Frei und minimalistisch in Wien

Frei und minimalistisch in Wien - Foto: Michal Jarmoluk von Pixabay

Florian Wagner bloggt auf Geldschnurrbart über Frugalismus, bei dem es darum geht, wie man möglichst früh unabhängig von einem Einkommen wird und vom angesparten Vermögen leben kann. Gerade hat Florian sein erstes Buch „Rente mit 40 – Finanzielle Freiheit und Glück durch Frugalismus“ im Econ Verlag veröffentlicht. Der folgende Gastartikel ist ein Auszug daraus und stellt das minimalistisch lebende Paar Sophia und Angelo aus Wien vor.

Als ich Sophia und ihren Mann Angelo in Wien kennenlernte, waren sie mir auf Anhieb sympathisch. Beide besitzen eine unglaublich positive Ausstrahlung und wirken so zufrieden und entspannt, dass es auf andere abfärbt. Sophia, 25, studiert Wirtschaftsinformatik, ihre Leidenschaft ist aber Design, weshalb sie nach ihrem Studium als Freiberuflerin unter anderem Videoanimationen erstellen möchte. Ich frage sie nach der Bedeutung, die Geld für sie hat: „Geld ist in meinem Leben ein Mittel, das mir ermöglicht, die Sachen zu tun, die mir Freude bereiten und mich glücklich machen.“ Glücklich mache sie, Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen, wann immer sie möchte – und an ihrer Leidenschaft zu arbeiten, der visuellen Gestaltung und Design.

Ihr genügsamer Lebensstil hilft ihr dabei. Sophia und Angelo geben jeweils durchschnittlich 500 Euro im Monat für ihren Unterhalt in Wien aus, dazu kommt nur noch die Sozialversicherung. „Wenn wir reisen, sind die Ausgaben natürlich etwas höher“, fügt Sophia hinzu. Ich bin erstaunt: Die Mietpreise in Wien habe ich alles andere als niedrig in Erinnerung und frage nach ihrer Wohnsituation. Sophia lächelt: „Da hatten wir wirklich Glück!“ Sie führt an, dass sie für die gemeinsame Wohnung 230 Euro pro Monat inklusive Nebenkosten bezahlen. Allerdings war dies mit einer „langen Recherche, Anmeldungen bei verschiedenen Genossenschaften, einer mehrjährigen Wartezeit und einer ordentlichen Portion Glück“ verbunden. Sie vermutet, dass vielen Paaren ihre Einzimmerwohnung von 56 Quadratmetern vermutlich nicht reichen würde. „Wir sind damit aber sehr glücklich und haben kein Problem damit, uns das Zimmer gemeinsam zu teilen.“

Den größten Teil ihrer Ausgaben setzen sie für qualitativ hochwertige Lebensmittel ein und ernähren sich nach dem Keto-Prinzip, einer Ernährung mit viel Fett, viel Protein und wenig Kohlenhydraten. „Ohne das wären unsere Ausgaben sicher geringer“, erklärt mir Sophia, da Nudeln, Reis oder Bohnen wesentlich günstiger sind als Wildlachs oder Rindfleisch mit Gemüse und Weidebutter. Sie kochen fast immer zuhause, gehen ab und zu ins Restaurant und brauchen keine teuren Konsumgüter. Ein Auto benötigen sie in Wien nicht, eine Jahreskarte für den öffentlichen Verkehr für 365 Euro im Jahr reicht ihnen völlig.

Ich spreche Sophia auf Shopping-Gewohnheiten an: „Bei mir ist es ein bisschen anders. Ich habe nie viel Schmuck getragen, aber nachdem wir Minimalismus entdeckt haben, habe ich alle meine Schmucksachen, bis auf zwei Uhren, die ich regelmäßig trage, entsorgt oder gespendet. Von Erinnerungsstücken habe ich zuvor ein Foto gemacht. Letztes Jahr habe ich allerdings noch zwei weitere Ringe – meinen Verlobungsring und meinen Ehering – bekommen, die ich sehr gerne trage. Mit einem Anschaffungswert von circa 60 Euro waren aber auch diese vergleichsweise günstig.“

Sophia trägt weder Make-up noch Nagellack, was aber bereits so war, bevor sie den Minimalismus für sich entdeckten. „Ich besitze nur einen Wimpernstift, ein paar Lippenstifte und zwei Concealer, die ich vor 2 Jahren von meiner Schwester bekommen habe.“ Shoppen geht sie ungern, da sie bereits alles hat, was sie braucht. Ein neues Kleidungsstück schafft sie an, wenn das alte ihr nicht mehr passt, es kaputtgeht oder sie es gespendet hat. „Ich besitze nur noch Kleidung, die ich gerne trage. Ich könnte vermutlich alles in einem Handgepäckskoffer unterbringen“, erklärt sie. Den Überblick über ihre Finanzen behält sie durch eine Excel-Datei, die sie alle 2 Monate aktualisiert – das reicht ihr völlig.

