Was ich als Minimalist nicht besitze und was ich stattdessen habe

Was ich als Minimalist nicht besitze und was ich stattdessen habe (Foto: Janine Simanek, 2016)

„Bevor man etwas brennend begehrt, sollte man das Glück dessen prüfen, der es bereits besitzt.“ (François de La Rochefoucauld)

„Das würde ich mir nicht trauen.“

Seit ich online und offline verkünde, dass ich diesen Sommer vier Monate auf dem Jakobsweg gehen werde, höre ich immer wieder ähnliche Fragen und Bemerkungen: „Wie kannst du dir das nur leisten?“, „Das ist auch ein Traum von mir. Aber […]“, „Warum fliegst du nicht nach Spanien?“, „Ich hätte keine Lust, mir einem schweren Rucksack durch die Gegend zu laufen“, „Warum kannst du dir einfach vier Monate freinehmen?“, „Das würde ich mir nicht trauen.“

Meine Antwort war stets die gleiche: Ich versuche, als Minimalist zu leben. Für mich heißt das, möglichst auf Ballast zu verzichten. Unter Ballast verstehe ich nicht nur unnötige Dinge, sondern auch vermeintliche Verpflichtungen, negative Gedanken und zwischenmenschliche Beziehungen, die einem nicht gut tun.

Bei einem dieser Gespräche kam mir die Idee, all das niederzuschreiben, was ich als Minimalist nicht besitze und was ich stattdessen habe.

Was ich als Minimalist nicht (mehr) besitze

Keinen Beruf … stattdessen meine Berufung als Blogger und Autor.

Keinen vollen Terminkalender … stattdessen wenige Termine, auf die ich mich meist freue.

Keine ewig langen To-do-Listen … stattdessen zwei oder drei To-dos pro Tag.

Kein ständiges Multitasking … stattdessen Achtsamkeit und Fokus.

Kein Chaos im E-Mail-Postfach … stattdessen eine minimalistische E-Mail-Routine.

Keine Überstunden am Schreibtisch … stattdessen Stunden in der Natur.

Kein Auto … stattdessen eine Bahncard, ein Bike und zwei Beine.

Keine 4.000 CDs und LPs mehr … stattdessen Streaming in CD-Qualität.

Keine Regale voller Bücher … stattdessen zwei oder drei Bücher aus der Bücherei.

Kein Mineralwasser aus Plastik- oder Glasflaschen … stattdessen Leitungswasser.

Keinen Fast Food … stattdessen Slow Food, das ich am liebsten selber koche.

Keine Vereinsmitgliedschaften … stattdessen meine vegane Wandergruppe.

Keinen riesigen Freundes- und Bekanntenkreis … stattdessen ein paar gute Freunde.

Keinen Fernseher … stattdessen Zeit, um mit Freunden ins Kino, auf Konzerte oder in eine Kneipe zu gehen.

Keine Fernreisen mit dem Flugzeug … stattdessen wochenlange Fernwanderungen.

Keinen schweren und großen Rucksack auf diesen Fernwanderungen … stattdessen einen 8 Kilogramm leichten und 32 Liter kleinen Rucksack.

Keine Angst vor Verlust und Scheitern … stattdessen Mut, etwas Neues auszuprobieren.

Entdecke den Minimalisten in Dir

Auch Du kannst von einer minimalistischeren Lebensweise profitieren. Du musst nicht gleich Deinen gesamten Hausstand verkaufen und den Job kündigen. Schon kleine Veränderungen können für mehr Klarheit, Freiheit, Zeit und Zufriedenheit sorgen. Auf meiner Minimalismus-Themenseite findest Du Anregungen, wie Du einfach einfacher leben kannst.

Auch die täglichen Berichte und Fotos von meiner minimalistischen, nachhaltigen und veganen Wanderung nach Santiago de Compostela können Dir Inspiration sein, den Minimalisten oder die Minimalistin in Dir zu entdecken.

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{ 63 Kommentare }

  • Anett 24. Mai 2016

    Hallo,
    eine schöne Gegenüberstellung von Dingen die man vermeintlich braucht und ballastfreien Alternativen. Ein Punkt hat mich allerdings aufhorchen lassen: ein 8kg Rucksack für die Fernwanderung? Da würde mich mal interessieren was Du so einpackst. Klar, Du wirst kein Zelt mit Dir rumschleppen, aber ich hätte dennoch mehr erwartet.
    Lieben Gruß,
    Anett

    Antworten
    • Christof Herrmann 24. Mai 2016

      Hallo Anett,

      ich hatte in den letzten drei Sommern auf der Alpenüberquerung Salzburg – Triest (jeweils rund 4 Wochen) immer den 32-Liter-Rucksack dabei, der inkl. Wasser und Proviant weniger als 10 kg gewogen hat. Auf dem Jakobsweg werden es rund 8 kg sein, da ich weniger Wasser und Proviant brauche (mehr Wasserauffüll- und Versorgungsmöglichkeiten), keine Karten dabei habe (Beschilderung und Pilgerführer müssen ausreichen), weniger warme Klamotten nötig sind (federleichte Windjacke anstelle Softshelljacke etc.) und ich auch bei der Sicherheitsausrüstung gegenüber dem Hochgebirge sparen kann. Theoretisch ginge es noch leichter, aber ich möchte Ausrüstungsgegenstände erst dann gegen leichtere ersetzen, wenn sie z. B. kaputt gehen. Ich werde sicher in den Berichten von unterwegs hin und wieder etwas über meine Ausrüstung schreiben. Evtl. veröffentliche ich hier im Blog auch noch eine Packliste.

      Viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
      • Hannah 24. Mai 2016

        Die Packliste würde mich auch interessieren. Reist du ohne Schlafsack und Isomatte und wie machst du es dann mit dem Übernachten?

        Antworten
        • Christof Herrmann 24. Mai 2016

          Ich geh einfach los und suche mir unterwegs eine Unterkunft. Auf dem Jakobsweg kommen doch alle paar Stunden Herbergen – zumindest in Frankreich und Spanien. Nehme einen superleichten Schlafsack und vielleicht noch mein Inlet mit.

