25 Minimalismus-Tipps – der 5. Teil

25 Minimalismus-Tipps – der 5. Teil (Foto: Christof Herrmann, 2020)

Zwischen 2014 und 2016 habe ich vier Blogartikel mit jeweils 25 kurzen Minimalismus-Tipps veröffentlicht (die Links dorthin findest Du ganz unten).

Sie zählen noch immer zu den erfolgreichsten Artikeln auf Einfach bewusst. Wenn das kein Grund ist, die Serie wieder aufleben zu lassen.

Die folgenden 25 neuen Tipps sind ein Potpourri an Ideen und Anregungen, die Dein Leben einfacher, selbstbestimmter und zufriedender machen können.

  1. Minimalismus ist ein Weg, der seinen Reiz schon auf den ersten Schritten entfaltet. Hinter jeder Kurve gibt es Neues, oft Erstaunliches zu entdecken. Man kommt voran, auch wenn es mal ein paar Schritt zurück geht oder man sich kurz verläuft. Nur ankommen, tut man irgendwie nie. Minimalismus ist nun mal ein lebenslanger Weg. Und das ist gut so, solange das einen nicht stresst.
  2. Zieh da hin, wo Du arbeitest, oder such Dir eine Arbeitstelle, wo Du wohnst. Pendelst Du hin und zurück jeweils nur 15 Minuten statt 1 Stunde, gewinnst Du 15 volle Tage pro Jahr bzw. 1,5 Jahre in Deinem Arbeitsleben.
  3. Apropos, der chinesische Philosoph Konfuzius empfahl schon vor 2500 Jahren: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“ Da ich das selbst so erfahre, seit ich mich als Autor selbstständig gemacht habe, gebe ich in meinem Ratgeber „Das Minimalismus-Projekt – 52 praktische Ideen für weniger Haben und mehr Sein“ im Kapitel „Finde Deine Berufung und lebe sie“ konkrete Tipps zur Umsetzung.
  4. Steh früher auf (und schlafe am Vorabend entsprechend eher). Das ist der einfachste Weg, den Morgen ohne Hektik zu absolvieren. Wenn Dir das gelingt, bist Du besser gewappnet für den Tag, besonders wenn es ein Arbeitstag ist. Du gewöhnst Dich wahrscheinlich leichter daran, wenn Du schrittweise vorgehst. Stell Deinen Wecker Tag für Tag nur eine Minute zurück. So stehst Du nach einem Monat eine halbe Stunde eher auf, nach zwei Monaten eine ganze Stunde.
  5. Verbringe die Ferien zu Hause. Balkonien ist das nächstgelegene, minimalistischste, nachhaltigste und günstigste Urlaubsziel überhaupt. Mit meinen 7 Tricks klappt es mit dem Traumurlaub daheim – und das sogar ohne Balkon oder Terrasse.
  6. Verabschiede Dich von Geldsorgen. Minimalisten konsumieren mit Bedacht, zahlen weniger Instandhaltungs- und Folgekosten, verkaufen Dinge, die sie nicht benötigen, leben auf kleiner Wohnfläche, zahlen keine Kreditzinsen und lieben Second Hand, Repair Cafes & Co.
  7. Starthilfe zum Ausmisten nötig? Das Gewürzregal eignet sich hervorragend zum Üben. Räume das Regal leer und putze es wie auch die Dosen gründlich. Geh dann Gewürz für Gewürz durch. Du kannst alles entsorgen, was nicht mehr angenehm riecht oder schmeckt oder deutlich über dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegt. Gewürze, die Du nicht magst, nie verwendest oder von denen Du mehrere Dosen hast, kannst Du an Freunden oder über Foodsharing verschenken. Die Gewürze, die bleiben dürfen, kommen – zum Beispiel nach Länderküchen sortiert – zurück ins Regal. Vielleicht kannst Du bei der Gelegenheit das eine oder andere Gewürz in ein schönes verschließbares Behältnis umfüllen und in Zukunft unverpackt nachkaufen.
  8. Gehe nicht mit der Mode, sondern kleide Dich zeitlos. So sparst Du viel Geld und Lebenszeit. Schon Oscar Wilde sagte mit spitzer Zunge: „Die Mode ist so hässlich, dass man sie alle sechs Monate ändern muss.“ Minimalismus im Kleiderschrank („Capsule Wardrobe“) ist ebenfalls Thema in meinem Minimalismus-Ratgeber, der am 2. September 2020 bei Gräfe und Unzer erscheint und bereits als Buch oder E-Book vorbestellt werden kann.
  9. Vermeide Rolltreppen und Aufzüge. Unter den alltagstauglichen Fitnessübungen ist das Treppensteigen besonders minimalistisch und effektiv. Es kostet nichts, kann fast überall trainiert werden und fördert die Gesundheit und Lebenserwartung. Studien zeigen, dass das Treppensteigen mit einem intensiven Sportprogramm zu vergleichen ist. In einer viertel Stunde verbrennst Du bis zu 225 Kilokalorien. Das ist mehr als beim Joggen.
  10. Trachte nicht ständig nach Neuem, sondern schätze, was da ist.