Ich spreche sie auf das Vorurteil an, dass ein sparsamer Lebensstil mit Einschränkung verbunden sei. Sie widerspricht entschieden: „Ich sehe Sparen überhaupt nicht als Einschränkung. Genau das Gegenteil: Frugal bedeutet für mich eine Konzentration auf die wesentlichen Dinge, die mir den höchsten Mehrwert und die meiste Freude bereiten. Gleichzeitig wird alles das reduziert oder gestrichen, was überflüssig ist und unsere Lebensqualität nicht wesentlich bereichert.“

Ich möchte deshalb wissen, welche Ausgaben ihnen die meiste Freude bringen: „Köstliches, gesundes Essen aus dem Supermarkt, ein mit Freunden geteiltes Netflix-Abo, eine Massage in Thailand, die das Geld mehr als wert ist“, lautet die spontane Antwort.

Ich weiß, dass sich die beiden schon lange für die Ideen des Minimalismus begeistern und frage, ob dies ihr Zugang zu Frugalismus und finanzieller Freiheit war. „Jaaa! Unsere Reise zur finanziellen Freiheit hat definitiv mit Minimalismus angefangen. Was uns am Minimalismus begeistert, ist die Einfachheit und Bewusstheit.“ Das Konzept lernten beide vor 3 Jahren kennen. Nachdem sie unnötiges Zeug ausgemistet hatten, „haben wir uns viel leichter gefühlt“, erzählt Sophia. Zu Hause sei es entspannter geworden und plötzlich viel einfacher aufzuräumen. Denn sie hatten nur noch die Dinge in ihrer kleinen Wohnung, die sie wirklich brauchten, regelmäßig nutzten und einen festen Platz hatten.

Im Anschluss stellten sie fest, dass ihr Drang, shoppen zu gehen oder sich neue Technik-Gadgets zu kaufen, nachließ. „Wir überlegen uns immer zweimal, was wir in unsere Wohnung hineinbringen.“ Das wiederum bedeutetet, dass sie ihre Ausgaben weiter reduzierten und ihre Sparquote stieg. Sie lernten das Konzept der finanziellen Freiheit kennen und begannen, ihre monatlichen Überschüsse am Aktienmarkt zu investieren. Sie hatten ein neues Ziel: finanzielle Freiheit. Mithilfe der 4-Prozent-Regel errechneten sie ihre magische Zahl.

Im Austausch mit anderen Frugalisten erkannten die beiden aber schnell, dass finanzielle Freiheit allein keine Antwort auf die Frage nach einem erfüllten Leben ist. Auch stellten sie im Gespräch mit finanziell unabhängigen Menschen fest, dass die meisten nie aufgehört hatten, aktiv zu sein, und dass viele weiterhin Einnahmen generierten. „Wir haben uns die Frage gestellt, warum wir daran arbeiten, diese Zahl so schnell wie möglich erreichen zu wollen. Was machen wir, wenn wir das Ziel erreicht haben?“ Auf Basis der letzten Frage richteten sie ihr Leben neu aus.

Obwohl sie die magische Vermögenssumme für die Unabhängigkeit noch nicht erreicht haben, führen sie bereits jetzt ihr Leben so, als wären sie nicht mehr auf ein Arbeitseinkommen angewiesen. „Wir haben genug Geld als Reserve angespart und geringe Fixkosten, sodass wir bereits jetzt versuchen, so zu leben, wie wir es uns vorstellen. Wir wollen unsere Zeit frei einteilen können und mit all dem verbringen, was uns am glücklichsten macht. Das bedeutet, dass wir den Projekten und Jobs nachgehen, die uns am meisten interessieren, aber rein finanziell anfangs vielleicht weniger lukrativ sind.“

Vor Kurzem haben Sophia und Angelo geheiratet. Ich will wissen, wie sie ihre Hochzeitsfeier gestaltet haben. „Wir hatten eine kleine Hochzeit mit 45 Gästen, zuerst im Standesamt und anschließend eine Feier im Garten meines Schwiegervaters. Dadurch mussten wir kein Lokal mieten, und das Catering ohne Getränke war auch deutlich günstiger. Die Hochzeitstorten wurden von unseren Tanten gebacken, und für die Brautfrisur und das Make-up waren meine besten Freundinnen zuständig.“ Da alle Gäste wussten, dass die beiden minimalistisch leben und genug Dinge besitzen, gab es hauptsächlich Geldgeschenke. Diese deckten die Kosten der Hochzeit nicht nur ab, sondern es blieb noch etwas übrig.

Ich frage nach den Reaktionen ihres Umfelds auf ihre Lebensweise. „Wir haben gelernt, dass es uns egal ist, wenn uns Leute wegen unseres Lebensstils komisch anschauen. Wir versuchen nicht mehr, anderen zu entsprechen, und leben nach dem Spruch: ›Other people’s opinion of you is none of your business.‹“ Das halte ich für eine sehr hilfreiche Einstellung, die ich im Gespräch mit allen Interviewpartnern, die finanziell frei waren oder kurz davorstanden, gehört habe.

