77 „neue“ Minimalismus-Zitate

7. Mai 2017 - von Christof Herrmann - 36 Kommentare

77 "neue" Minimalismus-Zitate - Foto: Einfaches Steinhaus in der Margeride in Frankreich (Christof Herrmann, 2016)"

Vor vier Jahren habe ich 100 Minimalismus-Zitate┬áver├Âffentlicht. Der Artikel wurde bis jetzt┬á├╝ber 100.000 mal aufgerufen und z├Ąhlt damit zu den zehn beliebtesten Artikeln auf Einfach bewusst.

Nun ist es an der Zeit,┬áeinen Nachschlag mit Zitaten und Aphorismen rund um die Themen Minimalismus, freiwillige Einfachheit, Konsumverzicht und Entschleunigung online zu stellen. Nachdem bei der ersten Sammlung ein Leser bem├Ąngelt hat, dass eine Anzahl von 100 St├╝ck ja wohl nicht minimalistisch sei, gibt es diesmal nur 77 ;-)

„Omnia mea mecum porto.“ oder „All meinen Besitz trage ich bei mir.“┬á(Bias von Priene, einer der Sieben Weisen von Griechenland, um 590 v. Chr. – um 530 v. Chr.)

„Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit.“ (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)

„Wenn du erkennst, dass es dir an nichts fehlt, geh├Ârt dir die ganze Welt.“ (Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.)

„Das Gl├╝ck liegt in uns, nicht in den Dingen.“ (Siddhartha Gautama Buddha, Begr├╝nder des Buddhismus, 6. Jhd. v. Chr. – 5. Jhd. v. Chr.)

„Zwei Dinge sollst du meiden, o Wanderer: die zwecklosen W├╝nsche und die ├╝bertriebene Kasteiung des Leibes.“┬á(Siddhartha Gautama Buddha, Begr├╝nder des Buddhismus, 6. Jhd. v. Chr. – 5. Jhd. v. Chr.)

„Gl├╝ck ist Selbstgen├╝gsamkeit.“┬á(Aristoteles, griechischer Philosoph, 384 v. Chr. – 322 v. Chr)

„Wenn du einen Menschen gl├╝cklich machen willst, dann f├╝ge nichts seinen Reicht├╝mern hinzu, sondern nimm ihm einige von seinen W├╝nschen.“ (Epikur, griechischer Philosoph, 341 v. Chr. – 271 oder 270 v. Chr.)

„Der ist kein freier Mensch, der sich nicht auch einmal dem Nichtstun hingeben kann.“ (Cicero, r├Âmischer Politiker und Philosoph, 106 v. Chr. – 43 v. Chr.)

„Nie ist zu wenig, was gen├╝gt.“ (Seneca, r├Âmischer Dichter und Philosoph, etwa 1 – 65)

„Ich habe Zeit, wie denn jedermann Zeit hat, wenn er nur will.“ (Seneca, r├Âmischer Dichter und Philosoph, etwa 1 – 65)

„Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? Seht die V├Âgel unter dem Himmel an: sie s├Ąen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ern├Ąhrt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens L├Ąnge eine Spanne zusetzen k├Ânnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.“ (Matth├Ąus 6, 26-28)

„Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.“ (Marc Aurel, r├Âmischer Kaiser und Philosoph, 121 – 180)

„Memento mori.“ oder „Bedenke, dass du sterben musst.“ (Symbol f├╝r die Verg├Ąnglichkeit in der mittelalterlichen Literatur, Kunst und Religion)

„Nirgendwo habe ich mehr Ruhe gefunden als in W├Ąldern und in B├╝chern.“ (Thomas von Kempen, Augustiner-Chorherr und geistlicher Schriftsteller, um 1380 – 1471)

„Viele w├╝rden gern ein einfacheres Leben f├╝hren, wenn der Weg dahin nicht so kompliziert w├Ąre.“ (Justus Jonas der ├ältere, deutscher Jurist, Humanist, lutherischer Theologe und Reformator, 1493 – 1555)

„Gemach! Leicht zum Fallen f├╝hrt das Eilen.“ (William Shakespeare, englischer Dramatiker und Lyriker, 1564 – 1616)

