Warum glückliche Menschen nicht gut fürs Geschäft sind und wie uns diese Erkenntnis glücklicher machen kann

Warum glückliche Menschen nicht gut fürs Geschäft sind und wie uns diese Erkenntnis glücklicher machen kann

„Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.“ (Buddha)

Wer zufrieden ist, konsumiert nur das Nötigste

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass Wirtschaft und Werbung darauf ausgerichtet sind, uns unzufrieden zu machen und uns Angst einzujagen, damit wir für irgendwelchen Kram und die damit verbundenen Versprechungen den Geldbeutel zücken?

Glückliche Menschen sind nicht gut fürs Geschäft. Wer zufrieden mit dem ist, was er hat, und mit dem, was er ist, konsumiert nur das Nötigste. Wirtschaftswachstum funktioniert aber nur, wenn wir in immer kürzeren Abständen immer mehr Dinge kaufen – die wir oft gar nicht brauchen oder schon besitzen.

So ticken Wirtschaft und Werbung

Beispiele gefällig? Man macht uns Angst vor Mangelerscheinungen und Krankheiten, damit wir Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente kaufen. Man redet uns ein, dass wir nur dann so cool wie George Clooney sind, wenn wir Kaffee aus Kapseln trinken. Man behauptet, dass Wasser in (Plastik)flaschen besser schmeckt und gesünder ist als Leitungswasser. Man erzählt uns von Risiken, auf die wir selbst nie gekommen wären, um uns eine Versicherung nach der anderen anzudrehen. Man tut so, als würden wir Weltbewegendes verpassen, wenn wir die neue Samstagabendshow nicht schauen. Man warnt uns, dass wir unseren Alltag in Zukunft nur bewältigen können, wenn wir uns von Alexa fernsteuern lassen. Man macht uns ein X für ein U vor, damit wir ein Monatsgehalt für das iPhone X hinlegen.

Das sind ja gar nicht unsere Ängste

Wer wachsam ist und in sich hineinhört, erkennt, dass diese Ängste gar nicht die eigenen sind. Oft wird uns ein Mangel eingeredet oder Unzufriedenheit generiert. Die vermeintliche Lösung wird natürlich gleich mitgeliefert: Kaufen, kaufen, kaufen!

Etwas Nachdenken und Recherche führen viele Kaufimpulse schnell ad absurdum. Die meisten Mangelerscheinungen und Krankheiten können verhindert und sogar behandelt werden, indem man sich gesund ernährt und ausreichend bewegt. Wer Kaffee aus Kapseln trinkt, ist nicht cool, sondern doof, weil er Berge an Müll produziert und für das Kilogramm Kaffeepulver umgerechnet 80 Euro bezahlt. Leitungswasser ist sogar 250 mal günstiger als Flaschenwasser, wird außerdem strenger kontrolliert und schmeckt der Mehrheit in Blindtests besser als das Pendant aus dem Supermarkt. Versicherungen müssen lediglich die existenzbedrohenden Risiken absichern. Die neue Samstagabendshow ist nichts anders als Unterhaltung – mit viel Glück gute Unterhaltung, wahrscheinlich aber eher hanebüchene. Und zu Alexa, iPhone & Co: Vielleicht sind gerade all die Gadgets und Helferlein dafür verantwortlich, dass es uns immer schwerer fällt, den Alltag zu bewältigen. Jeder Gegenstand giert schließlich nach unserer Aufmerksamkeit und Zeit.

Glück finden wir nicht im Besitz, sondern im Leben

Genauso wenig wie die durch Wirtschaft und Werbung kreierten Ängste unsere sind, genauso wenig macht uns all der Kram glücklich. Wer zu viel besitzt, wird besessen. Glück finden wir in den Momenten, in denen wir wirklich leben. Etwa wenn wir Qualitätszeit mit Freunden und Familie verbringen, wenn wir unseren Leidenschaften nachgehen, wenn wir uns akzeptiert und zugleich frei fühlen. Auch Ängste und Unzufriedenheit gehören zum Leben. Aber eben unsere eigenen und nicht die, die uns irgendjemand einreden möchte.

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{ 57 Kommentare }

  • Ralf 19. November 2017

    Hallo Christof,
    ich kann dem nur zustimmen. Eine Literaturempfehlung zu genau diesem Thema:
    „Ich bin raus – Wege aus der Arbeit, dem Konsum und der Verzweiflung“ von Robert Wringham.
    Ich lese viel zu dem Thema – hier finde ich Resonanz im schrägen (britischen), manchmal auch aggressiven Humor, gepaart mit unglaublich analytischer Wahrnehmungsschärfe – und ohne jede Neigung zu Esoterik.
    Mit anderen Worten: Er hat einfach recht.

    Viele Grüße,
    Ralf

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      Hallo Ralf,

      besten Dank für den interessanten Buchtipp.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Flo 19. November 2017

        Ich kann mich dem Ralf nur anschließen.
        Das Buch lese ich derzeit auch selbst. Empfehlenswerte Inhalte

        Danke für deinen Beitrag Christof, wie immer auf den Punkt.
        Viele grüße aus Frankfurt

        Antworten
    • Felix 22. November 2017

      Hallo Ralf,

      das Buch „Ich bin raus“ von Robert Wringham ,ist einer der besten Bücher zu diesem Thema.Das erste Kapitel ist etwas langweilig ,aber der Rest Note 1.Ich habe das Buch 2 mal hintereinander gelesen.Eines der besten Bücher seit 10 jahren ,,Gruß Felix..

      Antworten
      • Ralf 22. November 2017

        Hallo Felix,
        … mit dem ersten Kapitel gebe ich Dir recht; mir kam das mit der Bezugnahme auf einen „Zauberkünstler“ aus „alten“ Zeiten schon irgendwie , naja, spießig vor.
        Das ist so gar nicht meine Welt… und Begeisterung diesbezüglich vermag ich auch definitiv nicht zu teilen. Ich bin aber froh – dass ich weiter gelesen habe.

        Gerade derzeit beginne ich ein zweites Mal, das Buch zu lesen – die Rückfallgefahr in alte Verhaltens- und Denkmuster ist einfach groß.
        Zu verlockend sind halt die Verführungen… die „Belohnungen“, welche man sich für erbrachtes „Sich verleugnen“ (also: gewerblich abhängige Arbeit) zugestehen möchte.