  11. Lebe Deinen Kindern Minimalismus vor. Starte also bei Dir selbst. Löse Dich vom Ballast. Konsumiere mit Bedacht. Reduziere die Anzahl der Verabredungen. So kriegst Du den Kopf frei und hast mehr Zeit für Deine Kinder. Das ist neben Liebe und Vertrauen das schönste Geschenk, das Du ihnen machen kannst. Außerdem nimmst Du dadurch eine Vorbildfunktion ein. Kinder lernen viel, indem sie ihre Eltern beobachten und nachahmen. Verbringst Du wenig Zeit vor Bildschirmen, wird es Deinen Kindern auch leichter fallen, achtsam mit Medien umzugehen.
  12. Wenn Du gestresst, überfordert, ausgebrannt, genervt, müde oder krank bist, gibt es eine Lösung: Weniger!
  13. Erstelle eine Einkaufsliste und versuche, Dich daran zu halten. Das ist einer der größten Hebel gegen Spontankäufe und das Zumisten, weil Du nur das kaufst, was Du wirklich benötigst. Bei Lebensmitteln kannst Du von dieser Regel abweichen, sofern Du lernst, mit vorhandenen Zutaten ohne Rezept etwas Schmackhaftes zu kochen (ähnlich der längst eingestellten Fernsehsendung „Kochduell“). Dann hältst Du im Bioladen oder auf dem Markt einfach nach Deinen Favoriten aus der Region und Saison Ausschau.
  14. Iss nur bis zu einem Sättigungsgrad von 80 Prozent. Die Bewohner der japanischen Insel Okinawa leben nach diesem Prinzip der Mäßigung, auch „Hara Hachi Bu“ genannt. Der Ernährungsstil ist mitverantwortlich dafür, dass auf Okinawa sowohl die Lebenserwartung als auch der Anteil der (gesunden) Hundertjährigen so hoch ist wie sonst nirgends auf der Welt.
  15. In manchen Haushalten wird das Leergut gehortet, als wäre das voll gut. In meiner Küche stehen zwei Tragetaschen, in denen ich Altglas und Pfandflaschen sammle. Sobald die Taschen voll sind, spaziere ich damit zum Altglascontainer und zur Pfandrückgabe.
  16. Manchmal ist Reden Blech und Schweigen Gold. Wer zu viel quasselt, dem hören andere weniger zu, weil es schwierig ist, aus den vielen Worten, diejenigen von Bedeutung herauszufiltern.
  17. Liebe Dich selbst. Warum das nichts mit Egoismus, aber viel mit Minimalismus zu tun hat, erfährst Du in diesem Gastartikel von Corinna Sonja Stenzel.
  18. Lege für jeden Gegenstand einen festen Platz fest. In den meisten Fällen bietet es sich an, ähnliche Gegenstände zusammen aufzubewahren. Die Schlüssel ans Board neben dem Eingang, die offenen Rechnungen in die Ablage, die bezahlten Rechnungen in den Ordner, die Medikamente ins Schränkchen, die Fernbedienungen auf den Couchtisch … Wenn Du Dir dann noch angewöhnst, etwas nach dem Gebrauch wieder an seinen festen Platz zu bringen, wirst Du nicht mehr danach suchen müssen. Das Aufbewahren am selben Platz hilft auch beim Ausmisten. Du bekommst einen Überblick über Deinen Besitz und kannst Dubletten und nicht mehr Benötigtes weggeben.
  19. Freu Dich über das kostenlose Fitnesstraining zu Hause: Staub saugen, Boden wischen, Fenster putzen, handwerkliche Arbeiten verrichten, Müll rausbringen, Rasen mähen …
  20. Das Schlafzimmer soll Entspannung, Erholung und Intimität fördern. Unruhe und Übermaß sind da fehl am Platz. Wenn Du anhand dieser Gedanken Dein Bett, das Nachtkästchen und den umliegenden Bereich umgestaltest, wird das die Stimmung und Atmosphäre positiv verändern. Das trägt zu einem gesunden und erholsamen Nachtschlaf bei.
  21. Benutze zum Ohrenputzen keine Wattestäbchen. Die meisten Menschen haben das ideale Ohrenputztool immer bei sich (in doppelter Ausführung, falls mal eines defekt ist): den kleine Finger.
  22. Lass Dich von den Minimalismus-ABC inspirieren, die schon von 15 Bloggern veröffentlicht wurden.
  23. Es gibt zahlreiche Songs, die vom einfachen Leben handeln. Hier drei auf Deutsch: „Glücklich mit nichts“ von Max Prosa, „Einfach sein“ von Willy Astor und „Leichtes Gepäck“ von Silbermond.
  24. Dein Leben ist kurz. Es hat sich schon wieder um einen paar Sekunden verkürzt, seit Du diesen Minimalismus-Tipp liest. Finde also heraus, was (für Dich) wichtig ist im Leben. Dann kannst Du Dich Tag für Tag darauf konzentrieren und wirst am Ende Deiner Tage nichts bereuen.
  25. Überlege gut, was Du alles ansammelst – sowohl in Deinen vier Wänden als auch in Deinem Oberstübchen. Denn am Ende gibt es im Sarg keine Regale und wird die Festplatte Gehirn gelöscht.