„Ungek├╝nstelte und ungemachte Einfachheit gef├Ąllt.“ (Nicolas Boileau, franz├Âsischer Historiker und Autor, 1636 – 1711)

„Reich ist, wer viel hat, reicher ist, wer wenig braucht, am reichsten ist, wer viel gibt.“ (Gerhard Tersteegen, deutscher Prediger und Schriftsteller, 1697 – 1769)

„Sch├Ânheit besteht in Harmonie, die immer eng mit Schlichtheit verbunden ist.“ (Giacomo Casanova, venezianischer Schriftsteller und Abenteurer, 1725 – 1798)

„Das einfache Leben ist eine schwierige Angelegenheit.“ (William Cowper, englischer Dichter und Rechtsanwalt, 1731 – 1800)

„Einfachheit in der Wahl der Nahrung f├Ârdert die k├Ârperliche Gesundheit. Einfachheit im Umgang mit anderen Menschen den Seelenfrieden.“ (Jacques-Henri Bernardin de Saint-Pierre, franz├Âsischer Schriftsteller, 1737 – 1814)

„Mein Rat ist daher, nichts zu forcieren und alle unproduktiven Tage und Stunden lieber zu vert├Ąndeln und zu verschlafen, als in solchen Tagen etwas machen zu wollen, woran man sp├Ąter keine Freude hat.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

„Die Menschen, die einen gro├čen Wert auf G├Ąrten, Geb├Ąude, Kleider, Schmuck oder irgendein Besitztum legen, sind weniger gesellig und gef├Ąllig; sie verlieren die Menschen aus den Augen, welche zu erfreuen und zu versammeln nur sehr wenigen gl├╝ckt.“ (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, 1749 – 1832)

„Das gl├╝cklichste Los ist die Entbindung vom Tun und Lassen.“ (Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788 – 1860)

„Eigent├╝mlich, dass Menschen von gro├čen Verdiensten stets einfach sind, und dass Einfachheit f├╝r ein Zeichen von geringer T├╝chtigkeit gilt.“ (Giacomo Leopardi, italienischer Dichter und Philologe, 1798 – 1837)

„Bleib in der schlichten, edlen Sph├Ąre deines Lebens, folge deinem Herzen, und du wirst neu erschaffen, was vor Anbeginn der Welt war.“ (Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller, 1803 – 1882)

„M├╝├čiggang ist nichts ├ťbles, ja man muss sagen: Ein Mensch, der f├╝r diesen keinen Sinn hat, zeigt damit, dass er sich nicht zur Humanit├Ąt erhoben hat.“ (S├Şren Kierkegaard, d├Ąnischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, 1813 – 1855)

„Wirf weg, damit Du nicht verlierst – das ist die beste Lebensregel.“ (Friedrich Hebbel, deutscher Dichter und Dramatiker, 1813 – 1863)

„Wahrheit, Einfachheit und Nat├╝rlichkeit sind allein die festen S├Ąulen wahren Gl├╝cks!“ (Heribert Rau, deutscher Schriftsteller und Theologe, 1813 – 1876)

„Ein Mann ist reich im Verh├Ąltnis zur Zahl der Dinge, auf die er verzichten kann.“ (Henry David Thoreau, US-amerikanischer Schriftsteller, 1817 – 1862)

„Nicht was wir anhaben, sondern was wir tun, vielmehr was wir sind – darauf kommt es an.“┬á(Henry David Thoreau, US-amerikanischer Schriftsteller, 1817 – 1862)

„Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu f├╝hlen: Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen, was gerade fehlt.“ (Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller, 1819 – 1898)

„Ruhe, Stille, Sofa und eine Tasse Tee geht ├╝ber alles.“ (Theodor Fontane, deutscher Schriftsteller, 1819 – 1898)

„Wem es gel├Ąnge, die Menschen zur Einfachheit, Nat├╝rlichkeit und vern├╝nftigen Lebensweise zur├╝ckzuf├╝hren, der h├Ątte das H├Âchste geleistet – n├Ąmlich die soziale Frage gel├Âst.“ (Sebastian Kneipp, deutscher Hydrotherapeut und Naturheilkundiger, 1821 – 1897)