        • Hannah 24. Mai 2016

          Wow, hätte gedacht, dass du dann ohne Schlafsack unterwegs bist bei dem Rucksackvolumen und -gewicht. Mit Schlafsack sind die Herbergen natürlich kein Problem. Mein leichtester Schlafsack (neben dem Hüttenschlafsack) wiegt schon 1.400 Gramm. Den werde ich nächsten Monat auch ein wenig durch Spanien tragen und hoffen, dass er – möglichst gemeinsam mit meiner sackschweren, ebenfalls noch aus dem letzten Jahrtausend stammende Regenjacke – endlich mal kaputtgeht und ersetzt werden kann.

        • Christof Herrmann 25. Mai 2016

          Mein Schlafsack wiegt 320 Gramm ;-)

      • Anett 26. Mai 2016

        Hallo Christof,
        ich habe deine Antwort erst jetzt gesehen. Vielen Dank dafür. Ich werde ohnehin Deine Beiträge von unterwegs verfolgen, da kann man sicher noch das ein oder andere lernen.
        Es stimmt aber, sofern man nicht tagelang durch die Wildnis wandert, kann man sicher auf das meiste verzichten. Ich hatte wohl kanadische Wälder und sibirische Steppen im Kopf als mir Gedanken über den Rucksackinhalt gemacht habe ;-)
        Dass du einen Schlafsack dabei hast hätte ich allerdings auch nicht erwartet, aber damit kann man halt auch deutlich günstiger reisen. Letztlich ist es wohl immer ein Kompromiss mit sich selbst was man gewillt ist zu tragen. Ich führe zum Beispiel immer Reisetagebuch (etwas was ich im Alltag nie mache). Wenn ich heute darin blättere fallen mir oft Geschichten ein, welche ich schon lang vergessen hatte und welche mich zum lachen bringen. Dafür bin ich durchaus bereit sein paar Gramm mehr zu tragen.
        Gruß,
        Anett

        Antworten
        • Christof Herrmann 27. Mai 2016

          Die meisten Fernwanderer in hiesigen Gefilden sind ausgerüstet, als würden sie tatsächlich durch die Wildnis Kanadas marschieren ;-) Den dünnen Schlafsack habe ich nicht aus Kostengründen dabei, sondern weil es nicht in manchen Pilgerherbergen keine Decken gibt und ich nur mit dem Inlet frieren könnte …

      • Astrid 2. Juni 2016

        Hallo,
        also mich würde die Packliste auch sehr interessieren, da ich leider immer zu viel an Bord habe. Vor allem was für ein Schlafsack das ist.

        Viele Grüße nach Mittelfranken

        Astrid

        Antworten
        • Christof Herrmann 2. Juni 2016

          Mal sehen, ob ich das mit der Packliste noch schaffe.

          Der superleichte Schlafsack ist ein Yeti Passion One. Habe ihn vor fünf Jahren für unter 200 Euro gekauft. Der Listenpreis lag bei fast dem Doppelten. Müsste vom Temperaturbereich optimal für den Jakobsweg sein (Temperatur Komfort:15°C, Temperatur Limit:12°C, Temperatur Extrem:-1°C). Kombiniert mit meinem Inlet ist es noch mal paar Grad wärmer, wobei ich noch überlegen muss, ob ich das mitnehme.

          Leider sind sowohl der Schlafsack (Daunen) noch das Inlet (Seide) nicht vegan. Würde ich heute nicht mehr kaufen. Aber Wegwerfen ist ja auch Quatsch. So verwende ich die Ausrüstungsgegenstände, bis es nicht mehr geht, und ersetze sie dann mit tierleidfreien Produkten.

          Viele Grüße

          Christof

  • Katharina 24. Mai 2016

    Hallo,
    ich lese immer fleißig mit. Die letzten knapp 1000km des Jakobsweges bin ich auch gegangen. Man braucht kaum was. Mein Rucksach war immer mit Abstand der kleinste. Und das ohne Super schnell trocknendes Mini-Handtuch und Spezialkleidung. Es war eine tolle Zeit und ich war nie wieder so im Jetzt. Ich wünsche dir eine intensive Zeit!

    Antworten
    • Christof Herrmann 24. Mai 2016

      Danke, Katharina! Sehe ich genauso. Und wenn doch etwas fehlt oder ersetzt werden muss (ob z. B. meine Wanderschuhe 3.000 km halten, steht in den Sternen), wird es unterwegs gekauft. Komme durch mehrere größere Städte, in denen es alle Art von Geschäften gibt.

      Antworten
  • Michael 24. Mai 2016

    >> Kein ständiges Multitasking … stattdessen Achtsamkeit und Fokus. <<

    Das bringt es voll auf den Punkt. Ich verstehe ich diese Simultanten (aufmerksam lesen!) immer weniger und es werden immer mehr. Gleichzeitig gehen, essen, am unentbehrlichen Smartphone spielen, was hören (vom Smartphone) … es ist einfach abartig, was ich täglich sehe.

    Möglichst viel (gleichzeitig) schaffen oder konsumieren – eines der ganz großen Plagen in unsererm Kulturkreis und unserer Zeit. Versäumnisangst ist auch ein Stichwort dazu.

    "Das Leben als letzte Gelegenheit". Das Buch ist nur sehr schwer zu bekommen.

    Antworten
    • Michael Holz 25. Mai 2016

      Lieber Michael,
      beim Lesen Deines kraftvollen Kommentars – in dem Du Dich mit dem Verhalten „der Anderen“ beschäftigst, es sogar als „… einfach abartig …“ verurteilst, und im weiteren Absatz unter anderem apodiktisch “ eines… ganz großen Plagen in unserem Kulturkreis …“ benennst, kann ich mir, mit einem gelassenen Lächeln im Gesicht ,diesen einen Hinweis nicht verkneifen:
      Du wirst Dich von einer großen Last befreien in dem Augenblick, in dem Du aufhörst, das zu kritisieren und ihm mit negativen Gedanken, Gefühlen und Worten – oder gar Handlungen zu begegnen, was doch ohnehin schon da ist; wenn Du Dich also entschließen kannst, die Dinge, die Dir das Leben präsentiert, in innerem Frieden so anzunehmen wie sie sind.
      Das Leben macht keine Fehler! Alles, was geschieht, hat einen Sinn und seinen Platz in dieser Welt und in Deinem Leben! Meine Erfahrung über die letzten 10 Jahre hat mir endlich gezeigt: Solche Gedanken erschaffen Dankbarkeit, Gelassenheit und Inneren Frieden, den ich bei meinem Neuanfang hier in Paraguay gut gebrauchen kann.

