8 achtsame Wege an regionale Lebensmittel zu kommen

8 achtsame Wege an regionale Lebensmittel zu kommen - Foto: Verkaufsstand mit Selbstbedienung bei Ebermannstadt in der Fränkischen Schweiz (Christof Herrmann, 2011)

„Wir haben alles, was Sie brauchen. Was wir nicht haben, brauchen Sie auch nicht!“ (Schild an einem Tante-Emma-Laden)

Sie schonen die Umwelt, sind gesund und schmecken noch dazu. Saisonale und regionale Lebensmittel sind wieder im Kommen, denn viele Konsumenten wollen wissen, was sie im Stoffbeutel nach Hause tragen und sich nach Zubereitung in den Mund schieben.

Nicht immer ist ersichtlich, ob das Obst und Gemüse aus regionalem Anbau stammt. Selbst in manchen Hofläden wird Ware vom Großmarkt angeboten und nicht entsprechend gekennzeichnet. Meiner Erfahrung nach erhält man jedoch auf Nachfrage meist ehrliche Auskunft über die Herkunft der Lebensmittel. Im Zweifel gibt es immer alternative Wege, an saisonale Lebensmittel aus der Region zu kommen:

  1. Im Supermarkt,  Gemüseladen, Bioladen und Reformhaus. Sogar die meisten Discounter bieten heute Lebensmittel aus der Region an.
  2. Auf dem Wochen- oder Bauernmarkt. Eine Übersicht der Bauernmärkte in Bayern gibt es beim Bayerischen Bauernverband.
  3. Direkt beim Erzeuger im Hofladen, im Bauernladen, auf dem Bauernhof, am Verkaufsstand mit Selbstbedienung (siehe Foto), auf der Erdbeerplantage zum Selberpflücken o. ä. Die (nicht vollständigen) Verzeichnisse von Erzeuger-Direkt und Einkaufen auf dem Bauernhof helfen bei der Suche.
  4. Eine Abo- oder Ökokiste beziehen. Mittlerweile gibt es in fast jeder deutschen Region mindestens einen Anbieter, der regionale, saisonale und meist biologisch angebaute Produkte liefert. Etwa 50 dieser Direktvermarkter haben sich zum Verband Ökokiste e. V. zusammengeschlossen.
  5. Aus eigenem Anbau, sei es auf der Fensterbank, auf dem Balkon, im Garten oder im Schrebergarten.
  6. Einen Acker pachten, bestellen und ernten. Dabei kümmert man sich eine Saison lang um eine Parzelle und darf die gesamte Ernte behalten. Unterstützung und Geräte kommen von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Größere Anbieter von Selbsternteparzellen sind Ackerhelden, meine ernte und tegut… Saisongarten.
  7. Sich an einem Urban-Gardening-Projekt beteiligen. In diesen Gemeinschaftsgärten im städtischen Raum ist jeder eingeladen mit anzupacken. Nach getaner Arbeit freuen sich alle gemeinsam über die Ernte. Die Gartenpiraten stellen auf ihrem Portal die wichtigsten urbanen Gärten Deutschlands vor.
  8. Kostenlos in der Natur pflücken und zwar nicht nur Bärlauch und Brombeeren. Auf der Webseite von Mundraub lässt sich einfach herausfinden, wo in der Nähe Obst, Nüsse oder Kräuter zu finden sind.

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{ 22 Kommentare }

  • Bem Perl 14. November 2013

    Danke für die Inspiration. Denke ich werde mal eine Abokiste ausprobieren. Kann mir jemand eine gute nennen?

    Antworten
  • Emi 15. November 2013

    Hallo Christof,

    vielen Dank für deine Tipps zum regionalen Einkauf.
    Ich finde, dass bei bewusst beschafften Lebensmitteln nicht nur deren Nachhaltigkeit steigt, sondern auch die ihnen von mir entgegengebrachte Wertigkeit. Ich weiß sie viel mehr zu schätzen und behandle solche Lebensmittel auch eher als Schätze.

    Mir ist übrigens noch ein „Ausnahme“-Punkt eingefallen:
    9. Nach Rücksprache bei Privatleuten Obstbäume/Sträucher abernten. In diversen Kleinanzeigen findet man immer wieder Menschen, deren Bäume zu ertragreich für sie selber sind und darum anderen anbieten, selbst zu ernten. Die Früchte kann man natürlich behalten!

