Warum man regionale Lebensmittel kaufen sollte

Warum man regionale Lebensmittel kaufen sollte - Foto: Apfelbaum auf einer Streuobstwiese in der Fränkischen Schweiz (Christof Herrmann, 2011)

„Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Erdbeeren aus Südafrika sind ökologischer Irrsinn

Müssen es wirklich der Spargel aus Griechenland, die Erdbeeren aus Südafrika, der Knoblauch aus China, das Lammfleisch aus Neuseeland sein? Oft ist das nicht nur aus offensichtlich ökologischer Sicht Irrsinn. Für mich zählt zu einem einfach bewussten Leben, möglichst regional und saisonal einzukaufen. Der Utopia Saisonkalender hängt schon seit längerem in meiner Küche.

Viele Verbraucher denken um

Auch immer mehr deutsche Verbraucher wollen wissen, woher die Nahrungsmittel kommen, die sie täglich konsumieren. Eine im August veröffentlichte repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab, dass zwei Drittel der Befragten Obst und Gemüse aus ihrer Gegend bevorzugen, selbst wenn sie dafür in manchen Monaten Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.

7 Gründe für regionale Lebensmittel

Doch warum genau sollte man saisonale Produkte aus der Region bevorzugen? Die folgenden Gründe gelten für Obst, Gemüse und Küchenkräuter, eingeschränkt auch für andere Lebensmittel wie Getränke und Getreideprodukte:

  • Umweltschonend, da die Transportwege kurz sind, was zudem das Verkehrsaufkommen auf den Straßen reduziert. Lebensmittel, die mit dem Flugzeug transportiert werden, weisen eine besonders schlechte Ökobilanz auf.
  • Geschmacklich gut, weil die Pflanzen voll ausreifen können und erntefrisch verkauft werden.
  • Durch die volle Reife sind die Lebensmittel vitalstoffreich und gesund.
  • Qualität und Kontrolle durch den Kontakt zwischen Erzeugern und Verbrauchern.
  • Günstig im Preis, oft sogar günstiger als Importware.
  • Regionalität schafft Identität. Man beißt nicht in ein anonymes Produkt vom Ende der Welt, sondern in einen Apfel von der Streuobstwiese gleich um die Ecke.
  • Stärkung der regionalen Wirtschaft und Erhalt von Arbeitsplätzen.

In einem weiteren Blogartikel werde ich in den nächsten Tagen verraten, wo man regionale Lebensmittel kaufen kann und wie man sogar kostenlos an Obst und Gemüse kommt.

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{ 18 Kommentare }

  • Marco 10. November 2013

    Meine Frau und ich achten auch sehr auf regionale und saisonale Produkte. Wir gehen zt auch auf den Bauernhof in der Region, das fördert unter anderem auch den Kontakt zu den Menschen, die ja meistens (fast) Nachbarn sind!
    Ich finde es ist auch noch wichtig zu erwähnen, dass BIO nicht gleich regional ist! Was vielfach gemeint wird. Ich bin überhaupt kein BIO Verfechter, aber Achtung, auch BIO kann Ökologischer Blödsinn sein. Denn viele BIO Produkte werden aus der ganzen Welt angekarrt.
    Bei uns kaufen sogar die Bauern die auf dem Wochengemüsemarkt „ihr“ Gemüse, aus dem Ausland ein!!! Unglaublich aber wahr!

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  • Christof Herrmann 10. November 2013

    Da hast Du natürlich recht, Marco. Weder Bio im Supermarkt noch Wochenmarkt müssen per se regional sein. Meist steht es ja dran, woher die Ware ist. Ansonsten frage ich.

    Viele Grüße

    Christof

    Antworten
  • Betti 10. November 2013

    Hallo Christof:)
    super Thema! Ich kaufe auch seit ein paar Jahren auf dem Bauernhof gleich ums Eck:) Unser Speiseplan richtet sich danach was es zur Zeit gibt, so kommt auch immer wieder Abwechslung auf den Tisch. Nur selten mache ich eine Ausnahme, bei Bananen z.B.
    Gut wenn jemand so einen Bauernhof um die Ecke hat und wichtig, Vetrauen, denn nicht jeder Bauer baut ökologisch an.
    Liebe Grüße
    Betti:)

    Antworten
  • Cornelia 10. November 2013

    mein Mann und ich kaufen fast alles (wir leben vegan mit ganz wenigen Ausnahmen) im hiesigen Mercado Municipal. Das ist wie ein deutscher Wochenmarkt, der aber außer Sonntags täglich an den Vormittagen geöffnet ist, auf dem die Bauern aus der Region und einige Kleinhändler ihre Waren feilbieten. Aber auch hier muss man darauf achten, nicht Obst und Gemüse aus spanischen Treibhäusern zu kaufen.

