Die einfachste Rendite der Welt

29. März 2026 - von Christof Herrmann - 29 Kommentare
Wanderer mit Rucksack auf einem Weg zwischen Feldern und Wald.

Viele Menschen suchen nach der besten Geldanlage. Aktien, ETFs, Kryptowährungen, Anleihen, Immobilien, Festgeld oder Tagesgeld – überall geht es um die Rendite.

Dabei gibt es eine Form der Rendite, die erstaunlich selten erwähnt wird. Sie ist denkbar einfach, sofort wirksam und risikofrei. Du musst keine Kurse beobachten, keine Prognosen treffen und brauchst nicht einmal Kapital.

Du musst nur eines tun: weniger ausgeben.

Nehmen wir an, Dein Jahresbudget beträgt 30.000 Euro. Wenn Du Deine Ausgaben um zehn Prozent reduzierst, sparst Du 3.000 Euro. Dieses Geld bleibt einfach bei Dir. Um dieselben 3.000 Euro mit einer Geldanlage zu verdienen, bräuchtest Du bei fünf Prozent Rendite bereits 60.000 Euro Vermögen.

Anders gesagt: Weniger auszugeben wirkt sofort. Und dafür ist nicht einmal Vermögen nötig.

Natürlich kannst Du das gesparte Geld investieren. Dann arbeitet es sogar doppelt: durch geringere Ausgaben und mögliche Rendite.

Hinzu kommt, dass vieles, was Du kaufst, Lebenszeit kostet. Stunden, Tage oder Wochen, die Du gearbeitet hast, um dieses Geld zu verdienen. Und Zeit für die Dinge selbst – beim Recherchieren, Aussuchen, Kaufen, Transportieren, Nutzen, Aufbewahren, Pflegen, Reparieren oder später beim Ersetzen und Entsorgen.

Wenn Du etwas nicht kaufst, bleibt also nicht nur Geld bei Dir, sondern auch ein Teil Deiner Lebenszeit.

Die einfachste Geldanlage der Welt: weniger kaufen, mehr Rendite.

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29 Kommentare für “Die einfachste Rendite der Welt”

  1. Lieber Christof, wenn man Geld anlegen und Rendite erzielen möchte, muss man das Geld erstmal haben, darf es also auch nicht vorher ausgeben. Es arbeitet dann, wie du so passend sagst, doppelt. So zu denken ist vielleicht neu und hilfreich. Viele Menschen wollen ja unbedingt ihr Geld vermehren und gucken dann nur auf die Rendite, nicht wo sie letztlich herkommt und wem sie unter Umständen weggenommen wird. Es gab eine Zeitlang den Werbespruch: Ihr Geld soll genauso hart arbeiten wie Sie! – Ich empfinde diesen Vergleich absolut daneben. Noch mehr Menschen haben Angst vor der Inflation und dass ihr Erspartes irgendwann nichts mehr wert ist. Ich hatte auch Angst vor meiner Rente, dabei ist sie immer mitgewachsen und ich habe mein gutes Auskommen. Dabei halte ich mich an einen anderen Rat von dir, nämlich nicht bis an die Grenze zu kalkulieren, sondern so zu leben, als ob ich wenige Geld monatlich zur Verfügung hätte. Auf diese Weise komme ich nie in die Bredouille.
    Liebe Grüße von Jutta

    1. Liebe Jutta,

      Du sprichst einen wertvollen Gedanken an: Nicht nur Rendite beruhigt, sondern auch ein Lebensstil, der Luft lässt. Und dieses Leben unter den eigenen Verhältnissen, dieses minimalistische Leben entlastet und erfüllt zugleich – sofern man sich freiwillig dafür entscheidet.

      Lass es Dir gut gehen, viele Grüße

      Christof

  2. Ich halte es mit Volker Pispers:
    „Lassen Sie doch einfach ihr Geld für sich arbeiten!“ –
    „Haben Sie schon einmal einen 50,-€-Schein mit der Schippe in derHand gesehen?“
    Bei all diesem Gerede von Rendite, Profit … wird gern übersehen,
    dass irgendwo irgendwer physisch dafür arbiten muss.
    Unter welchen Bediungungen – das verraten die Hochglanz-Portfolios nicht.
    Es mag „gute“ Investitionen geben, aber ob die den „Share-Holdern“ genügen..?

    1. Das sehe ich ähnlich. Rendite ist nie ganz losgelöst von der realen Welt. Deshalb investiere ich nur im Einklang mit meinen ökologischen, ethischen und sozialen Werten. Ich habe ein Tagesgeldkonto, etwas Festgeld und ein kleines Depot bei der UmweltBank, wo sehr strenge Kriterien gelten.

