Meine Empfehlungen: Mastodon + Früher aufstehen + Kanada goes vegan + Frühjahrsputz + Aldous Harding …

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich wünsche Dir viel Vergnügen mit meinen neuen Empfehlungen – ab sofort in leicht veränderter Aufmachung.

Aufgeräumt – Wenn Du Dich für Minimalismus und Ausmisten interessiert, kommst Du an den beVegt-Podcast „Frühjahrsputz 2.0: So trennst du dich von altem Ballast“ nicht vorbei.

Bodenständig – Fliegst Du noch oder bist Du schon bodenständig? In Schweden sind der Flugzeug-Boykott und der Hashtag Flygskam gerade ein cooler Öko-Trend, den ich mir auch für Deutschland wünsche.

Erhaltenswert – Eine Million Tier- und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht, so ein aktueller UN-Bericht. Das Artensterben ist für uns so bedrohlich wie der Klimawandel. Die einfache, nachhaltige und vegane Lebensweise trägt zum Schutz der Arten und des Klimas bei. Konkrete Vorschläge, was jeder tun kann, finden sich z. B. beim Nabu und in der FAZ.

Glücklich – Alexandra vom Blog Hof Eulengrund empfindet gerade bei einfachen Dingen Glück und nennt zehn Beispiele. Und was löst bei Dir pure Lebensfreude aus?

Munter – Möchtest Du früher aufstehen? Anchu Kögl erklärt, wie Du es Dir dauerhaft zur Gewohnheit machst.

Nachhaltig – Was haben Gregor Gysi, Eveline Lemke, Cosma Shiva Hagen und ich gemein? Ihnen wurden von Nachhaltig sein in der Rubrik „nachhaltig gefragt“ je sieben Fragen gestellt.

Pflanzlich – Die kanadische Regierung hat ihre Ernährungsempfehlungen grundlegend aktualisiert. Der neue „Food Guide“ befürwortet eine pflanzliche Ernährung. Traditionelle Lebensmittelgruppen wie „Milch und Milchprodukte“ oder „Fleisch und Fisch“ sind kaum mehr zu finden. Ich bin mir sicher, dass viele Länder in den nächsten Jahren dem Beispiel folgen.

Sinnvoll – Bist Du auf der Suche nach einem grünen, fairen und sinnvollen Job? Dann könnte Dir diese Übersicht mit den besten Stellenportalen weiterhelfen.

Vernetzt – Nachdem ich mich von WhatsApp, web.de, Pinterest, Google+ und meinem privaten Facebook-Account getrennt habe, möchte ich irgendwann Facebook und Twitter komplett den Rücken kehren. Im Gegensatz zu diesen großen Plattformen ist Mastodon als dezentrales Netzwerk konzipiert, in dem Datenschutz und Freiheit an erster Stelle stehen. Hinter Mastodon stecken kein Risikokapital, keine Investoren und kein Vorstand. Deswegen gibt es keine Werbung und werden die Nutzer nicht ausspioniert. Falls Du Dich auf Mastodon mit mir verbinden möchtest, findest Du mich unter https://social.tchncs.de/@einfachbewusst.

Weitläufig – „Meine“ Alpenüberquerung Salzburg – Triest ist eine von 39 Traumtouren, die in dem gerade erschienenen Buch „Die schönsten Trekkingrouten Europas“ vorgestellt werden. Fast alle der Fernwanderwege sind mit Bus und Bahn zu erreichen. Nachhaltiger kann man wohl nur auf Balkonien Urlaub machen.

Zukünftig – Postwachstumsökonom Niko Paech versucht unsere Art zu leben mit den Grenzen unseres Planeten in Einklang zu bringen. Wie das klappen könnte, hat er mir vor gut vier Jahren erklärt. Tilo Jung von Jung & Naiv hat Niko Paech nun ausführlicher und in Farbe interviewt.

