Gelesen im Februar: Fleischatlas, Alice im Wunderland, Reinhold Messner, Hilal Sezgin …

27. Februar 2014 - von Christof Herrmann - 27 Kommentare

Gelesen im Februar: Fleischatlas, Alice im Wunderland, Reinhold Messner, Hilal Sezgin, Persepolis & Friedrich Ani

„Es ist mit dem Lesen wie mit jedem anderen Genusse: er wird stets desto tiefer und nachhaltiger sein, je inniger und liebevoller wir uns ihm hingeben. Man muß seine Bücher als Freunde und Lieblinge behandeln, jedes in seiner Eigenart schätzen und nichts von ihm verlangen, was dieser Eigenart fremd ist“, sagte Hermann Hesse.

Nach sieben im letzten Monat stelle ich heute sechs weitere „Freunde und Lieblinge“ vor. Ich hoffe, sie sind mir nicht böse, dass ich sie benote und in Kurzreviews beschreibe. Zum Glück kommen fast alle gut weg.

Fach- und Sachliteratur

  1. Fleischatlas 2013 (Erscheinungsjahr: 2013, meine Bewertung: 4 von 5 Sternen)
    Der Fleischatlas schockiert nicht mit Bildern, sondern zeigt mit Zahlen und Fakten die fatalen Folgen des global steigenden Fleischkonsums für Mensch, Tier und Natur.

Belletristik

  1. Süden und das Geheimnis der Königin von Friedrich Ani (2002, 2,5 Sterne)
    Friedrich Anis Romane um den Kommissar Tabor Süden werden zu den besten deutschen Krimis gezählt. Mich konnte mein erster Tabor-Süden-Roman nicht überzeugen. Mit dem Ermittlerteam wurde ich nicht warm, die Handlung plätscherte so dahin.
  2. Aufbruch ins Abenteuer von Reinhold Messner (1972, 5 Sterne)
    Reinhold Messner berichtet in „Aufbruch ins Abenteuer“ über seine frühen Bergerlebnisse, von der Besteigung des Sass Rigais als fünfjähriger Bub bis zu den Expeditionen im Himalaya. Ich habe dieses Buch dreimal gelesen: als Kind, als Student und in diesem Monat. Es begeistert mich noch immer, weil Messner etwas zu erzählen hat und schreiben kann wie kaum ein anderer Abenteurer.
  3. Landleben: Von einer, die raus zog von Hilal Sezgin (2011, 4 Sterne)
    „Tiere erwidern die Achtsamkeit, die man ihnen zukommen lässt. Die Geräusche, der Konsum, die ausbeuterische Praxis, die man weglässt, schaffen Raum für etwas viel Schöneres und Wertvolleres“, schreibt Hilal Sezgin auf den letzten Seiten von „Landleben“. Damit bringt nicht nur ihre Tierliebe, sondern auch den Geist ihres Buchs zum Ausdruck.
  4. Alice im Wunderland von Lewis Carroll (1865, 4,5 Sterne) [gelesen in der Übersetzung von Christian Enzensberger, 1963]
    Oscar Wilde und Königin Victoria, Douglas Adams und die Beatles („Lucy in the Sky with Diamonds“), Kinder und Erwachsener – diese surreale wahnwitzige Geschichte zieht seit 150 Jahren die Menschen in ihren Bann.

Comics

  1. Persepolis: Jugendjahre von Marjane Satrapi (2006, 5 Sternen)
    Die ergreifende wahre Geschichte, die schonungslose Erzählweise und die grafische Einfachheit machen auch den zweiten Teil von „Persepolis“ zu einem Comic-Vergnügen.

Hast Du eines dieser Bücher schon gelesen? Welches Buch hat Dich im Februar begeistert?

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27 Kommentare für “Gelesen im Februar: Fleischatlas, Alice im Wunderland, Reinhold Messner, Hilal Sezgin …”

  1. Den Fleischatlas habe ich mir gerade runtergeladen.

    Ich kenne die Verfilmung von Persepolis. Nun muss ich doch das Comic lesen.

    Danke für die Tipps.

    Bin in diesem Jahr noch nicht so zum lesen gekommen. Habe deswegen auch keinen Buchvorschlag. Da Du ihn zitiert hast: Hermann Hesse mag ich gerne. Hast Du schon etwas von Hesse gelesen?

      1. Hallo Christof
        das Glasperlenspiel habe ich früher mal gelesen, war auch sehr gut, oder auch“Narziss und Goldmund“
        aber auch seine Gedichte sind manchmal sehr gut:
        zum Beispiel:
        „Solang du nach dem Glücke jagst
        bist Du nicht reif zum Glücklichsein,
        und wäre alles Liebste dein
        Solang du um Verlornes klagst
        und Ziele hast und rastlos bist
        weisst du noch nicht was Friede ist
        Erst wenn Du jedem Wunsch entsagst,
        nicht Ziel mehr noch Begehren kennst,
        das Glück nicht mehr beim Namen nennst,
        dann reicht Dir des Geschehens Flut
        nicht mehr ans Herz und deine Seele ruht.“

  2. Habe gerade erfahren, dass meine beste Freundin tatsächlich noch nie Alice im Wunderland gesehen oder gelesen hat! Ich war total überrascht, immerhin ist das eine so wunderbare Geschichte, die viel Wahres beinhaltet und die ich immer wieder lesen/sehen könnte ;)

    1. Das ist ein Skandal, Alice, äh Anita! Deine beste Freundin sollte umgehend diese phantastische Geschichte lesen ;-)

      Welche Verfilmung von „Alice im Wunderland“ ist eigentlich gut? Habe gesehen, dass es eine ganze Reihe gibt.