„Die Menschen suchen nach Reichtum. Wenn sie aber alles das klar sehen w├╝rden, wessen sie durch den Reichtum verlustig werden, sie w├╝rden, um sich von ihm zu befreien, ebensolche Anstrengungen machen, wie sie sie jetzt zu seinem Erwerb unternehmen.“ (Leo Tolstoi, russischer Schriftsteller, 1828 – 1910)

„Enthaltsamkeit ist das Vergn├╝gen an Dingen, welche wir nicht kriegen. Drum lebe m├Ą├čig, denke klug, wer nichts gebraucht, der hat genug.“┬á(Wilhelm Busch, deutscher Dichter und Zeichner, 1832 – 1908)

„Formel meines Gl├╝cks: ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie, ein Ziel.“ (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph und klassischer Philologe, 1844 – 1900)

„Allgemein ist die Hast, weil jeder auf der Flucht vor sich selbst ist, allgemein auch das scheue Verbergen dieser Hast, weil man zufrieden scheinen will und die scharfsichtigeren Zuschauer ├╝ber sein Elend t├Ąuschen m├Âchte, allgemein das Bed├╝rfnis nach neuen klingenden Wort-Schellen, mit denen beh├Ąngt das Leben etwas L├Ąrmend-Festliches bekommen soll.“ (Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph und klassischer Philologe, 1844 – 1900)

„Dein Wert liegt darin, wer Du bist, nicht was Du besitzt.“ (Thomas Alva Edison , US-amerikanischer Erfinder und Unternehmer, 1847 – 1931)

„Der Besitz erzeugt nicht nur Pflichten, er schafft so viele, dass eine F├╝lle davon Qual ist.“ (Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854 – 1900)

„Das Geheimnis des Gl├╝cks liegt nicht im Besitz, sondern im Geben. Wer andere gl├╝cklich macht, wird gl├╝cklich.“ (Andr├ę Gide, franz├Âsischer Schriftsteller, 1869 – 1951)

„Die Sehnsucht l├Ąsst alle Dinge bl├╝hen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub.“ (Marcel Proust, franz├Âsischer Schriftsteller, 1871 – 1922)

„Es g├Ąbe genug Geld, genug Arbeit, genug zu essen, wenn wir die Reicht├╝mer der Welt richtig verteilen w├╝rden, statt uns zu Sklaven starrer Wirtschaftsdoktrinen oder -traditionen zu machen.“ (Albert Einstein, deutsch-schweizerischer Physiker und Nobelpreistr├Ąger, 1879 – 1955)

„Die Ideale, die meinen Weg erhellt und mir immer wieder Mut gemacht haben, das Leben freudig anzunehmen, waren G├╝te, Sch├Ânheit und Wahrheit. Die banalen Dinge des menschlichen Lebens – Besitz, Erfolg, Luxus – schienen mir immer verachtenswert zu sein.“ (Albert Einstein, deutsch-schweizerischer Physiker und Nobelpreistr├Ąger, 1879 – 1955)

„Der Verzicht nimmt nicht. Der Verzicht gibt.“ (Martin Heidegger, deutscher Philosoph, 1889 – 1976)

„Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erf├╝lltes Leben.“┬á(Kurt Tucholsky,┬ádeutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935)

„In neunundneunzig F├Ąllen von hundert lohnt es sich nicht, ein Ding aufzubewahren. Es nimmt nur Raum fort, belastet dich; hast du schon gemerkt, dass du nicht die Sachen besitzt, sondern dass sie dich besitzen?“ (Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935)

„Die Menschen haben keine Zeit mehr, etwas kennenzulernen. Sie kaufen sich alles in den Gesch├Ąften. Aber da es keinen Kaufladen f├╝r Freunde gibt, haben die Menschen keine Freunde mehr.“ (Antoine de Saint-Exup├ęry, franz├Âsischer Schriftsteller, 1900 ÔÇô 1944)

„Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben.“┬á(John Steinbeck, US-amerikanischer Autor, 1902 – 1968)

„Ich kann mir nichts Besseres denken als ein bescheidenes, einfaches und freies Leben in einer egalit├Ąren Gesellschaft.“ (Karl Popper, ├Âsterreichisch-britischer Philosoph, 1902 –┬á1994)

„Nicht alle von uns k├Ânnen gro├če Dinge tun. Aber wir k├Ânnen kleine Dinge mit gro├čer Liebe tun.“ (Mutter Teresa, albanisch-indische Ordensschwester, 1910 – 1997)