        Es ist einfach wichtig, zu erkennen, dass das ein „Teufelskreis“ ist – ein sich selbst erhaltendes System, welches nur einigen Wenigen Vorteile verschafft – „uns“ nicht.

        Viele Grüße,
        Ralf

        Antworten
        • Petra 11. Dezember 2017

          Hallo,

          es ist überraschend wie immer wieder das gute (alte) Original – Simplify Your Life von Elaine St. James – dabei vergessen wird. Dabei findet man bei ihr all‘ die Ideen – mit Herz und Verstand formuliert – die danach massenweise über die Minimalismus-Welle immer wieder hervorgebracht werden.
          Die Bücher sind gebraucht extrem günstig zu bekommen (v.a. in Englisch) und ich bin immer wieder überrascht welche moderne Themen sie schon in den 90-er Jahre behandelt hat. Prädikat – extrem empfehlenswert.

          Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen,
          Petra

          P.S. „Ich bin raus“ habe ich auch gelesen; gut, aber das oben zitierte ist m.E. besser und umfassender.

        • Christof Herrmann 11. Dezember 2017

          Danke für den Buch-Tipp! Die Autorin war mir bis dato nicht bekannt. Allerdings ist Elaine St. James sicher nicht das „Original“ der Minimalismus-Literatur. Da gab es schon in den rund 3000 (!) Jahren davor viele Philosophen, Geleherte und Autoren. Paar derer Zitate gibt es hier und hier. Recht wenig bekannt und interessant ist auch „The Simple Life in a Nutshell“, das J. H. Kellogg ca. 1900 veröffentlicht hat.

          Einfach bewusste Grüße

          Christof

    • Anouk 1. Dezember 2017

      Hallo Ralf,
      ich bin ganz dankbar, dass es das Internet gibt sonst wüsste ich nicht von dir.
      Ein schöner Artikel.Dazu möchte ich kurz etwas sagen.Geld ist schon gut zu haben,wenn es einen dahin bringt,wo ein einfaches Leben möglich macht.
      Durch mein eigenes erforschen habe ich wieder festgestellt, dass ich Natur um mich brauche.Deshalb habe ich mich bewegt und ein altes Haus am Hang mit Wald im Rücken und guter Luft gefunden,was ich kaufen werde.Und dafür ist es gut Geld zu haben.
      Die Umgebung und die Natur ist es, die mich in Balance halten.Eine Behausung kann ich immer umgestalten und verändern…die Natur um mich herum nicht.
      Sei lieb gegrüßt von Anouk

      Antworten
      • Ralf 3. Dezember 2017

        Hallo Anouk,
        Internet ist gut und böse – man bekommt einfach die positiven Dinge der ganzen Welt mit – aber auch die negativen; wüsste ich nicht, dass Menschen auf der anderen Seite des Globus leiden, müsste ich mir darüber schon mal keine Gedanken machen.
        Wüsste ich nicht, dass mich Menschen außerhalb meiner direkten Nähe auch mögen, müsste ich mich eventuell einsam fühlen.
        Ich lebe mitten in der Natur – ich bin als Sportkletterer innerhalb eines Jahres unbezahlten Urlaubes „aufs Land“ gezogen, um näher an meinen Felsen zu sein.
        Ungeachtet dessen, dass ich auch etwas hätte kaufen können (der Stress – man muss sich ja um Besitz kümmern) – habe ich ein Zuhause gefunden, das – mietbasiert – für relativ wenig Geld all meine Ansprüche erfüllt.
        Geld – ja – ist, in realen Gegenwert umgerechnet eine begrenzte Ressource.

        Ich gehe davon aus (obwohl – ich kritisiere mich da gerade selbst!), dass man nur mehr haben kann – auf Kosten derer, die dann zwangsläufig weniger haben.

        Mit Geld kann man natürlich leichter „aussteigen“ – aber, das ist nicht meine Definition von einfachem Leben.
        Das „System“ zunächst (aus)zu nutzen – um dann umweltverträglich die „Läuterung“ zu leben – das ist nicht das, was ich nachvollziehen möchte.
        Das leben schon so viele Politiker vor – erst nach der Pensionierung erscheinen sie plötzlich „weise“ – und geben sich sozial; ich mag das nicht – und finde es irgendwie „billig“.
        Geld haben ist toll – aber – ohne das schlechte Gewissen, dass es ungerecht verteilt ist – wäre es um Welten besser zu genießen.

        Antworten
  • Franziska 19. November 2017

    Hallo Christof,

    das ist mal wieder ein sehr schöner Artikel von Dir! Du hast ja so recht. Seit ich keine Werbung mehr im TV anschaue oder im Briefkasten habe, konsumiere ich schon automatisch weniger und zielgerichteter. Wenn man sich beim Einkauf immer bewusst macht, dass man manipuliert werden soll, ist es viel einfacher nur noch das zu kaufen, was man wirklich braucht. Gerade grössere Anschaffungen überlege ich mir lange und gründlich, aber auch ein neuer Wasserkocher (nur 20 Euro) steht jetzt schon seit einem Jahr auf meiner „Wunschliste“, aber solange der alte noch geht brauch ich den neuen ja nicht wirklich, auch wenn er drei Funktionen mehr hat.
    Bei Lebensmitteln werde ich manchmal schon schwach und kauf mir mal was, was nicht auf dem Einkaufszettel steht. Da bin ich oft einfach froh, was tolles veganes gefunden zu haben und will das dann probieren. Und bei Büchern passieren mir noch oft Impulskäufe, aber die bereue ich eher nicht, denn lesen kann man ja nie genug ;-)
    Ansonsten bin ich echt zufrieden mit dem was ich habe und wenn ich mir was zu Geburtstag oder Weihnachten wünschen soll, überlege ich schon lange was ich überhaupt noch brauchen kann. Meist wünsch ich mir dann einfach ein Buch oder Socken oder ein gemeinsames Essengehen. Denn, wie du so schön geschrieben hast, ist die „Qualitätszeit“ mit lieben Menschen oder auch mit sich allein unbezahlbar.

