Kann ein Minimalist Sammler sein? Und warum ich wieder Platten höre!

Kann ein Minimalist Sammler sein? Und warum ich wieder Platten höre! (Foto: Christof Herrmann, 2020)

„Als mein Sohn gerade laufen konnte, bin ich mit ihm in einen Plattenladen gegangen und habe ihn mit den Schallplatten versorgt, die man meiner Ansicht nach besitzen und kennen muß, also die erste von The Clash, das Sex Pistols-Album und die ersten beiden von Led Zeppelin und Black Sabbath.“ (Billy Idol, britischer Rockmusiker, *1955)

Richtig gelesen und gesehen. Ich kaufe wieder Schallplatten, ich höre wieder Vinyl.

Noch vor ein paar Jahren habe ich stolz verkündet, dass ich 4.000 CDs und LPs verkauft und verschenkt habe. Musik wollte ich fortan nur noch streamen.

Das habe ich und mache ich weiterhin. Quasi jederzeit und auf jedem digitalen Gerät aus Millionen Songs wählen zu können, ist so verlockend wie praktisch.

Vinyl – meine alte und neue Leidenschaft

Trotzdem fehlt mir etwas oder besser gesagt einiges, wenn ich Musik streame. Das großformatige Cover einer LP, das mehr Kunstwerk als Schutz ist. Die Haptik und das Ritual, wenn ich die Schallplatte aus der Hülle nehme, auf den Teller lege und den Tonarm samt Nadel auf das Vinyl senke. Und natürlich der warme analoge Klang, den wir Vinyl-Aficionados so sehr schätzen.

Wenn ich eine Platte auflege, höre ich bewusst Musik. Meist sitze ich auf der Couch und lausche im Singletasking den Tönen. Allenfalls schaue ich mir das Cover an, lese die Songtexte oder informiere mich über den Interpreten und das Album. Nach 20 bis 25 Minuten stehe ich kurz auf, um die LP umzudrehen. Ich bin ganz bei der Sache. Ich gehe meiner Leidenschaft Musikhören nach.

Wenn ich streame, läuft die Musik oft im Hintergrund. Die Technik und Playlisten ermöglichen stundenlanges Musikhören. Das mag praktisch sein. Aber es fühlt sich für mich meist wie Konsum und nicht wie Leidenschaft an.

Minimalismus bedeutet nicht, nichts zu besitzen

Deine erste Reaktion war vermutlich, dass ein Minimalist doch kein Sammler sein kann.

Ich bin anderer Meinung. Zunächst sollten wir uns von den Bildern lösen, wie Minimalisten gerne im Fernsehen und in der Presse dargestellt werden: Als Hipster in einer durchgestylten Architekturzeitschrift-Loft, als Alternativer auf einer abgelebten Couch oder als digitaler Nomade am Strand mit Laptop auf dem Schoß. Diese Bilder haben eines gemeinsam: Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs sind kaum zu sehen, von einer Sammlung ganz zu schweigen.

Minimalismus bedeutet für mich aber nicht, nichts zu besitzen, sondern nur Gegenstände zu besitzen, die ich (ge)brauche. Ich löse mich als Minimalist also vom Ballast und umgebe mich – übrigens nicht nur auf materieller Basis – mit Dingen, die mein Leben erleichtern, bereichern oder verschönern. Da ich zum Beispiel gerne und oft koche, ist meine Küche entsprechend ausgestattet. Ich habe mich lediglich vom Ballast getrennt, von den Geräten, die ich selten oder nie verwende. Ciao Nudelmaschine. Adios Paellapfanne. Ade Fleischwolf.

Wann Minimalismus und Sammeln zusammenpassen

Demnach dürfen Minimalisten auch Gegenstände besitzen, die zum Seelenwohl beitragen. Diese Gegenstände braucht man nicht unbedingt zum Überleben, aber eben für ein schönes Leben. Bei mir sind das zum Beispiel ein oder zwei Pflanzen in jedem Raum, ausgesuchte Deko wie eine hübsche Tischdecke oder ein paar Kerzen sowie drei Bilderrahmen aus Holz und Glas, in die ich einmal im Monat drei thematisch zusammenpassende Plattencover stecke. Die letzte Ausstellung siehst Du im Foto am Ende dieses Artikels.

Das beantwortet auch die eingangs gestellte Frage, ob ein Minimalist ein Sammler sein kann. Selbstverständlich – wenn das Sammeln das Leben bereichert, wenn der Sammler die Sammlung im Griff hat und nicht andersherum, wenn das Sammeln dem Streben des Minimalisten nach Freiheit, Klarheit und Freude nicht entgegensteht, wenn das Sammeln also Leidenschaft und keine Sucht ist.

4 Tipps, wie Du als Minimalist Sammler sein kannst

Die größte Gefahr beim Sammeln ist, dass aus der bereichernden Leidenschaft eine Sucht wird. Dann investiert man schnell zu viel Zeit, Energie, Geld und Platz. Das steht den Prinzipien des Minimalismus entgegen und wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden aus.

Die folgenden Tipps sollen Dir helfen, Dein Streben nach Minimalismus und Deine Sammelleidenschaft unter einen Hut zu bringen. Was Du sammelst, spielt keine Rolle. Bücher, Briefmarken, Bierkrüge. Kaffeemühlen, Keramik, Kotztüten. Oder eben Schallplatten, von mir liebevoll schwarzes Gold genannt. Sammle, was Dir gefällt.

  1. Nur Lieblingsteile. Viele Sammler streben nach Vollständigkeit. Das kann im Widerspruch zur minimalistischen Lebensweise stehen, denn die meisten Sammelgebiete sind groß. Der Minimalist unter den Sammlern muss nicht alle Stücke besitzen, sondern nur die, die ihm wirklich Freude bereiten. Gehe Deine Sammlung durch, nehme jedes Stück in die Hand und entscheide, ob es Dich bereichert oder gehen darf. Ich behalte nur LPs, die ich gerne höre und deren Cover und Vinyl in einem guten Zustand sind. Mein Ziel ist keine große und schon gar nicht vollständige Sammlung, sondern eine gut gepflegte und gehegte Sammlung meiner Lieblingsalben, den sogenannten Inselplatten.
  2. Setze Dir und Deiner Sammlung Limits. So verhinderst Du, dass Deine Sammlung und Dein Hobby keinen ungesunden Umfang annehmen. Ich besitze im Moment rund 200 LPs. Mein Limit muss ich noch festlegen. Es könnte bei 500 liegen. Dann würde ich die Regel aufstellen, dass ich eine Platte aus meiner Sammlung verkaufe, verschenke oder spende, sobald ich die 500er-Grenze erreicht habe. Andere Limit könnten z. B. lauten: Ein Buch lesen, erst dann ein neues kaufen. Nicht mehr Zippos sammeln, als in die Glasvitrine passen. Maximal alle zwei Monate ein neues (oder gebrauchtes) Paar Schuhe kaufen.
  3. Halte Ordnung. Es macht Spaß, sich mit einer gut organisierten Sammlung zu beschäftigen. Außerdem verhindert es Fehlkäufe, Dubletten und die Übersicht zu verlieren. Ich habe meine Plattensammlung nach Interpreten sortiert, also z. B. „Simon & Garfunkel“, dann „Simon, Paul“, „Smith, Elliott“, „Smith, Patti“, „Smiths, The“, „Souled American“ usw. Innerhalb eines Interpreten sind die Alben nach dem Erscheinungsdatum geordnet, z. B. von den Stones „Let It Bleed“ (1967) vor „Sticky Fingers“ (1971) und „Exile On Main St.“ (1972). Ich habe außerdem auf Discogs eine Liste mit meiner Sammlung und eine Wunschliste erstellt. So kann ich im Plattenladen auf meinem Smartphone nachschauen, wenn ich mir mal nicht sicher bin, ob ich ein Album schon habe bzw. noch suche.
  4. Gebe Deiner Sammlung einen Sinn. Eine gut gepflegte Sammlung bereitet dem Sammler schon durch ihre Existenz und die gelegentliche Durchsicht Befriedigung. Wenn Du jedoch etwas sammelst, dass Du zugleich verwendest, hast Du noch mehr Freude daran. Bei meinen Schallplatten ist das gegeben, weil sie nicht nur herumstehen, sondern auch gehört werden. Bei anderen Sammelgebieten muss man vielleicht erst nach einem erweiterten Sinn suchen. Aus Bierkrügen schmeckt nicht nur Bier, sondern auch Apfelsaftschorle, und man kann sie als Pflanzentöpfe verwenden. Postkarten kann man in Alben stecken oder versenden. Bücher sind zum Lesen da. Kaffeemühlen zum Kaffee mahlen …

