Kitsch, Kommerz, Konsum: Gehen in der Weihnachtszeit unsere Werte verloren?

12. Dezember 2013 - von Christof Herrmann - 35 Kommentare

Gehen in der Weihnachtszeit unsere Werte verloren? - Foto: Weihnachten in Neuseeland (Christof Herrmann, 2006)

„Geben ist seliger als nehmen.“ (Apostelgeschichte 20,35)

Ist Weihnachten nur noch ein Kitsch- und Konsumfest? Vergessen wir vor lauter Shoppen und Schenken, worum es an diesem Tag eigentlich geht? MĂŒssen wir den Werteverfall fĂŒrchten oder dĂŒrfen wir uns unbeschwert an all dem Klimbim erfreuen? Der Bayerische Rundfunk geht derzeit diesen Fragen nach und bat mich um einen Kommentar.

Man sollte meinen, meine Antwort falle eindeutig aus. Schließlich schreibe ich ĂŒber Minimalismus und Nachhaltigkeit und ist mein Blog ein PlĂ€doyer fĂŒr den Konsumverzicht. Doch so einfach mache ich es mir nicht. Ein Großteil des Konsums zur Weihnachtszeit sind Geschenke. Am Schenken an sich ist nichts auszusetzen, es kann vielmehr als Wert gesehen werden. In der Apostelgeschichte (20,35) heißt es: „Ich habe euch in allem gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen muss im Gedenken an das Wort des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: Geben ist seliger als nehmen.“

Aus christlichem VerstĂ€ndnis feiern wir an Weihnachten die Geburt Jesu. Gott hat sich in Jesus den Menschen mitgeteilt. „Gott wurde Mensch, damit Menschen Kinder Gottes werden“, lautet ein kirchliches Bekenntnis. Noch heute symbolisieren die Gaben an Weihnachten das Geschenk Gottes an die Menschheit: die Geburt Jesu als “Heil der Welt”.

Auch wer mit Kirche und Glauben weniger am Hut hat, kann ein besinnliches Familienfest mit Weihnachtsbaum, Geschenken und Essen feiern, ohne unsere Werte zu verleugnen. Doch wenn ich die InnenstĂ€dte sehe, in denen sich die Menschen mit PlastiktĂŒten beladen wie von Sinnen durch FußgĂ€ngerzonen und GeschĂ€fte schieben; wenn ich die Umsatzzahlen des Handels wĂ€hrend des WeihnachtsgeschĂ€fts lese; wenn ich mit ein paar gestressten Freunden pappsĂŒĂŸen GlĂŒhwein in Keramikbechern aus China schlĂŒrfe, wĂ€hrend Whams “Last Christmas” in der Endlosschleife dudelt, steht fĂŒr mich fest, dass Kitsch, Kommerz und Konsum lĂ€ngst Überhand genommen haben. Der Wert Wohlstand hat alle anderen Werte abgehĂ€ngt. Weihnachten soll das Fest der Liebe und NĂ€chstenliebe sein. Doch wer denkt noch an die Hungernden in der Dritten Welt? An die Armen, die im Krankenhaus liegen? An die Einsamen, die an Heilig Abend nach einer offenen Kneipe suchen? An die Menschen, die Weihnachten arbeiten mĂŒssen? An die Tiere, die als Braten auf dem festlich geschmĂŒckten Tisch landen? Selbst der Wert Familie wird oft zu einem Schnappschuss zwischen Weihnachtsbaum und Geschenkeberg degradiert. Die Zeit reicht freilich noch aus, das Foto umgehend mit dem Kommentar „Trautes Heim, GlĂŒck allein!“ auf Facebook & Co. zu posten.

Dieses Spiel spiele ich nicht mit! Meine wenigen Geschenke hatte ich schon beisammen, als im SpĂ€tsommer im Aldi die ersten Spekulatius auftauchten. Ansonsten verschenke ich das immer kostbarer werdende Gut Zeit. Mehrere Tage verbringe ich im Kreis meiner Lieben und hole so aus der Weihnachtszeit das fĂŒr uns Maximale heraus. Da bin ich wieder ganz Minimalist.

