
Viele Menschen suchen nach der besten Geldanlage. Aktien, ETFs, Kryptowährungen, Anleihen, Immobilien, Festgeld oder Tagesgeld – überall geht es um die Rendite.
Dabei gibt es eine Form der Rendite, die erstaunlich selten erwähnt wird. Sie ist denkbar einfach, sofort wirksam und risikofrei. Du musst keine Kurse beobachten, keine Prognosen treffen und brauchst nicht einmal Kapital.
Du musst nur eines tun: weniger ausgeben.
Nehmen wir an, Dein Jahresbudget beträgt 30.000 Euro. Wenn Du Deine Ausgaben um zehn Prozent reduzierst, sparst Du 3.000 Euro. Dieses Geld bleibt einfach bei Dir. Um dieselben 3.000 Euro mit einer Geldanlage zu verdienen, bräuchtest Du bei fünf Prozent Rendite bereits 60.000 Euro Vermögen.
Anders gesagt: Weniger auszugeben wirkt sofort. Und dafür ist nicht einmal Vermögen nötig.
Natürlich kannst Du das gesparte Geld investieren. Dann arbeitet es sogar doppelt: durch geringere Ausgaben und mögliche Rendite.
Hinzu kommt, dass vieles, was Du kaufst, Lebenszeit kostet. Stunden, Tage oder Wochen, die Du gearbeitet hast, um dieses Geld zu verdienen. Und Zeit für die Dinge selbst – beim Recherchieren, Aussuchen, Kaufen, Transportieren, Nutzen, Aufbewahren, Pflegen, Reparieren oder später beim Ersetzen und Entsorgen.
Wenn Du etwas nicht kaufst, bleibt also nicht nur Geld bei Dir, sondern auch ein Teil Deiner Lebenszeit.
Die einfachste Geldanlage der Welt: weniger kaufen, mehr Rendite.

Lieber Christof, wenn man Geld anlegen und Rendite erzielen möchte, muss man das Geld erstmal haben, darf es also auch nicht vorher ausgeben. Es arbeitet dann, wie du so passend sagst, doppelt. So zu denken ist vielleicht neu und hilfreich. Viele Menschen wollen ja unbedingt ihr Geld vermehren und gucken dann nur auf die Rendite, nicht wo sie letztlich herkommt und wem sie unter Umständen weggenommen wird. Es gab eine Zeitlang den Werbespruch: Ihr Geld soll genauso hart arbeiten wie Sie! – Ich empfinde diesen Vergleich absolut daneben. Noch mehr Menschen haben Angst vor der Inflation und dass ihr Erspartes irgendwann nichts mehr wert ist. Ich hatte auch Angst vor meiner Rente, dabei ist sie immer mitgewachsen und ich habe mein gutes Auskommen. Dabei halte ich mich an einen anderen Rat von dir, nämlich nicht bis an die Grenze zu kalkulieren, sondern so zu leben, als ob ich wenige Geld monatlich zur Verfügung hätte. Auf diese Weise komme ich nie in die Bredouille.
Liebe Grüße von Jutta
Liebe Jutta,
Du sprichst einen wertvollen Gedanken an: Nicht nur Rendite beruhigt, sondern auch ein Lebensstil, der Luft lässt. Und dieses Leben unter den eigenen Verhältnissen, dieses minimalistische Leben entlastet und erfüllt zugleich – sofern man sich freiwillig dafür entscheidet.
Lass es Dir gut gehen, viele Grüße
Christof
Pragmatisch und einfach – ich taufe es mal „die Minimalismus-Rendite.“
Schöne Wortschöpfung – die „Minimalismus-Rendite“ bringt es auf den Punkt.
so hab ich das noch nie betrachtet und ich finde den Gedanken großartig
Ich glaube, früher waren solche Gedanken für viele noch selbstverständlicher. Heute denken wir – nicht nur beim Geld – oft unnötig kompliziert.