Nun Du: Bei welchen Dingen packt Dich die Sammelleidenschaft? Wie verhinderst Du, dass daraus keine Sucht wird? Bonusfrage für Musikliebhaber: Welche sieben LPs (Interpret und Name des Albums) sind im Foto oben abgebildet?

Kann ein Minimalist Sammler sein? Und warum ich wieder Platten höre! (Foto: Christof Herrmann, 2020)

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{ 61 Kommentare }

  • Stephan 13. Dezember 2020

    Hallo Christof,

    ich hatte mal Modellbausätze gesammelt (deutlich mehr gesammelt wie gebaut), aber diese Sammlung wurde komplett aufgelöst.
    Momentan sammel ich nichts.
    Vinyl, das ist auch nochmal ein Thema was mich interessiert. Dann aber möglichst mit einem Röhrenverstärker…

    Gruß
    Stephan

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Hallo Stephan,

      Modellbau – ein schönes Hobby und Sammelgebiet, wenn man die Modelle dann auch mit Begeisterung zusammenbaut.

      Meine Musikanlage ist eher minimalistisch, klingt in meinen Ohren aber richtig gut. Du siehst sie ja in dem zweiten Foto. Aktivlautsprecher (brauche also keinen extra Verstärker), Plattenspieler und die kleine Sonos-Box zum Streamen über die Lautsprecher.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Stephan 13. Dezember 2020

        Hallo Christof,

        jetzt kaufe ich mir ein Modell, was ich möchte und baue es zusammen und dann erst das nächste – Kartonmodelle, das kann ich auch minimalistisch auf dem Wohnzimmertisch ohne Maschinenpark ausüben. Jetzt kann ich auch beim basteln komplett die Zeit vergessen.

        Streamen (Radio) über MacBook, Verstärker uralter Kenwood (mind. 20 Jahre, ein paar mal selber repariert), hat guten Sound.
        Das Thema gehe ich vielleicht nach dem Umzug an. Röhre hat einen warmen Sound.

        Gruß
        Stephan

        Antworten
  • Leo 13. Dezember 2020

    Wieder ein interessanter Artikel von Dir. Sammeln dürfen auch Minimalisten, wenn es ihnen Erfüllung bringt. Einleuchtend. Das Titelbild des Artikels ist genial, da muss man erst mal drauf kommen. LG Leo

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Wieder ein netter Kommentar von Dir :-)

      Für das Titelfoto hab ich fast hundert Fotos mit Selbstauslöser machen müssen, bis es einigermaßen gepasst hat.

      EBG

      Christof

      Antworten
      • Leo 13. Dezember 2020

        100 Fotos mit dem einen Cover?

        Antworten
        • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

          Nein, habe noch mit drei anderen Covern – u. a. mit „Lust For Life“ von Iggy Pop – herumprobiert, also so 20 bis 25 Fotos pro Cover.

          Antworten
  • Andrea 13. Dezember 2020

    Guten Sonntag,

    mir geht es bei Büchern so: da brauch ich etwas in der Hand. Möchte jemand meinen tolino haben? Gruß aus Erfurt!

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Geht mir bei Büchern auch so. Meinen E-Reader habe ich nach paar Wochen wieder verkauft habe. Bücher sammle ich aber nicht. Die lese ich und gebe sie dann zurück in die Bücherei oder in einen öffentlichen Bücherschrank, verkaufe, verschenke oder spende sie.

      Falls jemand Deinen E-Book-Reader haben möchte, kann ich gerne Kontakt herstellen.

      Gruß aus Nürnberg

      Christof

      Antworten
      • Stephan 13. Dezember 2020

        Ich mache das mit Büchern genauso, lesen und dann weitergeben. Serien werden gekauft, komplett gelesen und dann wieder im ganzen verkauft oder weitergegeben. Da schaue ich auch viel Second Hand und Flohmärkte. Da sammel ich auch nicht. Mit Ebooks kann ich mich irgendwie nicht anfreunden.

        Gruß
        Stephan

        Antworten
  • Tobias 13. Dezember 2020

    Mir geht es ähnlich wie Dir, Christoph – auch wenn es bei mir CDs sind. Eingie für mich wichtige habe ich behalten, insbesondere wenn sie eine Stimmung erzeugen und der Charakter der Titel nicht ständig wechselt.
    Ich höre gerne Musik im Hintergrund, wenn ich koche, arbeite, lese etc. – dann aber nur Musik, die meinen Flow-Zustand unterstützt (z.B. Kings of Convenience oder „Lofi Hip Hop Radio“ auf youtube). Ich spüre, dass es mich sehr entspannt und inspiriert.
    Zum Sammeln habe ich gerade die Aktion von der Straßenzeitung Trott-war entdeckt, bei der eine Kleidungsbox von bis zu 20kg kostenlos versendet werden kann. Dies fand ich hiflreich mich von Kleidungsstücken zu verabschieden, die ich auf ebay nicht los bekommen habe und die mir für die Altkleidersammlung zu schade waren.
    Bei Büchern habe ich mich mittlerweile so entwickelt, dass ich nur noch ganz vereinzelt welche kaufe, die ich häufiger nutze. Bei meinen Kindern habe ich stets die Ausleihe von Büchereien vorgezogen.
    Hierbei merke ich aber, dass es auch schön sein kann, wenn es ein gewisses Repertoire an Kinderbücher gibt, da ich gemerkt habe, dass meine Kinder zu unvorhersehbaren Zeitpunkten ein Buch zum Anschauen wählen und es dann auch schön ist, dieses dann vorrätig zu haben, da es neue Dinge anstößt. Bei Kinderspielen geht es mir genauso…

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar – und den Tipp mit der Kleiderspende. Kann das jeder nutzen, hast Du einen Link? Könnte für den einen oder anderen hier interessant sein.

      Kings Of Convenience – schöner Indie Folk/Pop. Dann magst Du sicher auch Belle And Sebastian und Nick Drake.

      Viele Grüße

      ChristoF

      Antworten
      • Tobias 14. Dezember 2020

        http://www.platzschaffenmitherz.de (von Otto-Versand unterstützt)…

        Freu mich über die Musiktipps, die ich nicht kenne :-)

        Danke für den Austausch!

