Der beste Finanztipp, den Du bekommen kannst

Der beste Finanztipp, den Du bekommen kannst

Geld und Schulden zählen zu den Hauptgründen, warum wir das beibehalten, was wir nicht mögen, und nicht das tut, von dem wir träumen. Das persönliche Umfeld, die Werbung und die Medien reden uns ein, dass wir nur dann dazu gehören, wenn wir viel ausgeben und viel besitzen. Es ist heutzutage einfach, von Monatsgehalt zu Monatsgehalt oder gleich auf Pump zu leben. Kreditkartenzahlungen werden erst nach Wochen abgebucht, das Girokonto hat einen Dispo, immer mehr Produkte werden mit einer 0-Prozent-Finanzierung angeboten und einen Kredit gibt es längst ohne Schufa-Auskunft.

Solch ein Lifestyle kann Gefühle wie Stress, Angst, Frust und Hilflosigkeit auslösen. Ist man denen auf Dauer ausgesetzt, hat das fast immer negativen Einfluss auf die körperliche und seelische Gesundheit.

Es gibt einen Weg aus diesem Teufelskreis. Dieser Weg ist nach meiner Erfahrung der beste Finanztipp, den man bekommen kann (und zugleich eine Lebensweisheit):

Lebe unter Deinen Verhältnissen!

Das bedeutet nichts anderes, als weniger Geld auszugeben als einzunehmen.

Es stehen Dir dafür zwei Stellschrauben zur Verfügung. Entweder Du verdienst mehr oder Du gibst weniger aus. Ich empfehle, sich darauf konzentrieren, weniger zu konsumieren. Ein höheres Gehalt bedeutet nämlich meist mehr Arbeit und Stress. Außerdem führt es nur selten zu einer höheren Sparquote.

Wenn Du unter Deinen Verhältnissen lebst, also weniger ausgibst als Du einnimmst, wirst Du davon profitieren. Du wirst finanzielle und persönliche Freiheit erlangen. Es werden Dir mehr Möglichkeiten offen stehen. Du wirst Dich selbstbewusster, ausgeglichener und zufriedener fühlen.

Selbst wenn Du nur 50 Euro pro Monat zurücklegst, bist Du früher oder später schuldenfrei und baust Du Dir ein finanzielles Polster auf. Betrachte den monatlichen Betrag nicht als Sparen, sondern als Investition in Dich und Dein zukünftiges Ich. Finde Deinen Mix aus Tagesgeld, Festgeld, Aktienfonds und anderen Anlageformen, die zu Dir und Deiner Lebenssituation passt.

Seit ich denken kann, lebe ich unter meinen Verhältnissen. So war es mir möglich, Träume zu verwirklichen. Als Schüler konnte ich eine hochwertige HiFi-Anlage kaufen. Als Student bin ich jeden Sommer wochenlang mit dem InterRail-Ticket durch Europa gereist. Mit Mitte 30 bin ich eineinhalb Jahre um die Welt geradelt. Vor fünf Jahren habe ich meinen Beruf gekündigt, um meiner Berufung als freier Autor zu folgen. Seitdem war ich zusammengerechnet über 50 Wochen auf Fernwanderungen unterwegs. Und diesen Sommer werde ich zweieinhalb Monate durch Deutschland gehen.

Natürlich gibt es Umstände, in denen man für eine gewisse Zeit mehr ausgibt, als man einnimmt. Das ist meist der Fall, wenn man kein oder nur ein geringes Gehalt bezieht, etwa weil man noch in der Ausbildung ist, wie ich mit Mitte 30 freiwillig eine längere Auszeit nimmt, sich selbstständig macht oder aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten muss. Solche Phasen sind mit Ersparnissen viel einfacher zu überstehen oder gar erst möglich. Um sich so etwas im doppelten Sinne leisten zu können, sollte man also bereits unter den Verhältnissen gelebt haben.

Nun fragst Du Dich vielleicht, ob ein Kauf auf Kredit nicht zumindest bei einer eigenen Immobilie Sinn macht. Das sollte man sich gut überlegen. Für mich kann ich mir das nicht vorstellen. Ich bin in einem Haus aufgewachsen, das viele Jahre abbezahlt werden musste, und habe einige Freunde, die es nun genauso machen. Ich kenne also die Einschränkungen sehr gut. Vielen ist nicht bewusst, worauf sie sich da einlassen und welche Dauerlast die Schulden bedeuten. Wer sich ehrlich damit auseinander, wird herausfinden, ob die eigenen vier Wände wirklich ein Lebenstraum und kein Hirngespinst sind.