      1. Am besten gefallen mir die 2010er und die 1999er Version am besten. Es gibt aber wirklich zahlreiche Versionen, auch den Disneyfilm habe ich als Kind glaube ich ganz gern gesehen. (Kann mich aber kaum dran erinnern)

  3. Ich habe von Michael Wigge „Ohne Geld bis ans andere Ende der Welt“ gelesen. Ich geb ihm mal 4 Sterne, dem Herrn Wigge. Es ist nicht ganz so wie erwartet, aber doch gut. Hat mich gut unterhalten.
    Das Buch von Reinhold Messner kommt mit auf meine Vormerk-Liste.
    In dem Zusammenhang noch ein Buch, das ich von ihm gelesen habe: „Die Freiheit, aufzubrechen, wohin ich will – ein Bergsteigerleben“. (Von mir 5 Stene) Allein schon wegen des Titels, mag ich es immer rum liegen haben, immer wieder drauf – und reinschauen.

    1. Von Wigges Buch habe ich schon gehört, es aber noch nicht gelesen. Kennst Du „Deutschland umsonst “ von Michael Holzach? Sehr empfehlenswert! Auch Andreas Altmann ist zu Fuß von Berlin nach Paris gelaufen und hat ein Buch darüber geschrieben.

      1. Tolle Tipps. Dankeschön. Ich werd mal danach schauen. Das Buch von Andreas Altmann hatte ich im Buchhandel schon mal in der Hand, aber wieder zurückgestellt. Beim nächsten Mal nehme ich es dann aber mit :-)

  4. Ich bin doch so eine Leseratte!!
    Aber aus Deiner Liste kenne ich nur das Buch von Reinhold Messner. Auch mich hat dieser Erlebnisbericht sehr begeistert. Man kann ihn wirklich wiederholt lesen. Alice im Wunderland wird mein nächstes Buch sein.
    Tschüss!
    Emmih

  5. Ich habe
    – „Der größte Raubzug der Geschichte: Warum die Fleißigen immer ärmer und die Reichen immer reicher werden“ von Matthias Welk
    – „Der FUTURZWEI-Zukunftsalmanach 2013: Geschichten vom guten Umgang mit der Welt“ von Harald Welzer
    – „Kinnvika 80° Nord. Eine Frau, ein Mann und die Einsamkeit der Polarnacht“ von Marie Tièche
    gelesen.

    „Kinnvika“ habe ich regelrecht verschlungen. Gefällt mir vom Stil und es ist schon lange ein Traum nach Svalbard zu reisen. Deshalb konnte ich mich bestimmt derart mit dem Buch identifizieren.

    „Landleben“ hört sich interessant an.

    1. Kann es sein, dass es eine TV-Doku über Marie Tièche und diesen Wissenschaftler gibt? Konnte im Netz auf die schnelle nichts finden, bin mir aber ziemlich sicher, dass ich vor Jahren etwas über die beiden gesehen habe. Das Buch habe ich mir auf jeden Fall mal notiert. Danke für Deine Tipps, Thomas!

  6. Mein Lieblingsreiseschriftsteller ist eindeutig Wolfgang Büscher.
    Berlin-Moskau ist super (eine Reise zu Fuß)
    Asiatische Absencen ist sehr poetisch.

  7. Ich habe mir wieder ein paar Buchtipps herausgeschrieben und habe auch selbst ein besonderes Buch, welches ich gern weiterempfehle:
    Velma Wallis „Zwei alte Frauen“ Eine Legende von Verrat und Tapferkeit.
    Ein Nomadenstamm im hohen Norden Alaskas lässt in einer Hungersnot 2 alte Frauen als unnütze Esser zurück, um den Stamm zu retten. Die beiden alten Indianerfrauen geben jedoch nicht auf, sondern besinnen sich auf ihre ureigenen Fähigkeiten, die sie längst vergessen geglaubt hatten. Sehr anrührend.

  8. „2 alte Frauen“ habe ich auch vor Jahren gelesen; ein sehr beeindruckendes Buch über dumme Entscheidungen und lebenskluge Antworten.
    Zudem hatte ich vor einiger Zeit auch „Kinnvika“ gelesen. Sooo spannend…
    Demnächst steht dann also die Empfehlung „Landleben“ an; klingt vielversprechend.

  9. @Alice im Wunderland

    Das Buch kann man inzwischen gratis als ebook bekommen, sehr empfehlenswert in Originalsprache zu lesen, weil die Wortspiele ganz schlecht bis teilweise gar nicht zu übersetzen gehen.

    Verfilmt wurde es unzählige Male, derzeit gerade wieder als ein Ableger von once upon a time. Mir gefällt Jonny Depp als Hutmacher im bereits weiter oben zitierten Film ;-) Aber am nähesten am Original ist für mich der uralte Zeichentrickfilm von Walt Disney.

    lg
    Maria

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