        Antworten
        • Christof Herrmann 15. Dezember 2020

          Besten Dank für Link.

          Berichte gerne mal, wie Dir meine beiden Tipps gefallen. Zum Einstieg empfehle ich bei Belle And Sebastian das Album „If You’re Feeling Sinister“ (1996). Nick Drake ist früh verstorben, hat Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre nur drei Alben veröffentlicht, die alle essentiell sind.

          Antworten
  • Viktor 13. Dezember 2020

    Hallo Christof,

    schon als ich Deinen damaligen Beitrag gelesen habe, war mir irgendwie sofort klar, dass Du früher oder später zu den Schallplatten zurückkehren wirst. ;-)
    Ganz bestimmt war die damalige Trennung etwas schmerzhaft für Dich. Und scheinbar kein verkehrt Schritt, um nunmehr mehr Acht auf Qualität statt Quantität zu setzen.

    Ich habe mittlerweile und glücklicherweise für mich selbst verstanden, dass das Glück weder im; „ich besitze besser fast gar keine Gegenstände mehr“ noch in „der Orientierung und Anpassung nach irgendwelchen Vorbildern“ zu finden ist.

    Man sollte eben nicht sehr hart zu sich selbst sein – mehr das Leben leben, als sich viel zu viele Gedanken zu machen. Würde ich heute meine überschaubare Anzahl an Fahrräder reduzieren, gebe es früher oder später ein Zurück – es ist einfach meine Leidenschaft.
    Also behalte ich das, was ich habe und für unterschiedliche Gegebenheiten (ge)brauche. Die Grenze behalte ich stets im Blick, um nicht in eine Teufelsküche zu geraten. Alles was ich besitze, möchte ich nämlich unbedingt und gerne verwenden und deshalb dafür dementsprechend genug Zeit haben und gerne investieren. Ist die Zeit limitiert – so auch die Sammlung(en).

    Bleib gesund!

    Viktor

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Hallo Viktor,

      falsch vermutet, es hat mir damals nicht wehgetan, die Platten, CDs und all die anderen Sachen wegzugeben ;-) Waren ja nur Dinge, die ich nicht gebraucht und verwendet habe. Die CDs fehlen mir nicht, sehe da nicht wirklich einen Vorteil gegenüber dem Streamen. Beim Vinyl sehe ich das mittlerweile anders, wie ich ja im Text erläutere. Ein paar Platten von damals hätte ich gerne wieder, das gebe ich zu, waren paar Raritäten und Perlen dabei. Aber dann stöbere ich halt ein wenig in den Plattenländen, bis ich fündig werde. Mir macht das Spaß.

      Bleib auch gesund und munter

      Christof

      Antworten
      • Viktor 13. Dezember 2020

        Hallo Christof,

        schön, wenn eine Trennung dieser Art auch mal schmerzlos verlaufen kann.

        Mit dem Musik-Streaming kann ich mich derzeit noch nicht wirklich anfreunden, da ich durch all die Menge – schon die Anzahl der Playlisten – etwas überfordert bin und mich etwas überrannt fühle. Derweil höre ich auch lieber weniger und seltenes Musik, um zwischendurch mehr Ruhe zu genießen.

        Beste Grüße,
        Viktor

        Antworten
  • Thorsten 13. Dezember 2020

    Das hört sich nach Ausmisten-Ruhephase-Gegenbewegung an. Viele Minimalisten sortieren erstmal gnadenlos aus „gönnen sich nichts“ könnte man negativ schreiben. Das ist natürlich Käse , weil in der Ausmist- und Ruhephase ja das Denken geübt wird.
    Wenn dann alles im Gleichgewicht ist und etwas Zeit vergangen ist können die Dinge, die einem etwas mehr bedeuten wieder in den Vordergrund kommen.
    Aber hoffentlich nicht in der Form eines unbegrenzten hochfrequenten Laufend.
    Wenn das dagegen langsam und bewusst passiert sehr ich nichts was gegen Platten sprechen sollte.

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Keine Sorge, ich habe mir viel gegönnt in den letzten Jahren. Ich gönne mir sogar mehr als ich mir früher gegönnt habe, weil ich durch die minimalistische Lebensweise gelernt habe, was mir gut tut und was ich nicht brauche. Die Schallplatten sind dann auch das einzige, was ich in all den Jahren wieder zurückgelassen habe. Durch einige Hobbys und Leidenschaften habe ich eh viele Sachen, die ich nie weggeben könnte/wollte. Allein schon fürs Fernwandern und für Outdooraktivitäten benötigt man ja einiges.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
    • Evelyne 14. Dezember 2020

      Hallo Thorsten!
      Den Minimalismus habe ich von meinem Bruder gelernt. Früher gab es den Begriff Minimalismus noch nicht so bewusst als gewählte Lebensform, höchstens formal als Stil in der Architektur. Deshalb belächelte ich meinen Bruder als „Spartaner“. Er war es, der mich zum Minimalismus gezwungen hat, weil er mir beim Umzug nur sehr begrenzt helfen wollte und ich deshalb den Umzugsumfang stark reduzieren musste, damit es meinem spartanischen Bruder in den Kram passte. Ich brauchte ihn wegen meiner Schmerzkrankheit. Ohne seine Hilfe wäre ich aufgeschmissen gewesen. Gerade gestern schluckte ich benommen bei der Erinnerung daran. Er mutete mir damals wirklich einiges zu, während ich noch unsere sterbende Mutter betreute. Ich weiß nicht, wie ich das damals schaffte. Mir wuchsen da Kräfte zu, die ich nicht mehr nachvollziehen kann. Aber er hat mich auf den Geschmack gebracht und ich dankte ihm sogar dafür, obwohl er einfach nur zu faul war, um mir mehr zu helfen. Tja, so kann auch ein phlegmatischer Bruder einem etwas aufzeigen und das war bei meiner Sammeltendenz auch ganz das Richtige. Innert 3 Monaten habe ich meinen ganzen Besitz auf einen Achtel reduziert, um in einem kleinen Kastenwagen alle meine Sachen erstmal in eine angemietete Lagerbox zu bringen und anschließend das Haus zu verkaufen. Die gewonnene Übersichtlichkeit tat mir so gut und schenkte mir viel Flexibilität zurück, sodass ich den Minimalismus als Philosophie für mich adaptierte, nicht nur äußerlich, sondern auch digital und innerlich. – Mein spartanischer Bruder hat übrigens auch einen Schwenk zurück zu wieder mehr Besitz gemacht seither, wie er mir beim letzten Besuch grinsend mitteilte. Vorher war er aber auch wirklich extrem. Immer wieder warf er den Fernseher weg, diese alten Bildröhren-Dinger von früher, um sich nach einem Rückfall in seine Konsumsucht zu befreien. Jetzt scheint er lockerer zu werden und den inneren Ausgleich gefunden zu haben. Äußere und innere Ordnung hängen eben doch zusammen und spiegeln sich gegenseitig.
      Lieben Gruß, Evelyne

      Antworten
      • Thorsten 14. Dezember 2020

        Ja, verstehe. Wenn ich früher plötzlich Zeug angeschleppt hatte, dann hatte das auch seinen Grund.