Filigran – Mein Musiktipp ist diesmal die neuseeländische Singer-Songwriterin Aldous Harding. Auf ihrem aktuellen Album „Designer“ versammeln sich neun fulminante filigrane Folk-Oden, die die Harding im Stile einer Folk-Sängerin der 1970er Jahre ins Mikrophon haucht.

Vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit!

Ich freue mich, wenn Du auch meine Empfehlungen der letzten Quartale anschaust.

Einfach bewusste Grüße

Christof

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Urlaub auf Balkonien: So klappt's mit den Ferien zuhause

Ich bleib dann mal hier

Strapazen auf der An- und Abreise, im Hotel miesepetriges Personal, in der Dusche fremde Haare. Volle Liegen und leere Versprechen. Nichts als Lärm und viel Lärm um nichts. Die schönsten Wochen im Jahr können ganz schön scheußlich sein. Wer das schon erlebt hat oder von vornherein auf den Trubel verzichten möchte, verkündet: „Ich bleib dann mal hier.“

Urlaub auf Balkonien heißt das salopp. Im Englischen gibt es die netten Neologismen stacation und holistay. Nach meiner Definition muss man dafür nicht unbedingt einen Balkon, eine Terrasse oder einen Garten besitzen. Du verbringst einfach die Ferien zuhause, unternimmst Ausflüge in der näheren Umgebung und schläfst im eigenen Bett.

5 Gründe, Urlaub auf Balkonien zu machen

Balkonien statt Bali beeindruckt im Büro und auf Instagram höchstens die Ökos und Selbstbestimmten. Es bedarf also etwas Mut und die eigene Überzeugung, dass es zu Hause genauso schön ist. Dann spricht einiges dafür.

  1. Mehr Geld. Ein Monatsgehalt geht im Urlaub für An- und Abreise, Unterkunft, Mietwagen, Restaurants und Eintritte schnell drauf. Bleibst Du daheim, tust Du etwas für Dein finanzielle Freiheit – sofern Du nicht in den Konsum(pf) der Fußgängerzonen und Webshops versinkst.
  2. Mehr Umweltschutz. Balkonien ist der nachhaltigste Urlaubsort von allen. Der CO2-Ausstoß ist gering, denn die Reisewege sind denkbar kurz und das eigene Heim existiert ja schon.
  3. Mehr vom Urlaub, denn Vorbereitungen wie das Buchen der Reise, Impfungen und das Kofferpacken und die Hin- und Rückfahrt fallen komplett weg.
  4. Mehr Erholung. Du hast viel freie Zeit, bist in einer vertrauten Umgebung und hast bekannte Gesichter um Dich herum. Die Chancen stehen gut, auf Balkonien zu entschleunigen und zu entspannen. Das gilt besonders für Familien. Kleinen Kindern ist es egal, ob sie im nächsten Baggersee oder in der Südsee plantschen.
  5. Mehr Heimatverbundenheit. Die Ferien daheim lassen sich wunderbar nutzen, Deine Region mit all ihren Facetten besser kennenzulernen und die Kontakte zu den Menschen in Deiner Nähe zu pflegen. Das wirkt auf das Wohlbefinden im Alltag. Was man kennt und versteht, schätzt und achtet man viel eher.
Urlaub auf Balkonien: So klappt's mit den Ferien zuhause (Foto: Christof Herrmann, 2018)

In 7 Schritten zu den Traumferien zuhause

Wie jeder Urlaub birgt auch der auf Balkonien ein paar Risiken. Wer den Kopf nicht frei bekommt, ständig erreichbar ist und den alten Trott nicht durchbricht, wird am ersten Arbeitstag schon wieder urlaubsreif sein.

Die Kunst liegt darin, die Annehmlichkeiten des Zuhauses mit der freudigen Aufgeregtheit einer Reise zu verschmelzen. Die folgenden Schritte und Tipps können Dir dabei helfen.