Wie man konkret unter seinen Verhältnissen lebt, soll nicht Inhalt dieses Artikels sein. Aber natürlich ist der Minimalismus ein wesentlicher Bestandteil auf dem Weg in die persönliche und finanzielle Freiheit. Minimalismus bedeutet ja auch, nur Geld für Dinge auszugeben, die man wirklich (ge)braucht und das Leben erleichtern oder bereichern.

Somit lautet der erste meiner mittlerweile 100 Minimalismus-Tipps auch wie folgt: “Lebe unter Deinen Verhältnissen, innerhalb Deiner Möglichkeiten und für Deine Träume.”

{ 48 Kommentare }

  • Markus 16. Mai 2018

    Das kann ich nur unterschreiben! Und dieses Credo heißt nicht, dass man sich nicht dann und wann was gönnen kann. Im Gegengeil: nur so kann man sich (ohne Kredit) auch mal was gönnen. Ich zum Beispiel gönne mir mehr Freizeit anstatt mehr Arbeit. Und ja: das geht auch mit Kindern!

    Antworten
  • Alex 16. Mai 2018

    Hi Christoph, Finanztipp? Meine erste Reaktion war, was wird das denn nun?! Dann lese ich den Artikel und kann dir voll und ganz zustimmen. Früher hab ich genauso gelebt, immer knapp bei Kasse, Schulden, Stress. Dann Minimalismus entdeckt, viel verkauft, kleinere Wohnung. Nun kann ich fast jeden Monat etwas zurücklegen, obwohl ich mittlerweile nur noch vier Tage die Woche arbeite. Schulden sind längst getilgt. 2019 plane ich eine längere Auszeit…

    Antworten
  • Anton B* 16. Mai 2018

    Right! Die schlimmste, fieseste, nachhaltigste Falle ist die Schuldenfalle. Sie macht die Menschen gefügig und zutiefst unfrei.

    Antworten
    • Christof Herrmann 16. Mai 2018

      Danke für Deinen Kommentar. Ich hatte erst bisschen Zweifel, dass dieser Artikel zu trivial wird.

      Antworten
      • Anton B* 16. Mai 2018

        Ganz sicher nicht, Christof, die Erfahrung habe ich am eigenen Leib machen müssen und ich kenne – wie Du offensichtlich – genug Opfer, die ihr Leben in Zwangshaftung der ‘Kreditinstitute’ fristen. Cool leben sieht anders aus. cool leben ist verzichten, nein sagen zu den Verlockungen und Verführungen, frei sein.

        Antworten
  • Viktor 16. Mai 2018

    Hallo Christos,

    dieser Artikel trifft den wichtigsten Kern: Ohne Schulden lebt es sich nicht nur ruhiger sondern kann man sich mehr Freiheit und Unabhängigkeit ermöglichen.
    Früher waren die Menschen sicher nicht unglücklicher, nur weil es keinen SUV oder die Lacoste Schuhe gab und diverse andere Sachen, die man eigentlich in der Form nicht braucht. ;-)

    Bis vor wenigen Jahren hatte ich noch einen Kredit aus alter Zeit (für Konsum, Wohnung etc.) und vor etwa einem Jahr endlich abbezahlt. Und schon konnte ich dieses nun vorhandene Geld monatlich zur Seite legen. Es gab die Möglichkeit, ohne dies, wäre es auch genau so toll, da man niemandem etwas schuldet.

    Jetzt bin ich in einer mehrmonatigen Auszeit (unbezahlt) und starte am Pfingstwochenende in eine mehrmonatige Radreise.
    Und ich kann es eben wegen langjähriger Bescheidenheit, immer stärkeren Minimalismus und vorheriger Umsetzung dessen (zuletzt ordentlich ausgemistet, diverse Sachen verkauft, verschenkt und entsorgt), leisten. Und natürlich weil das jetzige Geld nicht für ein Haus (Kredit) oder Auto ect. ausgeben wird. Ich ziehe hier vor, mich nicht erneut zu verschulden, wieder anzuketten an dieses System. Getreu dem obigen Motto, bleibt es so und Freiheit ist mir lieber als Konsum.
    Und dann sind wieder Auszeiten wie die jetzige nicht nur möglich sondern ein Muss für Naturfreunde, um sich ebenfalls von dem ganzen Wahnsinn in dem wir uns befinden, fernzuhalten.

    In diesem Sinne, wünsche ich Allen nur eine ähnliche positive Erfahrung und stets einen Blick nach vorn und aus der Vergangenheit wird nur gelernt. :)
    Abgehakt, geht es nur nach vorne!