      Jedoch:
      Solange wir als Menschen neben unseren zahlreichen Rollen, die wir während des Lebens auf dieser Erde spielen, auch noch die Aufgabe übernehmen, dem Leben (manche sagen auch: der Schöpfung oder dem ‚lieben Gott‘) zu sagen, was hier unserer Meinung nach alles falsch läuft, wer bestraft gehört, was anders sein sollte als es uns gerade erscheint …. usw., tragen wir vielvielmehr Ballast mit uns herum als unserer Gesundheit und unserem Glücklich-Sein gut tut. Auch wenn ich noch so viel materiellen Kram loslasse – und doch eigentlich nur ein ganz lieber Mensch sein will, der alles richtig macht!

      Bitte nimm das nicht als persönlichen Angriff oder schlimmeres!!
      Es ist, wie eingangs erwähnt, nur ein allgemein gemeinter Hinweis eines 64-jährigen Auswanderer-Neulings, der endlich die Lebensregeln zu verstehen beginnt.

      Alles Liebe
      Michael

      Unter Ballast verstehe ich nicht nur unnötige Dinge, sondern auch …., negative Gedanken und ….

      Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Sehe das ähnlich wie Michael. Mich nervt das zwar auch manchmal, aber „abartig“ ist ein heftiges Wort. Jeder muss – im Rahmen des Erlaubten – selbst wissen, was ihm gut tut und manch einer braucht eben länger das herauszufinden (oder finden es nie heraus). Zudem muss ich zugeben, dass ich selbst nicht immer so konsequent leben, wie es hier vielleicht den Anschein hat. Ich schreibe meine Artikel sozusagen auch für mich, um mich an an den einfach bewussten Lebensstil zu erinnern, der mir so gut tut.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Hagen 25. Mai 2016

    Hallo Christof.

    Du schreibst, was kaputt ist, wird ersetzt und bei Bedarf unterwegs gekauft.
    Verdienst Du mit Deinem Blog so gut oder woher kommt das Geld, wenn Du auf einen Job verzichten kannst?

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Hallo Hagen,

      über meinen Blog verdiene ich bisher kaum etwas. Hier gibt es ja keine Werbung oder Affiliate-Links und das soll auch so bleiben. Da Einfach bewusst aber aufgrund des vielen Traffics, der Kommentare und Mails mehr und mehr Aufwand bedeutet, ich mich als freier Autor selbstständig gemacht habe und trotz Minimalismus die eine oder andere Rechnung zahlen muss, wagen ich mit der Jakobsweg-Live-Berichterstattung einen Versuch, Einnahmen zu generieren. Wer also „mitwandert“, unterstützt nicht nur die Tour, sondern auch das Fortleben meines Blogs ,-)

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Inge 25. Mai 2016

    Deine Liste gefällt mir sehr…..
    denn auch ich bin seit Jahren Minimalistin….
    habe Lebensqualität und Lebensfreude dazugewonnen…
    werde deine Wanderung mit Freude verfolgen….
    Danke dass ich deine Seite finden durfte….
    Link von Rüdiger Dahlke auf FB

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Danke, Inge! Schön, dass der Ruediger meinen Artikel für wertvoll gehalten und auf Facebook geteilt hat. Da kamen ziemlich viele Besucher.

      Antworten
  • Daniela 25. Mai 2016

    Hallo Christof!

    Erst einmal wünsche ich dir viel Spaß und Energie auf deinem langen Weg.

    Was Michael im seinen Kommentar beklagt, nehme ich auch zunehmend wahr: Menschen, die ihr Essen lieber fotografieren, und danach mit dem Hochladen auf FB oder Instagramm kaum hinterherkommen, anstatt ihr Mahl zu genießen.
    Dass man das Gefühl hat alles gleichzeitig zu machen hat, denke ich: unterschiedliche Ursachen. Zum einen ist Leistung und Leistungsfähigkeit die wichtigste Eigenschaft. Zum anderen ist so mancher mit der Flut an Möglichkeiten in unserer Zeit wohl einfach überfordert. Das Leben kann da wirklich zu kurz werden, wenn man neben dem 40-Stunden Hamsterrad noch immer den neuesten Trends folgen oder in den jeden Winkel der Erde reisen will.

    Liebe Grüße, Daniela

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Diesen Satz unterschreibe ich mit dickem Stift: „Das Leben kann da wirklich zu kurz werden, wenn man neben dem 40-Stunden Hamsterrad noch immer den neuesten Trends folgen oder in den jeden Winkel der Erde reisen will.“

      Viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
  • Daniel 25. Mai 2016

    Lieber Christof,
    ein sehr gelungener Artikel!
    Er macht klar, was wir alles gewinnen können,
    wenn wir unsere (innere) Haltung dem Leben gegenüber verändern.
    Gefällt mir sehr gut und ist auch meine Einstellung.
    Viele Grüße
    Daniel

    Antworten
  • Rita Schipper 25. Mai 2016

    1 ding hast du meiner meinung nach noch vergessen und das sind: Zigaretten
    (rauchen). Für das geld ( € 100,00 / € 150,00 pro monat ! kann man statt nicht tötliche aber recht
    gesunde sachen zum essen kaufen.
    Entschuldige mein fehler, ich habe nie Deutsch gelernt.
    Erst als nicht- raucher kann ein Minimalist viel gesunder leben.

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Stimmt. Rauchen, Saufen und andere Dummheiten habe ich erst gar nicht aufgeführt.

      Groetjes uit Duitsland

      Christof

      Antworten
  • Sabrina 25. Mai 2016

    Lieber Christof, was für eine schöne Liste! Besonders gefällt mir der letzte Punkt: keine Angst vor Verlust und Scheitern, anstatt dessen Mut, etwas Neues auszuprobieren.

