
Heute vor 13 Jahren ist mein Blog Einfach bewusst online gegangen.
Seitdem habe ich 537 Artikel veröffentlicht – über Minimalismus, Nachhaltigkeit, Wandern, Ernährung, Leidenschaften und den Blick auf das Wesentliche. Alle Texte kannst Du kosten- und werbefrei lesen.
Nachdem ich im letzten Jahr 12 lebensverlängernde Hacks vorgestellt habe, stehen diesmal 13 Zitate im Mittelpunkt. Es sind Worte, die mich seit Langem begleiten, prägen und immer wieder ermutigen. Sie zeigen auch, worum es mir auf Einfach bewusst geht.
Viel Vergnügen beim Stöbern. Danke, dass Du dabei bist. Auf die nächsten 13 Jahre.
1. Wesentliches – weniger, aber klarer
„Das Aussortieren des Unwesentlichen ist der Kern aller Lebensweisheit.“
Laozi, chinesischer Philosoph, lebte im 6. Jahrhundert v. Chr.
Ich finde diese Worte besonders faszinierend, weil Menschen schon vor über 2.500 Jahren ein Gespür dafür hatten, wie sehr Übermaß und Unwesentliches den Blick verstellen können. Aussortieren bedeutet dabei nicht nur, Dinge loszuwerden, sondern geistige Klarheit zu gewinnen – im Denken, im Fühlen, im Alltag. Wenn Unwesentliches weniger Raum einnimmt, wird das Wesentliche sichtbar, und das Leben fühlt sich leichter an.
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2. Mut – den eigenen Weg gehen
„Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.“
Konfuzius, chinesischer Philosoph, vermutlich 551 v. Chr. – 479 v. Chr.
Hätte ich auf meinen Lebenslauf, meinen Geldbeutel oder die Erwartungen anderer geachtet, hätte ich vieles nicht gewagt. Kein Abschied vom IT-Job, keine Radweltreise, keine monatelangen Fernwanderungen, keine Selbstständigkeit als Autor, und Einfach bewusst gäbe es vermutlich auch nicht. Die Worte von Konfuzius erinnern mich daran, den eigenen Weg mit ganzem Herzen zu gehen. Mut und Motivation zahlen sich aus, wenn Bauch, Herz und Verstand im Gespräch bleiben – nicht gegeneinander, sondern miteinander.
3. Selbstgenügsamkeit – in guter Gesellschaft
„Ich habe begonnen, mir selbst ein Freund zu sein. Damit ist schon viel gewonnen, denn man kann dann nie mehr einsam sein.“
Seneca, römischer Dichter und Philosoph, etwa 1 – 65
Seneca erinnert mich daran, wie wichtig Selbstfreundschaft und Selbstgenügsamkeit sind. Denn mit mir verbringe ich mein ganzes Leben – jeden Tag, rund um die Uhr. Ich möchte mir mit Wohlwollen begegnen, besonders in unsteten Phasen. Das gelingt nicht immer, aber immer öfter – und wirkt befreiend, beruhigend und stärkend.
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4. Leidenschaften – am richtigen Platz
„Nie ist das menschliche Gemüt heiterer gestimmt, als wenn es seine richtige Arbeit gefunden hat.“
Alexander von Humboldt, deutscher Naturwissenschaftler, Ethnologe und Geograph, 1769 – 1859
In diesem Zitat wird mir bewusst, wie glücklich ich mich schätzen kann, mit dem Schreiben und Wandern meine Berufung gefunden zu haben. Auch in der Freizeit kenne und lebe ich meine Leidenschaften. Entscheidend sind für mich weniger die großen Momente als die stille Gewissheit, etwas Freudvolles und Sinnvolles zu tun.
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5. Bescheidenheit – im Einklang
„Abends ging ich hinaus in die Dunkelheit, da sah ich einen schimmernden Stern und hörte einen Frosch quaken. Die Natur schien zu sagen: Nun? Ist das nicht genug?“
Ralph Waldo Emerson, US-amerikanischer Philosoph und Schriftsteller, 1803 – 1882
Bescheidenheit, Genügsamkeit und Demut sind stille Tugenden, die in unserer lauten, schnellen und konsumorientierten Welt leicht übersehen werden. Ralph Waldo Emerson erinnert mich daran, wie kraftvoll vermeintlich einfache Momente sein können – und wie sie zu Genügsamkeit führen. Besonders wenn ich im Grünen bin, wird dieser Gedanke für mich spürbar. Er hilft mir, gelassener durchs Leben zu gehen, anderen aufmerksamer zu begegnen und meinen Platz in der Welt klarer zu erkennen.
6. Gehen – in Bewegung kommen
„Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.“
Søren Kierkegaard, dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller, 1813 – 1855
Beim Gehen und Wandern bestätigt sich dieses Zitat für mich immer wieder. Der Mensch ist seit Millionen Jahren zu Fuß unterwegs. Und längst wissen wir, dass Gehen mehr ist als reine Fortbewegung: Als Spaziergang, Wandern oder Pilgern wirkt Bewegung wie Balsam für Körper, Geist und Seele. Oft reicht mir eine Runde um den See, um Abstand zum Alltag zu gewinnen. Dabei rücken Tempo und äußere Reize in den Hintergrund. Schritt für Schritt ordnen sich meine Gedanken, Sorgen werden leichter, neue Impulse tauchen auf.