    Viele Grüße

    Antworten
    • Christof Herrmann 16. Mai 2018

      Du bist ein wunderbares Beispiel, welche Möglichkeiten das Leben für einen bereit hält, wenn man eine Zeitlang unter seinen Verhältnissen lebt, schuldenfrei wird und etwas auf die Seite legt. Du leistest Dir eine Auszeit und radelst gen Süden. Viel Spaß dabei und komm gesund zurück. Ich prophezeie Dir, dass Du verändert und mit einer Menge Ideen zurückkehren wirst. Zumindest war es so bei meiner ersten langen Auszeit mit dem Rad.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
    • Felix 17. Mai 2018

      Hallo Viktor,

      danke für deine ehrlichen Worte , lieber Freiheit als Konsum !
      In diesem Sinne geniesse die Natur :-)

      Antworten
  • Viktor 16. Mai 2018

    Hallo again, bitte den obigen Fehler korrigieren (-s +f). An die Touchtastatur kann ich mich einfach nicht gewöhnen. Danke und Gruß

    Antworten
  • sven 16. Mai 2018

    Toller Beitrag, das habe ich auch so erlebt, vor allem Einnahmen gleich Ausgaben. Erst mit Ende30 wurde ich aufgeweckt, durch Burnout, Depression. Seitdem sehe ich viele Dinge anders und denke ueber Ausgaben nach. Von Jahr zu Jahr haeuft sich mehr Geld an ohne das ich jetzt geizig waere.

    Antworten
  • Viktor 16. Mai 2018

    Nagut, dann bleibt es oben so. Ansonsten wirst Du wahrscheinlich Recht haben, denn ich merke jetzt schon eine kleine Veränderung, da ich ja schon in Auszeit bin. Ich werde ganz sicher berichten und bin schon sehr gespannt, sowohl auf die Zeit als wie auf eigene Veränderungen insgesamt.

    Und tolle Kommentare bis hierhin und schön zu lesen, wie sich wahrschein immer mehr Menschen bewusst verändern, schuldenfrei werden und auch bleiben wollen.

    Antworten
  • Viktor 16. Mai 2018

    Hallo Sven,
    es ist nie zu spät. Ich brauchte dafür keinen Burnout aber lange hätte es so nicht gedauert und ich war Anfang 30.

    Mir helfen allerdings auch diverse Bücher aus der Philosophie und das hat nicht nur meine Seele bereinigt sondern mich zu eben diesen Schritten bewegt bzw. dazu ermutigt.
    Viele Grüße

    Antworten
  • Monika Spindler 17. Mai 2018

    Hallo Christof und ihr anderen Kommentarschreibenden!

    Ich habe noch Rückzahlungen zu leisten und zwei Töchter in Ausbildung; Und das Ende ist schon absehbar. Dann kann ich noch großzügiger andere Menschen an unserem Paradies teilhaben lassen. Wir sind als Familie vor 15 Jahren nach La Palma ausgewandert und haben hier mehrere kleine Häuser gebaut, die wir vermieten. Und auch einen Wohnwagen mit Bad und Küche, in dem gerne Menschen wohnen, die sich eine Auszeit nehmen gegen Beteiligung in Form von Mithilfe. Längerfristig erhoffe ich mir hier eine Gemeinschaft von Menschen, die bewusst leben und sich nach innen orientieren. Den Weg nach innen habe ich in einer Krisenzeit formuliert und mich gegen den Weg der Trennung entschieden. Es ist ja unser inneres “uns getrennt fühlen”, das dieses Mangelgefühl in uns erzeugt und uns drängt, es im Außen, durch “Haben” oder “Tun” zu betäuben. Viele Menschen befinden sich auf der Flucht vor den eigenen Gefühlen und brauchen wieder den Impuls, sich allen Gefühlen, die auftauchen zuzuwenden. Darin unterstütze ich unsere Gäste: in der Selbstliebe und Selbsttreue! Von daher bin ich froh, dass wir es vor allem auch mit den vielen privaten Geldleihen geschafft haben, dieses kleine Paradies hier wieder zu beleben.
    Ich danke euch sehr für eure Ermutigung den Weg raus aus dem Konsum und vermeintlichen Zwang noch radikaler, konsequenter und kompromissloser zu gehen!
    ALLES LIEBE
    Monika

    Antworten
    • Christof Herrmann 17. Mai 2018

      Hallo Monika,

      ich war vor 15 Jahren mal auf La Palma zum Wandern, wirklich ein kleines Paradies. Auch die Nachbarinsel El Hierro würde mich interessieren. Leider sind die Kanaren ja praktisch nur mit dem Flugzeug zu erreichen. Sonst würde ich mal bei Dir vorbeischauen. Das mit der Gemeinschaft im Paradies klingt spannend.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten
    • Henry Chinaski 18. Mai 2018

      Hallo Monika,

      liest sich sehr spannend Dein Projekt. La Palma steht noch auf meiner Reiseliste ganz oben. Wie kann man Dich erreichen? Homepage?Mail Adresse?