„Wir m├╝ssen uns darauf vorbereiten, unsere gegenw├Ąrtige Lebensweise zu ├Ąndern. Dieser Wandel wird entweder geplant von uns selbst durchgef├╝hrt werden, oder er wird uns von den unerbittlichen Naturgesetzen, begleitet von Chaos und Leid, aufgezwungen werden.“ (Jimmy Carter, 39. Pr├Ąsident der Vereinigten Staaten, *1924)

„Besitz ist Leim.“ (Manfred Hinrich, deutscher Philosoph und Autor, 1926 – 2015)

„Ich glaube, das Zukunft nur dann m├Âglich sein wird, wenn wir lernen, auf Dinge, die machbar w├Ąren, zu verzichten, weil wir sie nicht brauchen.“ (G├╝nter Grass,┬ádeutscher Schriftsteller und┬ábildender K├╝nstler, 1927 – 2015)

„Der Kapitalismus hat Menschen in hochstaplerische Konsumenten verwandelt, abgerichtet auf die Befriedigung vermeintlicher Bed├╝rfnisse.“ (Abbi H├╝bner, deutscher Jazztrompeter, *1933)

„Wir haben viel zu wenig Mu├če: Zeit, in der nichts los ist. Das ist die Zeit, in der die Einsteins, die kreativen Forscher, ihre Entdeckungen machen. Der Betrieb und die Routine sind uninteressant und kontraproduktiv.“ (Adolf Muschg, Schweizer Schriftsteller und Literaturwissenschaftler, *1934)

„Die Ironie will es so, dass wir dann, wenn wir das Objekt unserer W├╝nsche erlangt haben, immer noch nicht zufrieden sind. Auf diese Weise nimmt die Begierde nie ein Ende und ist eine st├Ąndige Quelle der Schwierigkeiten. Das einzige Gegenmittel ist die Gen├╝gsamkeit.“ (Dalai Lama / Tendzin Gyatsho, buddhistischer M├Ânch und Oberhaupt der Tibeter, *1935)

„Buy less, choose well, make it last.“ (Vivienne Westwood, englische Modedesignerin, *1941)

„Je ├Ąlter man wird, desto n├Ąher r├╝ckt man an den Punkt, an dem man nichts mehr haben wird. Ich konzentriere mich auf die wirklich wichtigen Dinge.“ (Donna Leon, US-amerikanische Schriftstellerin, *1942)

„Einfach leben hei├čt: Sich t├Ąglich zu freuen ├╝ber seine sieben Sinne und mit allen Sinnen den Sinn erleben. Nichts ist selbstverst├Ąndlich und im ganz Kleinen erscheint das ganz Gro├če. Genie├če einen Bissen Brot, einen Augen-Blick, eine kleine Nachtmusik, eine auf- und abbl├╝hende Rose.“ (Friedrich Schorlemmer, deutscher evangelischer Theologe und B├╝rgerrechtler, *1944)

„Wir erhoffen uns vom Besitz, dass wir ruhig leben k├Ânnen. Doch wer den Besitz liebt, der wird davon besessen und findet gerade nicht zur Ruhe. Gl├╝ck ist etwas anderes. Man kann es nicht kaufen und besitzen. Wir finden es in den Augenblicken, in denen wir wirklich leben. Es ist immer im Augenblick erfahrbar. Festhalten kann man es nicht.“ (Anselm Gr├╝n, deutscher Benediktinerpater und Autor, *1945)

„Wer nicht verzichten kann, kann nicht genie├čen. Wer aber so auf das Verzichten fixiert ist, dass er das Genie├čen vergisst, der wird ungenie├čbar.“ (Anselm Gr├╝n, deutscher Benediktinerpater und Autor, *1945)

„Es ist gut, etwas Langsames zu tun, bevor man im Leben eine wichtige Entscheidung trifft.“ (Paulo Coelho, brasilianischer Schriftsteller, *1947)

„Frauen lieben die einfachen Dinge des Lebens, beispielsweise M├Ąnner.“ (Farrah Fawcett, US-amerikanische Schauspielerin, 1947 – 2009)