    Bei Mundraub haben mein Mann und ich auch schon Erfahrungen gesammelt. Leider muss man etwas aufpassen, da viele private Flächen oder Streuobstwiesen wegen des Landschaftsschutzes nicht eingezäunt sind. Sogenannte Streuobst-Initiativen pflegen diese Wiesen. Ein abernten, wäre somit Diebstahl. Diese Seite bei Mundraub erklärt, wo man ernten darf und wo es besser ist sich zu vergewissern, ob sie allmende sind.

    Liebe Grüße
    Emi

    Antworten
  • Christof Herrmann 15. November 2013

    @Bem Perl
    Das kommt drauf an, wo Du wohnst, da jede Abokisten ja in der Regel nur ein eingeschränktes Liefergebiet hat. Einfach mal ausprobieren. Auf meiner FB-Seite haben ich und andere paar Ökokisten empfohlen.

    @Emi
    Danke für Deine Ergänzungen. Dass es vereinzelt Ärger mit Mundraub gab, ist mir auch schon zu Ohren gekommen. Hier in der Fränkischen Schweiz gibt es auch viele Streuobstwiesen. In manchen Jahren lohnt sich das ernten nicht (Obstpreis zu niedrig o. a.) und lässt der Besitzer das Obst fallen. Wenn nun jemand den Baum oder die Bäume bei Mundraub einträgt, ist spätestens dann Ärger vorprogrammiert, wenn der Bauer im nächsten Jahr wieder ernten möchte (Obstpreise wieder gestiegen). Im Zweifel also lieber hängen lassen.

    Antworten
  • Christian 18. November 2013

    Ein toller Bericht und ein wahres Wort.
    Der Spruch des Tante Emma Ladens gefällt mir ausgesprochen gut ;)!

    Bin der Meinung, dass man gut und gerne auf vieles verzichten kann was heutzutage permanent angeboten wird. Erdbeeren z.B. muss ich/man nicht das ganze Jahr über Essen und sie schmecken auch besser, wenn man darauf verzichten muss bis zum Sommer ;)! Wenn man dann auch noch genau weiß woher sie kommen…ein Genuss ;)!

    Die Seite von „Mundraub“ muss ich mir unbedingt mal ansehen.

    Danke für die Tipps,
    Gruß
    Chris

    Antworten
  • susi sorglos 19. November 2013

    Weniger ist oft mehr … habe gestern ein Beitrag zum Thema Reichtum und Glück gesehen… und es braucht für mich wenig und das Einfache wie ein Holzkarren in dem was wächst.
    Schöne Herbsttage ;-) wünscht Susi

    Antworten
  • Christof Herrmann 19. November 2013

    Ihr sprecht mir aus der Seele: Wenige, aber möglichst frische, saisonale und regionale Lebensmittel zu einer gesunden Mahlzeit verarbeiten. Das ist für mich eine einfach bewusste Ernährung.

    Antworten
  • Pit 19. November 2013

    Ein schöner „Nachtrag“ zu Deinem vorherigen Post. Ich glaube nicht, dass jedem Minimalismus-Willigen all diese Möglichkeiten bewusst waren.
    Und ja: nicht alles, was man irgendwo kaufen kann, braucht man auch. Das bedeutet dann aber freiwilligen Verzicht, der natürlich immer irgendwie schwer ist, besonders, wenn man es anders gewohnt ist.
    Es ist ein bisschen wie beim Autofahren: Wer das Auto stehen lässt, schont am effektivsten die Umwelt, ebenso wie der, der auf überregionale und saisonfremde Lebensmittel verzichtet.

    Und ich esse soo gerne Schokolade ;-)

    Antworten
  • Markus 21. November 2013

    Ein toller Bericht und wertvolle Tipps.
    Werd mir den vorherigen Post auch gleich durchlesen.

    Kann mich den hier vertretenen Meinungen nur anschließen.
    Regional und saisonal sich zu Ernähren bringt keinerlei Nachteile mit sich und warum auch. Früher gings doch auch ;)!
    Vill. sollte generell wieder ein Bewusstsein dafür geschaffen werden in den Köpfen der Gesellschaft, doch ich denke auch das es dafür leider zu spät ist :(!

    In diesem Sinne, danke für diesen Bericht und beste Grüße,
    Markus

    PS: Bei Schokolade werde ich auch schwach ;)!

