Warum Minimalisten lieber verschenken als verkaufen

Kleinvieh macht auch Mist. Warum also nicht aus Scheiße Geld machen. (Foto: Christof Herrmann, 2006)

„Wenn jeder einzelne darauf verzichtet, Besitz anzuhäufen, dann werden alle genug haben.“ (Franz von Assisi, italienischer Mönch und Ordensgründer, 1181/1182 – 1226)

Minimalisten verzichten auf Besitz, um sich von der materiellen Last zu befreien, um mehr Zeit für wichtigere Dinge zu haben, um nachhaltig zu handeln und um glücklicher zu sein. Hat man sich entschlossen, minimalistisch zu leben, stößt man schnell auf ein Problem: Wohin mit all dem Kram, der nicht mehr zum neuen Lebensstil passt?

Die meisten versuchen, möglichst viel zu möglichst guten Preisen zu verkaufen. Ich habe es genauso gemacht. Im Laufe der Jahre bin ich so tausende Artikel losgeworden, vor allem bei Amazon und eBay, aber auch über Kleinanzeigen, auf Flohmärkten und in Garage Sales. Nach dem Motto „Wer den Cent nicht ehrt, wird nie ein Dagobert.“ habe ich in mühsamer Kleinarbeit Stück für Stück veräußert. Das obige Foto, das ich 2006 in Australien gemacht habe, zeigt eine Verkaufsidee, dessen Businessplan auf die Rückseite einer Briefmarke passt: „Kleinvieh macht auch Mist. Warum also nicht aus Scheiße Geld machen.“

Mittlerweile besitze ich bei Amazon und eBay keine Accounts mehr. Sachen, die ich nicht mehr brauche, gehen an soziale Einrichtungen. Ich bin der Meinung, dass Minimalisten lieber verschenken oder spenden als verkaufen sollten.

Wann Du verkaufen solltest

Es gibt vier Konstellationen, in denen es schlauer ist, aussortierte Sachen zu verkaufen.

  • Du bist verschuldet. Schulden machen das Leben kompliziert und sind Freiheitsräuber. Ich empfehle, alles daran zu setzen, möglichst schnell schuldenfrei zu werden.
  • Du hast noch keine Ersparnisse. Zu wissen, dass Du auch ohne Einkommen eine Zeitlang über die Runden kommst, gibt Dir ein Gefühl der Sicherheit. Es eröffnet Dir die Möglichkeit, Deinem Leben jederzeit eine neue Richtung zu geben. Ohne Ersparnisse hätte ich 2012 niemals meinen Job kündigen und mich als Autor selbstständig machen können. Wieviel Geldreserven man zurücklegen sollte, hängt von der Lebenssituation ab. Studenten brauchen weniger als Familien. Ein Betrag, der die Ausgaben eines halben Jahres entspricht, sollte es schon sein.
  • Du wirst voraussichtlich einen hohen Preis erzielen. Als ich mich im Juni von meinem Kleinstwagen trennen wollte, habe ich ihn natürlich nicht verschenkt. Ich musste nur ein paar Stunden investieren, um 4.700 Euro zu bekommen.
  • Du hast Spaß am Verkaufen. Gerade am Anfang kann es seinen Reiz haben, Artikel in Auktions- und Verkaufsportalen anzubieten und auf hohe Erlöse zu hoffen.

Warum Du lieber verschenken oder spenden solltest

Oft lohnt sich die Mühe nicht, aussortiere Sachen zu verkaufen. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Gewinn. Zu gerne übersieht man die versteckten Kosten und die kleinen zeitfressenden Arbeiten.

Gleich mehrere Gründe sprechen dafür, warum Du lieber verschenken solltest.

  • Du sparst Zeit. Man sollten nie vergessen, dass die Zeit, die man in seinem Leben zur Verfügung hat, ständig knapper wird. Sven Böttcher drückt dies in seinem großartigen Buch Quintessenzen so aus: „Da Zeit alles ist, was wir haben, ist Zeitverschwendung eine Katastrophe, eine wahre Sünde dir selbst und dem Geschenk des Lebens gegenüber.“
  • Es beschleunigt den Prozess, minimalistisch zu leben. Je eher Du Deine Wohnung oder Dein Haus entrümpelt hast, desto schneller wirst Du die Vorteile des Minimalismus spüren.
  • Du handelst nachhaltig, da Deine Sachen weitere Verwendung finden und nicht auf dem Müll landen oder in Deinem Keller verstauben.
  • Es tut gut zu verschenken. „Geben ist seliger als Nehmen.“ wird Jesus im Neuen Testament zitiert. Ein Minimalist, der etwas verschenkt, handelt zwar selten altruistisch, aber trotzdem ist es eine Win-win-Si­tu­a­ti­on für den, der etwas hat und gerne abgibt, und für den, der wenig hat und gerne annimmt.
  • Der Gewinn eines Verkaufs fällt meist deutlich geringer aus, als erwartet. Das liegt auch am Besitztumseffekt. Dieser bewirkt, dass wir eine Sache, die uns gehört, für wertvoller halten als eine gleichwertige Sache, die jemand anderem gehört. Experimente haben ergeben, dass sich der Besitztumseffekt mindestens um den Faktor zwei auswirkt. Wer sich das bewusst macht, kann Enttäuschungen vermeiden und sich eher durchringen, etwas kostenlos abzugeben.

Wie und wo Du verschenken oder spenden kannst

Manchmal ist es nicht einfach, selbst für gut erhaltene Sachen einen neuen Besitzer zu finden. Vor einem Jahr musste ich meine Kiste mit Büchern im Sozialkaufhaus wieder mitnehmen, da dessen Lager randvoll war. Mit ein wenig Kreativität und den folgenden Vorschlägen sollte es klappen, jemand anderem mit dem Aussortierten eine Freude zu machen. Im Zweifel empfiehlt es sich, vorher anzurufen.

  • Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen.
  • Soziale oder gemeinnützige Einrichtungen wie Sozialkaufhäuser, Kindergärten, Bahnhofsmissionen, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Rotes Kreuz, Oxfam und Lions Club.
  • Im Internet finden sich zahlreiche Spendenprojekte. Kürzlich bin ich beim Versandhändler OTTO auf eine tolle Aktion gestoßen, bei der man Kleider für den guten Zweck spenden kann.
  • In Anzeigenblättern und auf Online-Verkaufsportalen gibt es meist eine „Kostenlos“- oder „Gegen Abholung“-Rubrik.
  • Schwarze Bretter, etwa in Supermärkten, Schulen und Unis.
  • Gut erhaltene Bücher werden oft auch von Büchereien angenommen.
  • In Öffentliche Bücherschränke kannst Du Bücher zur kostenlosen Mitnahme stellen.
  • Ein ähnliches Konzept wie Öffentliche Bücherschränke verfolgen die Giveboxes. Bei dieser Nachbarschaftsinitiative werden nicht nur Bücher, sondern auch andere Dinge wie Kleidung und Spielsachen zur Verfügung gestellt.
  • Auch in Umsonstläden oder Kost-Nix-Läden können gebrauchsfähige Gegenstände abgegeben werden.
  • In manchen Großstädten wird es geduldet, Möbel und andere Sachen mit einer Kennzeichnung wie „Zur kostenlosen Mitnahme“ an die Straße zu stellen. Meist ist schnell ein neuen Besitzer gefunden.