    Ich denke allerdings, dass Angst schon sein darf. Aber sich bewusst zu machen, wo die Angst her kommt und sie zu verstehen, das ist finde ich ausschlaggebend. Habe ich Angst, dass ich keine finanzielle Sicherheit mehr habe, oder habe ich Angst, dass ich in eine Abhängigkeit gerate und nicht mehr für mich selbst sorgen kann? Und dann kann ich ja überlegen, wie ich dafür sorgen kann, dass ich sicher und unabhängig bin und gleichzeitig ein erfülltes Leben lebe. Ist sicher nicht einfach :)

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Hallo liebe Sabrina,

      bisschen Mut täte uns gut. Die German angst ist ja legendär. Das Tolle ist, dass wenn man sich mal was getraut hat, also man die Angst und Zweifel überwunden hat, es leichter fällt, sich wieder etwas zu trauen. Man hat beim ersten mal gelernt, dass man nicht verhungert und vielmehr dazugewonnen und dazugelernt hat.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Frank Börner 25. Mai 2016

    Hallo Christof,

    schöner Beitrag. Mich würde mal interessieren, welchen Rucksack Du verwendest.
    Generell fänd ich es interessant, wenn Du mal posten würdest, welche Ausrüstung (also welche Marke/Modell) sich bei Dir längere Zeit bewährt hat – auch im Hinblick auf Qualität/Haltbarkeit.

    Vielen Dank & alles Gute
    Frank

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Hallo Frank,

      ich benutze einen Deuter ACT Trail 32 mit integrierter Regenhülle. Bin damit sehr zufrieden. Nachteil ist, da er relativ schwer ist.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Marion 25. Mai 2016

    Hallo Christof,

    ein schönes Bild, ein wundervolles Zitat und ein klasse Artikel !
    Ich merke, wie ich in den letzten Monaten des Entrümpelns immer zufriedener und fröhlicher geworden bin und kann dir in deinen Punkten nur zustimmen. Es tut einfach gut sich auf die Dinge zu konzentrieren, die für einen von Bedeutung sind und dabei evtl. auch der Natur etwas Gutes tun zu können. Angefangen hatte alles bei mir vor mehr als 20 Jahren beim Segeln als ich auf einmal merkte, wie glücklich ich bin, obwohl ich nur aus meinem Seesack lebte.

    Zu deinem Jakobsweg Projekt hätte ich auch die ein oder andere Frage; so wie es aussieht, wirst du ja jede Nacht ein Dach über dem Kopf haben, aber hast du auf deinen Touren auch mal wild gecampt ?

    Gibt es schon ein Startdatum ?

    Viele Grüße
    Marion

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Hallo Marion,

      Ich starte mein Abenteuer Jakobsweg ca. Ende Juni. Werde es davon abhängig machen, wann ich mit meinen Vorbereitungen fertig bin und wie da Wetter ist.

      Auf meinen Fernwanderungen in den letzten Jahren habe ich nicht wild gecampt, aber früher schon öfter, z. B. auf Radreisen oder am Strand während InterRail-Touren. Ich muss mal schauen, wie voll die Herbergen auf dem Jakobsweg sind. Evtl. kaufe ich mir unterwegs noch eine Isomatte, um mal in Ruhe nächtigen zu können.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Inge 25. Mai 2016

    Lieber Christof,
    jetzt kommt ne schwierige Frage. Alle diese „tollen“ Hinweise und Tipps kommen immer von Leuten ohne Kinder. Dahlke, Betz, Lindau, Osho u.v.a.m. haben keine Kinder.
    Also jetzt erklär mir mal, wie dies alles gehen soll mit schulpflichtige Kindern in DE und zwei selbstständigen Partnern, wenn sie nicht gerade Autoren sind und von zuhause aus arbeiten.
    Wenn Du Kinder hast, hast Du eine Riesenglück, aber bist auch gleichzeitig die Melkkuh der Nation, denn alle wollen Dein hart erarbeitetes Geld haben, denn die Angebote sind für Kinder oft gemacht und wer zahlt die Schule (Freie Schule), Transport dahin, Ferien (Urlaub o. 3.000km mit Kindern zu gehen), Wünsche und Geschenke für Kinder und Kindeskinder (bei Geburtstagen) etc, etc….lässt sich endlos fortsetzen.

    Eure Selbsterfahrungstripps sind für Kinder völlig uninteressant und für die Eltern ausgeschlossen, auch wenn diese den Minimalismus lieben.

    Berate Dich mal mit deinen „Kollegen“!

    Liebe Grüße!

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Mai 2016

      Hallo liebe Inge,

      mit meinen „Kollegen“ werde ich mich sicher nicht „beraten“. Ich schreibe hier v. a. über meine eigenen Erfahrungen. Da ich keine Kinder habe, kann ich auch nicht wirklich darüber berichten. Sobald es soweit ist, werde ich dieses Thema aufgreifen ;-)

      Dass man mit Kindern nicht minimalistisch leben kann, höre ich immer wieder. Ich denke, dass es sehr wohl geht, ja vielleicht nur so geht, wenn man nicht verbittert werden möchte oder durchzudrehen droht. Der von Dir genannte Ruediger Dahlke hat sehr wohl ein Kind, nämlich eines mit Down-Syndrom, das mittlerweile erwachsen ist. Ob er weitere Kinder hat oder die von Dir genannten welchen haben oder hatten, kann ich nicht sagen. Der vielleicht bekannteste US-amerikanische Minimalismus-Blogger und -Buchautor Leo Babauta hat sechs (!) Kinder. Auch er schreibt immer wieder, dass die einfache Lebenweise seine Ehe gerettet hat und erst das friedvolle Zusammenleben als Familie ermöglicht hat.

      Ich habe schon an anderer Stelle mal geschrieben, dass wir alle als Minimalisten geboren werden und als Minimalisten wieder den Löffel abgeben. Babys haben ja kaum Bedürfnisse, außer Liebe, Geborgenheit, Wärme und Muttermilch. Minimalistischer gehts kaum. Auch Kinder brauchen oft nichts außer einen Bach, ein paar Steine und Stöckchen, um Stunden lang sich im Spiel zu vertiefen. Danach kommt der Druck – von der Schule, den Freunden, den Eltern, den Medien, H&M, Facebook & Co., unserem überholten Lifestyle.

      Die obige Liste und viele meiner Vorschläge auf meinem Blog funktionieren für mich (und nach dem, was ich so mitbekomme, auch für viele andere, inkl. Familien). Es sind Anregungen und Ideen. Nicht jeder wird seinen Job hinschmeißen können oder wochenlang durch die Gegend spazieren wollen. Aber ich bin der festen Überzeugung, dass man vieles nicht braucht oder tun muss (Dinge, Verpflichtungen, Aktivitäten etc.), auch oder gerade als Familie nicht.