    Danke nochmal für Deine tolle Seite, mit der fing bei mir der Umdenkprozess an und ich freue mich immer wieder über Deine inspirierenden Artikel, Tipps und Buchempfehlungen…

    Liebe Grüsse,
    Franziska

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      Hallo Franziska,

      wow, so viel Lob. Danke!

      Bei Büchern sind Impulskäufe natürlich erlaubt ;-) Notfalls kann man die ja weitergeben und jemand anderen eine Freude machen. Ich hole allerdings mittlerweile die meisten Bücher aus der Bibliothek und Öffentlichen Bücherschränken oder tausche mit Freunden.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
      • Franziska 20. November 2017

        Hallo Christof,

        in die Bücherei gehe ich natürlich auch noch regelmässig, gerade wenn ich mal einen Ratgeber suche und noch nicht weiß, ob das Buch für mich taugt, oder wenn ich von vornherein weiss, dass das Buch nur einmal gelesen wird. Bücher, bei denen ich denke, dass ich sie mehrmals lesen werde, oder die mir einfach emotional mehr bedeuten, finden dann aber den Weg in mein Bücherregal. Aber auch das habe ich schon reduziert und mir vorgenommen nicht mehr darin zu sammeln als hineinpasst. Deshalb sortiere ich oft auch wieder Bücher aus und verschenke oder spende sie. Wir haben auch ein öffentliches Bücherregal in der Stadt, aber da habe ich bisher mehr reingestellt als mitgenommen.

        Antworten
  • Anton Berendi 19. November 2017

    Ingeborg Bachmann hat die tiefe Pathologie dieses Gesellschaftssystems schon früh in ihrem Gedicht ‚Reklame‘ von 1956 beschrieben. Das war wohlgemerkt in den sogenannten ‚Wirtschaftswunderjahren‘:

    Ingeborg Bachmann, „Reklame“ [1956]

    Wohin aber gehen wir
    ohne sorge sei ohne sorge
    wenn es dunkel und wenn es kalt wird
    sei ohne sorge
    aber
    mit musik
    was sollen wir tun
    heiter und mit musik
    und denken
    heiter
    angesichts eines Endes
    mit musik
    und wohin tragen wir
    am besten
    unsre Fragen und den Schauer aller Jahre
    in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
    was aber geschieht
    am besten
    wenn Totenstille
    eintritt

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      Ich glaube, ich bin zu doof für dieses Gedicht. So richtig kapier ich es nämlich nicht :(

      Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      War neugierig und habe kurz recherchiert. In Deinem Kommentar kam der Schriftwechsel in jeder Zeile von normal zu kursiv nicht an, was aufzeigt, dass zwei Personen im Wechsel „sprechen“ (Zweifler/Fragender auf der einen, Werbung/Antwortender auf der anderen Seiten). Hier noch mal mit Kursivsetzung:

      Wohin aber gehen wir
      ohne sorge sei ohne sorge
      wenn es dunkel und wenn es kalt wird
      sei ohne sorge
      aber
      mit musik
      was sollen wir tun
      heiter und mit musik
      und denken
      heiter
      angesichts eines Endes
      mit musik
      und wohin tragen wir
      am besten
      unsre Fragen und den Schauer aller Jahre
      in die Traumwäscherei ohne sorge sei ohne sorge
      was aber geschieht
      am besten
      wenn Totenstille
      eintritt

      Antworten
  • Hannah 19. November 2017

    Das mit den 80 Euro für das Kilo Kaffee Nespresso hab ich auch schon gelesen. Stimmt das? Jedenfalls ein toller Artikel der zum Nachdenken und Umdenken anregt.

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      Das mit den 80 Euro stimmt in etwa. Kann man selbst ausrechnen, da der Preis pro Kapsel und das Kaffeegewicht pro Kapsel bekannt sind.

      Antworten
  • Inge 19. November 2017

    Hallo Christoph,
    dein Beitrag sprich mir aus der Seele. Dass weniger mehr ist habe ich schon vor Jahrzehnten erkannt und auch die Verkaufsstrategien durchschaut. Allerdings auch erlernt, war der Einzelhandel doch mein Ausbildungsberuf.
    Ich erinnere mich, dass kurz nach dem Einzug in meine erste eigene Wohnung ein Versicherungsvertreter vor meiner Tür stand um mir eine Lebensversicherung zu verkaufen. Ich hab in ausgelacht und gefragt wie er das denn machen will mein Leben zu versichern. Denn wenn ich ums Leben komme, frage ich mich was nützt mir dann noch eine hohe Summe Geld. Außerdem ist mein Leben so wertvoll, dass es nicht bezahlt werden kann.
    Zu deinem Artikel fiel mir sofort ein Gedicht von Christiane Allert-Wybranietz erschienen im Jahr 1982
    MEIN EINKAUFSNETZ MUSS LÖCHER HABEN
    Im Supermarkt kaufte ich
    Zahnpasta, Zigaretten, Brot,
    Seife, Weinbrand, Parfum,
    Haushaltstücher, Marmelade,
    Tiefkühlgerichte, Badezusätze,
    Kekse und noch allerlei……

    Zuhause suchte in
    zwischen Verpackungen
    und Produkten
    nach der Freiheit,
    der Frische,
    nach den Abenteuern
    und der Liebe
    und all den anderen
    Stimmungen und Gefühlen,
    die man mir
    (nach Erwerb dieser Dinge)
    versprochen hatte.

    Als ich dann den Sekt für Verliebte
    alleine trank,
    abenteuerduftende Zigaretten vor’m
    TV-Western rauchte,
    als sich niemand sofort in mich verliebte,
    obwohl ich das betörendste Parfum trug
    (so stand es auf der Packung)
    und als ich feststellte, daß die Putzmittel
    die Arbeit doch nicht von alleine machten
    sagte ich mir:

    MEIN EINKAUFSNETZ MUSS LÖCHER HABEN

    Danke für deine Anregungen an das sich immer wieder erinnern und an die Hand nehmen ein glückliches Leben (ohne Konsumzwang) zu führen.