Die ersten 100 Minimalismus-Tipps findest Du hier, hier, hier und hier.

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{ 43 Kommentare }

  • Chico 28. Juni 2020

    Dankeschön, lieber Christoph.
    Tut immer wieder gut, daran erinnert zu werden!

    Schöne Grüße aus NRW

    Chico

    Antworten
    • Christof Herrmann 28. Juni 2020

      Dankeschön, lieber Chico.

      Tut immer wieder gut, solche Kommentare zu lesen ;-)

      Schöne Grüße aus Franken

      ChristoF

      Antworten
  • Lucia 28. Juni 2020

    Lieber Christof,
    ich danke dir für diese wunderbare Sammlung. Ich habe die ersten vier Teile damals schon ganz genau studiert und einiges davon in den letzten Jahren umgesetzt. Und werde es auch diesmal wieder tun. Kannst du mir erklären wie du unter 2. auf die 15 Tage bzw. 1,5 Jahre kommst?
    Viele Grüße aus dem Norden von Lucia, die sich schon auf deinen Ratgeber freut

    Antworten
    • Christof Herrmann 28. Juni 2020

      Schön, mal wieder von Dir zu lesen, liebe Lucia.

      Wenn man morgens wie abends 45 Minuten weniger pendelt, sind das pro Tag 1,5 Stunden. Bei 232 Arbeitstagen ergeben das 348 Stunden, also aufgerundet 15 Tage im Jahr. Geht man von 40 Arbeitsjahren aus, sind das über 1,5 volle Jahre, die man für andere, wichtigere oder schönere Dinge als das Pendeln aufwenden kann.

      Viele Grüße aus dem Süden

      Christof, der sich auch auf den Ratgeber freut.