      LG und schönes Wochenende

      Antworten
  • Felix 17. Mai 2018

    Hallo Christof,

    ..sehr guter Beitrag.Hier dienen als Vorbild , die Frugalisten , möglichst viel Sparen um später oder früher ohne /- oder wenig Arbeit zu leben.
    Also ich lebe seit ca. 5 Jahren “Unter meinen Verhältnissen”.
    Mich hat der Livestyle einfach nicht glücklich gemacht.Der wichtigste Punkt, ist die damit verbundene Ausgeglichenheit und Selbstbewußtsein.
    Ich kenne mittlerweile viele Gutverdiener , die aufs Auto verzichten und mit dem Fahrrad gerne zur Arbeit fahren.Generell ändern sich die Zeiten ,Familie ,Freizeit ,Selbstverwirklichung ist der neue Luxus.
    Zum Thema Immobilie, dort kann man auch unter seinen Verhältnissen leben , kann mir ein Haus finanzieren oder innerhalb eines relativ kurzem Zeitraum eine Wohnung abzahlen, um dann in naher Zukunft weniger zu arbeiten , da die Wohnkosten wegfallen (Wohnen wird immer teurer)-fällt dann weg.
    Also ich habe eine Sparquote von ca 40-50 % , Aktien und dergleichen ist nix für mich , mich beruhigt das Geld auf dem Konto viel mehr.
    Grüße

    Antworten
    • Christof Herrmann 17. Mai 2018

      Hallo Felix,

      bei Deiner Sparquote wird die eigene Immobilie natürlich gleich attraktiver. Du wirst sicher keine 27 Jahre (das ist die durchschnittliche Tilgungsdauer eines Eigenheims in Deutschland!) abzahlen.

      Wo Du das Wort Frugalist verwendest. Ich habe einen Blogartikel im Kopf, in dem ich den Unterschied und die Gemeinsamkeiten zwischen Frugalisten und Minimalisten erörtern.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
    • Viktor 17. Mai 2018

      Hallo Felix,.

      den Blog des Flugaristen aus Hannover kenne ich. Ich sehe darin zwar auch gewisse Vorteile, da man sparsam ist und bewusster mit Geld umgeht, jedoch sehe ich einen klaren Unterschied zu Minimalismus. Dort möchte man so viel Geld in so kurzer Zeit wie möglich. Ob man dann all die Jahre wirklich glücklich lebt?! Wag ich zu bezweifelt, weil man weder Geld für Urlaub, Auszeit und gutes Essen bzw Lebensmittel ausgeben möchte, da Verlustangst des Geldes und der Sorge um die Zukunft und Unabhängigkeit. Beim Minimalismus hat man es schon, denn hier geht es ja primär um die Qualität des Lebens und nicht um Einschränkungen.
      Habe ich also etwas Geld wegen Sparsamkeit, so gebe ich es für sinnvolles aus, wie Reisen, Auszeit und einen Teil kann man immer noch sparen, also das was einfach übrig bleibt.
      Das war nur so mein Gedanke dazu. Auf den Blogartikel von Chrstof dürfen wir gespannt sein.
      Viele Grüße

      Antworten
  • Eugen 17. Mai 2018

    Hallo Christof,

    gibt es den Artikel zum Unterschied und den Gemeinsamkeiten zwischen Frugalisten und Minimalisten schon? Wenn ja, hast Du mir einen Link?

    Grüße

    Antworten
    • Christof Herrmann 17. Mai 2018

      Hallo Eugen,

      nein, den gibts noch nicht. Obigen Kommentar habe ich doch erst vor 10 Minuten geschrieben. Wer meinen Newsletter bezieht, verpasst keinen Artikel und bekommt jedesmal paar Zugabe ;-)

      Grüße

      Christof

      Antworten
  • Biene 17. Mai 2018

    Schon seit ich mein eigenes Geld verdiene, lebe ich im Alltag sparsam, gönne mir dann aber au gerne mal was. Reisen ist mein liebstes Hobby und Zeit haben das wertvollste Gut…
    Im Moment geniesse ich meine mehrmonatige Auszeit, die ich mir dank dieser Lebenseinstellung finanzieren kann.
    Liebe Grüsse aus Indonesien

    Antworten
    • Viktor 17. Mai 2018

      Hallo Biene,

      bewundernswert, dass Du schon so früh angefangen hast.