      So, und nun steinigt mich, liebe Eltern ;-)

      Viele liebe Grüße

      Christof

      Antworten
      • Katharina 25. Mai 2016

        Lieber Christof, einen super Artikel hast Du da gezaubert – er spricht mir in vielem aus dem Herzen und beschreibt bei den Gegenüberstellungen viele Ziele von mir (vor allem das mit den Büchern… nur 2-3 aus der Bücherei, wow das ist bei mir noch ein langer Weg…)!
        Auch, dass man mit Kinder Minimalismus leben kann, glaube ich absolut, zwei ganz liebe Freunde von mir leben sehr minimalistisch und das mit drei Kindern zw. 3 und 14. :-) Sie haben ihren Kindern von Anfang an ihren Zugang erklärt und die finden es mittlerweile „cool“, sich in manchen Punkten abzugrenzen und nachhaltiger zu leben. Klar sind sie auch den klassischen Gruppenzwängen ausgesetzt (vor allem die beiden älteren), und bei manchem geben die Eltern dann nach (Stichwort Computerspiel am Laptop) – aber im Großen und Ganzen machen die Kids mit. :-)
        Danke, dass Du Deine Zeit, Deine Kreativität und Dein Können als Autor nutzt und uns so die Möglichkeit gibst, Deine tollen inspirierenden Artikel zu lesen! :-)
        Alles Liebe, Katharina

        Antworten
        • Christof Herrmann 25. Mai 2016

          Schön, dass Du auch eine Familie kennst, die minimalistisch lebt. Vieles ist – von Minimalismus bis Klimaschutz und von vegane Ernährung bis zur Alpenüberquerung – eine Frage des Wollens!

          Danke auch für Dein herzliches Lob. Hat mich sehr gefreut.

          Alles Gute

          Christof

    • Klaus 25. Mai 2016

      Wieder gute Gedankenanstöße von Christof, vielen Dank dafür.

      Sicherlich bin ich noch lange nicht minimalistisch, aber kurz davor, einen weiteren
      großen Schritt dahin zu wagen.
      Zudem habe ich vier Kinder zwischen 24 und 14, um auf Inges Zweifel, ob minimalistischer zu leben überhaupt möglich ist, wenn der Nachwuchs – von aussen manipuliert, fordert.
      Dazu kann ich nur sagen, dass ich meinen Kindern (fast) immer die Augen geöffnet habe, was sinnvoll ist und was nicht.
      (in extremo bedeutet das, dass uns eigentlich nur das Fell fehlt)
      Als Operator und Programmierer und Analyst, also ähnlich gebildet wie Christof, – sozusagen dienstlich gezwungen, ALLES in kleinste logische Sinneinheiten aufzuspalten, wie Programiersprachen und Struktogramme das fordern, fällt es „uns“ leicht, jedenfalls leichter als den meisten anderen Menschen, Sinn und Unsinn greifbar zu machen.

      Drei meiner Kinder sind selbstständig und die Vierzehnjährige im Prinzip kurz davor.
      Wenn Deine Kinder, Inge, noch jünger sind, scheint das Band noch unzerreißbar, was einen mit ihnen verbindet.
      Das wird sich ändern – der Abnabelungsprozeß, so schmerzhaft er manchmal ist, wird aus Eltern freie Menschen machen, und dann sollten wir gut informiert sein, wie wir diese Freiheit in das für uns bestmögliche Glück verwandeln können.
      Mit den zusätzlichen und erfrischenden Anregungen von Christof, geht es dann noch besser.

      Lieber Christof, schön, daß es Dich gibt !!

      Antworten
    • Tanja Heller 25. Mai 2016

      Meine Tochter hat über Wochen – immer wenn sie mich besuchte – auf dem Weg was in den Altkleidercontainer (wenn keiner guckte) geworfen. „Du kannst auch was reinwerfen, wenn jemand guckt.“ Obwohl sie sagt, „Minimalismus nervt.“ Das Zimmer vom Freund hat sie auch auf den Kopf gestellt. Jetzt wohnt sie bald im Ausland. Mit Kindern geht es also auch. Ich bleibe auf dem Balkon und denke an dich, Fernwanderer. Da ist der ganze Tag über Sonne. Sollte ich wandern, dann in eine andere Wohnung. Da lauern überall Einbauküchen und Fußbodenheizungen. Alles, was ich nicht brauche.

      Antworten
      • Rita Schipper 25. Mai 2016

        Ich möchte gerne kein e-mail Reaktionen mehr bekommen.
        Danke schön.

        Mfr gr.

        Rita Schipper

        Antworten
      • Christof Herrmann 25. Mai 2016

        @Klaus
        Danke für da viele Lob und Deine herzlichen Zeilen! Du scheinst das mit vier Kindern ja gut auf die Reihe bekommen haben. Das „Projekt“ gehe ich dann nach dem Jakobsweg an ;-)

        @Tanja
        Wenn es auf dem Jakobsweg mal regnet, werde ich an Dich und deinen Balkon in der Sonne denken ;-)

        @Rita
        die bekommst Du, weil Du das Häkchen bei „Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare via E-Mail.“ gesetzt hast. Ich kann das nicht abschalten. Da müsste es aber in den Mails einen Link geben, mit dem Du das ausschalten kannst

        Antworten
        • Marion 25. Mai 2016

          Hi,
          ich persönlich kenne eine Familie mit vier Kindern, die nicht per Definitionem Minimalisten sind aber ein naturverbundenes, dem Konsum abgewandtes Leben führen; beide sind selbständig – er gibt workshops/Seminare, sie ist Yogalehrerin und Doula – sie haben einen Weg gefunden, ihre Kinder hier in Deutschland von der konventionellen Schule zu nehmen und immer wieder Zeitabschnitte im Ausland zu verbringen. Nicht jedermanns Sache, aber ich finde diese Leute einfach konsequent und authentisch in ihrer Lebensweise.
          VG Marion

        • Christof Herrmann 25. Mai 2016

          HI Marion,

          klingt inspirierend. Findet man die sechs im Netz?