Dieser Beitrag ist auch auf dem Blog des Bayerischen Rundfunks erschienen.

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35 Kommentare fĂŒr “Kitsch, Kommerz, Konsum: Gehen in der Weihnachtszeit unsere Werte verloren?”

  1. Hallo Christof!

    Schöner Artikel. Du sprichst mir aus der Seele! Die Weihnachtszeit ist jedes Jahr Stress hoch drei. Wenn es hochkommt , kommt meune Familie 2 Stunden richtig zusammen.

    Nochmal: Schöner Artikel!

    Ana

  2. Hi!
    Ähnlich wie dir bleibe ich Weihnachten minimalistisch. Ich will mir vom 23. – 26.12. Zeit fĂŒr mich und meine Familie nehmen. Vor allem, weil es MEIN wichtigstes Gut ist, das ich zur VerfĂŒgung stelle. Zudem bekommen alle in der Familie Weihnachtskekse, die ich selbst backen werde und fĂŒr mich hohen Wert symbolisiert. Ich habe noch nie gebacken, und werde dies mit solcher Liebe tun, dass kein materiell erwerbbares Geschenk der Welt jemals wertvoller sein könnte!

    LG Alexander

  3. Zeit ist das grĂ¶ĂŸte Geschenk. Aus meiner jetzigen Situation heraus wĂŒnsche ich mir nichts anderes. Es ist schön, an andere zu denken und dies symbolisch mit Geschenken zu zeigen, aber man kann auch Zeit schenken, anstatt alleine durch die LĂ€den zu gehen, um irgendwas zum verschenken zu kaufen. Ich habe letzthin einer sehr guten Freundin einen Tag in NĂŒrnberg geschenkt. Ich habe sie eingeladen. Wir hatten einen super schönen Tag an den ich mich gerne erinnere. Christof, du bekommst zwar von mir etwas Materielles, aber ich weiß, dass du das gebrauchen kannst. :-)

  4. @Alexander
    Dann schon mal viel VergnĂŒgen beim Backen mit Liebe! Solch Selbstgemachtes zu verschenken, ist auch etwas Schönes …

    @Pingu
    Oh, da da bin ich aber jetzt gespannt und freue mich aufs Materielle … vielleicht ein Mixer fĂŒr Smoothies ;-)

  5. Gelungener Artikel! Sehe es genauso.

    Wie sich mir die Haare zu Berge stellen wenn ich im Radion höre, wer noch keine Geschenke hat, wenn um Mithilfe gebeten wird was man dem Bruder schenken könnte, wieviel im Schnitt fĂŒr ein Geschenk ausgegeben wird, etc.
    Das Geld wird ĂŒber die Ladentheke geschoben aber die direkten Auswirkungen unseres Konsumverhaltens auf die Mitmenschen, Tiere und/oder die Umwelt wollen wir nicht sehen – erst recht nicht zur Weihnachtszeit in der alles so besinnlich sein soll.
    Wie viele wohl ĂŒber den Tellerrand blicken und erkennen, was der Preis dafĂŒr ist, dass sie bis zur letzten Minute ĂŒbers Internet bestellen können und es nach Hause geliefert bekommen? Oder dass sie bis Mitternacht in modernen Konsumtempeln frönen können?

    Bis Silvester wird sich an der Unruhe nichts Ă€ndern. Die zuvor beherrschende Geschenkehatz wird zur Böller- und Party-Jagd: grĂ¶ĂŸer, höher und glamouröser.

    Ich schließe mich Dir und den vorherigen Kommentaren an: Zeit kann man sich nicht kaufen und ist deshalb weitaus wertvoller als das neueste iPhone oder die Gucci Handtasche.