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      Hallo Inge,

      dieses Gedicht passt sehr gut zu meinem Artikel wie auch zu Einfach bewusst. Vielleicht sollte ich die Autorin fragen, ob ich den Text als Blogartikel veröffentlichen darf.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
    • Carmen 19. November 2017

      Das Gedicht gefällt mir sehr gut! Musste direkt schmunzeln und dabei habe ich selbst 15 Jahre in Saus und Braus gelebt und bin voll drauf reingefallen. ;)

      Antworten
    • Christof Herrmann 25. November 2017

      Hallo Inge,

      ich habe das Gedicht Mein Einkaufsnetz muss Löcher haben in einem extra Blogartikel veröffentlicht. Vielen Dank für die Inspiration.

      Christof

      Antworten
  • Daniel 19. November 2017

    Hey Christof,
    wieder ein sehr schöner und genialer, vor allem AUFKLÄRENDER Artikel!
    Werbung läuft immer über unsere Sinneskanäle und noch wichtiger, sie sollen unsere Emotionen ansprechen. Denn über diese lassen wir uns gut lenken.
    Das wusste schon die Kirche, das man die Gesellschaft mit ANGST gut führen kann, denn wer mag denn in der Hölle schmoren. Werbung läuft genauso perfide ab…

    Wer glücklihc ist im Leben und schon mehrfach die Erfahrung gemacht hat, das die Momente zählen und nicht der Konsum, wer in sich selbst sich ruht und genug ist, an dem prallt die Werbung ab und er kauft lediglich das, was er für das Leben benötigt – Nahrungsmittel… (klar Dach über den Kopf, Kleider etc, doch das muss man nicht täglich oder wöchentlich kaufen…)

    Viele Grüße von einem Konsumkritischen Kollegen ;)
    Freiheitsreisender
    Daniel

    Antworten
  • Maria Widerstand 19. November 2017

    Hallo Christof!

    Ich habe mal einen Beitrag geschrieben „Werbung will dass wir unglücklich sind“. Genau so ist, es nämlich. In der Werbung wird gezeigt, dass wir nur mit dem Produkt xy glücklich sein können. Aber in Wirklichkeit braucht man das alles nicht.

    Besonders gut gefällt mir Dein Beispiel mit dem Kapselkaffee und dem Leitungswasser.

    lg
    Maria

    Antworten
  • Karen und Werner 19. November 2017

    Hallo Christof,
    die Aussagen in deinem Artikel können wir bestätigen. Wir waren ein (Sabbat)-Jahr mit unseren Rädern unterwegs und uns fehlte nichts. Am wenigsten Nachrichten und Werbung. Dass wir mit wenig auskommen, wussten wir bevor wir starteten. Schon lange kaufen wir nur was bei uns auch in Gebrauch ist. Aber dass wir mit sooooo wenig wie an zwei Fahrräder passt12 Monate hervorragend klarkommen, ist eine wunderbare Erfahrung. Übrigens gefällt uns auch dein Artikel mit Hinweis auf die Zettel-Stift-Spiele. Merken wir uns für die nächste Radreise. Wir beantragen jetzt wieder ein Sabbatjahr – statt neuem Auto. Das Sabbatjahr war die beste Entscheidung unseres Lebens. Minimalistischer geht’s dann nur noch mit dem Wanderrucksack.
    Abenteuerlustige Grüße von Karen und Werner

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      Hallo Ihr zwei Abenteuer,

      freue mich, dass Ihr so eine tolle Zeit auf den Rädern hattet. Ich kann das voll nachvollziehen, da ich ja auch mal 1,5 Jahre um die Welt pedaliert bin. Das war für mich der Startschuß in ein minimalistisches Leben.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten
  • Heike 19. November 2017

    Alles absolut richtig und gut auf den Punkt gebracht.
    Ich glaube du hast vor einigen Monaten einen großen Anteil an meinem Umdenken gehabt. Ich lege mittlerweile eigentlich keinen Wert mehr auf Dinge, die den meisten Menschen wichtig sind: Statussymbole wie Kleidung, eine tolle Wohnung einen anerkannten Job. Am wichtigsten ist mir Zeit. Meine Lebenszeit. Und die so zu gestalten, dass ich maximal glücklich bin und möglichst viel Gutes für unseren Planeten und alle Lebewesen tue. An Punkt zwei möchte ich in den nächsten Monaten aktiv arbeiten.
    Viele Grüße Heike

    Antworten
    • Christof Herrmann 19. November 2017

      Du bist die Heike, die die tollen Fotos macht, gell?

      Viele Spaß und Erfolg bei Punkt zwei!

      Christof

      Antworten
      • Heike 20. November 2017

        Vielen Dank für das liebe Kompliment bezüglich meiner Fotos!
        Herzliche Grüße!

        Antworten
  • Stefan 19. November 2017

    hallo Christof

    Danke für deine interessanten Gedanken, denen ich zum Teil gerne und aus Überzeugung beipflichten kann. Allerdings ist mE zu viel Schwarz-Weißmalerei darin. Ich finde, dass mehr Differenzierung die Qualität deiner Beiträge steigern würde.

    Zwei Beispiele aus „meiner Welt“:
    Ich besitze ein bisschen Vermögen. Das beruhigt, weil zB ein Haus idR nicht an Wert verliert und somit auch eine Altervorsorge ist. Wer wenig besitzen will bezahlt womöglich ein Leben lang Miete und hat am Ende keinen Polster.

    Ich arbeite ca. 3h am Tag mit dem Handy, weil ich unterwegs bin und viel Kommunikation (schriflich und mündlich) mit dem Smarphone erledige. Da ist ein iPhone X nicht etwas, was glücklicher macht, aber es macht das Arbeiten schöner.

    Also, lassen wir uns nicht einreden, dass Konsum nicht glücklicher macht. Lassen wir uns aber auch nicht einreden, dass zu viel Verzicht der Weg ins Glück pflastert. Ergo: selbst nachdenken, selbst entscheiden, selbst verzichten UND genießen.

    Wünsche allen in dieser Community einen guten Wochenstart.