          EBG

          Christof

  • Silke 25. Mai 2016

    Moin,
    Interessanter Artikel. Ich mag immer so gerne bei dir lesen, weil ich da viele gute Denkanstöße für mein eigenes Leben bekomme.
    Ich finde schon, das man auch mit Kindern ( bis zu einen gewissen Grad) minimalistisch leben kann. Man sollte aber den Kindern nicht seine eigene Überzeugung überstülpen aber man kann auch mit kleinen Kindern über vieles reden und diskutieren. Man sollte nie den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Ich habe zwei Kinder, 21 und 18 Jahre alt. Als meine Kinder noch kleiner waren, hatte ich auch schon kein Auto. Also gab es auch kein Mamataxi. Fahrrad gab es, egal was für Wetter. Spielsachen haben wir meist auf Flohmärkten gekauft, besondere Wünsche, die nicht auf dem Flohmarkt erfüllt werden konnten, wurden dann zu Weihnachten und zum Geburtstag erfüllt ( in einen festgelegten Rahmen) . Urlaub haben wir in Jugendherbergen in Mecklenburg, Brandenburg und in Trier gemacht. Man muss auch mit Kindern nicht um die halbe Welt reisen, wobei Reisen bildet, wenn man nicht all inclusive am Pool gammelt. Anziehsachen kamen auch oft vom Flohmarkt oder aus Second Hand. Wir essen auch unterwegs nicht, das habe ich schon so von meiner Mutter übernommen. Bis nach Hause ist noch keiner verhungert. Heute haben meine Kinder diese Lebensweise zum großen Teil übernommen bzw. an ihr eigenes Leben angepasst. Sie hinterfragen viel und konsumieren recht überlegt für ihr junges Alter. Sie wollen auch kein Fernseher in ihren Zimmern ( stört sie beim lernen) und wir haben auch kein, wie heißt das Ding zum Spielen, das am Fernseher angeschlossen wird? Na ihr wisst schon was ich meine.
    Deshalb bin ich auch stolz auf meine Jungs.
    Viele Grüße
    Silke

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    • Marion 26. Mai 2016

      Hallo Christof,

      man findet nicht alle sechs im Netz, aber ihn; allerdings stellt er dort nicht seine privaten Sachen rein: man kann ihn auf schamanismus.org finden.

      LG Marion

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    • Christof Herrmann 27. Mai 2016

      Danke, Silke, für den kurzen Einblick in Sachen einfache und nachhaltige Kindererziehung. Deinen Spruch „Bis nach Hause ist noch keiner verhungert.“ werde ich in meinen Sprachsatz übernehmen.

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  • Angelika 27. Mai 2016

    Hallo Christof,
    vielen Dank für diesen Beitrag. Nicht nur, dass er mich inspiriert, zu überdenken, was ich aus meinem Leben schmeißen sollte sowohl materiell als auch ideell. Er inspiriert mich auch, meine Erfahrungen mit anderen Menschen zu reflektieren. Immer wieder habe ich im Freundes- und Verwandtenkreis erlebt, wie großartige, teure Feiern mit möglichst vielen Leuten organisiert wurden. So manches Mal wurde mir dann zu verstehen gegeben, dass viel Freunde zum Leben dazu gehören. Ja und dann habe ich bemerkt, die Kontakte wären mir zu oberflächlich bzw. gab es auf diesen Feiern gar nicht die Möglichkeit, mit jedem zu reden.
    Auf alle Fälle werde ich die Minimalliste mal ausprobieren und anfangen zu streichen. Das wird mein Leben einfacher machen und ich kann mich auf die wirklich wichtigen Dinge konzentrieren. Gespannt bin ich auch schon auf den Blog vom Jakobsweg. Bis dahin wünsche ich Dir alles Gute, vor allem Gesundheit.
    Liebe Grüße
    Angelika

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    • Christof Herrmann 27. Mai 2016

      Hallo Angelika,

      viel Spaß und Erfolg beim Reduzieren. Kannst ja mal von Deinen Erfahrungen an dieser Stelle oder wo es sonst im Blog passt berichten.

      Noch ein Gedanke zum Freundes- und Bekanntenkreis: Ich glaube jeder hat da sein eigenes Maß. Manch einer ist schon überfordert, wenn er zwei oder drei Personen um sich herum hat (Stichwort Hochsensibilität), andere brauchen eher mehr Menschen um sich herum. Es lohnt sich, in sich hineinzuhören und herauszufinden, was einem noch gut tut und was nicht mehr. Ich war gestern mit meiner veganen Wandergruppe in der Hersbrucker Schweiz unterwegs. Wir waren 14 Personen. Obwohl ich alle kenne und es ein wunderschöner Tag war, war ich am Abend etwas ausgelaugt. Größer sollte die Gruppe also nicht werden. Bei den meisten Vanderungen sind wir aber eh weniger gewesen.

      Viele liebe Grüße

      Christof

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  • Tanja Heller 27. Mai 2016

    14? Ich bin schon von einer Person ausgelaugt, Christof. :) Neulich ist mir ein Eichhörnchen gefolgt. Dann eine Ente. Die spüren die hochsensible Energie.

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  • Ruana 28. Mai 2016

    Hi,

    ich fange gerade erst an, mich mit Minimalismus auseinanderzusetzen. Manchmal habe ich das Gefühl, zu ersticken. Ich versuche, Plastikfrei zu leben – kaum möglich (jedenfalls nicht zu 100%), ich habe Aluminium aus meiner Wohnung „verbannt“ und noch einige Dinge mehr. Doch das reicht nicht – ich bekomme noch immer „zu wenig Luft“. Doch es fällt mir unheimlich (bewußt gewähltes Wort, denn es ist unheimlich) schwer, mich von Dingen zu trennen, die noch gut sind. Darum habe ich angefangen, im Web nach Tipps von Menschen zu suchen, die Minimalismus leben. Tipps, die mir vielleicht helfen, meinen Ballast zu reduzieren.

    Zum Kommentar von Michael oben muß ich sagen, daß ich ähnlich empfinde. Ob das Verhalten vieler Menschen heute abartig ist, weiß ich nicht. Grotesk und befremdlich auf jeden Fall (für mich). In der Bahn habe ich manchmal das Gefühl, ein Alien zu sein (englisch „the world alienates me“) , bzw. die Welt nicht mehr zu verstehen. Die Smartphone-Junkies sind mir unheimlich. Leute, die ihren Abgas-Schleudern Kosenamen geben und damit Strecken von 30 m fahren auch. Ich frage mich auch, was ein Bauer denkt, der Monsanto-Saatgut nutzt und Round-up spritzt. Ob er überhaupt denkt? Entweder kapiere ich etwas nicht, bin zu dumm, es zu verstehen, oder es läuft wirklich viel falsch auf unserem Planeten.