  1. Vor dem Urlaub Wohnung, Balkon und Garten in Schuss bekommen. Je weniger aufzuräumen, zu putzen und zu waschen ist, desto eher kommt Urlaubsfeeling auf.
  2. Lagerservice der Post einrichten. Die Post sammelt Deine Rechnungen, Werbebriefe und all den Rest und stellt sie gebündelt nach Ende des Balkonien-Urlaubs zu.
  3. Arbeiten ist tabu und Du solltest dafür nicht erreichbar sein – weder telefonisch noch per E-Mail und schon gar nicht persönlich.
  4. Private Verpflichtungen so weit wie möglich reduzieren. Auf Balkonien jagt endlich kein Termin den anderen und darf man sich rar machen. Wem das schwer fällt, notiert sich Regeln wie z. B. „Kein Terminkalender“ oder „E-Mails nur einmal am Tag checken“.
  5. Einfach mal nichts tun. Naturbad oder Hängematte, Eistee oder Weißweinschorle, das sind hier die Fragen.
  6. Den Lieblingsbeschäftigungen nachgehen, die sonst oft zu kurz kommen. Dazu zählen auch Verabredungen – mit Menschen, die einem wichtig sind und gut tun.
  7. Neues sehen, ausprobieren und lernen. Stillstand und Routine tun auf Dauer nicht gut. Es gibt vor jeder Haustüre unendlich viel zu unternehmen und entdecken. Das trägt dazu bei, dass Balkonien als unvergesslicher Urlaub in Erinnerung bleibt. Wie wäre es hiermit: Die eigene Stadt mit anderen Augen sehen, sich in der Nachbarschaft engagieren, das Umland erwandern, die fünf interessantest Museen des Bundeslands besuchen, sich eine neue Fertigkeit aneignen …

Fazit: Sogar für Kurzurlaube zu allen Jahreszeiten geeignet

Balkonien ist das nächstgelege, minimalistischste, nachhaltigste und günstigste Urlaubsziel überhaupt. Hat Du den Dreh raus, eröffnet das eine interessante Möglichkeit: Balkonien ist derart leicht zu erreichen, dass man sich dorthin auch über ein Wochenende oder die Feiertage zurückziehen kann – und zwar ganz spontan und zu allen Jahreszeiten.

Urlaub auf Balkonien: So klappt's mit den Ferien zuhause

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So vermeidest Du in den Alpen volle Berghütten

Matratzenlager im Kärlingerhaus (Foto: Christof Herrmann, 2014)

„Muss man denn auf den Hütten lange vorher reservieren?“, lautet eine der häufigsten Fragen, die mir zur Alpenüberquerung Salzburg – Triest gestellt werden.

Meine Antwort lautet: Es kommt drauf an, wo und wann Du unterwegs bist und wie flexibel Du bist.

Ich reserviere ungern lange im Voraus, weil mir das viel Spontanität und Freiheit raubt. Das Wetter, die Tagesform, die Mitwanderer und die Wegbeschaffenheit haben Einfluss darauf, wie weit ich an einem Tag komme oder gehen möchte. Dies Tage oder Wochen vorher abzuschätzen, ist schier unmöglich.

Ich habe auf meinen fünf Alpenüberquerungen und vielen weiteren Fernwanderungen Strategien entwickelt, um in den Berghütten und in anderen Unterkünften nicht lange im Voraus reservieren zu müssen. Nur einmal wurde ich ins Notlager geschickt (wo ich herrlich geschlummert habe, weil ich allein war).

In der Einleitung der 2. Auflage meines Wanderführers „Alpenüberquerung Salzburg – Triest“ erkläre ich, wie man volle Berghütten vermeiden kann. Hier im Blog ist Platz, weitere Tipps hinzuzufügen und das ganze ausführlicher darzustellen.

1. Möglichst früh oder möglichst spät in der Saison gehen

Die Zeit, wenn der Frühling noch da ist bzw. der Herbst vor der Tür steht, habe ich oft als beschaulich und ruhig erlebt – unterwegs wie in den Hütten. Auf der Alpenüberquerung Salzburg – Triest sind manche Abschnitte bereits im Mai möglich. Willst Du die gesamten 500 Kilometer gehen, kannst Du in den meisten Jahren schon Mitte Juni bzw. solltest Du spätestens Anfang September starten.