  6. Mein Mann und ich haben in diesem Jahr zum ersten Mal keinerlei Weihnachtsdeko. Bisher hatten wir immer nur ganz wenig, aber in diesem Jahr haben wir ganz darauf verzichtet, auch einen Baum wird es nicht geben. Lediglich ein Adventskalender mit veganer fair gehandelter Bio-Schokolade steht im BĂŒro auf meinem Schreibtisch ;)

    Ich bin nicht religiös, liebe aber Weihnachten dennoch sehr. Ich nasche gerne und liebe es, die Feiertage mit meiner Familie zu verbringen. Dort gibt es dann natĂŒrlich trotzdem wie immer einen Baum und allerlei Schnickschnack. Aber die Geschenke sehen auch eher minimalistisch aus. Ich habe mir eine Tier-Patenschaft und ein paar KochbĂŒcher gewĂŒnscht. Und selbst verschenke ich dieses Jahr fast nur selbsthergestellte Dinge wie Weihnachtsschokolade, GlĂŒhweinmarmelade, selbstgebackene Kekse usw.

    Und wie Du bereits weißt, bekommst Du ein Buch von mir geschenkt ;) Ich wĂŒnsche Dir frohe Feiertage und einen guten Rutsch!

  7. Danke fĂŒr Eure ausfĂŒhrlichen Kommentare. Schön, dass sich hier so viele tummeln, die Weihnachten einfach und bewusst gestalten. Dann ist es nĂ€mlich ein schönes Fest.

    Linda, auf Euer Buch freue ich mich schon! Wie viele Tage sind es nochmal bis Weihnachten ;-)

    Viele GrĂŒĂŸe

    Christof

  8. Lieber Christof,
    ich danke Dir fĂŒr den wunderbaren Text.
    Mehrmals musste ich ihn lesen.
    Und ich kann sagen, auch ich bin schon in den Minimalismus eingestiegen.
    Freunde und Bekannte bekommen keine materiellen Geschenke, sondern nur meine selbstgebackenen PlÀtzchen und Pralinen.
    Nur meine Familie bekommt Materielles, aber lĂ€ngst nicht mehr so viel wie frĂŒher.
    DafĂŒr schenke ich ihnen meine Freude und Liebe, sie um mich zu haben.
    Viele GrĂŒĂŸe an alle
    Emmih

  9. Spricht mir aus der Seele. Ich verschenke zu Weihnachten (wie ĂŒbrigens im letzten Jahr auch) ausschließlich Zeit und Liebe. Die Leute die morgen noch wild in der Stadt rumrennen (mĂŒssen) tun mir aufrichtig leid. Viele GrĂŒĂŸe, Katrin

  10. Gut geschrieben. Da bin ich ganz nah bei Dir. Meine Geschenke sind dieses Jahr wohl ĂŒberlegt. Selbstgemachtes … was verbraucht und genossen werden darf. Meine Kinder nehm ich mal raus, wobei wir auch da drauf achten, dass es nicht ausufert. Über die Feiertage fahren wir in die Berge. Zeit fĂŒr uns ist gerade ganz wichtig.

    Ich wĂŒnsche Dir schöne Weihnachtsfeiertage mit PlĂ€tzchenduft, Kerzenschein und lieben Menschen um Dich rum.

    Lg trix

  11. KĂŒrzlich hat mich auf dem Weg zum Stuttgarter Weihnachtsmarkt ein Buddhistischer Mönch angesprochen. Wir haben uns ein wenig darĂŒber unterhalten, was Weihnachten sein sollte und was es heute ist. Das viele Menschen einfach kein Herz mehr haben, um zu erkennen, worauf es denn wirklich im Leben oder gerade zu Weihnachten ankommt. Auf der Königsstraße das beste Beispiel: unzĂ€hlige Menschen mit gestresster Mimik laufen eiligen Weges von einem Laden zum nĂ€chsten um all möglichen Geschenke zu besorgen. Ich kann mich damit ĂŒberhaupt nicht mehr anfreunden, viel mehr freue ich mich auf ein zusammen sein mit meiner Familie, was unterm Jahr leider viel zu kurz kommt.