  3. Lieber Christoph,

    ich habe so herzlich gelacht, als ich deine Worte gelesen habe. So herrlich einfach. Mir fallen spontan 2 Zitate dazu ein:
    „Besser, man hat weniger Bedürfnisse als große Rücklagen.“ Augustinus
    „Es gibt keinen Reichtum außer dem Leben.“ John Ruskin

    In dem Sinne wünsche ich dir ein reiches erfülltes Wochenende

    liebe Grüße
    Jela

  4. „Sparen ist eine gute Einnahme.“
    Cicero

    „Bleibt bescheiden und sucht das rechte Maß!“
    Römer 12, 3

    Oft vergessen die Menschen aber, dass es keinen Leichenwagen mit Lastenanhänger gibt.
    Daher „Sammelt keine Reichtümer hier auf der Erde! Sammelt lieber Reichtümer bei Gott.“
    Matthäus 6, 19.20

    Und das ewige Leben in der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott der Bibel (Johannes 5, 24;
    Matthäus 25, 31-46; Offenbarung 3, 14-22)!

  5. Bei all den abstrusen aktuellen Ereignissen und Entscheidungen das Beste was man tun kann. Seine eigenen Bedürfnisse hinterfragen und entsprechend zu handeln, wenn man es nicht bereits getan hat. Wir haben unsere Wohnwand samt Inhalt vor einigen Jahren mehr oder weniger entsorgt und haben eine Zwischenlösung gefunden. Diese gefällt uns übrigens heute noch. Es muss nicht immer Neues sein oder weil man es eben hat.
    Danke für Deinen Post und auch die tollen Kommentare der Mitleser.
    LG
    Rosa

  6. Wie wahr, wie wahr – danke, dass du uns mit der Nase drauf stoßt, Christof! :-)
    Ich kenn auch eine sehr einfaches System, Rendite zu lukrieren: Gesund leben. Ist nicht ganz so risikofrei wie dein Tipp, Christof, das Schicksal ist ja unberechenbar. Aber es wird mMn auch viel zu oft nicht bedacht: Wer brav Zähne putzt und Süßes knapp hält, braucht später kein Vermögen für Zahnersatz. Gesundes Essen und ausreichend Bewegung reduziert die Wahrscheinlichkeit, an Zivilisationskrankheiten zu erkranken, bleibt lange fit und kann sich selbst versorgen. Nicht rauchen und wenig Alkohol spart darüber hinaus zusätzlich Geld.
    Klingt halt leider sehr bieder ;-)
    Liebe Grüße aus Wien
    Elfi

    1. Da bin ich ganz Deiner Meinung. Ein einfacher und gesunder Lebensstil gehört für mich unbedingt zum Minimalismus dazu. Und man kann wirklich nicht früh genug damit anfangen.

      Viele liebe Grüße nach Wien

      Christof

    2. Als ich noch jünger war, habe ich Menschen, welche die von dir aufgezählten „Tugenden” gelebt habe, für hoffnungslose Spießer gehalten. Und ein Spießer wollte ich auf keinen Fall sein. Inzwischen sind ein paar Jahrzehnte vergangen und heute denke und fühle ich ganz anders. Ein Leben ohne täglich rauszugehen, zu Wandern, Fahrrad zu fahren, Sport zu machen, mich bewusst zu ernähren – kaum mehr vorstellbar für mich. Noch dazu versuche ich klimafreundlich bzw. enkeltauglich zu leben – was mir wirklich kompatibel mit der Idee des Minimalismus zu sein scheint.

      1. Du meinst, frische Luft, Bewegung und ein bewusstes Leben sind schlau? Ich überprüfe Deine verwegene These jetzt vorsichtshalber bei einem Spaziergang am See. Da es gerade regnet, könnte das fast schon als rebellisch durchgehen. 😉

  7. Ein sehr guter, einfacher Gedanke. Was auch eine enorme Rendite bietet: Ein regelmäßiger Lohn guter Arbeit. Finde immer wieder, dass das so wie das Sparen, komplett unterbelichtet wird bei all den Menschen, die gern eine hohe Rendite erzielen wollen. Dabei liegt es so nah.

    1. Wie wahr: Ein regelmäßiger Lohn und ein gewisser Wohlstand werden oft erstaunlich wenig wertgeschätzt. Und zugleich gibt es auch Menschen – so wie ich –, die sich bewusst gegen diese Sicherheit entscheiden und ihre Berufung außerhalb ihres ursprünglichen Berufs finden.

  8. Einfach wie es zu sein scheint, muss auf diese Rendite doch immer wieder hingewiesen werden.

    Vorausgeschickt: Ich mache gerade ein Kauf-Nix-Jahr (betrifft alles außer Verbrauchsgütern, Lebensmitteln und Medizinprodukten). Mir ist diese Art der Rendite also gerade nicht fremd. Die Rendite, die sich daraus in Euro ergibt, ist schon nach den ersten drei Monaten erfreulich und ermuntert zum Durchhalten. Diese Art von Rendite ist ein guter Einstieg, relativ leicht zu realisieren und erstaunlich unpragmatisch, wenn man die gewonnene Zeit nicht darauf verwendet möglichst viele Menschen in das Kauf-Nix-Jahr einzubinden. Ich für meinen Teil mache die Kauf-Nix-Jahre ausschließlich für mich.