      Antworten
  • Erni Hausner 28. Juni 2020

    Vielen lieben Dank Christof. Ich habe schon sehr von deinen Anregungen profitiert. Momentan ist es etwas schwierig ich habe das Haus meiner Großeltern geerbt und es ist ist von oben bis unten mit sinnlosen Dingen vollgestopft.
    Bin dabei Ordnung zu machen.
    Alles Gute
    Erni

    Antworten
    • Christof Herrmann 28. Juni 2020

      Viel Erfolg beim Ordnung machen im Haus Deiner Großeltern. Zum Thema „Dinge weggeben, an denen Du emotional hängst“ gibts in meinem Ratgeber übrigens ein extra Kapitel.

      Dir auch alles Gute!

      Christof

      Antworten
  • Erni Hausner 28. Juni 2020

    Oh hallo Christof kann dein Buch nicht bei Autotenwelt bestellen, die liefern nicht nach Österreich.

    Antworten
    • Christof Herrmann 28. Juni 2020

      Autorenwelt liefert schon nach Österreich, Du musst Deine Bestellung aber per E-Mail abgeben. Wegen der höheren Mehrwertsteuer in Österreich kann das noch nicht im Webshop dargestellt werden. In den FAQ ist es genauer erklärt. Oder kauf es einfach in Österreich in Deiner Buchhandlung. Hauptsache, Du hast Freude an dem Buch :-)

      Antworten
  • Patrick 29. Juni 2020

    Hi Christof,

    wie immer ein gelungener Artikel :-) Pendeln kann auch gute Seiten haben. Da ich einen Teil meines Arbeitsweges auf der Fähre verbringen und den Sonnenaufgang über dem Hafen genießen kann, macht die Fahrt von immerhin knapp 1,5h immer wieder zu einem schönen Erlebnis.

    Schöne Grüße aus dem schönen Hamburg

    Patrick

    Antworten
    • Christof Herrmann 29. Juni 2020

      Hallo Patrick,

      da hast Du natürlich recht. Das mit dem Sonnenaufgang auf der Fähre klingt toll. Kenne auch jemanden, der gerne pendelt, weil er da in Ruhe Musik hören und lesen kann. Oft sind die Züge oder Straßen halt voll und könnte man die Zeit sinnvoller nutzen.

      Schöne Grüße aus dem schönen Nürnberg

      Christof

      Antworten
  • Romy Trommler 29. Juni 2020

    Lieber Christof,

    Tipp Nummer 10 „Schätze, was da ist!“ hat es mir besonders angetan – ich habe ihn deswegen sogleich als Wochenmotto auserkoren. Dem ständigen Vergleichen mit anderen zu widerstehen ist nicht immer leicht. Oft tappt man selbst in diese Falle der inneren Unruhe und Unzufriedenheit, für die es beim besten Willen keinen Grund gibt. Wir haben weit mehr, als wir benötigen. Wir haben schon jetzt – in der Mitte unseres Lebens – viel erlebt und uns aufgebaut. Zeit, das alles zu würdigen und wirklich zu nutzen, statt sich auf der Welle der Unzufriedenheit fortspülen zu lassen und wieder etwas Neues zu beginnen. Besonders ich muss mir da an die Nase fassen, denn für Neues bin ich leider sehr empfänglich. Danke für deine Denkimpulse, sie sind so unheimlich wertvoll!

    Auf, in eine Woche voller Zufriedenheit und Wertschätzung!

    Sonnige Grüße vom Rande des Erzgebirges

    Romy

    Antworten
    • Christof Herrmann 29. Juni 2020

      Danke, Romy. Das wird Johanna freuen, dass sie Dich zu Deinem Wochenmotto inspiriert hat. Der verlinkte Artikel ist ja ein Gastbeitrag. Ich sehe das ähnlich. In meinem Ratgeber wirds deswegen das Kapitel „Bediene Dich aus Deinem Fundus“. Zum Fundus zähle ich Dinge, Fertigkeiten und Aktivitäten sowie Menschen.