      Wir haben so viele Möglichkeiten, wenn wir diese nur entdecken und auch umsetzen möchten, dann folgt die Belohnung.

      Ich wünsche Dir eine schöne Auszeit und Zeit in Indonesien.
      Viele Grüße

      Antworten
  • Felix 17. Mai 2018

    Hallo Viktor,

    ich sehe da nicht so eine klare Grenze zwischen Frugalisten und Minimalismus.Deshalb bin auch auf den Beitrag vom Christof gespannt.Wie immer gut recherchiert , für die Minimalismus Gemeinde sehr wertvoll.
    Ich spare automatisch , wenn ich ein kleines Auto habe oder statt 3 Wochen USA lieber im Urlaub mit dem Fahrrad in Deutschland bleibe.Nicht weil ich sparen will, sondern weil ich so leben möchte.
    Bzgl.der Immobilie , wenn 27 Jahre der Durchschnitt ist , schaffe ich es unter 10 Jahren.
    Sorry mich macht ein großes Auto oder ein tolles Haus nicht glücklich.
    Grüße Felix

    Antworten
    • Christof Herrmann 17. Mai 2018

      Da habe ich mir ja was eingebrockt ;-) Die Artikelidee ist nur in meinem Kopf, wenn sie reift bekommt sie ein Dokument auf meinem Rechner und dann kann es noch mal sehr lange dauern, bis der Text schließlich online ist.

      Ganz kurz: Frugalisten versuchen möglichst viel, teilweise sogar extrem zu sparen, um früh (oft wird der 40. Geburtstag genannt) aus dem Arbeitsleben zu treten und dann nur noch von den Ersparnissen und den Zinsen zu leben. Minimalisten reduzieren bewusst ihren Konsum und lösen sich auch von anderem Ballast, um freier, erfüllter und selbstbestimmter zu leben. Sie leben zwar meist sparsam und reduzieren oft ihre Arbeitsstunden, aber sie leisten sich gerne mal etwas, geben Geld für ihre Passionen aus. Sowohl Frugalisten als auch Minimalisten tun dies freiwillig.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Oliver 4. Juli 2018

        Hallo Christof,

        auf deinen Artikel bin ich (als Erfinder des Wortes “Frugalisten” im Sinne eines “finanziellen Minimalisten”) sehr gespannt.

        Ich sehe den Unterschied zwischen Minimalisten und Frugalisten nicht so eng. Ich würde mich selbst auch als Minimalisten bezeichnen. Auch für Frugalisten steht im Vordergrund, ein möglichst glückliches und erfülltes Leben zu leben. Auch ich kaufe mir ohne Weiteres Dinge, die mir sinnvoll erscheinen oder die ich für meine Hobbys und Passionen benötige (auch wenn ich auch dort versuche, nach Möglichkeit Geld einzusparen, indem ich z.B. Dinge gebraucht kaufe).

        Ich sehe den Unterschied zum reinen Minimalismus eher darin, dass ich Geld als Werkzeug nutze, um meine Vorstellungen von einem guten Leben zu realisieren – und dass (weitgehende) finanzielle Unabhängigkeit zu dieser Vorstellung eines guten Lebens gehört. Frugalismus hat jedoch – genau wie Minimalismus – nichts mit Verzichten/Entbehrung zu tun, und auch nicht mit Sparen als Selbstzweck.

        Antworten
  • Felix 17. Mai 2018

    Genau so ist es , beide tun es freiwillig !
    Bei Minimalisten sind die Passionen aber oft auch Minimalistisch , so wie bei mir wandern .
    Der größte Luxus ist, z.B eine Auszeit zu nehmen oder statt ganztags nur halbtags zu arbeiten , oder den Job annehmen der Spass macht und nicht weil er viel Geld bringt.
    Generell auch wichtig, soll jeder so leben wie er will !Ich lebe minimalistisch !