        Antworten
  • Kerstin 13. Dezember 2020

    Hallo Christof,
    Danke für den schönen Artikel. Ich sehe das mit dem Minimalismus genauso wie du. Ich sammle Bücher und habe meine Sammlung beim letzten Umzug stark verkleinert. Nach und nach sortiere ich noch einzelne Bücher aus, so dass am Ende nur noch die Lieblingsbücher übrig bleiben, die ich besonders schätze und liebe. Ich lese Bücher tatsächlich auch mehrfach, finde ein schön sortiertes Bücherregal aber auch sehr dekorativ. Bücher mit besonders schönem Cover werden auch extra präsentiert, ähnlich wie deine Schallplatten im Bilderrahmen.
    Musik ist mir nicht so wichtig, du hast deine Sammlung aber so lebendig leidenschaftlich beschrieben, dass ich jetzt fast Lust habe auch einen Plattenspieler zu kaufen. :)
    (Mach ich natürlich nicht)

    Viele Grüße aus Erlangen
    Kerstin

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Hallo Kerstin,

      ich verstehe Dich, Bücher sind was Schönes, der Anblick eines gefüllten Regals auch. Besondere Buchcover auszustellen, finde ich eine gute Idee. Kann ich mir das vorstellen wie in einer Buchhandlung oder gibt es da etwas ähnlich zu meinen Bilderrahmen für die Platten?

      Freut mich, dass meine Begeisterung für Vinyl rüberkam. Kannst gerne mal nach Corona zum Vinylhören vorbeischauen. Dein Thomas darf auch mitkommen ;-)

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Kerstin 13. Dezember 2020

        Hallo Christof,
        das machen wir gerne. Thomas ist der Musik-Liebhaber von uns beiden, es besteht also die akute Gefahr, dass er sich dann zu seiner Gitarrensammlung auch eine Plattensammlung zulegen möchte. Aber es gibt Schlimmeres. ;-)

        Das Bücherregal ist nicht überfüllt, so können einzelne Bücher zwischendrin auch mit dem Cover nach vorne stehen (meine Lieblingsbücher sind alle so dick, dass sie problemlos allein ohne Stütze stehen können…). Aufhängen tue ich die Bücher nicht. Aber ich habe schon überlegt, einen Notenständer oder Tabletständer zum Buchständer umzufunktionieren und so ein illustriertes Buch oder einen Bildband aufgeklappt zu präsentieren. Vielleicht kommt das irgendwann noch…

        viele Grüße
        Kerstin

        Antworten
        • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

          Na dann bis nach Corona! Und falls ich Thomas mit dem Vinyl-Virus infiziere, weißt Du auf immer und ewig, was Du ihm zum Geburtstag und Weihnachten schenken kannst ;-)

          Viele Grüße

          Christof

          Antworten
  • Claudia 13. Dezember 2020

    Hallo Christof,
    sehr schöner Artikel! Mein Mann hat ebenfalls eine große LP- (und CD-) Sammlung (er ist ein Heavy Metal-Freak). Bei mir sind es Bücher. Lesen ist meine Leidenschaft, schon seit meiner Kindheit. Ich habe keinen E-Book-Reader, sondern muss beim Lesen ein Buch in der Hand halten. Außerdem finde ich, dass Regale voller Bücher sehr viel Gemütlichkeit ausstrahlen. Ein- bis zweimal im Jahr sortiere ich aus. Bücher, die ich kein zweites Mal lese, gebe ich weiter, z.B. ins Sozialkaufhaus. So bleibt alles im Rahmen : )
    Dir noch eine schöne Adventszeit und liebe Grüße!
    Claudia

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Hallo Claudia,

      schön, ich denke, es ist wichtig, dass mein ein, zwei oder auch drei Leidenschaften hat.

      Dein Mann wird von den im ersten Foto gezeigten Alben vermutlich nur mit der AC/DC etwas anfangen können. Im zweiten Foto vielleicht mit der Nirvana, wobei das ein Unplugged-Album ist.

      Dir und Euch auch noch eine schöne Adventszeit

      Christof

      Antworten
  • Mela 13. Dezember 2020

    Hi Christof, das ist mal ein interessantes Ansatz! Sammeln trotz Minimalismus.
    Ich hätte evt. Interesse an Andreas tolino. Könntest du netterweise einen Kontakt herstellen?
    Liebe Grüße und danke für spannende Einsichten, Mela

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Hi Mela,

      danke für Deinen Kommentar. Sammelst Du denn etwas?

      Ich habe Euch beiden gerade eine E-Mail geschrieben, dann könnt ihr das mit dem Tolino untereinander klären.

      Viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
  • Ursula 13. Dezember 2020

    Das Titelfoto hat mich sehr angesprochen, aber auch ratlos zurück gelassen….
    Was hat denn Tim Buckley da im Auge?

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Damit Du nicht nicht schlafen kannst: Tim Buckley hat sich einen Kronkorken vors Auge geklemmt. Das Album heißt „Goodbye And Hello“, wurde 1967 veröffentlicht und ist eines seiner besten. Wer leicht psychedelisch angehauchten Singer-Songwriter Folk Rock mag, sollte sich das mal anhören. Gibts auch bei Spotify & Co. Buckley ist leider früh verstorben. Sein Sohn Jeff Buckley hat 1994 ein tolles Album herausgebracht und ist dann auch früh verstorben.

      Viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
      • Ursula 16. Dezember 2020

        Oooh, danke! Ein Kronkorken….da wäre ich jetzt nicht draufgekommen! :)

        Antworten
  • Alex 13. Dezember 2020

    Hallo Christof,

    ich lese hier seit vielen Jahren mit und auch dein Buch steht in meinem Bücherregal. Deshalb auch erst einmal vielen Dank für deine inspirierenden Veröffentlichungen!!

    Zum heutigen Thema:
    Die eingerahmte Nirvana Platte in der Mitte erinnert mich an einen winterlichen Aufenthalt in einer großen Stadt in Italien. Dort bin ich viele Stunden durch die Stadt gelaufen, einfach nur um sie zu entdecken, ohne konkretes Ziel und allein und habe auf meiner Tour einen kleinen Plattenladen entdeckt. Dort habe ich diese unplugged Platte (als CD) eingekauft.

    Das mit den Platten kann ich sehr gut nachvollziehen. Ich habe leider keine Platten, hatte auch nur wenige, die habe ich dann irgendwann abgegeben und bin auf CDs umgestiegen. Wäre ich ein paar Jahre früher geboren, dann bin ich mir sicher, dass ich meinen Plattenspieler noch hätte. Und ja, es ist was völlig anderes ein Album rauszusuchen, auf- oder einzulegen und Musik bewusst zu hören. Natürlich geht das auch mit gestreamter Musik und Musik auf Festplatte. Aber meine Erfahrung zeigt mir, dass man da viel mehr wechselt und die Alben nicht unbedingt durchhört. Und immer wieder merkt man doch, dass sich die Künstler bei der Zusammenstellung ihrer Platten etwas gedacht haben. Eine ganze Platte durchzuhören, kann einen in eine ganz andere Stimmung versetzen.

