
Im Alltag begegnen mir immer wieder lesenswerte, sehenswerte und hörenswerte Fundstücke, die inspirieren, weiterhelfen oder einfach Freude machen. Hier teile ich eine neue Runde meiner Empfehlungen mit Dir.
Alpin – Florian Höhn ist im August letzten Jahres in nur 21 Tagen über die Alpen gewandert – auf meiner Route von Salzburg nach Triest. Er hat eine kleine, feine Videodokumentation erstellt, die die unterschiedlichen Wege, Gebirgsgruppen und Landschaftsformen wunderbar zeigt.
Cineastisch – vor zwei Jahren habe ich den Film-Streaming-Dienst Mubi empfohlen, der Arthouse-Produktionen, Filmklassiker sowie Nischenfilme zeigt. Inzwischen gibt es zusätzlich Mubi Go, mit dem Du einmal pro Woche einen ausgewählten Film günstig im Kino erleben kannst. Das reguläre Abo kostet monatlich 13,99 Euro (im Jahresabo 9,99 Euro), mit Mubi Go 19,99 Euro (14,99 Euro im Jahresabo). Mubi Go ist in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München und Stuttgart verfügbar und hoffentlich bald auch in Nürnberg.
Dankbar – Schon im Round-up-Post „Mehr Zeit für das Wesentliche“ beschreibt Petra Bäumler, wie ihr Abendritual für mehr Klarheit und Dankbarkeit sorgt. Nun erzählt sie auf ihrem Blog ausführlich, dass sie seit zehn Jahren täglich fünf Momente der Dankbarkeit festhält, mittlerweile gesammelt in elf Büchlein.
Darmgesund – Johanna Katzera zeigt auf Einfach achtsam, wie eine darmfreundliche Ernährung das Mikrobiom stärkt, etwa durch ausreichend Ballaststoffe, fermentierte Lebensmittel und weniger stark verarbeitete Produkte.
Engagiert – Kann man sich trotz eines vollen Terminkalenders politisch engagieren? Der Leitfaden von Für eine bessere Welt beschreibt konkrete, alltagstaugliche Wege vom kleinen Beitrag bis zum längerfristigen Einsatz.
Glücklich – Kennst Du schon das Ministerium für Glück und Wohlbefinden? Glücksministerin Gina Schöller und ihr Team liefern in Blogartikeln, Büchern und Seminaren alltagsnahe Impulse zu mentaler Gesundheit, positiver Psychologie und Lebenszufriedenheit. Angenehm gelassen und ohne überzogene Selbstoptimierung.
Nachhaltig – Recup und Rebowl sind Deutschlands größtes Mehrwegsystem für die Gastronomie und eine einfache Lösung, um Einwegmüll zu vermeiden.
Neuropsychologisch – Die Arte-Dokureihe „Dopamin“ erzählt in kurzen Episoden, warum uns Apps wie WhatsApp, Instagram, TikTok oder Tinder so stark fesseln und welche Rolle der Neurotransmitter Dopamin dabei spielt. Die Reihe macht nachvollziehbar, wie soziale Medien und Smartphones unser Belohnungs- und Suchtverhalten beeinflussen und wie wir bewusster mit unserer digitalen Aufmerksamkeit umgehen können.
Reduziert – Warum gezieltes Weglassen oft stärker wirkt als stetes Optimieren, erklärt Markus Cerenak in seinem Blog.
Selbstgemacht – Smarticular hat nachgerechnet: Wer Lebensmittel wie Hafermilch, Eistee, Vanillezucker, Pizzateig, Salatdressings oder Hummus selbst herstellt, kann bis zu 90 % sparen. Da freuen sich der Geldbeutel und das Haushaltsbuch.
Vegan – Kilian Dreißig von Vegpool nimmt die verbreitetsten Mythen der Tierindustrie unter die Lupe und liefert gut recherchierte Antworten zu Fragen rund um Klima, Tierwohl, Gesundheit und Fleischkonsum.
Herzvoll – Mein Musiktipp heißt diesmal David Lübke. Ich habe den jungen Liedermacher letzten Sommer auf dem Bardentreffen in Nürnberg entdeckt. Genauer gesagt bei seinem Konzert auf dem Trödelmarkt, wo er auch „Mein eigenes Glück“ gespielt hat. Der Song stammt von seinem aktuellen Album „Wo der Mond die Erde küsst“. Unvergesslich bleibt mir, wie das Publikum den Chor übernommen und den Auftritt für fränkische Verhältnisse geradezu frenetisch gefeiert hat.

Lieber Christof,
danke dir für die tollen Tipps! Was für eine gute Idee, Lese- und Inspirationstipps zu teilen, vielleicht mache ich das ja auch einmal. Da waren nun ein paar gute Ideen für neue Blogs für mich dabei, danke! Und natürlich auch, dass du meinen Blogartikel auch als empfehlenswert empfindest, eine große Ehre für mich!