  12. … meine Werte sind nicht religiös geprĂ€gt, sondern von der WertschĂ€tzung der Natur – fĂŒr mich besteht das „große Wunder“ ab 24.12. in den Minuten, die der Tag lĂ€nger wird … deshalb umgebe ich mich ab 17uhr im Dezember mit Licht, WĂ€rme und Zeithaben. Ab 24.12. freu ich mich tĂ€glich ĂŒber die Minute, die der Sonnenuntergang spĂ€ter stattfindet …
    Geschenke brauche ich nicht, denn was ich bis dahin noch nicht selber gekauft oder erledigt habe ist sicher unnĂŒtz. Naturschutzorganisationen beschenke ich gerne, aber die beobachte ich auch das ganze jahr ĂŒber und helfe wo nötig.
    FĂŒrs neue Jahr nehme ich mir dann was schönes vor … fĂŒr dieses Jahr (2013): mich jeden Tag von etwas zu trennen und meine big5 meiner Lebensphilosophie bewußt zu leben …
    Vom Konsumrausch, der mich gerade im Dezember auch bedrĂ€ngt, wird mir fast ĂŒbel – stimmungsvolle oder sportliche Wanderungen mit meinem Mann in schöner Natur sind dann heilsam …

  13. Hallo Christof,

    ich finde Deinen Aufruf sehr schön. Zeit ist das Wichtigste, was wir haben.

    Aber zu Deinem Zitat: „Doch wer denkt noch an die Hungernden in der Dritten Welt? An die Armen, die im Krankenhaus liegen? An die Einsamen, die an Heilig Abend nach einer offenen Kneipe suchen? “

    Es gibt noch genĂŒgend Menschen unter uns, die an Weihnachten und auch sonst, Hilfstransporte z. B. nach RumĂ€nien organisieren, die Krankenhausbesuche machen oder Obdachlosen Essen ausliefern … das finde ich nicht ganz fair!

    Eine besonnene Weihnachtszeit, Fredda

  14. Liebe Fredda, natĂŒrlich hast Du recht, wenn Du schreibst, dass es noch genĂŒgend „Menschen unter uns [gibt], die an Weihnachten und auch sonst, Hilfstransporte z. B. nach RumĂ€nien organisieren, die Krankenhausbesuche machen oder Obdachlosen Essen ausliefern.“ Das ist mir klar und auch die vielen Reaktionen zu diesem Artikel zeigen dies auf sehr erfreuliche Weise. Ich wollte einfach eine klare Position einnehmen, was auch vom Bayerischen Rundfunk, wo der Artikel in den nĂ€chsten Tagen online gehen wird, gewĂŒnscht wurde.

  15. Hallo Christof,

    ich finde, zu Weihnachten darf es ruhig etwas kitschig sein! Es kommt halt immer darauf an, was man daraus macht. Ich gebe Dir aber recht, seit Jahren hat dieses Fest der Familie, der Freude, der Besinnlichkeit und der Dankbarkeit immer mehr einen kommerziellen Charakter.

    Aber muss man das alles wirklich mit machen? Wir haben zu Hause Weihnachtsschmuck, den teilweise schon die Oma noch verwendet hat. Ich versuche nur solche Dinge zu schenken, welche sich aufbrauchen bzw. fĂŒr die der Beschenkte wirklich Verwendung hat.
    Am Wochenende wurden PlĂ€tzchen selbst gebacken, diese werden noch hĂŒbsch umweltgerecht verpackt und dann dieses Jahr zu Weihnachten verschenkt. Beim Backen hatten wir eine Menge Spass und das Geschenk hat auch etwas persönliches …

    Zum Weihnachtsmarkt geht es auch nur 2-3x … am Wochenende ist es in Bremen eh nur ĂŒberfĂŒllt und man kommt nirgendwo so richtig an die StĂ€nde.

