Kürzlich habe ich diese Aufnahme aus dem Jahr 2010 wiederentdeckt. Mich hat überrascht, wie schnell die Jahre vergangen sind – der Abend damals auf dem Rodenstein bei Forchheim war sofort wieder da. So ist dieses Haiku entstanden. Zusammen mit dem Foto wird daraus ein Haiga. Weitere Lyrik findest Du hier im Blog.
das Abendorange
zieht aus den Halmen –
schon riecht es kühl
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Lieber Christof,
wundervolles Bild, anrührende Wort.
Danke dafür!
Herzlichst, Andrea
Lieben Dank für Deine warmherzigen Worte!
Lieber Christof,
vielen Dank für das berührende Haiga!
Ich bin Anfang letzten Jahres bei den Vorbereitungen meines dreimonatigen Sabbaticals (ein Geschenk an mich selbst zu meinem 55. Geburtstag) auf Deinen Blog gestoßen. Und nicht mehr weggekommen. Du hast mich so was von abgeholt! Inzwischen habe ich alle Blogartikel gelesen. Und viele Kommentare. Was sind denn hier bitte für wunderbare Menschen unterwegs?!
Schon länger spüre ich in mir ein wachsendes Unbehagen, eine Mischung aus Groll, Verärgerung, Trotz und innerem Widerstand. Gegen den Wahnsinn, der uns als modernes Leben verkauft wird. Ich habe 3 inzwischen erwachsene Kinder, viele Jahre eine Vollzeitstelle in Teilzeit schaffen müssen, war engagiert in Sportverein, Elternbeirat, Kirche. Hamsterrad im high speed. Überlebt. Der Herzrhythmus wieder auf Werkseinstellung abladiert. Die Pausentaste gedrückt. Und die Weichen neu gestellt. Dein Blog war und ist mir auf diesem Weg ein unverzichtbarer Begleiter, inspirierend und Mut machend. Ich bin auf dem richtigen Weg und das fühlt sich einfach nur gut an. Beherzt habe ich ausgemistet, alle Räume vom Ballast befreit, jedes Ding hat seinen Platz. Ich war schon immer ordentlich. Es fiel mir leicht zu entscheiden, was bleiben darf oder gehen muss.
Ich habe meine Arbeitszeit reduziert. Ich möchte Zeit haben. Für meine Familie, meine Freunde, fürs Kochen, meinen Garten und meine Leidenschaften lesen und Fahrrad fahren.
Ich bin ein empfindsamer Mensch und sehr schnell reizüberflutet. Aus der Stille, der Natur und Zeit mit mir selbst ziehe ich meine Kraft. Und aus der Musik. Laut aufgedreht zum Tanzen in der Küche oder als bewussten Genuss.
Ich habe Dein Minimalismusbuch gekauft, das Format ist wunderbar handlich, ich habe es oft dabei und darin schon fleißig abgehakt, geschrieben, angemarkert. Vieles gelingt mir schon ganz gut. Ich möchte die TV- und Handyzeiten noch weiter reduzieren. Und das Fasten ausprobieren. Intervallfasten mache ich schon länger, da ich das Frühstück weglasse.
Als leidenschaftlicher Bücherwurm hier einige Empfehlungen:
Angelika Klüssendorf „Das Mädchen „, „April „, „Jahre später „, eine Trilogie
Dörte Hansen „Zur See “
Gabriele von Arnim “ Der Trost der Schönheit “
Julia Friedrichs „Crazy Rich“
Lize Spit „Der ehrliche Finder“
Juli Zeh u. Simon Urban “ Zwischenwelten“
Nina George “ Südlichter“
Fredrik Backman “ Ein Mann namens Ove“
Susan Abulhawa „Während die Welt schlief“
Empfehlen möchte ich auch meinen Lieblinsbuchladen in Gingst auf Rügen.
Petra Dittrich und Beate Bohmann haben dort einen ganz zauberhaften Ort geschaffen.
Das war nun ein sehr langer Kommentar, aber ich musste das einfach mal loswerden, da hatte sich was angestaut.
Herzliche Grüße aus dem Norden von Netti
Liebe Netti,
ich freue mich über Deinen ausführlichen Kommentar und das viele Lob.
Da warst Du eine ganze Weile beschäftigt, wenn Du alle Blogartikel gelesen und „Das Minimalismus-Projekt“ durchgearbeitet hast.
Das ständige Mehr, Schneller und Lauter unserer heutigen Zeit erschöpft viele. Der Ausweg ist eigentlich klar: weniger. Den Weg dann wirklich zu gehen, erfordert Mut und Entschlossenheit. Du hast beides und bist bereits unterwegs.
Falls ich mal wieder nach Rügen komme, steht der Buchladen in Gingst auf meiner Liste. Vielleicht hole ich mir dort dann eines der von Dir empfohlenen Bücher.
Viele liebe Grüße gen Norden
Christof
Lieber Christof,
Danke für das wunderschöne Bild und das Haiku.
Ich fühle mich inspiriert.
Nach dem Gewitter
Regentropfen auf dem Dach
Friedlich schlaf ich ein
Gute Nacht
Monika
Vielen Dank für Dein Lob und das Gedicht, liebe Monika!
Lieber Christof,
»schon riecht es kühl« – das ist der Zeilenbruch, bei dem man kurz aufhört zu atmen. Das Haiku schafft etwas, das Prosa selten gelingt: Es lässt eine Empfindung entstehen, nicht nur eine Beschreibung. Man sitzt plötzlich selbst auf dem Hang.
Die Geschichte hinter dem Bild macht es noch stärker. 2010 aufgenommen, jetzt wiederentdeckt, und in dem Moment war der Abend sofort wieder da. Das ist das Eigentliche an guten Fotos – sie sind keine Abbilder, sie sind Zeitmaschinen.
Dass daraus ein Haiga entsteht, also Bild und Wort als gemeinsames Werk, passt: Keines von beidem reicht alleine so weit. Zusammen setzen sie etwas in Gang.
Texte aus der Vergangenheit, die plötzlich wieder lebendig werden – das kenne ich. Bei mir war es das Werk meines Großvaters, das irgendwann wieder auf dem Tisch landete und eine ganz eigene Kraft entfaltete. Wer möchte, kann das unter meinem Namen nachlesen.
Herzlichen Dank für diesen stillen Beitrag – und schöne Pfingsttage!
Ron
Lieber Ron,
ich freue mich, dass Dir die Verbindung aus Bild, Erinnerung und Haiku angesprochen hat.
Ja, Fotos können kleine Zeitmaschinen sein, wenn sie nach vielen Jahren wieder auftauchen.
Viele Grüße
Christof
Hallo Christof,
Dein Haiku gefällt mir sehr. Es ist ansprechend und anregend.
Ich lese gerne ein Haiku.
Hab mich auch inspiriert gefühlt:
„Lichter der Sommers
Augen grüner noch als Gras
auf leisen Pfoten“
Ich hoffe, man kann es als Haiku durchgehen lassen. Meine süsse Katze ist nicht ganz unschuldig daran….
Liebe Grüße
Martha
Hallo Martha,
ich freue mich über Deinen Kommentar – und Dein Haiku. Es endet katzenhaft und „Augen grüner noch als Gras“ ist ein starkes Bild.
Viele liebe Grüße
Christof