Einen schönen Abend und auf bald –
Petra
Liebe Petra,
immer gern.
Und ja, Deine Lese- und Inspirationstipps würde ich sicher lesen.
Viele Grüße und bis bald
Christof
Da sind wieder viele wertvolle Tipps dabei. Ich glaube Recup gibt es in meiner Stadt noch nicht. Das Lied zeige ich meiner Frau, sie sing in einem Chor und wird begeistert sein.
Auf der Recup-Homepage kannst Du einfach Deine Postleitzahl eingeben und bekommst dann alle Recup- und Rebowl-Teilnehmenden in Deiner Nähe angezeigt. Hier in Nürnberg sind schon etliche dabei.
Viele Grüße an Dich und Deine singende Gattin
Christof
Lieber Christof,
beim Lesen deiner Empfehlungen musste ich schmunzeln, weil mir auffiel, wie sehr ich oft selbst in genau diese eine Richtung stolpere. Neulich stand ich im Supermarkt und starrte auf Kräuterbutter für 2,49 Euro. Mein innerer Schwabe rebellierte sofort: „Das kannst du doch selbst machen!“ Zwei Stunden später stand ich in einer Küche, die aussah wie nach einer giftgrünen Explosion (alles voll mit gefrorenen Kräutern), und ich dachte: „Die 2,49 Euro waren vielleicht doch gut investiert.“
Besonders die Dankbarkeits-Routine von Petra Bäumler hat mich fasziniert: Zehn Jahre, elf Büchlein – das ist Beharrlichkeit mit Hingabe. Ich scheitere ja schon daran, mir zu merken, wo ich gestern mein Portemonnaie hingelegt habe. Aber der Gedanke, bewusst innezuhalten und fünf Momente festzuhalten, hat etwas Tröstendes in unserer durchgetakteten Welt.
Und das Ministerium für Glück – welch wunderbare Idee! Endlich mal eine Behörde, bei der man sich nicht über Öffnungszeiten ärgern muss. Die Dopamin-Doku klingt übrigens nach genau der Ohrfeige, die ich brauche, um mein Smartphone-Verhältnis zu überdenken. Danke für diese Impulse – ich gehe jetzt erstmal meinen eigenen Glücksmoment festhalten: Kaffee, Ruhe, und ein Blog, der inspiriert.
Herzliche Grüße,
Ron
Lieber Ron,
ich freue mich über Deinen ausführlichen Kommentar.
Vielleicht sollte ich mal mein Rezept für vegane Kräuterbutter bloggen. ;-) Alsan oder eine andere pflanzliche Butter mit gehackten frischen Kräutern, etwas Knoblauch, Salz und Pfeffer mischen – fertig. So gibts die Explosion am Gaumen und nicht in der Küche.
„Beharrlichkeit mit Hingabe“ – damit hast Du Petras Dankbarkeits-Routine wunderbar auf den Punkt gebracht. Ich habe dieses Abendritual eine Zeitlang ebenfalls schriftlich gepflegt. Mittlerweile mache ich es in Gedanken: Nach dem Lichtausschalten erinnere ich mich an drei Dinge des Tages, die mich erfreut haben, die mich zum Lachen gebracht haben oder für die ich dankbar bin. So klingt der Tag positiv aus – und oft schlafe ich schon mitten im letzten Gedanken ein.
Viele Grüße aus Nürnberg
Christof
Lieber Ron, lieber Christof,
was für ein schöner Austausch hier, vielen lieben Dank. Und wie schön Ron, dass dich das inspiriert / fasziniert. Vielleicht sind es genau diese Alltagsgewohnheiten, die (ich spreche hier nur für mich) das Leben ausmachen? Immer wieder Dinge zu tun, die gut tun, verselbständigt sich irgendwann. Eben WEIL sie gut tun, bleibt das Dranbleiben leichter und wird – Überraschung! – auch immer einfacher. Abends nichts in mein Büchlein zu schreiben fühlt sich dann nach etwas an, das mir fehlt. Ich hole es dann am nächsten Abend nach, aber das kam tatsächlich in all den Jahren nicht sehr oft vor. Ich glaube schon, dass (gute) Gewohnheiten ein gutes Leben formen. Frage doch einmal einen Sportler, ob er Sport machen MUSS? Die Antwort dürfte eindeutig sein: Er will Sport machen, weil er ihm gut tut und eben fehlen würde, wenn er ausfällt, z.B. weil es krankheitsbedingt nicht geht. Und das ist vermutlich auch der Unterschied zu Menschen, die „dringend mal wieder Sport machen müssten“ und dankbar jede Ausrede finden, um sich heute vor dem Programm zu drücken.
Vielleicht geht es also im Leben darum, für sich passende, machbare und alltagstaugliche Routinen zu finden, die einem ein gutes Gefühl geben und mit Freude dranbleiben lassen – so dass das Nicht-Tun die Ausnahme wird.
Viele Grüße –
Petra