich der minimalistische Reichtum.

Und was macht Dich reich?

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