    Ansonsten hilft es mir sich Zeit zu nehmen, die Adventszeit bis Weihnachten zu geniessen und auch einfach einmal wieder nur Kind zu sein ;-)

    In diesem Sinne Dir und Deinen Lieben eine gesegnete stressfreie Weihnacht und einen guten Start ins Jahr 2014!

  16. Hallo Christof,

    wieder einmal ein toller und vor allem kritischer Artikel.
    Bin selbst kein großer KirchgĂ€nger, aber dennoch liebe ich Weihnachten und wenn es auch nur die Zusammenkunft der Familie ist. Zugegeben, es könnte auch besinnlicher zugehen, aber mit einer 6 jĂ€hrigen Tochter und einem knapp 2 Jahre alten Sohn rĂŒhrt sich schon was.

    Was das schenekn betrifft, habe ich vor Kurzem einen Bericht gesehen, der einen tollen Ansatz brachte um Kindern das schenken an sich nÀher zu bringen oder zu erklÀren.

    Darin wurde gesagt, dass man Kindern einfach gemeinsame Zeit schenkt, um Ihnen zu verdeutlichen, dass es nicht nur um materielle Dinge geht. Fand ich persönlich toll ;)!

    In diesem Sinne…ein wunderschönes Fest und guten Rutsch,
    Chris

  17. Hallo Christof!
    Vielen Dank fĂŒr deine wunderbaren Gedanken, Impulse und deine wohltuenden Anregungen und Ansichten!
    Dein blog ist einer DER Entdeckungen 2013 fĂŒr mich und du sicher einer meiner Menschen 2013!

    Mach weiter so!
    Schöne GrĂŒĂŸe
    Petra

  18. @Torsten
    Ich mag die Idee, etwas Persönliches wie Selbstgebackes zu verschenken! Nehme mir das fĂŒr 2014 vor. Dir und Deinen Lieben ebenfalls Frohe Weihnachten!

    @Christian
    Na das Gesicht Deiner Kinder möchte ich sehen, wenn nichts unter dem Weihnachtsbaum liegt und Papa verkĂŒndet strahlend verkĂŒndet: „Heuer schenke ich euch Zeit“ ;-) Frohe Feste auch Euch!

    @Petra
    „Eine der Entdeckungen 2013“ und „einer Deiner Menschen 2013“, nun bin ich aber doch ein wenig rot geworden. Danke!

  19. Hallo Christof,

    mit deinem Text hast Du mir voll aus der Seele gesprochen. Ich bin kein christlicher Mensch, aber was in unserer Gesellschaft augenblicklich lÀuft erinnert mich so an den Tanz ums goldene Kalb.

    Herzliche GrĂŒĂŸe

    Konstantin

  20. Hallo, ein interessanter Aspekt, den du ansprichst. Was genau meinst du damit, dass du Zeit verschenkst? Dass du quasi deine (kostbare) Zeit mit anderen teilst? Das könnte eingebildet klingen. Nach dem Motto: „Ich schenke dir Zeit mit mir!“ Welche „normale“ Mensch sagt da schon: „Ja, super, danke dir“. …?

    Bei mir ist das so: Als (armer) Minimalist, habe ich 1. kaum das BedĂŒrfnis zu Shoppen, erst recht nicht irgendeinen Mist. 2. Überhaupt kein Geld, Geschenke fĂŒr andere oder mich zu kaufen. Also „muss“ ich immaterielles geben. Langfristig gesehen, sind die Geschenke, wo du z.B. eine selbstgemachte Karte, eine Umarmung, ein Kompliment usw. in jedem Fall wertvoller. Den sie verlieren nie an Wert, gehen nicht kaputt usw. Wenn ich doch etwas kaufe, versuche ich das mit Bedacht zu tun und auch nicht nur weil jetzt Weihnachten ist. Das ist völliger Quatsch. Zwanghaftes Kaufen. Da kann doch nichts Gescheites bei rum kommen.