2. Nicht am Wochenende starten

Wenn Du die erste Etappe einer bekannten Fernwanderung oder Alpenüberquerung unter der Woche gehst, vermeidest Du wahrscheinlich einen größeren Pulk an Wanderern. Die meisten starten an einem Samstag oder Sonntag, um die Urlaubstage optimal auszunutzen. Das ist gut an der Teilnehmerliste der Alpenüberquerung Salzburg – Triest zu erkennen.

3. Die Starttage der Bergschulen meiden

Besonders populäre Routen wie der E5 von Oberstdorf nach Meran werden von Bergschulen als Touren angeboten. Erkundige Dich vorab, an welchen Tagen diese Gruppen starten.

4. Azyklisch gehen

Auf meinen Alpenüberquerungen und meinem Jakobsweg habe ich festgestellt, dass sich viele Fernwanderer an die Etappeneinteilung in den Wander- und Pilgerführern halten. Deswegen kann es Sinn machen, azyklisch zu gehen, also in Hütten und Talorten zu übernachten, die zwar auf der Route, aber nicht am Ende der vorgeschlagenen Etappen liegen.

5. Alternative Routen wählen

Du musst Dich nicht immer an die Hauptroute halten. In vielen Wanderführern – so in meinem – werden Varianten vorgestellt. Zuweilen reicht auch ein Blick auf die Karte, um die Route auf eigene Faust anzupassen. In etwas abseits gelegenen Berghütten geht es oft ruhiger zu.

Auf vielen Berghütten wird es abends gemütlich. (Foto: Christof Herrmann, 2014)

6. Bei schlechtem Wetter nicht ins Tal fliehen

In einem Jahr hatten wir in den Berchtesgadener Alpen nichts als Wolken und Regen. Unserer Stimmung tat das keinen Abbruch. Die Bergwelt wirkte mystisch, wir hatten den Nationalpark quasi für uns allein und auf den Hütten bekamen wir Doppel- und 4er-Zimmer, weil viele Gäste nicht auftauchten.

7. An den Wochenenden die Hot Spots vermeiden

Bei gutem Wetter geht es an den Wochenenden in manchen Alpenregionen zu wie in einem Taubenschlag. Auf der Alpenüberquerung Salzburg – Triest ist das v. a. am Königssee, im Nationalpark Berchtesgaden, im Nationalpark Triglav und in Tolmin so.

8. Je fitter, desto flexibler bist Du

Ist Dir auf einer Hütte zu viel Trubel oder gefällt Dir ein Ort nicht, kannst Du eine halbe oder ganze Etappe dranhängen. Ich habe das schon mehrmals gemacht. Dafür brauchst Du natürlich noch Schmackes in den Beinen und sollte es nicht zu spät für den Weiterweg sein.

9. Morgens zeitig starten

Gerade in den Alpen empfiehlt es sich, den Wandertag früh zu beginnen. So sicherst Du Dir am Ziel einen guten Schlafplatz, gerätst nicht am Nachmittag in die häufig aufziehenden Gewitter oder kannst ggf. noch weitergehen.

10. Nach einem Zimmer fragen

Einer schnarcht immer. Und wenn keiner schnarcht, dann müffelt es. In einem vollen Matratzenlager zu schlafen, ist nicht jedermanns Sache. Ich frage bei der Ankunft den Hüttenwirt gerne nach einem Platz in einem Zimmer. Damit hatte ich sogar in vermeintlich ausgebuchten Hütten Erfolg, weil jemand kurzfristig abgesagt hat.

Bonus: Und was ist mit dem Zelten oder Biwakieren?