    Es mag ja sein, daß alles auf der Erde (und im Leben) seine Platz und seine Berechtigung hat (s. Kommentar oben), aber die aufgrund von massivem Glyphosat-Einsatz in ihren Dörfern schwer mißgebildeten Kinder in Argentinien sehen das vielleicht anders. Und ich wäre da ganz bei ihnen.

    Mein ganz persönliches „Licht in der Dunkelheit“ sind Menschen wie Du, Christof, die erkannt haben, daß „Ich konsumiere, also bin ich“, nicht Lebenszweck sein sollte. Und daß die Tempel des 21. Jh. (Einkaufszentren) die Natur nicht ersetzen können. Vielleicht sind wir irgendwann so viele, daß eine Veränderung möglich wird.

    In diesem Sinn auf ein baldiges Wiedersehen,
    Ruana

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    • Marion 28. Mai 2016

      Hallo Ruana,
      was bin ich froh, dass ich nicht der einzige Mensch bin, der sich wie ein lebender Anachronismus auf zwei Beinen fühlt.
      Deine Schwierigkeiten und deine Beobachtungen kann ich sehr gut nachvollziehen; in der Fastenzeit hatte ich versucht, ohne Plastik auszukommen, aber man hat so gut wie keine Möglchkeit, ganz plastikfrei zu leben, was aber eines meiner Ziele ist, auf die ich hinarbeite. Auch Glyphosat gehört verboten !
      Ich finde Menschen, die so denken wie wir, müssen einfach weitermachen, auch wenn man das Gefühl hat, die Welt um einen herum ist verrückt geworden. Die Frage, ob das alles überhaupt einen Unterschied macht, stellt sich mir oft genug und manchmal bin ich echt am Verzweifeln. Aber meistens kriege ich die Kurve, wenn ich mich darauf besinne, wie ICH leben will und nach welchen Prämissen und ich weiss, dass ich einfach nicht mehr Mainstream leben kann, egal wie seltsam und schrullig das manchmal anmutet :-)
      VG Marion

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    • Christof Herrmann 28. Mai 2016

      Hallo Ruana,

      vielleicht fällt es Dir leichter, Dinge zu verschenken und zu spenden anstelle sie zu verkaufen oder wegzuwerfen. Mir und anderen geht es jedenfalls so.

      Komplett plastikfrei zu leben, ist praktisch unmöglich. Freu Dich doch, dass Du es zu einem großen Teil schaffst. Darin inspirierst Du andere, es auch zu probieren.

      Viele Grüße

      Christof

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    • Maria Katharina Munker 28. Mai 2016

      Liebe Ruana,

      ich empfinde wie Du, genau so. Du bíst sensibel und Dein Empfinden ist somit normal.
      Liebe Grüße,
      Maria

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  • Alex 28. Mai 2016

    Eine wundervolle Auflistung eines minimalistischen Lebensstils.

    Das Glück liegt in der Einfachheit. Genieß das freie Leben in vollen Zügen.

    Seit dem Beginn unserer Reise vor einem Jahr leben wir auch minimalistisch. Alles was wir brauchen ist Essen und ein Schlafplatz. Dabei sind wir glücklicher, als mit all dem Überfluss vor der Reise.

    Liebe Grüße aus dem Norden von Thailand
    Alex

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  • Petra 2. Juni 2016

    Hallo Christof,

    wie machst du das denn mit dem Streaming in CD-Qualität?

    Danke im Voraus für deine Antwort
    und liebe Grüße, Petra

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  • Uwe 3. Juni 2016

    Hallo Christof,
    eine tolle Gegenüberstellung, die mich zum Nachdenken gebracht hat.

    Ich werde virtuell den Jakobsweg mit Dir gehen und habe mein Projekt „Jeden Tag minus eins“ gestartet, d.h. ich werde jeden Tag einen Gegenstand aus meiner Wohnung nehmen bis du in Santiago de Compostela ankommst.
    Viel Glück.
    Uwe

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    • Christof Herrmann 3. Juni 2016

      @Petra
      Meine gesamte Musikanlage besteht aus zwei Aktivlautsprecher von Nubert und einem Sonos Connect. Damit kann ich streamen, z. B. rund 400 Alben vom Laptop in CD-Qualität (habe meine 400 Lieblings-CDs vor dem Verkauf im Lossless-Format gespeichert) oder über einen Streaming-Dienst in CD-Qualität (ich habe monatsweise immer mal wieder Tidal gebucht). Ich muss allerdings sagen, dass ich bei Pop und Rock keinen Unterschied zu Spotify höre, so dass ich auch das hin und wieder verwende (nur 10 Euro anstelle 20 Euro pro Monat). Für das Streaming via Tidal, Spotify oder andere, muss übrigens das Laptop nicht an sein. Geht genauso über eine App auf dem Smartphone oder Tablet. Über mein Sonos-System habe ich vor über zwei Jahren etwas gebloggt. Läuft immer noch völlig fehlerfrei. Die großen Standboxen und den Verstärker habe ich allerdings mit oben erwähnte Aktivlautsprecher ersetzt. Weniger ist mehr.

      @Uwe
      Das ist ja mal eine tolle Idee. Vielleicht lasse ich mir extra viel Zeit, damit Du besonders viele Gegenstände los bekommst ;-)

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  • Irina 3. Juni 2016

    Hallo Christof,
    klasse Beitrag vielen Dank. Ich finde deine Gegenüberstellung sehr gut. Heute habe ich im Kino einen ganz tollen Film gesehen „Zen For Nothing“ (Dokumentation). Unbedingt anschauen!!! Ein ganz wunderbarer Film, fantastische Bilder. Dabei habe ich auch an deine Liste gedacht und an deine bevorstehende Reise. Manchmal gibt man etwas auf oder trennt sich von etwas und gewinnt ganz viel dazu. Ich wünsche dir auf deinem (Jakobs-)Weg viele schöne Begegnungen und Momente. Ein bisschen bin ich auch neidisch …aber ich freue mich auf deine Berichte, Fotos und Eindrücke.
    Liebe Grüße
    Irina

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    • Christof Herrmann 4. Juni 2016

      Hallo Irina,

      danke für Deine herzlichen Zeilen!