„Am besten kann man ├╝brigens von den Kindern lernen, was Leben eigentlich hei├čt. Niemand lebt das Leben mit so viel Energie und Vitalit├Ąt wie Kinder. Herkunft, Prestige – das bedeutet ihnen nichts. Im Umgang mit ihnen lernen und erfahren wir wieder die Einfachheit und Urspr├╝nglichkeit des Denkens, Empfindens und Wollens, die uns so oft verloren gehen und nach der wir uns so sehnen.“ (Dietrich Gr├Ânemeyer, deutscher Mediziner und Autor, *1952)

„Wer unl├Âsbare Schwierigkeiten damit hat, einfach zu leben, der sollte sich darum bem├╝hen, in seinem komplizierten Leben anderen Menschen ein guter Mitmensch zu sein und sich nicht an einem unerreichbaren Ziel abm├╝hen. Es kann ein langer Weg sein, zu einem gl├╝cklichen, einfacheren Leben zu finden. Aber es ist m├Âglich.“ (Manfred L├╝tz, deutscher Arzt und Autor, *1954)

„Einfachheit h├Ąlt Gl├╝ck bereit.“ (Andreas Tenzer, deutscher P├Ądagoge und Philosoph, *1954)

„Oft k├Ânnen wir das Einfache einfach nicht zu begreifen, weil es uns einfach zu einfach erscheint.“ (Ernst Ferstl, ├Âsterreichischer Lehrer und Schriftsteller, *1955)

„Kapitalismus bedeutet die Herrschaft der Gegenwart ├╝ber die Zukunft.“ (Harald Welzer, deutscher Sozialpsychologe, *1958)

„In einer Wachstums├Âkonomie versinken wir in der Flut an M├Âglichkeiten, die wir nicht mehr gl├╝ckstiftend verarbeiten k├Ânnen. Besser w├Ąre es also, sich auf wenige Dinge zu konzentrieren. Reduktion wird damit zum Selbstschutz. Wir sind doch l├Ąngst ├╝berfordert und ersch├Âpft. Eine Studie hat ergeben, dass ein Bundesb├╝rger durchschnittlich 10.000 Dinge besitzt. Dienstleistungen kommen noch hinzu. Wie sollen wir das verarbeiten, wenn einerseits jedes Ding seine Zeit verlangt, der Tag aber andererseits nur 24 Stunden hat? Reduktion hei├čt, sich auf das Wesentliche zu beschr├Ąnken. Das hat nichts mit Verzicht zu tun, sondern wertet die nach der Entr├╝mpelung verbliebenen Optionen ja sogar auf.“ (Niko Paech, deutscher Volkswirtschaftler, *1960)

„Einfach sein, auch wenns schwierig is. Auch, wenn die Gier noch so gierig is. Das zu entdecken hinter dem Dunst, einfach sein – ist die Kunst.“ (Willy Astor im Lied „Einfach sein“, deutscher Liedermacher und Kabarettist, *1961)

„Unter Einfachheit verstehe ich Klarheit, Schlichtheit, Eindeutigkeit, Transparenz. Wir haben ja von allem viel oder auch zu viel: Viel Besitz, viel Geld (auch wenn wir nicht viel haben – im Vergleich zu anderen Menschen auf dieser Welt sind die meisten von uns sehr reich), viele W├Ârter, viele M├Âglichkeiten, viele Bilder von uns selbst, den anderen und von Gott und davon, wie das Leben zu sein hat. Und oft haben wir auch entsprechend viel Angst, irgendetwas davon zu verlieren. Wenn es uns gel├Ąnge, von alldem etwas weniger zu haben, um durchl├Ąssiger zu werden f├╝r das Leben selbst, hier und jetzt, und damit auch f├╝r den, der uns dieses Leben schenkt und uns in jedem Augenblick neu begegnen will, w├╝rden wir vermutlich etwas angstfreier und lebendiger sein.“ (Katharina Schridde, evangelische Theologin und Autori, *1964)

„Einfachheit. Identifiziere das Wesentliche. Eliminiere den Rest.“ (Leo Babauta, US-amerikanische Autor und MInimalismus-Experte, *1973)

„Wir haben alles, was Sie brauchen. Was wir nicht haben, brauchen Sie auch nicht!“ (Schild an einem Tante-Emma-Laden)