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7. Tierethik – leben und leben lassen
„Tiere sind meine Freunde und ich esse meine Freunde nicht.“
George Bernard Shaw, irisch-britischer Schriftsteller, 1856 – 1950
Dieses Zitat ist radikal einfach und lässt kaum Raum für Ausreden. Es macht mir immer wieder bewusst, dass viele Entscheidungen im Alltag Auswirkungen auf Beziehungen haben – zu meinen Mitmenschen und anderen Tieren, zur Umwelt und letztlich zu mir selbst. Seit 2014 lebe ich vegan. Diese Lebensweise hat für mich weniger mit Verzicht zu tun als mit Haltung. Nicht moralisch erhoben, sondern menschlich konsequent.
8. Optimismus – eine sanfte Haltung
„Versuchen wir uns doch einmal entschieden auf die Seite des Positiven zu stellen, in jeder Sache.“
Christian Morgenstern, deutscher Schriftsteller, 1871 – 1914
Christian Morgenstern formuliert einen sanften Aufruf zu Optimismus und Hoffnung. Es geht nicht um naives Verdrängen und auch nicht darum, Schwierigkeiten kleinzureden. Für mich bedeutet das, nicht im Negativen zu verharren, sondern den Blick immer wieder auf das zu richten, was möglich und hilfreich ist.
9. Lesen – Zeit, die bleibt
„Wo nehm ich nur all die Zeit her, so viel nicht zu lesen?“
Karl Kraus, österreichischen Schriftsteller und Publizist, 1874 – 1936
Karl Kraus spricht mir aus der Seele. Ich habe fast immer ein Buch griffbereit. Kürzlich habe ich es so formuliert: Lesen ist für mich Reisen, Kino, Therapie und Universität auf dem Sofa – oder im Bett, in der Bahn, im Wartezimmer, auf Balkonien, unterm Baum. Vielleicht ginge es uns allen ein bisschen besser, wenn wir öfter lesen würden.
→ 55 Lesen-Zitate
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10. Freundschaft – verstanden sein
„Ich war schon immer der Ansicht, dass das größte Privileg, die größte Hilfe und der größte Trost in einer Freundschaft darin besteht, dass man nichts erklären muss.“
Katherine Mansfield, neuseeländisch-britische Schriftstellerin, 1888 – 1923
Katherine Mansfield bringt für mich auf den Punkt, was Freundschaft im Kern bedeutet. Sie braucht keine großen Worte. Vertrauen, Nähe und das Wissen, so sein zu dürfen, wie ich bin, reichen aus. Ich schätze mich glücklich, ein paar gute Freundschaften zu pflegen. Ohne sie wäre mein Leben ärmer.
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11. Zeitwohlstand – zwischen Tun und Sein
„Ein voller Terminkalender ist noch lange kein erfülltes Leben.“
Kurt Tucholsky, deutscher Journalist und Schriftsteller, 1890 – 1935
Bei Kurt Tucholsky wird deutlich, dass Beschäftigung kein Maßstab für Sinn ist. Entscheidend ist nicht, wie viel ich tue, sondern ob das, was ich tue, zu mir passt – und nicht zu den Erwartungen von außen. Minimalismus zeigt sich also nicht nur im Kleiderschrank oder Bücherregal, sondern auch im Terminkalender und auf der To-do-Liste. Habe ich dort Mut zur Lücke, entsteht Raum für Müßiggang, Konzentration und Tiefe – für das, was mich wirklich nährt.
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12. Nachhaltigkeit – Verantwortung in der Zeit
„Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert.“
Eugen Roth, deutscher Dichter, 1895 – 1976
Dieses eindrucksvolle Gedicht bringt für mich bildhaft zum Ausdruck, was Umwelt- und Naturschutz bedeuten: das eigene Handeln mitzudenken, Verantwortung zu übernehmen und Maß zu halten. Nachhaltigkeit ist mir wichtig. So versuche ich, im Alltag meinen Teil zu einer lebenswerten Welt beizutragen – nicht perfekt, aber einfach bewusst.
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13. Dankbarkeit – auch für das Unbequeme
„Nicht nur danken für das Angenehme. Das Unangenehme hilft dir dich zu erkennen und dich zu entwickeln. Daher sage auch dafür Dank.“
Irina Rauthmann, deutsche Aphoristikerin und Lyrikerin, *1958
Dieser Aphorismus erinnert daran, dass Dankbarkeit mehr ist als ein Gefühl für die schönen Seiten des Lebens. Sie schließt auch das Unangenehme mit ein – die Brüche, die Umwege, die Schattenseiten. Dankbar zu sein für das, was ist und was nicht ist, für das, was gelingt und was fordert, ist nicht leicht. Wem das gelingt, gewinnt. Denn echte Dankbarkeit verändert den Blick und gehört für mich zu den Schlüsseln für ein erfülltes Leben.
→ 44 Dankbarkeit-Zitate
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Hallo Christof,
herzlichen Glückwunsch zum 13. und vielen Dank für diese wunderbaren Zitate!
Hallo Iris,
vielen Dank für Deine Worte und dass Du hier mitliest. Das freut mich sehr.
Beste Grüße
Christof
Hallo Christof,
herzlichen Glückwunsch zu 13 Jahren „Einfach bewusst“. Die Zitate gefallen mir sehr und könnten auch mich zukünftig begleiten.
Herzliche Grüße,
Jana