    Wir bevorzugen regionale Produkte der Saison, soweit es geht.

    Viele Grüße
    aus dem Algarve (Portugal)
    Cornelia Wilms

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  • Christof Herrmann 11. November 2013

    Schön, dass Ihr Euer Obst und Gemüse bereits überwiegend regional einkauft. Im Winter greife ich schon auch mal zu Banane und Kaki, weil es nur wenig hiesiges saisonales Obst gibt bzw. das aus dem Kühlraum kommt (was dann auch wieder „ökologischer Irrsinn“ ist und oft sogar eine schlechtere Ökobilanz hat als Importware aus der Südhalbkugel).

    Was ich am regionalen Einkaufen auch mag, ist der Kontakt zum Erzeuger. Da erfährt man oft Wissenswertes, z. B. dass viele kleine Erzeuger (Obst, Gemüse, Bäcker usw.) bewusst auf die Bio-Zertifizierung verzichten, weil die Kosten hoch sind und ihre Produkte verteuern würden. Was man einkauft, ist dann aber trotzdem Bio-Qualität.

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  • Susanne 11. November 2013

    Bei dem Thema bin ich etwas zwiegespalten:
    Wir wohnen ziemlich ländlich, aber unsere Bauern kaufen den Großteil ihres Bauernladenangebotes zu (woher, erfährt man leider nicht) und das Selbstproduzierte ist konventionell erzeugt. Bei unseren Bauern gibts teilweise auch im Winter noch Erdbeeren!
    Und leider sind unsere hiesigen Landwirte ziemlich großzügig mit Kunstdünger, Gülle und Co und scheren sich auch nicht ums anliegende Naturschutzgebiet, den Quellbach oder den gefrorenen Boden.

    Es gibt in unserem Eck nur einen einzigen Biohof, der auch bereitwillig und gerne Auskunft über seine Waren erteilt. Er kauft lediglich saisonal Fleisch von anderen Biolandwirten zu und auch nur auf Bestellung (derzeit z.B. Gänse). Dessen Waren sind preislich übrigens nicht teurer als die der konventionellen Bauernhöfe.

    Zudem habe ich in der ZEIT mal gelesen, dass ein hiesiger Lagerapfel, der über den Winter angeboten werden soll, unterm Strich für mehr CO2 verantwortlich ist als ein vergleichbares „Flugobst“ (Quelle: http://www.zeit.de/2012/26/Stimmts-Apfel-Import). Keine Ahnung, obs stimmt.

    Schade finde ich weiterhin, dass zumindest unsere hiesigen Erzeuger auch nur die typischen Standardsorten anbieten. Quitten sind fast schon eine Rarität, ganz zu schweigen von alten Kartoffel- oder Apfelsorten, die nicht so viel Ertrag abwerfen, aber erheblich besser schmecken. Solche Sachen bekommt man hier leider nur noch von Hobbygärtnern oder man erntet selber von den öffentlichen Streuobstwiesen.

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  • Lukas 11. November 2013

    Lieber Christof,
    Auf diesem Blog sind ja alles ganz bewusste Einkäufer – das finde ich grossartig. Geselle mich gerne dazu. Ich versuche immer die Kriterien Nähe – Bio – Preis unter einen Hut zu bringen. Als ausgebildeter Biobauer habe ich da natürlich eine Affinität – aber leider kein Hof.
    Liebe Grüsse, Lukas

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  • Christof Herrmann 12. November 2013

    Ich würde den Bauernladen oder Supermarkt meiden, wenn die Betreiber nicht kundtun, woher ihre Ware kommt. Wenn das viele machen, ändern sie schnell ihre Informationspolitik. Die Macht liegt immer beim Verbraucher. Meist gibt es eh Alternativen, wie etwa der von Dir angesprochene Biohof.

    Importware aus Südamerika kann u. U. eine bessere Ökobilanz haben also Lebensmittel aus der Region, die monatelang im Kühlhaus liegt. Diesen Frühjahr habe ich hier in der Fränkischen Schweiz Äpfel vom letzten Jahr gekauft. Nach Aussage des Bauern lagerte das Obst in einem der hier typischen Kellern (also ohne Kühlung/Energieaufwand). Das sollte man dann bedenkenlos kaufen können. Diese Nähe zum Erzeuger spricht meiner Meinung nach auch für den regionalen Einkauf. Trotzdem ist das ein recht komplexes Thema. Nicht umsonst schrieb ich ja in meinem Blogartikel auch von „saisonal und regional“.