Zum Abschluss frage ich Sophia nach ihrer Definition von Frugalismus, in der ich mich sehr gut wiedererkenne: „Frugalismus ist für mich, weniger Geld und Zeit für alles Überflüssige zu verschwenden, um dann mehr Zeit für die Dinge und Aktivitäten übrig zu haben, die für mich am wertvollsten sind und mich wirklich glücklich machen.“

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{ 11 Kommentare }

  • Dirk 17. September 2019

    Hallo,ich finde den Artikel sehr interessant und ihr habt einen tollen Lebensstil/Einstellung.
    Meine Frage wäre nur..was ist die 4% Regel und die magische Zahl ?
    Macht weiter so..ich versuche noch „runterzukommen“..

    LG Dirk

    Antworten
  • Florian Wagner 17. September 2019

    Hallo Dirk,

    danke für deine Frage. Die 4% Regel ist eine Faustregel, um zu bestimmen, wie hoch dein Vermögen sein muss, um hiervon jährlich 4% entnehmen zu können um davon zu leben, ohne „pleite“ zu gehen. Sie basiert auf der Trinity Studie, die berechnet hat, wie sich ein Vermögen, das zu 50% in Staatsanleihen und zu 50% aus Aktien bestand über einen Zeitraum von 30 Jahren entwickelte.

    Wer sich noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt hat, schätzt oft, dass er viele Millionen Euro benötigt, um seinen Lebensunterhalt nur noch aus dem investierten Vermögen bestreiten zu können. Das ist jedoch allein abhängig von deiner Sparquote, dem Anteil deines Nettoeinkommens, den du monatlich zurücklegen und investieren kannst. Wer seine Jahresausgaben mit der Zahl 25 multipliziert, erhält als grobe Faustregel die Vermögenssumme, die nötig ist, um finanziell unabhängig zu sein.

    Zitat aus dem Buch Rente mit 40 S. 68ff.:

    „Zum Glück haben Wissenschaftler der Trinity University in Texas 1998 errechnet, wie es einer fiktiven Person, die 1925 bis 1955 in Rente war, während dieser 30 Jahre ergangen wäre: Welchen Betrag hätte sie jährlich entnehmen können, ohne pleitezugehen?

    Danach errechneten sie dies für eine Person, deren Rente von 1926 bis 1956 währte, eine weitere für die Spanne von 1927 bis 1957 und so weiter bis zum Jahr 1995. Sie nahmen an, dass das Vermögen dieser Person zu 50 Prozent aus Aktien und zu 50 Prozent aus risikoärmeren Staatsanleihen bestand. Und es gab eine weitere Annahme: Die Testperson gab in den Berechnungen jedes Jahr einen um die Inflationsrate erhöhten Betrag aus.

    Das Ergebnis dieser immensen Fülle an Berechnungen aus der sogenannten »Trinity-Studie«: Selbst im ungünstigsten Fall – die Rente hätte direkt vor dem Börsencrash 1929 begonnen – wären wir nicht pleitegegangen, wenn wir jährlich maximal 4 Prozent unseres Vermögens entnommen hätten. Eine Testperson, die zu diesem Zeitraum gelebt hat, hätte demnach bei einem Aktien- und Anleihevermögen von 200.000 Euro jährlich 4 Prozent, also 8.000 Euro entnehmen können, ohne diesen Betrag während dieser 30 Jahre aufzubrauchen – und dabei die Summe sogar in Höhe der jährlichen Inflation steigern können. Dieser prozentuale Wert, den wir unserem Vermögen jährlich entnehmen können, wird »sichere Entnahmerate« genannt.

    Das Ergebnis der Trinity-Studie schlägt damit eine sichere Entnahmerate von 4 Prozent vor. Dies stellt die unterste Grenze für den ungünstigsten Fall dar. In vielen Jahren hätten die Testpersonen auch 5 Prozent oder mehr entnehmen können und trotzdem noch mit einem Vermögenszuwachs rechnen können.“

    Liebe Grüße,
    Florian Wagner

    Antworten
  • Viktor 17. September 2019

    Hallo,

    ein interessanter Beitrag, dem ich dennoch skeptisch gegenüber stehe, denn wie auch bei anderen Frugalisten, geht es um Aktien und hier frage ich mich immer wieder, ob des eigenen Nutzens gehandelte Aktien nicht auch einen ökologischen Nachteil haben?

    Ich meine – bitte richtig verstehen, wenn ich in Aktien inverstieren, so bin ich ein Teil vom System Kapitalismus bzw. unterstütze dieses damit um so mehr, in dem ich den Firmen das Geld auf diesem Wege zur Verfügung stelle, damit immer mehr Wachstum erfolgt – immer schneller – immer höher. Den Druck haben wir dann alle, wie in der heutigen Zeit schon zu verspüren ist.

    Sich auf der einen Seite einschränken zu wollen, möglichst wenig zu konsumieren um möglichst bald aus dem Hamsterrad „Kapitalisum“ auszusteigen und doch unterstützt man dieses System, damit mehr Geld – immer mehr Geld, am Ende für eigene Person zur Verfügung steht.