    Antworten
  • Thomas 18. Mai 2018

    Hallo Christof,
    der Artikel entlockt mir das erste Mal einen Kommentar. :-) Was ich hierbei hilfreich finde und mMn ein guter erster Schritt “raus aus dem Leben über den Verhältnissen” sein kann, ist, alle eigenen Ausgaben transparent zu machen. Ich habe glücklicherweise kein Schuldenproblem, dafür aber großen Spaß an Listen und Tabellen — ich habe mir eine Art Privatbuchhaltung aufgebaut, Tabellen für fixe Ausgaben (wie Miete, Sport, etc), fixe Einnahmen (Gehalt) und variable Ausgaben. Für letztere gibt’s dann auch eine Planungstabelle, in der ich Budgets definiere (geht natürlich besser, nachdem man Ausgaben längere Zeit getrackt hat). Alle sind miteinander verbunden / greifen aufeinander zu (geht super mit Google Sheets), so habe ich jederzeit einen präzisen Blick darauf, welche Ausgaben ich in welchen Kategorien wann tätige, wie sich diese verändern, im Vergleich zum Vorjahr verhalten etc. Ob etwas aus dem Rahmen fällt, ob sich zB Foodsharing (wäre vielleicht auch mal einen Artikel Wert?) auf Lebensmittelausgaben auswirkt.. etcetc. Mein Ziel war nicht, dadurch zu “knausern”, mir nichts mehr zu gönnen (ich liebe Genuss und Kulinarik), sondern nur das Bewusstsein zu schärfen, Dinge jederzeit klar sehen zu können und “wissen, wo das Geld hinfließt”. Ich glaube, oft wissen Leute das nicht und wundern sich dann, dass am Ende des Geldes noch Monat übrig ist. Einfach ein Bewusstsein schaffen.. in meinem Falle dient es nicht zur Kasteiung, dennoch finde ich es sehr interessant, wie viel Geld zB für Kaffeetrinken draufgeht. ;-)

    Deine Seiten sind toll, dein Newsletter ist so ziemlich der Einzige, den ich regelmäßig lese — Kompliment.

    thomas

    Antworten
    • Christof Herrmann 23. Mai 2018

      Hallo Thomas,

      vielen Dank für Deinen ersten Kommentar, das Lob und Deine Ergänzung.

      Ich kann Dir nur beipflichten. Ein Haushaltsbuch zu führen – und das möglichst akribisch und mindestens über ein Jahr – ist der beste Start in ein Leben unter den Verhältnissen. Ich habe das selbst schon mehrmals gemacht. Nur so weiß man, wohin all das Geld geht und kann Sparmaßnahmen einleiten.

      Och wollte diesen Artikel nicht zu sehr aufblähen. Es ging eher um das Warum, also warum man unter den Verhältnissen leben sollte. Ich werde sicher einen mal etwas über das Wie bloggen, also wie man konkret unter den Verhältnissen lebt. Da wir das Führen eines Haushaltsbuchs natürlich eine zentrale Rolle spielen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Monika Spindler 18. Mai 2018

    Hallo, ihr Lieben!
    Ich freue mich so, dass ich von einem Freund auf die Seite gebracht wurde, weil es mich sehr ermutigt, dass schon so viele Menschen Werte wie Lebensqualität oder Selbstliebe an die erste Stelle in ihrem Leben setzen! Das ist für mich die Basis für eine für alle Menschen lebenswerte und friedvolle Welt in der auch die Erde mit ihrer wunderbaren Natur wieder wertgeschätzt wird und die innere Freude aus den vielen kleinen alltäglichen Wundern erblüht.
    Für mich ist das Wandern in der Natur schon seit ich denken kann ein wertvoller Energiespender und das Leben in Gemeinschaft, in bewusstem Miteinander ein Segen. Jedenfalls erlebe ich das zunehmend so, seit ich meine Projektionen auf mir nahe stehende Menschen zurücknehme und mich nach innen wende, was in mir diese oder jene Erfahrung hervorgerufen hat. Auf diese Weise erkenne ich alte Denkmuster und “Programme” und komme mir selbst immer näher – meinem wahren Wesen. Und das braucht sowieso keinen Konsum. In Kontakt mit meiner Essenz brauche ich keinen Ersatz mehr, da fällt der Konsum und das “Mehr-Haben-Wollen” ganz alleine weg. Christian Meyer ist da ein wunderbarer spiritueller Lehrer. Du findest eine Menge YouTube Videos von ihm im Internet.
    Unsere Homepage hat derzeit Zugangsdaten, weil wir den Namen der Finca geändert haben und auch unser Angebot spezialisieren für Menschen, die sich neu orientieren, sich eine Auszeit gönnen oder Begleitung bei besonderen Prozessen wie Verlust eines Angehörigen o.ä. wollen.
    Du kannst gerne meine E-Mail bei Christof erfragen, wenn dich unser Angebot interessiert und du mit mir Kontakt aufnehmen magst.
    ALLES LIEBE
    Monika

    Antworten
    • Christof Herrmann 23. Mai 2018

      Hallo Monika,

      ich habe wie gewünscht dem Henry Chinaski Deine E-Mail-Adresse weitergeleitet.