    Du schreibst, dass du Aktivboxen hast. Diesen Weg bin ich nicht gegangen, ganz bewusst. Klanglich soll es Vorteile geben (Aber lassen wir die Hifi und den teilweisen Vodoo lieber mal außen vor), aber für mich überwiegen die Nachteile der Aktivboxen und ICH empfinde passive Lautsprecher als minimalistischer. Warum? Verstärkerlektronik, die man immer braucht, egal ob in einem Baustein oder eben im Lautsprecher, geht leider viel häufiger kaputt als ein Lautsprecher (Ich habe mittlerweile meinen 3. Hifiverstärker, in meinem Bekanntenkreis ist es ähnlich, zumindest bei denen wenigen Personen, die überhaupt noch so Geräte haben) Die Boxen laufen weiter. Da kann eigentlich nicht viel kaputt gehen und wenn, dann ist es oft leicht zu reparieren. Lautsprecher halten in der Regel Jahrzehnte. Wenn ich mir aktuell anschaue, dass die Art der Zuspielung und die Anschlüsse der Verstärkereinheit einem immer schnelleren Wechsel unterworfen sind, so habe ich für mich beschlossen, dass Aktivboxen vermutlich nicht so lang nutzbar sind. Und leider, leider habe ich immer wieder Situationen gehabt, wo mir Elektronik niemand reparieren konnte oder wollte. Deswegen steht bei mir ganz bewusst ein klassischer, schlichter Hifiverstärker, der passive Boxen antreibt.

    Vor ein paar Jahren habe ich mir all meine CDs mit Exact Audio Copy auf Festplatte gerippt. War ein großer Aufwand. CDs, die keinen Wert für mich hatten, habe ich weggegeben. Die gerippten stehen immer noch im Regal. Es sind die CDs, die mir ganz einfach fehlen würden. Momentan habe ich also noch eine unnötige Doppelung: CDs und Festplatte. Eigentlich ist es sogar mehr als das: Durch die Streaminmöglichkeit über einen Streamingdienst ist es sogar noch eine Möglichkeit mehr. Irgendwie bin ich gedanklich da noch nicht ganz durch, wie ich mich organisiere… Bin hier auch für Tipps dankbar. Durch Zufall habe ich ein Handyangebot auf Prepaidbasis mit vollumfänglichen Musikstreamingdienst, monatlich 2 GB Daten sowie Telefon- und SMS-Flat für 10.- Euro gefunden.

    Jetzt ist es doch etwas lang geworden. Ich wünsche eine schöne Vorweihnachtszeit!
    Alex

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Dezember 2020

      Hi Alex,

      danke für Dein Lob.

      Das Nirvana-Livealbum wirst Du auf immer und ewig mit diesem Winteraufenthalt in der italienischen Stadt in Verbindung bringen. Die Musik auf dem Album ist ja eher warm und heimelig, hoffentlich hast Du in der Stadt nicht gefroren (oder war das der Grund, dass Du in den Plattenladen gegangen bist) ;-)

      Zur Erklärung für die, die mitlesen und nicht wissen, was Aktivlautsprecher sind: Das sind Boxen, die einen Verstärker eingebaut haben. Bei den herkömmlichen Passivlautsprechern benötigt man noch einen Verstärker.

      Das von Dir angesprochene Risiko, war mir noch gar nicht bewusst, macht aber Sinn. Ich habe seit ein Jahren welche von Nubert und bin vom Preis-/Hörgenuss-Verhältnis begeistert. Letztes Jahr hatte eine der beiden Lautsprecherboxen tatsächlich einen technischen Defekt. Die Garantie war bereits abgelaufen. Trotzdem hat Nubert die Box kostenfrei repariert (sogar das Porto wurde übernommen). Service also auch top.

      Welche Art von Musikhören für Dich ideal ist, kannst nur Du herausfinden. Wir haben dazu heute ja sehr viele Möglichkeiten. Ich habe vor dem Verkauf meiner CDs meine 400 liebsten CDs wie Du verlustfrei (FLAC) aufs Laptop gerippt. Der Unterschied zu Spotify ist eher gering, oft höre höre ich keinen Unterschied, so dass ich meist via Spotify streame.

      Warum holst Du Dir keinen Plattenspieler? Vinyl darf jeder hören. Ich war mal zwei Jahre mit einem Webshop für Secondhand Schallplatten selbstständig und hatte von der 15-jährigen Schülerin bis zum 80-jährigen Rentner wirklich alle Altersklassen und soziale Schichten, die dem schwarzen Gold verfallen waren. Die Verkaufszahlen steigen seit Jahren – sowohl bei Neuware als auch bei Secondhand. Mittlerweile werde praktisch alle Veröffentlichungen auch wieder auf Vinyl gepresst, oft in liebevoll gestalteten Auflagen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Alex 14. Dezember 2020

        Hallo Christof,
        meine Lautsprecher sind auch von Nubert. Jetzt weiß ich warum mir deine Lautsprecherständer bekannt vorkommen, bei mir sieht das recht ähnlich aus. Ja, die sind vom Service her top. Aber, du schreibst ja selbst, dass schon was kaputt war. Ich glaube, dass es nach wenigen Jahren vermutlich nicht mehr alle Ersatzteile gibt. Hab vor kurzem für ein Familienmitglied eine Anlage zusammengestellt. Es war nur der Verstärker zu kaufen. Der CD Player ist 25 Jahre alt und umsonst von Kleinanzeigen, die passiven Regalboxen sind 1a und 30 Jahre alt. Die standen bei einem Freund nur rum. Ich sehe das auch aus Umweltschutzgründen als gute Lösung, da die Geräte weiterlaufen und nicht auf die Deponie gehen. Und der neue Verstärker ist durch bluetooth auch ausreichend modern.

        Für den Plattenspieler fehlt mir tatsächlich der Platz. Aber es ist ja auch schön, nur davon zu träumen…

        Ich sehe bei vielen, dass die großen Lautsprecher aussortiert werden und die Buden mit überdimensionierten Fernsehern, Soundbars und massig kleinen Surroundboxen zugestellt werden. Was da oft rauskommt ist oft doch sehr effekthascherisch. Als Jugendlicher fand ich Bass- und Höhenbetonung auch toll, mittlerweile höre ich einen Sound, der nah an den Instrumenten ist. Auch das ist doch minimalistisch.

        Viele Grüße
        Alex

        Antworten
        • Christof Herrmann 14. Dezember 2020

          Hallo Alex,

          Witzig, dass Du auch Boxen von Nubert hast.

          Nun kann ich es ja nicht mehr ändern und setze drauf, dass meine Aktivlautsprecher lange halten.

          Du hast doch einen Verstärker. Dann kannst Du doch einfach den Plattenspieler (ich habe einen von Pro-Ject aus Berlin, kann die Marke empfehlen) oben drauf setzen. Den CD-Player und alle CDs verschenkst oder verkaufst Du dann einfach bewusst ;-)

          Viele Grüße

          Christof

          Antworten
  • Andrea 13. Dezember 2020

    Guten Abend Christof,
    vielen Dank immer wieder für deine Einsichten und Tipps!
    Nach einem halben Leben (einem viertel Jahrhundert an Jahren) in einer Art Nomadenleben unterwegs über drei Kontinente, habe ich mich vor über einem Jahrzehnt entschieden, nur noch zu sammeln, was man digital aufbewahren kann.
    Als leidenschaftliche Hobbyfotografin hat sich so eine „Sammlung“ von mehreren Zehntausend digitaler Fotodateien angesammelt – alle chronologisch sortiert und zur besseren Auffindbarkeit mit Stichworten versehen. Quasi ein digitales Foto-Tagebuch.
    Im Moment stecke ich wieder einmal zwischen zwei Umzügen und mein komplettes Umzugsgut füllt nicht mehr, als ein 8 qm Lagerräumchen in einer Lagerhalle. Einzig von meinem bequemen und praktischen Bett und meiner guten Waschtrocknermaschine als große Teile wollte ich mich nicht trennen.Alle anderen Möbel habe ich vor dem Auszug verkauft oder verschenkt.