    Antworten
  • Andreas 30. November 2013

    ich wohne im Allgäu, in einer Tourismusregion. Hotels und Anbieter denken langsam um und setzten vermehrt auf regionale Produkte. Der Gast kann seinen Beitrag leisten, wenn er gezielt regionale Produkte an seinem Urlaubsort bestellt. Die Fotografengemeinschaft Freelense brachte einen schönen Bildband, mit dem Titel „Mahlzeit, Deutschland“ heraus.

    Buchtipp. Das Projekt „Mahlzeit, Deutschland“, ist eine visuelle Bestandsaufnahme deutscher Esskultur. Es konzentriert sich nicht auf das Essen allein. Es zeigt auch: In welchen Situationen nimmt der Mensch seine Nahrung auf? Wie werden heute Nahrungsmittel erzeugt? Wie werden sie auf den Markt gebracht? Welche Bedeutung oder Wertschätzung geben wir gesunden Nahrungsmitteln? Ein bewusst handelnder und aufgeklärter Konsument kann Einfluss ausüben. Abseits geschönter Food-Fotografie liefern Bilder und Texte einen wichtigen Denkanstoß.

    Viele Grüße Andreas

    Antworten
  • Christof Herrmann 14. Dezember 2013

    Herzlichen Dank für Eure zahlreichen Kommentare!

    Im Zusammenhang mit saisonalen und regionalen Lebensmitteln fällt oft der Begriff Verzicht. Für mich fühlt sich das nicht wie Verzicht an. Eher das Gegenteil ist der Fall! Ich entdecke neue Gemüsesorten, suche nach den leckersten Äpfeln, probiere neue Rezepte aus, freue mich wie ein Kind auf Spargel oder Erdbeeren, wenn es sie wieder aus der Region gibt, …

    Übrigens ernähre ich mich nicht ausschließlich aus Regionalem und Saisonalem. Natürlich kaufe ich auch mal Datteln, Bananen oder die oben mehrmals erwähnte, von vielen heiß geliebte Schokolade. Es geht mir vielmehr darum, ein für uns und die Umwelt gesundes Maß zu finden und einfach bewusst wahrzunehmen, was wir in uns hineinschieben.

    Ich koch jetzt eine Gemüsesuppe ;-)

    Viele Grüße

    Christof

    Antworten
  • Roland 12. März 2014

    Hallo,

    schöne Auflistung. Auch toll ist die Solidarische Landwirtschaft. Diese geht weit über die Biokiste hinaus, da man einen Bauer direkt finanziert und an der Ernte teilhaben kann. Viele Kleinbauern müssen ja leider wegen der Rentabilität aufgeben, aus Frankreich gab es ja sogar die Schlagzeile dass jeden zweiten Tag ein Bauer wegen der schlechten Bedingungen Selbstmord begeht, was somit verhindert wird.

    In Mannheim-Ludwigshafen bauen wir so eine SoLawi gerade auf.

    Sonnige Grüsse und viel Freude weiterhin,
    Roland.

    Antworten
    • Christof Herrmann 12. März 2014

      Hallo Roland,

      schöne Initiative. Leider gibt es derzeit keine SoLawis in meiner Region. Werde das aber weiter verfolgen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
    • whitespace 13. September 2014

      Wollte ich gerade auch noch ergänzen :)

      Besonders den Austausch, den man dadurch auch mit seinen Nachbarn/Gruppenmitgliedern hat, finde ich super! Und auch die Sicherheit, ganz genau zu wissen, woher das Obst und Gemüse kommt.

      Antworten
  • An Schi 29. Mai 2014

    Hallo,
    gerade ist Hollunderblütenzeit. Überall an den Wegrändern wächst er überall.
    Ich habe schon 10 Liter Saft davon gemacht. 30 Blüten kurz abbrausen in einen 10 l Eimer mit Zitronensaft und 1kg Zucker und Wasser auffüllen. Nach 5 Tagen abseihen und erhitzen. Dann fülle ich den Saft in kleine Flaschen. Dazu benutze ich die leeren Flaschen von Grillsoße. Die haben ein Twist off System und schließen fest. Hollunderblutensaft ist sehr gesund und mit Wasser verdünnt schmeckt das wie Limonade!