„Lebe leicht, reise mit leichtem Gep├Ąck.“┬á(Yogi-Tee-Spruch)

„Erst nachdem wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun.“ (Tyler Durden im Film „Fight Club“, 1999)

„Eine ganze Generation zapft Benzin, r├Ąumt Tische ab und schuftet als Schreibtischsklaven. Durch die Werbung sind wir hei├č auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs die wir hassen und kaufen dann Schei├če die wir nicht brauchen. Wir sind die Zweitgeborenen dieser Geschichte, Leute. M├Ąnner ohne Zweck, ohne Ziel. Wir haben keinen gro├čen Krieg, keine gro├če Depression. Unser gro├čer Krieg ist ein spiritueller. Unsere gro├če Depression ist unser Leben. Wir wurden durch das Fernsehen in dem Glauben aufgezogen, dass wir alle mal Million├Ąre werden, Filmg├Âtter, Rockstars. Werden wir aber nicht, und das wird uns langsam klar! Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten.“ (Tyler Durden im Film „Fight Club“, 1999)

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36 Kommentare f├╝r “77 „neue“ Minimalismus-Zitate”

  1. Schon beim zweiteen kann man zweifeln:
    „Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit“
    WAS ist unwesentlich? Das bestimmt doch jeder f├╝r sich und zwar immer wieder aufs Neue.
    Das muss auch sein!

    Aber ich schaue mir gerne die anderen noch durch.
    Mein Lieblingsspruch ist ├╝brigens :
    „Trage zu Deinem Gl├╝ck bei!“

  2. Hallo Christof,

    danke f├╝r deine Inspirationen.
    Mir kommt grad ein Gedanke, was ich sicher zuviel habe: Gedanken.
    Damit meine ich nicht unbedingt die Alltagsgedanken, sondern auch verschiedenste Philosophieansichten, Vorstellungen, Ideen vom Leben und von mir und wie alles sein m├╝sste…….auch das ist Ballast!
    Da hilft mir nur Rausgehen, Gehen und Gehen…….und Verweilen im Jetzt.
    VLG Elke

  3. Hallo Christof,
    tolle tiefgr├╝ndige Sammlung!!!

    Ich habe soeben mit meiner Tochter ├╝ber Minimalismus und einige dieser Spr├╝che diskutiert. Sie gilt unter ihren Studienkollegen (Mediziner) als „Hippie“ mit ihrem Hang zur Bescheidenheit und minimalistischer Ausstattung auch in Hinblick auf Fachliteratur. Unter der Beschr├Ąnkung auf das Wesentliche leidet aber keinesfalls ihr Studienerfolg. Im Gegenteil, einige arrogant auftretende „S├Âhne“ von Wohlbetuchten haben ziemlich bald das Handtuch geworfen. Verw├Âhnt sein und viel Geld zur Verf├╝gung haben, scheint vom Wesentlichen abzulenken.
    Auch wenn man die Richtigkeit dieser Aphorismen beim Lesen sofort erkennt, ist es doch immer wieder schwierig, konsequent danach zu leben. Ich habe gelernt, sie als Sterne zu sehen, nach denen man sich auch in unserer komplizierten Umwelt immer wieder ausrichten kann.
    Liebe Gr├╝├če
    Margarita
    PS. Danke!

    1. Hallo Margarita,

      ich denke, selbst die schlauen K├Âpfe da oben in der Liste, m├╝ssen (bzw. mussten) stetig Disziplin aufbringen so zu leben. Das einfache Leben kann zwar zur Gewohnheit werden, aber Ablenkung und vermeintliche Verlockungen sind allgegenw├Ąrtig – heute mehr als je zuvor. Au├čerdem kann einen so ein Lebensstil zum Exoten oder Au├čenseiter machen (von Dir „Hippie“ genannt). Genug Gr├╝nde also, wieder im Konsumpf zu versinken.