Verkaufst Du noch oder verschenkst Du schon? Was hält Dich davon ab, mehr zu verschenken und damit Dich selbst mit Zeit zu beschenken?

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{ 65 Kommentare }

  • Elvira 25. Oktober 2014

    Ich habe bisher immer verschenkt. Mit Ausnahme der großen Bernsteinsammlung meines verstorbenen Bruders, die wurde an einen ebenfalls Bernstein sammelnden Freund (weit unter Wert) verkauft. Meine Bücher werde ich in der Praxis los. Es dauerte keine drei Tage, bis alle Bücher mitgenommen waren. Ich hätte auch einiges zu verkaufen. Aber da steht mir meine Bequemlichkeit im Wege. Warum dann nicht verschenken? Weil wir dringend etwas ansparen müssten um nicht, wenn ich in Rente gehe, ziemlich schnell von der Hand in den Mund leben zu müssen. Auf der anderen Seite bringen die Sachen, die zum Verkauf anstehen, auch keine Reichtümer. Ich denke, über kurz oder lang werden sie auch verschenkt.

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Oktober 2014

      Realistisch betrachtet, wird man durch Verkäufe nur ein paar tausend Euro zusammen bekommen. Das reicht im Rentenalter nicht lange. Am schnellsten und einfachsten spart man durch Sparsamkeit. Auch Schulden bekommt man so am besten los. „Sparsamkeit ist eine gute Einnahme.“ sagte ja schon Cicero ;-)

      Antworten
  • Frau DingDong 25. Oktober 2014

    Ich hab noch nie was verkauft, sondern immer nur verschenkt oder weggeschmissen. Ich bin faul und ungeduldig :D und es hätte gar keinen Sinn gemacht.
    Alles, was ich habe ist in Benutzung und wurde damals erst angeschafft, d.h. ich hatte vorher einfach gar nichts zum Ausmisten :D (z.B. Möbel, Fernseher, Stereoanlage etc.)

    Antworten
  • Melanie 25. Oktober 2014

    Ich muss gestehen, dass ich mich zu Beginn von vielen Dingen nur trennen konnte, weil ich etwas Cash in Aussicht hatte. Nach einem Flohmarkt habe ich den Rest noch online verkauft und dabei für diverse Dinge nur 1 Franken bekommen und musste die Sachen trotzdem verpacken und zur Post bringen. Da war der Aufwand überhaupt nicht gerechtfertigt.
    Daher habe ich mir vorgenommen in Zukunft natürlich wesentlich weniger zu kaufen und nur die Dinge zu verkaufen welche einiges an Wert haben. Ansonsten verschenke ich die Dinge, weil sich der Aufwand einfach nicht lohnt. Gerade heute kam eine Kiste mit Küchen Utensilien zusammen und ich werden diese beim nächsten schönen Wetter auf die Strasse stellen.
    Bücher bekommt man hier in der Schweiz fast nicht mehr los, sogar Brockenhäuser nehmen keine Bücher mehr, weil diese einfach zu viele haben.
    Dinge weiter geben an Familie finde ich immer kritisch, weil ich diverse Freundinnen habe, welche von ihren Müttern mit Dingen überhäuft werden, welche sie selber nicht mehr wollen, es aber nicht über das Herz bringen diese weg zu werfen.

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  • Anja 25. Oktober 2014

    Muss gestehen, dass ich auch sehr viele Dinge verkaufe. Oft nur für ein zwei Euros. Evtl muss ich das überdenken. Schöner Blogartikel, der mich zum Nachdenken bringt. Danke!

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  • Christof Herrmann 25. Oktober 2014

    Wow, vier Kommentare in einer Stunde. Danke!

    Ich bin fleißig und geduldig ;-) Also eigentlich ein geborener Verkäufer. Aber mir ist meine Zeit mittlerweile einfach zu schade. Zum Glück habe ich nicht mehr viel, was raus muss. Und das, was weg muss, spende ich gerne für einen guten Zweck. Nächsten Monat bekommt das Sozialkaufhaus zwei Standboxen und einen Verstärker, da wir nun kleinere Aktivboxen besitzen.

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    • Manuela Fuhrmann 29. Dezember 2014

      Hallo zusammen,

      die ganzen Kommentare, dass Verkaufen viel Zeit kostet und oft wenig einbringt, stimmen natürlich. Aber zu bedenken ist auch, dass z.B. auf Flohmärkten ärmere Leute auf irgendwie würdevolle und auch unterhaltsame Art an neue Sachen kommen können. Wenn man verschenken möchte, finde ich deshalb Oxfam eine ganz tolle Einrichtung.

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      • Helge 30. März 2015

        Wir entrümpeln schon seit Jahren, um unser Leben zu vereinfachen. Verkaufen tun wir selten. Dinge, für die noch ein guter Preis erzielt werden kann, geben wir zu Oxfam oder Adra, ansonsten haben wir auch schon viele Sachen in den Umsonstladen gebracht. Langsam wird`s weniger :).

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  • Andreas 25. Oktober 2014

    Hallo Christof,

    wir haben ja unseren Haushalt aufgelöst und leben in einem Wohnmobil. Die großen, wertvollen Dinge haben wir verkauft. Unsere zwei Kinder konnten sich außerdem frei bedienen und ihre Haushalte einrichten und dann fingen wir an in mühevoller Kleinarbeit den Kleinkram zu verkaufen. Aber irgendwann kommt man in einen Flow und verschenkt die Sachen lieber und mit immer mehr Freude. Wir haben jetzt die Garage für unser Restaurationsmaterial geräumt. Wir haben alles verschenkt. Und siehe da, das lohnt sich im Endeffekt viel mehr. Wir bekommen unter anderem Brötchen gebracht, Hilfe hier und da und viele andere Annehmlichkeiten.

    Gruß
    Andreas

    Antworten
    • Christof Herrmann 25. Oktober 2014

      Hallo Andreas,

      Ihr seid ein schönes Beispiel, dass alles, was man gibt, auf andere Weise im Leben wieder zurückkommt.