    Für mich sind das zwei totale Gegensätze, die nicht miteinander kompatibel sind, daher handle ich auch nicht mit Aktien, weil mir diese 4% nicht Wert sind. Vielleicht habe ich auch das System nicht verstanden oder kritisiere es zu unrecht. Ihr dürft mich gerne an dieser Stelle aufklären.

    Minimalismum und Lebensglück ist für mich jedenfalls nicht die Rente bzw. Unabhängigkeit mit dem 40. Lebensjahr sondern, ein Leben mit Hobbys und Freude zu fühlen, um heute zu leben und weniger an Morgen zu denken- zumindest nicht was das eigene Vermögen anbetrifft.

    Denkt immer dran, später, mit dem Tod, ist eh alles weg und ob man etwas mehr oder weniger Geld hat, wird kaum einen Unterschied machen.
    Und so darf jeder für sich definieren, was zum eigenen Leben gehört, wichtig oder eher unwichtig ist.

    Viele Grüße,
    Viktor

    Antworten
    • Florian Wagner 18. September 2019

      Lieber Viktor,

      danke für deinen Kommentar und nachfolgend meine Meinung zu deinen angebrachten Punkten:

      1. Aktien = ökologischen Nachteil & Kapitalismus = schlecht (Vereinfacht zusammengefasst)

      Die Praxisgeschichten, die ich im Buch beschreibe setzen in der Tat meist neben Immobilien auch auf Aktien als Investition ihres gesparten Vermögens. Wieso eine Investition in Aktien einen ökologischen Nachteil hat, kann ich nicht ganz nachvollziehen.
      Du hast natürlich selbst in der Hand, an welchen Unternehmen du dich beteiligst.

      Meiner Meinung nach ist die Forschung und Entwicklung und Heilung schwerer Krankheiten nur durch große Mengen an Risikokapital möglich, das z.B. Aktionäre stellen. Bezüglich des ökologischen Aspektes denk ich immer: Natürlich kann ich im „Kleinen“ versuchen, wenig Plastik zu verwenden, möglichst CO2 arm reisen etc. , was ich auch versuche und gut ist. Meine Meinung nach hat jedoch einen deutlich größeren Effekt auf die Umwelt, wenn ich in eine gute Ausbildung investiere um durch Innovationen in der Umwelttechnik einen viel größeren Beitrag auf unseren Planeten leisten kann.

      Das Gleiche sehe ich durch die Schaffung von Vermögen. Wenn ein Unternehmer, der viel Risiko eingegangen ist, um durch Arbeitseinsatz einen Mehrwert für die Gesellschaft geschaffen hat (es müssen ja keine Billigprodukte sein, die nutzlos sind) – und von diesem gewonnen Vermögen ein Nachhaltigkeitsprojekt finanziert, hat das einen viel größeren Effekt auf unseren Planeten als wenn er tatenlos (überspitzt gesagt) im Wald lebt und sich darüber aufregt, dass Kapialismus schlecht ist und Menschen mit Porsche fahren. Das aber nur meine Meinung, bin gerne offen für andere Argumentationen.

      2. „Frugalismus = Einschränkung und Konsumverzicht“
      Ich weiß nicht ob du mein Buch schon gelesen hast, auf jeden Fall erläutere ich sehr ausführlich, dass für mich (und die meisten Interviewpartner aus der Frugalistenbewegung) Frugalismus nicht Konsumverzicht oder Einschränkung bedeutet. Es geht vielmehr um Effizienz. Ich versuche meine Lebensfreude (bereits heute) zu maximieren und gleichzeitig möglichst wenig Ressourcen (Umwelt, Geld, Zeit) dafür einsetzen zu müssen.

      3. „Frugalisten leben heute nicht richtig, sondern erst mit 40“
      Das ist auch ein gängiges Vorurteil, das ich versucht habe, im Buch klarzustellen: Frugalisten ist die Lebensfreude HEUTE bereits wichtig. Ich habe beispielsweise vor einem Jahr meinen Job als Ingenieur gekündigt (Wie auf geldschnurrbart.de beschrieben) – gerade WEIL ich die letzten Monate nicht mehr zufrieden war und bereits HEUTE meine Lebenszeit wichtig ist.

      Dadurch, dass ich meine Finanzen im Blick hatte und über 60% meines Einkommens sparen konnte (Ohne Verzicht oder Einschränkung) hatte ich einen ausreichend großen Puffer angespart (7 Jahresausgaben), dass es mir die Sicherheit gab, den gegen Ende nicht mehr erfüllenden Job zu beenden und mir in Ruhe und ohne finanziellen Druck zu überlegen, was ich als nächstes machen möchte – wie der Blog oder das Buch. Geld hat mir hier die Freiheit ermöglicht, die mir heute viel mehr Lebensqualität bietet als noch vor einem Jahr.