      Viele liebe Gr├╝├če

      Christof

  4. Hallo Christof,

    eine tolle Sammlung hast du da zusammengestellt! Ich m├Âchte versuchen, mir davon jeden Tag eins nach dem Aufwachen laut vorzulesen und zu Herzen zu nehmen.
    Danke f├╝r die Inspiriration!
    Gru├č Ingo

  5. Hallo Ingo,

    ich finde es eine gute Idee, sich jeden Morgen (oder Abend) ein Zitat vorzunehmen, anstelle alle 77 Zitate auf einmal zu lesen! Da bleibt sicher mehr h├Ąngen – und hat man l├Ąnger etwas davon :-)

    Gru├č

    Christof

  6. Hallo Ingo, mir gef├Ąllt Deine Idee auch sehr gut. Habe gerade beschlossen, mir zu jeder Wanderung ein Zitat auszusuchen. Eigentlich versuche ich beim Wandern bewusste Gedanken zu vermeiden ÔÇô aber das klappt ja nicht immer. Statt dann bei stressigen Situationen der letzten Woche h├Ąngenzubleiben, kann man sicher mit Reflektion ├╝ber eines der Zitate leichter in das Jetzt und Hier steuern.

  7. Viele kluge M├Ąnner und Frauen haben zu allen Zeiten erkannt, wie ein friedliches Zusammenleben aller Menschen in Wohlstand und W├╝rde m├Âglich ist – das zeigen die Zitate, herzlichen Dank f├╝r die Zusamemnstellung. Und dennoch stehen die gr├Âssten Krisen der Menschheitsgeschichte ins Haus mit Klimawandel, weltweiter ├Âkol├Âgischer Zerst├Ârung nat├╝rlicher Lebensr├Ąume, weltweiter Verknappung der Ressourcen, und neuerdings wieder gr├Â├čere kriegerische Auseinandersetzungen. Gefangen in dem perpetuum mobile eines Wirtschaftssystem, das jeden gegen jeden in Stellung bringt. ‚Der Kapitalismus tr├Ągt den Krieg in sich wie die Wolke den Regen‘, sagte Jean Jaur├Ęs.

  8. Auch sch├Ân finde ich:
    „Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, mit Geld das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht leiden k├Ânnen.“

    Capitalism will end anyway – WE decide when!

  9. Lieber Christof,

    Vielen Dank f├╝r die tolle Zitat Zusammenfassung.
    Ich lese mir sehr gerne Zitate und Spr├╝che zu Themen an die mich interessieren. Und hier habe ich sie sogar alle beisammen.

    Viele Gr├╝├če an Dich und ich les mir meine Lieblings Zitate jetzt noch einmal durch

    Lisa

  10. Da sind ein paar tolle Spr├╝che f├╝r mich dabei. Bei dem Tante-Emma-Laden-Spruch die beiden ÔÇ×sieÔÇť bitte gro├č schreiben.

    1. Danke, Christoph, auch f├╝r den Hinweis. Habe das Zitat angepasst. Wenn die beiden „Sie“ urspr├╝nglich klein geschrieben wurden, m├╝sste ich es eigentlich so zitieren, k├Ânnte ein „sic“ dazuschreiben. Konnte den Spruch aber auf die Schnelle nicht verifizieren.

  11. Hallo Christof,
    Danke f├╝r die viele Arbeit, die Du Dir gemacht hast!
    Es sind wirklich sch├Âne Zitate dabei – und zwar viele.
    Mir gef├Ąllt Deine Seite.
    Viel Inspiration und Erfolg w├╝nsche ich Dir weiterhin!
    Liebe Gr├╝├če
    Kati

  12. Sehr, sehr wertvoll, vielen Dank Christof, f├╝r die Sammlung! Ich w├╝nschte die aktuelle ÔÇ×UmweltschutzbewegungÔÇť der Sch├╝ler w├╝rde diese Richtung nehmen! Wer unsere Erde wirklich sch├╝tzen will, f├Ąngt bei sich selbst an und zeigt nicht nur mit dem Finger auf andere!!!

    1. Richtig, jeder kann und sollte bei sich selbst anfangen. Auf der anderen Seiten sind genauso Politik, Wirtschaft und Medien gefragt. Dass Fridays For Future nur mit dem Finger auf andere zeigt, ist nicht mein Eindruck. Ich finde es eher besch├Ąmend, dass es erst eine 15- und jetzt 16-j├Ąhrige braucht, bis endlich paar mehr Leute als nur die ├ľkos aufwachen.