Manch einer nimmt ein Zelt oder einen Biwaksack mit, um unabhängig von den Berghütten zu sein und jederzeit eine ruhige Nacht inmitten der Natur verbringen zu können. Du solltest wissen, dass das Zelten in fast allen Schutzgebieten (so in den drei Nationalparks auf der Alpenüberquerung Salzburg – Triest) und auch außerhalb dieser Gebiete abgesehen von offiziellen Campingplätzen oft verboten ist. Das geplante Biwakieren wird außerhalb der Schutzgebiete teilweise geduldet. Darüberhinaus erhöht sich das Gewicht des Rucksacks schnell um mehrere Kilogramm, da neben dem Zelt oder Biwacksack weitere Ausrüstung wie Isomatte, Schlafsack, Kocher, Wasser und Proviant hinzukommen. Ich bin lieber mit leichtem Gepäck unterwegs.

Das Arthur-von-Schmidt-Haus in der Ankogelgruppe. (Foto: Christof Herrmann, 2013)

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Meine Radweltreise 2006/2007: Zeitungsartikel "In der Einsamkeit Australiens" in der Fränkischen Landeszeitung vom 9. August 2006

Auf dem Fahrrad 515 Tage und 19.455 km durch 3 Kontinente

Von Februar 2006 bis Juli 2007 bin ich mit meiner damaligen Partnerin Dagmar durch Deutschland, Italien, Griechenland, die Türkei, Syrien, Jordanien, Australien, Neuseeland, Singapur, Malaysia, Thailand, Laos und China geradelt.

Bisher habe ich diese Radweltreise auf meinem Blog nur hier und da erwähnt. Da ich immer wieder darauf angesprochen und angeschrieben werden, veröffentliche ich nun meine Zeitungsartikel von damals. Wie sehr die Erfahrungen unterwegs mein weiteres Leben geprägt, ja sogar auf den Kopf gestellt haben, erfährst Du im zweiten Teil dieses Blogartikels.

Meine Zeitungsartikel zum Online-Lesen oder Herunterladen

Während der Radweltreise habe ich etwa alle 5 Wochen einen Artikel für die Fränkische Landeszeitung (FLZ) und die Aachener Nachrichten (AN) geschrieben.

Die Artikel aus der FLZ stehen nun als PDFs auf meinem Blog zur Verfügung. Du kannst sie im Browser lesen, indem Du mit der linken Maustaste auf die folgenden Links klickst. Oder lade die PDFs herunter und lese sie im Adobe Reader. Dazu mit der rechten Maustaste auf die Links klicken und die Option „Ziel/Link speichern unter“ wählen.

  1. „Mit schwerem Gepäck unterwegs nach Syrien“ (12. April 2006, 6 Wochen, Deutschland, Italien & Griechenland)
  2. „Unterwegs unter südlicher Sonne“ (7. Juni 2006, 6 Wochen, Griechenland & Türkei)
  3. „Im Radsattel durch die Wüste“ (6. Juli 2006, 4 Wochen, Syrien & Jordanien)
  4. „In der Einsamkeit Australiens“ (9. August 2006, 6 Wochen, Australien)
  5. „Schweinekotelett zum Frühstück“ (16. September 2006, 6 Wochen, Australien)
  6. „Gegenwind und Granitfelsen“ (3. November 2006, 5 Wochen, Australien)
  7. „Im Sattel auf der Great Ocean Road“ (30. November 2006, 4 Wochen, Australien)
  8. „Zwischen Kühen und Lkw in Neuseeland“ (4. Januar 2007, 4 Wochen, Neuseeland)
  9. „Mächtige Berge und Regenwald“ (14. Februar 2007, 8 Wochen, Neuseeland)
  10. „Viel Gastfreundschaft in Malaysia genossen“ (16. April 2007, 6 Wochen, Signapur & Malaysia)
  11. „Bei 38 Grad im Schatten am Mekong“ (9. Mai 2007, 7 Wochen, Thailand)
  12. „Traumroute in Laos“ (15. Juni 2007, 4 Wochen, Laos)
  13. „Verheerendes Erdbeben in China miterlebt“ (24. Juli 2007, 5 Wochen, China)
  14. „Über dem tosenden Jangtse“ (15. August 2007, 4 Wochen, China)
  15. Bonus: „Ich gebe mich heute sicher mit weniger zufrieden als vor der Tour“ (27. Oktober 2007, Interview nach der Radweltreise)

Hier gibt es alle Zeitungsartikel in einem PDF (ca. 31 MB groß).