    Es gibt jedoch einen Alltagsgegenstand, der inzwischen zum raren Sammlerobjekt wurde. Ich habe mir in den 90er Jahren über viele Jahre eine schöne „Sammlung“ an Rosenthal Flash One Geschirr zusammen gestellt, das seither tagtäglich in Benutzung ist und die komplette Kindheit und Jugend meiner Söhne begleitet hat. Leider wurde das Service aus den 80er Jahren bereits vor vielen Jahren wieder aus dem Rosenthal-Programm genommen. Umso mehr freue ich mich immer wieder, in Geschirrbörsen einzelne Teile zu finden, um etwas zu Bruch gegangenes zu ersetzen.
    Ich möchte dieses Geschirr für den Rest meines Lebens nutzen und mich jeden Tag so daran erfreuen, wie ich bereits vom ersten Anblick als Teenager davon begeistert war.

    Herzlichst,
    Andrea

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    • Christof Herrmann 14. Dezember 2020

      Hallo Andrea,

      ich hoffe mal, dass das „viertel Jahrhundert an Jahren“ nicht Dein „halbes Leben“ umfasst, sondern eher ein viertel Leben ;-)

      Ich überlege gerade, ob mein Besitz in ein 8 qm Lagerräumchen passen würde. Ohne Möbel ja, mit Möbel nein.

      Mit den Fotos mache ich das übrigens seit Jahren ähnlich! Ich beschrifte die Ordner z. B. wie folgt „2020-05-13 Fränkischer Gebirgsweg + Bayreuth – Creußen + Roter Main + mit Peter“. So finde ich mich recht gut zurecht. Hast Du auch den einzelnen Bildern Stichworte zugeordnet? Kannst Du also z. B. nach allen Deinen Schmetterling-Fotos suchen? Das ist mir bei meinem System so genau leider nicht möglich.

      Viele liebe Grüße

      Christof

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  • Evelyne 14. Dezember 2020

    Hallo Christof,
    da bin ich auch wieder mal, um neugierig zu gucken, wie bei Dir der Minimalismus-Stand derzeit aussieht. Interessant! Ich persönlich trieb meinen Minimalismus nur so weit, dass mir das Verbleibende wirklich noch etwas bedeutet. Das sind eben letztlich auch meine Lieblingsbücher. Schallplatten waren nie so mein Ding. Ich höre nicht so viel Musik, weil es mich bei der Konzentration stört. Wenn aber doch, dann auch sehr bewusst in Richtung Klassik. Insgesamt habe ich aber noch mehr abgebaut, um mobil zu bleiben, d. h. das meiste liegt bei mir in ein paar Lagerboxen, die ich alle sehr stark verkleinert habe, damit es billiger und übersichtlicher wird. Das war immer mein Plan, den ich nun schon 4 Jahre verfolge. Es hat sich absolut ausgezahlt für mich. Ohne diese minimalistische Vorsorge und Weitsicht hätte ich heute mehr Probleme. Es hat mir einiges erspart und deshalb werde ich darauf achten, insgesamt nicht mehr hochzugehen im Besitz, wenn auch evtl. die Lieblingsteile sich ändern, aber dafür geht etwas anderes weg. Noch immer habe ich viel zu digitalisieren und aktenmäßig zu ordnen, aber auch da habe ich 2-mal halbiert. Im digitalen Bereich versuche ich wenigstens, nicht mehr so viel anzuhäufen, nicht mehr jede Kleinigkeit abzuspeichern, auch Lücken zuzulassen oder einfach meinem Gedächtnis zu vertrauen. Der innere Minimalismus bedeutet für mich vor allem auch ein bewusster Abschied von der Reizüberflutung zugunsten einer verbesserten, vertieften Konzentration auf das Wesentliche. Lieben Gruß aus der Schweiz, Evelyne

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    • Christof Herrmann 14. Dezember 2020

      Hallo Evelyne,

      das materielle Ausmisten kann theoretisch in paar Stunden/Tagen/Wochen erledigt werden. Eine Freundin von mir in Köln hat unfreiwillig ausgemistet. Als sie von der Arbeit heimkam, war ihre komplette Wohnung abgebrannt. Sie besaß nur noch das, was sie am Leib hatte.

      Das digitale Ausmisten kann ebenfalls theoretisch in paar Stunden/Tagen/Wochen erledigt werden. Geht auch unfreiwillig. Einem Freund ist mal die Festplatte kaputt gegangen, es konnte nichts wiederhergestellt werden, er hatte auch kein Backup gemacht.

      Der von Dir angesprochene innere Minimalismus, das Ausmisten im Kopf dauert meist viel länger, nicht selten ein Leben lang, ist mühsamer, tut auch mal weh.

      Viele Grüße aus Franken

      Christof

      Antworten
      • Evelyne 19. Dezember 2020

        Hey Christof
        Ich komme immer mehr dazu, das äußere und innere Ausmisten in einem Kontext zu sehen, denn das Innere spiegelt sich immer in irgendeiner Form auch äußerlich. Im Umkehrschluss lassen sich die äußeren Methoden des Minimalismus deshalb in der „Innerseelischen Wohnung“ anwenden. Das ist mir in der Basis gut gelungen, auch innerseelisch, aber es ist immer noch zu wenig, weil ich aufgrund meiner Schmerzkrankheit einen kleineren Handlungsradius habe und mich deshalb viel mehr optimieren muss durch eine angepasste sinnvolle minimalistische Reduktion, äußerlich und innerlich.

        Ich hätte da so meine Missionierungsgelüste in meinem Umfeld, was den Minimalismus betrifft, aber es ist schwierig, andere da heranzuführen, denn das Äußere wird eben schon sehr stark von der inneren Un-/Ordnung bestimmt und wenn diese nicht gerade hochfunktional läuft, sondern eingeschränkt durch Verdrängung usw, dann kommt es manchmal doch zu sehr starken Unordnungszuständen, innerlich und äußerlich.

        Ich kann das gut nachvollziehen, da ich ja früher auch vieles anhäufte (allerdings immer fein säuberlich geordnet, aber sehr viel), doch wenn jemand sich geradezu zumüllt mit unnützem Konsum und sich damit fast noch wärmt wie ein verwundetes Tier, das sich schützen will, ist Hilfe schwierig. Aber ich fände es gut, wenn Du Dich mal mit solchen Themen beschäftigst in Deiner Vollbeschäftigung mit dem Minimalismus. Könnte man z. B. einem Messie helfen mit dem Minimalismus?
        Liebe Grüße, Evelyne

        Antworten
        • Christof Herrmann 19. Dezember 2020

          Hallo Evelyne,

          ich gehe aber keiner „Vollbeschäftigung mit dem Minimalismus“ nach ;-) Da gibts noch paar andere Dinge, die ich machen, Wanderführer schreiben zum Beispiel, wobei das Wandern wie das Fernwandern ja auch als minimalistische Tätigkeit gilt.