      4. Finde heraus, was DIR wichtig ist und handle danach
      Deinem letzten Absatz kann ich voll zustimmen – etwa 80% des Buchinhaltes behandeln das Thema Glück, Zufriedenheit und ein selbstbestimmtes Leben. Ich glaube, dass wir unser glücklichstes Leben führen, wenn wir sehr bewusst (wie der Name des Blogs) leben (Ausgaben, Gewohnheiten, Konsum) und reflektiert wahrnehmen was uns Freude bringt im Leben. Geld als Mittel zum Zweck kann hier viel Freiheit ermöglichen und Druck nehmen.

      Liebe Grüße,
      Florian Wagner

      Antworten
      • Viktor 18. September 2019

        Hallo Florian,

        vielen Dank für deine ausführliche Antwort, auf die ich gerne eingehen möchte, ohne jedoch eine negative Diskussion auszulösen. Es wäre weiterhin auch nicht mein Ziel, unsere unterschiedliche Ansicht zu einer Einheit zusammenzurücken, schließlich hat jeder eine unterschiedliche Lebensphilosophie und soll darin seine Passion sehen bzw. dazu stehen. Ein Austausch kann aber immer wieder den eigenen Blickwinkel erweitern, wie ich finde. :-)

        Zu Punkt 1; in die Ausbildung investieren oder in den Wald ziehen, etwas überspitzt formuliert.
        Wenn es denn ein Unternehmen ist, dass nachhaltig wirtschaftet und faire wie auch sichere Produkte sowie Arbeitsplätze bietet. Gäbe es ein Beispiel? In der Börse sind die größte Unternehmen die, die durch Aktienhandel zu noch mehr Wachstum bewegt werden. Ähnlich wie, die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.
        Ich hatte mich, weil mein Arbeitskollege mit Aktien handelt, mal im Handelsplatz umgeschaut und mir war sofort klar, dass ich es nicht mit meinem Gewissen und der Absicht, meinen „negativen“ Fußabdruck auf der Erde eher möglichst gering(er) zu halten bzw. immer wieder dazu zu lernen und zu reduzieren, nicht vereinbaren kann.
        Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn nahezu alle Menschen anfangen sich mit den Aktien zu beschäftigen und immer bissiger werden -nach immer mehr Vermögen verlangen, alle wollen plötzlich diese finanzielle Freiheit, schon viele Jahre vor der Rente. Es wird so schon immer mehr Geld gedruckt. Die Gier nach Geld kenn wohl keine Grenzen.

        Eine Welt bzw. eine Wirtschaft im Kapitalismus, in der die Menschheit faire, ökologische und in Maßen hergestellte langlebige Waren herstellt, die unser Leben erleichtern, ob mit Lebensmitteln, Kleidung, Technik und viel mehr, ist mein Idealbild -alles für alle – ohne Gier und Verrücktheit.
        Und wenn diese Unternehmen durch Aktienhandel unterstützt werden können, so sei dies ein fairer Deal für beide Seiten, für die Umwelt und unsere Zukunft.
        Getreu dem Motto: weniger Tempo – mehr Nachhaltigkeit für eine grüne Welt -alle zusammen.

        Zu Punkt 2; Ich versuche meine Lebensfreude (bereits heute) zu maximieren und gleichzeitig möglichst wenig Ressourcen (Umwelt, Geld, Zeit) dafür einsetzen zu müssen.
        Klingt erstmal sehr gut, doch geht es um Effizienz, wie Du schreibst, also strebt man nach möglichst viel Geld – in möglichst kürzester Zeit.
        Natürlich ist es schöner, wenn am Ende des Monats mehr Geld übrig bleibt und dadurch ein Vermögen noch schneller und höher steigt bzw. überhaupt erst entstehen kann.
        Doch zu welchem Preis? Wäre der Kauf von regionalen und unverpackte Lebensmittel in BIO-Qualität, um der Umwelt weniger zu schaden, nicht viel besser? Das war jetzt ein Beispiel, der aber zeigen würde, dass man bereit ist auch Geld für gute Sachen auszugeben. Viel mehr Beispiele gäbe es, aber es soll hier nicht den Rahmen sprengen.
        Ich sah in dem Galileo Beitrag in deinem Blog, dass Du lange überlegst, bevor Du etwas kaufst und das ist eine tolle Einstellung.
        Meine Meinung ist, dass je „bewusster“ man lebt und Entscheidungen trifft, um so behutsamer wird man, auf jegliche Situationen bezogen.

        Zu Punkt 3; Das ist auch ein gängiges Vorurteil…
        Das wollte ich in meinem obige Beitrag gar nicht so rüberbringen.
        Dein Schritt zeigt viel Mut. Irgendwann braucht es Veränderungen – raus aus dem System der Schnelllebigkeit, auf die Bremse treten, was neues wagen. Geht den meisten Menschen wohl so. Wir sitzen alle in diesem System und jeder sucht sein Glück – seine goldene Mitte.