    Ich mag Weihnachten. Ohne großartig der KKK’s. Vorallem, wenn es draußen eiskalt ist, die Sonne den Schnee glitzern lĂ€sst, die Menschen eingemumpt und HĂ€ndchenhaltend durch die Straßen spazieren und sobald sie zu Hause sind, sie mit herzlicher WĂ€rme im Kreise der Familie umgeben sind. Kekse+Tee erlaubt. :)

    Und ob Werte verloren gehen? „Werte sind wertlos, wenn sie lieblos sind.“ Ernst Ferstl

    Alles Liebe,
    Valeria

  21. Hallo Valeria,

    hoffe doch nicht, dass das „eingebildet klingt“, wenn ich „Zeit verschenke“. HĂ€nge das ja (außer hier in dem Artikel vielleicht) nicht an die große Glocke. Bin einfach da und verbringe Zeit „mit meinen Lieben“.

    Viele GrĂŒĂŸe

    Christof

    1. Hallo Andreas,

      sehr amĂŒsant zu lesen, dass Dir das „Last Christmas“-Gedudel auch so auf den Zeiger geht. Zum GlĂŒck heißt der Song nicht „Last Summer“, denn der „Summer“ dauert lĂ€nger als der „Christmas“ ;-)

      Viele GrĂŒĂŸe

      Christof

  22. Hallo.

    Und wieder schaut Weihnchten um die Ecke.

    Mal sehen wie das in diesem Jahr wird.
    Geschenke gibt es schon seit Jahren nur fĂŒr die Kinder, und das Überschaubar.
    Ganz liebe Menschen die es zu schÀtzen wissen bekommen etwas Selbstgemachtes ( Selbstgestrickte Socken, ein Tuch, Marmelade, Kekse oder etwas genÀhtes)
    Damit bin ich das ganze Jahr beschÀftigt.

    Ansonsten macht mich dieser Konsumwahnsinn richtig fertig.
    Inzwischen hat es mich dazu gebracht zu verweigern.
    Ich will auch nicht mehr mein Geld fĂŒr minderwertige Sachen raushauen.

    Ich bin wie die anderen am Ausmisten und verschenken, dafĂŒr ernte ich von meinem Mann KopfschĂŒtteln.
    Aber das ist eine andere Geschichte.

    Mein Weg geht ganz klar Richtung weniger
    Wobei es natĂŒrlich auch Dinge gibt von denen ich mich nicht trennen kann.

    BĂŒcher, habe ich mich auf die reduziert die nicht einfach nachzukaufen sind, etwa 50
    Wolle, bestimmt 25 Kilo. Davon kann ich mich komischerweise erst trennen wenn ich etwas daraus gestrickt habe.
    Stoffe inzwischen nur noch 5 Umzugskisten voll, aber genau wie bei der Wolle.
    Dinge die ich gemacht habe kann ich ganz leicht weggeben.

    Es ist Besserung in Sicht und ich habe die letzten 9 Monate keinen Stoff und keine Wolle gekauft.
    Und das bleibt wohl auch erst mal so, denn es geht mir sooviel besser.

    Vielleicht freue ich mich deswegen schon darauf wenn die Solarlichterkette ans Wohnzimmerfenster kommt.
    Alle durch die Gegend hetzen als wenn es morgen nichts mehr gibt.
    Die Wohnung nach PlÀtzchen duftet und der Schnee rieselt
    Das Strickzeug in den HĂ€nden oder einfach ein Spaziergang und Wissen.
    Mehr brauche ich nicht.

    Doch da gibt es noch was..
    Last Christmas von Wham und den Coca Cola Weihnachtssong
    Wenn auch schon mehr als durch wenigstens 1 mal.