      Schöne Woche und viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
  • Steffi 29. Juni 2020

    Lieber Christof,
    danke für die Inspirationen. Ich lese Deinen Blog seit Jahren regelmäßig, auch wenn ich nicht immer alles genau so sehe, wie Du :-)
    Gabis und Dein Blog waren zwei wichtige Inspirationsquellen für einen sehr lang gehegten Wunsch, der sich nun erfüllt: ich werde ab Oktober Arbeitszeit reduzieren! Heute kam die Bestätigung, dass das durchgeht – an meinem ersten Urlaubstag :-) Ich freue mich gerade sehr. Danke für die „Unterstützung“ bei diesem ganz ganz wichtigen Schritt in meinem Leben :-) Ich hab über drei Jahre gebraucht, bis ich das Vertrauen hatte, diesen Schritt auch zu gehen…
    Viele Grüße
    Steffi

    Antworten
    • Christof Herrmann 29. Juni 2020

      Glückwunsch zu diesem Schritt. Ich bin mir sicher, dass Du im Rückblick die Arbeitszeitverkürzung als eine der besten Entscheidungen Deines Lebens sehen wirst. Berichte doch mal in paar Wochen, wie Du es empfindest, was Du mit der vielen freien Zeit anstellst und ob Du mit dem reduzierten Gehalt hinkommst. Dass Gabi von Achtsame Lebenskunst und ich Dich ein wenig angestupst haben, freut mich.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Elisabeth Bierbaumer 29. Juni 2020

    Immer wieder eine tolle Inspiration. Danke für die Tipps.

    Antworten
  • Martina 29. Juni 2020

    Lieber Christof,
    immer wieder schön, von Dir zu lesen – was Du vorlebst, inspiriert mich.
    Immer wieder ein Anstoß, überflüssig Gewordenes loszulassen.

    Im neuen Beitrag gefallen mir besonders Tipp 24 und 25, sie sind sehr wahr.
    Nur mit klaren Zielen kann es gelingen, das subjektiv Wesentliche zu leben.
    Und ja, es ist sehr wichtig, zu entscheiden, was man ansammelt – materiell, mental und emotional – und sich zu fragen, was zu einem sinnvollen und glücklichen Leben beiträgt.
    Ich bin gerade mit dem 3. Todesfall in 3 Jahren befasst, alle engen Angehörigen sind nun tot und ich stehe immer noch vor Bergen von Hinterlassenschaften, die ich entsorgen muss.
    So etwas sollte man auch der Nachwelt ersparen….
    Ich wünsche Dir weiterhin viel Glück und viel Erfolg als Autor und wahrer Lebenskünstler!

    Grüße von Martina, aus der nordrhein-wesfälischen Exiloberpfalz nach Mittelfranken ;-)

    Antworten
    • Christof Herrmann 29. Juni 2020

      Schön, dass sich jeder hier unterschiedliche Punkte herauspickt und für sein Leben anwendet. Genau dafür ist dieses Sammelsurium gedacht.

      Dir alles Gute und viel Kraft beim Loslassen!

      Christof

      Antworten
  • Andreas 29. Juni 2020

    Danke, lieber Christof,
    du hast eine einfache, aber trotzdem wunderschöne Sichtweise. Gut ist es, dass es so leicht ist, deine Ideen umzusetzen. Danke. Ich lese gleich alles noch einmal, um mir das Einprägen zu erleichtern.
    Liebe Grüße an dich und alle die du gerne magst und das sind soooooo viele Lebewesen
    Andreas

    Antworten
    • Christof Herrmann 30. Juni 2020

      Danke, Andreas, für Deine herzlichen Zeilen!

      Warum etwas kompliziert beschreiben, wenn es auch einfach geht ;-)

      Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Umsetzung immer so einfach ist. Wir Menschen sind nun mal Gewohnheitstiere.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Jörg 2. Juli 2020