          Mit welchen Themen soll ich mich genau beschäftigen? Meinst Du als Autor oder als Art Aufräumcoach? Minimalismus ist ein Weg, innen und außen auszumisten und aufzuräumen. Dazu gibts hier mehrere Blogartikel und auch Kapitel in meinem Minimalismus-Ratgeber. Ich sehe vor allem zwei Wege, einer Person – z. B. einem Messie – die minimalistische Lebensweise näherzubringen. Erstens durch Vorleben. Sieht die Person, wie viel mehr Zeit, Geld, Ordnung, Platz, Möglichkeiten und Zufriedenheit der Minimalist hat, wird sie nach und nach das eine oder andere übernehmen. Zweitens wenn die Person aus sich heraus, an der minimalistischen Lebensweise interessiert ist, also selbst drauf kommt, dass es so nicht weiter geht und er reduzieren muss. Dann kann der Minimalist die Person unterstützen und von den eigenen Erfahrungen berichten. Das kann für beide Seiten ein spannender Prozess sein.

          Viele liebe Grüße

          Christof

          Antworten
  • Jasmin 14. Dezember 2020

    Digital Musik hören ist möglich, aber sinnlos ;)
    Hab ne schöne Zeit,
    Jasmin

    Antworten
  • Christof Herrmann 14. Dezember 2020

    PS: Ich bin ein wenig enttäuscht, dass niemand versucht, die sieben Interpreten und Alben im Titelfoto herauszufinden ;-) Hier auf Instagram sind die Cover etwas besser zu erkennen.

    Antworten
    • Dirk 15. Dezember 2020

      Na dann… v.l.n.r

      1967 – The Velvet Underground & Nico
      1979 – AC/DC Highway to Hell
      1969 – Rolling Stones Let It Bleed
      1967 – Tim Buckley Goodbye and Hello
      2001 – Wilco Yankee Hotel Foxtrot
      1966 – Beatles Revolver
      1970 – Curtis Mayfield Curtis

      Antworten
      • Christof Herrmann 15. Dezember 2020

        Gut, sehr gut! Alles erkannt. Du hast einen Lockenwickler gewonnen, damit Du auch so schöne Tim-Buckley-Locken bekommst ;-) Bonusfrage: Welche vier (!) Platten sind auf dem zweiten Foto zu sehen?

        Antworten
        • Dirk 15. Dezember 2020

          1969 – Pentangle Basket of Light
          1994 – Nirvana MTV Unplugged in New York
          1972 – Wayne Cochran & The C.C. Riders ‎Cochran
          1970 – Big Brother and The Holding Company Be a Brother

          P.S. das mit dem Lockenwickler wird etwas schwierig (Fleischmütze und so:) )

          Antworten
          • Christof Herrmann 15. Dezember 2020

            Dirk – das wandelnde Musiklexikon. Wieder alles richtig. Die letzten beiden Alben fliegen wohl demnächst aus meiner Sammlung.

    • Nadine 15. Dezember 2020

      Haha, ich versuche es nicht, weil ich einfach keine Ahnung habe!
      Wobei ich beim Namen Buckley an Jeff Buckley denken musste. Das da eine Papa/Sohn- Verbindung hinter steckt, war mir nicht klar.

      Antworten
      • Christof Herrmann 15. Dezember 2020

        Nun hat Dirk ja das Rätsel gelöst und kannst Du Dich durch die Alben hören. Wenn Du Jeff Buckley magst, könnte Dir auch Papa Tim taugen …

        Antworten
  • Thomas 15. Dezember 2020

    Ich sehe zwischen Minimalismus und Sammeln keinen Widerspruch, wenn ich für mich klar definieren kann, WAS ich WIE und WARUM sammeln will. Bei mir sind’s alte Ansichtskarten (Kartophilie war um 1910 übrigens sehr populär) eines bestimmten Ortes von Beginn an, also um die vorvergangene Jahrhundertwende bis heute. Das Ziel ist ein möglichst vollständiger Überblick und dadurch, dass es nicht so viele gibt, sind der Sache per se enge Grenzen gesetzt. Da kann es zwar manchmal etwas teurer werden, aber die Wachstumsrate ist sehr gering und der Platzbedarf auch. Spaß machen soll es ja auch und ich freue mich immer wie Bolle, wenn aus der Versenkung mal was bisher Unbekanntes auftaucht oder ich einfach nur Dusel habe auf einem Flohmarkt oder in einem Laden. Aber es ist auch da wie mit jedem anderen durch externe Stimuli verursachten Hochgefühl – der hedonistische Kick lässt schnell nach mit der Konsequenz, dass man zeitnah wieder auf der Suche ist… Was ja an sich auch nicht unbedingt schlecht sein muss:-). Unsere jahrtausendealte genetische Programmierung als Jäger und Sammler ist halt so einfach nicht zu überlisten.

    Grüße!
    Thomas

    Antworten
    • Christof Herrmann 16. Dezember 2020

      Kartophilie oder Philokartie ist ein schönes Sammelgebiet. Meine Mutter hat auch mal Ansichtskarten gesammelt bzw. die Sammlung ihrer Schwiegermutter übernommen.

      Dass unser Interesse am Sammeln etwas mit unserer lange vergangenen Kultur als Jäger und Sammler zu tun hat, glaube ich aber nicht. Unter diesem Sammeln versteht man doch das Sammeln von Früchten und andere wildwachsenden Pflanzen. Die wurden dann zeitnah verzehrt. Vielleicht liege ich auch falsch und bist Du Anthropologe, der uns das nun erklärt ;-)

      Viele Grüße

      Thomas

      Antworten
      • Thomas 18. Dezember 2020

        Christoph,
        stimmt, es heißt Philokartie; Kartophilie ist was anderes, es sei denn die Karte ist auf ner Postkarte aufgedruckt, gibt’s ja auch. Ich mach ein neues Hobby auf: Kartophilokartie oder Philokartophilie…;-)
        Sammeln war in grauer Vorzeit überlebenswichtig, man nahm was man fand und vielleicht später mal gebrauchen konnte, was auch durchaus von Angst getrieben war, den nächsten Winter nicht zu überleben. Und es wurde auch damals schon nicht nur zweckmäßig gesammelt sondern auch nach Ästhetik. Das belegen u.a.Grabbeigaben mit versteinerten Seeigeln oder auch Muscheln usw., von daher besteht da durchaus ein Zusammenhang. Wir sind als Menschen nicht so modern, wie wir das gerne glauben wollen. Der Unterschied ist nur, dass wir heute aufgrund unseres Wohlstands und der relativen Nahrungssicherheit nicht mehr um des Überlebens sammeln müssen, sondern weil es Freude macht. Es besteht auch ein psychologischer Zusammenhang zwischen Angst und dem Festhaltenwollen oder Anhäufen von Dingen, das haben wir gerade erst im Frühjahr erlebt, als die Toilettenpapier-Regale leergeräubert wurden und versucht wurde, dieses merkwürdige Verhalten zu erklären. Auch das eine Form des Sammelns bzw. Hortens, angetrieben durch Verunsicherung und Angst. Und nein, ich bin kein Anthropologe oder Psychologe.

        Grüße!

        Antworten
  • Noemi 18. Dezember 2020

    Tolles Titelfoto, hat sofort meine Aufmerksamkeit erregt!

    Zum Artikel, finde den Ansatz absolut stimmig, wenige Lieblingsstücke zu sammeln.