      Viele Grüße nach La Palma

      Christof

      Antworten
  • Marco 18. Mai 2018

    Irgendwo oben in den Kommentaren habe ich gelesen: “Selbstverwirklichung ist der neue Luxus” und so sehe ich das auch. Ich find den Beitrag klasse und auch wir leben unter unseren Verhältnissen. Eben weil wir unseren Konsum immer weiter zurückgefahren haben, wir brauchen viel weniger als wir glauben zu brauchen. Es ist traurig und ja, eigentlich unglaublich wie Menschen ihr Leben durch die Erwartungen anderer Leute bestimmen lassen.. so richtig dahinter gekommen bin ich erst durch die vegane Ernährung!

    Antworten
    • Christof Herrmann 23. Mai 2018

      Da fällt mir ein Zitate des US-amerikanischen Humoristen Will Rogers ein: “Zu viele Leute geben Geld aus, das sie nicht verdient haben, um Dinge zu kaufen, die sie nicht wollen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht mögen.”

      Antworten
  • Jutta 20. Mai 2018

    Habe einen weisen Satz vor langer Zeit gelesen, der da lautet:
    Geld vermehrt man nicht, indem man die Einnahmen verdoppelt, sondern die Ausgaben halbiert.
    Das ist nur anders ausgedrückt, was du geschrieben hast, Christof.
    Allerdings muss ich gestehen, dass es nicht immer einfach ist, aus dem zigzig Jahre alten Trott (mehr ausgeben, als zur Verfügung steht) heraus zu kommen. Ich habe zwar keine Schulden, aber ich lebe nicht unter meinen Verhältnissen, was mir sicher gut tun würde, denn dann könnte ich mir so manches schneller leisten, als vorgesehen.
    Ich bin ehrlich und sage, dass es mir nicht leicht fällt. Aber ich arbeite an mir!

    Antworten
    • Christof Herrmann 23. Mai 2018

      Nehme Dir doch jeden Monat vor, weniger auszugeben als einzunehmen – und wenn es nur ein Euro ist. Du musst dafür am Ende jeden Monats einen Kassensturz über all Dein Vermögen machen. Kannst mir oder hier als Kommentar dann gerne Rückmeldung geben. Und wie viel hast Du bis Ende des Monats noch zur Verfügung? ;-)

      Antworten
  • Elke 17. Juni 2018

    Sehr interessanter Artikel und viele gute Kommentare.

    Das nachstehende Buch habe ich vor ca. 3 Jahren entdeckt und gekauft:

    “Die Kunst, mit meinem Geld auszukommen”
    EAN: 9783442171088

    Ich bin nach dem Kauf noch einige Wochen drum herum geschlichen und dann habe ich es gelesen. Und versucht, das Gelesene umzusetzen. Die erste Handlung war ein Haushaltsbuch, das ich mir in Excel angelegt und für mich zurecht geschnitzt und weiter entwickelt habe.

    Dieses Haushaltsbuch habe ich 2,5 Jahre geführt und mit seiner Hilfe gelernt, wo die Ausgabenfallen sind. Das Einkommen ist ja fast immer hoch genug, nur die ungeplanten und spontanen Ausgaben verderben die Bilanz und es bleibt wieder nix übrig am Monatsende, schlimmenstenfalls fährt das Girokonto fast jeden Monat in die Miesen (wie bei mir).

    In diesen 2,5 Jahren habe ich gelernt, die Ausgaben zu senken, Ausgaben rund ums Jahr zu planen und einzuteilen. Das Konto war nicht wieder unter 0, das angesparte Polster kann sich sehen lassen.

    Inzwischen habe ich nur eine Aufstellung über die fixen Ausgaben in einer Excel-Datei gespeichert. Somit weiß ich genau, wann was fällig ist und ich weiß somit wieviel Geld ich zur Verfügung habe.

    Mit Geld muss man sich beschäftigen und zwar selbst.

    Das Buch habe ich übrigens weiter verschenkt, an jemanden, der auch mehr ausgiebt, als gut tut.

    Antworten
    • Christof Herrmann 18. Juni 2018

      Danke für den Buchtipp. Bin ganz Deiner Meinung und wiederhole meinen Kommentar oben vom 23. Mai: “Ein Haushaltsbuch zu führen – und das möglichst akribisch und mindestens über ein Jahr – ist der beste Start in ein Leben unter den Verhältnissen. Ich habe das selbst schon mehrmals gemacht. Nur so weiß man, wohin all das Geld geht und kann Sparmaßnahmen einleiten.”