      Viele Grüße vom Häuschen ins Wohnmobil

      Christof

      Antworten
  • Hope 25. Oktober 2014

    Hallo Christof,
    so halte ich es auch.
    2007 habe ich angefangen , viel verkauft, die kleinen Dinge verschenke ich nun, die großen verkaufe ich, Heute unser 2-t Auto, jetzt haben wir noch 1 Auto, mal sehn wie lange noch :-))))
    Grüße
    Hope

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    • Christof Herrmann 25. Oktober 2014

      Wieder ein Auto weniger, das macht Hoffnung :-) Ich habe bis jetzt noch nicht bereut, meines verkauft zu haben. Ich genieße vielmehr die Autofreiheit! Werde früher oder später über meine Erfahrung, ohne Auto zu leben, schreiben.

      Antworten
      • Hope 25. Oktober 2014

        Christof,
        auf Deinen“Motivation-Artikel“ freu ich mich jetzt schon
        Einfach bewußte Grüße
        Hope

        Antworten
      • Klaus 27. Oktober 2014

        dass mit dem auto weglassen ist eine schwierige sache …

        ich habe zb ein firmenauto, dass ich privat nutzen darf, aber auch noch ein eigenes auto und auch auf das kann ich leider nicht verzichten. da meine freundin in ihrer ausbildung verschiedenste praktika hat, die leider nicht immer – oder nur mit extrem großen zeitaufwand verbunden – mit den öffis zu erreichen sind.
        gerne würde ich mir die kosten für die versicherung, service und benzin sparen, aber leider gibt es grade bei uns am land (in österreich) nur mehr sehr wenige verbindungen, die man nutzen kann …

        Antworten
      • Christof Herrmann 6. November 2014

        Wie weit hat es Deine Freundin denn zu den Praktika? Vielleicht könnt ihr ab und zu das Auto stehen lassen und das Fahrrad nehmen. Für alle Wege bis 10 km einfach klappt das sehr gut. Mit etwas Training auch bis 20 km. In diesem SZ-Artikel wird jemand vorgestellt, der täglich mindestens 90 km zur Arbeit und zurück radelt. Auch möglich: Rad und Öffentliche Verkehrsmittel kombinieren.

        Antworten
  • Beatrice 25. Oktober 2014

    Lieber Christof,
    Ganz toller Artikel und auch die Kommentare, einfach super, danke!
    Ich habe im Februar durch „Zufall“ deine Seite gefunden und sofort gewusst: das ist es.
    Seither habe ich mich von vielem getrennt, Möbel, Kleider, Bücher – aber auch Beziehungen, Bekanntschaften und Sorgen und Ängste.
    Es ist ein teilweise schmerzlicher Prozess aber so befreiend.

    Danke

    Beatrice

    Antworten
    • manu 28. Dezember 2014

      hallo beatrice, dem kann ich mich nur anschließen. der blog motiviert dafür ungemein :) bin ebenfalls ständig dabei meinen hausstand zu verkleinern und freunden sowie sozialen einrichtungen freude mit büchern, spielen, kleidung, geschirr… zu machen. dinge, bei denen ich mir sicher bin, dass sie gesucht werden könnten – z.b. spezielle fahrradteile… stelle ich trotz zeitaufwand gerne auch in kleinanzeigen oder internetforen. ich selbst freue mich ja ebenfalls, wenn mit so einem kleinteil ein gerät wieder in gang gebracht werden kann. was mir auch sehr gefällt ist die tauschkultur, wie sie z.b. bei kleiderkreisel gelebt wird.
      danke für die vielen anregungen!
      liebe grüße manu

      Antworten
  • Kim 25. Oktober 2014

    Ich hab fast alles über die lokale Free-Your-Stuff Gruppe verschenkt, was ich loswerden wollte. Es schmerzte schon, zuzusehen, wie in kürzester Zeit – für mich – riesige Geldbeträge aus meiner Wohnung spazierten. Besonders bei den Leuten, wo man das Gefühl hatte, dass sie die Dinge, die sie mitnahmen, nicht wirklich zu schätzen wissen, sondern sie einsammelten, schlicht weil’s sie für umsonst gab.
    Es war aber sehr lehrreich, gebündelt zu sehen, was man im Laufe seines Lebens schon in materielle Dinge investiert hat. Uns sei mir eine Erinnerung daran, es gar nicht mehr so weit kommen zu lassen.

    Antworten
    • Sandra, Minimalistin der Fülle 25. Oktober 2014

      Hallo Kim, mir ging es auch so. Die ersten Jahre fiel mir das Entrümpeln noch leicht, denn ich trennte mich natürlich ja zuerst von den wirklich überflüssigen, nicht gewollten Dingen. So vor 2 Jahren ging es los, dass ich eigentlich immer noch gern weiter minimieren würde, aber die Sachen ja mal so toll und teuer waren … Nur, ich hatte wirklich auch davon noch zuviel. Es waren vor allem Kleidungsstücke mit spitzen Kapuzen und Trichterärmeln, Hippiesachen, die z. T. mal 70 € und so gekostet hatten, die ich auch viele Jahre geliebt habe, jetzt aber nicht mehr brauchte. Ich wollte sie dann eigentlich verkaufen, aber dazu war ich doch immer zu bequem, und dann las ich irgendwann die Einladung zu einer Klamottentauschparty hier im Park. Ich dachte mir, gut, gehst du mal hin und entscheidest dann vor Ort, ob du deine Sachen anbieten willst. Und weißt du was, ich hab’s getan, und die Freude in den Augen der jungen Leute zu sehen, die sie sich genommen haben, erfreut mich heute noch nur bei dem Gedanken daran. Letztendlich hat es doch nicht weh getan.

      Antworten
      • Koko 26. Oktober 2014

        .. „und die Freude in den Augen der jungen Leute zu sehen, die sie sich genommen haben“…
        wunderschön!

        Antworten
      • Christof Herrmann 26. Oktober 2014

        Mir gefällt der Gedanke, Sachen von Wert zu verschenken, um sich bewusst zu machen, wieviel Kram man im Laufe der Jahre ansammelt und welch Geldsummen da man fast wortwörtlich zum Fenster hinauswirft, für die man ja wieder buckeln muss. Hat bei mir dazu beigetragen, dass ich mir neue Anschaffungen dreimal überlege.

        Antworten
  • Ingrid 25. Oktober 2014

    Du sprichst mir mit deinem Artikel aus der Seele und so, wie Andreas vom Flow schreibt, ging’s mir auch. Irgendwann fängt man an, zu verschenken und irgendwann kann man das auch mit Sachen, die einmal einiges an Geld gekostet haben. Sicher ist es kein Altruismus, aber es macht einfach ein gutes Gefühl, wenn man sich vorstellt, dass die Sachen noch jemandem gefallen und etwas wert sind. Wie du mit dem Auto habe ich allerdings mit Schmuck eine Ausnahme gemacht. Ansonsten wird alles verschenkt.

    Ein praktischer Tipp noch: unsere Abfall- und Wirtschaftsbetriebe (oder in einem Wort: die Müllabfuhr) hat auf ihrer Seite etliche Adressen, wo man gut erhaltene Sachen abgeben kann. Ich hatte das große Glück, nicht weit von hier eine städtisch geförderte Selbsthilfegruppe zu finden. Die nehmen alles, vom Kleinkram bis zum Möbelstück. Sie verkaufen es in ihrem Laden direkt, veranstalten aber auch Flohmärkte. Das gibt es bestimmt auch in anderen Städten, ebenso wie kirchliche Organisationen.