    Antworten
  • Stephi 21. Dezember 2020

    Hallo Christof,
    ich lese deinen Blog schon seit längerer Zeit und auch dein Buch (natürlich bereits gelesen ;-)) liegt in meinem Schrank. Du hast immer wieder interessante Themen und du hast uns somit die letzten Jahre auf unserem Weg begleitet.
    Vor ca. 9 Jahren sind mein Mann und ich mit unserem ersten Kind in unser Haus gezogen. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch die komplette Einrichtung von meinem Mann im Keller.
    Damit war alles schnell befüllt. Außerdem besaßen wir ebenfalls eine sehr umfangreiche DVD und Buchsammlung und einiges an CDs. Unser Wohnzimmer war vollgestopft mit großen Schränken und Regalen. Irgendwann war mir das alles zuviel. Ich hatte einfach genug. Heute besitzen wir schon seit längerem keinen Fernseher mehr und haben nur noch eine kleine Kommode im Wohnzimmer mit ein paar Gesellschaftsspielen und ich besitze vielleicht 10 Bücher die ich noch einmal lesen möchte. Alle anderen werden sofort verschenkt oder verkauft. Unseren Kleiderschrank haben wir um 2,5 m verkleinert und unser Kellerraum ist leer (mein Mann und mein Sohn spielen darin jetzt Schlagzeug).
    Ich kann mir aktuell noch nicht vorstellen wieder etwas zu sammeln, aber wenn ich es wirklich gebrauche…warum nicht?
    Durch die Kinder sammeln wir aber teilweise unfreiwillig oft schon genug Spielzeug, Steine, Stöcke und Blätter ;-)
    Liebe Grüße Stephi

    Antworten
    • Christof Herrmann 22. Dezember 2020

      Hallo Stephi,

      da habt Ihr in den letzten neun Jahren einen ziemlichen Wandel vollzogen. Ich fand es interessant, Deine kurze Zusammenfassung darüber zu lesen.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten
  • Dominik 12. Januar 2021

    Hallo Christof,

    eigentlich bin ich nicht der kommentarfreudigste Typ – bzw. trotz meiner ‚jungen‘ 33 Jahre grundsätzlich eher wenig auf digitalen Kommunikationspfaden unterwegs -, aber nachdem ich heute über deinen Blog gestolpert bin muss ich das jetzt loswerden: Ich sitze gerade emotional berührt mit super neuem Sound-Input (von dir) auf den Ohren vor dem Rechner und denke: gut dass du so mutig warst damals deinen Job und deine Wohnung zu kündigen und etwas anderes zu versuchen, was darin mündete, dass du heute das machst, was du gerne machst, was scheinbar Sinn stiftet und erfüllt. Super Vorbild! Das habe ich noch nicht geschafft, der Gedanke treibt mich aber seit Monaten wenn nicht Jahren um. Genauso wie die grundsätzliche Frage nach der Bedeutung und dem Wandel von Eigentum (z.B. Plattensammlung vs. Streaming-Angebot) der ich momentan auch beruflich nachgehe. Privat hatte ich das ‚Glück‘ vor vier Jahren im Südwesten Deutschlands ein altes Häuschen erstehen zu können und habe bereits viel Arbeit investiert, dieses für und mit meiner Familie zu einem Wohlfühlort zu machen. Doch ich habe in dieser Zeit auch gemerkt wie viel Eigentum von einem abverlangt und wie viel Zeit, Geld und Verantwortung mit ‚viel Raum‘ aufgebracht werden muss. Das ging teilweise schon sehr an die Substanz. Auch in Nachhaltigkeitsfragen bin ich nicht ganz glücklich mit manchen Aspekten, mit denen man sich bei einer Altbausanierung anfreunden muss, wenn man nicht im Geld schwimmt, bzw. leben will um zu arbeiten. Zudem hat sich zu unserem Krempel noch jede Menge alter Krempel aus dem Haus dazugesellt. Von dem haben wir zwar schon eine Menge abgestoßen, aber es ist noch jede Menge Ausmist-Potenzial da, weshalb ich mir (u.a.) auf jeden Fall dein neues Werk bei der Autorenwelt bestellen werde ;) Nachdem wir zu Beginn (nach der Hausübernahme) eine Menge abgestoßen haben, hat sich dann doch eher wieder mehr angesammelt und wir haben erst vor ein paar Wochen wieder angefangen so richtig auszumisten, was sich bei jeder Aktion total gut anfühlt:)
    Ich freue mich daran 115 Jahre alte Balken die meine Vorfahren eingezogen haben wieder freizulegen und neben der Ästhetik damit auch Geschichte irgendwie wieder lebendig werden zu lassen. Aber am meisten genieße ich eigentlich Raum zu haben um handwerklich und kreativ zu arbeiten (was man aber auch in einer anderen Eigentumsform denken kann) und den Garten, der mir doch sehr ans Herz gewachsen ist. Dieser beherbergt auch meine einzige aktuell gehegte Sammlung: eine Baumsammlung ;) Ich praktiziere meinen eigenen minimalistischen Bonsai-Stil, d.h. möglichst wenig Eingriffe, natürliche Wuchsformen, möglichst heimische Sorten, aber auch lebendige Andenken an besondere Orte (Urlaub, Studienzeit, Exkursionen etc.)…. Auch hier gibt es Lieblingsstücke, habe auch schon Bäume verschenkt, doch teilweise ist es schwierig, denn es sind ja lebendige sich wandelnde „Objekte“, was die Sammlung von meiner Vinyl-Sammlung (Plattenspieler seit Jahren kaputt und bis heute nicht ersetzt) oder anderen Dingen unterscheidet. Sie unterscheidet sich auch insofern, dass ich die Sammlung nicht unbegrenzt im Keller verstauben lassen kann, dann verkleinert sie sich von selbst;)
    Lieber Christof, nicht nur dass du heute machst was du gerne machst, sondern in meinen Augen wirklich etwas Gutes förderst, wovon auch meine Kinder profitieren, nämlich zum Nachdenken anregst und darüber hinaus auch Wege aufzeigst finde ich wirklich stark. Ich hoffe dass ich auch noch meinen Weg finde einen Beitrag für ein gutes Miteinander (zwischen Menschen als auch zwischen Mensch und Natur) zu leisten mit dem ich zufrieden bin, aber Menschen wie du geben mir dafür Mut, Hoffnung, Kraft und Motivation.
    Mir gefällt dein umfassender Minimalismus-Ansatz und dass du mit Klischees brichst bzw. aufräumst, die in der Medienlandschaft zum Minimalismus nachwievor vorherrschen:) Und dass du dich scheinabr sehr gut an kleinen Dingen erfreuen kannst:) Mach weiter so!

    Alles Gute und viele Grüße,

    Dominik

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Januar 2021

      Hallo Dominik,

      Du solltest öfter Kommentare schreiben, wenn sie immer so interessant und wohlwollend ausfallen! Danke für das viele Lob :-)

      Dein Häuschen, das Du in viel Eigenarbeit verschönerst, und der große Garten mit der individuellen Baumsammlung scheint Dein Herzensprojekt zu sein. Du wirst die richtige Balance bzw. Wege finden, nicht zu viel Zeit und Geld hineinzustecken. Dir ist ja die Gefahr bewusst, dass das überhand nehmen kann und auch das viel Platz oft viele Dinge anzieht. Dann geht der schöne Besitz schnell in Ballast über.

      Und bevor Du Deine Plattensammlung im Keller verstauben lässt, kannst Du sie mir gerne zukommen lassen (meine Adresse findest Du im Impressum) ;-) Die LPs, die ich nicht in meine Sammlung stelle, spenden ich an soziale Einrichtungen wie das Bayerische Rote Kreuz in Nürnberg.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten

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