        Letztes Jahr war meine Auszeit ein Vorgeschmack für meine Freiheit, eine unvergessliche Radreise von Norddeutschland bis ans Mittelmeer und zurück, ein Geschenk.
        Klar, Geld hilft bei so etwas und ermöglicht eben solch eine Freiheit bzw. Unbeschwertheit, weil Miete und Lebensmittel gezahlt werden können, trotz zu diesem Zeitpunkt fehlendem Einkommen.
        Dennoch gibt es für mich hier einen Unterschied, denn es gibt eben das Geld, das man verdient hat, das Geld durch Aktien, Fonds und EFTs, die mit Nachhaltigkeit vereinbar wären, oder durch Verkauf vom Besitz oder Verzicht dessen, das eh oft nicht zum Lebensglück beiträgt.

        Zu Punkt 4; Geld als Mittel zum Zweck kann hier viel Freiheit ermöglichen und Druck nehmen.
        Wie unter Punkt 3 erwähnt, die Frage, die man sich stellen sollte. Was alles ist bzw. wäre mir wert, immer mehr Geld zu erwirtschaften? Und zu welchem Preis? Auf Mitmenschen und Umwelt (Natur, Tiere und Zukunft) bezogen.
        Und hier sehe ich bei Aktien, also den Firmen, wo am meisten Rendite und die höchsten Dividenden bei rauskommen, einen Haken bzw. nicht die faire Vereinbarung.
        Es passt einfach nicht zu einem bewussten, möglichst umweltfreundlichem Leben, insbesondere hinsichtlich Ethik, Moral und Nachhaltigkeit.

        Das ist lediglich meine Meinung zum Thema „Aktien und finanzieller Freiheit mit 40 oder wann auch immer“ und soll in keinem Fall ein persönlicher Angriff oder Unterstellung jeglicher Art sein, weder Dir noch anderen Frugalisten.

        Viele Grüße aus dem Norden,
        Viktor

        Antworten
        • Geldschnurrbart.de 19. September 2019

          Lieber Viktor,

          danke für deine Antwort – finde den sachlichen (wie du es hier machst) Austausch super um den eigenen Horizont zu erweitern und seine aktuellen Überzeugungen zu überprüfen – daher danke für den Input!

          Zum Punkt „Aktienhandel ist schlecht und führt zu Gier“

          Du sprichst hier einen wichtigen Punkt an. Wer Filme wie „Wolf of wallstreet“ von gierigen Spekulanten und Börsenzockern sieht, hat verständlicherweise ein schlechtes Bild von Aktienhandel. Im Buch beschreibe ich auch ausführlich in einem Kapitel „Was ist genug?“ die wichtige Frage, dass wir uns bewusst werden, wann wir „genug“ haben „und noch ein bisschen mehr“ – ohne in einen endlosen Kreislauf zu geraten, den Lebensstandard extrem aufblähen und gierig werden.

          Die Art zu investieren, für die ich mich im Buch und generelle ausspreche distanziert sich vom „Zocken“ und gierigen „Immer mehr“. Wer jedoch vernünftig und langfristig monatlich in bestimmte Aktienunternehmen investiert, ermöglicht hierdurch, dass das Unternehmen von diesem Geld in neue Maschinen, die Entwicklung neuer Technologien/Medikamente z.B. investieren kann. Die Herausgabe von Aktien als Anteilsscheine am Unternehmen ist für die Firmen eine Möglichkeit um sich Kapital zu beschaffen und hierdurch z.B. Entwicklungsprojekte zu finanzieren, die sich oft erst Jahre später amortisieren.

          Ein Beispiel ist die Firma Clinuvel Pharmaceuticals aus Australien, die Anfang Oktober eine FDA Zulassung bekommt für eine Mittel, dass Menschen mit der „Lichtkrankheit“ ein normales Leben ermöglicht. Dies wäre ohne die Kapitalbeschaffung am Aktienmarkt nicht oder viel später möglich gewesen.

          2. Effizienz und Qualität
          Bei Effizienz strebt man nicht nach mehr Geld in kurzer Zeit. Es geht vielmehr darum, dass ich lieber einen tollen Tag für 20€ verbringen, als den gleichen tollen Tag mit dem Einsatz von 100€. Beispiele sind, dass ich lieber auf den Berg wandere, die Natur genieße und mich anstrenge mit einem leckeren Gipfelvesper – gegenüber dem Aufstieg mit der Gondel für 30€ ohne Aktivität und frische Luft (als Beispiel).

          Ich kaufe durch den bewussteren Lebensstil z.B. auch mehr Lebensmittel in Bioqualität insbesondere beim Fleisch: Heute esse ich weniger Fleisch, wenn ich es zubereite, jedoch von besserer Qualität aus der Region. Das ist nicht einmal mit höheren Kosten verbunden, weil ich, wenn ich seltener Fleisch esse, mir bessere Qualität leisten kann. Eine Bohrmaschine kaufe ich lieber von hoher Qualität einmal in 20 Jahren, als alle zwei Jahre in billiger Qualität.