    Antworten
    • Christof Herrmann 20. November 2017

      Hallo Stefan,

      dies ist halt (m)ein Blog. Da steht in den Texten meine Meinung im Vordergrund. In einem Artikel für ein Magazin hätte ich vielleicht etwas differenziert.

      Dinge sind nicht per se schlecht. Sie können unsere Leben erleichtern und verschönern. Wir sollten nur dreimal überlegen, ob wir etwas wirklich brauchen. Oft hält der Kram nämlich nicht, was die Werbung verspricht, oft ist Besitz das Gegenteil einer Erleichterung und Verschönerung. Was man wirklich braucht, ist auch immer eine individuelle Sache. Bei Dir ist es z. B. ein hochwertiges schnelles Smartphone (ein iPhone X wird es ja wohl kaum sein ;)), bei mir sind es hochwertige, leichte Outdoorklamotten.

      Dir auch einen schönen Wochenstart

      Christof

      Antworten
      • Felix 22. November 2017

        Hallo Christof,

        danke für deinen Newsletter. Somit bin ich immer up-to-date.
        Ich finde den Beitrag von Stefan sehr interessant, weil ich mir schon seit längerem die Frage stelle: Gibt es einen „moderaten“ Minimalismus. Bedeutet, lebe ich schon minimalistisch wenn ich nur downshifte (runterschalte) obwohl ich es nicht nötig habe. Ich fühle mich z.B wohler in einer kleinen Wohnung oder in einem kleinem Auto. Ist das auch Minimalsimus? Könnte mir mehr leisten, will es aber nicht! Für mich gibt es ein gesunden Minimalismus. Bedeuet, um am Beispiel vom Stefan zu bleiben, wenn ich es mir leisten kann, sollte ich Eigentum haben, anstatt Miete zu bezahlen. Kann dort natürlich minimalistisch leben, z.B kaufe mir erst einen Fernseher wenn er kaputt ist und nicht weil die Technik besser ist. Ich glaube alles was zu extrem ist, also auch zu minimalistisch ist auch nicht gesund. Ich bin dein größter Fan und deine Seite ist super :-) Vielleicht kannst du mal zu diesem Thema schreiben.
        Viele Grüße Felix

        Antworten
        • Christof Herrmann 22. November 2017

          Hallo Felix,

          Minimalismus bedeutet für mich, mit möglichst wenig Ballast zu leben. Was man als Ballast empfindet muss jeder selbst entscheiden. Dinge, Aufgaben, Beziehungen, Gedanken … Auf einen neuen Fernseher oder ein flotteres Auto zu verzichten, weil Du darin keinen Mehrwert, sondern eher eine Belastung siehst, könnte man demnach als „moderaten Minimalismus“ bezeichnen. Wichtiger als das Wort ist, dass Du Dich mit Deinem Lifestyle wohl fühlst – und dabei anderen möglichst wenig Schaden zuführst.

          Viele Grüße

          Christof

    • Besitzloser 27. November 2017

      Hallo,

      es geht mE nicht darum, was man hat und was nicht, sondern warum man es hat.

      Dazu noch eine Buch-Empfehlung: „Erich Fromm – Haben oder Sein“.
      Sehr vereinfacht: Etwas besitzen ist nicht schlimm, wenn man es zum SEIN braucht. Geht es nur um das HABEN – den reinen Besitz also- , etwa um andere zu beeindrucken, sich selber zu verleugnen usw, ist Besitz abzulehnen.

      So halte ich es schon zwanzig Jahre. Ich lebe sehr zufrieden als überzeugter Minimalist, mein Beruf als selbst. Fotograf bringt aber leider mit sich, dass ich bestimmte Dinge vorhalten muss. Und obwohl ich im Vergleich zu Kollegen schon weniger Technik habe, würde ich das Zeug trotzdem gerne ebenfalls minimieren. Solange ich aber davon lebe und damit auch meine Freiheit zB vor Arbeitgebern habe, kann ich die Kröte des Zeugs schlucken, denn es hat ja einen Nutzen und steht nicht einfach nur rum.

      Allgemein gilt wirklich: Zeug was angesammelt und ungenutzt rumsteht, verdeckt etwas Innerliches wie ein grosser Schuttberg einen wertvollen Goldklumpen. Etwas, was man besser ausgraben sollte, um sich selber zu sehen, zu finden, zu erkennen, WIRKLICH man selbst zu werden. Dann ist man auch kein leichtes Opfer mehr für Werbung und Angstmacherei von Firmen und Politik.

      Antworten
  • Jackie 19. November 2017

    Hallo Christof!

    Vielen Dank für diesen Artikel.
    Ich kenne auch die Versprechen der Werbeindustrie nur zu gut. Ich weiß ganz genau, was sie wie und warum einsetzt, um Kaufimpulse hervorzurufen. Ich bin das perfekte Opfer, denn ich bin kaufsüchtig. Das hat mir in den vergangenen Monaten enorme Probleme bereitet, weil sich jede menge Dinge bei mir stapeln, ich aber kein Geld mehr habe, um mir Essen und Kleidung zu kaufen. Ich bin deswegen bereits in Behandlung und hoffe, dass ich mich bald von dieser Sucht befreien kann.
    Vielleicht hast du ja Empfehlungen für mich, wie ich damit umgehen kann.
    Vielen Dank für deine Seite und deine guten Informationen zum Minimalismus. In meiner Vorstellung lebe ich bereits minimalistisch und es fühlt sich sehr gut und vor allem frei an. Allein, es liegt an mir, die Vorstellung zur Wirklichkeit werden zu lassen.
    Einen herzlichen Gruß sendet dir
    Jackie

    Antworten
    • Carmen 19. November 2017

      Hi Jackie,
      Auch wenn Du Christof angesprochen hast, finde ich, das gerade der letzte Satz hier sehr gut passt. Hinter der Kaufsucht steckt vielleicht eine Angst und/oder Unzufriedenheit. Und die will gesehen und gespürt werden. Die gemeinsam mit professioneller Hilfe ansehen, kann vielleicht schon der nächste richtige kleine Schritt in Deine eigenbestimmtere Zukunft sein. Zumindest kenne/kannte ich das gelegentlich bei mir so. Alles Gute dafür! 😘

      Antworten
    • Christof Herrmann 20. November 2017

      Hallo Jackie,

      mein Rat wäre gewesen, dass Du eine psychologische Beratung oder eine Therapie machst. Diesen schwierigen Schritt bist Du ja schon gegangen.