Auf der Halbinsel Mani in der griechischen Region Peloponnes (Foto: Dagmar Dillen, 2006)

Was ich unterwegs gelernt habe und mein Leben auf den Kopf gestellt hat

Die Radweltreise hat mir so viele neue Impulse gegeben und mich so verändert, wie nichts zuvor und wohl auch danach. Ohne diese Erfahrung hätte ich mich wahrscheinlich nie selbstständig gemacht. Und ich wäre nicht auf die Idee gekommen, dass der einfache, nachhaltige und vegane Lifestyle in mir viel mehr Wohlbehagen auslöst als mein „normales“ Leben zuvor.

Die folgenden Erkenntnisse gewann ich (oder hatten zumindest ihren Ursprung) während der 515 Tage „on the road“.

  1. Schreiben ist meine Leidenschaft. Beim Arbeiten an meinem Reiseblog und den Zeitungsartikeln habe ich viel Freude und Erfüllung erfahren. So etwas kannte ich während meines Informatikstudiums und als Webprogrammierer gar nicht. Im Radsattel reifte der Wunsch in mir, mit dem Schreiben meine Brötchen zu verdienen. Nach der Rückkehr sollte es noch über fünf Jahre dauern, bis ich mich als Autor und Blogger selbstständig machte, und weitere drei Jahre, bis ich davon leben konnte.
  2. Ich brauche nicht viel, um glücklich zu sein. Auf der Radweltreise lebte ich aus fünf Fahrradtaschen. Ich schlief im Zelt oder in schlichten Unterkünften und kochte auf einem kleinen Benzinkocher oder aß mit den Einheimischen in Garküchen. Mein einfaches Nomadendasein stellte das Essentielle in den Mittelpunkt: Den Alltag auf dem Fahrrad, die Begegnungen mit den Menschen am Straßenrand, die Exotik ferner Länder. Wieder in Deutschland wollte ich nicht zurück in meine alte vollgestopfte Existenz. Ich löste mich vom äußeren und inneren Ballast. Heute lebe ich meinen Minimalismus, der mich vor vielen Problemen bewahrt.
  3. Beim Wandern ist man richtig in der Natur. Im Laufe der Monate hat mich eines am Radreisen zusehends gestört. Man fährt oft auf Straßen durch dicht besiedeltes oder landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Mit allen Sinnen richtig in der Natur waren wir meist nur auf Tageswanderungen, die wir immer mal wieder einstreuten. So kam es, dass ich nach der Rückkehr nur noch eine mehrtägige Radreise unternahm und stattdessen das Fernwandern lieben lernte.
  4. Tierliches essen gehört sich nicht. In dem Blogartikel „Der Tag, an dem ich tötete“ beschreibe ich, wie 2007 in China ein Pfiff aus meinem Mund ein Leben beendete und meines veränderte. An dem Tag wurde ich Vegetarier im Geiste, der aus Gewohnheit noch manchmal Fleisch aß, es aber nicht mehr genießen konnte. Zwei Jahre später ließ ich das Fleisch weg (Fisch und Meerestiere noch nicht), 2012 wurde ich Vegetarier, seit 2014 bin ich Pflanzenfresser.
  5. Nachhaltigkeit fängt bei jedem einzelnen an. Luft-, Lärm- und Lichtverschmutzung, der fortschreitende Flächenverbrauch, die Abholzung der Regenwälder, erodierte Böden, Berge an Müll, die Folgen des Klimawandels … Auf den 19.455 km hatte ich den katastrophalen Zustand unserer Erde so oft vor Augen wie nie zuvor. Ich musste mir eingestehen, dass ich mit meinem hohen Konsum, Verzehr an tierlichen Lebensmitteln und den vielen Flügen Teil des Problems bin. Und ich erkannte, dass ich wie jeder einzelne Teil der Lösung sein kann, indem ich nachhaltiger lebe.
  6. Ohne Mut keine Veränderung. Entgegen der Befürchtungen und Prophezeiungen wurden wir weder ausgeraubt noch überfahren und kamen wir auch nicht krank und pleite zurück. Manchmal muss man Altes zurücklassen und etwas riskieren, um persönlich weiterzukommen. Ich bin dankbar, dass wir damals den Mut für diese Reise aufgebracht haben. Denn seitdem fürchte ich mich nicht vor Veränderungen und fällt es mir leicht, auch beruflich völlig neue Wege zu gehen. 2007 machte ich mich mit einem Webshop für Second Hand Vinyl, 2013 dann als Autor selbstständig.
  7. Nichts währt für immer. Auf der Radweltreise wurde mir zum ersten Mal so richtig die Vergänglichkeit von allem bewusst. Besonders schmerzhaft erfuhr ich sie nach der Rückkehr. Dagmar wollte meinen Weg zu mehr Einfachheit und Achtsamkeit nicht mitgehen. Sie trennte sich nach zehn gemeinsamen Jahren von mir und wanderte mit einem belgischen Diamantenhändler nach Hongkong aus. So lautet meine letzte Erkenntnis: Lerne aus der Vergangenheit, lebe mit Freude und Genuss in der Gegenwart – aber bitte so, dass die Zukunft für Dich und möglichst viele andere lebenswert bleibt.
Kurz vor der laotisch-chinesischen Grenze (Foto: Dagmar Dillen, 2007)