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  • effi 12. November 2013

    Zum Glück muss ich drauf nicht achten da ich fast kein Obst und Gemüse ess. Ich ess halt viel Fleisch, Wurst, Käse, Süßigkeiten, Pommes, Nudeln mit Majo. Macht des Leben leichter. Gruss effi

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  • Christof Herrmann 13. November 2013

    Des einen Glück, des anderen Leid.

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  • Wolfgang 17. Januar 2014

    Regional kaufen macht nicht nur bei Lebensmitteln Sinn. Es ist immer gut, wenn das Geld in der Region bleibt. Denkt den Gedanken einfach selbst zu Ende, welche Auswirkungen es auf Dauer hat, nicht in der Region zu kaufen, in der wir leben…. :-)

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  • Christof Herrmann 17. Januar 2014

    Ich gebe Dir recht, dass es oft Sinn macht, regionale Produkte nicht nur bei Lebensmitteln zu kaufen. Andererseits wird man nicht ganz auf Produkte aus dem Ausland verzichten können und wollen. Ich versuche dann möglichst welche zu kaufen, bei denen die Arbeiter korrekt bezahlt werden und nicht unter unmenschlichen Bedingungen malochen müssen. Nicht so einfach. Oft gibt es gar keine Fairtrade Produkte bzw. sind diese so teuer, das sich jemand, der sehr aufs Geld achten muss, diese nicht leisten kann.

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  • Martin Sell 27. Dezember 2014

    Vielen Dank für den guten Artikel! Ich versuche möglichst viele Produkte regional und saisonal einzukaufen. Leider ist das nicht immer ganz einfach. Auch wenn z.T. in Supermärkten die Waren schon nach Region ausgezeichnet werden. Wochenmärkte wären eine gute Möglichkeit, sind aber leider werktags, meist vormittags und somit für Berufstätige nur in Ausnahmefällen zu besuchen. Das online Portal foodroot listet gute Quellen für regionale Produkte und ermöglicht eine einfache Suche nach Einzelhändlern und Restaurants mit regionalen Angeboten. Das Tolle: jeder kann mitmachen und sich als foodscout registrieren. Mit einem persönlichen Verzeichnis kann man so ganz einfach Freunde und Bekannte auf besondere Produkte oder Läden aufmerksam machen. Schaut doch mal rein und macht mit:-)

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    • Christof Herrmann 29. Dezember 2014

      Wo wohnst Du denn, Martin? Wochenmärkte finden doch (auch) meist Samstag Vormittag statt, damit Berufstätige dort auch einkaufen können. Zumindest war das in allen sieben Städten, in denen ich bisher gelebt habe so.

      Viele Grüße

      Christof

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  • Martin 12. Januar 2015

    lieber christof,
    ich habe mal gehört (habe aber keine belege dafür), dass es auch noch einen weiteren gesundheitsvorteil hat: lebensmittel, die etwas mit blüten zu tun haben (honig…), wirken auch allergie-präventiv, weil man quasi permanent mit einer miniminimini-dosis pollenrückständen versorgt wird – das macht aber halt nur sinn, wenn es die heimischen pollen sind. das ganz wirkt natürlich nur sehr langfristig. bei unserer kinderärztin kann man aus diesem grund honig von umme ecke kaufen.
    martin…

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    • Christof Herrmann 16. Januar 2015

      Hallo Martin,

      danke für die Info. Macht Sinn. Ich persönlich werde als Veganer trotzdem keinen Honig mehr essen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Meuterer 3. Oktober 2015

    toller Artikel, danke dafür!
    Ich finde man sollte sich nicht nur auf Lebensmittel fokussieren sondern es viel allgemeiner halten. z.B. auch bei Mode..
    Ich informiere mich derzeit über nachhaltige Modellabel..
    Da gibt es wirklich eine Ganze Reihe toller Anbieter wie zB Armed Angels oder Alboline
    lieber zahle ich etwas mehr und weiss was ich bekomme
    Liebe Grüße

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  • Göktürk Demir 20. April 2016

    Hi Christof,
    danke für den tollen Beitrag. Du hast hier einige interessante Tipps die mich zum nachdenken gebracht haben.

    Danke und viele Grüße

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