      In vielen meiner Minimalismus-Artikel stelle ich die positiven Aspekte eines konsumreduzierten Lebens heraus. Das könnte Dich weiter motivieren.

      Vielleicht hilft Dir auch, Dich mit anderen auszutauschen – hier auf Einfach bewusst, auf einem der Minimalismus-Stammtischen oder in einer Facebook-Gruppe.

      Kannst mir auch mailen, wenn Du eine konkrete Frage hast.

      Alles Gute

      Christof

      Antworten
      • Jackie 20. November 2017

        Liebe Carmen,
        lieber Christof,

        vielen Dank für eure Rückmeldung.

        Liebe Grüße
        Jackie

        Antworten
  • Carmen 20. November 2017

    Hallo Christof,

    Dein Artikel trifft bei mir den Nagel auf den Kopf und passt gerade perfekt zu meiner letzten Woche!
    Ich war total frustriert, weil geldmässig außer Lebensmittel und Wohnung momentan nicht mehr drin ist. Dann teure Fahrkarte für schlecht bezahlten Job. Kein ‚mal Essen gehen‘ oder Kaffee trinken, Kino, Hose oder Pulli kaufen etc. Ich habe nur noch Mangel um mich herum gesehen, und keinen Ausweg. Und dann bin ich am Freitag Abend noch durch die Stadt gelaufen (weil ich nicht nach Hause in das leere Häuschen wollte) und habe natürlich all die Sachen gesehen, die ich mir erst recht nicht leisten kann (+ Werbung, die einem noch dazu suggeriert, wie schön und begehrenswert man mit all den Sachen wäre). Zu guter Letzt erinnerte ich mich auch noch daran, dass ich vor knapp 3 Jahren noch das Dreifache verdiente, und mir das hätte alles locker leisten können (nebenbei bemerkt: damals war ich kreuzunglücklich). Da bin ich dann frustriert nach Hause und habe erst einmal den Kopf in den Sand gesteckt und bin so richtig in die passive Opferrolle gefallen. Aber dann kam der Samstag und irgendeine Kraft trieb mich an, durch die Wohnung zu gehen und Sachen auf Ebay Kleinanzeigen anzubieten, die man evtl. zu Geld machen kann. Da hat sich auch direkt jemand gemeldet. Dabei habe ich dann auch eine schöne Lampe gefunden, die ich noch für eine dunkle Ecke brauchte, die jemand verschenkte. Und beim Abholen gab mir die Dame auch noch einen Tip für einen Nebenjob, maßgeschneidert, so wie ich es gerade richtig wäre. Und zu Hause hab ich dann aus Resten für die ganze Woche vorgekocht, und es ist Sonntag Abend und sehe nur noch Fülle um mich herum (ohne dass ich Geld ausgegeben oder zuviel Kaffee wie George Clooney getrunkene habe). Und die Kreativität geht weiter: Großer Kühlschrank durch kleinen ersetzen, da Luft runterkühlen auf Dauer auch teuer wird, Häuschen auf AirBnB zum Vermieten setzen, Fahrrad reparieren und einen Teil der Monatskarte sparen etc.

    Du hast mich ja vor Jahren zum Minimalismus gebracht. Danke dafür! Das und Yoga haben mein Leben absolut zum Positiven verändert, auch wenn ich manchmal trotzdem Angst und Unzufriedenheit (ja, genau meine eigene) spüre(n darf). Das gehört einfach zum Leben dazu und nach Regen kommt wiederSonnenschein – und somit der Regenbogen. :)

    Einfach ein spitzen Artikel! Du bist irgendwie gerade in Top Form! Alles was Du raushaust, ist absolut lesenswert und der Zeitpunkt kann nicht besser sein! Danke dafür, dass Du Deinen Wissens-Reichtum mit uns teilst. :)

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    • Christof Herrmann 20. November 2017

      Hallo Carmen,

      Ich danke Dir für den langen Kommentar, das tolle Kompliment und die Geschichte aus Deinem Leben.

      Hast Du denn wie ich vor fünf Jahren auch freiwillig Deinen gut bezahlten Job aufgegeben? „Leeres Häuschen“ klingt ein wenig, als würdest Du da nicht mehr so gerne wohnen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Christina 20. November 2017

    Lieber Christof,

    deinen Artikel habe ich heute morgen in der U-Bahn gelesen und fuehlte mich rundum bestaetigt. Ich hatte naemlich mal wieder ein Ausmistewochenende. Viel gibt es eigentlich gar nicht auszumisten bei einem 88m2 Apartment ohne Keller oder Dachboden und drei.Umzuegen in 4 Jahren, aber trotzdem finde ich immer wieder Dinge, bei denen ich mich frage, wieso sie noch bei uns rumliegen. Und so haben ein Roboterstaubsauger (der normale reicht fuer uns aus) und ein iPod (wir benutzen nur noch unsere Smartphones) ein neues Zuhause gefunden bei Leuten, fuer die diese Dinge grade wie gerufen kamen. Ich mag es, wenn Dinge zirkulieren – Neukauf geschieht bei mir nur noch, wenn es sein muss.

    Carmens Geschichte ist ein wunderschoenes Beispiel fuer all das Schoene, was passieren kann, wenn man es schafft, sich von der Scheinwelt loszusagen und eigene Massstaebe zu setzen. Danke fuer dieses Kommentar! :-)

    Herzliche Gruesse,
    Christina

    Antworten
    • Christof Herrmann 20. November 2017

      Hallo Christina,

      sehr das genauso. Etwas, was man nicht mehr benötigt, jemanden zu überlassen, der es wertschätzt und verwendet, ist nachhaltig und gibt allen ein gutes Gefühl. Am liebsten verschenke oder spende ich solche Dinge. Der Aufwand über eBay Kleinanzeigen o. ä. zu verkaufen, macht meist nur Sinn, wenn ein höherer Erlös zu erwarten ist oder man ganz knapp bei Kasse ist

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten
  • Jasmin von der Katz 20. November 2017

    Hi Christof,
    was mir neben dem Inhalt an deinem Artikel gut gefällt ist, dass du ohne Bla und Fasel auf den Punkt kommst, letztlich also auch an (unnötigen) Worten sparst :) Daumen hoch!
    Viele Grüße,
    Jasmin

    Antworten
    • Christof Herrmann 20. November 2017

      Wie schon im Newsletter bemerkt, versuche ich Karl Poppers Rat zu folgen: „Wer’s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er’s klar sagen kann.“

      Antworten
  • Thomas 22. November 2017

    Ein schöner Artikel!