    Flohmarkt und Verkaufen per Anzeige habe ich früher auch gemacht. Aber wenn man älter wird, wird man sich der Kostbarkeit der Zeit bewusst …

    Herzliche Grüße, Ingrid (aka Franka)

    Antworten
    • Christof Herrmann 26. Oktober 2014

      Schön, dass Dir meine Zeilen aus der Seele sprechen. Ich finde Deinen Tipp gut, sich auf der Webseite der örtlichen Müllabfuhr zu informieren, wer was nimmt. Auch in den Gelben Seiten wird man fündig. Manche soziale Einrichtungen bieten bei sperrigen Sachen einen Abholservice ab. Mal sehen, ob meine Standlautsprecher darunter fallen.

      Viele Grüße

      Christof

      Antworten
  • Daniel 25. Oktober 2014

    Hey Christof, dieser Artikel hätte auch von mir sein können :-)

    Ich habe in den letzten Jahren sogar Dinge verschenkt, für die ich noch gutes Geld hätte bekommen können, zum Beispiel meine alte analoge Spiegelreflexkamera oder meine E-Gitarre. Der Grund war tatsächlich, dass ich diese Sachen schon lange verkaufen wollte, es aber immer wieder vor mir hergeschoben hatte … keine Zeit, Unsicherheit was ich dafür verlangen sollte, Angst, einen „schlechten Deal“ zu machen usw.

    Deshalb habe ich irgendwann einfach beschlossen, Nägel mit Köpfen zu machen, und habe sie an Freunde verschenkt, von denen ich wusste, dass sie sie gut behandeln und kreativ benutzen würden. Ich habe das nie bereut.

    Liebe Grüße und einen schönen Fahrradurlaub für euch beide!
    Daniel

    Antworten
  • Sandra, Minimalistin der Fülle 25. Oktober 2014

    Lieber Christof, herzlichen Dank, das ist ein ganz wunderbarer, nützlicher Artikel. Und vielen Dank auch für deine Großzügigkeit, z. B. darin, immer wieder auf unsere Minimalisteninterviews zu verweisen. Ich wünsche allen weiterhin frohes Entrümpeln und ein schönes, selbstgemacht-freies Leben.

    Antworten
  • Felix 26. Oktober 2014

    Hallo Christoph,

    wieder einmal ein sehr schöner Artikel von dir. Ich habe sehr viele Sachen über die regionale mailing-Liste Freecycle (gibt es fast überall) verschenkt. Das Schönste ist zu sehen wie sich andere Menschen über die Dinge freuen, die für dich bereits ihren Zweck erfüllt haben!
    Lieben Gruß,

    Felix

    Antworten
  • Maria 26. Oktober 2014

    Hallo Christoph!

    Bis auf meine sehr umfassende Tuppersammlung und ein paar größere Elektrogeräte habe ich alles verschenkt. Mit diesen Verkäufen habe ich den Umstieg auf meine plastikfreie Küche finanziert.

    Alles andere habe ich verschenkt oder werde ich noch verschenken. Meine erste Wahl ist natürlich der Kostnixladen.

    Schöner Beitrag, gefällt mir ausgesprochen gut!

    lg
    Maria

    Antworten
    • Geraldine 27. Oktober 2014

      Hallo, liebe Maria.

      Eine Plastikfreie Küche? Darf ich fragen, wie Du das gestaltet hast bzw. was Du verändert hast? Bei Tupperboxen und Griffen von meinen Kochlöffel hört es bei mir nämlich schon auf… Wie funktioniert das und wo besorgst Du dein Küchenzubehör?

      Freue mich auf eine Antwort!
      Liebste Grüße aus München

      Antworten
      • Nanne 1. November 2014

        Liebe Geraldine,

        Maria bloggt auf: http://widerstandistzweckmaessig.wordpress.com
        und hat dort ganz ausführlich über ihre Projekt „Plastikfrei“ geschrieben. Sehr lesenswert. Hat mich auch viel inspiriert.
        Liebe Grüße Nanne

        Antworten
      • Maria 5. November 2014

        Hallo Geraldine!

        Leider habe ich erst heute Dein Kommentar gesehen, aber Nanne hat meinen Blog eh schon gepostet.

        Ich habe meine Plastikboxen durch Boxen aus Edelstahl oder Gefäße aus Keramik oder Glas ersetzt und verwende Holzkochlöffel. Anderes Kochbesteck ist aus Edelstahl. Die Vorräte sind in Gläsern verstaut.

        Ich habe ziemlich viel am Flohmarkt gekauft, unsere Großmütter hatten noch kein Plastik in der Küche!

        Auf meinem Blog habe ich sehr viel darüber geschrieben und es sind auch viele Fotos zu sehen.

        lg
        Maria

        Antworten
  • Sven 26. Oktober 2014

    Toller Artikel,

    meine Frau und ich, wir haben ganz bewusst kein Auto, wir sind nur mit öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs. Haben keinen Fernseher und keinen Kühlschrank. Leben vegan und sind vor drei Monaten aus einem Haus mit 124 qm in eine Wohnung mit 70 qm gezogen. Da musste auch viel ausgemistet werden – aber es hat sehr sehr gut getan. Wir fühlen uns viel freier und entspannter. Einiges haben wir auch im Internet verkauft, das meiste allerdings im Freundeskreis verschenkt – oder im Sozialkaufhaus abgegeben. Wenn man sich erst einmal überwunden hat „abzugeben“ – ist es einfach genial – und man will sich von immer mehr Dingen trennen.

    Sven

    Antworten
    • Sina Jasur 26. Oktober 2014

      Was Du schreibst, klingt super! Wir leben auch vegan und sind begeisterte Minimalisten. Es gibt kein schöneres Gefühl als diesen ganzen Kram endlich loszuwerden :-). Am liebsten verschenke ich. Ich hab es auch schon mit verkaufen versucht, aber es ist einfach zu umständlich und viel zu zeitaufwendig. Mit drei Kindern habe ich erkannt, dass am wertvollsten nicht das Geld sondern die Zeit ist. :-)

      Antworten
  • Frau Landgeflüster 26. Oktober 2014

    Ein toller Artikel! Ich habe schon immer verschenkt, weil ich zu bequem bin und meine Zeit lieber mit schönen Dingen verbringe als damit, sie loszuwerden. Inzwischen gibt es viele Einrichtungen, die sich darüber freuen. Als wir vor 20 Jahren unseren Haushalt zusammen taten, haben wir nirgends eine Einrichtung gefunden, die sich über neuwertige Kochtöpfe, Geschirr oder Möbel gefreut haben. Glücklicherweise haben wir meistens im Familien-oder Freundeskreis dankbare Abnehmer gefunden.