    GrĂŒĂŸe aus Frankfurt.
    Andrea

  23. Hallo Christoph,
    mir hats auch schon seit der frĂŒhzeitigen Sichtung der 1. Packung Spekulatius in den Regalen wieder gereicht.
    Und thesame procedure as every year: der ganz alltÀgliche Konsumwahnsinn, ungeachtet all der Armut und miserabelsten Lebens-und Arbeitsbedingungen in der Welt.
    Ich verarbeite alles an FrĂŒchten, Beeren, KrĂ€utern, Obst, was ich geerntet habe,
    und verschenke dies in schönen gesammelten alten GlÀsern. Das wars, und freut meine Freunde auch sehr, weil sie genau wie ihr es schreibt, keine Zeit dazu haben.
    Zudem backe ich ne groooße TĂŒte vegane Hundekekse und bringe diese ins Tierheim
    (und ja, die Hunde mögen sogar vegane ungesĂŒĂŸte KrĂ€uterkekse ;-))
    Und nu wieder inne KĂŒche, weiterbacken…
    LG Sol

  24. Ich erlebe es privat eher so, dass immer öfter die Frage kommt: “ Du, wir schenken uns nichts mehr zu Weihnachten, ok?“ Eigentlich ganz toll, aber oft denkt der andere, weniger Stress, weniger Kosten und weniger Gelaufe. Und so bleiben nicht nur die Geschenke, was ja grundsĂ€tzlich gut ist, sondern auch die Besuche. Liebevoll gebastelte Weihnachtskarten weichen einer Rundmail an alle. Eine neue Art des Minimalismus, nur leider auf der menschlichen Ebene.

  25. Gar nicht so einfach die richtige Balance zu finden. Ich halte es fĂŒr sinnvoll, weniger und dann möglichst Selbstgemachtes (ich habe eher zwei linke HĂ€nde) oder Individuelles zu schenken. Dabei kommt spĂŒrbar weniger Stress und mehr Zeit heraus. Wenn man diese gewonnene Zeit dann vor dem Fernseher verbringt, ist natĂŒrlich nicht viel gewonnen. Ich versuche schon sie mit meinen Lieben zu verbringen.

    Viele GrĂŒĂŸe

    ChristoF

  26. Hallo,

    das Thema passt zwar momentan gar nicht zur Jahreszeit :-) lese mich aber seit einigen Tagen hier quer durch und wollte von meiner Lösung des Weihnachtsschenkens erzÀhlen. Ich habe letztes Jahr das erste Mal diesen 24-gute-Taten-Adventskalender verschenkt http://www.24-gute-taten.de/adventskalender/
    Er hat große Freude bereitet.
    Viele GrĂŒĂŸe

  27. Hallo!
    Endlich, endlich haben wir es heuer geschafft, uns aufs Wichteln innerhalb der Familie zu beschrĂ€nken. Was seit jeher ein Wunsch von mir war, wurde nun auch einer meiner mit der Oma ĂŒberforderten Mutter. So ist zumindest die Vorweihnachtszeit nicht vom stressigen „Was schenke ich wem“ geprĂ€gt. FrĂŒher habe ich oft Selbstgemachtes, das auch nĂŒtzlich ist, verschenkt. In den letzten Jahren aber wieder weniger.
    GlĂŒhwein trinken ist in dieser Zeit ganz nett, aber öfter als zwei, drei Mal innerhalb von einem Monat ertrage ich das auch nicht.
    Kitsch wird auf ein Minimum reduziert – Weihnachtsmusik gibt’s gar nicht.

    Zu Weihnachten muss ich natĂŒrlich wieder arbeiten. Als unverheiratete Frau ohne Kinder im Handel zu arbeiten hat leider auch diesen Preis. Am Nachmittag geht’s dann zu meinen Eltern. Das wird dann, wie jedes Jahr ein Schlemmer-Umtrunk im kleinen Kreis.

    Liebe GrĂŒĂŸe, Daniela

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