Steinpilze in Cashewsahnesauce mit Walnusspolenta

Steinpilze in Cashewsahnesauce mit Walnusspolenta (Foto: Christof Herrmann, 2019)

Vegan, glutenfrei, raffiniert – Zeit: 30 Min. – Schwierigkeit: mittel

Heute verrate ich Dir ein „Geheimnis“, eine Anekdote und die Entstehungsgeschichte eines meiner Lieblingsrezepte, das es natürlich obendrein gibt.

Das „Geheimnis“: Ich liebe seit meiner Kindheit Pilze.

Die Anekdote: Meine Schwester hat als Kind Pilze gehasst – bis zu dem Moment, als unser Vater ihr erklärte, dass das doch Waldfleisch wäre.

Die Entstehungsgeschichte des Rezepts: Vor rund 15 Jahren, als ich ein Omni war und einen geregelten IT-Job nachging, hatte ich einen aus Polen stammenden Kollegen namens Andreas, der mich immer wieder mit frischen Steinpilzen versorgte. Von ihm stammte auch das Rezept für „Polnische Kartoffelpuffer mit Steinpilzsauce“, das ich begeistert in mein Kochrepertoire aufnahm. Als ich vor knapp sechs Jahren Pflanzenfresser wurde, ersetzte ich die Sahne kurzerhand mit selbstgemachter Cashewsahne. Der dezent süßlich-nussige Geschmack der Cashews passt wunderbar zu den Steinpilzen. Anstelle der Kartoffelpuffer reiche ich nunmehr Polenta, die schneller fertig ist und nicht schwer im Magen liegt. Ein Klecks Himbeermarmelade – oder, wenn es sein muss, Preiselbeeren aus dem Glas – rundet das Waldfleisch-Gericht perfekt ab.

Genug der Vorrede: Hier kommt mein Lieblings-Steinpilze-Rezept.

Steinpilze in Cashewsahnesauce für 4 Portionen:
300 g Steinpilze
1 Schalotte
1 Knoblauchzehe
2 EL Rapsöl oder anderes Bratöl
150 ml trockener Rotwein, z. B. aus Tempranillo-Trauben
50 g Cashewkerne
200 ml Wasser
Salz
Pfeffer

  1. Die Steinpilze putzen und in Scheiben oder Stücke schneiden. Die Schalotte und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken.
  2. Das Rapsöl in einem großen Topf oder einer Pfanne erhitzen und darin die Schalottenwürfel bei mittlerer Temperatur glasig dünsten.
  3. Steinpilze und Knoblauch ein paar Minuten mitdünsten.
  4. Mit dem Rotwein ablöschen. Köcheln lassen, bis die Flüssigkeit zur Hälfte reduziert ist.
  5. Cashewkerne mit dem Wasser im Mixer pürieren. Die Cashewsahne zu den Pilzen geben. Kurz einrühren, dann die Herdplatte ausstellen, da die Sauce schnell eindickt.
  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Walnusspolenta für 4 Portionen:
800 ml Gemüsebrühe
200 g Maisgrieß
75 g Walnüsse
Rapsöl
Salz

  1. Gemüsebrühe in einem Topf zum Kochen bringen.
  2. Den Maisgrieß einrühren und bei geringer Hitze unter Rühren ungefähr 10 Minuten (Packungsanleitung beachten) ausquellen lassen.
  3. Die Walnüsse in grobe Stücke zerkleinern und unter die Polenta heben.
  4. Mit Rapsöl und Salz abschmecken.

Außerdem zum Servieren:
4 EL Himbeermarmelade oder Preiselbeeren aus dem Glas

  1. Die Steinpilze in der Cashewsahnesauce mit der Walnusspolenta und der Himbeermarmelade auf Tellern anrichten und servieren.

Tipps:

  • Falls Du keine frischen Steinpilze bekommst, kannst Du das Gericht mit Kräuterseitlingen oder mit 30 g getrockneten Steinpilzen, notfalls auch mit Champignons zubereiten.
  • Habe ich keinen Rotwein zuhause, nehme ich stattdessen Gemüsebrühe und etwas Oregano, Thymian und Rosmarin.
  • Die Polenta wird cremiger und üppiger, wenn Du einen Teil der Gemüsebrühe mit Pflanzenmilch ersetzt.
  • Probiere die Steinpilze in der Cashewsahnesauce auch mal zu Nudeln oder Kartoffelbrei.

Smacznego und guten Appetit!

Pilzstand auf dem Hauptmarkt in Nürnberg (Foto: Christof Herrmann, 2019)

Um kein Rezept zu verpassen, kannst Du Dich hier mit mir verbinden: Newsletter, RSS-Feed, Facebook, Twitter

{ 13 Kommentare }

  • Marcus 12. Oktober 2019

    Das schaut verlockend aus und klingt lecker. Werde ich demnächst ausprobieren. Den Begriff Waldfleisch habe ich ja noch nie gehört, ist aber eine passende Bezeichnung für Wildpilze.

    Antworten
    • Christof Herrmann 12. Oktober 2019

      Berichte dann gerne, wie es Dir geschmeckt hat.

      Ja, Waldfleisch ist in unserer Familie seit Jahrzehnten ein geflügeltes Wort für Pilze ;-)

      Antworten
  • Dario schrittWeise 13. Oktober 2019

    Hallo Christof,

    dein Rezept klingt sehr lecker. Den Rotwein würde ich aber nur ungern weglassen ?