    Antworten
  • Christof Herrmann 26. Oktober 2014

    Hallo zusammen,

    bin überwältigt von dem vielen Lob, den vielen Kommentaren und den interessanten Ergänzungen. Ich danke Euch allen! Wundere mich nur, dass hier fast alle ebenfalls viel verschenken und kaum jemand ein Verkäufer zu sein scheint. Sind die etwa gerade dabei Artikel bei ePay, Armazon und C.O. einzustellen ;-)?

    Leider kann ich nicht auf jeden einzelnen Kommentar eingehen. Stephi und ich sind gerade am Packen der Radtaschen. Wir wollen von der Haustür aus acht Tage lang gen Süden pedalieren. Mal sehen, ob wir es bis an die Donau schaffen.

    Christof

    PS: Man schreibt mich mit „f“ und nicht mit „ph“, also Christof und nicht Christoph. Als Eselsbrücke einfach dran denken, dass ich etwas besonderes bin und demnach mein Name auch besonders geschrieben wird :)

    Antworten
    • Felix 29. Oktober 2014

      Hallo ChristoF,

      tut mir leid, dass ich dich oben mit PH geschrieben habe – ich bin Altphilologe und bei all diesen F-Wörtern blutet mein Herz :). Künftig werde ich aber versuchen daran zu denken. Euch eine schöne Radtour und viele Sonnenstunden!

      Gruss

      Phelix :)

      Antworten
  • AnneLise 26. Oktober 2014

    Hallo Christof,
    toller Artikel, spricht mir aus der Seele und unterstützt mein weiteres geplantes Entrümpeln von Haus (und Leben). Ich werde mir also wirklich keinen ebay-Account zulegen und weiterhin Sozialstation-Flohmarkt, Bücherschrank, Obdachlosenverein, Gebrauchtwarenkaufhaus und Oxfam beliefern. Und damit kostbare Rohstoffe erhalten, statt sie auf den Müll zu schmeißen.
    Nachhaltigkeit und Teilen sind in der heutigen Zeit so wichtig.
    Ich bin gespannt auf Deine anderen Themen und Ideen!
    Danke und einen schönen Tag noch,
    AnneLise

    Antworten
  • Tanja Heller 26. Oktober 2014

    Hallo Christof,

    ich habe alles verschenkt bis auf 3 Sachen: Keyboard, Kinderschaukelstuhl und 1 Programm. Schön fände ich eine Weitergeb-Kultur. Dass Bücher und Kindersachen, die ich verschenke, nach Benutzung einfach weitergereicht werden.

    Liebe Grüße und gute Reise euch 2 – Tanja

    Antworten
  • Nanne 26. Oktober 2014

    Ich finde verschenken auch besser und einfacher, aber gleichzeitig geht es mir wie Sandra, Minimalistin der Fülle: Jetzt sind da vor allem Sachen, die mir mal lieb und teuer waren und da muss ich für mich noch einen Weg finden. Meine Schwester freut sich manchmal über Sachen, aber ich will ja niemanden irgendwie „zumüllen“ (auch wenns gute Sachen sind).

    Ich finde gut, dass in den Kommentaren auch schon angesprochen wird, dass das Ausmisten und das Verkaufen oder Verschenken langfristig nur Sinn ergibt, wenn man danach genau überlegt, was in die Wohnung darf. Ich versuche jetzt auch immer jeden Neukauf mir dreimal zu überlegen oder erstmal zu gucken, wo ich das selbst vielleicht secondhand herbekomme, so wie du Christof das auch schon angedeutet hast. Das fällt mir teilweise aber ganz schön schwer.
    Nur ich möchte auch nie wieder, so viel Ausmisten und Weggeben und Feststellen, dass ich das gar nicht benötige.

    Ich finde es auch bezeichnend für unsere Konsumgesellschaft, wenn es bei Umsonstläden, Bücherei etc. schon Aufnahmestopps gibt. Viele (nicht unbedingt die Leute, die sich hier tummeln) misten ja aus, um dann Platz für Neukäufe zu schaffen.

    LG Nanne

    Antworten
  • arina 27. Oktober 2014

    Hallo Christof,
    ein schöner Artikel, sonst bin ich meistens nur stiller Mitleser, aber hier wollte ich mich auch mal melden. Dein Blog gibt mir immer „Futter zum Nachdenken“, so dass ich mittlerweile regelmäßig meinen Kleiderschrank überprüfe und alles überflüssige aussortiere. Die Sachen verschenke ich oder gebe sie in die Kleidersammlung. Bücher habe ich mal mit einem handgeschriebenen Schild „zum mitnehmen“ einfach im Supermark am schwarzen Brett ausgelegt und nach drei Stunden waren sie weg…
    Klar ist es schade, weil alle meine Sachen mal Geld gekostet und mir etwas bedeutet haben, aber über Besitz denke ich nun wesentlich kritischer nach.
    Liebe Grüße und gute Reise
    Carina

    Antworten
  • Geraldine 27. Oktober 2014

    Super toller inspirierender Artikel! Danke dafür!

    Einen Tipp habe ich noch, vor allem an die, die in der Stadt leben:

    Wir haben vor kurzem unsere Küche entrümpelt und 20 Tassen, Töpfe, Vasen, Bilder, etc. aussortiert. Dann haben wir einen Tisch genommen, die ganzen Sachen an die Straße gestellt mit einem großen Zettel: „Bedient euch!“. Meine Mitbewohnerin meinte zwar: „Neee, das Zeug nimmt doch keiner!“ Aber innerhalb von wenigen Stunden (!) war komplett alles weg! Das ist oft die einfachste und effektivste Methode, Dinge zu verschenken! Auch beim Umzug mit unserer Agentur haben wir Werbeartikel, Bücher und Zeitschriften an die Straße gestellt und in kürzester Zeit war alles weg – Probiert es mal aus! Es ist einfach und geht super schnell :).

    Antworten
    • Felix 29. Oktober 2014

      Das ist eine super Idee, wird aber nicht von jeder Gemeinde toleriert – wer sicher gehen will, sollte das vorher abklären um unliebsame Überraschungen zu vermeiden!

      Antworten
  • Simone 28. Oktober 2014

    sehr gut!
    Kann ich ganz toll bestätigen für Kinderkleidung etc., die ich lieber an Bekannte weiterverschenke statt irgendwo zu verkaufen. Nicht nur wegen der Mühe, es kommt einfach auch immer wieder was zurück, vor allem woanders her…der Fluß der Dinge bleibt bestehen, wir müssen für unsere 2 Kinder (9,7 Jahre) so gut wie gar keine Kleidung kaufen, außer mal besondere Anschaffungen, wenn dann nur Schuhe. Es kommt mehr zurück oder zu uns, als wir brauchen können.
    Für andere Dinge kann ich das leider noch nicht so gut, bräuchten auch noch ein bisschen Rücklagen, aber Verkaufen ist einfach auch sehr anstrengend und zeitaufwändig und lohnt sich auch nicht immer.