    Hallo Christof,
    tolle Aspektesammlung. Irgendwie weiß und empfindet man das schon immer, aber es ist hilfreich, das im Lesen nochmal einfach bewusst zu haben. Am besten ist Punkt 16 über die Viellaberer als Geselligkeitsbomben, die einem ständig aufs Dach fallen, Unterhaltungshandgranaten, die einem ständig um die Ohren fliegen und nichts Substantielles beitragen können, sondern jeden konstruktiven Dialog in die Luft sprengen. Darum meide ich Talkshows von Maybrit Illner und Anne Will schon seit Jahren, in denen Dampfplauderer wie Bosbach ihren Dauerauftritt abonniert haben und zu allem, wovon sie keine Ahnung haben, ihren aufgeschäumten Senf absondern. Der Kabarettist Georg Schramm nannte mal ihre Vorgängerin Sabine Christiansen die Klofrau der Nation, und Guido Westerwelle eine Comicfigur, die trotzdem lebt, und die nach Christiansen bei Beckmann noch eine zusätzliche Pissrille fürs Nachtröpfeln gefunden hat.
    Als ehemaliger Lehrer war mir vor 40 Jahren schon aufgefallen: Die penetrantesten Dauerschwätzer und Ichsüchtigen Mittelpunktmenschen waren die, die sich jeder Wahrnehmung verweigert haben. Aber dazu gehörten auch die Direktoren und andere subalterne Funktionsträger, die wollten alle mitnehmen und haben die negativen Erfahrungen der Fachlehrer von vornherein verleugnet und ihnen Knüppel zwischen die Beine geschmissen. Im Buhlen um die sinnleere Gunst größtmöglicher Schülerverwahrzahlen. Unter dem Druck der Bezirksregierung: Wenn ihr weniger Schüler stapelt, kürzen wir euch die Stellen. (Passende Literatur: Matthias Binswanger, Sinnlose Wettbewerbe. Warum wir immer mehr Unsinn produzieren.)
    Absurdestes Beispiel an Geschwätzigkeits- und Bullshitwettbewerb aus meinem ehemaligen Beruf: „Gesunde Schule“. Die Schulleitung reichte eine Selbstdarstellung beim Verantalter ein, was die Schule mit zig Maßnahmen und Projekten alles zur Gesundheitsförderung leisten würde (das einzig für das Kollegium Sichtbare war ein nicht nutzbarer Lehrerrruheraum, alles andere waren Phantome), und der GUVV NRW verlieh tatsächlich einen hochdotierten Preis für das ungeprüfte Geschwurbel. Die Schule konnte sich eine weitere Zertifikatsplakette an die Fassade hängen wie einst stolze Genossen den DDR-Verdienstorden an die aufgeblasene Brust. Tatsächlich sah es täglich in den Klassenräumen und auf den Fluren aus wie Sau, mit zerknüllten hingeschmissenen Brötchentüten, in der Mensa erhältlichen to-go-Einwegbechern, angefressenen Brötchen… Mein Vorschlag, keine Wegwerfsachen in der Mensa zu verkaufen, wurden vom selben Schulleiter abgebügelt mit „Ja abba wier ham mitti Fierma sowwieso nen Fertach…“
    Ein Kollege kommentierte das mal so: Was du sagst und mit Fakten begründest, ist in diesen heiligen Hallen absolut unwichtig. Wichtig ist einzig und allein, wer was sagt.
    Fazit: Wenn nicht nur die Prominenz, sondern auch die schuldienstliche Funktionärselite sich mit Dummschwatz in politischer Liebedienerei wichtig macht, haben wir Minimalisten noch viel Sisyphosarbeit vor uns.

    Liebe Grüße
    Jörg

    Antworten
    • Amelie1 2. Juli 2020

      Witzig lieber Jörg, dass ausgerechnet Dir die „Viellaberer“ sauer aufstoßen… ;)

      Antworten
    • Christof Herrmann 2. Juli 2020

      Vielen Dank, Jörg, für Deinen ausführlichen Kommentar. Zur deutschen Fernsehlandschaft kann ich wenig sagen, habe die Glotze vor 25 Jahren abgeschafft.

      EBG

      Christof

      Antworten
  • Anna 2. Juli 2020

    Vielen Dank für diese schöne Liste. Ich lese deine Artikel seit Jahren mit Freude.

    Antworten
  • Tanja Heller 2. Juli 2020

    Minimalismus vorleben überträgt sich nicht automatisch auf die Kinder, Christof. Bei mir hat es das. Aber nicht bei meiner Schwester. Man kann den Laberbäckchen auch eine Redezeit einräumen. „Sag es bitte in drei kurzen Sätzen. Sonst höre ich nicht länger zu.“ Das kommt zwar nie gut an. Meine Erfahrung. Aber ich merke bei mir so eine innere Weigerung, wenn Wörter rumfliegen, die Essenz daraus zu ziehen. Ich lese jeden Tag so viel. Da will ich nicht noch in meiner Freizeit zugetextet werden.