    Zudem ergeben sich daraus, ohne weiteres Zutun:

    Selbstwirksamkeitsrendite: Wenn ich nichts kaufe, geht mir ab und zu doch das eine oder andere ab, was mir das Leben erleichtern würde. Ich muss also im Kauf-Nix-Jahr immer erstmal schauen, wie ich da drankomme. Phantasie, Kreativität und Geschick sind dann gefragt. Wie bastele ich mir was zurecht, dass es mir dient? Das in vielen Bereichen erfolgreich herausgefunden zu haben, bedeutet am Ende des Jahres u. a. auch einen Zuwachs an Kompetenz.

    Sozialrendite: Im Kauf-Nix-Jahr wird viel Zeit frei, die man in die Beziehung zu anderen Menschen investieren kann. Bei der Suche nach Alternativen zum Kaufen lassen sich auch soziale Beziehungen erneuern, erweitern und neu knüpfen. Schauen, was ist in meiner Umgebung vorhanden? Was habe ich, dass andere brauchen könnten; geliehen, getauscht oder geschenkt? Sozialrendite ist nebenbei auch eine der besten und einfachsten Vorsorgen für Alter und Krankheit.

    Das sind nur ein paar Gedanken. Ich bin sicher, es gibt – im Schlepptau der Rendite durch „Verzicht“ – noch jede Menge anderer Renditen. Einfach mal gedanklich durchspielen, z. B. in der täglichen Nichts-Tun-Zeit.

    1. Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar – Deine Ergänzungen sind ja fast schon ein kleiner Gastartikel. :-)

      Die Idee mit dem Kauf-Nix-Jahr ist ein Klassiker, für viele aber vermutlich eine große Hürde. Warum aber nicht mal mit einer Woche oder einem Monat anfangen?

      Mir fallen spontan noch eine „Umweltrendite“ ein, weil das nachhaltigste Produkt fast immer das ist, das man nicht kauft. Und eine „Genussrendite“, weil man wieder mehr schätzt und genießt, wenn man eine Zeit lang bewusst verzichtet (siehe auch: 5 Wege, wie Du Genuss steigern kannst).

      EBG

      Christof

      1. Große Hürde: Woche? Monat? Jahr? Oder auch garnicht? Ich denke das entscheidet dann jeder für sich selbst. Hauptsache es stiftet nachhaltig Sinn und fördert die Zufriedenheit im Alltag der jeweiligen Person. Vieles im Leben sollte bewusst einfacher oder einfach bewusster ablaufen, um uns wieder in Kontakt mit uns selbst zu bringen.

  9. Lieber Christof,

    toller Artikel! So einfach wie gut! Stimmt schon, nicht immer noch mehr verdienen (müssen), um etwas sparen zu können. Das Gute ist schon alles da. Weniger ist ja bekanntlich meist mehr.

    Danke für den schönen Gedanken!

    Viele Grüße
    Petra

  10. Lieber Christof!

    Danke für den Tipp, er hat mich total begeistert! Die einfachste Art der Rendite, die es gibt. Solcherlei Wissen sollte eigentlich an den Schulen gelehrt werden.

    Hab frohe und entspannte Ostertage!
    Liebe Grüße, Jana

  11. Hallo Christof,
    das erinnert mich an die 300-Euro-Regel. Jede Ausgabe von 300 Euro ist gleichbedeutend mit einem unendlich lange laufenden Kredit mit einer monatlichen Rate von einem Euro. 300,-€ * 4% = 12,-€ pro Jahr. Geteilt durch 12 Monate entspricht das einem 1,-€ pro Monat. Umgekehrt kann jede nicht getätigte Ausgabe von 300 Euro investiert werden und wirft bis in die Unendlichkeit eine Rendite von jeweils einem Euro pro Monat ab (ohne Steuern und Gebühren zu berücksichtigen).
    Viele Grüße
    Philipp

    1. Hallo Philipp,

      danke Dir für Deinen Kommentar und diesen spannenden Gedanken!

      Die Regel kenne ich auch aus der Frugalisten-Szene – und ich finde sie als Denkanstoß sehr hilfreich, weil sie Ausgaben plötzlich greifbar macht.

      Ich würde allerdings etwas vorsichtiger rechnen: Wenn man Gebühren, Steuern und eher niedrigere Renditen berücksichtigt, bräuchte man vermutlich eher rund 400 Euro, um langfristig 1 Euro pro Monat entnehmen zu können.

      Aber es zeigt schön, wie viel Wirkung auch kleine Entscheidungen haben können.

      Viele Grüße

      Christof

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