    Antworten
  • Katharina Stein 29. Oktober 2014

    Hallo Christof,
    habe letzthin auch mein Bücherregal ausgemistet. Zum wegwerfen sind Bücher eh zu schade (es waren zwar auch teure Hundefachbücher dabei) und so habe ich etwas telefoniert. Die Hundebücher habe ich komplett an eine FB-Freundin mit Hund verschenkt (was sie nicht braucht, wollte sie weiter verschenken). Andere Bücher habe ich z. B. bei uns in der Psychiatrischen Institutsambulanz abgegeben. Dort können Bücher hingestellt und auch mitgenommen werden. Weiter habe ich herausgefunden, dass ich Bücher in einem Krankenhaus an der Pforte abgeben kann, für deren „Grüne Damen“. Ich werde auch noch weiter ausmisten und diese Sachen auch verschenken, da keiner von uns Flohmärkte besucht.
    Über Haushaltswaren würde sich hier auch die PIA freuen, da sie häufig Menschen in ein selbstständiges Leben verhelfen mit eigenen Wohnungen und diese Leute ja kein Geld für Möbel oder sonstiges Zubehör haben.

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  • Christine 29. Oktober 2014

    Hallo Christof,
    ich habe – durch diese Seite und die vielen Kommentatoren – ebenfalls angefangen, meinen Haushalt zu entrümpeln. Einige Dinge habe ich tatsächlich verkauft (und bei Abholung gab es noch ein bißchen Schoki dazu :-) ), bei Büchern und CDs, die größtenteils Mainstream sind, habe ich den Kontakt zu den lokalen Krankenhäusern und Verschenkmärkten aufgenommen. Auch in den Waschsalon um die Ecke habe ich des Öfteren einen Karton mit dem Schild „Zu Verschenken“ gestellt – bislang wurde alles mitgenommen.

    Schwierig wird es, der Familie und Freunden klarzumachen, daß man nichts mehr zum Geburtstag /Weihnachten haben möchten – eben keinen „Tüdelütkram zum Hinstellen“ mehr. Lieber geht man zusammmen schön essen oder so.

    Grüße aus dem hohen Norden!

    Christine

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  • Andrea 30. Oktober 2014

    Ich bin zwar keine Minimalistin, aber ich versuche, wenig neues Zeug zu kaufen, und wenn, dann gern gebraucht.
    Früher hab ich viel bei Ebay, in Kleinanzeigen oder bei Kleiderkreisel verkauft, aber das frisst wirklich viel Zeit (erst Fotos machen, dann die Sachen ausmessen, Texte schreiben etc.)
    Zum Glück wohne ich in der Nähe eines Umsonstladens, da werde ich immer mal wieder Aussortiertes los.
    Für Bücherfreunde kann ich http://www.bookcrossing.com/ empfehlen, da kommt man auch mit anderen Bücherfreunden in Kontakt und kann sich austauschen, außerdem kann man dort Bücher tauschen, z.B. bei regionalen Treffen, die im Forum angekündigt werden.

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  • trix 30. Oktober 2014

    Hallo Christof,

    inzwischen bin ich weitestgehend abgekommen vom Verkaufen. Ich setze nur noch selten etwas in Ebay. Denn oft steht der betriebene Aufwand nicht in Relation mit dem Erlös. O_o Dann gehe ich lieber auf Flohmärkte oder verschenke für mich Überflüssiges ans Sozialkaufhaus. Mich stresst Verkaufen oft. Beim Weggeben habe ich oft den Gedanken: „Es ist ja längst abgeschrieben!“. Das erleichtert enorm, falls man sich damit plagt, Dinge wegzugeben, die mal viel gekostet haben. lg

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  • Dominik 4. November 2014

    Auch Asylbewerber*innen freuen sich unter Umständen über Gegenstände, die nicht mehr benötigt werden! Einfach mal in den örtlichen Unterkünften, beim Sozialamt oder bei Initiativen für Flüchtlinge nachfragen.

    Viele Grüße
    Dominik

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  • Magdalena 5. November 2014

    Oh du hast so recht mit jedem einzelnen Punkt! Als es bei mir ums große Ausmisten ging, habe ich kistenweise meinen aussortierten Ex-Besitz zum Flohmarkt gekarrt und so an ein paar Samstagen einige Hundert Euro gemacht. Flohmarkt macht m.E. aber auch nur Sinn, wenn man noch so einiges an Zeug hat und Spaß an Flohmärkten hat. Nachdem ich deinen Artikel gelesen habe, hab ich über Facebook gleich mal nachgefragt, wem meiner Freunde ich denn ein Sachbuch zuschicken darf, das ich nicht mehr brauche (& das bei eBay aber bestimmt noch so 4-5 Euro gemacht hätte). Die Aktion hat 3 Minuten in Anspruch genommen, hat mich unglaubliche 100 Cent fürs Porto gekostet und dafür bin ich mal wieder ins Gespräch mit einer alten Schulfreundin gekommen. Hach, Schenken ist toll :D

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  • Christof Herrmann 6. November 2014

    Hallo zusammen,

    ich bin baff, hätte ich doch nie gedacht, dass dieser Blogartikel so erfolgreich wird. Er wurde bereits fast 5.000 mal gelesen und 45 mal kommentiert.

    Auch wenn ich nicht auf jeden Kommentar einzeln und ausführlich antworte, habe ich sie natürlich alle gelesen. Da waren zahlreiche interessante Ergänzungen dabei!

    @Nanne
    Deine Warnung, keine Sachen zu verschenken, um Platz zu machen für Dinge, die man wieder neu kauft, finde ich sehr gut! Nach dem Ausmisten nicht wieder mit dem „Vollmisten“ anzufangen, ist vielleicht der schwierigste Schritt auf dem Weg zu einem einfacheren und glücklicheren Leben. Habe dazu einen Blogartikel in Planung.

    @arina
    Fein, dass Du als „stille Mitleserin“ auch mal etwas kommentiert hast. Weiter so ;-) Von meinen Lesern kommentieren übrigens nicht mal 1 % etwas. Ist aber ganz normal und in Ordnung.

    @Christine
    Schön zu lesen, dass Du „durch diese Seite und die vielen Kommentatoren“ ebenfalls angefangen hast, Deinen Haushalt zu entrümpeln. Viel Spaß dabei. Je weiter Du gehst, desto stärker wird sich Dein Leben verändern.

    @Dominik
    Gute Idee, etwas an Asylantenheime zu spenden. Eine Freundin von Stephi arbeitet ehrenamtlich in einem und da werde ich mal anfragen, ob die nicht meine Standboxen und meinen Verstärker gebrauchen können :-)

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  • Ines 30. Dezember 2014

    Ich halte es wie Du und verschenke auch lieber.