    Antworten
    • Christof Herrmann 2. Juli 2020

      Ich gebe Dir recht, Kinder übernehmen nicht alles, was die Eltern ihnen vorleben. Wäre ja auch schlimm. Wer will schon ein Abbild seiner selbst aufziehen? Allerdings werden Werte vor allem in der Kindheit vermittelt bzw. erlernt. Und die minimalistische Lebensweise hat ja viel mit Werten zu tun.

      Antworten
  • Dario schrittWeise 2. Juli 2020

    Lieber Christof,

    ich finde deine Tipps wie immer sehr nachahmenswert. Morgen werde ich versuchen, die Nummer 4 umzusetzen. 😉

    Liebe Grüße und einen angenehmen Abend,
    Dario 🌝🌇🌌

    Antworten
  • Dario schrittWeise 3. Juli 2020

    Hallo Christof, ja, es hat geklappt 😉🌄 Einen angenehmen Abend noch, LG

    Antworten
  • Günter Glück 4. Juli 2020

    Lieber Christof, danke für diese tollen Tipps, denen ich nur zustimmen kann. Nur bei der Nr. 2 ist es eine Frage der Sichtweise. Ja, ich spare mir Fahrzeit, wenn ich in der Nähe des Arbeitsplatzes wohne oder vice versa. Allerdings hängt es auch davon ab, was ich mit der gewonnen Zeit dann anfange. Ich fahre z. B. one way eine Stunde in die Arbeit (Öffis + Fußweg). Eine Zeit, die ich eigentlich nicht missen möchte. Warum? Ich bewege mich, da 40 Minuten dieser zwei täglichen Stunden Fußweg sind und die restlichen 80 Minuten nütze ich zum Lesen, E-Mail Schreiben, Nachdenken, Dinge erledigen, vom Büro abschalten. Ganz selten nehme ich mal das Auto, dann gehts zwar schneller, aber diese Zeit ist definitiv verloren. Ich kann die Bewegungszeit auch noch flexibel handhaben. Manchmal steige ich eine Station früher aus und verlängere den Fußweg. Zusammen mit den Stufen in den Öffi-Stationen sowie im Büro (6. Stock) erledige ich damit auch gleich mein tägliches Workout. Ich könnte mich somit über meinen langen Weg ins Büro täglich ärgern. Stattdessen habe ich nach einer Möglichkeit gesucht, daraus im wahrsten Sinn des Wortes das Beste zu machen. Alles eine Frage der Einstellung. Liebe Grüße Günter

    Antworten
    • Christof Herrmann 5. Juli 2020

      Oben bei Patricks Kommentar habe ich dazu schon etwas geschrieben. Du hast das Beste daraus gemacht und nutzt die Zeit beim Pendeln sinnvoll. Prima!

      Viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
  • Kirsten 20. Juli 2020

    Hallo Christof,

    den Tipp mit dem Wecker und früheren Aufstehen probiere ich definitiv aus :). Danke für den tollen Artikel! Vielleicht eine Idee zu Tipp 15: Ich stelle meine Pfandflaschen und -gläser mittlerweile neben die Altglascontainer. Hier in der Stadt gibt es viele Obdachlose und ich hab schon seit einer Weile ein komisches Gefühl, wenn ich die Flaschen wegbringe und sie im Mülleimer nach Flaschen suchen.

    Antworten
  • Kirsten 20. Juli 2020

    Ich nehme mir das mit dem Früheraufstehen schon so lange vor. Aber dann gleich so brachial, dass ich doch schnell wieder in alte Muster zurückrutschte :). Letzte Nacht klappte es so gut, dass ich vor dem Wecker aufwachte ;).