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Deinen Wert bestimmen nicht andere, sondern Du selbst. (Foto: Jure Širić von Pexels)

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Alexandra Lill. Auf ihrem Blog Hof Eulengrund schreibt sie darüber, wie wir achtsamer, nachhaltiger und im Einklang mit der Natur leben können.

„Geh deinen Weg und lass die Leute reden.“ (Dante Alighieri)

Bist Du vielleicht auch gerade in einem Umfeld, in dem Du Dich nicht wertgeschätzt, sondern fremd oder unsichtbar fühlst? Manchmal sind wir von Menschen umgeben, denen wir nicht liegen und die uns ebenso wenig liegen. Besonders häufig erleben wir das, wenn wir einen anderen Weg gehen als die Masse. Wenn wir nicht alles mitmachen, was gerade als Norm gesehen wird. Dann zeigt sich schnell, ob wir unter Leuten sind, die zu uns passen und die uns unterstützen und akzeptieren, wie wir sind.

Sicherlich wäre es das Sinnvollste, eine negative und unfruchtbare Umgebung schnell zu verlassen. Doch je nach persönlicher Situation geht das nicht immer von heute auf morgen. Zum Glück kannst Du einiges tun, um Dich nicht kleinmachen zu lassen und Dein Selbstbewusstsein zu stärken.

Jeder sieht die Welt aus seiner Perspektive

Andere Menschen haben ihre Sicht auf das Leben und die Dinge. Sie beurteilen die Welt danach, wie sie selbst sind – aus ihren Erfahrungen heraus, geprägt von den Medien und der landläufigen Meinung. Wenn sie Dich kritisieren, hat das mit Dir persönlich meistens gar nichts zu tun. Genau genommen, sagt es mehr über sie selbst aus als über Dich. Vielleicht sind ihnen Deine Ansichten einfach nur unbequem, weil sie Ihren Lebensstil und ihr Verhalten auf keinen Fall ändern möchten.

Das ist auch gar nicht wichtig. Es ist Dein Leben. Gib anderen nicht die Macht, Dich kleinzumachen. Dein Wert hängt nicht davon ab, wie andere Dich sehen. Also verliere niemals den Mut. Versuche stattdessen, eine solche Situation als Möglichkeit zu betrachten, noch stärker und selbstbewusster zu werden und Dich weiter zu entwickeln.

