Wie sich (hochsensible) Männer in die Gesellschaft einbringen können: Verantwortung für Umwelt, Mensch und Tier

Wie sich (hochsensible) Männer in die Gesellschaft einbringen können: Verantwortung für Umwelt, Mensch und Tier

Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Oliver Domröse. Der Text ist seinem Buch „Der sanfte Krieger – Ein Mutgeber für hochsensible Männer“ entnommen, das als Taschenbuch und E-Book erhältlich ist. Auf simply feel it bloggt Oliver über Hochsensibilität, Mannsein, Beziehungen und Persönlichkeitsentwicklung.

Allgemein besitzen wir Hochsensiblen ein großes Verantwortungsgefühl für uns und unsere Umwelt. Durch die tiefere Verarbeitung von Gedanken und Eindrücken verfügen wir über die Fähigkeit eines vernetzten Denkens. Wir stellen Querverbindungen zwischen verschiedenen Perspektiven und Meinungen her. Man könnte sagen, wir haben ein interdisziplinäres Denken. So zumindest ist es bei mir und vielen anderen Hochsensiblen, die ich kennengelernt habe. Für uns hochsensible Männer liegt hier eine große Chance und gleichzeitig auch Aufgabe. Unsere Gesellschaft und Wirtschaft wird größtenteils noch von sehr maskulinen oder patriarchalen Männern gelenkt, die meist von egoistischen und profitorientierten Motiven angetrieben werden. Ihnen fehlt der Zugang zur ihrer empathischen Seite, die ganz sicher jeder Mann als Potenzial besitzt. Zudem mangelt es ihnen häufig an einem langfristigen und nachhaltigen Denken. Umgangssprachlich ausgedrückt wollen oder können sie nicht über den eigenen Tellerrand schauen. Schnelle und leicht umsetzbare Lösungen sollen die Macht und den Profit sichern.

Durch unser vernetztes Denken, das die Auswirkungen unseres Handelns oder Nicht-Handelns abschätzen kann, können wir als hochsensible Männer einen wichtigen Gegenimpuls setzen. Dazu können eine nachhaltige und minimalistische Lebensweise, ein bewusster Konsum und eine vegane Ernährungsweise gehören.

Nehmen wir die vegane Ernährungsweise als Beispiel für einen nachhaltigen und verantwortungsbewussten Lebensstil. Allein in den Industrieländern werden pro Kopf und Jahr rund 80 kg Fleisch verbraucht. Seit 1970 hat sich laut einem Sonderbericht der Vereinten Nationen die Fleischproduktion weltweit verdreifacht, auf stolze 300 Millionen Tonnen im Jahr (2010). Die Fleischproduktion ist deshalb so problematisch, weil sie Unmengen von natürlichen Ressourcen und Rohstoffen verbraucht. Um 1 Kilogramm Fleisch herzustellen, benötigt man 15.000 Liter Wasser. Das sind mehr als 100 (!) Badewannen voller Wasser.

Für die weltweite Massentierhaltung bedarf es riesiger landwirtschaftlich genutzter Flächen, um Soja für das Futtermittel anzubauen. Laut Weltagrarbericht 2009 werden 26 % der eisfreien Erdoberfläche für die Viehwirtschaft genutzt. Rund 3,4 Milliarden Hektar sind Weideflächen und 0,5 Milliarden Hektar entfallen auf den Futtermittelanbau. Diese Flächen fehlen dann wiederum um genügend Getreide für die menschliche Ernährung anzubauen, worunter insbesondere die Dritte Welt leidet.

Insofern leben die reichen und fleischlastigen Industrieländer auf Kosten der Dritten Welt und der enorme Fleischkonsum verstärkt nicht nur den Hunger in der Welt, sondern ist sogar einer seiner Hauptgründe. Die aktuelle Flüchtlingskrise in Europa ist eine der Folgeerscheinungen dieses jahrzehntelangen Ungleichgewichts in der Welt – und war im Übrigen schon lange absehbar. Was haben wir erwartet? Dass wir auf Dauer unseren Wohlstand auf Kosten von Dritten aufrechterhalten können?

Die Globalisierung klopft nun an unsere wohlbehütete Haustür. Wie bisher kann es nicht weitergeben, dies sollte jedem vernünftig denkenden Menschen klar geworden sein. Es bedarf neuer Ansätze und Ideen. Und es bedarf auf globaler und individueller Ebene Pioniere, die diese neuen Ideen in die Welt tragen und vertreten. Es muss nicht immer gleich die große Politik oder eine komplette Lebensumstellung sein – jeder hat die Chance und Möglichkeit, im Kleinen und Alltäglichen etwas zu verändern und neu zu gestalten. Unsere Erde und unsere (Kindes-)Kinder werden es uns danken.

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{ 4 Kommentare }

  • Peter 11. Juli 2016

    Wertvoller Beitrag, in dem ich viel wahres erkenne. Eigentlich kann jedermann und jederfrau sich im Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt üben und daraus auch persönlichen Gewinn ziehen!

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  • Oliver 11. Juli 2016

    Danke für deinen Kommentar, Peter.

    Ja, genau, so sehe ich es auch. Jeder kann etwas in seinem Umfeld, im Kleinen, machen. Es muss nicht gleich die große Weltrettung sein – das überfordert meist einen selbst und auch seine Umgebung ;) Und nebenbei kann es auch noch Spaß machen und mit einem bewussten Konsum hat man trotzdem noch Genuss und Freude – entgegen der weitverbreiteten Auffassung, dass Nachhaltigkeit nur Verzicht bedeutet!

    LG, Oliver

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  • Maria Katharina Munker 9. September 2016

    Hallo Christof,
    seit Moissac kann ich Deine Bilder und die herzerfrischenden,schönen Berichte nicht mehr in
    Google drive sehen/lesen, da mein Zugriff gesperrt ist und auch eine Neuanmeldung
    bei Google drive nicht zum Erfolg führte. Kannst Du mir sagen, wie ich weiter
    an Deiner Pilgerfahrt teilnehmen kann? Danke.
    Ich wünsche Dir eine gute Zeit, freundliche Menschen, nicht so viel Hitze……..
    Maria

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    • Christof Herrmann 9. September 2016

      Google Drive spinnt leider zuweilen. Leere mal den Cache, verwende einen anderen Browser oder ein anderes Gerät.

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