    Ich finde es auch gut und interessant, dass du uns die „Entstehungsgeschichte“ verraten hast ?

    Liebe Grüße und noch einen angenehmen Sonntag, Dario ?

    Antworten
    • Christof Herrmann 14. Oktober 2019

      Hallo Dario,

      der Rotwein in der Sauce ist der Clou des Gerichts und Geschichten sind das Salz in der Suppe.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Jörg 15. Oktober 2019

    Ließt sich saulecker, pardon, super lecker. Die Walnusspolenta habe ich bereits zu Kohlrabigemüse (derzeit saisonal günstig) und vegetarischer Frikadelle aus Möhren-Haferflocken-Zwiebel-Frischkäse-Gelbwurzel; Rezept bei utopia.de, etwas variiert) gemacht. Saisonal günstige Pilze wie hier vorgeschlagen mache ich demnächst dazu. Die Bechamelsauce für den Kohlrabi kann man gut mit Hafermilch und Dinkelmehl machen. Natürlich salzen und mit Kräutern würzen, ich habe Dill und Bärlauh dazu gemacht.
    Musiker würden sagen: Thema con Variazoni.

    Antworten
    • Christof Herrmann 17. Oktober 2019

      Günstig sind Steinpilze nicht gerade, es sei denn man sammelt sie selbst. Aber man kann das Gericht ja auch mit anderen Pilzen zubereiten oder sonstwie variieren. Dein Kohlrabigemüse mit Walnusspolenta und Bechamelsauce werde ich demnächst nachkochen.

      Antworten
  • Jörg 17. Oktober 2019

    Hallo Christof,

    heute habe ich es dann vollständig nachgekocht, nachdem ich in meinem Ort zum ersten Mal Champignons ohne Plastikverpackung kaufen konnte.
    Ich habe die doppelte Menge verarbeitet, da Champignons beim Anbraten viel Wasser ausdünsten und das Volumen zusammenschrumpft. Mit den Zwiebeln, Knoblauch und kräftigem trockenem Rotwein (handelsüblicher Cabernet-Sauvignon) hat es tatsächlich einen wildähnlichen Geschmack, sodass der Klecks Himbeermarmelade nicht fehlen darf. Beim nächsten Mal experimentiere ich noch mit etwas Wildgewürz (Wacholderbeeren, Piment, Petersilie, Thymian, Ingwer, Lorbeer, Rosmarin) dazu.
    Wenn meine Frau sagt, das musst du unbedingt wieder kochen, will das was heißen.

    Danke und freundliche Grüße

    Jörg

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. Oktober 2019

      Hallo Jörg,

      freut mich, dass Du mein Rezept ausprobiert hast und es Dir und Deiner Frau geschmeckt hat.

      Hast Du die Pilze auf dem Markt gekauft? Ich habe hier in Nürnberg viele Möglichkeiten verpackungsfrei oder zumindest verpackungsarm einzukaufen (Markt mit dem Pilzhändler, Gemüsebauer, Biolanden, Unverpacktladen etc.).

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Jörg 20. Oktober 2019

        Hallo Christof,
        hätte gerne auf dem Markt gekauft, der jedoch ist lebensmittelmäßig auch nicht anders bestückt als der übrige Handel, die Beschicker kaufen auch nur im überregionalen Handel ein, regionales oder lokales finde ich da kaum. Da sieht es in meinem Ort leider nicht so toll aus. Die unverpackten Pilze gab es tatsächlich beim Discounter um die Ecke, der jetzt häufiger Unverpacktes aus der (näheren und weiteren) Region anbietet, bis jetzt noch in kleinen Mengen, die noch am Liefertag ausverkauft sind. Also die Nachfrage ist da, bin mal gespannt, ob der Handel das als Absatzmarkt weiter realisiert.
        Blöd: Bisher meistens die Wahl zwischen unverpackt ohne bio oder bio verpackt. Zum Einkauf von bio unverpackt müsste ich fahren, und dann ist der eingesparte ökologische Fußabdruck auch wieder hin.

        Freundliche Grüße

        Jörg

        Antworten
  • Theresa 20. Oktober 2019

    Cooles Blog, Christof und sehr ansprechende Fotos. Bekomme Lust auf mehr. Du hast eine neue Leserin :-)

    Antworten
  • Sabine 25. Oktober 2019

    … kein Rotwein im Haus? Das darf eigntlich gar niemals nie passieren ;-)

    Ob ich es wagen soll, das Gericht als Waldfleisch meinen Kindern aufzutischen? Ich fürchte, sie kennen mich zu gut und wissen, dass ich ihnen da etwas unterjubeln möchte. Oder ich esse selbst nicht mit und sage, ich habe es extra nur für sie zubereitet? ;-)

    LG
    Sabine

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Oktober 2019

      Hauptsache Du tischst es ihnen auf und berichtest uns danach, wie der Abend verlief ;-) Mama gefesselt, Sparschwein geschlachtet und Salami-Pizza geordert!?

      EBG

      Christof

      Antworten

Hinterlasse einen Kommentar (Infos zur Kommentarfunktion und der Speicherung der Daten findest Du in meiner Datenschutzerklärung)