Du bist nicht allein: Viele Menschen haben Ähnliches erlebt

Die bekannte Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff sollte eine gesittete adelige Ehefrau werden, die sich mit Sticken beschäftigt und nicht viel am Weltgeschehen teilnimmt. Aber das war ihr nicht genug – sie wollte schreiben und Bücher veröffentlichen. Doch dieser Wunsch entsprach nicht den Vorstellungen ihrer Familie. Die hatte nur Spott für Annette übrig und bezeichnete ihre Werke als Plunder. Lange Zeit nahm sie keiner ernst.

Auf ihren Selbstwert hatte das keinen Einfluss. Obwohl sie zeitweise sehr einsam war, ließ sie sich nicht beirren. Sie schrieb weiter – und veröffentliche unter anderem „Die Judenbuche“, ihr wohl bekanntestes Werk. Nach einiger Zeit schaffte sie es, von ihrer Familie finanziell unabhängig zu werden und selbst zu bestimmen, wie und wo sie leben wollte.

Annette von Droste-Hülshoff ist ein schönes Beispiel dafür, dass man seinen eigenen Weg gehen sollte – egal, was die anderen Menschen dazu sagen.

Wie Du Deinen Selbstwert stärken kannst

Lass Dich nicht kleinmachen, lebe Deine Werte. Die folgenden Ratschläge sollen Dir zu mehr Selbstwert und Selbstbewusstsein verhelfen.

  1. Du musst niemandem etwas beweisen: Mach Dir immer wieder bewusst, wer Du bist und wofür Du stehst. Es ist nicht Deine Aufgabe, den Vorstellungen anderer Menschen zu entsprechen. Lebe Deine Wahrheit und Deine Werte. Gebe anderen nicht die Macht, Dich runterzuziehen.
  2. Hör auf zu kämpfen: So paradox es klingen mag, der erste Schritt, etwas zu verändern, liegt im Annehmen. Lebe im Jetzt. Konzentriere Dich auf die guten Dinge in Deinem Leben. Das bedeutet nicht, dass Du nicht an Deinen Zielen arbeitest. Aber Du verschwendest keine Energie, gegen Dinge anzukämpfen, die in diesem Moment einfach so sind, wie sie eben sind.
  3. Suche die Stille – praktiziere Achtsamkeit: Nimm Dir regelmäßige Auszeiten, in denen Du mit Dir allein bist und achtsam in Dich hineinhörst. Schreibe Deine Gedanken auf. So bekommst Du einen klaren Blick auf die Dinge und triffst bessere Entscheidungen.
  4. Bleibe freundlich – zu Dir selbst und anderen: Versuche innerlich und äußerlich freundlich zu bleiben, auch wenn andere Dich nicht verstehen oder sogar kritisieren. Denn Wut und Zorn schaden nur Dir selbst. Wie sagte schon Buddha: „Groll mit uns herumtragen ist wie das Greifen nach einem glühenden Stück Kohle in der Absicht, es nach jemandem zu werfen. Man verbrennt sich nur selbst dabei.“
  5. Engagiere Dich für das, was Dir wichtig ist: Werde selbst aktiv und setze Dich für die Dinge ein, die Dir wichtig sind. So findest Du Gleichgesinnte und ein neues Umfeld, das Dich stärkt.
  6. Verändere Dein Leben auf lange Sicht so, dass es zu Dir passt: Eine Umgebung, in der man nicht gesehen und wertgeschätzt wird, sollte man auf lange Sicht verlassen. Vielleicht geht es nicht von jetzt auf gleich, aber Du kannst an einer Lösung arbeiten. Denn die gibt es immer. Um herauszufinden, was Du wirklich willst, hilft Dir Punkt 3: Suche die Stille und höre in Dich hinein. Dann tun sich neue Wege auf, an die Du noch gar nicht gedacht hast.

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