          Zu Punkt 3 & 4:
          Es geht nicht um „immer mehr“ Geld, sondern um immermehr Unabhängigkeit vom Geld. Natürlich kann ich mein Geld auf dem Sparbuch parken – hier wird es jedoch jährlich aufgrund der Inflation weniger Wert. Kaufe ich dagegen eine Immobilie, mache aus einem alten heruntergekommenen Haus ein neues, wieder bewohnbares Haus und vermiete es im Anschluss, habe ich einen Mehrwert geschaffen mein Geld ist besser investiert als nur auf dem Sparbuch zu liegen. Natürlich sind die Praktiken einiger Großkonzern mal mehr oder weniger offensichtlich ethisch zweifelhaft, für mich ist es jedoch aufgrund dem Mangel an Information nicht möglich, alle Hintergründe der Entscheidungen nachvollziehen zu können.

          Manche Unternehmen würde ich am Aktienmarkt ebenfalls ausschließen, es gibt jedoch viele tolle Unternehmen, die zu dem Wohl unseres Planeten und unseres Lebens beitragen. Diese unterstütze ich gerne, indem ich ihnen Geld leihe, sodass sie sich weiterentwickeln können und ich erhalte für das eingegangene Risiko eine Entschädigung in Form der Rendite.

          P.S: Toll mit der Radtour, ich habe vor kurzem meine erste Alpenüberquerung von Deutschland nach Italien an den Comer See mit dem Rad gemacht – eine super Erfahrung!

          Liebe Grüße aus Stuttgart,
          Florian

          Antworten
          • Christian 25. September 2019

            Guten Tag Florian,

            Aktien sind per se ethisch zweifelhaft.
            Vielleicht hilft Dir ja die Lektüre des „Kapitals“ von Karl Marx aus deiner
            Verstrickung. Ich finde euren Lebensstil jedenfalls unfair und nicht nachahmenswert. Viktor sieht das anscheinend ähnlich, nur hat er das viel höflicher ausgedrückt. Es wundert mich auch sehr auf dieser Seite einen solchen Gastbeitrag zu lesen.

            Gruß
            Christian

  • Andrea 17. September 2019

    Habe den Artikel aufmerksam gelesen. Ich finde es immer toll, wenn Lebenskonzepte gelingen, die – mal mehr, mal weniger – vom Mainstream abweichen.
    Dem Kommentar von Viktor stimme ich zu: auch ich kann mich nicht überwinden, Aktien zu kaufen. Nicht einmal für wenig Geld. (Ich kenne mich natürlich auch nicht aus, wäre auf Beratung von Bank und/oder Finazdienstleister angewiesen, was auch noch ein Ding für sich ist…).
    Mein Problem damit ist genau das gleiche wie bei Viktor: Ich würde damit das System unterstützen. Wenn es noch Bundesschatzbriefe gäbe, könnte ich evtl. darüber nachdenken. Selbst zertifuzierte Öko-Versand-Handel sind darauf angewiesen, immer mehr zu verkaufen. Ein Widerspruch in sich.
    Natürlich ist es nicht der Anspruch dieses Forums hier, die Komplexität der Welt zu entwirren.
    Liebe Grüße aus Erfurt –
    Andrea

    Antworten
  • Florian Wagner 18. September 2019

    Liebe Andrea,

    danke für deinen Kommentar und dein nettes Feedback.
    Hier meine Meinung zu deinen angesprochenen Punkten:

    1. Alternative Lebenskonzepte
    Ja, so ging es mir auch, als ich im ersten Berufsjahr plötzlich den Blog von Mr. Money Mustache entdeckte und zum ersten Mal gesehen habe: Wow, da sind „normale“ Menschen mit 30, 40, oder 50 nicht mehr auf ein Arbeitseinkommen angewiesen und können gänzlich frei über den Einsatz ihrer Zeit bestimmen. Auch konzentrieren sie sich auf Glück und Lebensfreude.

    Bis dahin war ich in der typischen Lifestyle-Inflation: Nach dem Studium das erste Gehalt, wow – ich kann Essen gehen, Klamotten kaufen etc. Erste Gehaltserhöhung, wow mehr ausgeben für Essen, Freizeit etc. und so weiter. Nach der Entdeckung der Frugalisten-Idee wandelte sich mein Bild: Warum sollte ich automatisch meine Ausgaben erhöhen, nur weil ich mehr verdiene? Ich entkoppelte von da an meine Ausgaben von den Einnahmen: Ich gab so viel aus, wie ich es bereits heute für mein Leben als optimal ansah. Restaurantbesuche 1-2 Mal im Monat (so bleibt es noch besonders und gibt mir dadurch mehr Freude) und Urlaube.