    Und zu dem Gerügtwerden. Ich finde es einfach erstmal toll von dir, dass du auch an andere denkst. Hier in meinem Wohnzimmer hängt dazu eine Spruchkarte: „Mach einfach dein Ding. Irgendjemand findet es sowieso sch***e.“ ;)

    Antworten
    • Christof Herrmann 20. Juli 2020

      Und morgen früh wieder eine Minute eher!? ;-)

      Ich leiste mir den Luxus, ohne Wecker zu leben. Ich stehe auf, wenn ich wach bin. Im Sommer recht früh, weil es früh hell ist, im Winter kann es schon mal neun Uhr oder so werden. Warum hab ich mich sonst selbstständig gemacht, hehe ;-) Nur beim Wandern stelle ich manchmal den Wecker am Handy, um ganz früh losmarschieren zu können …

      Antworten
  • Kirsten 20. Juli 2020

    Ich zieh das durch – morgen wieder eine Minute…. ;)

    Hihi, das mit dem Wecker klingt nach einer gesunden Einstellung. Ich finde es beeindruckend, wie konsequent du deinen Weg gehst. Solche Blogs wie deinen lese ich mittlerweile sehr gern. Ich denke dann immer: Es geht ja doch… :)

    Antworten
  • Rosa 21. Juli 2020

    So dann mal – weiter geht’`s. Jeden Tag ein bisschen. Der heutige hat mir 50 Euro eingebracht. Es wird auch nur das gekauft was unbedingt nötig wie z.B. die Lampe fürs Badezimmer muss ersetzt werden aus Sicherheitsgründen.
    Schon erstaunlich mein großes Aufräumen ist schon knapp 2 Jahre her, das Vorgroßeaufräumen ca. 5 Jahre. Ist erstaunlich was man doch nicht braucht, was man mal auf die Seite hat „könntemanvielleichtdochnochbrauchen“.

    Inzwischen hab ich sogar Aufbewahrungskisten über.

    Und ganz einfach nur dasitzen einen grünen Tee trinken und vor sich hinschauen. Am liebsten früh morgens um halb sechs oder abends wenn es dunkel wird.

    Mein Weg zur Arbeit ist 5 min. mit dem Auto und 18 min. zu Fuß. Öffentliche geht nicht da kann ich gleich laufen. Was ich auch vermehrt mache. Wenn ich fahre verbinde ich es mit dem Einkaufen.

    Ansonsten Danke für die wundervolle Liste und den Links. Wiederholung ist immer gut.

    Erstaunt war ich bei der letzten Altpapiersammlung vor wenigen Tagen, was die Nachbars in der Straße so alles an Schachtel rausstellten. Wahre Shoppingorgien während des Lockdowns von div. Versendern.
    LG
    Rosa

    Antworten
    • Christof Herrmann 22. Juli 2020

      Besten Dank für Deinen Kommentar.

      Vielleicht wirst Du mal sagen, das Auto hätte ich auch schon fünf Jahre eher verkaufen können ;-)

      Ich kann mich noch an die Prä-Amazon-Zeit erinnern, in der man vielleicht alle ein oder zwei Monate ein Paket bekommen hat und sich immer mächtig drauf gefreut hat. Heutzutage sieht manch einer den Paketausträger öfter als die eigenen Kinder.

      EBG

      Christof

      Antworten
  • Jörg 1. August 2020

    Hallo Christof,

    und noch eine kleine, aber nicht unwichtige Wahrnehmung bezüglich des Ausmistens:

    Was immer ich über booklooker und rebuy (verkaufen zum Minipreis, damit jemand noch einen Nutzen davon hat) oder Büchereien und Brockensammlung Bethel (spenden) los geworden bin, kurze Zeit später erinnere ich mich bei den meisten Sachen nicht mehr daran, sie jemals gehabt zu haben, und wo eine Erinnerung noch da ist, wird sie zusehends blasser und nebulöser, also unwichtig. Alzheimer light? Nein, das nicht (mehr) vorhandene Bedürfnis.

    Beste einfache Grüße

    Jörg

    Antworten
    • Christof Herrmann 3. August 2020

      Hallo Jörg,

      Deine Wahrnehmung entspricht auch meiner persönlichen Erfahrung.

      Einfach beste Grüße

      Christof

      Antworten

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