    Ich kann unterschreiben, dass man mehr kauft, wenn man unglicklich ist und sich durch den Kauf ein Glückgefühl zu verschaffen sucht. Dazu brauche ich nur mein Bestell-Register beim großen A-bis-Z-Konzern anschauen. Aber wie das so ist und wir auch alle irgendwie wissen (aber nicht so richtig wahrnehmen), hält dieses Glück nie lange, weil sich unsere Steinzeitgehirne so schnell an Neues anpassen, dass das anfängliche, beim Kauf empfundene Glückgefühl schnell abflaut. Und dann kaufen wir wieder was, und wieder und wieder (siehe Gerald Hüther auf Youtube: Wer glücklich ist, kauft nicht). Dann haben wir tausend Dinge um die wir uns kümmern müssen und die Dinge werden zur Last.

    Irgendwann las ich eine Buchempfehlung zu Birgit Medeles „Leben statt kleben“ und habe es mir gekauft. Das ist jetzt fünf Jahre her. Seitdem habe ich gefühlt Tonnen an Ballast abgestoßen, der sich über 35 Jahre angesammelt hat. Meine Familie habe ich mit ins Boot holen können und zusammen machen wir langsam aber sicher „Tabula rasa“. Was zum Vorschein kommt, ist ein Leben, das sich wieder gut anfühlt, von unnötigem „Gepäck“ befreit ist, weiter befreit und immer flexibler wird. Daran hatten und haben einige amerikanische Blogs, zwei wertvolle Bücher (wie oben, das andere ist Goodbye, things von Fumio Sasaki) und dein Blog, Christof, großen Anteil.

    Ich finde es klasse, immer wieder neue Impulse zu finden und damit weiterzumachen. Schließlich ist man mit dem Minimalismus bzw. einer genügsamen Lebensweise nie am Ziel sondern immer auf dem Weg.

    Viele Grüße
    Thomas

    Antworten
    • Christof Herrmann 23. November 2017

      Dieses kurze Glücksgefühl beim Kauf hast Du sehr gut beschrieben.

      Hüthers Vorträge kann ich – wie auch seine Bücher – nur empfehlen. Das Video zu „Wer glücklich ist kauf nicht“ habe ich vor dreieinhalb Jahren auf Facebook geteilt. Da wir uns weiterhin munter zu Tode konsumieren, habe ich es dort gerade noch mal gepostet.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten
      • Thomas 23. November 2017

        Hallo Christof,

        Gerald Hüther ist einer meiner „Helden“. Er bringt ungekünstelt auf den Punkt, woran das Individuum und unsere Gesellschaft kranken und zeigt aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen Ursache, Wirkung und Auswege aus der Misere. Nur die Umsetzung ist eben sehr schwer und geht nur langsam voran.

        Ein glückliches Leben ist eine gute Immunisierung gegen die Verlockungen unserer Zeit und die hohlen Werbeversprechungen der Industrie. Es stellt sich die Frage: Wie kriegen wir es hin, nicht mehr auf kurzfristige Glücksgefühl-Versprechungen mit all ihren negativen Folgen hereinzufallen und langfristig ein individuell gutes Maß an „Glück“ zu erreichen? Was bedeutet es überhaupt, glücklich zu sein?

        Ideen dazu?

        Gruß
        Thomas

        Antworten
        • Christof Herrmann 24. November 2017

          Da gäbe es viel zu sagen und bei vielen meinen Blogartikeln wird das Thema ja mindestens angeschnitten. Dieser Artikel soll aufmerksam machen, worauf Werbung und Wirtschaft aus sind. Das ist die halbe Miete, denn wenn man das verinnerlicht hat, ist es viel einfacher nicht auf die vermeintlichen materiellen Verlockungen hereinzufallen, sondern nur das in sein Leben zu lassen, was wirklich zu Erleichterung und mehr Zufriedenheit führt.

          Viele Grüße

          Christof

        • Ralf 24. November 2017

          Ja – „glücklich sein“ ist in einer dialektisch konstruierten Welt ja nur vorübergehend möglich – denn, wenn der Kontrast zu „unglücklich Sein“ weg fällt – wer will dann noch eine Bewertung abgeben?
          Andauernd glücklich ist gleich bedeutend mit: Andauernd unglücklich. Es gibt einfach keine Unterscheidung mehr.
          Menschliche Wertungen sind nun mal dialektisch referenziert…
          Genau genommen gibt es weder Glück, noch Unglück – es hängt nur von individueller/kollektiver *Bewertung* ab.
          Bewertungen aber sind subjektiv – selbst, wenn sich alle Menschen einigen könnten – es wäre immer noch auf eine „Art“ beschränkt…
          Tellerrand – ich liebe diesen Begriff :)

  • Ursula 23. November 2017

    Hallo Christof,

    also ganz ehrlich – im Moment ist mir diese „Werbung“ zuviel – überall blinkt Weihnachten lauter gehts bald nicht mehr, dann Blackfriday, dann hier Vorsale, hier 20 % da extra Rabattcode auch wenn man nicht will unwillkürlich kriegt man es mit es ist einfach zu laut.

    Sicher ich stehe dazu ein paar schöne Dinge, ein paar schöne Bücher, gute Musik, leckeres gesundes Essen – also nicht jetzt Erdbeeren oder so nein eben das was saisonal gibt aber von guter Qualität brauch ich schon aber nicht gleich nicht sofort.

    Bin gerade in den letzten Ecken (ok die sind schon etwas zu voll…) aber im Großen und Ganzen bin ich schon ziemlich weit und auch stolz darauf.