  13. Hallo Christof, tolle Sammlung.
    Habe heute noch eins gefunden:
    ├ťberfl├╝ssige G├╝ter machen das Leben ├╝berfl├╝ssig.
    (Pier Paolo Pasolini in Freibeuterschriften)

    Das bringt mich auf eine Variante:
    Haben kostet Zeit, Geld und – Leben.
    Oder noch k├╝rzer:
    Haben frisst Leben.

    Beste Gr├╝├če

    J├Ârg

  14. Hallo Christof,

    lese gerade von Mathias Binswanger „Die Tretm├╝hlen des Gl├╝cks“ und habe drei sch├Âne S├Ątze gefunden.

    Der erste wurde ├Ąhnlich schon von J├Ârg Piscator am 18.7.2017 hier gepostet, in der ersten Sammlung auch von dir. Die von mir gelesene Version lautet:
    „Viele Menschen benutzen Geld, das sie nicht haben, f├╝r den Einkauf von Dingen, die sie nicht brauchen, um Leuten zu imponieren, die sie nicht m├Âgen.“ Hier dem Schauspieler Walter Slezak zugeschrieben. Aber vielleicht hat der es mit seinen Worten auch nachzitiert.

    Von Mark Twain: „Zivilisation ist die unabl├Ąssige Vermehrung von unn├Âtigen Notwendigkeiten“.

    Engl. Sprichwort: „So many options, so little time.“ (Im Zusammenhang, warum uns die ├╝berbordende Auswahl an Joghurts oder Fernsehprogrammen nicht gl├╝cklicher macht, sondern eher ├╝berfordert und darum unzufriedener macht.)

    Hinter materieller F├╝lle steht geistige Leere. (nicht aus dem Buch, soondern von mir selbst, aber vielleicht hat das auch schon jemand mal gesagt, und ich wei├č es noch nicht.)

    Beste Gr├╝├če

    J├Ârg

    1. Hallo J├Ârg,

      besten Dank f├╝r Deine Erg├Ąnzungen.

      Materielles ├ťberma├č kann die innere Leere nur ganz kurz f├╝llen. Dann kommt die Leere wieder zur├╝ck – manchmal heftiger als zuvor. Man muss andere Wege finde, die uns nachhaltig erf├╝llen – zum Beispiel Leidenschaften fr├Ânen und sich mit lieben Menschen umgeben.

      Einfach bewusste Gr├╝├če

      Christof

  15. Hallo Christof,

    die Zitatensammlungen deiner Seite k├Ânnten bald ein neues Buch f├╝llen, wie w├Ąrs mit einer Art „Minimalismus-B├╝chmann“?

    Habe k├╝rzlich in den Spr├╝chen Salomos gest├Âbert und fand dort reichlich Stoff dazu, eine wahre Fundgrube:

    Ein Satter tritt Honigseim mit F├╝├čen, aber einem Hungrigen ist alles Bittere s├╝├č. (27,7)

    Findest du Honig, iss davon nur soviel, wie du brauchst, damit du nicht zu satt wirst und ihn wieder erbrichst. (25,16)

    Halte dich fern vom Haus deines N├Ąchsten (soll wohl hei├čen: Geh nicht ungebeten dahin), sonst hat er dich satt und wird dir gram. (25,17)

    Reichtum hilft nicht am Tag des Zorns, aber Gerechtigkeit erettet vorm Tod. (11,4)

    Einer gibt reichlich her und hat doch immer mehr. Ein anderer geizt, wo er nicht soll, und wird doch ├Ąrmer. (11,24)

    Weitere liste ich nur zum Selber-Nachschlagen auf, damit mein Post nicht aus allen N├Ąhten platzt:

    11,28 – 13,8 – 15,17 – 15,27 – 16,8 – 17,1 – 17,5 – 17,19 – 18,11 – 19,1 – 20,21 – 21,6 – 22,16 – 28,11 – 28,20

    (Merkw├╝rdig, dass man das Salomo zuschreibt, der mit seinen 1000 Frauen, seinem Tempelbau im Stil ├Ągyptischer Tempelanlagen, seiner Politik des Reichtum-Einheiratens (K├Ânigin von Saba) u.a.m. selber lebte und regierte wie ein Pharao)

    Viel Spa├č beim St├Âbern

    J├Ârg

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