      Antworten
  • Cornelia 12. Juli 2018

    Ich habe über 10 Jaher an einem Kredit abbezahlt, der zwischendrin immer wieder ausgestockt wurde. Durch die Raten, hatte ich meist nicht mehr genug Geld für alles andere was so anfiel. Seitdem ich minimalistischer Lebe und bewusster Konsumiere habe ich es geschafft, den Kredit 2 Jahre früher zu tilgen und nebenbei noch etwas Geld anzusparen.

    Meine besten Tipps aus dem Internet waren ein weiteres Konto als “Konsumkonto” zu eröffnen. Ich habe einen Dauerauftrag auf dieses Konto und zahle von dem Betrag alle variablen Kosten. So werde ich nicht verleitet mehr Geld auszugeben als ich möchte oder kann. Für mich ist das der beste Tipp aller Zeiten und ich empfehle ihn jedem der nicht mit Geld umgehen kann :-)

    Und als Psychologischer Trick werden meine ehemaligen Kreditraten per Dauerauftrag auf mein Sparkonto überwiesen. (Ich konnte davor ohne den Betrag X leben, also kann ich das jetzt auch weiterhin)

    Antworten
    • Christof Herrmann 13. Juli 2018

      Gut, dass Du nun schuldenfrei bist.

      Die ehemaligen Kreditraten weiter zu sparen, ist naheliegend. So kommen sehr schnell Ersparnisse zusammen, was immer mehr Freiheit und Möglichkeiten bedeutet.

      Antworten
  • Neffe 4. Oktober 2018

    Ziemlicher Blödsinn. Oder anders gesagt: unter seinen Verhältnissen zu leben, ist etwas für gut verdienende Singles ohne Kinder und sonstige Verpflichtungen. Unsereins als Mindestlöhner kann gar nicht unter seinen Verhältnissen leben, weil das Geld so schon hinten und vorne nicht reicht.

    Antworten
    • Christof Herrmann 4. Oktober 2018

      Minimalismus ist immer etwas Freiwilliges. Wenn man mit den anderen in Sachen Konsum und Lifestyle mithalten möchte, es aber finanziell nicht reicht, tut das weh! Dann kommen Schulden, Frust, Depressionen, Krankheiten etc. Das einfach Leben kann ein Weg aus dem Schlamassel sein. Er muss halt aus aus freien Stücken gegangen werden. Bei mir als freier Autor bleibt übrigens sogar etwas weniger als der Mindestlohn übrig. Und ich kenne einige, die freiwillig wenig arbeiten (teilweise nur ein oder zwei Tage die Woche), also ebenfalls wenig Geld zur Verfügung haben, kaum konsumieren und trotzdem oder gerade deswegen zufrieden sind.

      Alles Gute und viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Andrea 22. Oktober 2018

    Hallo Christof, eben hat mir eine Bekannte von deinem Blog erzählt – dafür bin ich ihr sehr dankbar! Als erstes hab ich mal nach deinen Gründen geschaut, weshalb man Tierliches essen sollte :-)))) Wir leben ganz in deiner Nähe in einem kleinen Holzhaus auf Rädern ( Wohlwagen Punkt de) Zu zweit auf 48m2… Es ist wunderschön! Eine Freundin meinte einmal, für ihren Mann wäre das nichts, er habe hohe Ansprüche – ich erklärte ihr, dass wir diese auch hätten, nur eben hinsichtlich Freiheit und Reisen… Es ist wunderschön, ganz einfach im Einklang mit der Natur zu leben. Liebe Grüße nach Nürnberg, herzlich, Andrea

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Oktober 2018

      Hallo Andrea,

      die Wohnwagen kenne ich, bisher aber nur aus dem Netz. Vielleicht ergibt sich einmal die Gelegenheit, eines zu besichtigen. Könnte mir vorstellen auch so zu leben.

      Schöne Grüße an Dich – und Deine Bekannte ;)

      Christof

      Antworten
  • Basti 6. November 2018

    Da das Thema frühe Rente hier im Verlauf des Beitrags/der Kommentare aufgekommen ist: Gestern hat sich ein Beitrag im ZDF-Magazin “Wiso” auch damit beschäftigt.
    Auch wenn die Sache aus der Beitragssicht am Ende für Deutschland eher schwierig gesehen wird, trotzdem sehenswert.

    Viele Grüße
    Basti

    Antworten
    • Christof Herrmann 6. November 2018

      Presse, Funk und Fernsehen entdecken nach den Minimalisten nun offenbar deren Verwandte, die Frugalisten.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten

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