    Antworten
    • Christof Herrmann 30. Mai 2014

      Hallo An Schi,

      schönen Dank für Deinen Tipp! Verstehe ich das richtig, dass Du diesen Hollunderblütensaft noch mal mit Wasser verdünnst? 100 Gramm Zucker auf 1 Liter Flüssigkeit wäre ja fast so süß wie Cola und wohl eher nicht „sehr gesund“, oder.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Esther 19. Juni 2015

    Hallo Christof,
    eigentlich ist es eher ein Holunderblütensirup und wird mit Wasser verdünnt. Er ist besonders in der Erkältungszeit gut. Danke für deine tollen Tipps und Rezepte.
    @ An Schi : Bin ich froh, dass du das Rezept hier eingestellt hast. Ich hatte meines nicht mehr gefunden. Danke.

    Liebe Grüße
    Esther

    Antworten
  • Lisa Helmers 29. Juni 2015

    Liebe Fans der regionalen Kostbarkeiten,
    vor zwei Jahren habe ich mich getraut in Görlitz Localeben – den Lieferservice für regionale Lebensmittel zu eröffnen. Dabei ist es egal, ob die Produkte DEMTER, BIO oder konventionell sind. Natürlich habe ich keine Produkte von Massentierhaltung etc. aber viele kleine Familienbetriebe und Landwirte können es sich einfach nicht leisten bzw. haben auch nicht die Absatzmengen, um sich ein BIO Zertifikat zu kaufen. Trotzdem, mehr „BIO“ geht nicht! LocaLeben bietet den kleinen Bauern die Möglichkeit ihre Produkte zu fairen Preisen zu vertreiben und dem Kunden die Möglichkeit alles was die Region her gibt auf einen Schlag zu bekommen ohne dass jeder selbst von Hof zu Hof fahren muss. Eigentlich super für faule Leute;-) doch leider klafft zwischen Einstellung und Verhalten immer noch ein großes Loch. Das Umdenken findet zwar statt, ist allerdings noch sehr selten tatsächlich bei den Menschen im Alltag angekommen.
    Für mich ist LocaLeben als Studentin derzeit mehr ein Hobby, eine Leidenschaft, als ein gewinnbringendes Unternehmen.
    Besonders jetzt im Sommer ist es aber so wichtig regional einzukaufen. Wenn ich mir anschau wie viele Tonnen Gemüse und Obst die hiesigen Bauern weg werfen , oder zu Preisen unterhalb der Gürtellinie verkaufen müssen um mit den Großproduzenten mithalten zu können, wird mir schlecht! Es ist ein soziales Armutszeugnis!
    Ich verlange von niemandem, dass er sich 100% von regionalen Sachen ernähren soll. Auch ich verzichte nicht auf Bananen u.ä. Es geht mir nur darum, dass man, wenn man die Wahl hat, Erdbeeren vom Bauern auf dem Markt zu kaufen oder eben welche aus Südafrika….Einfach mal häufiger auf die Etiketten gucken wo es her kommt und sich dann für das regionale Produkt entscheiden auch wenn es vielleicht 30 % teurer ist.

    …..den Stoffbeutel oder das Einkaufskörbchen nicht vergessen!

    Antworten
    • Christof Herrmann 29. Juni 2015

      Hallo Lisa,

      schöne Initiative. Passt ja genau hier rein. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und steigenden Erfolg damit!

      Nach meiner Erfahrung ist Saisonales und Regionales übrigens meist günstiger.

      Viele Grüße

      Christof, der heute noch Kirschen vom Bauern nebenan kaufen möchte ;-)

      Antworten
  • Sabine Hoppe 11. September 2015

    Ein schöner Blog mit vielen guten Anregungen. Und die Anbieter der echten regionalen Lebensmitteln können die Unterstützung prima gebrauchen. Leider geht aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft die Zahl der direktvermarktenden landwirtschaftlichen Betriebe in Niedersachsen zurück. Noch haben wir aber interessante Höfe und Produkte. In Niedersachsen findet man sie z.B. auf http://www.bioeinkaufen.de und http://www.service-vom-hof.de.
    Viele Grüße
    Sabine

    Antworten
  • Antje 16. Dezember 2015

    Hallo Christof,
    Weg Nummer 9: Alles erzählen, dass man super gerne frisches Obst und Gemüse aus dem Garten isst. Nachbarn, Freunde und Bekannte liefern dann sogar frei Haus ;) LG Antje

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    • Christof Herrmann 17. Dezember 2015

      Sehr gute Idee, Antje.

      An alle: Ich esse super gerne frisches Obst und Gemüse aus dem Garten. Meine Adresse steht im Impressum ;-)

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