      Ich werde versuchen, den Film „Zen For Nothing“ in den nächsten Tagen anzuschauen. Er läuft in Nürnberg in einem Programmkino.

      Viele liebe Grüße

      Christof

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  • Sylvia 4. Juni 2016

    Lieber Christof,

    ich habe über Antje und Ronny Düwel vom online- Gesundheitskongress den Link und Hinweis auf deine Homepage erhalten. Eben las ich die Fragen und Antworten zu deiner Liste als Minimalist. Während ich das alles las, liefen mir nur so die Tränen.
    Was berührte mich dabei so tief? Ich komme noch dahinter…

    Vielleicht die Einstellung, mit dem Wenigen ganz zufrieden zu leben? Und das größte Geschenk, unsere Gesundheit, täglich neu wertzuschätzen. Ich selbst lebe auch mit Wenigem und fast vegan.

    Vielleicht berührt mich die Idee der Pilgerwanderung auf dem Jakobsweg und
    die spirituelle Erfahrung, die dabei gemacht werden kann?
    Paulo Cohelo schrieb ja auch ein Buch dazu.
    Ich frage mich, ob ich solch einen langen Weg auch gehen könnte mit 65 Jahren?
    Denke dabei an den online- Kongress von Jens Tell zum Thema „100 Jahre werden“ und dass er darin eine Oma vorstellte, die mit über 90 Jahren den Jakobsweg mit ihrem Enkel zusammen ging.

    Vielleicht berührt mich, dass man Mut braucht, einen Pilgerweg und seinen Lebens- Weg so zu gehen, wie man es in seiner Seele spürt? Vielleicht ist das alles so vorbestimmt, wie ich es gerade im Buch „Weisheit der Seele“ und in „Archetypen der Seele“ von Varda Hasselmann lese, dass jede Seele ihre spezielle Lebensaufgabe hat?
    Und die einen gehen dabei einen Pilgerweg als spirituelle Erfahrung und andere Menschen ganz andere Wege, je nachdem, was die Seele sich vorgenommen hat, in diesem Leben lernen zu wollen?

    Vielleicht berührt mich die Seite von Schamanismus e.V., die der Vater der Familie mit vier Kindern betreibt, die anscheinend minimalistisch leben?

    Einige Kommentare schreiben davon, wie schwer es ist, ohne Plastik zu leben. Dabei kommt mir in den Sinn, dass ich mich bei jedem Stück Plastik frage, ob ich das jetzt in den Gelben Sack werfen soll oder in den Hausmüll, weil ich an die Verschmutzung der Ozeane denke, während ich es in den Gelben Sack werfe und gar nicht weiß, ob es wirklich in einem Recyclinghof recycelt wird oder in einen Ozean gekippt wird und dort den Lebewesen den Tod bringt oder ob es nach Afrika befördert wird, wo Kinder vor schwelendem Plastik in den Abfällen nach Verwertbarem suchen… wie ich in einer Doku sah. Wer von euch weiß mehr dazu?

    Vielleicht berührt mich auch gerade der „Friedensvertrag mit Kindern“ von Alexej Sesterheim, den ich heute Vormittag an Freunde sandte, die mit Kindern arbeiten…
    und in dem Zusammenhang hier die Kommentare von minimalistisch lebenden Eltern lese, wie wertvoll es ist, unseren Kindern die Rückbindung zur Natur, welche für mich Frieden beinhaltet, nahe zu bringen, statt Plastik und Konsum?

    Vielleicht berührt mich die Herzlichkeit und Liebe aller Kommentare, die ich in und zwischen den Zeilen lese?

    Vielleicht berührt mich gerade der Link zur Hochsensibilität von Oliver, den ich schon im HSP- Kongress so sehr gut fand?

    Vielleicht ist es alles zusammen, was mich gerade zu Tränen rührt?
    Wie kann ich es in verständliche Worte fassen, was mich gerade berührt?

    Ich spüre meine Hochsensibilität und dass alles Positive was hier geschrieben wurde und wird, unser Bewusstsein erweitert und unsere Kinder in diesem Sinne fördert.

    Ich bin sehr dankbar, dass mehr und mehr Menschen sich dem Bewusstseinswandel öffnen und wünsche mir, dass dadurch unserer Erde mit ihren lebendigen Wesen (vielleicht) noch zu retten ist.

    Christof, schön und herzlichen Dank, dass du diese Homepage hast, an der man sich austauschen kann. Ich wünsche dir alles Gute für deine Wanderung nach Compostela. Und allen Menschen dieser Erde Achtsamkeit und Liebe, Liebe, Liebe…
    Liebe zu sich selbst und zu allem was unsere Erde ist und auf ihr lebt.
    Herzliche Grüße
    Sylvia

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    • Christof Herrmann 6. Juni 2016

      Hallo liebe Sylvia,

      nun musste ich mich erst mal zwei Tage sammeln, ehe ich auf Deinen Wow-Kommentar antworte.

      Danke – für Deine Zeilen, für Deine Offenheit, für das viele Lob und dass Du so tief verstehst, was ich meinem Blogartikel sagen möchte, sodass Du sogar zu Tränen gerührt bist.

      Viele Grüße aus Franken

      Christof

      Antworten
  • Birgit Geistbeck 7. Juni 2016

    Eine tolle Auflistung, Christof. Am besten gefällt mir „Keine ewig langen To-do-Listen … stattdessen zwei oder drei To-dos pro Tag.“

    Da werde ich gleich mal ansetzen.

    Viel Spaß auf dem Jakobsweg.

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    • Christof Herrmann 7. Juni 2016

      Danke! Meiner Meinung nach, kann man diese „zwei oder drei To-dos“-Idee wunderbar auch für mittelfristige (die Ziele des Jahres) und langfristige Ziele (die Lebensziele) anwenden.

      Viele Grüße

      Christof

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  • Oliver 8. Juli 2016

    Hi Christof,

    schöner Beitrag, in dem ich mich wiederfinde. Ich möchte auch zunehmend als Minimalist leben, um die von dir genannten Vorteile mehr in mein Leben zu integrieren bzw. immer mehr zu kultivieren, weil sich bei mir, ähnlich wie bei dir, vor einigen Jahren die Werteachse ziemlich verschoben hat.

    Weniger ist mehr – in allen Bereichen – und es kann sogar glücklich machen ;)

    Danke für die Inspiration und die vielen Denkanstösse

    Viele Grüße
    Oliver

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