    Mein Mann kam gestern nach Hause und fragte ob ich noch etwas für den Bazar hätte uppps dachte ich hab ja jetzt doch alles aussortiert…. Nein im Gegenteil hab noch eine schöne Kiste mit Sachen zusammenstellen können. Also ist doch noch zuviel da :)

    Was ich „entsorgt“ habe ich /wir haben noch nichts vermisst. Im Gegenteil.

    LG
    Ursula

    Antworten
    • Christof Herrmann 24. November 2017

      Hallo Ursula,

      nach dem Blöd Friday folgt der Kauf-Nix-Tag. In Europa wird dieser konsumkritische Aktionstag am letzten Samstag im November, also dem Tag nach dem Blöd Friday organisiert. In den USA findet der Buy Nothing Day sogar zeitgleich zum Blöd Friday statt. Im Vergleich zum Blöd Friday geht der Kauf-Nix-Tag natürlich unter. Aber er existiert und jeder kann ihn begehen, morgen und an jedem anderen Tag im Jahr ;-)

      EBG

      Christof

      Antworten
  • Petra 24. November 2017

    Lieber Christof,
    ich hatte die Woche deinen Blogeintrag gelesen und heute morgen, als all die Radiowerbung zum Black Friday mich anschrie, mit Erleichterung und einem Lächeln daran gedacht und das Radio abgedreht. Ganz kurz war nämlich doch der Gedanke aufgetaucht „solltest du nicht…. lange Einkaufsnacht im Outlet…. eine neue Winterjacke…. Belohnung für die gute Arbeit diese Woche….“
    Also danke für die Hilfe! Meine Belohnung wird heute ein gemütlicher Abend mit dem Kater auf dem Sofa und morgen abend ein Glas Wein mit Freunden bei Livemusik sein.
    Die Jacke tuts noch diesen Winter.
    LG Petra

    Antworten
    • Christof Herrmann 24. November 2017

      Du wirst lachen, aber ich habe heute in der Stadt auch einen schönen Mantel gesehen, dann aber doch entscheiden, dass meiner es diesen Winter noch tut.

      Schönen Abend – heute mit Deinem Kater und morgen nach dem Wein hoffentlich ohne Kater

      Christof

      Antworten
  • Minimalistin auf dem Weg 25. November 2017

    Hallo Christof,

    *grübel grübel, dies und das, nachdenken macht so viel Spaß* das ist aus einem Kinderlied. Wie ich finde paßt das sehr gut zu Deinem Blog einfach bewusst.

    Les immer mal wieder sehr unregelmäßig auf Deinem Blog, was einfach daran liegt das mein PC auch mal mehrere Wochen am Stück ausbleibt. Wenn jemand meine Mail Adresse will, weil ja heute nicht mehr nach Tel.-Nr. gefragt wird, sage ich wenn es eilig oder dringend ist mich bitte anrufen oder vorbeikommen, da ich meine Mails nur alle paar Wochen abfrage.

    Aktuell hab ich wieder ganz akut erfahren wie die Angst umgeht.
    Zur Zeit wird die Firma in der ich arbeite „umstrukturiert“. Schon lange hatte ich den Wunsch sowieso was anderes zu machen. Aber ich steckte in der Bequemlichkeitsfalle fest.
    Im Rahmen dieser Umstrukturierung sollte ich die Abteilung wechseln zu neuen Bedingungen, weniger Urlaub usw.
    Habe abgelehnt was jetzt meine Kündigung zur Folge haben wird. Denn wer bei dieser „Umstrukturierung“ nicht mitmacht der darf gehen. Spätestens an dieser Stelle ist jetzt endlich Schluss. Wie es weitergeht weiß ich noch nicht. Bedingt durch Job der mir keinen Spaß machte hab ich auch gesundheitlich einiges durch.

    Geht irgendwie weiter, wie weiß ich nicht. Da ich aber auch seit einigen Jahren einen konsumkritischen Weg gehe, gebe ich fast kein Geld für Kleidung, Technikschnickschnack etc aus. Überbleibsel aus meinem alten Leben sind noch wenige vorhanden. Einiges wurde bereits auf Flohmärkten etc verkauft, verschenkt usw. Ja einen Kredit zahlen wir ab, für ein Haus und einen Garten, das möchte ich auch nicht aufgeben.

    Vielen Menschen macht es Angst das ich das Angebot abgelehnt habe. Irgendwie hab ich das Gefühl, manchen Menschen um mich rum macht es mehr Angst als mir:-). Ich persönlich denke es geht auch wenn ich jetzt SOFORT noch nicht die Lösung habe aber die findet sich. Wenn man immer im Alltagsrausch ist kann die nicht finden.

    Möchte noch mehr selber machen, noch mehr vereinfachen.

    Einer der besten Minimalismustipps ist sowieso:

    einfach weglassen.

    Mit konsumkritischen Grüßen
    Minimalistin auf dem Weg

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. November 2017

      Hallo Minimalistin auf dem Weg,

      nach dem was Du geschrieben hast, bin ich mir sicher, dass den Job zu verlieren, das beste sein wird, was Dir seit langem passiert ist. Du wirst eine Abfindung bekommen, Ersparnisse haben und bald vor neuen Ideen sprudeln. Toi, toi, toi. Freiwillig weniger arbeiten zu wollen oder miese Arbeitsbedingungen nicht zu akzeptieren, stößt noch immer auf Unverständnis. Man muss sich nicht alles erlauben lassen, man muss nicht alles ertragen. Als ich vor sechs Jahren in meinem letzten Job anstelle einer Gehaltserhöhung eine Arbeitszeitverkürzung erfragt habe, waren die in der Personalabteilung erst mal überfordert und mussten den CEO konsultieren. Ein Jahr später habe ich den Job endgültig hingeworfen. Dass ich auf die Sicherheit und das gute Gehalt verzichtet habe und stattdessen die riskante, ja „lebensgefährliche“ Selbstständigkeit als Autor gewählt habe, konnten viele nicht verstehen. Für mich war es genau der richtige Weg, auch wenn ich den Gürtel enger schnalle muss als früher im 9-to-5-Job.

      Einfach bewusste Grüße

      Christof

      Antworten

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