    Jedoch merke ich, dass mir eine Wanderung mit Freunden und einem Bier im Bergsee mehr Freude macht als der Luxuspauschalurlaub (der ab und an auch nett ist). Auf den Berg zu Fuß unter Anstrengung führt zu mehr Gesundheit, frischer Luft und mehr Genuss beim anschließenden Bergvesper. Als Nebeneffekt braucht es weniger Geld. So hinterfragte ich meine Ausgaben (nicht mit dem Ziel möglichst viel zu sparen, sondern mit dem Ziel, gesünder und effizienter zu leben). Für mich führte dies zu einer Reduzierung der Ausgaben und gleichzeitig mehr Lebensqualität (häufiger selbst und gesünder Kochen, mehr Sport statt Bahn etc.).

    2. Kein Wissen über Aktien und Aktien = schlecht
    Wie dir geht es der Mehrheit in Deutschland, über 90% haben kein Wissen über Investitionen und belassen ihr Geld allein auf dem Sparbuch. Blind auf Bankberater zu vertrauen ist wahrlich keine gute Idee, da diese meist Provisionen als Ziel haben und nicht unseren Mehrwert (-> Vermittlung von Finanzprodukten mit hohen Gebühren).

    Im Buch möchte ich im Kapitel über Investitionen darlegen, dass die Grundlagen des Investierens schnell erlernt sind. Heute kann man an einem verregneten Samstag verstehen, warum ein Teil seines Vermögens investiert werden sollte, anstatt durch Inflation auf dem Sparbuch weniger zu werden. Ein monatlicher Sparplan auf einen Welt-ETF z.B. ist innerhalb weniger Minuten eingerichtet und bedarf von da an nur noch sehr wenig Aufmerksamkeit. Leider ist finanzielle Bildung kein Teil unseres Schulsystems, weshalb ich sowie viele andere Blogger versuchen diese Lücke durch Blogs oder Bücher zu schließen.

    3. Wachstum ist schlecht, Kapitalismus ist schlecht
    Die Kritik am System des Kapitalismus kann ich nicht nachvollziehen. Für mich ist Wachstum nichts Schlechtes und ich glaube dass dies sogar unsere „Bestimmung“ ist. In der Natur wachsen Pflanzen und Tiere und sterben irgendwann. Hätten wir kein Wachstum und dadurch technologischen Fortschritt gehabt, wären wir heute alle noch hart arbeitende Landwirte mit einer Lebenserwartung von 40 Jahren und eine viel höhere Sterblichkeit aufgrund Krankheiten, die heute zum Großteil ausgemerzt sind.

    Wie immer nur meine Meinung und ich freue mich auf andere Standpunkte.

    Liebe Grüße,
    Florian Wagner

    Antworten
  • Andrea 21. September 2019

    Hallo,

    auch ich möchte mich noch einmal zu Wort melden. Habe mir wieder den Austausch zwischen Viktor und Florian durch gelesen. Da ist das meiste schon gesagt.

    Was mich selber betrifft, so bleibe ich hin- und hergerissen. Es ist tatsächlich zu simpel, den Kapitalismus per se nur zu kritisieren. Dafür profitieren wir alle zu sehr davon, keine Frage. So bleibt mir, wie sicher vielen anderen auch, meinen eigenen Weg zu fidnen. Maßvoll zu bleiben, in dem was man tut.

    Am 17. September gabe es auf arte eine Dokumentation „Wachstum was nun“. Darin einige Ideen, wie es gehen kann. Sicher nicht alle top, aber klasse, dass es scheinbar immer mehr Menschen gibt, die Wege aus der Life-Style-Falle suchen.

    Abschließend noch ein Dankeschön dafür, dass hier die Diskussionen so sachlich geführt werden. Das ist nicht auf allen Foren so und ich freue mich, wenn das so bleibt. Denn auch das gehört zu einer besseren Welt: andere Meinugen zu akzeptieren, weniger zu werten usw.

    Euch allen ein schönes Wochenende – bis demnächst – Andrea aus Erfurt

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  • Christof Herrmann 30. September 2019

    Nun melde ich mich doch mal kurz zu Wort. Ein Gastartikel muss nicht komplett mit meiner Meinung übereinstimmen. In Florians Beitrag geht es zudem um ein minimalistisch lebendes Pärchen und weniger um den Aktienmarkt. Dass Florian in seinem Buch v. a. die Geldanlage auf dem Aktienmarkt empfiehlt und er wenig auf ökologische, faire und ethische Geldanlagen eingeht, war mir nicht bewusst. Asche auf mein Haupt. Florian hat mir das in unserem Telefonat nicht erzählt und das Buch lag mir in der Printversion erst nach Veröffentlichung des Gastartikels vor. Vermutlich hätte ich dem Buch keine Plattform gegeben. Ich stehe dem Aktienhandel, dem Kapitalismus und unserer Konsumgesellschaft kritisch gegenüber, weil ich grünes Wachstum für ein Märchen halte und glaube, dass uns all das in immer größere Probleme navigieren wird.

    Ich sehe das ganze aber locker und positiv. Wir haben hier nun eine faire Diskussion zu dem Thema Aktienhandel.

    Mich würde interessieren, was Ihr von alternativen Anlageformen wie Umweltfonds und Anteile an grüne Unternehmen haltet.

    Viele Grüße

    Christof

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