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  • Joe 19. Januar 2015

    Bei einigen Sachen frage ich mich, ob ich die überhaupt weiter geben sollte: Ich habe z.B. inzwischen alle quecksilberhaltigen Energiesparlampen bei uns ersetzt. Und wenn ich sie verschenke, dann kann jemand anderes seine stromfressenden Glühlampen ersetzen. Aber auf der anderen Seite weiß ich nicht, ob der Beschenkte die Lampen nach Gebrauch vielleicht einfach in die Mülltonne wirft und so die Umweltverschmutzung erhöht…

    Ein grübelnder

    Joe

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    • Christof Herrmann 19. Januar 2015

      Interessanter Aspekt! Ich glaube das ist so ein Fall, wo es kein Richtig oder Falsch gibt. Vermutlich würde ich die funktionierenden Lampen verschenken und auf die richtige Entsorgung hinweise. Wir haben noch ein paar Energiesparlampen, die wir nutzen, bis sie nicht mehr gehen.

      Antworten
  • Alexandra 7. Februar 2015

    Genauso hatte ich es auch gemacht mit dem zeitraubenden Verkaufen bis ich endlich realisierte, dass die viele 1€ Verkäufe bei Ebay unverhältnismäßig viel Zeit und Arbeit kosten. Da ich strukturiert und ausdauernd bin, brauchte ich leider ziemlich lange, bis der Groschen fiel. Inzwischen verschenke ich das allermeiste, was sich als von mir nicht oder kaum benutzt herausstellt. Ab und an gerate ich wieder in Versuchung zu verkaufen, wenn mir die Kleider oder anderen Dinge durch den Besitztumseffekt mal wieder wertvoller erscheinen, als sie sind. Dann führe ich mir vor Augen, was meine Arbeitszeit kostet und dass ich in meinem Beruf pro Stunde deutlich mehr verdiene als beim Ebayverkauf. Es hilft auch, mir zu vergegenwärtigen, dass alle unbenutzten Sachen gelagert werden müssen, was die Wohnung, den Keller und das Leben verstopft. Ich wünschte, diese Einsichten schon vor 5 Jahren gehabt zu haben. Auch die meisten Newsletter habe ich als Zeiträuber abbestellt. Mich aber grade für deinen angemeldet…Ist das jetzt ein Rückfall? :-)

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  • Katha 9. Juli 2015

    Der Artikel schwuppt mir gerade sowas von goldrichtig über den Bildschirm. Ja ja JA! Ich bin gerade am Umziehen einmal quer durch Deutschland, u. ich muss – nein, ich will! – ausmisten. Ich habe fast alle Gedanken, die hier in den Kommentaren stehen, einmal durchlebt: Amazon – Ebay – so viel Geld – kann ich doch nicht einfach wegwerfen – aber die Zeit – Fotos hochladen – Beschreibungen verfassen – ist doch kleinkariert – ich sollte spenden – aber wohin? – Mist, keiner will das Zeugs – doch verkaufen? – das viele Geld! – aber eigentlich hab ich genug Geld zum Leben – Lebenszeitverschwendung, das Verkaufen! – ich schmeiß es einfach weg, ab in die Mülltonne – nein, das geht nicht, es gibt Leute, die das brauchen können – ich spende an Geflüchtete – auch die teuren Sachen? – Hmmmmm – fast alles jedenfalls – nein, keine neuen Sachen dafür kaufen!
    Ich habe mich nun entschieden, die wirklich teuren Sachen wie den guten Kinderwagen (für die ich immer noch ab 100 Euro bekommen werde ) zu verkaufen, denn ich bin auch nicht gerade reich. Aber alles andere spende ich, soweit möglich, Einrichtungen für Geflüchtete, u. was die nicht nehmen, frage ich bei Oxfam nach u. ansonsten raus auf die Straße. Wie da oben so schön stand: Geben ist seliger denn nehmen. Aber ich gebe dennoch zu, ich kämpfe immer mal wieder mit mir u. muss mich davon abhalten, all das Geld zusammenzurechnen, was ich da raushaue. Zudem muss ich immer mal wieder Sachen anschaffen, da ich ein Baby habe, für das ich alleine zuständig bin. Natürlich kann man viel selbst basteln, ertauschen usw. Aber ich gebe auch zu: Ich bin schon jetzt am Rande meiner Kräfte – der Kleine, arbeiten, der Umzug….langfristig möchte ich auch minimalistischer leben, also ‚weniger‘ besitzen – die vollen Schränke verstopfen mich mental. Trotzdem: step by step. Danke für den Artikel jedenfalls – jetzt schaue ich mir in Ruhe deinen Blog an, solange das Kind schläft :)

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  • RR 15. Juli 2015

    Hallo
    finde die Seite toll. Habe schon einiges reduziert u kaufe vor allem kaum neues, außer wir brauchen es wirklich.

    Anfangs habe ich die Kinderkleidung unseres Sohnes (11) auch immer versucht zu verkaufen, aber schnell gemerkt, das lohnt nicht. Für 1,- muss ich das Shirt waschen, bügeln, zum Basar bringen, wieder hinfahren Geld o. übriges abholen…. o. aber Bilder machen und einstellen…. das habe ich schnell aufgegeben. Ich verschenke an einen Kollegen mit kleinerem Sohn o. in einen Second-Hand-Laden der für Bürger mit kleinem Geldbeutel eingerichtet wurde.

    Mein Sohn hat allerdings jetzt soooo viel Kleidung geschenkt bekommen von einem Nachbarn meiner Schwiegermutter (bzw. dessen Sohn), da muss ich glaub ich fast nix mehr kaufen bis er „groß“ ist… und mein Sohn ist def. nicht wählerisch was Kleidung angeht…..

    Ich verstehe immer nicht, warum Leute dann solche Probleme haben mit Geld… Stunden aufstocken müssen um „rum zu kommen“….??? Den Kindern wird das ja schon so vorgelebt, es gibt hier div. Ferienprogramme. Unter anderem auch kostenlose bzw. für ganz wenig Geld auf Spielplätzen (gemeinsam spielen, malen, Hütten bauen, Olympiade, basteln, für größere Grafiti etc.). Mein Sohn geht dorthin seit er 6 ist u. liebt sie! Als wir das aber einigen Bekannten erzählten hieß es ganz entsetzt „für so wenig Geld kann das nix taugen“….

    Auch lesen wir Bücher aus Büchereien kostenlos… Ich habe mal zusammengezählt: die Bücher die mein Sohn u. ich im Jahr lesen würden rund 700 € im Jahr kosten wenn ich sie neu kaufen wollte…. wie lange man dafür arbeiten müsste, kann sich jeder leicht ausrechen. Und der Spaß ist nicht geringer beim Lesen, wenn man das Buch später wieder gegen eins austauscht, das man noch nicht gelesen hat…..

    viele Grüße

    Antworten
  • Christof Herrmann 12. August 2015

    Hallo Alexandra, Katha und RR,

    vielen Dank für das Lob zu meinem Blog und natürlich für Eure Kommentare!.

