Im Januar beobachtete ich am Wöhrder See in Nürnberg einen jungen Schwan, der ein wenig verloren, aber hochkonzentriert über das dünne Eis watschelte. Schließlich fand er den Weg zurück ins Wasser. Diese stille Szene war so rührend, dass sie nach einem Haiku verlangte. Ich wählte diesmal eine moderne Variante mit verkürzter Silbenlänge, weil sie den Moment unmittelbarer und konzentrierter wirken lässt. Zusammen mit dem Foto entsteht daraus ein Haiga. Auf meinem Blog veröffentliche ich immer wieder Kurzlyrik.

Kopf gesenkt
Schatten löst sich –
offenes Wasser

Hallo Christof,
danke für dieses wunderschöne Bild und die klaren Worte, wie ein Mantra.
Ich sehe den Schwan im nächsten Bild im Wasser, seinem Element, königlich.
Liebe Grüsse
Monika
Hallo liebe Monika,
wie schön, dass Du den Schwan gedanklich weiter in sein Element zurückbegleitest.
Deine Rückmeldung freut mich besonders, weil Lyrik – sowohl auf meinem Blog als auch in der Literaturszene – nicht so viel Beachtung findet. Gerade Haiku und Haiga haben mit ihrer Verdichtung eine eigene Kraft: wenige Worte, viel Raum.
Einfach bewusste Grüße
Christof