    Einfach bewusste Grüße

    Christof

    Antworten
  • Antje 14. Oktober 2015

    Hallo Christof,
    ich verschenke lieber! Im letzten Sommer habe ich allen Kleinkram, der mir zwischen die Hände kam und auf dem Boden stand einfach vor unser Haus gestellt. Hübsch angerichtet zog sich diese Aktion über vier Wochen. Es entstand ein richtig kleiner Treffpunkt, ein Highlight in unserem Dorf. Größere Sachen gebe ich auch an soziale Einrichtungen ab. Herrlich, dieses einfache Leben. LG Antje
    PS: Dein Blog-Name ist übrigens klasse ;)

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    • Christof Herrmann 27. Oktober 2015

      So eine Art Garage sale, nur ohne sale :-) So kommt nicht mehr Gebrauchtes in Hände derer, die es noch gebrauchen können. Gute Idee!

      Antworten
  • Johannes 27. Oktober 2015

    Der Artikel hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich verkaufe viele Sachen über eBay für ein paar Euro. Das Nutzen-/Aufwansverhältnis ist schon etwas problematisch, wenn man mal darüber nachdenkt. Also vielen Dank für die Inspiration.

    Antworten
    • Christof Herrmann 27. Oktober 2015

      Wenn es einem Spaß macht, ist dagegen prinzipiell nichts einzuwenden. Ansonsten kann man auch mal den Aufwand in Stunden und die Einnahmen (abzüglich der Kosten) gegenüberstellen. Bei Kleinkram wie CDs oder Bücher, kommt man kaum über einen Stundenlohn von 5 Euro hinaus …

      Antworten
  • meyrose 22. Dezember 2015

    Das unterschreibe ich sofort – und verschenke gerne weiterhin!

    Antworten
  • Andrea Himmelsbach 27. Dezember 2015

    Sehr viele Bücher habe ich über MOMOX abgegeben…das hat Spass gemacht, weil sie definitiv weiterverwendet werden und ich mich auch schon gefreut habe darüber ein Buch günstig erwerben zu können….es ist ein sehr einfaches System und man kann direkt auch größere Mengen abgeben.
    Bei der Give-Box bin ich regelmäßig und ich freue mich immer sehr auf diesem Weg etwas zu schenken…
    Je mehr ich weg gebe umso größer wird meine Lust immer weniger zu haben und so fühle ich mich immer leichter….
    auch habe ich das Gefühl, dass ich immer mehr beschenkt werde im Leben je mehr ich verschenke….

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  • B 18. Januar 2016

    Auch ich habe mich von etlichen Besitztümern durch verschiedene Möglichkeiten (verkaufen, verschenken, entsorgen) getrennt.
    Leider reagieren viele Menschen ängstlich zu weilen auch aggressiv wenn man Zeit verschenkt bzw verschenken möchte und das ist äußerst Schade weil dieser Umstand viel zu wenig thematisiert wird.
    Zu dem Punkt „Es tut gut zu verschenken.“ kann ich dir aus meiner Erfahrung mitteilen wie sich etliche Menschen weigerten bzw nicht damit umgehen konnte Zeit, welche man ihnen schenken wollte, anzunehmen.
    Als Ergebnis hat sich für mich herauskristallisiert das man in irgendeiner Form für sich Werbung machen oder einen Nachweis über seine Befähigung zur Hand haben sollte anderfalls wird dieses Geschenk nicht angenommen. Für einen (wahren) Minimalisten ist dies eine unlösbare Aufgabe.

    Zu deinem genannten Punkt „Es beschleunigt den Prozess, minimalistisch zu leben“ sollte keine Verbindung zwischen Geschwindigkeit und Ziel gezogen werden und ich möchte begründen warum.
    Bei Wahl der maximalen Geschwindigkeit wird „sofort“ aussortiert und nur das behalten was in diesem Augenblick durch Spontanität und Emotionen durch die persönlichen Filter gelangt. Wenn man dabei etwas entsorgt woran man emotional gehangen hat kann es hier zu (emotionalen) Problemen kommen.
    Für den Prozess-des-minimalistisch-leben-wollen ist die Geschwindigkeit nicht von Bedeutung. In Bezug auf den Ablenkfaktor (mir ist kein anderes Wort eingefallen) kann es jedoch von Vorteil sein wenn man „sehr schnell“ (Geschwindigkeit von Bedeutung, allerdings von Mensch zu Mensch unterschiedlich) nicht benötigte, unregelmäßig benutzte oder negativ gefühlsbetonte Gegenstände aussortiert bzw für eine Probephase auslagert (Dauer wird nach Erfahrung angepasst).
    Grundsätzlich sollte diese Probephase des auslagern bzw zur-Seite-schaffen als Teil des Prozesses verstanden werden der beendet werden kann, genau wie der Prozess des Verschenkens.
    Wenn nämlich alles verkauft, verschenkt oder entsorgt wurde lebe ich aufs Wesentliche reduziert und kann nur noch mich und meine Zeit verschenken.

    Hat nicht alles 100%ig mit dem Thema „lieber verschenken“ zu tun und hoffe du nimmst mir das nicht übel Christof.

    Gruß
    B

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  • Philip 21. April 2016

    Hallo Christof,

    stolperte heute über Deine Seite, viele interessante Artikel bisher! Zum Verschenken kann ich nur sagen: Grade die sogenannte „Flüchtlingskrise“ bringt viele Menschen dazu, Dinge, die tatsächlich noch einen Wert haben, zu verschenken, wenn sie wissen, dass es an Menschen geht, die wortwörtlich nichts haben. Um ein Gegengefühl zu all den negativen Dingen, die in dem Zusammenhang von Menschen kommen, zu haben, habe ich Anfang des Jahres damit begonnen, Möbelspenden mit meinem VW Bus von Spendern zu Familien, die das Glück hatten, nach den Erstaufnahme-Einrichtungen eine Wohnung zu bekommen, zu fahren. Dabei begegnet man sehr vielen freundlichen Menschen, was im Endeffekt ein Stück weit den Glauben an die Menschen zurück gibt.

    Was das Verschenken angeht: Viele IKEA Filialen haben am Ausgang Bücherregale für Tauschbücher, dort landeten so gut wie alle meine Bücher, die ich nicht nocheinmal lesen werde. Mal sehen, was dahin noch alles folgt.

    Grüße,
    Philip

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  • Christof Herrmann 22. April 2016

    Besten Dank Euch allen für die Kommentare und auch das positive Feedback per E-Mail.

    Wünsche Euch viel Spaß beim Verschenken, Spenden, Tauschen und dann gar nicht erst wieder Kram kaufen :)

    Christof

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